2005-2013 (alle Beiträge)
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Best of 2005-2013

 
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Ich habe vor zehn Jahren den einen oder anderen Opener eröffnet, in dem es um sinnlose Verbote und das Prinzip Divide-et-impera ging. Wie das so ist hier draußen und in den angeschlossenen Funkhäusern, gibt es Themen, die sind nicht diskutierbar, weil eben jeder seine 'Meinung' mitbringt und bis auf den Pfeil im Kopf verteidigt. Dazu gehören beispielhaft Veganismus, Homöopathie und Rauchen.

Nichtraucher sind im Recht. Immer. Und weil das so ist, sind die anderen im Unrecht. Obendrein sind sie unmoralisch und gefährden die Gesundheit der anderen. Spaßig ist daher der Gedanke an die Schnittmenge derer, die sowohl (womöglich militant) gegen Rauchen als auch gegen Maskenpflicht und ähnliche Maßnahmen sind. Da lacht die Dissonanz.

Eine schmauchen

Ich will aber heute auf etwas anderes hinaus, nämlich auf die Grenzen der Gesundheit und Reservate für den Rock'n Roll. Wenn man mal in vergangene Jahrzehnte und Jahrhunderte schaut, da wurde gequarzt und gesoffen, geknastert und gekaut, dass es eine Freude ist. Ja richtig, das ist ja auch der wichtigste Zweck der Drogen, dass man Spaß damit hat.

Wie ist da nun der Trend? Es darf nicht mehr geworben werden und nicht mehr konsumiert, es sei denn im Dunkeln, daheim und allein. Es ist erwachsenen Menschen nicht zuzumuten, selbst zu entscheiden, ob sie sich dem bösen Feinstaub aussetzen. In der Kneipe dürfen sie nicht, hinterm Volkswagen müssen sie. Ja, selbst in Biergärten ist es ihnen regional nicht mehr erlaubt. Würde man also Rauchern erlauben, sich irgendwo bei Pils und Kippen zu treffen, wäre das arme Nichtraucherlein gefährdet, sich dazu zu gesellen und zu riskieren.

In den Staub!

Das muss verhindert werden! Warum? Nicht wegen der Gesundheitsgefahr, hörens‘ auf, das hat in der Geschichte noch nie wen interessiert, wo nicht die Puritaner und Pietisten den nicht gar so Bescheuerten ihren Sadomasochismus aufzuzwingen wussten. Lebensgefahr? Gesundheit? Wen interessiert, wie es Kaffeepflückern geht? Erntehelfern allgemein? Schlachthaussklaven? Gesundheit?! Komm, Toni, mach' noch mal ne Rutsche klar!

Nein, es geht um Müßiggang. Da sind sie sich völlig einig, die Religioten, Arbeitsfetischisten und Ausbeuter. Nichts soll man ihm lassen, dem Nutzviech. Es soll sich selbst unter Knute und Kandare begeben, die Peitsche gleich mitbringen und sich fit halten für die nächste Runde im Mehrwertmotor. COPD macht lahmarschig, das können wir nicht gebrauchen.

Widerstand?!

Das, liebe Freunde, ist ein fast unwidersprochener Akt der Unterwerfung. Dagegen gab es keine Demos, obwohl es der Gastronomie, der gemeinen Thekenklette und nicht zuletzt der Kunst geselliger Zusammenkunft schwersten und irreparablen Schaden zugefügt hat. Dreifacher Gewinn fürs System, denn wir sind nicht nur freiwillig angeleint und fit für den Profit, wir haben uns auch nichts mehr zu sagen.

Statt des guten alten Stammtischs, an dem es regulierend bei allzu krassen Ausfällen wenigstens noch was auf die Fresse gab, regiert nunmehr der intellektuell wie somatisch anorektische Troll mit seinem martialischen Gerotze aus dem heimischen Rippstrick heraus. Wo wart ihr, als sie uns das angetan haben? Aber jetzt seid ihr im Widerstand oder was?

 
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Wir müssen nur diesen Auswuchs in der Mitte einhegen, dann ist das ein Super System.

