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Die Taliban wollen eigentlich auch nur Moped fahren. Coole Klamotten, Moped, und so eine coole Kalaschnikow macht auch reichlich was her. Ach ja, und ein Handy ist auch klasse. Damit haben wir sie jetzt auch bei den Eiern, denn Handy ohne Netz ist scheiße, also brauchen sie Zivilisation.

Nun haben die Chinesen schon Kontakt über Kanäle und diese Kanalkontakte offenbar genutzt. Das gilt als womöglich wahrscheinlich. Ihr gebt uns was von euren komischen Metallen, dafür kriegt ihr ein prima Funknetz. Die Chinesen waren nie Feinde, das nutzen sie jetzt aus. Perfide Strategie, findet der NATO-Meinungshaber. Machen sich einfach keine militärischen Feinde und profitieren noch davon. Das geht gar nicht!

Freunde der Feindesfreunde

Der Russe ist zwar auch so ein alter Feind, aber das wissen nur die Taliban-Opas, und das sind eh die, denen das Gepose und Getue der Jungkoranschüler auf den Sack geht. Immer haben die was zu nörgeln, also hört man denen nicht zu. Außerdem hat das prima funktioniert mit dem Dope und ähnlichen Geschäften, da kann man auch mit den Russen ein bisschen mauscheln. Dieser Putin, wir haben es schon immer gewusst.

Dann sind da die Amis, Islam- und Intimfeind Nummer eins. Was genau wollten die noch in Geröll und Hindukusch? Man weiß es nicht mehr. Zwanzig Jahre blöd rumlaufen, Leute nerven, Hochzeitsgesellschaften sprengen und sich Feinde machen. Ah, vielleicht war es ja das – sich Feinde machen. Aber wie profitiert man davon jetzt bloß?

Am unteren Ende der Nahrungskette ist das Habitat der Vasallen. Der bedingungslos Solidarischen. Womit waren sie noch solidarisch? Mit Brunnen? Freiheit? Ehre und Treue? Na jedenfalls sind das diejenigen, die nicht einmal die Absicht haben, zu profitieren – was vielleicht auch besser ist. Denn alles, was sie aus Absicht tun, geht irgendwie nach hinten los.

Immer wieder gern

Blöd nur, dass von diesen treudoofen Allzeitdilettanten mal wieder Menschenleben abhängen. Tzia, Freunde, wenn ihr euch auf die Deutschen verlasst, seid ihr echt völlig und endgültig gearscht. Irgendwer ruft euch an, ihr sollt zum Flughafen kommen, da ist dann aber keiner, der euch reinlässt. "Kommt morgen wieder", heißt es dann. Oder ihr seid gleich ganz raus. Viel Glück, Leute!

Ehre, Treue, viel Feind und viel Ehr’, das braucht der Landser. Sonst niemand. Wer in Deutschland wollte diesen Krieg? Wer wollte das zwanzig Jahre lang? Wer hat seine Genehmigung dazu gegeben, dort tausende Menschen für einen grotesken brutalen Schwachsinn auszubeuten und sie dann den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen? Und wer wählt diese Arschlöcher demnächst schon wieder?

 
Bisken Eigenwerbung: Bei Keine Ahnung geht's weiter mit Fake News und dem Fall Klaas Relotius.

 
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Und nach D.C. selbstverständlich. Aus gegebenem Anlass wiederhole ich mich schon zum dritten Mal seit 2008. Hätte man doch bloß wen gefragt, … hat man ja, aber die Falschen:

Angesichts der Mehrfachverwendung des Spitzennützlings Eckart von Klaeden erfolgt eine erweiterte Viertverwertung meines ersten Artikels über ihn vor dreizehn Jahren. Der stramme Atlantiker hat sich nicht nur einen Namen gemacht, indem er für einen ewigen Krieg in Afghanistan trommelte, sondern vor allem als Lobbyist, zuletzt in der Diesel-Affäre. Sein Bruder ist derweil Cheflobbyist bei Springer. Ich zitiere mich:

Bis zum Endsieg

Wo ist hier bloß der Ausgang? Ein neues lustiges Spiel der willigen Feuerwehr geht so: Man geht mit einem großen Kanister Brandbeschleuniger in ein Gebäude, in dem ein kleiner Schwelbrand ausgebrochen ist. Der Kanister wird vollständig am Brandherd entleert. Das Gebäude darf nicht durch den Eingang verlassen werden. Sodann sucht man nach einem Notausgang. Wenn dieser sich nicht findet, schickt man mehr Leute hinein und berät, wie man sie wieder hinaus bekommt. Für jeden, der das nicht überlebt, werden zwei neue hineingeschickt.

