sozialzeugs


 
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Ich zitiere mich zunächst aus den Kommentaren:

Ich lasse mich nicht impfen, arbeite gegen Hygienemaßnahmen wie MNS oder Kontaktbeschränkungen und nehme mir die Freiheit, mich zu treffen, mit wem und wo ich will.
Daraus folgt unbedingt: Ich trage nichts zu epidemiologischen Lösungen bei; im Gegenteil: Ich sabotiere sie. Finden sich genügend Menschen mit dieser Haltung, werden epidemiologische Lösungen unmöglich. Ich bin nicht bereit, jegliche Konsequenzen für dieses Verhalten zu tragen, und fordere das unbedingte Recht ein, so zu handeln.

Eigentlich bin ich das Thema leid, aber wenn ich mir die aktuellen Kurven anschaue, kommt mir der Kaffee hoch. Wir könnten das hinter uns haben. Es ist daran gescheitert, dass ein depperter Egoismus von jämmerlichen Heldenopfern in Gummistiefeln eine Herdenimmunität nicht zulässt. Da das Ganze auch ein Spiel auf Zeit ist, haben wir jetzt halt verloren und die vierte Welle rollt. Glückwunsch!

Ichichich

Am besten gefällt mir dabei noch das Argument, die Impfungen hälfen nicht bzw. ließen nach weniger als einem Jahr schon nach. Listen, Sprallo: Erstens sterben die Geimpften aber kaum mehr daran und zweitens: genau, Arschloch! Hättet ihr euch impfen lassen, wäre das egal. So verlängert ihr die Scheiße eben umso effizienter, je länger ihr euch weigert.

Das alles ist auch möglich, weil dieser Staat in jeder Hinsicht scheitert, tatsächlich auch daran, dass die Repräsentanten nichts taugen. Gerade diejenigen, denen keine Maßnahme zu autoritär ist, um das Kapital zu schützen, und die sich obendrein als Law-and-Order-Typen darstellen, haben nicht die Eier in der Hose, zu tun, was zu tun ist. Zu spät, zu lasch, zu inkonsequent, von Anfang an.

Ich erwarte selbst als Anarchist, dass in Ausnahmesituationen Kompetenzen klar verteilt sind und Entscheidungen durchgesetzt werden, sofern sie dem Allgemeingut dienen und es, verdammt nochmal, um Leben und Tod geht. Da wird nicht diskutiert, da wird gehandelt. Ihr hingegen bedient euer vermeintliches Klientel oder wollt zumindest einen beträchtlichen Teil nicht verprellen. Das sind eure Prioritäten. Ihr taugt tatsächlich zu gar nichts.

 
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Jedes Jahr entscheiden sich 2000 Menschen, nicht einfach zu gehorchen. Oft mag es unbewusst sein, manchmal auch volle Absicht – was ihnen dann prompt besonders zur Last gelegt wird. Allein in der Zeit des Merkelregimes waren das 32000 Deutsche, die nicht einfach kehrtgemacht haben, bloß weil jemand ein Schild aufgestellt hatte. Man kann nicht alles einfach verbieten und glauben, damit hätte man sie alle im Griff.

Sollen diese Menschen alle falsch sein? Alle irre, kriminell oder extremistisch? Kein Einziger von ihnen soll vielleicht irgendwie recht gehabt haben mit seiner Tat, gute Gründe gehabt haben für das Abweichen von der Norm, Zigtausende, die wir einfach verurteilen können, ohne ihre Beweggründe zu hören und zu respektieren? Warum? Weil es gefährlich ist? Lebensgefährlich? Die Opfer, die allesamt auch hätten heil davonkommen können, hätten sie selbst entsprechend reagiert, tauchen nicht einmal auf in der Statistik der Sterblichkeit. Verbote helfen aber nicht.

Fucktenfinder

Ja, das ist wieder so eine Quatschübung. Ich bin ja auch keiner von denen, die Meinung mit Argumenten und Argumente mit Fakten verwechseln. Nur: Jedes Mal, wenn ich mir einen der Experten zu Gemüte führe, die von meinungsstarken Sprallos als Referenz genannt werden, kommt dasselbe dabei heraus. Ein Brei, der sich nach sechzig Sekunden als kompletter Stuss erweist und stundenlang weitergeht.