Ich war heute beim Bäcker. Vor mir die Tante des Grauens. Das ganze fucking Programm, Eröffnung durch den tödlichen Pass: "Haben Sie etwas mit Körnern? Oder Dinkel?" Selbst ich, der das ganze Gesundgewese meidet wie die Lebenslust den Protestanten, weiß, dass drei Viertel der verdammten Produkte unter diese Kategorien fallen, und selbstverständlich zählt die BFV der Tante sämtliche auf.

Das war dann aber erst der Vorwaschgang, denn soo sicher ist sich die Extension ihrer geschmacklosen Handtasche ja gar nicht. Es könnte ja auch etwas mit Roggen oder Weizen sein. Oder Brot. Kurzum: Die Verhandlungen dauern mehrere Tage, ich komme am besten nächste Woche noch mal wieder. Dann eben keine Brötchen.

Feierabend

Letzteres kenne ich noch aus anderen Zeiten, denn selbst wenn du nur 'zwei normale' nimmst, musst du dir das erst mal leisten können. Popelige Brötchen vom Bäcker, nicht vom Discounter, wo unter diesem Label gepresster Staub firmiert - für viele ein Luxus. Für diejenigen, die es normal finden, sich das leisten zu können, weil sie es 'sich verdienen' oder, besser noch, 'wer sind', ist das eine Frage von Schuld und Sühne. Wer arm ist, ist halt dumm, faul oder beides.

Zudem ist Armut ja gar keine, weil die nämlich so definiert wird, dass entweder die halbe Welt oder nur die am Hungertuch arm sind. Wie gut, dass es keine aussagefähigen Modelle gibt, die man nicht mit einem Satz abtun kann, um weiterhin auf den Pöbel mit seinen "Pils und Kippen" zu spucken. Auch das kann Sozialdemokratie, wie wir wissen, aber es gibt ja auch noch die Guten, die Basis, die 'Linken'; Lacher vom Band.

Es läuft, auch darauf weist der verlinkte Artikel hin. Was gern übersehen wird: Wer einmal arm ist, bleibt es auch. Da sind ein zwei Beispiele von Leuten, die es doch wieder 'geschafft haben', nur für jene ein Gegenargument, die zu doof sind für Statistik. Oder vielmehr zu borniert. Was gerade absteigt wegen Corona, wird massenhaft verarmen und arm bleiben. Willkommen im Club! Spätestens, wenn wir zu alt sind für das Hamsterrad, war's das mit den Brötchen. Das sind Gesetze, keine Auswüchse®. Ein schwarzes Loch kannst du nicht einhegen. Auch nicht, wenn alle das wollen.

 
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Die Spaßdemokraten haben neulich bereits halbgar beschlossen, dass sie jetzt, wo es verifiziert, paraphiert und ratifiziert ist, dass eine Koalition aus sogenannten Grünen, Linken und eben jenen auf Jahrzehnte hinaus keine fünfunddreißig Prozent mehr zusammenbringen wird, genau diese anstreben wollen, und zwar so lange, bis das wieder realisierbar erscheint.

Das ist schon denkwürdig bräsig und kann auch nicht mehr als wetterbedingt durchgehen, aber es geht selbstverständlich noch blöder, denn wir sind bei der Ess Pee Dee. Antreten soll damit nämlich nach dieser zerebralen Verzichtserklärung Olaf Scholz, der das selbst dann nicht wollte, wenn es ginge. Zudem hat die Paddei sich jüngst gerade selbst zerlegt, weil sie nicht wollen könnte, was die Scholzens im Sinn haben. Und was sagt die Q-Journaille dazu?

Super-Typ

"Seit der Corona-Krise ist Olaf Scholz einer der beliebtesten Politiker Deutschlands" - offenbar überwindet dieses raffinierte Ding die Blut-Hirn-Schranke. Erst bei den Probanden, dann bei dem Journaill. Ich habe heute im Radio gehört, Scholz habe in Sachen Corona Hilfen in Milliardenhöhe gewährt. Wie hat er das gemacht? Hat er das entschieden? Kommt das aus seinem Koffer? Hat er das gespendet?

Wie kann man so verblödet sein und solche Maßnahmen, an denen zwei Dutzend Instanzen beteiligt sind, ernsthaft einer Person zuordnen? Wie kann man vor allem diese Verblödung auch noch viral gehen lassen? Nuja, der Big Spender ist jetzt also Kanzlerkandidat® und will eine Regierung führen. Ist klar. Ich bin übrigens auch Kanzlerkandidat und wäre bereit, mehrere Regierungen zu führen. Und ein Feuerwehrauto. Und eine blonde Eisprinzessin.