So blöd ist nicht mal die freiwillige Feuerwehr Eifel-Südost morgens um 5 nach der Frühjahrskirmes. Deutsche Strategen und ihre Freunde von der Achse der guten Hoffnung sehr wohl. Während CSU-Ramsauer sich immerhin erfolglos Gedanken gemacht hatte, steht das außenpolitische Großgenie von Klaeden vor der Tür und sieht zu, dass keiner sich feige aus dem kollabierenden Haus macht:

Von Bagdad nach Kabul

"Die einzige Rückzugsstrategie, die wir haben, ist unser Erfolg in Afghanistan", sagt von Klaeden.
Ersetzen Sie "Afghanistan" durch "Stalingrad", und Sie erkennen die überlegene militärische Haltung, die sich da offenbart.
"Aber erst wenn Afghanistan über selbsttragende Stabilität verfügt, können die Truppen abgezogen werden";
"Wenn wir die Menschen in Afghanistan wieder wie nach dem Abzug der Sowjets im Jahr 1989 im Stich lassen, wären die Gefahren für unsere Sicherheit noch weit größer als vor dem 11. September 2001."

Vergessen wir einen Moment die grammatikalische und historische Verwirrung, die der Mann da stiftet – "wir" haben nicht mit den Sowjets gekämpft oder jemanden im Stich gelassen, "wir" haben die Mudschahedin unterstützt und gepäppelt. Das Volk war "uns", dem Westen, wurscht, "wir" wollten um jeden Preis die Sowjets loswerden. Das hat auch prima geklappt.

Was stimmt: Seitdem die Russen abgezogen sind, in den letzten 20 30 33 Jahren also, ist Afghanistan instabil. So wie Dutzende anderer Staaten und Gebiete anderswo. In Afghanistan sollte "Ordnung geschaffen" werden. Wie, mit wem, was, das sind Fragen, die "wir" mit einem Achselzucken beantwortet haben.

Von Klaeden weiß, dass die Terroristen aus Afghanistan kommen. Sie kommen zu uns und töten uns alle, wie schon am Dooms Day 2001. Das hat ihm der Teufel verraten, und den treibt er uns aus. Wenn nur ein verwirrter bayerischer Parteifreund öffentlich darüber nachdenkt, ob es denn auch ein Ende des Krieges geben darf, liest er ihm die Leviten.

Der Lobbyist

Dieser hanebüchene Irrsinn ist für jeden Verstand, der noch ein "Ping" absetzen kann, so unzugänglich, dass mir jede Idee für eine Analyse fehlt. Vielleicht ist von Klaeden ein Gnostiker, der durch ein Wurmloch ins 20. Jahrhundert gekrabbelt ist und dort spontan mit einer Krawatte fusionierte. Der wohl untalentierteste Außenpolitiker seit Carl Ranseyer versucht seit seiner Erweckung, das "Wir" in uns allen als Erlösung aus dem "Ich" virtuos in politische Ahnunglosigkeit zu transformieren. Das gelingt ihm so unnachahmlich, dass er das Zeug zum Guru hat. Muss er aber als Abgeordneter und Funktionär der Politeska wirklich öffentlich zitiert werden? Ich hätte da eine bessere Idee:

Gebt dem Mann eine Insel, auf der er mit Zombies seinesgleichen den Hirntod bei intakten Körperfunktionen zelebrieren kann, lasst ihn teure Nahrungsmittel und saubere Luft verbrauchen, aber verschont mich doch mit seinem unerträglichen Gelalle, BITTE!

Reichlich Arbeit

Eckart von Klaeden ist im Vorstand der "Atlantikbrücke", Mitglied im Beirat der "Atlantischen Initiative" und ehemaliges Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, also in denselben Zirkeln wie die führenden Grünen. Die FR meinte 2013, er wechsele "aus dem Zentrum der Macht zu Daimler", da hat wohl wer etwas verwechselt. (Zitat 1 Ende)

Klaedens Vorgänger bei Daimler ist der Diplomat Martin Jäger. Er kam aus dem Auswärtigen Amt. Jäger war Sprecher von Frank-Walter Steinmeier, seinerzeit Chef im Kanzleramt sowie im Außenministerium, bevor er 2008 zum Autokonzern wechselte. 2013 kehrte er in den Auswärtigen Dienst zurück und wurde Botschafter in Afghanistan.