Dabei geht es nicht um Meinungen, Einschätzungen und Interpretationen, sondern um Stuss. Es ist falsch. Widerlegt, widersprüchlich, teils strategisch und bewusst irreführend. Das Spektrum reicht von erkennbar kranken Hirnen bis hin zu solchen, die bewusst lügen. Sogenannte Alternativen, von politischen bis hin zu Paralleluniversen, werden da verquatscht. Die Motive reichen von persönlicher Verwirrung, die sich mit Eifer paart, über Ideologie und Geltungssucht bis hin zu schlichten Geldinteressen. Ich bin einer von euch, spendet mir was!

Das Ergebnis ist eine bleierne Müdigkeit. Am Ende palavern nur noch manische Laberbacken und Leute, die dafür bezahlt werden. Glückwunsch, ein öffentlicher Diskurs findet nicht statt. Beruhigend – vorläufig – ist, dass Wissenschaft als solche im Kern nicht dort stattfindet. Sie zu diskreditieren, führt allerdings dazu, dass das, was von ihr in die Öffentlichkeit dringt, den Gesetzen einer vielschichtig verkommenen Kultur zum Opfer fällt. Für Nichtwissenschaftler ist nicht mehr unterscheidbar, was seriös ist und was Rosstäuscherei. Noch mal Glückwunsch!

 
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Weil er mir zuletzt quasi täglich begegnet, muss ich einmal mit diesem Begriff aufräumen. Fangen wir beim Bezugsspruch an: "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden". Das ist Bullshit, gleich auf mehreren Ebenen. Es fängt damit an, dass Freiheit nicht bloß mit 'denken' (oder meinen) zu tun hat, und hört da auf, wo der Begriff "denken" falsch gewählt ist.

Oder haben "Andersdenkende" eine andere Logik? Funkeln die Synapsen in einem anderen Licht? Benutzen sie dafür ein anderes Organ? Hier ist eindeutig "meinen" gemeint; es geht um Meinungsfreiheit. Hätte Luxemburg gesagt "Freiheit ist ohne Meinungsfreiheit nicht möglich", wäre das diskutabel gewesen. Gemeinhin ist in den Ausführungen derer, die den Spruch missbrauchen, auch von Meinungen die Rede, nicht genuin von Denken.

Das ist relevant, weil es nämlich fürs Denken Regeln gibt, schon für den organischen Vorgang, der mit teils unkontrollierbaren Hirnaktivitäten verbunden ist. Daher auch die Regeln der Logik und deren Überprüfung sowie andere Kriterien, anhand derer man Inhalte überprüfen kann. Halten sie nicht stand, sind sie falsch. Man kann sie dann noch als Ausdruck verwenden, für Befindlichkeiten oder Ähnliches, aber sie taugen nicht mehr zum Austausch, weil sie völlig individuell und nicht übertragbar sind.

Ich bin anders, ihr seid gleich

Dann gibt es wiederum eine hässliche Chimäre, die zwischen Denken und seinen Regeln einerseits und Meinen anderseits ihr Unwesen treibt: die Einschätzung. Sie ist oft notwendig, weil Entscheidungen auf unsicherer Datenbasis getroffen werden müssen oder ein Modell der Wirklichkeit erstellt wird. Selbstredend: Einschätzungen sind sehr oft falsch, und wer stets die erste verteidigt, hat ihren Sinn und Zweck nicht verstanden. Dafür steht gern der Satz "Glaub' ich nicht". Kann sein. Das aber ist das Gegenteil eines Arguments.

Was mich schließlich auf die Palme bringt, ist die Attitüde, die regelmäßig mit dem 'Andersdenken' verbunden ist: Ihr denkt alle gleich, ich denke anders. Ihr seid manipuliert, ich bin kritisch. So? Schon mal überlegt, ob nicht vielleicht jeder Einzelne eine andere Meinung hat als die anderen, auch wenn sie (vermeintlich) zu einer Gruppe gehören? Oder, noch einfacher: Dir gegenüber sind das die Andersdenkenden. Ja ja, Schlafschafe, die haben kein Recht.

