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Best of 12/2013-02/2021
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Best of 2005-2013

 
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Wenn religiöse Fanatiker einmal die Methoden und den Weg zur Erlangung des Seelenheils festgelegt haben, gilt das als unveränderliches Schicksal. Die Vokabel "alternativlos" entstammt dieser Geisteshaltung und ist im politischen Betrieb so erfolgreich, weil sie beides bedient: religiösen Wahn und bedingungslose Verteidigung der Herrschaft.

Nur Religion marschiert so unbeirrt ins Verderben und so ungerührt über Leichen. Es muss so sein, es kann nicht anders. Es ist Gottes Fügung (oder die des Marktes, des Führers oder der Westlichen Wertegemeinschaft). Das macht in derselben Weise Juden, Arbeitslose und Russen zu Parasiten, mit denen man jeden Kontakt meidet und, wo das nicht reicht, sie vernichtet.

TINA

Der Kern des aktuellen Credos des Westens ist die Sanktion, wie begrifflich passend! Egal, wen man hört oder liest aus den Propagandaabteilungen der Atlantiker, in allen(!) Texten werden die Sanktionen ob des Krieges wie ein Naturgesetz dargestellt. Als tue sich die Erde auf, wenn man über Alternativen auch nur nachdenkt, und damit diese auch unmöglich bleiben, wird selbst der Dialog mit dem Feind, dem Dämon, unter Acht und Bann gestellt.

Flankiert wird das hier und da, wo der Übereifer auf komplette Inkompetenz trifft, mit der Behauptung von Zusammenhängen. Die Sanktionen würden als Strafe gegen kriegerische Handlungen verhängt, besser noch: Sie würden aufgehoben, sobald diese Handlungen stoppen. Das Problem solcher Behauptungen ist nicht, dass sie nachweisbar gelogen sind und Sanktionen einem ganz anderen Zweck dienen. Das Problem ist, dass jede Begründung ihr religiöses Fundament untergräbt.

Ultima Ratio

Die Abkehr von den Anteilen der Vernunft, die einmal die abendländische Kultur mit geprägt hat, folgt der verdrängten Einsicht des Kontrollverlusts. Gefühle von Ohnmacht, narzisstische Kränkung, wo der Wertewesten nach dem Überschreiten des Zenits in die rasende Talfahrt übergeht. Die Welt gehört uns nicht mehr. Rohstoffe, Ansprüche, Arbeitssklaven entziehen sich unserer Herrschaft.

Die Führer der Freienwelt reagieren mit kindischer Wut. Sie schlagen um sich, unterdrücken, überwachen. Beispiel: Der Hanswurst im Wirtschaftsministerium dementiert schon einmal, dass bald die Energiepolizei auf der Matte steht, wenn du dich nicht ans Spardiktat der Kriegswirtschaft hältst. Von der Übernahme von Warmmieten für Sozialschmarotzer ist da noch gar keine Rede. Die andere grüne Uschi bat jüngst sogar um "Volksaufstände", um ihren Katechismus zu korrigieren. Nun, das ist akzeptabel.

 
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Todd und Geufel sitzen wie jeden Freitag am Ufer des Flusses und schauen Leichen beim Vorbeitreiben zu.

Sag mal Geufel, bist du wieder am Lüften oder was?

Mann, bist du jetzt auch so eine Pussy? Kaum schlägt das von deiner tollen Spezies aufgebrühte Klima mal lau zu, fangt ihr an zu maunzen.

Ich frag doch nur. Das riecht so schweflig. Aber apropos Pussy: Unser Redakteur, der ist ja auch ganz schön fett geworden, oder?

Wieso jetzt? Eigentlich ist der doch ganz gut in Schuss für altes weißes Fleisch.

Nein, ich meine: Der ist faul wie ein Schwein. Meint wohl, der hat es nicht mehr nötig, mit den Millionen an Tantiemen und seinem neuen Reichtum.

Ja richtig, der Podcast hat wohl auch Pause. Aber vielleicht ist da einfach mal Sommerpäuschen? Und was hat das eigentlich mit Pussies zu tun?

Na seine Leute da, die Fanboys und Fußtruppen, ist dir da nichts aufgefallen?

