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Best of 2005-2013

 
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Die junge Frau wird von Männern gern angeguckt und lässt sich gern sehen. Ihre Jeans ist extrem kurz, oben lugt ein Stringtanga hervor. Bauchfrei, knappes T-Shirt, kein BH. So betritt sie die Kneipe, und es dauert nicht lange, bis ein Mann an sie herantritt und sie fragt, was sie denn so vorhätte am Abend, wobei er ihr an den Allerwertesten fasst. Sie verabreicht ihm eine Ohrfeige.

Er brüllt sie an, was ihr einfalle. Sie kommt kaum zu einer Antwort, da hat sich schon die halbe Dorfstube um die beiden versammelt. "Schlampe!", ruft eine aus der zweiten Reihe. "Ja ganz recht, was bist du für ein Flittchen?", will ein Kerl wissen. Man macht ihr deutlich, dass so etwas nichts in ihrer Runde verloren hat, unverschämt, vulgär und unmoralisch. Untragbar.

Dieselbe Szene in einer Großstadt-Bar. Ein junger Mann packt sich den übergriffigen Typ, eine Frau schreit: "Drecks-Chauvi!" Die Begrabschte selbst legt noch eine nach. Man schleift das alte Schwein vor die Tür und wirft ihn in die Gosse. Er solle sich zu seinen toxischen Steinzeit-Kameraden trollen.

Toxische Schlampigkeit

Welche ist jetzt die richtige Moral? Die, die über Jahrhunderte dafür gesorgt hat, dass eine gewisse Sittlichkeit herrschte und Frauen wie Männer nicht öffentlich sexualisiert auftraten – wozu selbstverständlich auch aufreizende Kleidung und ebensolches Verhalten gehörten? Die Moral, nach der das Weib sich nicht zu beschweren hat, dass der Kerl sich nimmt, was sie ihm so provokativ darbietet?

Oder die neue Moral, nach der Frauen die Freiheit haben, sich zu kleiden, wie sie wollen, sich zu bewegen, wie und wo sie wollen, ohne dafür von Männern, die Frauen nur als Lustobjekte betrachten, belästigt zu werden? Die Moral, nach der das Verhalten des toxischen Cis-Angreifers als Vergewaltigung zu gelten hat?

Ein alter pädagogischer Sinnspruch sagt: Der Dumme fragt: "Ist es so recht?", der Kluge fragt: "Was passiert dann?" Moral ist unvereinbar mit Rationalität. Wo diese nach Ursachen und Wirkungen fragt, legt jene unabhängig von Umständen, Wirklichkeit und Perspektive fest, was gut und böse ist. "Richtig" und "falsch" der Moral widersprechen unmittelbar den logischen Kategorien.

Entweder oder

Rationalität enthält sich daher jedes moralischen Urteils. Sie betrachtet die Möglichkeiten des Verlaufs der Ereignisse nach Wahrscheinlichkeiten. Dazu orientiert sie sich selbstverständlich an den zeitlichen und örtlichen Begebenheiten, auf die Moral keinerlei Rücksicht nimmt. Realität ist fließend und veränderlich, Moral ist, einmal auf ihre Werte festgelegt, starr und unbeweglich.

Gerade, wo sie (ggf. angesichts übermächtiger Kräfte in der Wirklichkeit) sich flexibel versucht, zerbricht sie daher in die Absurdität des Mehrfachstandards. Moral, die für den einen gilt und den anderen nicht, hier ja, dort nein, offenbart ihre Sinnlosigkeit. Daher ist es angezeigt, auf sie zu verzichten, auch und gerade, wo man sich seiner 'moralischen Werte' sicher wähnt.

Ganz besonders gilt das für 'moderne' Moral, deren Begriff schon den Hinweis auf die Mode in sich trägt. Moral ist vergänglich, ihre eifrigen Verfechter gebärden sich aber regelmäßig wie die Hüter einer ewigen Wahrheit. Wohin man schaut, Paradoxie und Absurdität. Ihre ärgsten Feinde sind Rationalität, Vernunft und Logik.

 
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Vor allem in Deutschland mit seiner extrem engen Medienöffentlichkeit hat man nicht einmal ansatzweise verstanden, was "Diktatur" bedeutet. Der Trend zur Verkindlichung des Publikums steigert diese Inkompetenz noch ins Bodenlose, wo die politische Mittelschichtsmitte nur mehr Märchen erzählt, der Journalismus vom Storytelling zum Fairytaling übergegangen ist.