Der Blödsinn mit dem Andersdenken ist dabei eine der leider beliebten Varianten des Identitären. Es werden Menschen in Gruppen zusammengefasst, mit Eigenschaften behängt und derart identifiziert. Die sind dann so, und zwar fast immer minderwertig. Von ihnen kann man alles Mögliche fordern, muss ihnen dasselbe aber nicht zugestehen. Die sind ja nicht andersdenkend. Die sind falsch.

 
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Vorweg: Ich bin ja für Meinungsfreiheit, aber. Das hängt nämlich damit zusammen, dass wir es hier mit einer klärungsbedürftigen Vokabel zu tun haben. Diejenigen, die gern lautstark eine solche für sich beanspruchen, haben oft gar keine Ahnung, was das ist. Dabei wäre es ganz einfach: Es handelt sich hierbei um den Titel für ein Recht, das im Grundgesetz wie folgt formuliert ist:

Art 5 
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.


Die Schranken

Das ist schon eine deutlich eingeschränkte Freiheit, und dabei geht es nur um die, irgendeinen Stuss von sich zu geben. Selbstverständlich bedeutet dies nicht, Äußerungen müssten ernst genommen werden oder wären in jedweder Hinsicht gleichberechtigt. Nein, davon steht dort absolut nichts.

Jenseits dieser gesetzlichen Regelung findet das echte Leben statt, und da gilt dieses Recht noch nicht einmal. Will heißen: Der Staat darf Schranken jenseits geltenden Rechts nicht setzen. Privatleute dürfen das. In meiner Wohnung gelten meine Regeln. In der Fankurve hast du mit den Farben des Gegners nichts zu suchen. Kein Publikationsorgan muss irgendetwas veröffentlichen, das den Verantwortlichen nicht gefällt.

Das alles aber ist nur der Rahmen. Ich frage mich immer wieder, warum viele Menschen zu der impertinenten Einstellung kommen, soche Rahmenbedingungen herbeizuzitieren und das auch noch falsch, wenn es darum geht, einen Gesprächsinhalt zu füllen. Eine zielführende Diskussion ist nämlich deutlich mehr als der Austausch irgendwelcher Parolen.

wahr und falsch

Inhaltlich muss ein Beitrag sich auf die Sache beziehen und er muss validen Kriterien folgen. Das ist das Schlimme. Es hat sich in dieser meinungsverseuchten Kultur depperter Einzelkämpfer durchgesetzt, dass die meisten Diskutanten einen imaginären Wettstreit gewinnen wollen und dafür Mittel einsetzen, die es ihnen ermöglichen, sich als Sieger zu fühlen. Eine gute Alternative zu dieser Handlungsweise wäre es, sich einen Finger in den Arsch zu stecken.

Diskussionen, wo sie sinnvoll, zielführend oder zweckdienlich sind, drehen sich um die Frage, was ist, um in einem gemeinsamen Lernprozess zu einem besseren Verständnis der Wirklichkeit zu kommen. Solche Diskussionen kennen nur Sieger. Wenn du widerlegt wirst, hast du unmittelbar etwas gelernt. Du kannst dann ggf. dem Nächsten über diese Stufe helfen.

Die Unart schließlich, Fakten zu Meinungen zu degradieren und Meinungen mit Fakten gleichzusetzen, ist die tiefste Stufe, auf die jemand herabsinken kann. Das geht ohnehin einher mit der Eigenschaft jeder Dogmatik, dass nämlich das innerste Prinzip von Erkenntnisprozessen umgekehrt wird. Der Meinungshaber sucht immer Bestätigung und kennt kaum Anderes. Erkenntnisprozesse hingegen schreiten voran, indem man sich korrigiert. Nur wer an seinem Wissen zweifelt, kann lernen, und nur, wer das erkennt, tut es auch.

 
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Nein, Rassismus ist keine Sache der Sprache. Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer äußeren, zumal angeborenen Merkmale kann sich aber durchaus auch in Sprache Ausdruck verleihen. Wenn man sich diese Ausdrucksweisen zu eigen macht, bedeutet das immer noch nicht, dass man ein Rassist ist. Erst wenn man sie mit entsprechenden Bedeutungen auflädt und sie verteidigt, wird es Rassismus.

