journalismus


 
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Sprache soll also staatlichen Gesetzen folgen, zumindest impliziert das die Aussage der "Linguistin", über die wir obendrein wissen sollen, wie das so mit ihrem Coming Out war und der "Liebe ihres Lebens". So geht das in der Echokammer der Opferschützer und ihrer Lieblingsminderheiten: Wen sie wie vögeln, ist ein Kernkriterium. Das 'Normale' aka Mehrheit (weiß, hetero, Unterschicht) ist nicht bloß irrelevant; es wird moralisch abgewertet, einhergehend damit wissen diese Selbstinszenierer auch nichts mehr über den Alltag der Mehrheit.

Damit haben sie endlich das Level der Altreaktionäre erreicht, dessen Elend eben kein Grund ist, sich diesem Niveau moralisch und intellektuell anzugleichen. Schöne Beispiele dafür: Luckes Appell an einen schwulen Fußballer, sich "zu Ehe und Familie" zu bekennen, oder Merzens "solange es nicht Kinder betrifft".

Wie der Pöbel tickt

Im SpOn-eigenen Darknet wird konsequenterweise eine Soziologin mit Spezialgebiet "Emotionen" zitiert, die uns den Trump erklärt. Er "nahm den Arbeitern die Scham", gibt sie zu Protokoll. Scham? Arbeiter? Wovor? Vor wem? Warum? Hat jemals wer einen "Arbeiter" kennengelernt, der sich geschämt hat, einer zu sein? Ja richtig, das sind die ehemaligen, die Emporgekommenen, aus dem Habitat der Sozialdemokratie.

Der sauber gestärkte Kragen hatte dereinst vor allem den Zweck, dem Pöbel zu zeigen, dass hier was Besseres um die Ecke kam. Der Blick auf die Hände war der Konter der Arbeiterklasse. Keine Schwielen, keine Ränder? Du gehörst nicht zu uns. Saubere Klamotten gab es nur sonntags. 'Wir' war Dreck, Öl und Kohlenstaub. Scham? Im Gegenteil.

Mit der kurzen Phase des quasi gesicherten sozialen Aufstiegs und dem veränderten Lebensstandard begann dann ein Teil der Unterschicht, die Marotten der Höheren zu imitieren. Sauber sollte es jetzt sein, die Hausfrau war die Minna der Kleinfamilie und Statussymbole wurden zum Motor der 'Konjunktur'. Ein bis zwei Generationen wurden in diesem Milieu groß, und was es davon an die Akademien geschafft hat, erklärt dem Rest der Welt jetzt, warum ihr Mikrokosmos, der in jedem anderen nur zur Karikatur taugt, die Naturgesetze schreibt.

Der zivilisierte Blick auf die Wilden

Die Elite aus dieser Blase macht in Geisteswissenschaften oder irgendwas mit Medien, unter der Fuchtel einer gehobenen Mittelschicht aus Kleinmillionären. Die Gesellschaftsform ist in der Regel die AG. Davon will und darf der Schreiber aber nichts wissen, das ist nicht sein Zuständigkeitsbereich. Dafür weiß er umso besser, was sich gehört, und gibt uns das jeden Tag zu lesen, zu hören und zu sehen. Die Mehrheit schert's einen Dung.

Die hat sich längst abgewendet und sucht woanders etwas, das sich eher wie Zuhause anfühlt und nicht einmal blöder ist. Die Alltagstheorien, die sich aus der Rezeption sogenannter "Sozialer Medien" bilden, müssen den artig sozialisierten Mittelschichtskindern bizarr vorkommen. Erbärmlich, dass sie nicht einmal ahnen, was der Blick aus der anderen Richtung zeigt. Wer die Perspektive nicht wechseln kann, schwätzt halt zwangsläufig dummes Zeug.

