politik


 
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Der Rechtsextremismus (bessere Hälfte des Evoliure - Extremismus von links und rechts) ist so gut wie besiegt. Auf "Halle" reagiert das empörte Volk mit Lichterketten und Gottesdiensten! Dann können wir uns ja wieder ganz dem Linksextremismus zuwenden. Der Volksjournalismus Springerscher Tapferkeit prescht bereits vor und verhaftet die Schuldigen. Eimer bereithalten!

In der Nachbarschaft hat sich das Niveau ebenfalls zu Schutz und Trutz im Matsch eingegraben und rückt der bösen Linken® mithilfe neutraler Rechtsaußen auf den Pelz. Die Bedrohung durch den um sich greifenden Marxismus ist nicht hoch genug überzubewerten. Derweil erkennt die intellektuelle Speerspitze des linken® Bloggertums, dass Luther - wie Goethe und Marx - nur wegen übertriebener politischer Korrektheit als Antisemit gilt. Wenn der Heini noch einmal behauptet, er hätte mein Buch gelesen ...

Der Täter

Ceterum Censeo: Es gibt keinen Schuldligen vor einem rechtskräftigen Urteil. Der Verdächtige, besser: der Typ, der auf den Filmen von der Tat zu sehen ist, war nicht "antisemitisch" oder "rechtsextremistisch" motiviert. Jedenfalls nicht ausschließlich, ebenso wenig wie Ischlamischte® islamistisch motiviert sind. Das ist Stammtischniveau.

"Motiv" bedeutet Beweggrund. Was bewegt einen Täter zur Tat? In solchen Fällen zumeist eine beachtliche psychische Störung. Wären Antisemitismus, Islamismus oder Extremismus hinreichende Motive, würden die Menschen sich täglich massenweise ermorden. Dass also ein Irrer Amok läuft, ist kein Hinweis auf "wachsenden Extremismus". Ebenso wenig aber macht ihn das zum Einzeltäter®.

Der Rechtsextremismus muss auch gar nicht wachsen. Die stillen Morde und täglichen Verbrechen gegen Schwache und Minderheiten sind viel mehr Symptom als der sensationelle Fall, mit dem die Medien jetzt ihr Geschäft machen. Sie zeigen überdies, dass Juden eine Opfergruppe unter vielen sind. Wer sich näher damit befasst, weiß ohnehin, dass sie Gegenstand extremer Verschwörungstheorien sind, die wiederum mit bestimmten Gruppen und psychischen Dispositionen zusammenhängen.

Die Schreibtische

Der Hass der Rechten ist ebenso banal wie die Auswahl der Opfer durch ihre Gewalttäter. Er ist selbstverständlich eingebettet in eine Atmosphäre, die solche Taten begünstigt oder hemmt. Die Abwertung von Menschen als in letzter Konsequenz lebensunwürdige wiederum ist vielschichtig - und in der Tat eng mit rechten Ideologien verbunden. Der Neoliberalismus ist eine der aggressivsten davon, aber er trägt immerhin Anzug und Krawatte.

Die rechte Infrastruktur wiederum ermutigt potentielle Gewalttäter ungemein. Sie besteht dabei nicht nur in Landstrichen irgendwo im Osten, in der Negerklatschen verbale Folklore ist (Opfer finden sich allerdings nicht so leicht, der Migrantenanteil tendiert gegen Null), sondern vor allem in den Netzwerken von Faschisten in Polizei, Bundeswehr und vor allem den 'Diensten'. Rechter Terror wird von diesen geradezu aufreizend gedeckt. Wenn rechte Spinner glauben, der Staat im Staate warte nur darauf, einen faschistischen Umsturz zu unterstützen, können sie sich leider auf reichhaltige Fakten berufen.

 
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Was politisch so abgeht ... hallo, ist das hier ein politisches Blog? Kommt drauf an, wer fragt, und hey - es gibt doch auch das Archiv, da stehen jede Menge Kommentare zu Wahlen, Gesichtern, Wählern, deren Gesichtern, Willensbildung und anderen lustigen Geschichten aus dem Taschenbuch des Lebens.