Beispiel: Ich stieß jüngst auf den Begriff "Sportnation". Es gibt da diese unter den zur Zeit gegebenen Umständen ungeheuer blödsinnige "olympische" Veranstaltung, bei der Sportsleute wetteifern und sich zu dem Behufe in 'nationale' Gruppen einteilen lassen. Zum Ende des Events stellt ein 'Journalist' fest, eine "Sportnation" (Deutschland) habe quasi historisch schlecht abgeschnitten.

Nun, was mag das sein, eine "Sportnation"? Es muss gelegentlich darauf hingewiesen werden, dass "Nation" so heißt, weil es eben von "natio" kommt, wie "Geborenwerden". Als Teil der Nation ist man geboren – zumal in Deutschland, dessen Staatsbürgerrecht wie kaum ein anderes von der Blutlinie geprägt ist. Der Deutsche, zumal Sportler, ist also als Geborener ein Sieger; Besseres gewohnt, als auf Platz 9 zu landen – die BRD steht derweil an 17. Stelle nach der Einwohnerzahl.

Grüne Armee

Da muss die Sportnation sich schämen. Vielleicht sind wir schon zu sehr durchrasst, obwohl diese Schwarzen … und hier fängt dann der Rassismus an. Es ist aber gar nicht so wichtig, das mit der Rasse. Modern ist eine Haltung, die ohne Ansicht der Hautfarbe in Nützlichkeitsstufen einteilt – zumal, wenn es um den Zugang zur Nation geht.

Großes Kino liefern da aktuell wie gewohnt meine Freunde, die 'Grünen'. Eimer bereit? Unsere semantisch freidrehenden Antirassisten erbrechen sich eifrig in neoliberalem Neusprech und haben ein chancengerechtes® Punktesystem vorgeschlagen, nach dem die Nützlichkeit potentieller neudeutscher Ausbeutlinge bewertet wird.

Rekruten für die industrielle Reservearmee stabilisieren die Profite. Das Konzept unterscheidet sich letztlich kein Stück von der ollen Kamelle "Gastarbeiter", nur dass Unfälle wie neues Blut auf deutschem Boden eingepreist sind. So spart man sich auch den Stress, Leute rauswerfen zu wollen, die man eh kaum loswird. Da ist man ganz tolerant. Ach ja: Und sie heißen nicht mehr "Kanaken", sondern Zugewanderter:innen. Das wähl ich!

p.s.: Wer mag das sein?

"Sie kämpft für fairen Wettbewerb und offene Märkte. Die […] setzt sich für Gleichberechtigung, Chancengerechtigkeit und Wohlstand für alle ein. All das braucht als Grundlage eine offene, demokratische Gesellschaft. In der ist kein Platz für jegliche Diskriminierung und Ausgrenzung."

 
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Deine politischen Freunde heißen Gunnar Kaiser und Ken Jebsen? Deine Referenzen für dreißig deiner letzten neunundzwanzig Artikel heißen Wodarg und Bhakdi? Für dich ist stets klar, dass es Schuldige gibt und Ereignisse in der Regel einem ausgeklügelten Plan folgen (ohne jemals eines dieser Ereignisse vorhersagen zu können)?

Dann kommt also einer daher und sagt, dass er mit dir nicht kann und sowieso nicht will, weil nämlich siehe oben. Aha, denkst du dann, das ist so ein Systemling, der mir eine Kontaktschuld auflädt. Weil er nämlich von irgendwem eine schlechte Meinung hat und ich bloß mal mit dem geredet oder ihn zitiert habe, wo er doch recht hatte!

Da kommt ein Depp daher

Nein, Kollege; das Problem ist: Du bist ein Depp. Du hast noch nie in deinem Leben wirklich eine Situation, Lage, ein System oder einen Komplex sachlich analysiert. Du willst immer wissen, wer was will und warum, trennst die mit dem guten Willen von denen mit dem bösen und weißt daher auch, wer woran schuld ist.

Dass man dir nun vorwirft, dich in einer gewissen Gesellschaft zu bewegen, sogar den Eindruck zu machen, dazugehören zu wollen oder tatsächlich dazuzugehören, mithin mit gewissen Wölfen zu heulen und einer gemeinsamen Filterblase anzugehören, das ist erstens, wenn es zutrifft, eine Feststellung, aus der man Schlüsse ziehen kann. Manchmal wird das sogar konkret und zeigt dir auf, dass du gern beliebte Irrtümer verbreitest, weil es eben in gewissen Kreisen dazugehört.