 
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Wird es wirklich immer schlimmer? Ich fürchte ja. Die Echokammer der produzierenden Mittelschicht im Journalismus hat sich erfolgreich von der Wirklichkeit abgekoppelt. Hier schreiben nur mehr Maltes für den Prenzlauer Berg und Aufsteigerkinder für Abstiegskandidaten. Schon die Prioritäten ('Bildung' ohne Begriff, Aktien, Gold- und Bitcoinkurse, Immobilienpreise und eben Mittelschichtsblabla), die einem bei der Anschau journalistischer Erzeugnisse entgegenschlagen, belegen das.

Die Selbstdarstellung einer ehemals linken Tageszeitung zeigt einmal mehr, dass der Postillon nicht nur meine Vorstellung von Satire nicht erreicht, sondern schon gar nicht die der Realität. Malen wir uns die Karikatur eines postmodernen linken Journaillikers: Komm, wir nennen ihn "Malte", er ist ein bisschen schwul (lebt mit Partner), hat aber einen Sohn. Er ist Idealist: Er will durch Journalismus die Welt verbessern. Wir schicken ihn mal nach Berkeley und auf ein Forschungsprojekt. Fertig ist der perfekte Malte.

Tzia, nichts davon ist erfunden, es ist vielmehr zitiert. Nun habe ich gar nichts gegen Malte, aber das Abfeiern dieses "Kollegen" als Auskenner mit traumhafter Vita sagt eben alles über die Welt der Bioladen-Publizisten. Die Welt verändern, na klar. So wie die TAZ und ihre Grünen vermutlich, vom Ökopax zur Trickle-Down-Olive mit Sympathien für Angriffskriege und Laufzeitverlängerung. My ass. Kleiner geht es aber nicht, denn an der Wortfront werden ja die wichtigsten Kämpfe gekämpft.

Der Sprache ist schuld

So assistiert die SZ in ihrem journalistischen Darknet aka "Plus-Content" mit der Weisheit: "Unsere Grammatik widerspricht dem Grundgesetz". Ja leck mich fett, da hat doch die Sprachentwicklung einfach einen anderen Weg genommen, als die postmoderne Staatslinke sich das vorstellt. Mal kurz diesen linguistisch inkompetenten Linkssexisten ans Bein genagelt:

Nein, die Geschlechter in der deutschen Sprache haben absolut nichts mit Männern und Frauen zu tun. Muss man nicht wissen, das ist eher etwas für Experten(.pdf). Ein Blick in die Begriffswelt könnte freilich helfen: die Mannschaft, die Person, das Mitglied, das Kollegium, der Mensch, der Kellner - mal als Beispiele.

Finde die Unterdrückung der Frau durch die Sprache! Nein, beim "Kellner" sind nicht Frauen mitgemeint und Männer gemeint. Beide sind gemeint. Jahrhunderte lang haben Menschen das verstanden, dann kam der Niedergang der Geisteswissenschaften und ihr naiv politisierter Mittelschichtsmob, der sich wie die meisten Gruppierungen mit Hang zu diktatorischen Strukturen durch pietistischen Eifer auszeichnet.

... to be continued

 
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Man kann quasi einen beliebigen Artikel über 'Politik' lesen und wird fast immer über dieselben Fehler stolpern: Personen handeln aus einem Willen heraus in einer Absicht und bestimmen dadurch das Weltgeschehen. Diesen Unsinn haben wir hier schon vielfach seziert; es darf aber ein Element nicht fehlen, das das Elend nicht nur komplettiert, sondern die 'Story' jeweils erst attraktiv macht: Moral.

Moral ist attraktiv in alle Richtungen: Sie zieht die Propaganda an, weil sich in moralische Kategorien und damit verbundene - stets unbelegbare - Behauptungen jede Form von Propaganda einwickeln lässt. Ist die moralische Empörung selbst Gegenstand der zu propagierenden Weltsicht, wird direkt festgelegt, wer gut ist und wer böse, wer edel und wer bloß egoistisch. Eine Stufe darunter dienen moralische Betrachtungen immer noch dazu, den Blick von den drögen Fakten, Rahmenbedingungen und konkurrierenden Interessen abzulenken.