Die Sucht zur Projektion sitzt tief. Hitler, das absolute Grauen, lugt an allen Enden aus dem Narrativ, mitsamt seiner grausamen Bande, die Deutschland überfallen und zum Weltkrieg gezwungen haben. Das absolut Böse, das niemand kommen sah und erst vom weißen Ritter besiegt wurde, dem Guten, dem alle seitdem Dank schulden.

Diesmal hellwach

Das nächste Mal sind wir wachsam. Wo immer in der Welt Hitlers und ihre grausamen Banden auftauchen, um Auschwitze zu machen und Weltkriege anzuzetteln, treten wir ihnen entgegen: Milosevic, Saddam, Gaddafi, Assad, Putin, Lukaschenko, Xi. Sie sind Diktatoren. Ihnen gehorcht ihr ganzes Land. Sie befehligen grausame Banden, die morden, foltern und vergewaltigen. Gegen sie kämpft die Bundeswehr mit der NATO für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.

Das ist bis hierher kein Stück übertrieben. Der implizite Befehl lautet: Lass dich berieseln, tauche ein in die Erzählung, stelle keine Fragen, schau nicht aus dem Fenster. Jede Abweichung davon entlarvt diesen Mist als eine Beleidigung jedes Intellekts. Nazis in der Bundeswehr, Angriffskriege der NATO mit Millionen Toten, Geostrategie, Kapitalinteressen, Think Tanks, Medieneigentum, Parteienherrschaft – das muss alles ausgeblendet werden.

Vor allem aber herrscht eben die Projektion. Was die Nazis waren und was über sie erzählt wird, wird allem übergestülpt, das der Wertewesten als Feind erkennt. Dass selbst wirklich mächtige Politiker wie Xi oder Putin keine knallharte Hierarchie einer kriegerischen Ordnung befehligen, sondern komplexen Staaten mit all ihren Instanzen, Interessensgruppen und gewachsenen Strukturen vorstehen, stört die Erzählung nur.

Antichrist

Nur so bleibt die Erzählung eindimensional. Nur so können die Interessen und Entscheidungen von Staaten, ihren Kapitalen und Apparaten personalisiert werden. Nur so kann das Ammenmärchen von Schurken und Helden, Guten und Bösen funktionieren. Alles andere, jede erste Differenzierung, würde zwingend zu komplexen Betrachtungen, Relativierungen und schwer verständlichen Analysen führen.

Der ausdrückliche Feind dieser Märchenerzählung ist daher auch die Relativierung. Gegen sie wird ein Tsunami an Moral aufgetürmt, eine Welle, die alles unter sich begräbt, was nicht absolut gut oder absolut böse ist. Die Projektion der Diktatur, die keiner Überprüfung in der Wirklichkeit standhält, ist dabei so wichtig, weil nur sie die Figur der bösen Allmacht ermöglicht. Der je aktuelle Hitler ist der Teufel. Mit ihm spricht man nicht. Ihn treibt man aus.

 
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Immer wieder "Lügenpresse"; wie schön, dass es ein paar Deppen gibt, denen man (im Ansatz zu Recht) Naziterminologie und Einfältigkeit vorwerfen kann, dann ist der Vorwurf ja vom Tisch. Gefehlt! Die Techniken der Propaganda lassen sich benennen und massenhaft in den Massenmedien nachweisen. Während man von Boulevard und Springerpresse längst an Propaganda gewöhnt ist, werden dieselben Methoden inzwischen fast überall angewendet.

Das beginnt bei der klassischen Kampagne. Medien schießen sich auf bestimmte Personen oder Gruppen ein, um sie zu fördern oder niederzuschreiben. Beispiele: In Obamas erstem Wahlkampf 2008 hielten sich "Spiegel", "Zeit" und "Welt" für bemüßigt, Clinton quasi ins Amt zu schreiben. Schon damals glaubte der "Spiegel", selbst Politik machen zu können; Weltpolitik, versteht sich. Steingart brüstet sich gar mit Einflussnahme und sagt auch, wie das geht:

"Der „Spiegel“ hat mit seinen Titelstorys Rot-Grün konsequent aufs Korn genommen, geradezu kampagnenartig.