Nackte Kaiser

Unsere Kuhmedien müssen Scholzofon, eine Figur wie aus dem Kasperletheater, jetzt nachgerade glorifizieren, denn sonst bliebe ihnen ja nur ein Blick in die Realität, der wiederum eine Lächerlichkeit dieses Szenarios offenbaren würde, in deren Schlund sie gleich mit verschwänden. Selbst die nüchterne Analyse bleibt ihnen so verwehrt, dass nämlich dieser Akt alternativlos ist und der politischen Physik, in diesem Fall einer Loser/Loser-Konstellation, folgt.

Abgesehen davon, dass die Neoliberalen/Seeheimer nach der Installation des Gesamtkunstwerks Esken/Spässken sich in ihrer Trutzburg „Fraktion“ eingeigelt haben, um wie immer das Gegenteil dessen zu tun, was eine sogenannte 'Basis' fordert, deren Ohnmacht neuerdings gar durch zwei Vorsitzende repräsentiert wird, haben beide Seiten etwas davon.

Rock'n Roll Titanic

Jeder weiß, dass Scholzens Chancen auf das angestrebte Amt so groß sind wie die eines Kindes aus einer Hartz-IV-Familie auf eine gute Schulbildung und anschließende Karriere als Topmanager. Soll er doch den Kandidaten geben, dann wird er das nächste Gesicht des Untergangs und kann anschließend die Tantiemen in der Freien Korruption Wirtschaft kassieren.

Ihm selbst kann dabei gar nichts passieren. Egal wie seine Niederlage ausfällt, niemand erwartet etwas anderes. Sollte er tatsächlich ein paar Krümel mehr abstauben als der letzte Versager, kann er das sogar als Erfolg verbuchen und anschließend die Tantiemen in der Freien Korruption Wirtschaft kassieren. Verlieren kann eigentlich ganz geil sein, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat.

 
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Gleichheit, ein schöner Gedanke. Warum? Weil sie bedeutet, dass eben niemand qua Geburt, als eingeborenes Privileg, über andere herrschen oder bestimmen darf. Mehr noch: Da Menschen gleich sind, schränkt die 'Macht' des einen systemisch die des anderen ein. Komisch, in der Praxis sieht das ganz anders aus.

Das Konzept hat eine Reihe von Webfehlern. Zunächst einmal ist der Fokus auf 'Gleichheit' schon eine Entscheidung, die zu kritisieren ist. Wenn nämlich Sinn und Zweck die Einschränkung von Herrschaft und Macht ist (Herren/Sklaven), dann ist die Alternative Selbstbestimmung. Im Gegensatz zum gern ins Gegenteil definierten Begriff "Gleichheit" ist die recht eindeutig. Ich bestimme über mich und für mich. Ich muss gefragt werden.

Hierarchien

Das Problem mit der Gleichheit besteht vor allem darin, dass sie futsch ist, wenn Macht per Stellvertretung geregelt ist. Dann ist recht fix einer da, der alle vertritt; das nennt sich dann "Diktatur" oder "Monarchie". In der Bürgerlichen Demokratie ist die Stellvertretung auf Zeit geregelt, aber kaum weniger folgenreich. Einen echten Einfluss auf die politische Organisation meines Lebens habe ich nicht.

In der "Wirtschaft" - dem Teil der Gesellschaft mit den weitreichendsten Folgen, der obendrein den größten Teil der Lebenszeit einnimmt - gibt es gleich überhaupt keine Demokratie. Es herrschen Hierarchien, Befehle ("dienstliche Anweisung") und Gehorsam sowie das Recht des Stärkeren, wo es um die Verteilung von Ressourcen geht. Gleichheit ist hier nicht vorhanden und nicht erwünscht.

Dieser Organisation stimmen die meisten der davon Betroffenen zu; insofern lässt sich auch sagen, dass Gleichheit zumindest mittelbar unerwünscht ist. Hierarchien sind zudem organisatorisch extrem effizient, wo die Mitbestimmung aller Beteiligten die Vorgänge enorm verkompliziert. Gleichheit ist also ein Hemmnis in Bezug auf die Stabilität von Systemen (Planung, Produktion, politische Vertretung).