Wer was will

Diese sind das große Manko der großen Medien: Es spricht niemand darüber, dass diejenigen, die das moralisch Gute (Freiheit, Menschenrechte, Demokratie) für sich reklamieren, damit knallharte Interessen vertreten - vertreten müssen, um im globalen Kampf um Ressourcen zu bestehen. Nach innen wird der schlimme Druck der globalen Konkurrenz stets beschworen (um Löhne zu drücken), geht es aber um konkrete Außenpolitik, sprich: Geostrategie, Rohstoffe, Kontrolle, Kapital, sollen alle eben glauben, es gehe um hehre Ideale.

Ist der 'Diskurs' (der hier aufhört, einer zu sein) derart satt mit Moral aufgeladen, kommt nur noch Kasperletheater. Da will das böse Krokodil eben nur noch Böses tun, weil es Böses tut. Die Bomben und Leichenberge des Kasperle hingegen sind alternativlos - im Kampf gegen das Krokodil eben. Und seht, da kommt auch noch der Drache! Aber die gute Fee beschützt uns. Das ist das Niveau.

Tugend, Sünde, Buße

Nun ist die gute Fee ein hässlicher Depp mit einer furchtbaren Frisur. Egal. Was lese ich also von Interessen, die er vertritt? Wer verspricht sich Profit von ihm, wer verfolgt andere Interessen? Welche Industrie erhofft sich was davon und wer welche geostrategischen Entscheidungen? Nichts. Gar nichts. Der erste Artikel, den ich heute lese: Trump hat keine Steuern gezahlt. Okay, das mag ja sogar nicht völlig irrelevant sein, aber was fällt dem Schreiber dazu ein? "Offenbar ohne Skrupel". Was der Leser wissen soll: Trump ist böse und bereut nicht. Guten Abend, das Wetter!

Das Publikum soll stets etwas verwerflich finden oder, alternativ, tugend- wo nicht heldenhaft. Sünde, Tugend, Verbrechen, Rettung: Moral und Tamtam, Empörung eben. Man ist wohl nicht ganz zu Unrecht der Ansicht, das verkaufe sich gut. Und hier sind wir an dem Punkt meines großen Bedauerns: Ich Naivling hatte die Hoffnung, eine publizistische Alternative im Netz könnte mit weniger aufgesetzter 'Seriosität' und noch weniger moralischer Tendenz auftreten, um aus der Analyse der Bedingungen zu Aussagen darüber zu kommen, was im Kampf der Interessen tatsächlich geschieht und welche Optionen sich daraus ergeben. Was wir stattdessen haben, sind Twitter, Instagram und Youtube.

 
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Die Idioten mit ihrer Idiotenpropaganda sind unterwegs. Was macht man da bloß? Nun, das ist wie Fußball-WM und Olympia gleichzeitig: Man haut mal so richtig alles das raus, wofür sich selbst die strammsten auf Linie gebürsteten Trommelschläger sonst schämen. Dass ihnen nicht einmal irgend etwas Neues dazu einfällt, belegt einen unbändigen Vernichtungswillen gegen jeden Intellekt.

Einmal mehr wird ein russischer Staatsbürger 'vergiftet'; einmal mehr mit "Nowitschok". Von dem wurde die Öffentlichkeit bei Ersterscheinung informiert, es sei speziell von russischen Giftspezialisten erschaffen worden, um das tödlichste, nein das Tödlichste zu sein, das je den Erdball verseuchte.

Zu doof zum Töten

Seitdem hat fast jedes Opfer dieses Zeugs überlebt, und jetzt kommt einer hinzu, der das Kontaktgift sogar saufen kann, ohne daran zu verenden. Hört man da Zweifel? Es kommt drauf an, was man hört. Auf gleich drei Sendern dudelte mir im Radio der Stuss in die Ohren: "Gift, das mit dem russichen Geheimdienst in Verbindung gebracht wird". Wie herrlich verschämt unverschämt; nur dass wir die B-Note leider abziehen müssen, müsste es doch heißen: "Das wir immer mit den Russen in Verbindung bringen".