Ich habe eben gar gelesen, dass irgendwer mit irgendeinem Namen eine Wahl gewonnen haben will und wer mit einem anderen Namen eine andere. Ich habe sie mir bis heute nicht gemerkt und da wird auch nix mehr draus. Ansonsten haben mehr Nazis mehr Nazis gewählt, weil sie mehr Nazi wollen. Lieber Nazi als BRD und Ausländer in Bundesländern, die sie ohnehin nie bereisen werden.

Glaube miir ...

Man hat ihnen wohl, verdammt aber auch, die Ziele und die Moral der Guten schon wieder nicht richtig vermittelt. Zu dumm! Wer? Ach so, natürlich alle. Diese Demokratie-Simulation versinkt in einem Sumpf aus Blödheit. Das hat durchaus Gründe. Zum Beispiel den, dass Kapitalismus es nicht so mit der Wahrheit hat.

Mit der Wahrheit hat noch nie jemand ein Auto verkauft, geschweige das zehnte Händie. Mit der Wahrheit kann man auch ganz schlecht die Anpassungsleistungen der Apparatschiks an den großen Betrieb verkaufen. Die Ideale von vorvorgestern, bei deren Verwirklichung immer wieder etwas dazwischen kam. Jetzt das Erwachen mit Schrecken, weil die Dummbatzen da draußen dieselben Versprechen beim hundertsten Mal plötzlich und unerwartet nicht mehr glauben.

Was macht derweil die Alternative zur Alternative, das rechtspopulistische Biertischgeschwür "CSU"? Sie schicken einen PR-Fuzzi [YT; Warnung: Eine Lobotomie ist gnädig dagegen.] aus dem eigenen Gedärm ins Rennen gegen einen Youtube-Kasper, der den Unmut der Jugend jüngst recht adäquat zu formulieren wusste. Armin Petschner, der im echten Leben noch viel weniger hip aussieht als in seinem peinlichen Video, hat genau die wilde Vita, die für die nötige Street-Credibility sorgt:

Influenzer A

Zunächst "politischer Referent" der Jungen Union Bayern (Wat dat? Gedungener Parolendrescher?), dann "persönlicher Referent des Chief Operating Officers" der Münchner Sicherheitskonferenz, mithin Diener des ersten Dieners von Wolfgang Ischinger. Als wäre das nicht schon Rock'n Roll genug, verdingt er sich in einem Fuzzitum, das PR-Zeugs in der Furzglocke des Oktoberfestes (nämliches, CSU, Hypo Vereinsbank, FC Bayern u.ä.) erstellt: "creative and social media optimized content strategy" - BINGO!

Glaubhafter geht nicht - glaubt die CSU und verbrennt das nächste Babyface nach dem Amthor Philipp. What comes next? Werden sie Dorothee Bär mit einem Mützken über den Zöpfken auf der Gorch Fock anbinden und auf den Atlantik schleppen lassen? Oder muss es am Ende doch der arme Söder Markus alles selber machen? Wie dem auch sei, es wird Demokratie® ganz neu vermitteln. Sicher.

 
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Zurecht hat der deutsche Außneministern Russlands Machthaber Putin scharf für die Menschenrechtssituation in dessen Reich kritisiert. Insbesondere die Verhaftung und Abschiebung kritischer Journalisten wirft ein deutliches Licht auf das Regime und seine Methoden.

Demonstranten werden in Schnellverfahren verurteilt; die anwaltliche Vertretung der Beschuldigten ist eine Farce, die nur dazu dient, ihnen eine effektive Verteidigung zu verweigern. Derweil wird das Volk aufgehetzt gegen alle, die ihr demokratisches Recht auf Protest wahrnehmen wollen. Diese werden als militante Chaoten dargestellt, vor denen man Angst haben müsse.

Methoden einer Diktatur

Bei ähnlichen Veranstaltungen hat Putin bereits gezeigt, dass er auch vor Stasi-Methoden nicht zurückschreckt. Hier reichte schon der "Verdacht auf Vorbereitung" angeblicher Gewalttaten, um Hunde auf Demonstranten loslassen zu können, denen die politische Polizei zuvor Geruchsproben entnommen hatte.