Ich widerspreche nicht: Wenn Kritik und wiederholte Kritik eine Kampagne ist, dann haben wir eine Kampagne betrieben."

Kritische Kampagne

Er nennt das, wiederum in Verdrehung des Begriffs, "Kritik". Eine wiederholt geäußerte Ablehnung in Form einer Parteinahme ist aber nicht "kritisch", sondern verstößt gegen genau die journalistischen Prinzipien, die genau solche Hanswurste gern für sich in Anspruch nehmen. Ein Beispiel für eine Kampagne, der man nicht entgehen kann, ist die aktuelle gegen Putin, i.e. Russland. Jeder einzelne Vorwurf trifft entweder nicht zu oder wird selektiv gegen Russland gewendet, obwohl er sich gegen Gott und die Welt richten ließe.

Beispiel Doping: Wie gesagt dopt jeder Leistungssportler, Ausnahmen sind äußert rar gesät. In Deutschland gab es dafür eine Spezialabteilung in Freiburg (s. Armin Klümper). Nachdem Birgit Dressel bereits infolge ihres Arzneimittelmissbrauchs gestorben war, hat man diesen Stall nicht etwa dichtgemacht; im Gegenteil waren teils dieselben Ärzte z.B für das Team Telekom um Jan Ullrich zuständig, einen dieser Rennställe mit den vielen Einzelfällen. Die Uniklinik Freiburg ist übrigens eine staatliche Einrichtung, aber allein der alberne Unterschied zwischen "Staatsdoping" und staatlich gefördertem Doping im kapitalistisch verwerteten Sport ist schon Propaganda.

Beispiel Krieg: Bosnien, Irak, Afghanistan, noch einmal Irak, Libyen, Syrien usf. sind Kriege 'für Menschenrechte' – es sei denn Russland "mischt sich in den Bürgerkrieg ein". Die Anerkennung jugoslawischer Teilrepubliken durch den Westen Anfang der 90er Jahre steht im diametralen Gegensatz zur Verurteilung Russlands wegen des Anschlusses der Krim. Deren Annexion wird ernsthaft als "Überfall" bezeichnet, obwohl jeder wissen kann, dass die Krim vertragsgemäß immer von russischen Truppen 'besetzt' war.

Trolle, Doping, Krieg: Diese Russen!

Beispiel Trolle: Es gibt keinen einzigen belegten Fall, in dem russische Trolle irgendein deutschsprachiges Forum heimgesucht haben, dagegen dutzende, dass sowohl politisch Einfluss durch Parteien und ihre Unterstützer genommen wird, ganz zu schweigen vom Dauerfeuer bezahlter Mietmäuler im Interesse des Kommerzes. Obendrein ist es schon witzig so zu tun, als hätte 'Putin' Zauberargumente, mit denen er die hilflose deutsche Öffentlichkeit manipuliert.

Ach ja, die Hacker sind übrigens auch Russen, z.B. die vom IS, siehe dazu auch unten "Verdachtsjournalismus", dessen primitivste Variante die Wahnphantasie ist: "Putin könnte 2017 einen Atomkrieg starten" ist die endgültig unterste Schublade. Dieser Schwachsinn suggeriert, es gäbe quasi einen Plan, denn nur so kann ja ein Zeitpunkt genannt werden. Der vermeintlich korrekte Inhalt (vermutlich könnte Putin das, aber ich kann auch die Kinder der Nachbarin aufschlitzen) besteht in einer infamen Unterstellung.

Beispiel Hooligans: Es gibt russische Hooligans, erfahren wir, und: Es gibt irgendwen in Russland, der mit irgendeiner staatlichen Instanz zu tun hat, den das nicht stört. Schon ist es "Putin", der dahinter steht. Überhaupt ist die dauernde Personalisierung, die Gleichsetzung Russlands mit Putin, ein Mittel der Propaganda. Personen kann man nämlich mit beliebigen negativen Eigenschaften behängen; bei Völkern wäre das offensichtlich Hetze, deshalb braucht es das personifizierte Böse.