Und kaum ist der Dreck geworfen, werden (das muss diese KI sein) automatisch "Sanktionen" gefordert. Prompt springt der Chefschaumschläger der Atlantiker und Lautsprecher des Militärisch-Industriellen Komplexes, Wolfgang Ischinger, aus dem Trump Busch, um die Sabotage von Nord Stream 2 zu fordern. Gut, dass die Russen so blöd sind.

Die publizistische Strategie ist offenbar die, dass der Niveaulimbo nie zu Ende gehen soll. Mit dem Straßenkarneval der Aluhüte wähnt man sich sicher, alles abledern zu können, das den Mief hier riecht, denn nur Verschwörungstheoretiker können ja an den Produkten der Freien Presse® zweifeln. Weiß man doch jetzt, wo die anderen alle so irre sind.

Na dann ...

Zu dumm nur, dass diese neuerliche Attacke der unsäglichen Atlantiker, die durch ihren NATO-und Rüstungslobbyismus die totale Verwüstung der Außenpolitik in Parlament und Redaktionen zu verantworten haben, nicht nur die Aluhüte auf die Palme bringt, sondern jeden, der nicht die Tagesschau einschaltet, um eine Heilige Messe zu feiern. Nicht unerwähnt sei am Rande auch, dass sogenannte Think Tanks wie die INSM von Gesamtmetall innenpolitisch ebenso ganze Arbeit geleistet haben.

Es werden Glaubenssätze gesprochen, Satane bekämpft und Rituale bedient. Es wird gesungen und gefeiert, und wenn das nicht reicht, eben gebrüllt und gemobbt. Es wird phantasiert, gefiebert und gefordert, projiziert und halluziniert. Ganz Gallien? Nein. Ein paar Unbeugsame stehen noch immer am Dorfrand und kratzen sich. Einen Zaubertrank haben sie freilich nicht. Was uns bleibt, ist der Alkohol.

 
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Wenn ich mich schon wiederhole, dann substanziell: Ich kann diese Spezies nicht leiden, der anzugehören ich verflucht bin. Mehr noch: Als mit den Gesetzen der Physik Vertrauter habe ich keine Hoffnung auf irgendeine Erlösung durch Aliens. Dieses Billiguniversum ist auf Lichtgeschwindigkeit limitiert, und bei der Lektüre der publizistischen Erzeugnisse dieser Tage ist das extrem deprimierend.

"Tausende" las ich zuletzt quasi täglich. Wer schreibt so etwas? Tausende hier (Berlin), tausende da (Weißrussland). Es gibt nicht viele Ausdrücke, die ganz unabhängig von Inhalt und Hintergrund Propagandamittel sind. "Tausende" ist einer davon. Das muss eigentlich jeder Schmierfink zumindest ahnen, der sich dessen bedient. Zwischen zweitausend und einer Million minus eins liegt die ganze Welt, der Unterschied zwischen Macht- und Ohnmachtsdemonstration.

Der beste Text der Menschheitsgeschichte

Es geht ja nur mehr um Symbolik und großes Tamtam, um die sicher folgende Enttäuschung einzuleiten. Ich nutze selten Youtube, heute weiß ich wieder, warum. Egal, was du suchst und worum es geht, es ist alles "epic", "best ever", "AMAZING" und sowieso "!!!!!". Ich empfinde das als Belästigung. Wer so etwas mitmacht, ist ein Idiot unter Idioten.

Und dann diese Bilder. Aber die Kinder!!! Wenn einem nichts mehr einfällt, um seine irrelevante Meinung auf das Level 'unangreifbar' zu hieven, dann sucht man sich ein paar traurige Kinderaugen, projiziert seinen unmaßgeblichen Dung auf das vermeintlich ohnmächtige Opfer und versteckt seine Interessen dahinter. Das kann ja wohl niemandem egal sein, da muss man sofort etwas tun vieleausrufungszeichen

Ich gucke gern

Wenn du nur in Bildern denken kannst, gibt es Möglichkeiten: Male Bilderbücher. Kommuniziere in Emojis. Werde Fotograf. Aber lass das mit den Texten, das beißt sich nämlich. Die Penetranz des Bildes verwüstet den Text. Jeden Text. Deshalb schreien sie auch alle nur noch Judenstern, Hitler, Kinderschänder, Kampf bis zum Tod. Ach ja, und "Wer denkt denn an die Kinder?!", längst ein Running Gag im Netz.