Nö, sag an. Ist denn mit denen?

Die gucken auch nur noch Bilder. Musst du mal durchzählen: Fahrrad drei Kommentare, Rebers zwei Kommentare, Schrauben null Kommentare, Katzenbabys zweiundvierzig. Katzenbabys. Echt jetzt? Müssen wir in Zukunft dauernd Katzenbabys gucken? Was kommt als Nächstes?

Ich wäre ja für die anderen, wie bei dem mit den Fußnägeln.

Die anderen was?

Na Pussies. Hot pussy, cold pussy, wet pussy, smelly pussy und so fort.

Ach so, das. Zuzutrauen wär's ihm. Aber wenn die eh alle schon stöhnen und es so heiß ist, brauchen sie das nicht. Ich mag sie eigentlich auch so.

Wie, "so"?

So träge. Wenn sie rumhängen wie nasse Säcke. Dann machen sie weniger von diesem abartigen Blödsinn. Arbeit und so. Die schöne Natur in hässliche Dinge umwandeln. Was sie halt sonst so machen, die Arschlöcher.

Na hör mal, das ist deine Schöpfung.

Ich weiß. Hätte ich mal das Klo zuerst erfunden. Egal, lass es uns genießen, der Winter wird kalt.

Das kannst du laut sagen.

Ich schätze, dann wirst du mal so richtig durchlüften.

Ich fürchte auch.

Ist noch dieses Schalker Bier da?

In der Kühltasche, nimm dir. Und lass mal unsere Fußballer in Ruhe, das war echt ein mieser Zug.

Geht klar Mann, war nur ein kleiner Scherz.

Ich mache ja auch nicht deinen Job.

Ja ja, ich sag doch: Geht klar. Prost!

Zum Wohle!

 

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Ein kleiner Hinweis zur Einordnung internationaler Ereignisse, Beziehungen und außenpolitischer Kompetenz aus deutscher Sicht von Andreas Rebers. Ich empfehle die ersten drei Minuten. Klick aufs Pic führt zu Youtube.

 
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"Die einzig wahrhafte Kraft gegen das Prinzip von Auschwitz wäre Autonomie, wenn ich den Kantischen Ausdruck verwenden darf; die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen."

Letzteres ist das entscheidende Wort von Adorno. Aber es zeigt sich, dass kaum je wer aufsteht und sich gegen den Konsens wendet. Die Zeiten, in denen jeder ins Internet ergießen kann, was ihm beliebt, haben wohl dazu geführt, dass welche immer und überall ihre Agenda verbreiten und das für Widerstand halten. Oben stehen aber noch andere Anforderungen wie "Reflexion". Ich erweitere das gern auf Reflexivität, was bedeutet, dass man die Anforderungen an andere zuerst selbst erfüllen muss und die Regeln, die dabei gelten, auch selbst beachten.

Nicht mitmachen, vor allem nicht mitmeinen, in dem Zirkel, in dem man sich bewegt, unter denen, denen man zumeist zustimmt. Wie sonst soll Diskurs funktionieren, wenn es nicht darum geht, was ist? Wenn es nur noch darum geht, was alle meinen sollen? Diskurs, wo er gelingt, ist keine Konsensmaschine. Das Gegenteil des Nicht-Mitmachens ist das Rechthaben gegenüber Dritten, von denen man am besten noch ein Zerrbild malt. Wo das auf höchster Ebene (Regierungen, Massenmedien) geschieht, ist es Propaganda. Diese dient sich jedem beliebigen Zweck an, am Ende immer auch Mord und Totschlag.

Diktatur der Mittelschichtsmitmacher

Ich schrieb heute zu den Jubelveranstaltungen rund um den unfähigsten Außenminister, den die BRD je hatte: "Ein einziges Geschleime, dümmste Affirmation, kurz: Propaganda eben. Es brauchte diesen Krieg ja nicht, um auf das Niveau abzusinken, aber seitdem überbieten sich die Speichellecker eben in den demütigsten Inszenierungen. Alles ohne Druck. Demokratie halt. Der Plebs, der demnächst seine Tuberkulose in den Wärmenzelten teilt, wird ebenso wenig gefragt wie der Rest der Mehrheit, der sich angewidert abgewendet hat.