Eines der übelsten Mittel der Propaganda ist Verdachtsjournalismus. Als es noch die Vorstellung gab, Journalismus könne seriös sein, war es ein Tabu, unbelegte Verdachtsmomente auszusprechen. Es war ein Sakrileg, nicht zwischen Vermutung, Verdacht und Tatsache zu unterscheiden. Die denkbar schlimmste Variante ist die, wüste Spekulation als Tatsache zu verkaufen und damit die Forderung nach Konsequenzen zu verbinden. Den absoluten Nullpunkt journalistischer Qualität und die Rückkehr der Hetzpropaganda hat der Spiegel mit seinem Titel vom 28.07.2014 erreicht. Dass die Hinterbliebenen der Opfer des Anschlages, mit denen dort Kasse gemacht wird, nicht gefragt wurden, macht den Braten auch nicht mehr fett.

Tausende Geisterfahrer

Die Reaktion der Redaktion (siehe Link) ist typisch: Unter den Kritikern dieser widerlichen Hetze "waren auch organisiert auftretende, anonyme User, die schon seit Monaten jegliche Kritik an Russland mit einer Flut an Wortmeldungen in den Foren vieler Online-Medien kontern", so der "Spiegel". Propaganda kann man nicht inhaltlich verteidigen. Die Reaktion auf Kritik ist daher folgerichtig das beleidigte Spinnen an Verschwörungstheorien. Da sie nichts falsch machen, kann Kritik nur von Putins Trollen kommen, da sieht man's wieder!

Die Wortwahl ist nicht minder verräterisch. In den 80er Jahren wurden die Taliban der "Nordallianz" als "gemäßigte Rebellen" bezeichnet, jene Truppen, die später "Terroristen" waren und mit "Al Kaida" verschmolzen. Solange irgendwer auf Seiten der NATO kämpft, gilt er immer als "gemäßigt", über die anderen werden Horrormärchen wie die Brutkastenlüge oder Scharpings kranker Verbalamok von den gegrillten Föten erzählt. Die NATO kämpft nur gegen Unmenschen, die unsagbar böse sind. Ganz anders der Russe: Der bombardiert "moderate Oppositionelle".

Eine Medienlandschaft, die sich längst an ein Neusprech gewöhnt hat, das vor allem wirtschaftliche Hintergründe tendenziös darstellt (so wie es das Lambsdorff-Papier und das Schröder-Blair-Papier ausdrücklich fordern), kann sich vielleicht noch damit herausreden, dass sie in ökonomischen Fragen das Vokabular von neoliberalen Experten gestellt bekommt. Das wäre auch schon traurig, aber in Sachen Politik, vor allem wenn eindeutig Feindbilder aufgebaut werden, gibt es keine Rechtfertigung mehr. Es gibt nur noch Ausreden wie im Kindergarten, derer sich die Propaganda stets fleißig bedient. Sie erwartet unmündige Gefolgschaft, sonst funktioniert sie nicht. Wer sie kritisiert – gleich ob verblendet oder sachlich – gehört zum Feind und wird entsprechend behandelt.

 
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Quelle: Pixabay

Ich habe neulich durch eine einst innovative Fernsehserie erfahren, dass man als Blogger alles notieren und veröffentlichen muss. Also Alltag, Beruf, Sex, Lügen und Video. Alles außer Stuhlgang; wie inkonsequent!

Also notiere ich seitdem alles, was ich wahrnehme. Allerdings bin ich unaufmerksam und ignorant, beides in Stufe "sehr". Um wirklich sehr ignorant zu sein, muss man auch schon mal auf jemanden zugehen, um das aus nächster Nähe zu erledigen. Wahre Meister besuchen ihre Opfer zuhause, um sie zu ignorieren.

War da was?

Viele finden das dann arrogant, was bekanntermaßen aber nur von unten so aussieht. Was ist arrogant an Ignoranz? Die nachgerade manisch unaufmerksamen unter meinen Zeitgenossen, die durch dich durchlaufen und das nicht einmal merken, wenn sie dabei schwere Blessuren erleiden, tun das ganz sicher nicht aus Arroganz. Ihre Ignoranz ist unbewusst, was die meisten Formen dieser Haltung auszeichnet. Aktive Ignoranz hingegen ist etwas anderes; sie ist eine Kunst.