Es ist kein Unterschied zwischen Propaganda und Gegenpropaganda. Es ist auch keiner zwischen Mainstream- und Alternativmedien. Es gibt keine "Gegenöffentlichkeit". Was es gibt, ist hirnloses Geschrei aus allen Kanälen und die theoretische Option, sich von einem Zweifel zum nächsten vorzutasten, der immer unsicheren Erkenntnis entgegen. Aber das schreibe ich auch schon wieder für diejenigen auf, die das ohnehin wissen.

 
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Die Spaßdemokraten haben neulich bereits halbgar beschlossen, dass sie jetzt, wo es verifiziert, paraphiert und ratifiziert ist, dass eine Koalition aus sogenannten Grünen, Linken und eben jenen auf Jahrzehnte hinaus keine fünfunddreißig Prozent mehr zusammenbringen wird, genau diese anstreben wollen, und zwar so lange, bis das wieder realisierbar erscheint.

Das ist schon denkwürdig bräsig und kann auch nicht mehr als wetterbedingt durchgehen, aber es geht selbstverständlich noch blöder, denn wir sind bei der Ess Pee Dee. Antreten soll damit nämlich nach dieser zerebralen Verzichtserklärung Olaf Scholz, der das selbst dann nicht wollte, wenn es ginge. Zudem hat die Paddei sich jüngst gerade selbst zerlegt, weil sie nicht wollen könnte, was die Scholzens im Sinn haben. Und was sagt die Q-Journaille dazu?

Super-Typ

"Seit der Corona-Krise ist Olaf Scholz einer der beliebtesten Politiker Deutschlands" - offenbar überwindet dieses raffinierte Ding die Blut-Hirn-Schranke. Erst bei den Probanden, dann bei dem Journaill. Ich habe heute im Radio gehört, Scholz habe in Sachen Corona Hilfen in Milliardenhöhe gewährt. Wie hat er das gemacht? Hat er das entschieden? Kommt das aus seinem Koffer? Hat er das gespendet?

Wie kann man so verblödet sein und solche Maßnahmen, an denen zwei Dutzend Instanzen beteiligt sind, ernsthaft einer Person zuordnen? Wie kann man vor allem diese Verblödung auch noch viral gehen lassen? Nuja, der Big Spender ist jetzt also Kanzlerkandidat® und will eine Regierung führen. Ist klar. Ich bin übrigens auch Kanzlerkandidat und wäre bereit, mehrere Regierungen zu führen. Und ein Feuerwehrauto. Und eine blonde Eisprinzessin.

Nackte Kaiser

Unsere Kuhmedien müssen Scholzofon, eine Figur wie aus dem Kasperletheater, jetzt nachgerade glorifizieren, denn sonst bliebe ihnen ja nur ein Blick in die Realität, der wiederum eine Lächerlichkeit dieses Szenarios offenbaren würde, in deren Schlund sie gleich mit verschwänden. Selbst die nüchterne Analyse bleibt ihnen so verwehrt, dass nämlich dieser Akt alternativlos ist und der politischen Physik, in diesem Fall einer Loser/Loser-Konstellation, folgt.

Abgesehen davon, dass die Neoliberalen/Seeheimer nach der Installation des Gesamtkunstwerks Esken/Spässken sich in ihrer Trutzburg „Fraktion“ eingeigelt haben, um wie immer das Gegenteil dessen zu tun, was eine sogenannte 'Basis' fordert, deren Ohnmacht neuerdings gar durch zwei Vorsitzende repräsentiert wird, haben beide Seiten etwas davon.