Vor allem aber solltest du zweitens bedenken, dass einer, der sich ständig in der wohlig wärmenden Nähe von Deppen aufhält, das lehrt die gemeine Erfahrung, in aller Regel selber einer ist. Wenn das dann noch mit der Qualität gewisser Äußerungen korrespondiert, die wiederum durch enervierend häufiges Wiederholen eben nicht kompensiert wird, dann muss man halt annehmen, es mit einem zu tun zu haben. Denk jetzt nicht drüber nach; du wirst nur zu der 'Einsicht' gelangen, das sei pure Bosheit.

 
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Sofern sie noch Kinder sind, muss man es ihnen wohl nachsehen, wenn sie blaumachen, um ihren Teil zur Verleugnung der Tatsachen beizutragen. Das Zöpfchenmädchen ist ja nicht bloß fotogen, ebenso wie ihre deutsche Kollegin, es lädt auch den ganzen Politkarneval mit Bedeutung auf.

Wer es gern gemütlich und unkompliziert hat, wählt CDU. Daher werfen sich die noch lebenden Relikte einer Demokratiehoffnung aka Altrentner zuhauf in die Arme eines Klubs, der sich endlich wieder angemessen repräsentieren lässt: von einem katholischen Burschenschaftler, der Floskeln aus dem Wünsch-dir-was aneinanderreiht. Wir wollen prima Klima, super Sicherheit und Ruhe im Reihenhaus.

Alternativlose Liste

Der Gegenentwurf ist die Karikatur aus dem Lalaland, dasselbe in grün. "Klimagerechter Wohlstand" – und gendergerecht, woke, bio, protestantisch. Die Grünen stehen für … hier bitte etwas Grünes eintragen. Was sie dann tun, ist das Gegenteil, vor allem konsequent kapitalistisch und individualisiert. Und während die vom schwarzen Original sich wenigstens die Taschen vollstopfen, sind die Grünen korrupt aus schierem Eifer.

Mit ihnen geht alles: Laufzeitverlängerung, Kohlekraft, Angriffskrieg, Sozialabbau, Russenhass, Christizismus. Für den Rest gibt es halt dieses Gendergetue und Klimagequatsche. Doof nur eins: Laschet und Konsorten machen längst in derselben Klimarhetorik. Doof zwei: Das Ganze ist komplett unsinnig und lenkt bloß ab, weil es zu spät ist. Viel zu spät.

Das Klima ist längst gekippt. Die ärgsten Modelle haben sich überholt und selbst die Symptome sind schon längst unübersehbar. Damit hat vor einigen Jahren noch niemand gerechnet. Das ganze Klimagefasel ist eine Schlacht ums Vorgestern. Deshalb ist es auch so dankbar, kann man doch einerseits neues Zeugs verhökern, neue Zertifikate verhökern, neue Börsenprodukte verhökern – klimaneutraler Wohlstand für Wohlständige.

Ommmmm

Andererseits kann man zu Recht darauf verweisen, dass das 'Versagen' jeglicher Konzepte nicht dieser Generation anzukreiden ist, die ja immerhin alles versucht. Der nächste tote Gaul, dem man die Sporen geben, Medizin verabreichen oder Kunststücke zeigen kann. Alles versucht, hat trotzdem nicht geklappt.

Über all dem, darunter und darin, wirkt dieselbe alte Religiosität, geprägt von Schuld, Vereinzelung, Selbst- und Fremdunterdrückung mit dem Label "Freiheit". Das Programm ist ewiges Wachstum, heilig wie einst der göttliche Wille. Da kann man nichts machen, das muss. Den Dämon "Klima" muss man dann halt irgendwie besänftigen, durch Tugend und tätige Reue.

 
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Auch sie werden endlich gegenderrecht oder wie das heißt – die Katholen. Alles wird gut! Endlich werden Messdiener*_Innen gleichberechtigt von Pfaffen penetriert, und der Herr ist uns jetzt auch Mutter. Das passt ganz wunderbar in das ansonsten lutherfaschistisch geprägte Verantwortungs- und Selbstoptimierungsgefasel der Sprachpolizei. Ich weiß jetzt nur nicht, ob das ein ironischer Kommentar dazu ist oder die Vollendung des Schwachsinns.