Einschüchterung, willkürliche Verhaftungen, Schauprozesse ohne anwaltliche Vertretung, Staatspropaganda, um Angst gegen die eigenen Landsleute zu schüren, und alle heimischen Medien machen mit. Ausländische Medien werden derweil an der Arbeit gehindert oder zumindest diskreditiert. Wer bedient sich solcher Methoden?

Die Putins der G7 treffen sich jährlich, um im Rahmen ihrer Gespräche zur Koordinierung der Interessen des Kapitals ihre Macht zu demonstrieren. Sie lassen sich eine Stadt oder zwei absperren, werfen das Volk raus, verhaften jeden, der ihre Gemütlichkeit zu stören sich anschickt und hauen nach dem Abräumen des Büffets wieder ab in ihre Regierungsbunker. Das ist gelebte Parlamentarische Demokratie®; so sieht sie aus, dafür ist sie da. Der mündige Bürger kann sie nach freiem Willen wählen oder bestätigen. Das ist seine Freiheit.

 
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Bundesarchiv B 145 Bild-F049327-0028 Wegmann, Ludwig

Als Wissenschaftler lebt man ganz gut mit der Erkenntnis, das diese ein Haltbarkeitsdatum hat. Das veranlasst zwar manche Geisteswissenschaftler, sich in ein Geschwätz einzuwickeln, das den Hauch der Ewigkeit verströmt (weil es sich so anfühlt, wenn man das liest), aber gerade je genauer man etwas wissen will und je kritischer man sich selbst prüft, desto mehr dominiert der Zweifel.

Für Nichtwissenschaftler ist das tendenziell eine Einladung, sich religiösem Firlefanz zuzuwenden, denn entweder sind die Antworten auf deren Fragen immer unbefriedigend, weil mit doppeltem Boden versehen, oder sie sind gelogen, was sich früher oder später rächt. Also mutet man ihnen zu, irgendwem etwas zu glauben, was sie nicht verstehen. Dann kommen die Experten, mit denen die Korruption und die Propaganda.

Freies Stimmvieh

Mithin gibt es eigentlich keine Alternative als sich selbst zu informieren, selbst zu lernen und zu studieren, wenn man verstehen will. Dies wiederum überfordert viele, insbesondere ausgerechnet diejenigen, die sich für besonders schlau halten, weil sie eine Abkürzung zum Wissen kennen. Bedient werden sei damit von Scharlatanen, die auf alles dieselbe Antwort vorhalten und mit schwindelerregenden Argumenten 'beweisen', dass es Götter, Einhörner und geheimnisvolle Kräfte gibt.

In einer Massengesellschaft führt das unweigerlich dazu, dass sich Herrschaftsstrategien durchsetzen, die auf Entmündigung, Manipulation und autokratische Führung hinauslaufen. Dies umso mehr, je korrupter die Instanzen bereits sind, die einerseits informieren und andererseits zu Entscheidungen führen sollen. Das kann nicht im Sinne eines Wissens funktionieren, das auch nur halbwegs auf der Höhe der Zeit wäre.

Mit anderen Worten: Die Entscheidungen, die in einer 'Demokratie' getroffen werden, beruhen notwendig auf Desinformation, Manipulation, Dummheit und einem Mix kruder Religionen, von denen deren Anhänger oft gar nicht wissen, dass es welche sind. Daran scheitern die meisten nicht-autoritären Ansätze einer politischen Organisation und es erklärt dementsprechend, warum sich immer wieder autoritäre durchsetzen.

Bottom Up

Die einzige Chance für eine wirklich demokratische Alternative ist die, dass Entscheidungsträger wissen, was sie tun. Dies wiederum bedeutet für die meisten Entscheidungen, dass sie von unnötiger Komplexität befreit werden. Wenn Menschen vor Ort, dort, wo sie leben, über das entschieden, was sie selbst betrifft, wenn sie diejenigen kennen, die Entscheidungen umsetzen und sich mit allen anderen austauschen, die von ihren eigenen Entscheidungen betroffen sind, wäre schon sehr viel gewonnen.