Rock'n Roll Titanic

Jeder weiß, dass Scholzens Chancen auf das angestrebte Amt so groß sind wie die eines Kindes aus einer Hartz-IV-Familie auf eine gute Schulbildung und anschließende Karriere als Topmanager. Soll er doch den Kandidaten geben, dann wird er das nächste Gesicht des Untergangs und kann anschließend die Tantiemen in der Freien Korruption Wirtschaft kassieren.

Ihm selbst kann dabei gar nichts passieren. Egal wie seine Niederlage ausfällt, niemand erwartet etwas anderes. Sollte er tatsächlich ein paar Krümel mehr abstauben als der letzte Versager, kann er das sogar als Erfolg verbuchen und anschließend die Tantiemen in der Freien Korruption Wirtschaft kassieren. Verlieren kann eigentlich ganz geil sein, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat.

 
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R.I.P.

 
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Es spont heute : "Der ehemalige Verfassungsrichter Johannes Masing blickt mit Sorge auf die Drohschreiben, die im Namen des "NSU 2.0" verschickt werden. Die Polizei müsse sich klar positionieren."

Dann ein paar Zeilen des üblichen Blablas. Es ist ja nicht so, dass ich mich zuletzt aus lauter Gnade seltener zu der vollendeten Idiotie einer dem Zerfall der Rechtskultur mit wehenden Fahnen vorauseilenden Journaille geäußert habe. Es ist auch keineswegs so, als hätte diese wenigstens die Erzdreistigkeit eingestellt, ihr unrecherchiertes, ignorantes Korrupti-Gewäsch als 'kritisch' zu etikettieren. Nein.

Sie treten genau so ahnungslos auf wie eh und je, erkennen in einem Schachbrett ebenso wenig ein Muster wie in Gepunktet, Gestreift oder den rechtsradikalen Umtrieben in allen kriminellen Vereinigungen, die einen Anspruch auf die Bezeichnung "Behörde" haben. Nein, was waren das wieder für "Pannen" rund um NSU, Amri, KSK et cetera you name it. PANNEN! Habe ich jemals Großbuchstaben in einem Artikel verwendet? Ei gugge, Premiere!

Oops, Holocaust!

Das muss wohl so ähnlich gewesen sein dunnemals, als eine gewisse Tendenz zum Nationalismus in einer Krise des Kapitalismus mit einer judenfeindlichen Grundstimmung kollidiert ist. Nun waren zu allem Unglück jene Tendenzen, die man heute als "rechtsextrem" bezeichnet, schon überrepräsentiert in Polizei und Wehrmacht, dann kamen, schlimmer Ausrutscher, noch ein paar sogenannte "Nazis" dazu, die gleich eine eigene Truppe mitbrachten und ein paar Unfälle später glücklich mit ihren Gesinnungsgenossen in die große Fusion hinein rutschten. Was für eine Panne!

Wir erinnern uns dann an die SA-Panne, die Machtergreifungs-Panne, die SS-Panne, die Holocaust-Panne und nicht ganz so gern an die daraus folgenden Pannen 'Bombenterror', 'Invasion' und den Schandfrieden von 1945. So weit unser kleiner Rückblick mit einem herzlichen Gruß an Guido Knopp.

Ich kann einfach nicht mehr. Ich bringe die Füße nicht in Bewegung und schon gar nicht die Finger, um jedes Mal, wenn einer der Nützlichen Vollidioten aus einer beliebigen Redaktion sein verlogenes feiges Mantra hervorkotzt und so tut, als sei das Problem nicht systemisch, dem etwas zu entgegnen. Habe ich oft genug, guckt ins Archiv. Aber dann und wann, ab und zu, rutsche ich auf meiner eigenen Galle aus, und dann passiert sowas wie das hier.