Das ist die letzte und wichtigste Lehre aus Orwell: Um die Macht zu erhalten, brauchst du nur eine kleine, mäßig privilegierte und gut kontrollierte Minderheit. Dass es eine Diktatur ist, ist das am wenigsten relevante Detail. Man weiß ja auch gar nicht, ob der Große Bruder überhaupt existiert. Es kann genauso gut ein Computer sein, der die Befehle mit dem Zufallsgenerator erzeugt."

Realität ist eine Meinung

Auch hier das Gegenteil des oben Geforderten: Unbedingte Bestätigung der Peergroup, Ignoranz gegen das, was ist, und statt wissenschaftlicher Weltsicht ein Konsens über das, was Wahrheit zu sein hat. Der Inhalt ist austauschbar; es geht nur darum, wer die Handelnden sind, welchen Status sie haben und wer Recht hat. Die Abweichler sind Barbaren und ihre vermeintlichen Führer Dämonen. Von denen weiß man immer, dass sie Übles wollen. Alles andere ist irrelevant.

Dem trägt die Entwicklung einer Bildung zu, die man sich schnell in der Tasse anrührt und die komplexes Wissen durch vermeintliche Aktualität ersetzt. Man muss sich nur sogenannte Suchmaschinen anschauen. Ein paar Jahre lang konnte, wer es konnte, damit Informationen finden. Inzwischen wird man in Irrelevanz ersäuft. Und selbst, was sich Lexikon nennt und einmal gedrucktes Standardwerk war, ist inzwischen tendenziös und schlampig recherchiert. Das Gute daran: Jeder kann auf diesem Niveau mitreden. Das Schlechte: Jeder kann auf diesem Niveau mitreden.

 
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Ist das Futur zwei? Oder anders: Woran erkennt man einen Radprofi, der dopt? Er trägt eine Startnummer. Hat sich etwas geändert in den letzten 15 Jahren? Lesen wir kurz nach:

"Wie ich bereits in meiner Serie zum Doping im Radsport ausgeführt habe, ist die Zerlegung des Problems in immer neue "Einzelfälle" an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Aktuell ist es Sinkewitz, der erwischt wurde, was wiederum ARD und ZDF zu einem scheinheiligen Ausstieg aus der Berichterstattung bewegt.

Es schickt sich mit Valverde gerade jemand an, die Tour de France zu gewinnen, der ein guter Kunde bei Fuentes war und somit beweisbar gedopt hat. Aber auch das ist ein Einzelfall, der nicht ins Gewicht fallen sollte. Die Heuchelei hat mit der hundertsten Auflage des “sauberen” Radsports einen weiteren Alpenpaß der Bigotterie im Visier. Das T-Mobile-Team war schon wieder sauber. Es ist sehr zu begrüßen, daß sie so schnell auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind, denn nur so bewegt sich die Szene millimeterweise auf die unumgängliche Wahrheit zu: Alle dopen, und Doping ist unvermeidlich.

Die unmoralische Lösung

Ceterum censeo: Laßt sie dopen! Die Abwehrschlachten gegen leistungssteigernde Mittel sind ähnlich dumm wie weiland der Versuch, Spitzensportler als Amateure zu halten. Die Frage kann nicht mehr sein, wie man Doping verhindert. Wenn man die bereits eingetretene totale Unglaubwürdigkeit rückgängig machen will, wenn nicht nur noch diejenigen in den Siegerlisten stehen sollen, die zufällig nicht erwischt wurden, gibt es nur eine Möglichkeit: Eine Liste erlaubter leistungssteigernder Mittel, die verbotenes Doping unattraktiv machen. Und wenn man schon dabei ist, etwas zu verändern, sollte man alle diejenigen rausschmeißen, die seit Jahren und Jahrzehnten mit ihrer Dummheit und Heuchelei den Sport ruiniert haben. Fangt am besten mit dem Vollhorst Scharping an. Er ist das Paradebeispiel für einen, bei dem auch Hirndoping nicht mehr hilft."

