politik


 
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Hin- und hergerissen zwischen Belustigung und Verärgerung schrieb ich heute in einem Kommentar:
"Hahaha, wie lustig, unsere angehende Kriegskanzlerin:
"Grünen-Wahlkampfsprecher Kappler veröffentlichte aber auch ein Bild vom Abschluss Baerbocks in Hamburg, wo sie Politische Wissenschaft auf Diplom mit Nebenfach Öffentliches Recht/Europarecht studiert hatte. Ihre Diplom-Vorprüfung legte Baerbock dort mit der Note 1,3 ab.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Baerbock im Netz Falschmeldungen, Hass und auch Sexismus ausgesetzt sieht.
"

Genau. Die konstruieren da aus "Diplom-Vorprüfung" und einem Eimerstudium für höhere Kinder einen ordentlichen Abschluss, und wenn einer diese akademische Gurke schält, wird das mit "Sexismus" assoziiert. Das ist ein klarer Vorteil der Oliven, dass sie jetzt dieses Klavier spielen können. Keine Partei hat das Mittelschichts-Kreiswichsen der Identitären in den Medien so im Griff wie die Oliven. Wenn das Erfolg hat, liegt die Messlatte für Regierungskunst endgültig im Erdkern. Da ist ja Laschet noch besser."

Kritik ist Mord

Hier zeigt und rächt sich, dass die inzwischen Bildungsinhalte und -strukturen dominierende Minderheit der Minderheit in der Mittelschicht über Pseudowissenschaft und Tugendwächtertum das Niveau des öffentlichen Diskurses so gründlich ruiniert hat. Hatten Konservative und Rechte wenigstens noch den Anspruch von Bildung und Leistung, überrollen die Schneeflocken mit ihrem Moralismus die letzten Refugien der Vernunft. Kritik als solche ist ein Verbrechen.

Kritiker sind immer Täter, die Kritisierten Opfer – wenn es sich halt irgendwie so konstruieren lässt. Eine Partei, die ihre Posten entsprechend mit Angehörigen von Opfergruppen besetzt (im Zweifel reicht es aus, Frau zu sein), hat in der Folge immer recht. Das ist der neue linke Dogmatismus, an dem nichts Linkes mehr ist. Die Rechten machen da gern mit und und freuen sich über den moralischen Clusterfuck, als dessen Alternative sie sich anbieten.

Marx und der Toaster

Hier und da gibt es aber auch andere, die Entdeckung heute ist Sabine Pfeiffer, der es gelingt, trotz kreuzdämlicher Fragen ein paar Dinge deutlich zu machen. Sehr gefallen hat mir folgender Passus:

"Irgendwann werde ich mir keinen Toaster mehr kaufen. Sondern ein Gerät leihweise in der Küche stehen haben und immer wieder für "Toasting-as-a-service" bezahlen. Oder mit meinen Frühstücksdaten. Oder mit dem Einverständnis, mir auf dem Display des Toasters zu meinem Toastverhalten passende Werbungen für Brotaufstriche ansehen zu müssen.

Nichts ist unmöglich

Und weil dieser Toaster mir nicht gehört, werde ich ihn nicht verschenken können, nicht auf dem Flohmarkt oder bei Ebay verkaufen können, ihn nicht selbst oder beim Handwerker um die Ecke reparieren dürfen. Das ist nur ein Beispiel. Die Digitalisierung ist mehr als nur Werbung mit anderen Mitteln."

Den Toaster gibt es ja längst, das Abo auch, nur der Anwendungsbereich ist noch ein anderer. An dem Beispiel ist nichts übertrieben, es deutet vielmehr darauf hin, was wir uns längst bieten lassen. Man kann sich auch schön ausmalen, wie das verwirklicht würde. Man muss nur auf das Sicherheitsrisiko herkömmlicher Toaster mit ihrer primitiven Stromzufuhr und der unkontrollierten Hitze hinweisen. Wer denkt denn an die Kinder?! Da muss eine neue Vorschrift her!