Am Rande dieser Kunst entlang schwebt meine unmotivierte Verdrossenheit gegen das, was unbegabte Comedians heute noch "Politik" nennen. Wie gesagt war mir unbekannt, welche Rotznase aktuell einer "SPD" vorsitzt, und auch das welke Grün hatte ich mit süffisanter Missachtung bedacht. Ich merke mir doch nicht die Namen aller Patienten dieser Anstalt. Schon vor sehr vielen Jahren habe ich den Betrieb in aller Kürze umschrieben und gerechter Verachtung überantwortet, indem ich notierte und veröffentlichte:

Die große Show

Man redet aber lieber "im Zusammenhang", will heißen: auswendig gelernt, man redet lieber übereinander und setzt eingeübte Schläge und Tritte ins Nichts. Man redet nur über Themen, die zuvor von einem Stab esoterischer PR-Berater freigegeben wurden, und nur mit Menschen, deren Unbedenklichkeit schon in die Geburtsurkunde eingetragen ist. Man hat gern recht. Man ist vollkommen unfähig zu jedweder Diskussion.

Was Lobbyisten aus der Gesetzgebung gemacht haben, was Funktionäre aus den Abstimmungsverfahren gemacht haben, haben PR-Berater und journalistische Hofschranzen aus der politischen Kommunikation gemacht. Es wird verkündet und genickt, eingeschärft und geprüft, wiederholt, abgesichert, abgesprochen, noch einmal wiederholt und eingeübt und abgenickt und wieder eingeschärft.

Es werden die Begriffe zurechtgebogen und eingeschliffen, tabuisiert und verteufelt, emotional angereichert und nach Effizienzkriterien in der Wählerschaft verklappt. Es werden Alternativen in aufwendigen Verfahren mehrfach ausgesiebt und endgelagert, bis es nur noch eine "Wahrheit" gibt, die dann das oben beschriebene Verfahren durchläuft. Widerspruch ist zwecklos.

Lasciate ogne speranza

Daran hat sich bis heute nur eines geändert, nämlich, dass der Restekel vor Ausscheidungen jedweder Art sich verflüchtigt hat. Es kann nicht zu sehr stinken oder dampfen, alles geht, bis hin zum widerlichsten Exkrement, das Menschen aus Löchern kriechen kann, der Kriegspropaganda.
 

p.s.: Ich empfehle Perlentauchern, die Beiträge im Blog suchen, ausdrücklich die Archive, in denen ja viel mehr Text eingelagert ist als im aktuellen.

 
Ich habe seit 2014 immer wieder Beiträge und Anmerkungen zum Ukraine-Krieg gepostet, von denen ich eine Reihe hier dokumentieren will. Das ist besser als jeder Kommentar zur SMO:

Tagesschau, hier zitiert am 01.10.2014:

"Möglicherweise sind wir zu leicht dem Nachrichten-Mainstream gefolgt. Vielleicht hätten wir rechte Gruppierungen in der Ukraine früher thematisieren sollen. Der falsche Hubschrauber war sehr ärgerlich, aber wir sind damit wenigstens richtig (weil transparent) umgegangen. Wir hätten uns bei der Formulierung “OSZE-Beobachter” eher eine andere Formulierung wählen können. Vielleicht haben wir die russischen Interessen zu wenig für den deutschen Zuschauer “übersetzt”. Wir hätten evtl. die NATO-Position noch kritischer hinterfragen können."
Update: Zum Hintergrund, da der Tagesschau-Beitrag "depubliziert" ist,
hier Inhaltliches.
 

15.10.2014

Ich rede hier von der geostrategischen Lage, von der Ukraine und vor allem vom Nahen Osten. Wir hatten einige peinliche Erweckungserlebnisse im Rahmen der Berichterstattung zur Ukraine, die gar zur öffentlichen Kasteiung der ARD führte, die zugab, tendenziös und unseriös gearbeitet zu haben. Der Einfluss eingebetteter Propagandisten aus NATO-Klüngelklubs führte nicht nur zu eben jenem Ruin des Journalismus, sondern in der Folge auch noch zur Beschimpfung des kritischen Publikums. Manche stellten den Kontakt zu Lesern und Zuschauern gleich ganz ein.

 
21.12.2015

An dieser Stelle muss freilich ein Haftungsausschluss stattfinden. Der Herr Poroschenko, ein von Selbstlosigkeit und Menschenfreundschaft gezeichneter Schokoladenfabrikant, ist der beste Freund, den sich irgendwer vorstellen kann. Wir kennen aber die Verführungskünste der Hure Russland, denen zu erliegen ihm im Fadenkreuz des Finstren jederzeit droht. Wer weiß; vielleicht erweist auch er sich eines Tages als Hurenbock des Bösen, und wir müssen unsere Freiheit am Dnepr auch gegen ihn verteidigen.
 

