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Quelle: Pixabay

Kollege Mersmann schrub ein wahres Wort:
"Die Freiheit des Individuums ist eine Voraussetzung einer freien Gesellschaft. Die bleibt aber nur solange frei, sie die Einsicht in das unabdingbar Gemeinsame bewahrt werden kann."

Über das Verhältnis von Kollektiven und Individuum habe ich vor Zeiten eine Seminararbeit verfasst, von der ich dachte, sie sei recht gelungen. Nachdem ich sie jüngst den Tiefen des Atari entriss, musste ich erkennen, dass es stilistisch ein furchtbares Geschwurbel wurde. Schade eigentlich.

Freiheit und Integration

Umso besser gefällt mir die Serie "Sich fremd sein", die vielleicht nicht zufällig meiner Ani das Herz gebrochen hat. Unter anderem. Die atomisierte Gesellschaft jedenfalls lechzt nicht nur nach Geborgenheit, ihre Selektion der Funktionsmöbel kriecht inzwischen auch unter den vermeintlichen Schutzschirm des autoritären Staates.

Sie und ihre Medien erzwingen die Illusion einer Gemeinsamkeit durch Vorurteile, Wiederholung und Glaubensbekenntnis. Wenn die rituellen Formeln dann zu sehr mit der Realität kollidieren, bedürfen die Jünger des Schutzes der Macht. Die Unterdrückung der Abweichler ist die letzte Stufe des Schutzes vor der Realität. Versagt auch diese, ist in der Tat Polen offen kein Halten mehr.

Fürsorge

Im zweiten Teil der verlinkten Serie schrieb ich: "Das Maximum an Gemeinschaft in dieser Sphäre ist die Koalition, die kurzfristige Verbindung von Einzelinteressen." Dieses Symptom der Atomisierung wirkt bis in die Kleinfamilien hinein. Womöglich rührt daher auch der Hass auf muslimische Gesellschaften mit ihren unzertrennlichen Großfamilien.

Überhaupt: Asiaten, Afrikaner, Muslime und Russen. Bei denen stimmt doch etwas nicht. Ihr Zusammenhalt kann nichts anderes sein als Zwang und Gewalt. Wir müssen das aufbrechen und ihnen die Freiheit® bringen. Dagegen wehren sich nur Feinde der Demokratie. Ihre Anführer sind Diktatoren.