 
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Als alter weißer Mann Blogonkel habe ich immer die Möglichkeit, das Privileg quasi, mich zitieren zu können. Das ist ungemein praktisch, denn es hilft erstens und vor allem, sich zu erinnern. Da war doch mal was? Wie praktisch, wenn man's aufgeschrieben hat. Zudem muss ich keine Aktualität heucheln wie die Kollegen vom 'Q', um Leser hintern Busch zu führen, die schon dreimal vorher für denselben Schmäh bezahlt haben – und regelmäßig Aufgüsse geringerer Qualität gegen Aufpreis noch einmal serviert bekommen.

Von daher ein Gruß aus dem Archiv an die Kollegen:

"Israel-Palästina also. Ein sehr vielschichtiger Konflikt. Wie ich nicht müde werde zu betonen, brauchen weder Israelis noch Palästinenser hier die Solidarität von zertifizierten Nazienkeln. Es gibt 192 Staaten und ein paar Regionen mehr, in denen Menschen leben, die da prima solidarisch sein können oder sonstwie eine laute Meinung haben. Nicht aber Deutsche. Du Deutscher? Du Fresse halten! Es gibt 7 Milliarden Leute, die sich dazu verhalten können, ohne die schon komplizierte Sache mit einer solchen Vergangenheit zu verseuchen. Egal, ob dir Palästinenserkinder mit gebrochenen Armen leidtun oder Menschen, deren Vorfahren vor dem Unfassbaren fliehen mussten und die jetzt von Bombenanschlägen bedroht werden."

Immer noch nicht

Ja, für viele ist es einfach keine Option, ihren Serm für sich zu behalten. Da draußen gibt es noch viel zu wenig Meinung, hier kommt meine, stets überlegen überlegte. Dabei könnte einem im sogenannten "Nahost-Konflikt" (auch so eine Kategorie, die nicht annähernd die Komplexität der Sache abbildet, weder historisch noch geostrategisch noch innen- oder außenpolitisch) schon die Physik der Macht nahelegen, die drölfte Variante der Gewalt in derselben Gestalt nicht schon wieder zu kommentieren. Man könnte stattdessen darauf hoffen, die Parameter würden sich irgendwann so ändern, dass sie eine andere Entwicklung ermöglichen.

Am besten ist es aber, wie immer und überall, Bekenntnisse abzulegen, Schuldige zu benennen, mit großer dramatischer Geste Symbole zu beschwören und – weil es sich doch allein aus dem Theaterdonner schon unweigerlich ergibt – mehr Gewalt zu fordern; am besten den Sieg gegen den Endgegner, zumal in Deutschland, wo man sich mit Endsiegen auskennt wie nirgends sonst. So, dann zünden wir noch ein Fähnchen an und alles wird besser. Noch Fragen? Das ist nicht der Fall. Sitzung geschlossen.

 
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Ich mache das hier seit gut 15 Jahren und komme nicht umhin, mich zu wiederholen. Immerhin weiß ich das, weise darauf hin und stelle fest, dass die Spiralen der Déjà-vus manchmal ziemlich flotte Pirouetten aufs Eis zaubern. So erinnere ich mich, schon einmal gesagt zu haben, dass ich bereits gesagt hatte, wie beharrlich sich die Deutschen weigern, dem Bellizismus ihrer politischen Funktionsmöbel zu folgen.

Wenn man Tiefpunkt, Tiefschläge, Niedertracht sucht im politischen Geschehen, ist man bei Sozialdemokraten stets gut aufgehoben. Konservative und Wirtschaftsliberale tun einfach nur ihren Job, wenn sie nackte Machtpolitik betreiben und sich ganz in den Dienst des Kapitals stellen. Bei Sozen jeglicher Spielart kommt aber immer noch ein Element gemeinen Verrats hinzu, denn sie behaupten ja stets, das Gegenteil zu wollen.