10.06.2015

Nachdem ich mich neulich über eine ganze Reihe von Propaganda-Artikeln geärgert habe, in denen blutrünstige Idioten, die für die Westukraine Ostukrainer töten wollten, als heldenhafte Patrioten dargestellt wurden (die Guten), lese ich heute erfreulich anderes. Nein, sie wollen nicht kämpfen, die Ukrainer, weder Ost noch West. Auch die Russen nicht.

 
23.02.2016

Man könnte jetzt jemanden damit beauftragen, diese Sprache zu analysieren, (vergeblich) nach Sachbelegen im Text zu suchen, Formulierungen wie "so gut wie lückenlos belegten Abschuss der Passagiermaschine MH17" oder "Fakten des unerklärten russischen Krieges" mit den Gesetzen der Logik konfrontieren. Man könnte solche Beträge auf psychologische Muster wie Projektion untersuchen oder wenigstens virtuell eine andere Perspektive einnehmen, dann wäre man auf dem Weg einer sachlichen Betrachtung und genügte eventuell rudimentär den behaupteten Ansprüchen journalistischer Arbeit.
Aber es geht hier nicht um Wahrheit, Fairness oder Qualität. Es geht darum, die Geschichte weiter zu erzählen. Dass so dumpfe Propaganda dabei herauskommt, ist den Zeiten geschuldet und dem Eifer der wohl weniger talentierten Erzähler. Dass ihnen solche Skripte nicht krachend um die Ohren gehauen werden, liegt am Narrativ: Der Russe halt. Dem ist alles zuzutrauen. Der freut sich, wenn wir leiden. Der führt immer Übles im Schilde.
 

07.06.2018

Was PR-Profis wie die allseits erfolgreichen Berufsdilettanten May und Johnson aus der Hüfte ziehen, ist derweil nicht für Hinz, Kunz und Poroschenko zur Nachahmung empfohlen. Die Virtuosen der unfreiwilligen Satire konnten bislang mithilfe ihrer Westalliierten das Narrativ immer noch so auf der Auslinie kompletter Torheit balancieren, dass wenigstens die sehr Alten und geistig Schwachen bei der Fahnenstange gehalten wurden.
Was die Ukraine dann hingelegt hat, ist aber ein derart blutiger Slapstick, dass selbst Splatter-Fans angewidert abschalten. Das muss ganz schnell vergessen werden, sonst stellt noch jemand Vergleiche an. Wie ich höre, greift der russische Krake nach Georgien. Guckt euch das mal an, wir brauchen dringend härtere Sanktionen.
 

27.12.2018

Erst 5 Jahre Ukraine-Krieg und alles ohne uns! Darauf einen Krimsekt am Hindukusch. In einer Schokoladenfabrik in Odessa wird russisches Gift entdeckt. Ex oder Arschloch!
Auf der 55. Münchner Sicherheits-Konferenz werden die neuesten Instrumente zur aktiven Friedenssicherung in Verantwortung vorgestellt. Pornhub berichtet live. Der Bundespräsident betont, von wegen auch Freiheit und Westlichewerte.
 

Schließlich, zur Flexibilität der Moralisten,
ein Zitat von daMax, vom 23.07.2014

"Der Westen" ist sich einig. Von der moralischen Schuld am ganzen verdammten Ukraine-Krieg fangen wir lieber nicht an, lieber "Westen", ne? Oder von der moralischen Schuld am Gaza-Gemetzel, an der Syrien-Abschlachterei, an… aaach geh mir weg, du Westen.

 
Ein Novum: Jetzt mit allen Öös und Schleifen. Der Stream hat den depressiven Roboter am Schneidetisch so viel Arbeit gekostet, um den Dosensound halbwegs in den Griff zu kriegen, dass er sich nicht imstande sah, bereits geschnittene Passagen noch einmal zu schneiden. Daher ist das Ding länger und quasi ungeschnitten. Für Fans und Freaks mal eine nette Vergleichsmöglichkeit.

Bitte hier entlang!

Viel Spaß!

 
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Was kann Moral? Alles. Beispiele für die Kapriolen, zu der sie fähig ist, liefert mustergültig die Katholische Kirche, hier im Zusammenhang mit dem Atomkrieg: Pater George Zabelka, Militärseelsorger für die Besatzungen, die die Bomben über Hiroshima und Nagasaki abwarfen, hatte vermeintlich posthum einen Erkenntnisschub und gab zu Protokoll:

"Ich war fest überzeugt, dass diese Art von Massenvernichtung richtig war; so fest, dass sich mir die Frage gar nicht stellte, ob das überhaupt moralisch vertretbar war."