Mach du das mal

Hier erweist sie sich als mehrschichtiges Problem: Wenn die Betroffenen eine organisatorische Hierarchie als etwas erkennen, das gut funktioniert, schließen sie daraus womöglich, dass solche Hierarchien ein Naturzustand seien – zumal, wenn ihnen das genau so souffliert wird.

Viele von ihnen mögen zudem nicht die Rolle des Entscheiders übernehmen, begrüßen also Stellvertretung und damit die Entmündigung von ihrer Selbstbestimmung. Was aber bleibt dann noch von der hehren Idee der Gleichheit und warum wird sie nicht gleich verworfen? Wie könnte dem entgegen Gleichheit doch realisiert werden?


Fortsetzung folgt ...

 
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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – eine schöne Formel und ein guter Anfang für eine Geschichte. Das erste Problem besteht freilich schon in der Frage, ob das ein Ziel sein soll oder die Voraussetzung. Als letztere taugt das nämlich nichts, und ersteres zu erreichen wäre eine immense Anstrengung. Effektiv haben sich vor allem Freiheit und Gleichheit schon bald als Behauptung etabliert und sind es bis heute geblieben.

Die Bürgerliche Gesellschaft, deren Ideale das angeblich einmal waren, ist längst als kapitalistische und ihrer Geschichte nach antikommunistische anti-egalitär. Gleichheit ist ihren Ideologen ein Greuel wie in "Gleichmacherei" oder "Ergebnisgerechtigkeit". Der Kapitalismus hat diesen Zahn schon zu Beginn ihrer Geschichte gezogen und ihn durch Konkurrenz sowie Hierarchien ersetzt.

Gleichheit? Welche Gleichheit?

Es gibt keine Gleichheit, kann auch keine geben, wie Raul Zelik treffend bemerkte: "Das Drama der bürgerlichen Gesellschaft ist ja, dass sie Gleichheits- und Freiheitsrechte postuliert, die sie aufgrund ihrer Eigentumsverhältnisse gar nicht einlösen kann." Aus der Erzählung wurde ein Drama, in seinen endlosen Wiederholungen eine Farce. Die Ungleichheit ist lediglich amtlich noch keine, da nominell vor dem Gesetz alle dieselben Rechte haben. Diese durchzusetzen, ist wiederum eine Frage extrem ungleicher Ressourcen.

Es gab einen Willen zur Gleichheit, gibt ihn noch immer, vor allem in den offiziellen Broschüren der Sozialdemokraten, aber der Wille des Menschen bestimmt ebenso wenig die Wirklichkeit wie der von Göttern. Diese schräge Übersetzung der Religionsherrschaft in die des Kapitals ist noch immer Mythologie. Es ist das System, es sind die Rahmenbedingungen, es sind die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, die Realität erzeugen.

The System ...

Will man also einen möglichst großen Einfluss auf die Ausgestaltung einer Gesellschaft haben, müssen die Rahmenbedingungen beeinflussbar sein und bleiben. Das hat nichts mit einem Willen zu tun, sondern mit Weichenstellungen, die in seltenen historischen Situationen möglich sind (Revolutionen, Nachkriegszeiten, Katastrophen).

Hier wurden in den letzten 200 Jahren fast sämtliche Chancen vertan, etwas anderes zu versuchen als wieder und wieder Kapitalismus – das System, das, einmal in Fahrt, von keiner äußeren Kraft mehr wirksam zu beeinflussen ist. Es ist schon in der Theorie verschwendete Zeit, sich mit einem Wünschdirwas wie Brüderlichkeit oder einem anderen System zu befassen, das vom Willen der Menschen bestimmt wird.

Die nächste Frage in diesem Zusammenhang ist die, ob effektive Gleichheit überhaupt möglich oder gewollt ist. Es werden Zweifel zu formulieren sein.

 
bioquakeVergangenheit ist eine "kranke deutsche Mentalität", botschaftert es es heute. Wir bräuchten mehr Freiheit in Verantwortung® Ein sehr deutscher Soldat verstirbt derweil durch Freiheit am Hindukusch. Im Amerikaland wurden tausendsoundsoviel von Duweißtschonwas dahingerafft. Eine Gurke sei schuld, hat der virologisch klügste Präsident heute verkündet, darum heißt Dingsbums ab sofort "Gurkengrippe".