Auf links gedreht

In ganz neue Tiefen (oder Höhen, je nach Sicht) der Niedertracht führen uns einmal mehr die Verräter der "Grünen", einst als Pazifisten, Sozialisten/Kommunisten, Gegner von Hierarchien und radikale Umweltschützer gestartet; heute für "klimagerechten Wohlstand" und vor allem nützliche Bücklinge der NATO. Wer ihre Entwicklung erlebt hat und noch zu somatischen Reaktionen fähig ist, muss angesichts von Leuten wie Baerbock und Habeck schlicht kotzen.

Krieg fürs Kapital muss selbstverständlich sein, wenn man mit den 'Grünen' regieren will. Sie selbst verlangen das von allem, was sich noch irgendwie links verortet, vorauseilend für diejenigen, gegen die sie einst angetreten waren. Die Alternativen, endlich völlig alternativlos. Sie verstellen sich nicht einmal mehr. Sie sind damit das Reaktionärste, das das Establishment zu bieten hat – wie immer seit Ende des Zweiten Weltkriegs einmütig gegen die große Mehrheit der Bevölkerung.

Die Alternativlosen

Die Zirkel der Atlantiker dominieren die Außenpolitik über alle Parteien hinweg total. In ihrer Hauspostille finden sich derweil immer wieder Kriegsaufrufe gegen Russland. Der Iwan muss vernichtet werden, bereitwillig unter den gegebenen Umständen um den Preis der Selbstverdampfung. Heute ergeht der Ruf in folgendem Schnörkel:

"Darüber hinaus muss sich gerade die kulturelle Linke von der Vorstellung lösen, der Frieden mit Russland um beinahe jeden Preis sei wegen des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 eine moralische Pflicht."

Nein, Frieden um jeden Preis mit Russland, das geht gar nicht. Und schon gar nicht wegen dem bisschen Nazi im Zwoten. Solche Hanswurste, das kann tröstlich sein, verstecken sich im Zweifel gern hinter dem Überspezifischen ihres Fanatismus: Es gehe ja nur um den Zusammenhang zwischen Moral und Krieg. Es gibt auch noch andere Gründe, die Panzer in der Garage zu lassen. Wenn Deutschland zu einem Glasklumpen verschmilzt, schadet das schließlich der Wirtschaft.

 
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Mit Anjatanja Baerbock hievt die Partei "Die Grünen" erstmals eine Kandidatin auf den Schild, die Chancen hat, Bundeskanzlerin zu werden, zumal die Konkurrenz mit Laschet eine Flachpfeife ins Rennen schickt, die schon vor dem Wahlkampf bis acht angezählt ist. Das heißt freilich nicht, wir wären vor sechzehn Jahren Armin sicher.

Baerbock ist ein weiterer schriller Pfiff in der Geschichte der Partei, die pazifistisch begann und von Geschichtsklitterer Fischer umgedreht wurde. Aus glühenden Gegnern der NATO wurden ebensolche Atlantiker. Die Partei der Angriffskriege, die sogar ganz ohne Bauchschmerzen® "Verantwortung"® sagt, wie brave Protestanten das eben tun, wenn etwas Minderrassisches auszulöschen ist.

Das haben sie bei den Nazis ganz offen und erbarmungslos mit Luthers Juden so gemacht, heute sind sie da diverser und labern einen Nebel, dass einem schwindlig wird. Schwarze Leben zählen; allerdings bedeutet das dort, wo die NATO Menschenrechte® bringt, ganz klassisch Bodycount. Der Nafri und der Afghane sind als Kollateralschaden leider unvermeidlich. Hätten sie halt irgendwo im Westen studiert, wüssten sie, wo der nächste Safe Space ist. Man muss ja nicht da herumlaufen, wo wir gerade ein Auschwitz verhindern.

Christlich-konservativ

Die letzte vermeintliche Kompetenz, woher ja auch die Farbe rührt, wo die Brauntöne noch nicht sichtbar sind, irgendwas mit Umwelt eben, geht – ja, im Narrativ – immer noch durch, trotz Laufzeitverlängerungen oder Daimler, um nur zwei Highlights des Verrats zu nennen. Fridays for Future heißt ja auch nicht, auf Braunkohle zu verzichten, sondern klimagerechter Wohlstand®, wie ich nicht müde werde, entsetzt zu wiederholen. Das letzte Aufgebot spießiger Verlogenheit mit Biosiegel, mithin Lebenslüge.