Hier ist jetzt bitte eine Verschwörungstheorie fällig, was Daimler, die Bundesregierung und Afghanistan miteinander verbindet. (Zitat 2 Ende)

p.s.: So, jetzt haben wir also die Ordnung. Friedliche Übergabe an die Taliban. Prima – können wir doch jederzeit mit derselben Begründung wieder einmarschieren oder sonstwo Ordnung schaffen®. Denn, wie heißt es in GG Art. 26:
"Krieg ist Frieden".

 
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Das Elend des Spätkapitalismus kann man beinahe greifen. Eigentlich glaubt niemand mehr an Geld, bloß: Das setzt die Regel nicht außer Kraft, dass kurz vor dem Kollaps einer Religion der Glaube noch einmal krude gefestigt wird und gern in Fanatismus umschlägt. Phrasen wie in den letzten Tagen der DDR.

Wer sich aktuell einmal die Preise auf dem 'Markt' der Anbieter für Telefon und Internet anschaut, staunt: Selbst die Lockangebote sind teuer und die Unterschiede quasi nicht vorhanden. Das ist nur ein Beispiel, von Spritpreisen oder bereits abgehefteten 'Skandalen' wie Preisabsprachen zwischen den großen Brauereien ganz zu schweigen.

Automatic Capitalism

KI würde das ganz genau so machen, um nicht zu sagen: Sie macht es. Das ist dann Software, da kann man nix machen. Na, wer hegt das jetzt wieder ein? Das kann ja schließlich kein Systemzwang sein, denn das wäre ideologischer Kommunismus. Pfui! Wir haben hier Sozialemarktwirtschaft®.

Wie war das derweil noch mit den Banken? Nehmen Negativzinsen (Herr Gesell, bitte ans Telefon!) für immer kleinere 'Vermögen', Gebühren wie die Mafia und machen neuerdings auch selbst mit Digital-Ponzi rum, weil das so fresh ist. Diese Charge ist so systemrelevant wie ein Blutschwamm am Arsch. What's next? Brutale Gebühren für Bargeldauszahlungen? Wait for it!

Einzahlen kannst du ja eh schon nicht mehr. Die schwäbische Hausfrau wurde gemeinsam mit ihrem Sparschwein gekeult, wird aber sicher als Dämon überleben, wenn es darum geht, dem Wahlvieh die ollen Kamellen zu reichen, um ihm das Maul zu verkleben. “Neu denken“ nennt der 'neoliberale' Pöbel das. Seit vierzig Jahren. Tag. Für Tag. Für Tag. Wachstum. Wohlstand. Wachstum. Wohlstand. Wachstum. Wohlstand …

 
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Nein, Rassismus ist keine Sache der Sprache. Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer äußeren, zumal angeborenen Merkmale kann sich aber durchaus auch in Sprache Ausdruck verleihen. Wenn man sich diese Ausdrucksweisen zu eigen macht, bedeutet das immer noch nicht, dass man ein Rassist ist. Erst wenn man sie mit entsprechenden Bedeutungen auflädt und sie verteidigt, wird es Rassismus.

Beispiel: Ich stieß jüngst auf den Begriff "Sportnation". Es gibt da diese unter den zur Zeit gegebenen Umständen ungeheuer blödsinnige "olympische" Veranstaltung, bei der Sportsleute wetteifern und sich zu dem Behufe in 'nationale' Gruppen einteilen lassen. Zum Ende des Events stellt ein 'Journalist' fest, eine "Sportnation" (Deutschland) habe quasi historisch schlecht abgeschnitten.

Nun, was mag das sein, eine "Sportnation"? Es muss gelegentlich darauf hingewiesen werden, dass "Nation" so heißt, weil es eben von "natio" kommt, wie "Geborenwerden". Als Teil der Nation ist man geboren – zumal in Deutschland, dessen Staatsbürgerrecht wie kaum ein anderes von der Blutlinie geprägt ist. Der Deutsche, zumal Sportler, ist also als Geborener ein Sieger; Besseres gewohnt, als auf Platz 9 zu landen – die BRD steht derweil an 17. Stelle nach der Einwohnerzahl.