Auch das spricht - auf der rein organisatorischen Ebene - für eine Priorität der Kommune über die anderen (überregionalen) Ebenen. Damit ist das Problem noch nicht gelöst, dass es für komplexere Probleme nach wie vor 'Experten' bräuchte, aber die wiederum müssten sich vor Menschen verantworten, die gelernt hätten, welche Konsequenzen die eigenen Entscheidungen haben. Sie wären eben keine bevollmächtigten Stellvertreter mehr.

 
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Exemplarisch für die Zunft der Abschreiber verlinke ich hier den "Stern", der es einmal mehr schafft, die Begriffe "Twitter" und "Empörung" in einem Text unterzubringen. Ach was! Da lässt jemand in ein paar Zeilen eine Provokation auf der Trollpiste vom Stapel und darauf springen welche an? Hatten wir ja noch nie, zumal wenn der Urheber dafür bekannt ist, seine faschistischen Ausfälle nicht kontrollieren zu können oder zu wollen.

"Wann kommt endlich der Aufstand der Generäle?", so seine Frage, die er später, wie die Sandkastenfaschisten das heute so zu tun pflegen, relativiert. Aber neiin, er meinte doch nicht einen Putsch! Es muss einem völlig egal sein, was er meinte, wie er es meinte und ob er überhaupt etwas meinte. In dieser Phase des Zerfalls einer Parlamentarischen Demokratie haben die Nazis nicht die Eier, Klartext zu reden. Sie ergehen sich in Andeutungen, Vieldeutigkeiten und schlimmstenfalls nehmen sie morgen zurück, was sie heute schwadroniert haben.

"Endlich"

Sie werden dafür gewählt. Nein, nicht trotzdem, sondern deswegen. Ihre Wähler wollen das. Sie wollen in dieser Phase diese Repräsentation ihrer faschistischen Gesinnung, so wie sie in einer späteren Phase den ganzen Rest wollen, vom Pogrom bis zum Vernichtungskrieg. Das macht sie geil, damit fühlen sie sich überlegen und stark. Ihre Weltuntergangsphantasien halten sowohl ihr krudes Weltbild als auch ihre Psyche zusammen. Sie sind dasselbe Pack auf derselben Basis wie dunnemals.

Und wie dunnemals glauben die Schleichers, von Papens und Brünings, die Konservativen, Klerikalen und heimlich Nationalen, das sei eine Randerscheinung, gestützt von verirrten Bürgerlich-Konservativen, die sich schon wieder einreihen werden. Alles nur Großmannssucht, Provokation und Protest. Ihnen gefällt sogar, dass die Rechtsnationalen die Linken in den Schatten stellen.

Einer der Hauptunterschiede ist der, dass wir das alles schon hinter uns haben, dass eigentlich niemand glauben kann, so etwas könne es nicht geben. Trotzdem lässt man die Faschisten gewähren, die einen Testballon nach dem anderen ablassen, bis "endlich" einer fliegt oder zwei oder drei. Immerhin haben sie den politischen Mord bereits realisiert, jetzt kokettieren sie mit dem Putsch. Das sind Nazis. Sie reden so, sie denken so, sie handeln so. Und dafür werden sie gewählt.

 
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Hat Bock auf Kanzler: Rainer L.

Nein, es geht nicht um Personen; ging es auch nie. Wenn ich hier jüngst das Eine oder Andere zu personellen Besetzungen im politischen Betrieb sage, dann aus den bekannten Gründen: Es gehört erstens zur Chronistenpflicht, zweitens die Symptome des Verfalls zur Kenntnis zu nehmen. Was derzeit an Geschacher und - nicht weniger interessant - Zögerlichkeit an den Drehtüren herrscht, hätte in anderen Zeiten Stürme ausgelöst.

Zunächst zur Prominenz: Uschi von der Leyen soll Juncker beerben. Das hatten wir schon, aber es ist im Gesamtpaket ein Element aus Korruption, der Belobigung von Versagern und ein Fanal der Ignoranz gegenüber allem, an dem die EU bereits krankt. Soll das die Antwort sein auf Brexit, Nationalismus und der Erosion sogenannter "Volksparteien"? Genialer Schachzug!