Das wusste ich nicht

Zurück zum Zitat am Eingang: Die Polizei hat sich klar positioniert, du Oberhonk. Sie schreibt selbst solche Briefe. Sie ist teils so organisiert, dass ihr formidable Verfassungsfeinde vorsitzen. Flankiert wird sie von noch übleren Gestalten aus sogenannten 'Diensten', die - Achtung, Gebetsmühle! - von Nazis gegründet wurden, immer faschistische Feindbilder gepflegt haben, von niemandem kontrolliert werden und jeden erpressen können, der das versucht. Und es gibt auch wieder eine relevante Partei, die es genau solchen besonders kuschelig macht.

Bis heute hat sich nichts an dieser Struktur verändert, und zwar folgerichtig weder von innen noch von außen (Grüße an die Herren Tauss und Edathy bei dieser Gelegenheit). Aber psst, bloß keine Verschwörungstheorien! Dieses Land ist nicht nur frei von Verstand und Kultur, es ist auch frei von Zivilcourage, zumindest überall dort, wo eine große Öffentlichkeit erreicht wird. Euch kann mal nicht mal in die Eier treten. Kognitive Eunuchen erklären mir die Welt. Da mach' ich mir doch lieber 'ne Wurzelbehandlung mit der Hilti.

Update: Die sog. "Ermittlungen" zum Oktoberfest-Attentat 1980 lesen sich hier wie eine Blaupause für den Umgang der Behörden mit faschistischem Terror in der BRD.

 
bt

Auf die Frage, was denn kein Narrativ sei, habe ich einmal auf Wissenschaftlichkeit verwiesen. Diese folgt Regeln; es geht um Falsifikation, ggf. um Verifikation, um Revision, kurz: um einen Prozess der Erkenntnis, der sich immer wieder überprüft und erneuert, aufgrund dessen, was man wissen kann. Dies ist eine völlig andere Struktur als die der Erzählungen, sei es nun in Propaganda, Prosa oder Alltag.

Was wir derzeit erleben, ist eine Orgie der Narrative inmitten eines Problems, das nur wissenschaftlich zu verstehen und zu lösen ist. Fatal, dass ausgerechnet Wissenschaftlerdarsteller Geschichten so erzählen, wie sie ihnen gefallen, während die seriöse Wissenschaft noch mehr Fragen als Antworten kennt. Das Ganze läuft live vor einem Weltpublikum, dem schon die Geduld fehlt, auf die langatmige Wissenschaft zu warten.

Du kannst alles erzählen

So verspinnen sich vor allem unter denjenigen, die sich in der akuten Situation extrem unwohl fühlen, sprichwörtlich alle möglichen Narrative. Das geht so weit, dass die Sucht nach Heilsversprechen, Helden und Drama Erzählungen gebiert, die als Drehbuch zu einem Film keine Chance hätten, sind sie doch zu plump konstruiert und durchschaubar. Da draußen kannst du sie derzeit erzählen.

Einen interessanten Twist gab es neulich, als das Hetzblatt beim Bäcker eine Kampagne gegen den aktuell gefragtesten Wissenschaftler startete. Selbst als die genannten Gewährsleute sämtlich spontan die Anwürfe revidierten, blieb der Verlag einfach bei seiner Behauptung und offenbarte dabei, dass es ihn gar nicht interessierte, wie die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern funktioniert. Das Publikum durfte sich derweil eine Seite aussuchen.

Einfach mal was erzählen - das ist durchaus der Job von 'Journalisten', im Rahmen der Verlagslinie, versteht sich. Das kommt der Realität sehr viel näher als angeblich 'gründlich recherchierte' objektive Berichte. Das HbB verfolgt dabei Strategien: Erstens selbstverständlich Profit. Prominente zu beschimpfen, bringt Aufmerksamkeit und verkauft Papier. Obendrein sind viele fanatisierte Gegner darunter, denen man damit Munition liefert. In diesem 'Diskurs' ist Wahrheit längst irrelevant.

Geschwätz von heute

Zweitens ist der Verlag selbst einer der wichtigsten politischen Influencer im Land. Daher kann es ihm nicht gefallen, wenn Wissenschaftler, zumal ein Einzelner, derart an Einfluss gewinnen. Die Kampagne ist also sehr durchschaubar, die Inhalte nachweislich falsch, als Erzählung taugt es aber bestens. Die muss sich auch gar nicht lange halten, da die Gesamtsituation und deren Interpretation sich laufend ändern.

