geostrategie


 
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Ich mache das hier seit gut 15 Jahren und komme nicht umhin, mich zu wiederholen. Immerhin weiß ich das, weise darauf hin und stelle fest, dass die Spiralen der Déjà-vus manchmal ziemlich flotte Pirouetten aufs Eis zaubern. So erinnere ich mich, schon einmal gesagt zu haben, dass ich bereits gesagt hatte, wie beharrlich sich die Deutschen weigern, dem Bellizismus ihrer politischen Funktionsmöbel zu folgen.

Wenn man Tiefpunkt, Tiefschläge, Niedertracht sucht im politischen Geschehen, ist man bei Sozialdemokraten stets gut aufgehoben. Konservative und Wirtschaftsliberale tun einfach nur ihren Job, wenn sie nackte Machtpolitik betreiben und sich ganz in den Dienst des Kapitals stellen. Bei Sozen jeglicher Spielart kommt aber immer noch ein Element gemeinen Verrats hinzu, denn sie behaupten ja stets, das Gegenteil zu wollen.

Auf links gedreht

In ganz neue Tiefen (oder Höhen, je nach Sicht) der Niedertracht führen uns einmal mehr die Verräter der "Grünen", einst als Pazifisten, Sozialisten/Kommunisten, Gegner von Hierarchien und radikale Umweltschützer gestartet; heute für "klimagerechten Wohlstand" und vor allem nützliche Bücklinge der NATO. Wer ihre Entwicklung erlebt hat und noch zu somatischen Reaktionen fähig ist, muss angesichts von Leuten wie Baerbock und Habeck schlicht kotzen.

Krieg fürs Kapital muss selbstverständlich sein, wenn man mit den 'Grünen' regieren will. Sie selbst verlangen das von allem, was sich noch irgendwie links verortet, vorauseilend für diejenigen, gegen die sie einst angetreten waren. Die Alternativen, endlich völlig alternativlos. Sie verstellen sich nicht einmal mehr. Sie sind damit das Reaktionärste, das das Establishment zu bieten hat – wie immer seit Ende des Zweiten Weltkriegs einmütig gegen die große Mehrheit der Bevölkerung.

Die Alternativlosen

Die Zirkel der Atlantiker dominieren die Außenpolitik über alle Parteien hinweg total. In ihrer Hauspostille finden sich derweil immer wieder Kriegsaufrufe gegen Russland. Der Iwan muss vernichtet werden, bereitwillig unter den gegebenen Umständen um den Preis der Selbstverdampfung. Heute ergeht der Ruf in folgendem Schnörkel:

"Darüber hinaus muss sich gerade die kulturelle Linke von der Vorstellung lösen, der Frieden mit Russland um beinahe jeden Preis sei wegen des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 eine moralische Pflicht."

Nein, Frieden um jeden Preis mit Russland, das geht gar nicht. Und schon gar nicht wegen dem bisschen Nazi im Zwoten. Solche Hanswurste, das kann tröstlich sein, verstecken sich im Zweifel gern hinter dem Überspezifischen ihres Fanatismus: Es gehe ja nur um den Zusammenhang zwischen Moral und Krieg. Es gibt auch noch andere Gründe, die Panzer in der Garage zu lassen. Wenn Deutschland zu einem Glasklumpen verschmilzt, schadet das schließlich der Wirtschaft.

 
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Das macht die Welt so viel sicherer. Bellizist Biden hat keine Zeit vergeudet, um im Kalten Krieg einige Gänge hochzuschalten. Die Wiederholung widerlegter Vorgänge (Wahlmanipulation) oder unbelegte Vorwürfe aus der Heimnat von NSA und CIA helfen, einem möglichen Weltkrieg wenigstens ein bisschen näher zu kommen.

Die NATO stationiert dann mal Bomber in Norwegen. Das macht Norwegen – schon immer strategisches Ziel russischer Ambitionen – jetzt endlich ganz sicher. Die Atlantikerpresse jubelt. Sollte Russland sich je von solchen Manövern bedroht fühlen, würden treue Vasallen wie Norwegen schnell herausfinden, wie schlau das war und wie bedingungslos die U.S.A. ihre Partner schützen.

Was soll das? Ist das die Verlängerung der familiären Nebenaußenpolitik in der Ukraine? Haben die Russen Sohn Hunter die Geschäfte vermiest? Das wäre ein persönliches Motiv, mithin ein schwaches. Was also haben die USA davon?

Die Getreuen

Bei einem Militäretat von obszönen (knapp) einer Billion Dollar kommt man ohne mächtigen Feind nicht über die Runden, und das Gestümper im Nahen Osten allein ist da wohl nicht hinreichend. China und Russland sind die neue Al Qaeda, nur ein paar Nummern größer. Vor allem bei den Russen weiß man zudem, wo man dran ist, dass die besonnen bleiben und man ihnen ungestraft vor die Tür rotzen darf, ohne dass gleich jemand Amok läuft.

Zudem ist das Getöse ökonomisch doppelt vorteilhaft: Frontal auf China loszurennen ist einfach zu teuer, Russland ist nicht annähernd so potent und vernetzt im Weltkapitalismus. Außerdem steht zwangsläufig, weil logisch, ganz oben auf der Agenda, bloß niemals Russland und den Rest Europas an einen Strang zu lassen. Der Keil dazwischen ist militärisch-industriell die oberste Direktive des Imperiums.

Ausbildung und Pflege der Nützlichen Idioten, die wie ein Hündchen auf Kommando bellen, wenn das Herrchen winkt, erweisen sich da immer wieder als eine der besten Investitionen der letzten hundert Jahre. Fass, Atlanti! Wuff! Man muss hoffen, dass da nicht irgendwann mal etwas schrecklich schiefgeht. Auf die geistige Gesundheit des Imperators würde ich – aus medizinischen Gründen – nämlich nicht setzen. Kann ich nochmal diese Ente sehen, bitte?