Das kann er seinem Kaplan erzählen. Eingebunden in die "Maschinerie" war er ja nicht bloß beim Militär, sondern vor allem in seinem Verein jenseitiger Zyniker, die noch jede schmutzige Bombe abgesegnet haben, zumal, wenn es gegen Fremdrassige ging. Sie sind die Fachleute für Gut und Böse, mithin für Moral, deren Kern darin besteht, das Böse vernichten zu wollen.

Sodom und Gomorra

Solche Schuldgefühle möchte auch keiner haben, darum sind seine Ausflüchte durchaus verständlich:
"Das machte die Gehirnwäsche, der ich unterzogen wurde, ohne Zwang und Foltermethoden, einfach nur durch das Schweigen meiner Kirche und ihre vorbehaltlose Zusammenarbeit mit der Kriegsmaschinerie des Landes in tausend kleinen Dingen."

Schweigen? In Form der ganzen Gebete gegen die fremden Teufel, für die Mörder in Uniform und schließlich das Segnen von Massenvernichtungswaffen? Hat er mal einen Blick in die Geschichte gewagt? Wann jemals schwiegen die Kirchen wenigstens, wenn es ans große Metzeln ging? Welcher Krieg war nicht zumindest am Rande auch ein Kreuzzug? Die Heuchelei steigert sich übrigens in unerreichte Höhen, wo es um 'christliche' Opfer in Nagasaki geht. Haben die anders gebrannt als die Heiden?

Auch in Deutschland wollte man schon so früh wie möglich mitverdampfen, der Trend ist nicht neu. So salbaderte Gustav Gundlach 1958:
"Wenn die Welt untergehen sollte, wäre das auch kein Argument gegen unsere Argumentation. Denn wir haben erstens sicher Gewissheit, dass die Welt nicht ewig dauert, und zweitens haben wir nicht die Verantwortung für das Ende der Welt. Wir können dann sagen, dass Gott, der Herr […] dann auch die Verantwortung übernimmt."

Armageddon

Losgelassene Moral in höchster Vollendung. Das (göttliche) Urteil – eingehüllt in menschliche Entscheidungen – kennt kein Korrektiv im Diesseits, sprich: der Realität. Eine überlegene Autorität, die über Leben und Tod, am Ende der ganzen Menschheit, befindet, will sich gar nicht verantworten. Sie steht außerhalb jedes Zusammenhangs. In der Psychiatrie nennt man das auch Psychose.

Das Ergebnis unterscheidet sich nicht von der protestantischen Variante, die das Pferd umgekehrt aufzäumt und freidrehende Moral einfach Verantwortung nennt, egal, welche Abgründe sich dadurch auftun. Beide verachten die Menschen, reduzieren sie auf Stückgut und Manövriermasse. Tod, Hunger und Leid sind stets Kollateralschäden der höheren Weihen. Das Gute muss erbarmungslos "gewinnen", auch "wenn die Welt untergehen sollte".

 
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Vor einigen Jahren noch wussten deutsche Medien, dass und wie Joe und Hunter Biden in die Angelegenheiten der Ukraine verstrickt waren. Sie steckten knietief drin, bis hin zu Personalentscheidungen auf höchster Ebene. Ohnehin pflegten sie beste Kontakte zu den Milliardären, die seit der Gründing der Ukraine den Staat ausgeplündert haben.

Insbesondere galt ihr Augenmerk zumindest zeitweise der Ostukraine und deren Ressourcen, an die sie und ihre Kameraden dummerweise nicht herankamen, weil sich Lugansk und Donesk weder von Kiew regieren ließen noch von den mörderischen Nazis haben einschüchtern lassen, die tausendfach Russischstämmige abgeschlachtet haben.

Gehen Sie weiter

Es ist dies nur ein Detail, das völlig unter die Räder kommt, weist es doch auf Hintergründe, die gar nichts mit der Bosheit des Dämons von Moskau oder angeblichen Expansionsbestrebungen zu tun haben. Im Gegenteil erklärt es, warum Kiew das Minsker Ankommen nie umsetzen wollte – und mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Bidens hartnäckig dazu gedrängt wurde, es eben zu unterlassen.