Wie viele Todesopfer hat ein durchschnittlicher "Vatertag"? Nicht zu reden von Silvester oder Karneval, den Festen der Komafahrer und Amoksäufer. Wie viele Soldaten starben beim unsachgemäßen Reinigen einer überflüssigen Dienstwaffe? Wie viele Menschen werden täglich durch Viren und Bakterien geschrägt, von denen der Rest der Menschheit nie etwas erfährt? Und wozu diese Relativierungen?

Das ist ganz einfach: Gurkengrippe fka "Corona" ist erst der Anfang. Die Rettung des Journalismus liegt auf der Isolierstation und kennt erfrischend eklige Formen. Es gibt wirklich widerliche Keime, die nicht minder eklige Symptome hervorrufen, entsetzliche Todeskämpfe und höchst interessante Resistenzen. Wieso hat das bis heute kaum jemanden interessiert? Weil die Erreger der Erregung so selten mit einer Gurke assoziiert wurden.

Apokalyptische Bedrohung

In der Tat ist die Bedrohung erst als Gemüse wahrhaft apokalyptisch, allein die Gefahr von Panik oder Gewächshausschlägereien immens in einer Zeit, da das Entgegenkommen eines mit einer Gurke ausgestatteten Mitbürgers als bewaffneter Angriff gewertet werden kann - womöglich muss. Da hilft dann kein Beten mehr, dann braucht es schon mindestens ein Twitter oder mehrere Gramm Insta.

Eine Gurke kommt niemals allein, wie wir schon von den possierlichen kleinen Rudeln wissen, die durch den Wald hüpfen, aber auch Obst und Gemüse eignen sich generell als Verursacher eines grausamen Todes. Nur mindestens zweiminütiges Duschen bei mindestens siebzig Grad kann dann noch helfen. Tägliches Pasteurisieren der Familie wird daher empfohlen, zusätzlich zu einfachen Gebeten. Von Verzehr wird derweil ganz allgemein abgeraten.

Die Gurke des Tages ist also leicht bis mittelschwer mit einem durch Schnelltest nachgewiesenen Dingsbums beaufschlagt, aber "genetisch entschlüsselt", wie wir wissen. Aha. Es sind Aminosäuren, auch das noch! Meiden Sie Basenpaare! Hinter den vermeintlich zärtlichen Cousinen verbergen sich womöglich unsichtbare Killerdinger. Bleiben Sie zuhause, nehmen Sie keineswegs an Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen teil, fahren Sie nicht nach Spanien, gehen Sie nicht über "Los", behalten Sie diese Psychose, bis Sie aus dem Gefängnis freikommen.

 
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Das Regime Merkel hat ausgedient. Ich fordere die Bundeskanzlerin und ihr Marionettenkabinett des Finanzkapitals auf, sofort und bedingungslos zurückzutreten, um den Weg frei zu machen für eine echte Volksdemokratie unter einem frei bestimmten und vom ganzen Volk bestätigten Volkschef der Volksdemokratie.

Es ist ein für allemal genug mit Restriktionen und Unfreiheit für das Volk. Wenn es, wie man hört, bald keine Bananen mehr geben wird für mehr als etwa einen großen Teil regionaler Bevölkerung, wird das ein weiteres Fanal sein. Wir sind bereit zum Kampf. Wir alle. Gemeinsam. Auch in Kampfgruppen.

Es reicht

Während Flüchtlinge ohne jede Einschränkung fliehen dürfen, wohin sie wollen, ist die Bewegungsfreiheit der Volksdeutschen eingeschränkt. Jeden Morgen im Stau stehen oder an Haltestellen, an denen wir gar keine Zeit verbringen wollen. Zu 'Arbeitsplätzen' deportiert werden, zu denen wir gar nicht hin wollen, um Arbeiten zu verrichten, die wir nicht machen wollen, unter dem Befehl von Typen, die wir nicht haben wollen.