Das gilt derzeit als fresh, und warum, ist auch klar. Deutschland braucht die Christlichen, die Konservativen, die Generalvertretung dessen, was sich gehört im Lichte stabilen Wachstums. Olivgrün-Khaki vertritt das alles wie die Essenz dessen, was Schwarzgelb auf dem Kiez® ist. Weniger Krawatte, mehr Marke, weniger muffigen Katholizismus, mehr Eifer und Entschlossenheit bei routinierter Selbstprüfung. Niemand muss Angst haben, den Eingang nicht zu finden. Das ist das neue Links®: politische Goatse.

Da passt das elitäre Gehabe von Genderstern, Doppelpunkt und Brechreiz erregender Sprechpause wie Sahnehaube und Zuckerguss. Totale Ignoranz gegenüber allem, was nicht derselben Mittelschichtsverblödung zum Opfer gefallen ist oder echte Probleme hat. Das wird jetzt gewählt, damit man nachher sagen kann, man hätte doch alles getan, um das Klima zu retten. Nur, dass man dann nicht mehr "man" heißt.

 
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Von allen Narrativen ist das fatalste wohl der Irrglaube, Politik sei imstande, dem Kapital jedwede Vorschriften zu machen. Schlimmer noch: Es herrscht der Mythos, die Menschen könnten in einer Politik einen Willen verwirklichen. Vergiss es; es ist das System, du Idiot!

Wir haben da aktuell ein nettes Beispiel. Das ist alles so ungerecht, da fordern wir mal Reformen! Einhegen und so. Nicht immer so aufs Wachstum schauen. Kapitalismus, ihr Schwachmaten, ist der Zwang, aus Geld mehr Geld zu machen. Das ist das innerste und eherne Gesetz. Was nicht wächst, geht unter. Das kann man nicht reformieren.

Am Ruder

Der Goldfisch hat schon wieder eine dolle Idee. Einhegen. Reformieren. Soziale Marktwirtschaft. Soziales Reformieren. Einhegende Marktwirtschaft. Jetzt reformiert. Nachhaltig. Klima- und gendergerecht. Ehrlich. Jetzt aber wirklich. Seit 200 Jahren funktioniert das nicht, führt immer zum selben Ergebnis, aber jetzt echt wirklich ehrlich. Denrichtigenansruder. Echt jetzt? Glaubt ihr dran?

Guckt mal, noch so ein aktuelles einfaches Beispiel: Da fragt jemand das zuständige Ministerium nach einer konkreten Maßnahme zum Infektionsschutz und wird auf die eher übliche Weise vereimert. Das ist keine Antwort, das ist keine Kommunikation, das ist das Gegenteil von Respekt vor den Bürgern. Nicht zufällig geht es um etwas, das eigentlich selbstverständlich wäre, dem Kapital aber zu aufwendig ist.

Was nicht sein darf

So, und wenn also schon in so einfachen Dingen sehr deutlich wird, wie das System funktioniert, was 'Politik' zu sagen hat und welche Rolle die Interessen der Bürger spielen, dann kommt ihr trotzdem ständig mit eurem Quatsch um die Ecke, man müsste doch nur dem Kapital sein Wachstum verbieten? Wo schon eure parlamentarische 'Linke' von "klimagerechter Wohlstand" schwafelt? Was ist los mit euch?

Ich sag's euch mal: Ihr belügt euch permanent selbst, weil ihr es nicht ertragt, dass es unter den gegebenen Umständen (siehe "System") überhaupt keine Möglichkeiten gibt, etwas zu ändern, und niemand eine Alternative anbietet, von der er euch versprechen kann, dass sie eure Wünsche erfüllt. Da kann es übrigens noch so klar sein, dass sie immerhin weniger tödlich ist als Kapitalismus. Und solange ihr euch die Augen zuklebt, weil ihr diese Verzweiflung scheut, werdet ihr keinen Schritt weiterkommen. Am Arsch "umfassende Reformen"!