Wissen wie's geht

Dann Christine Lagarde. Sie ist der Prototyp der Teflon-Politikerin. Erinnert sich noch jemand an Friedrich Zimmermann? Er ist noch immer die Benchmark für taktische Idiotie als jemand, der sich hat bescheinigen lassen, zeitweise dem Schwachsinn zu verfallen, um sich aus einem Meineid zu winden. Später wurde er Bundesinnenminister. Frau Lagarde als Superexpertin und Juristin hat es ihrerseits geschafft, sich durch Ahnungslosigkeit rauszureden, in einer Sache, in der es um schlappe 400 Millionen Euro ging.

Top Star in der neuen Garde ist Josep Borrell, der mit 72 noch rüstig genug ist, EU-Außenbeauftragter zu werden. Der feine Herr weiß, wie man sich Privilegien zunutze macht. Das muss ja nicht immer legal sein. Auf Fragen, die ihm nicht behagen, reagiert er mit einer Mischung aus Arroganz und autokratischer Gesinnung. Welche Fragen man ihm zu stellen hat, will er gern selbst entscheiden. Was soll's, immerhin betrachtet er Russland als Feind und China als Bedrohung. Das qualifiziert.

Wer will nochmal

Derweil ist die Kanzlerin eine Lahme Ente, die auch noch dauernd zittert, aber das ist sicher nur Wodkamangel. Jedenfalls ist der Umgang mit ihrem Gesundheitszustand transparent wie seit Breschnews Zeiten nicht mehr. Sie ist ja unersetzlich. War die Szene je derart abgerockt, dass niemand Kanzler werden wollte? Dass es auch niemanden gibt, den die Wähler® wollen würden? Ich bin dann ja für Friedrich Merz, denn je dicker es kommt, desto größer der Schmerz, und es wird vielleicht Zeit, endlich irgendetwas zu merken.

Sehr geil übrigens auch und sehr am Rande, was Johanna von Thunberg so zu erreichen droht. Sogenannte "Wirtschaftsweise" haben dolle Ideen wie die, Öl und Sprit zu verteuern. Dann können die Mieter sich schnell neue Heizungen einbauen lassen und die subventionierten Pendler sich fix Elektroautos kaufen. Oder eben frieren und mit dem überteuerten ÖPNV zu spät kommen. Den Rest regelt wie immer der Markt® durch - tadaa! - Emissionshandel. Kurzum: Alles wie gehabt, das haben wir schon immer so gemacht und sonst könnte ja jeder kommen.

 
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Ernsthaft jetzt? Uschi von der Leyen wird Juncker? Ihr traut euch was! Warum eigentlich, fragen Gazetteure vom Journaill. Ja, warum wohl? Alter Adel. Hervorragend vernetzt. Stinkreich. NATO-gestählt. Die Dame schwebt in einer Parfumwolke der Elite. Bei Normalsterblichen nennt man das "Stallgeruch", in ihrem Fall ist es der Pesthauch der Paläste.

Dennoch ist sie handzahm, liest artig jeden Zettel ab, macht alles mit und redet alles schön - es sei denn, sie ist im Auftrag der Angst unterwegs. Dann muss sie schon mal vor Alten und Kranken den Buhmann geben, damit ihre Spießgesellen den Überwachungsstaat voranbringen können. Remember? Eat this:

"Aber die 80 Prozent, die nicht so versierte Internetnutzer sind, deren Einstieg geschieht über den klassischen Weg der Spam-Mails, mit denen sie überschüttet werden, mit denen sie angelockt werden - ich sage mal aus der Drogensprache 'angefixt' werden - und dann kommt der Hunger nach mehr. Dann fängt das Suchen an. Es werden gezielt auch Angebote unterbreitet."

Fürchtet euch!