Okay, Scharping zeckt sich nicht mehr bei beliebten Profis wie Jan Ullrich ein, um sie zu bespucken, sobald der Glanz verflogen ist. Das machen aber weiterhin fröhlich die Wegglotzer vom Fernsehen und alle anderen, die von den aktuell rollenden Apotheken profitieren. Die Geier kreisen müde derzeit. Wenn es aber soweit ist, werden dieselben Schleimer, die heute jubeln, es einmal mehr schon immer gewusst haben und in ihrer blöden Enttäuschung den Lynchmob anführen.

 
Es reicht! Aus Hass auf die Freiheit will Putin die Ukraine vernichten. Es geht ihm um Vernichtung, selbst von Kindern. Jetzt haben ukrainische Quellen seine jüngsten Pläne aufgedeckt:

 
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"Libertykitty" heißt diese zauberhafte Wesen. Sie soll bei lebendigem Leibe verbrannt und gehäutet werden.
 
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Kater "Peacy" will er in einen Fleischwolf stecken, der ihn langsam zermalmt.
 
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Für Kätzchen "Diversity" hat er sich etwas Besonderes ausgedacht: Es soll auf dem Marktplatz einer zerstörten Stadt gekreuzigt werden. Danach will er sich die Babys im Baltikum vornehmen. Wer würde mit einem solchen Scheusal verhandeln?

 
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Nicht zufällig ist identitäres Gedankengut eng mit Moral verflochten. Die Guten und die Bösen haben feste Rollen, die schwarze Lesbe ist heilig, der alte weiße Hetero per se ein Verbrecher – oder umgekehrt. Wenn sich dieser ideologische Stuss ins Strafrecht ergießt, so zeigt Thomas Fischer implizit auf, mündet das in faschistoide Willkür.

Es geht wie so oft um den pseudolinken Sexismus der protestantischen Mittelschicht. Die Sexsucht ist dieselbe wie zuvor bei der katholischen Variante: Wo früher alles Sexuelle aufgespürt und unterdrückt werden musste, wird heute wieder aufgespürt, vermessen, benannt und bewertet. Dabei soll alles früher Normale abgewertet und jetzt auch kriminalisiert werden.

Schmutzige Sünde

Es sei besonders sündig, verwerflich, schuldhaft, was mit Sexualität zu tun hat, sofern man es insgesamt als falsch, konkret: strafwürdig erkannt hat. Ganz gleich, ob es dabei überhaupt mit sexuellen Handlungen zu tun hat, geht es um Gedanken, Motive. Klar: Es geht darum, die Bösen (Männer, Heteros) härter zu bestrafen. Fischer weist zunächst auf eine wohl nicht bedachte Konsequenz hin:

"Die weitaus meisten Gewalttaten werden von Männern gegen Männer begangen und sind vielfach ebenfalls »geschlechtsspezifisch«."

Wie immer haben die Identitären keinen Schimmer von den Konsequenzen ihrer Ideologie. Sie meinen es gut mit den Guten, also schreiben sie es auf. Wie schon die Religiosität ihres Ansatzes ist auch ihr Verständnis vom Rechtsstaat bestenfalls mittelalterlich. Die Beurteilung der Tat wird von den handelnden Personen abhängig gemacht:

"Denn einerseits ist der Mensch als Opfer von Straftaten vor dem Gesetz nicht qualitativ unterschiedlich, je nachdem, ob einem seine Person passt oder nicht."

Fischer nennt die eingangs erwähnte Moralisierung des Strafrechts "Nebel-werfende Klientel- und Schaufenster-Gesetzgebung" und stellt fest: "Sie überträgt gesellschaftliche »Stimmung« und segmentarische Moralen ungefiltert in strafgesetzliche Regeln." Es handelt sich um Willkür, die schichtspezifische ideologische Moden ins Recht gießt, nach dem Motto: Die Rechtskultur interessiert uns nicht, wir bekämpfen das Böse.

Sexuelle Scharia

Worauf das hinausläuft, ist klar:
"Würde vorgeschlagen, die Strafgerichte sollten künftig »insbesondere staatskritische, antinationale und sonstige schädliche Beweggründe« beachten, würden wohl die meisten zu Recht meinen, das Ende des Rechtsstaats stehe bevor."