 
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Was ist eigentlich ein "Recht"? Diese Frage stellen sich wenige und extrem selten diejenigen, die darauf beharren. Das Verhältnis gerade derjenigen, die nichts als ihr 'eigenes' im Blick haben, zum Rechtsstaat ist das eines Teenagers zu den Eltern, und das ist gar kein Zufall.

Ebenso wenig ist es ein Zufall, dass Protestbewegungen in der Regel von jungen Menschen dominiert werden, da sie gerade aus der Dominanz des Elternhauses erwachsen sind und diesen Entwicklungsschritt der Emanzipation auf die Gesellschaft übertragen, der sie angehören. Dies ist kulturell durchaus ein Impuls für Fortschritt.

Mutti eins auswischen

Es wird aber wild und wirr, wenn man so gar nicht weiß, was man da tut und worauf man sich bezieht. Wie ein bockiger Teenie darauf zu pochen, etwas zu dürfen, ohne die Konsequenzen des Handelns tragen zu müssen oder zu erkennen, führt selten zu wünschenswerten Ergebnissen.

Der Bürgerliche Staat hat mit dem "Recht" einen Pakt mit seinen Bürgern geschlossen. Der Staat erhält das Gewaltmonopol, dafür muss er die Bürger schützen, versorgen und darf sie nicht mehr als nötig einschränken. Keineswegs ist er dafür zuständig, das, was die Bürger dürfen, auch zu ermöglichen oder sie vor Konsequenzen zu schützen, wenn sie dabei Schaden anrichten. Das ist ggf. bei den Eltern noch so, aber nicht beim Staat.

"Rechte", auch Grundrechte, gelten mithin keineswegs bedingungslos. Sie werden (zumindest formal) ausgehandelt und können eingeschränkt werden. Hier ist vor allem festzuhalten, dass es nicht primär der Staat ist, der Rechte einschränkt, sondern die Interessen anderer. Diese können direkt oder vermittelt durch den Staat und seine Organe wahrgenommen werden.

Die Bewegung

Es ist daher nicht besonders schlau, gegen das Interesse der Mehrheit zu handeln und dabei das Recht auf solches Handeln einzufordern; schon gar nicht, wenn gleichzeitig die Basis dieses Rechts infrage gestellt wird. Das ist dann schlicht kindisch und nicht minder dumm.

Dass das aktuell überhaupt funktioniert, liegt eher zuerst als zuletzt daran, dass eine faktisch dominierende Minderheit auf beiden Seiten steht: Rechtsextreme bei der Polizei, insbesondere in den Hundertschaften, und bei den Querfrontlern. Nur so ist es möglich, dass ein paar Tausend Halbhirne eine Pandemie antreiben, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Und natürlich, weil sie nicht sehen können, wer wegen ihnen schwer erkrankt oder durch ihr Handeln stirbt. Es handelt sich dennoch m.E. um Eventualvorsatz. Nach einem solchen wird obendrein massenhaft gehandelt. Stünde diese widerwärtige Charge auch nur im geringsten Verdacht, 'links' zu sein, würde sie längst als terroristische Vereinigung verfolgt. Sie sonnt sich aber eben im Schutz der Faschisten.

 
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Eine der besten Strategien, sich in seiner eigenen Dummheit einzukapseln, ist eine Lesart, die identifiziert, ob etwas dem Weltbild entspricht oder nicht – um all das zu diskriminieren, was eben nicht hineingehört. Der ganze Prozess des Lesens – und damit auch der des Schreibens – dient der Versicherung der eigenen Peergroup. Wer gehört dazu (die Guten) und wer nicht?

Die Struktur dieses Vorgehens ist im eigentlichen Sinne reaktionär. Es gilt nicht, offene Fragen zu klären oder Widersprüche zwischen unterschiedlichen Deutungen von Wirklichkeit möglichst genau zu beschreiben, sondern das, was vermeintlich der eigene Standpunkt ist, zu verteidigen.