Ich schrub dazu vor exakt 5 Jahren:
Ah, ich sehe, es geht hier gegen die Bösen: "Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung". Wie machen die Russen das? Ah, hier: Über eine Steueroase. Auf den Jungferninseln. Warte, die sind doch britisch! Ach, und BP ist auch beteiligt. Und guck mal hier, der "unabhängige Aufsichtsrat" der Firma heißt Gerhard Schröder, genau wie der Exkanzler. Oops, das ist er ja höchstselbst!

Diese Russen, haben alles im Griff. Übrigens auch in der Ukraine, bei den Separatisten. Nein, warte, bei den anderen, den Guten, ihr erinnert euch? Joe Biden, sein Sohn und die lustige Seilschaft im Gasgeschäft? Nur mal so als Beispiel. Der Präsident des Landes ist übrigens Schokoladenmilliardär, so heißen Sieger. Alles klar so weit? Übersicht komplett verloren, Weltbild gefestigt? Mission accomplished.

To Be Continued

Man kann das nach Belieben veranstalten. Eurasien, Ozeanien, Russland, der IS, Juden, Türken, Aliens. Am Klang der Worte erkennt jeder Halbgescheite, auf welcher Seite er zu stehen hat. Kann sein, dass da mal einer auf dieser Seite auftaucht und dann wieder auf jener, aber das ist Inhalt, den merkt sich eh keiner. Na ja, und einiges hat ja doch Bestand – oder hat schon mal jemand was vom guten Russen gehört? Haha.

Aber werden wir mal nicht sachlich, so kann der atlantische Journalist nicht arbeiten und der Politclown schon gar nicht. Schnell ein-zwei Eimer Moral drüber, dann klappt’s auch mit dem Weltkrieg.

 
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Die USA fahren einen klaren Kurs hin zu einem atomaren Erstschlag gegen Europa. Offenbar ist die Hoffnung des sterbenden Imperiums, dass es einen Weltbrand überlebt, um über Mordor zu herrschen, und bevorzugt diese Option gegenüber der, vom Sockel gestoßen zu werden.

Einer der entscheidenden Schritte dorthin war die ungeheure Provokation der Welt durch die einseitige Kündigung des INF-Vertrages. Über diesen schreibt die völlig propagandaverseuchte Wiki:
"Er wurde auf unbeschränkte Dauer geschlossen, ist jedoch seit dem 2. August 2019 außer Kraft gesetzt."
Genau. "Ist ausgesetzt". Nein, er war den Amerikanern und ihren tödlichen Spielchen im Weg.

Derweil wird der Irrsinn schon einmal vorgebohrt und ernsthaft über Atomwaffen in Finnland gesprochen. Unter der scheinheiligen Behauptung, Finnlands Sicherheit vor Russland, die über Jahrzehnte durch freundschaftliche Beziehungen gewährleistet wurde, werde gestärkt, wird Russland ggf. zur nächsten unprovozierten® Militäraktion gezwungen. Auf die kann man dann prima nuklear reagieren.

Weltbrand willkommen

Schon die Infrastruktur für Atomwaffen ist für Russland nicht hinnehmbar. Da obendrein der INF-Vertrag erledigt wurde, wäre Russland wehrlos gegen einen Angriff aus dem Nachbarland. Sollte es so kommen, wird der Wolf wieder schreien, das Schaf wolle sein Imperium vergrößern. Dasselbe Spiel spielt er derweil mit China in Taiwan.

Und damit das Paket auch komplett ist, übt die NATO den Erstschlag, der inzwischen auch offiziell Doktrin ist. Der Welt keine ruhige Minute mehr! Klar, da wollen wir auch Deutschland sicherer® machen. Wer will schon die anderen allein verdampfen lassen, weil er gar keine Bedrohung für die größte Atommacht der Welt darstellt? Die ökonomische Vernichtung Europas reicht unseren Volksvertretern offenbar nicht.

Das Gebot der Stunde für ganz Europa ist: Raus aus der NATO, sofort – selbst, wenn man nur die Amis rauswirft. Das ist eine Frage des blanken Überlebens. Bei der Gelegenheit kann man gern auch alle zum Teufel jagen, die ihre Bevölkerungen als menschlichen Schutzschild für ihren Größenwahn missbrauchen.

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