"Man wird sozusagen unkompliziert und verlockend auf einen Pfad geführt, wo - und das ist das Entscheidende - im Internet, solange keine Sperre da ist, das Gefühl entsteht: "Na ja, es guckt ja jeder sich das an." Die Hemmschwelle sinkt und das ist der Einstieg in die Sucht, die Vergewaltigung von Kindern immer wieder auch zu sehen. Ich muss auch deutlich sagen, dass die Experten sagen, dass ein kleiner Teil dieser User irgendwann das auch im realen Leben erleben möchte und sich deshalb dann auf den Straßen umschaut."

Jahaa, das ist schon eine Expertenkennerin, die Uschi. Und wenn sie ihr erzählen, Putin hätte den Mond mit Cyberstrahlen angegriffen, damit er uns auf den Kopf fällt, dann wird sie auch das mit seriöser Miene vortragen, und die Mehrheit der Konservativen wird mit dem Stahlhelm auf der hohlen Nuss in den Keller rennen. Die perfekte Besetzung für eine Demokratiesimulation, die mit den aktuell bereits Vollsenilen aussterben wird.

Aber wartet, wo Dunkelheit ist, das lauert auch die Finsternis. Habe ich mich jemals über das Äußere eines Politikers lustig gemacht? Wen gedisst, weil er scheiße aussieht? Na verdammt, dann wurde das auch mal Zeit! Der Amthor Flip ist nämlich einer der Typen, nein Bürschlein, deren Anblick mich in Wallung bringt. Da schießt mir die Säure ein.

The End Is Always Near

Ich bin an vielen Schulen unterwegs, aber das, was ich aus den 80ern noch kenne, diese Exemplare, die damals mit ihrem Samsonite-Koffer verwachsen waren und den totenhässlichen Anzug nur abgelegt haben, um sich 'leger' ins Lacoste-T-Shirt zu quetschen, diese gesichtslosen, amorphen inkarnierten Nichtse, die auf ihrer eigenen Schleimspur durch die Hallen glitten, ich hatte sie für ausgestorben gehalten.

Und dann kommt das. Das ist doch ein Bot, oder? Wenn man den zehn Mal fraggt, respawnt der doch als Horrorclown, richtig? Und was der plappert - das ist keine KI, das hat nicht mal Windows 3.11-Format. Sieht aus wie ein Teenie und haut Jahrhunderte alte Macho-Sprüche raus, ist für Abtreibungen, die er aber "Töten" nennt (Sie nannten ihn "Babykiller"), hat nix gegen Schwule, wenn die nur nicht zu extrem werden, findet das Wort "Ölauge" lustig und und und.

Himmel, das kenne ich von noch meinem Opa, und ich bin inzwischen selber einer. Dieses Angebot von der Resterampe der unvermittelbaren Schwiegersöhne aus der Kriecherfraktion soll also die Zukunft der hochheiligen Demokratie sein? Oder ist das vielleicht eine bizarre Art von Kunst? However, von mir aus kann das weg. Schickt den Schnösel in Pension, ehe er noch am Tor rüttelt!

 
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Was ist ein Grundgesetz? Da stellen wir uns mal ganz dumm ... ein Grundgesetz hat zwei Sorten Löcher. Die Einen schreiben jeden Schwachsinn hinein und durch die anderen geht seine Wirkung flöten. Es ist sehr schwer; so schwer, dass man es nicht unter dem Arm tragen kann. Wenn es ums Geld um Menschenrechte®, Freiheit® und das Gute® geht, schaut man nicht so stur hinein, das stört nämlich bloß die Verantwortung®.

Nein, das ist gar nicht lustig. Hatten wir zuletzt eben die Großkoalitionäre, die zeitweise beliebig Quatsch in die Verfassung sudeln konnten, eine Klientel, die ohnehin nicht weiß, was ein Gesetz ist und statt Regelungen zu treffen lieber PR-Titel in die Gesetzbücher schmiert, droht jetzt die Steigerung in Form Grüner Vorschriftenwut. Man kann jede Dummheit noch überbieten.