Wenn wir uns weigern, stehen wir an denselben Haltestellen, dürfen nicht einmal mehr im Stau stehen, weil wir keine Autos haben dürfen. Von den Haltestellen aus müssen wir uns zu Zeiten, zu denen wir nicht wollen, zu Behörden deportieren lassen, die wir furchtbar finden, um uns von Leuten, die wir hassen, Befehle abzuholen.

Uns wird befohlen, uns um 'Arbeitsplätze' zu bewerben, die wir nicht wollen, für einen Hungerlohn, den wir nicht akzeptieren, unter dem Befehl von Typen, die wir nicht haben wollen. Verweigern wir uns dem, werden wir zu Hunger oder Obdachlosigkeit gezwungen, weil wir für Miete und Nahrung nicht ausreichend Geld haben. Besorgen wir uns das irgendwie, so ist das eine Straftat.

Kommando Wiederstand

Wir haben nichts. Keine Häuser, keine Grundstücke, kein Vermögen. Wir werden auch niemals so etwas haben. Gefördert werden derweil Häuser, Vermögen und Grundstücke, während die Mieten dort, wo es noch 'Arbeitsplätze' gäbe, explodieren und Menschen obdachlos machen. Das ist unser Alltag. Das ist auch in Ordnung, denn man kann ja Glück (Lotto) haben und alles ändert sich.

Dass aber Flüchtlinge jetzt auch noch dabei mitmachen und wir wegen einer angeblichen "Pandemie" - einer Krankheit aus dem Ausland - Masken tragen und Abstand zu unseren Volksgenossen halten sollen, das geht zu weit. Das Regime Merkel ist ab sofort erledigt. Der Wiederstand übernimmt das Kommando. Ich bin bereit, eine führende Rolle dabei einzunehmen.

 
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Während meine Mitschüler - ich war auf einer Gutenschule, nein, eben nicht einer guten Schule, sondern in einem Wort - (Wie ich dorthin kam, ist mir selbst nicht ganz klar. Mir wurde aber sehr schnell sehr deutlich gemacht, dass ich nicht dorthin gehörte.) - während die Anderen also mit ihren Reichtümern, teuren Klamotten, Weltreisen und Statussymbolen prahlten, blieb mir nur der Konter auf der Ebene, in die man sich nicht einkaufen kann. Je nach Charakter brachte mir das glühende Verachtung oder einen gewissen Respekt ein.

Was sie selbst (noch) nicht hatten, hatten die Eltern, klar. Es war Sommer, also ging es raus aufs Gewässer. Nicht jeder konnte mit einer elterlichen Yacht prahlen, aber irgend etwas Schwimmendes hatten alle, wenigstens ein kleines Motorboot.
"Und was für ein Boot habt ihr, Erdmann?", fragte mich einer der Verächter.
"Ein Hausverbot, du Wurst.", war die betont gelangweilt intonierte Antwort.

Pff ...

Ohne Zynismus geht es nirgends, schon gar nicht auf der Schule der Doktoren-und Aktionärskinder, die es nicht hat verhindern können, dass ein paar Asis beigemischt wurden, schon wegen der Charity; man kümmerte sich ja. Meist um ausreichend Abstand, gern auch um Mobbing, was aber, wie sich herausstellte, aus dem Lacostehemd gar nicht so einfach war. Die Überlegenheit der 'sozialen' Stellung litt obendrein enorm unter einem Mangel an Bildung und Intelligenz. Für letztere konnten sie ja nichts, aber so gar nichts aus dem ehemaligen Privileg zu machen, ist dann schon ärmlich.

Sie ließen mich in Ruhe; brachte ja nichts. Auf ihre Parties war ich nicht eingeladen; machte ja nichts. Ich wollte eh nicht hin und machte mir später mit ein paar anderen Aussätzigen den Spaß, einfach trotzdem hinzugehen. Es gab meist großzügige Getränkespenden, wenn wir nicht lange blieben.

Try harder

Niemand kann behaupten, ich hätte mich nicht um Völker-, äh, Klassenverständigung bemüht. Nur das mit den Regeln ging mir nicht so ein. Das war irgendwie nach Dynastie eingeteilt, ich hätte mir aber schon gar nicht merken können, welcher Vater die längere Yacht und den dickeren Porsche hatte, und mit zwei Krokodilen auf dem hässlichen Poloshirt war man schließlich auch nix Besseres.