Grüne Armee

Da muss die Sportnation sich schämen. Vielleicht sind wir schon zu sehr durchrasst, obwohl diese Schwarzen … und hier fängt dann der Rassismus an. Es ist aber gar nicht so wichtig, das mit der Rasse. Modern ist eine Haltung, die ohne Ansicht der Hautfarbe in Nützlichkeitsstufen einteilt – zumal, wenn es um den Zugang zur Nation geht.

Großes Kino liefern da aktuell wie gewohnt meine Freunde, die 'Grünen'. Eimer bereit? Unsere semantisch freidrehenden Antirassisten erbrechen sich eifrig in neoliberalem Neusprech und haben ein chancengerechtes® Punktesystem vorgeschlagen, nach dem die Nützlichkeit potentieller neudeutscher Ausbeutlinge bewertet wird.

Rekruten für die industrielle Reservearmee stabilisieren die Profite. Das Konzept unterscheidet sich letztlich kein Stück von der ollen Kamelle "Gastarbeiter", nur dass Unfälle wie neues Blut auf deutschem Boden eingepreist sind. So spart man sich auch den Stress, Leute rauswerfen zu wollen, die man eh kaum loswird. Da ist man ganz tolerant. Ach ja: Und sie heißen nicht mehr "Kanaken", sondern Zugewanderter:innen. Das wähl ich!

p.s.: Wer mag das sein?

"Sie kämpft für fairen Wettbewerb und offene Märkte. Die […] setzt sich für Gleichberechtigung, Chancengerechtigkeit und Wohlstand für alle ein. All das braucht als Grundlage eine offene, demokratische Gesellschaft. In der ist kein Platz für jegliche Diskriminierung und Ausgrenzung."

 
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Frei von Glyphosat: Grün ist der Weg.

Wenn jetzt eine Partei gebraucht wird, ist es "die Grünen". Diese schlimmen Umweltdinge, die uns den Sommer sprichwörtlich verhageln, wenn sie uns nicht ausdörren, die das schöne Häuschen am idyllischen Bächlein einfach wegschwemmen; wir brauchen Leute, die uns wieder Hoffnung machen – und den Kapitalismus grün anmalen.

Ja, er ist ein Dauerbrenner hier, der klimagerechte Wohlstand®, der eingehegte Tsunami im kritischen Faschismus. Aktuell haut die Vorturnerin des parlamentarischen Greenwashings radikale Vorschläge raus: Ein Superministerium Klima mit Vetorecht, wow! Das war schon immer eine Strategie der Verblödung, großspurige Ankündigungen zu megafonieren, die schon deshalb nicht umsetzbar sind, weil halt verfassungswidrig. Das ist billig, das macht Spaß, weil man immer sagen kann: "Ich wollte ja." Man muss nur wollen.

Schönes Wetter und Luxus

Man kann doch über alles reden, schließlich gibt es auch vernünftige Inlandsflüge, und die Reduzierung von CO2 durch Börsenpapiere hat doch auch ganz gut funktioniert. Man muss nicht immer gegen das Kapital kämpfen, um schöne Aussichten zu versprechen. Besser gemeinsam mit den alten Weggefährten, die da bestimmt gern mitmachen würden.

Olaf Scholz zum Beispiel, der sich einfach nicht komplett deppert benimmt in diesem 'Wahlkampf', eher leisetritt und schon mit den Hufen scharrt, um das zu tun, was er am besten kann. Wie so oft stehen auch die Gewerkschaften bereit, die ganz kompatible Sorgen haben: Sind doch die Wohnungspreise oft so hoch, dass die Profitgeber aka "Arbeitnehmer" nicht mehr zur Arbeit kommen, weil im Umkreis von 100 Kilometern zum Ausbeutungsort schon die Telefonzellen den halben Lohn als Miete einsaugen.

Und dann noch diese Hartzer, die sich ihrer Förderung® langfristig erfolgreich entziehen, was die kosten! Das wird immer mehr, weil siehe oben der Markt sie so teuer macht mit ihrem unverschämten Anspruch auf ein Dach überm Kopf. Das wird immer unmöglicherer, das einzuhegen; da muss man sich gemeinsam jetzt mächtig ins Zeug legen. Wenn dann das mit der Umwelt unter diesen Umständen nix wird, ja da kann man halt nix machen.

Und sonst?