Ganz doll wichtig

Eine "CO2-Bremse" wollen sie im Grundgesetz stehen haben. Man darf sich hier überhaupt nicht mehr fragen, ob diese Ideologie auf Kindergartenniveau überhaupt den Unterschied kennt zwischen einer Verfassung und einem Parteitagsbeschluss. Man muss sich dem pädagogisch nähern, um das zu verstehen. Wenn sie etwas ganz dolle wichtig finden, dann muss das an eine ganz dolle wichtige Stelle, und die ist das Grundgesetz. Was man da reinschreibt, das passiert auch.

Kleine Kinder und religiöse Fanatiker glauben noch, dass man etwas nur mit entsprechender Autorität sagen und daran glauben muss, dann tritt es auch ein. Der infantile Pietismus der Grünen bedient beide Kategorien. Am besten beschließen wir dann noch das Ende vom Tierleid, schöne neue Elektroautos, bezahlbaren Wohnraum in allen Großstädten und dass wir uns alle liebhaben.

Solche Amateure, Traumtänzer und Moralfuzzis eint mit den anderen Christizisten und 'Konservativen', dass sie die Gesetzgebung als Vehikel ihrer kruden Weltsicht missbrauchen - sie glauben, man muss das Böse nur verbieten, dann verschwindet es. Wenn das nicht so klappt, muss man es noch doller verbieten (härtere Strafen, Fummeln am Grundgesetz). Was sie unterscheidet, ist dass die Schwarzen immerhin lesen können. Man hätte das Buch ja wenigstens mal zur Hand nehmen und bis Art. 20a blättern können.

 
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Das politische Stellvertretersystem ist in der womöglichen letzten Krise. Dass es der Krise des Kapitalismus folgt, ist eine Binsenweisheit, aber es gibt Symptome, die unabhängig davon auf einen wichtigen nötigen Entwicklungsschritt hinweisen. Wenn die Menschheit einmal etwas anderes schaffen soll als irgendwelchen Führern, Despoten oder Milliardären zu folgen, muss sie sich dringend von der Moral befreien, die immer wieder Herrschaftssysteme stützt.

Wir erleben gerade jetzt, wie eine Generation politischer Moralisten an ihrer Heuchelei scheitert, um der nächsten den Weg frei zu machen. Diese wird, das hat vor allem die jüngste Vergangenheit gezeigt, schneller an denselben Punkt gelangen als ihre Vorgänger. Es gibt einen stabilen rechten Bodensatz, der wie bereits erklärt gern in eine romantische Vergangenheit zurückreisen will. Diese Kandidaten müssen und werden an sich selbst scheitern. Die Lügen ihrer Führer sind zu offensichtlich und sobald diese Klappspaten etwas regeln müssen, geht das ohnehin schief.

Klimaneutraler Luxus

Interessanter ist das Sammelbecken der verwöhnten Mittelschicht mit ihren Hypermoralen, die alles besser haben wollen - die Welt, die Umwelt und den ganzen Rest. Dass deren Führer das verlogenste politische Pack sind, das sich nicht einmal Sozialdemokraten unverschämter hätten ausdenken können, wird nicht ewig ein Geheimnis bleiben. Zudem machen diese konfliktunfähigen Gutmenschen schlicht alles falsch - was ihnen derzeit einen paradoxen Erfolg beschert.

Die Partei der Angriffskriege, Laufzeitverlängerung, Hartz IV, Deregulierung, Gewerkschaftenkorrumpierung et cetera reitet derzeit auf dem Rettet-die-Welt-Ticket, wobei "Welt" die Bezirke rund um die Bioläden sind, wo man sich mit dem Kapital versöhnt, selbst was verdient und die Bienen lieb hat. Man ist bereit zum Verzicht, lebt man ja immerhin vegetarisch bis vegan, fliegt nur zweimal im Jahr in den Urlaub, spart auf ein Elektroauto, man hat Respekt vor den Fremden und findet Chemie schlimm.

Damit verbunden ist unmittelbar, dass niemand in dieser Blase wissen will, was Regierungen unter Beteiligung der Guten/Grünen in den vergangenen Jahrzehnten beschlossen haben. Man macht sich nicht für zehn Pfennig Gedanken darüber, wie sich Weltrettungsphantasien mit der Endkrise des Kapitalismus vertragen und wer dabei die Spielregeln bestimmt. Keine Ahnung, wie viel zu spät es schon ist und wieso gerade die Grünen als, Pardon, Huren des Kapitals dem auch noch das sprichwörtliche Biosiegel verpasst haben. Das Versagen bildet in Kombination mit den vollen Moralintanks eine explosive Mischung.