Der schwächelt fröhlich auch im Spocht. Ist Manuel Neuer eine Schwuchtel oder was macht er mit dieser Regenbogenbinde? Da war Jens Lehmann noch von anderem Holze, der wenigstens rückwirkend Angst vor dem einzigen schwulen Fußballer der Weltgeschichte hatte.

Keine Schwulen, keine Sklaven

Ja, es gab doch nur den einen. Im Profifußball gibt es keine Perversen. Und kein Doping. Dafür aber jetzt Solidarität mit den Andersfickenden aller Sorten – sofern eben nicht unter meiner Dusche. Ja sicher. Alles wird immer besser. Beinahe so gut wie DFB, UEFA und FIFA, die schon immer für Fairness standen. Und Wettbewerb. Fairen Wettbewerb. Toleranz und so. Im Fußball ist sogar die Armut abgeschafft. Sollten wir uns ein Ballspiel, äh, Beispiel dran nehmen. "Respect!"

Reicht aber noch nicht. Was ist eigentlich mit den Juden? Den guten, meine ich. Die sagen Dinge wie: "Über den Zweiten Weltkrieg müssen wir nicht sprechen" und werden Militärrabbiner. Damit Juden zufrieden für Deutschland sterben können. Also für Freiheit. Menschenrechte. Mithin Handelswege. Dann wird die Beerdigung auch viel feierlicher. Sofern man noch was am Stück findet, das man in die Kiste packen kann. Immerhin: Kein Vergleich zu mussmannichtdrüber.

Doch, es ist vieles so schön geworden und demokratisch und gerecht in diesem wunderbaren farbenfrohen multikulturellen Leistungsträgerparadies. Da will man doch ganz vorn dabei sein in dem Land, für das man gut und gerne sterben möchte. Ich frage mich ja oft, ob man diese hirnfreie Bilderbuchwelt der Mittelschichtsidioten nicht einfach ignorieren sollte. So viel Blödheit kann einfach nicht überlebensfähig sein.

 
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Original: Seedfeeder, CC-Lizenz

Ich lauschte neulich einem Radiogespräch mit einer Autorin, die ihre Leserschaft gern im Hinblick auf den korrekten Umgang unter der Ägide der Sternchenmaler belehren möchte. Diese erklärte, dass gewisse Gepflogenheiten nicht bloß überkommen, sondern quasi machistisch seien. So sei es keineswegs gut, als Mann einer Frau die Tür aufzuhalten.

Er habe sich vielmehr zu überprüfen, wie "rein seine Motivation" sei. Wenn er sie nur attraktiv fände und es deshalb täte, sei das falsch. Wir sind also in der Sphäre des Gedankenverbrechens angekommen, eine Erfindung der Protestanten, die nicht gepeilt haben, welch ein Rückschritt die Abschaffung der Beichte ist, wenn man in die falsche Richtung marschiert.

Unentspannt

Noch einmal kurz dazu: Du bist Katholik? Dann fickst du fremd, treibst ab, betrügst deinen Nachbarn – und gehst beichten, womit du am nächsten Tag wieder entspannt und beschwingt durchs Leben marschieren kannst. Du bist Protestant? Dann musst du dich permanent prüfen, dir selbst misstrauen und mit den Resultaten dieses Hirnficks unentwegt deinen Mitmenschen auf den Sack gehen.

Ich halte eigentlich jedem die Tür auf (Coronatimes excluded), und wenn ich das für eine hübsche Frau tue, kann es schon einmal passieren, dass ich ihr dezent auf den Arsch gucke. Eine Instanz in mir mag sich dabei gar vorstellen, sie hätte die Möglichkeit, die Zielperson abzuschlecken, hier und da zu penetrieren, Sekrete auszutauschen und eine ungeheure Menge Kinder zu zeugen. Ich finde das völlig okay.