Kurzum: Den diversen Geschmacksrichtungen von Sozialdemokratie fliegen ihre Strategien krachend um die Ohren, worauf sie stolz ein "Weiter so!" anstimmen. Die Fraktion der Besserwohnenden drischt derweil die alten Phrasen, macht, wo sie ehrlich ist, in Zynismus oder flüchtet sich ins Altreligiöse. Passt doch alles.

Das alles schreit nach radikaler, will heißen: gründlicher eingehender Kapitalismuskritik. Problem eins: Wer soll das noch machen? Die Linke ist erfolgreich zerstört und zersetzt worden. Was von ihr geblieben ist, ist komplett korrumpiert, und sei es intellektuell. Ein weiteres Problem besteht in der Substanz der Kritik, wo sie welche ist: Marxens fast vollständige wissenschaftliche Analyse ist ein Klotz am Bein.

Die Reaktion hat sehr erfolgreich dafür gesorgt, dass die Diskussion endet, wo sie beginnen müsste: Er hat "Marx" gesagt, er will die Diktatur! Versuche, ohne ausdrücklichen Bezug auf den Meister darzulegen, wie das Ganze funktioniert und was eben nicht, haben bislang auch wenig Erfolg. Selbst die einfache Formel "Keine Herren, keine Sklaven" trifft wohl eher auf Ablehnung. Jemand muss doch das Sagen haben! Genau. Das ist dann Demokratie.

 
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Also jedenfalls halb Podcast. Die andere Hälfte besorgt mein Kompagnon Ollo, mit dem ich über dies und das plaudere in der Absicht, aus Fragen mehr Fragen zu machen. Was uns qualifiziert? Nun, wir tun nicht so, wir sagen's offen: Wir haben

Keine Ahnung.

Wenn es euch gefällt, empfehlt uns weiter, rotzt die Sozialemedien® damit voll und zwingt Freunde und Bekannnte, dasselbe zu tun. Für eine bessere Welt und gerechten Wohlstand für alle. Und schönes Wetter.

 
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Stellt sich raus: Die 'Kanzlerkandidatin' der Grünen ist eine Komplettmogelpackung. Hat irgendwas hier und da studiert und bläst das in Lebensläufen und Internetpräsenzen auf. Schleifchen drum, selbstgemalte Urkunde drunter, Goldpapier drum, Parfüm drüber. Geht einer hin, macht die Packung auf und schon sieht sie nur noch deppert aus.

Veröffentlicht sie ein 'Buch', geht einer hin und zeigt, dass das zusammenkopiert, paraphrasiert und unbelegtes Zeugs ist. Riecht schon wieder echt schlecht, jetzt stinkt der Depp auch noch. Stellt sich dann irgendwann raus: Laschet hat ein 'Buch' geschrieben. Geht einer hin und zeigt, dass das zusammenkopiert, paraphrasiert und unbelegtes Zeugs ist. Gleich kommt der Lacher vom Band, vorher noch das: Olaf Scholz gewinnt.

Der Begriff "Symbolpolitik" hat sich völlig überholt, er ist ein Pleonasmus (wie "weißer Schimmel"). Es zählen die Pose, das Getöse, das Kostüm, das Lametta, das Design. Während es vielen inzwischen lächerlich anmutet, wenn Militärs mit einem Brett voller Orden daherstolzieren oder Hochwohlgesalbte mit Schleppe und Schärpe umherschleichen, braucht das Funktionspersonal – wie auch die Mittelschicht – Insignien; keine Größe ohne Jodeldiplom.

Jodeldiplome

Wo die Werbung dem blöden Konsumenten die Befehle à la "Mein Haus, mein Auto, mein chicer Partner" erteilt, auf dass sie im Statusrennen nicht auf der Strecke bleiben, muss es auf der Bühne der politischen Kleiderständer und Plapperpuppen irgendwas Akademisches (oder gleichwertig Elitäres) sein und inzwischen mindestens ein vermeintlich selbst geschriebenes Buch.

Niemand will das lesen, aber es verkauft sich dennoch, weil es im Umfeld der Partei und bei denen, die ihre Verwandtschaft nicht leiden können, zu adäquaten Anlässen verschenkt wird. Eventuell kauft man auch mal eines für sich selbst, falls man mal abgefragt wird und die guten Sitten das halt verlangen. Man ist ja up to date.