Nicht zufällig nimmt solche Kommunikation Züge an, wie man sie von Schulkindern kennt. Es werden eben Gruppen definiert, gemeinsame Orte aufgesucht und ein Jargon entwickelt, der nach innen verbindet und nach außen abschottet. Niemand soll überzeugt werden, der es nicht schon ist, die 'draußen' werden verurteilt. Überhaupt geht es nicht um die Frage, was ist und was daraus folgt, sondern wer die Schuld für unliebsame Zustände trägt.

Kenne den Feind

All dies sind klassischerweise Strategien der politischen Rechten. Sie sollen eben ein 'Wir' installieren, konservieren und bevorteilen, ein 'Nicht-Wir' identifizieren, verurteilen und womöglich 'zur Verantwortung ziehen'. Kommunikation soll da gar nicht stattfinden; eine Anhörung der Delinquenten ist unerwünscht, da sie ohnehin nur das Falsche/Böse verkörpern. Ihnen gleiche Rechte zuzugestehen, wäre Sakrileg und Beleidigung der Opfer dieses Bösen.

Ebenso typisch für reaktionäre Ideologien ist der Verzicht auf Analyse, Definition der Problemstellung und Lösungsorientierung aufgrund von Fakten und Kausalverbindungen. Eine Reihe von festgelegten 'Wahrheiten'/Axiomen treten an die Stelle der (wissenschaftlichen) Fragestellung. So sieht eine öffentliche 'Debatte' aus, die jeden Erkenntnisprozess durch Meinungsbildung ersetzt hat.

"Die Klimakrise wird und wurde fast ausschließlich von dya cis Männern verursacht. Trotzdem werden FINTA*s viel stärker durch die Klimakrise beeinflusst. Der Fehler liegt im System." [via]
Spitzhacke!

 
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Es ist genial. Versucht das bloß nicht zuhause, jeder von uns würde damit ins Verderben stürzen und im freien Fall an der untersten Schublade vorbei bis zur ewigen Verdammnis durchrauschen. Ich habe meine Reaktion auf die vorletzte Stufe des Irrsinns so beschrieben, dass ich mir vorkomme wie ein Kleinkind, das sich denselben albernen Witz zehnmal erzählen lässt und jedes Mal wieder überrascht ist von der Pointe.

Das können sie doch nicht schon wieder … ?! Doch sie können, und tags darauf, also heute, gleich noch einmal. Klatsch! Vor die Wand und … klatsch! vor die Wand und … Fragt sich noch wer, wozu? Thesenbildung ist gefragt. Also entweder schlägt die Evolution zurück und verselbständigt das Vor die Wand Laufen oder die unauslotbaren Tiefen der Lächerlichkeit werden deshalb noch weiter ausgebaggert, weil sie den Wiederstand endgültig brechen wollen.

Danke für nichts

Ja richtig, die letzten Aufrechten mit den schwarzweißroten Fähnchen und ihre tanzenden Janas aus Kassel. Man will sie in die Verzweiflung treiben mit einem derart behämmerten Krisenmanagement, das keine noch so krude Verschwörungstheorie mehr zu 'erklären' vermag. Das ist ganz große schwarze Kunst, gegen die kein Schakrenstaubsauger mehr hilft. Flieht, ihr Narren!

Vielleicht ist es aber auch Merkels Vermächtnis, jegliche politische Autorität in diesem Land bis auf die Grundfesten niederzubrennen. Wo die Enkelin Attilas (oder war es sein Pferd?) hintritt, da soll kein Gras mehr wachsen. Wie immer hat sie die Physik der Macht erkannt, in diesem Fall die dumpfe Sturheit ihrer Paladine, deren Geeier ihr einmal zu viel auf den Sack ging.

"Fresst das", hat sie heute mit einem kleinen Ausfallschritt gesagt, "und kotzt es aus zu meinem Gedächtnis! So sieht es aus, wenn man euch machen lässt. Ihr wisst nicht, ob etwas funktioniert, wohin es führt und am Ende nicht einmal, ob es rechtlich überhaupt haltbar ist, aber ihr setzt euch jedes Mal durch mit eurem Scheiß. Ersauft darin! Ich bin dann mal weg."