Dann gibt es sogar hier und da Damen, wo die Vorstellung konkreter (okay, da kommt eine Instanz hinzu, die das mit den Kindern nicht so gut findet) und das Ziel strategisch verfolgt wird. Ich wüsste auch gar nicht, wie und warum ich das lassen sollte. In jüngeren Jahren führte das gar zu regulärer Fortpflanzung, wobei ich jetzt gar nicht weiß, ob es das schlimmer oder besser macht.

Der Leib Christi

Es ist nämlich so, liebe Puritaner: Da die Kinder nicht vom Klapperstorch gebracht werden und auch die Lieferung durch Amazon von der Leihmutter zu den homosexuellen Pflegeeltern so nicht geplant war, gibt es da dieses Ding mit der Evolution, das zu jenen Trieben geführt hat, die Spezies wie die unsere dazu führen, sich paaren zu wollen. Das gilt übrigens auch fürs Üben und sogar für Paarungen, bei denen das gar nicht klappen kann. Die sind halt eine Variante.

Dies wiederum war kulturell immer wieder ein schöner Angriffspunkt für Herrschaften, vom Papsttum über Phantasiediktatoren wie Orwell bis hin zu Gören, die sich zu Rächern aller Opfer der Geschichte aufschwingen, um einen Gewissensterror aka Gehirnwäsche zu konstruieren, mit dem der Eifer in aktive Fremdbestimmung verzaubert wird. Am Ende hat sich immer herausgestellt, dass die Leute das nicht mitmachen wollen, weswegen man sie halt zum Guten zwingen muss.

Die Masterclass ist freilich das Verinnerlichen – es werde "Subjekt", das sich selbst Unterwerfende. Allein die Reinheit der Motivation ist das Ticket zum Garten Eden, was am Ende bedeutet, gar nichts zu wollen. Auf gar keinen Fall Genuss und niemals nicht dreckig ficken. Ich sag mal so: Ich fühle mich wohler auf der Dunklen Seite der Macht.

 
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Neulich spazierte ich an einer S-Bahn-Trasse entlang, als eine Bahn passierte, die in Tarnlook gestaltet war. Eine fahrende Reklame für eine Bewerbung um das Amt des Kanonenfutters bei der Bundeswehr. "Mach was Sinnvolles" stand darauf oder so ein dummdreister Quatsch. Wie hieß das damals noch: "Be a man. Kill a man!"

Jemand (vermutlich Jungvolk, man fragt sich allerdings, woher sie das Wort überhaupt kennen) hatte diesen Waggon erklommen und auf äußerst rebellische Art die Spraydose angesetzt, um in deutlich sichtbaren Lettern, weiß auf Camouflage, das Folgende aufzusprühen:
"Nein, Zivildienst!!!" Auch hier wird erbarmungslos und ohne Vorwarnung vom Exklamationszeichen Gebrauch gemacht.

So weit geht das mit der sozialdemokratisch verblödeten Jugend. So sieht ihr Widerstand gegen imperialistische Kriege und die Werbung dafür bei Menschen, die zwar noch nicht wählen, aber schon einmal töten lernen dürfen, aus. Wir wollen uns anders ausbeuten lassen, um die ohnehin mickrigen Löhne in der Pflege drücken zu helfen. Befehl und Gehorsam, jawoll, aber nur an der anderen Blut- und Scheißefront. Ohne schießen.

Sirjasir!

Wie immer, wenn so ein Quatsch verzapft wird, ist reichlich Unwissen dabei, vor allem geschichtlicher Art. Ich möchte hier nicht einmal auf den militärischen Zweck des Zivildienstes eingehen, aber zu bedenken geben, dass das ZDG weitgehend eine Abschrift des WPflG ist. Fahnenflucht geht da so:

(1) Wer eigenmächtig den Zivildienst verlässt oder ihm fernbleibt, um sich der Verpflichtung zum Zivildienst dauernd oder für den Verteidigungsfall zu entziehen oder die Beendigung des Zivildienstverhältnisses zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Ich kann mich sehr gut an das Verfahren erinnern. Das wollen sie wieder haben, als Ergänzung zur Bundeswehr. Für Leute, die sonst nix können und nicht einmal zum Pflegehelfer taugen, vielleicht? Wie wäre es stattdessen gewesen mit "Gehorche und stirb!" oder Ähnlichem? "Zivildienst"! Du kannst gleich mal anrücken, ich bepiss mich nämlich gerade.

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