Ja, das würde dieselbe Klientel, die sich da bedient, mit größtem Furor ablehnen – weil sie nicht kapiert, dass die Axt, mit der sie im Recht herumfuhrwerkt, dieselbe ist. Sie haben absolut nichts mehr am Zettel mit Gleichheit. Für sie hat jeder Mensch einen speziellen Wert, der mithilfe ihrer Moral ermittelt wird. Dass man das auch mit anderen, ebenso willkürlichen Werten besetzen kann, kommt ihnen nicht in den Sinn.

Fischer lehnt das erwartungsgemäß ab und begründet süffisant:

"Schon um den Eindruck zu vermeiden, dass die Effekte symbolischer Klientelbedienung einem wichtiger seien als die Rationalität der Rechtsbegründung."

Die Wirklichkeit ist noch viel trüber, denn wie gesagt erkennt diese Charge weder eine symbolische Klientelbedienung, noch ist ihnen die Rationalität der Rechtsbegründung intellektuell zugänglich. Wo Moral die Handlungen bestimmt, ist Rationalität abgemeldet. Sie wird vollständig ersetzt durch Rationalisierungen, was zwar ähnlich klingt, aber das Gegenteil bedeutet.

 
Russland hat eine verdammt große Kampfkraft, viel mehr als die Ukrainer. Und die Ukrainer haben keine Chance, die Russen jemals zu zerstören oder zu besiegen. (…) Die Ukrainer werden niemals genug Kampfkraft haben, um die Russen aus der Ukraine zu vertreiben.

Stephen Twitty, Putinist

Original: "Russia has a hell of a lot of combat power, much more than the Ukrainians. And there is no way the Ukrainians will ever destroy or defeat the Russians. And I will say more, the Ukrainians will never have enough combat power to drive the Russians out of Ukraine."

Die Lieferung von Waffen an die Ukraine ist Beihilfe zum Massenmord.

 
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Es gibt gute und böse Angriffskriege und gute und böse Diktaturen. Gute Angriffskriege sind zum Beispiel die gegen Afghanistan, Irak, die Kurdengebiete, Jemen, Libyen und Jugoslawien. Gute Autokratien sind zum Beispiel die Türkei, Katar, Saudi-Arabien, Aserbaidschan und Ägypten. In der jüngsten Geschichte kommen noch dutzende, vor allem faschistische Diktaturen und Juntas, dazu (Südamerika, Afrika, Spanien, Griechenland).

Böse Angriffskriege aktuell: Ukraine. Böse Autokraten: Putin (legal gewählt, bestätigt und beliebt, aber dämonisch), Assad, Lukaschenko.

Was sind jetzt genau die Unterschiede? Wie lauten die Kriterien? Für Sanktionen gegen Russland reichte es aus, dass angeblich ein Giftanschlag auf einen Oppositionellen stattgefunden hatte. Im Falle Saudi-Arabiens, einer islamistischen Steinzeitautokratie, lässt man die Zerstückelung eines Journalisten unsanktioniert. Wie kann man angesichts solcher Fakten leugnen, dass 'Sanktionen' Teil des amerikanischen Wirtschaftskriegs sind, wie er strategisch ausdrücklich in den Planspielen der RAND-Corporation, Stratfor und anderer Think-Tanks entworfen wurde?

Ökonomie mit anderen Mitteln

Man muss das zunächst einmal zur Kenntnis nehmen, weil es auch nie anders war. Die USA haben seit ihrem Bestehen ein rücksichtsloses Kapitalregime geführt und ihr Militär stets im Interesse ihres Kapitals eingesetzt. Während ihre Armee noch die Wehrmacht bekämpfte, kooperierten deutsches und amerikanisches Kapital weiterhin äußerst fruchtbar.

Nach einer kurzen Irritation (Morgenthau-Plan) haben sie daran angeknüpft, wenn auch unter klarer Führung und Befehlsgewalt der USA. Die IG Farben, Weltkonzern und treuer Partner des amerikanischen Kapitals, wurde zwar zerschlagen, aber ihre Nachfolger blieben Partner und die BRD als Staat wurde der amerikanische Brückenkopf in Europa – wirtschaftlich wie militärisch.

Daraus konnte sich die BRD auch nach dem Anschluss der DDR nicht lösen. Vielmehr haben die USA sämtliche 'Bündnispartner' so in ihre Netzwerke eingebunden, dass die politischen Funktionseliten in Europa längst US-Interessen auch gegen die der eigenen Bevölkerungen durchsetzen.