Aus heutiger Sicht finde ich diese Form vom Diskriminierung geil. Wenn es sonst nichts gab, worüber man sich hätte amüsieren können, reichte die einfache Annäherung an ein Exemplar dieser Charge, die nicht mal wusste, wie das mit dem Dissen funktioniert. Eine Ahnung bekamen sie dann und wann, wenn sie versuchten, zu mir aufzuschauen, um eine wichtige Erfahrung zu machen: Arroganz sieht nur von unten so aus.

 
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R.I.P.

 
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Einen nicht ganz uninteressanten Aspekt der Funktionsweise 'Sozialer Medien' benennt Peter Mühlbauer auf Telepolis. Er weist darauf hin, dass die Objekte von Shitstorms die Rolle moderner Sündenböcke einnehmen und dass dieser Vorgang wiederum stets mehr fordert: mehr Opfer, mehr Ritual, mehr Wiederholungen.

Dass das arme Dopamin für die dem zugrundeliegende Aufmerksamkeits-Ökonomie herhalten muss, ist freilich zweifelhaft. Immer Dopamin, der einzige Neurotransmitter, den das Abendland kennt, denn dafür haben wir ja Ritalin! Dabei gibt es doch noch so viele Schönheiten aus den Urzeiten der Stoffwechsler, wie etwa Noradrenalin, GABA, Serotonin und Glutamat. Von Hormonen mal ganz zu schweigen. Nein, ich bin dagegen. Lasst das Dopamin mal in Ruhe!

Das große Ritual

Die Analyse der Rolle des Opfers - leicht zu verwechseln mit der Opferrolle - in diesem Zusammenhang ist sehr lobenswert. Opfer erfordert Opfer, und zwar nicht nur wegens Rache, sondern weil es eben Teil eines Rituals ist, einer Ritualität quasi, die kein Ende finden kann. Die Funktion dient keinem Sinn, Zweck oder Ziel, sondern sie ist Selbstbezug und stiftet die Identität sowohl des Opfers als auch derjenigen, die am Ritual des Opferns teilnehmen.

Das Opfer als solches hat aber noch eine wichtigere Funktion, und zwar in der Rolle des Märtyrers. Dieser ist in den Religionen klassischerweise jemand, der für seine Religion im Kampf stirbt oder sich willentlich opfert. Diese Struktur finden wir heute bei den Posern, die sich zu Helden des Widerstands verklären oder von unschuldigen Opfern der falschen Macht faseln, der Unterwerfung durch das Böse.

Bisher kannten wir das reichlich von Faschisten, deren Nähe zur Mythologie auch hierin Ausdruck findet: Die Helden des Nationalen Widerstands, die sich in einen Krieg fürs Vaterland hinein halluzinieren, für das zu fallen ihnen die größte Ehre wäre (so lange nicht wirklich wer auf sie schießt). In Zeiten einer den mythischen ähnlichen Gefahr (unsichtbar, aber tödlich) bedienen sich ebenso Pseudolinke oder andere, die es nicht so mit der Rationalität haben, desselben Brimboriums.

Wiederstand!!¹1!!

Da wird ein Oligarch zum Weltherrscher, eine medizinische Maßnahme zur Roboterisierung der Menschheit, gleich die ganze Spezies zum Opfer, und ein paar unbeugsame nutzen unter dem Schutz der Meinungsfreiheit die Massenmedien des Internets für einen vermeintlichen Kampf gegen Zwang und Zensur. Dabei riskieren sie zwar nicht einmal die Kollision mit einem Windmühlenflügel, aber irgendwie macht sie das eben zu Kämpfern, deren Schicksal bekanntlich das des Helden oder Märtyrers ist, je nach Ausgang der epischen Schlacht um den Twitter-Thread.

Dabei muss alles groß sein, verdammt groß, sonst sieht es ja keiner. So wie in Filmen nur noch Massen von Superhelden und immer matschigere Zombies als Kulturgut gelten, muss es schon Armageddon sein oder wenigstens Holocaust. Wer Maske trägt, ist gezeichnet für den Abtransport in die Hölle der automatisierten Sklaverei. Das meinen sie ernst. Da wir jetzt wissen, wie das geht, können wir eigentlich in die Realität zurückkehren. Die ist auch so nicht lustig.

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