Triumph des Willens

Nachdem die einen christlichen Heuchler also allmählich aussterben, kommen die jungen Pietisten ans Ruder und sorgen noch einmal für eine Renaissance der dümmsten politischen Begleitkultur des Kapitalismus. Sie werden jedem Einzelnen ins Gewissen labern und weiterhin so tun als käme es auf 'unseren' Willen an. Sie werden weiterhin "Verantwortung" predigen, wo nur ein radikaler Ausstieg aus dem System noch Hoffnung zuließe. Auch sie werden 'Sicherheit' heucheln und sie den Geheimdiensten überlassen anstatt endlich volle Transparenz zu schaffen, damit wir wenigstens anfangen zu diskutieren, wie wir den Schlamassel in den Griff kriegen.

Sie werden uns die Ohren blutig faseln mit ihrem guten Willen, hohen Idealen und der schönen neuen Welt am Ende des Regenbogens. Die Grünen sind der Spiegel der Braunen, genau so bewusstlos, genau so idealistisch (bitte "Idealismus" selbst nachschlagen!), genau so vom Wahnbild eines rechten Willens geprägt, nur eben nicht ganz so rückwärts gewandt. Mit diesen Pfeifen ändert sich gar nichts. Da kann man auch gleich FPÖ wählen.

 
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Einer der wenigen, die angesichts des Falls Strache nicht in die kindische Empörung eingestimmt, sondern sondern Zusammenhänge aufgezeigt hat, war Tomasz Konicz. Um ehrlich zu sein, interessiert mich weder Strache, noch finde ich etwas Neues an all dem. Man kann aber hier recht anschaulich erkennen, was der Unterschied zwischen Kritik und deren Gegenteil, Affirmation, ist.

Es sind wie so oft die Massenmedien, deren Produzenten ihre Werke noch ernsthaft als 'kritisch' etikettieren, während sie es sich in der tiefsten Affirmation gemütlich gemacht haben. Statt nüchterner Erklärungsversuche mit der gebotenen Distanz zum Gegenstand wird distanzlose Empörung geübt.

Noch ein Einzelfall

Diese Empörung funktioniert nur, weil erstens das Ereignis unter den Hand zur Sensation aufgeblasen wird und zweitens gar nicht erst versucht wird, es in so etwas wie einen Zusammenhang zu setzen. Es muss unbedingt ein Einzelfall sein, ein Unfall, ein Blitz aus heiterem Himmel. Kritik, die mit Recht so heißt, ist aber der Feind solch zusammenhanglosen Tamtams.

Affirmation hingegen will, das alles so bleibt wie es vermeintlich ist, wobei sie so tun muss, als sei eigentlich alles in Ordnung. Die aktuellen Plakate der CDU etwa triefen vor dieser reaktionären Haltung. Weiter gehen nur die ganz Rechten: Deren Weltbild kommt derweil auch noch gewollt 'kritisch' daher, weil sie eben nicht bloß wollen, das alles so bleibt. Sie wollen vielmehr, dass es wieder so wird, wie es in kitschiger Verklärung einer beliebigen Vergangenheit angeblich einmal war.

Kritik hingegen ist gegenüber wünschenswerten oder unerwünschten Umständen zunächst grundsätzlich unentschieden. Sie analysiert den Ist-Zustand, vergleicht ihn mit (geschichtlichen) Erfahrungen und fragt danach, wie ein Ereignis in den Rahmen dieser Erfahrungen passt. Nach einem solchen Prozess kann man sich über 'Strache' nicht mehr ernsthaft aufregen. Gerade da, wo die Empörung derzeit nicht gespielt ist, ist sie zutiefst unkritisch.

Update: Ich habe in den letzten Satz das nicht ganz irrelevante Wort "nicht" eingefügt.

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