Dazu bedarf es des inzwischen völlig maroden und unhaltbaren Narrativs einer 'Wertegemeinschaft' – mit Mördern, Potentaten und Kriegstreibern, sofern es eben nützliche sind. Irgendwie dient dann jede Schweinerei, von Krieg über Mord bis zur Folter, Freiheit und Menschenrechten.

Intellektuelle Implosion

Aktuell werden wir von einer Riege Abhängiger regiert, die dieses Narrativ in dümmstes Geplapper einbindet, mit dem offensichtlich hirnrissige Entscheidungen begründet werden. Da ist der Bösewicht, der Freiheit hasst und deshalb Länder überfällt. Mit dem darf man nichts mehr zu tun haben, aber er muss gefälligst seine Zusagen einhalten. Das ist kein Narrativ mehr, das sind blanke Wahnideen.

Das Einzige, das bleibt, ist die Verachtung für alle, die es innerhalb der Hierarchien des Endzeitkapitalismus nicht in den sicheren Hafen geschafft haben. Heizung runterdrehen, am Brot sparen, unters Existenzminimum gejocht werden. Diese Gesellschaft ist unrettbar zerstört.

Die Konditionierung, in sogenannten "Wahlen" noch die eigene Unterdrückung als Demokratie zu legitimieren, funktioniert auch nicht mehr wirklich. Wir müssen jetzt gut aufpassen, dass wir die Aufrührer unschädlich machen, die im Sinne Putins und anderer dunkler Mächte die Situation ausnutzen und Chaos stiften wollen.

 
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Vor vielen Jahren schlug ich einmal vor, die Erbschaftssteuer auf 100% zu erhöhen. Man könne ja schöne hohe Freibeträge lassen, die für ein Leben reichen, damit die faulen Säcke, die von ihrer Erbschaft leben, weiterhin leistungslos herumlungern können. Aber selbst das ist im Kapitalismus natürlich schon Linksextremismus, der eingeknastet gehört.

Stattdessen hört man sogar seit Jahren nichts mehr von einer Vermögenssteuer. Die Propaganda der INSM und ihrer Repeater hat ja beschlossen und verkündet, dass sich das nicht lohnt – bei obszön wachsenden Vermögen in obszönen Höhen. Außerdem wäre das Doppelbesteuerung wie bei sonst nur den Renten. Geht gar nicht. Ja, und auch diese Kapitalertrags- oder Aktiensteuern, da darf man nicht so brutal sein und das belasten wie mittlere Einkommen. Dann scheut nämlich das Reh und weint aus großen dunklen Augen.

Das arme Tierchen

Die Sozialdemokratie, die längst die Optimierung ihrer eigenen Lebenslüge darstellt, schützt das Kapital vor solchen Anschlägen. So wie die Grünen es vor Umweltstandards und Lumpenpazifisten schützen, die FDP vor Sinn und Verstand und die CDU vor der Aufklärung (Der Leib Christi!). Ich wäre gern ein Kapital in Deutschland. Am liebsten im Schlafsaal bei der SPD.

Das, was derweil noch irgendwie politisch provokant auftritt, ist aus derselben Mittelschicht wie alle anderen Funktionsmöbel und nervt die Alten (Ü30) und Uralten (Ü31) mit identitärem Dung. Jesus war eine Fummeltranse und der Wert des Menschen bemisst sich neben seinen sexuellen Irritationen an seiner Hautfarbe. Religiöser Sexismus statt Politischer Ökonomie – friss das, SDS!

Wie gut, dass wir jetzt diesen Krieg haben. Da kann jeder auf der richtigen Seite (gegen den Bolschewiken) stehen, und die Flüchtlinge sind endlich mal weiß und gut genährt. Wir, die Guten aus NATO und EU, werden zwar selbst immer ärmer, aber das heißt ja nicht, dass wir Minderrassische einladen. Wir sparen und frieren jetzt für den Sieg, beschweren uns nicht und bleiben unter uns. Friss das, Jugend: Die Richtung im Rassismus bestimmt immer noch, wer die Kapelle bezahlt.

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