Hier wird auch deutlich, dass es nicht immer staatliche Propaganda sein muss, die die Wahrheit wie eine Lawine unter sich begräbt. Selbst der oft unerträgliche Konsens der Medien ist dazu nicht notwendig. Wenn die Situation es zulässt und die Menschen nach Stories nachgerade gieren, werden diese geliefert. Beim Bäcker, bei YouTube und nebenan. So lange der Nebel der Unsicherheit wabert, ist dagegen kein Kraut gewachsen.

 
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Alle Jahre wieder muss ich auf den Verein Atlantikbrücke aufmerksam machen; aktuell, weil mir im Tagesspiegel Juliane Schäuble auf die Murmeln geht, dortselbst Politikchefin, ansonsten Tochter des Geld- und Kofferministers und selbstverständlich Mitglied. Die Liste ist nicht ganz aktuell; in der von Wikipedia findet man aber ausgerechnet Frau Schäuble nicht. Vielleicht kennt ja wer wen, der sich die Mühe gemacht hat, das zu aktualisieren.

Es muss sporadisch wiederholt werden, weil man sich sonst nicht erklären kann, warum wir ständig denselben Quatsch zu lesen und zu hören kriegen. Die Chinesen sind böse, lügen und haben alles falsch gemacht, und wenn sie uns helfen wollen, dann nur deswegen. Putin ist immer zweimal mehr böse, und wenn man ihm oder irgendeinem Russen, für die er ja alle persönlich verantwortlich ist, nicht am Zeuge flicken kann, dann eben, weil er sich sicher freut, wenn 'uns' was schadet.

Making of

Es gibt sie ja durchaus, die Wege, auf denen die Indoktrinatoren indoktriniert werden. Wer wissen will, warum die Spin-Doctors spinnen, sollte diese Strukturen kennen. Neben dem Atlantik-Brücke e.V. etwa das American Council on Germany, die Atlantische Initiative, die deutsche Atlantische Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Trilaterale Kommission, German Marshall Fund, European Council on Foreign Relations usf.. Diese sind wiederum mit anderen Lobbygruppen und Think Tanks vernetzt.

Hier lernt man sich kennen, da is ma Adabei, da ist man wichtig und gehört dazu, egal ob Politiker, Journalist oder Manager. Besonders interessant ist das "Young Leaders"-Programm. Hier werden Karrieren gemacht, parteiübergreifend. Dass die hier geformten Journalisten sich ernsthaft als 'kritisch' bezeichnen, zeugt von einem gewissen Humor. Was würde wohl ein Atlantiker über Putin schreiben, wenn die Tochter seines wichtigsten Parteifreundes und Mehrfachministers eine der einflussreichsten Journalistinnen Moskaus wäre und eine andere in einer wichtigen Funktion des Staatsfunks? Bei uns nennen sie das "unabhängig".

Siegt mal schön

Aktuell segelt ein bisschen unter dem Radar, dass Nordmazedonien das 30. NATO-Mitglied geworden ist. Dazu gibt es eine Handvoll Abschriften einer Agenturmeldung, in der sogar erwähnt wird, das die "rasante Osterweiterung" des Kriegsbündnisses Russland verärgert hat. Auch hier sei erinnert, dass die Unterstützung Syriens als "Putins Imperialismus" bezeichnet wird, während in Nahost ein Staat nach dem anderen von der NATO und ihren Verbündeten zerbombt wurde.

Während sich die Weltlage dramatisch verändert hat und die Prioritäten überall andere sind, während der Kapitalismus in einer der größten Krisen seiner Geschichte versinkt, sitzen an den Schreibtischen und in den Home-Offices der Massenmedien Dinosaurier, die immer und immer wieder dieselben Blätter durchkauen und die unappetitlichen Erzeugnisse stolz ihrem fliehenden Publikum präsentieren. Das kann dann wohl auch weg.

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