Scholz hat übrigens auch eins rausgehauen, das man nicht lesen muss. Der neoliberale Schmonzes trieft schon aus dem Titel; angepriesen wird es mit einem Buzzword-Bingo, das sehr ehrlich auf die Kopfschmerzen vorbereitet, die der Lektüre fraglos folgen werden. Stellt sich raus … vielleicht lernen wir eines Tages, dass alle von demselben Ghostwriter sind. Dann wählen wir den und haben denselben Mist. Ich leg mich dann mal wieder hin.

 

Beim Prokrastinieren darfst du nicht faul sein.

 
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Moral ist doch etwas Gutes, und am allerbesten ist die religiöse, die gottgegebene, die christliche. Ich habe zu Schulzeiten einmal ein Referat gehalten, in dem ich die These vertrat, der Nationalsozialismus sei nicht kompatibel mit Nietzsches Philosophie, weil er eine hochmoralische Ideologie sei. Nach der Schnappatmung kam dann hier und da doch noch ein wenig Verständnis.

Ohne Moral geht nichts in Deutschland, schon weil hier nichts ohne Nazis und Pfaffen geht. Wie gesagt: Drehe hier einen Stein um und finde sicher das Eine oder das Andere. Auch (und gerade) im Zerfall der Bürgerlichen Ideologie angesichts eines freidrehenden Kapitalismus ist die Restauration christlicher Moral jedweder Geschmacksrichtung ein Reflex.

Der kommende Kanzler ist mithin einer, den man in einer Zeit des kurzen Aufblühens einer Art Moderne ebenso wenig hätte vermitteln können wie 'Grüne', die einem mit ihrem protestantischen Eifer sowie permanenter Selbst- und Fremdanklage auf den Senkel gehen. Laschet ist der katholische Overkill (nachdrückliche Leseempfehlung).

Freunde fürs Leben

Die rheinische Frohnatur, die heute ein Biotop dem Kapital opfern kann, das abends beichten und morgen das nächste ersäufen, heute dies mit Inbrunst daherverzapfen und morgen das Gegenteil (die nächste Beichte kommt bestimmt), ist dabei ganz entspannt. Nicht allein der Glaube gibt ihm Halt, sondern auch die Mitgliedschaft in gleich zwei Burschenschaften und einem Spinnennetz von Seilschaften.

Am Rande fand ich noch ein Kleinod (muss man nicht anklicken): Hochwasserschutz wird überbewertet; wenn es pressiert, schickt man halt "mit Hilfe von Gott" einen Hasardeur in den wahrscheinlichen Tod, weil das "gut funktioniert".

Wenn er sich "zwei Mal gesegnet" hat, kann ja nix mehr schiefgehen: "Du Herr, musst wissen, was passiert". Politik, Kapital? Ach was, alles Dinge, die ganz oben entschieden werden. Was ist schlimmer als Software? Schicksal, da kann man nämlich gar nix mehr machen. Außer beten, versteht sich.

Man müsste nur

Damit ihr aber nicht meint, diese kreuzkatholische Variante der Aasfliegerei schütze diesmal die Protestanten vor dem Mann mit dem Hammer, kann ich euch nicht enttäuschen. Wie tief inzwischen das Grüne Getue im Sumpf einer Hirnschmelze moralischer Masturbation versinkt, habe ich im WDR nüchtern und ohne Schmerzmittel mit anhören müssen.

Da hat ein Dödel, der dafür auch noch von der Berichterstatter innen offenbar bewundert wurde, wegen eines "CO2-Fußabdrucks" nicht bloß sein Leben auf LGBQTAIDFG, vegan, autofrei, feministisch und flagellant umgestellt – das hätte nämlich nicht gereicht, um das Böse auszumerzen, das er bereits angerichtet. Nein, er hat eine Industriehalde gekauft und begonnen, diese zu begrünen – damit sein CO2-Fußabdruck mithilfe seines Eigentums Amen Halleluja.

Wir (die schlapp 8 Milliarden) müssen also nur alle, also jeder, eine riesige Fläche kaufen, Grün anstreichen und schon ist die Welt Pustefix und Knuddeln. Da wünscht man sich doch sehnlichst den Ablasshandel zurück, konnte man damit wenigstens noch Raub und Mord vorab bezahlen und dann den Pfaffen umnieten, der dafür die Absolution erteilt hat. Früher war halt doch alles besser.

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