 
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Es ist doch zu komisch: Kaum geht Andy Scheuer als Sidekick für Jens Spahn an den Start, klatscht er schon vor seine erste Wand – obwohl er gar nichts damit zu tun hat. Schon praktisch, so ein Pausenclown. Ansonsten ist das alles sehr traurig, und zwar ausnahmsweise einmal nicht von Seiten des Managements.

Wenn man verstehen will, warum der Impfstoff vorläufig gestoppt wurde, muss man sich mit dem grundsätzlichen Prozedere befassen und der damit verbundenen unvermeidlichen (!) Bürokratie. Das fällt gerade in Deutschland extrem schwer, wo derzeit eine völlig unnötige das Bild prägt und einem die Frisur ruiniert. Aber man will sicher nicht, dass jeder irgendwas verabreichen kann.

Dilettanten olé

Die Bürokratie verlangt im aktuellen Fall das Aussetzen der Impfungen, weil es Fälle gegeben hat, die zu klären sind. Im Grunde sind diese Fälle inhaltlich geklärt und es wird ausreichend sein, bestimmte Gruppen bzw. Kombinationen mit anderen Medikamenten auszuschließen – dann kann es auch mit AZ normal weitergehen. Allerdings muss dieser Prozess in den zuständigen Gremien durchgewunken werden und funktioniert nicht auf Zuruf. Das dauert ein paar Tage.

Wenn man das so verbreitet, ist das Information. Was unsere Medien hingegen tun, ist ihr nutzloses Geschäftsgebaren, das auf hohes Tempo und möglichst viel Aufmerksamkeit setzt. Das kann man auf einem solchen Gebiet absolut nicht gebrauchen. Was dabei herauskommt, ist Desinformation. Die Menschen verstehen: "Das Zeug ist gefährlich" und schließen obendrein daraus, dass sie durch die Impfungen allgemein in Gefahr sind, sonst hätte das ja nicht passieren können.

Das Gegenteil ist der Fall, aber den Korken kriegt man jetzt nicht mehr auf die Flasche. Hier verstärken sich jetzt wechselseitig die Dilettantismen der politischen und der medialen Versager, die auf Vertrauen angewiesen sind und in etwa alles getan haben, um dieses zu verwirken. Profitieren werden die Bettpfosten und Schreihälse, die von Anfang an immer alarmiert haben, die da oben seien mit dem Bösen im Bunde. Herzlichen Glückwunsch!

p.s.: In NRW soll das Zeugs jetzt "an Arztpraxen verlost" werden. Restelotto mit Impfstoff im Emirat Laschet 21. Das ist eine Praxis, für die wohl das Label "Vierte Welt" fällig ist. Passt dann auch zur gleichnamigen Gewalt®.

 
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Wie ich bereits hier geäußert habe, ist da diese Spitzhacke, die ich mir ob Stiellosigkeit nicht in die Stirn hebeln kann. Nicht bloß, dass ausgerechnet Laschet einen Koch pullt, sich aus dem Fenster lehnt und brutalstmögliche Ehrlichkeit fordert, nachdem der Herr Sohn (Influenzer® aka nichtsnutziger – obendrein bis zur Hässlichkeit durchschnittlicher – Kleiderständer) sich mit (oder an?) der Pandemie eine goldene Gurkenmaske verdient hat.

Das reicht nicht an Chuzpe und ist überdies kein Novum. Wir erinnern uns: Als die nach wie vor in härtester Konkurrenz zu technologischen Vorreitern wie Burkina Faso kämpfende BR Deutschland telekommunikationstechnisch verkabelt wurde, entschied man sich dereinst (Regierung Kohl eins bis zwo) für das gute alte Kupfer. Der zuständige Postminister Schwarz-Schilling hatte gar keine Firma für Kupferkabel; die gehörte nämlich seiner Frau. Das ist also überhaupt kein Vergleich!

Kein Vergleich

Jetzt kommt dieser unvergleichliche Laschet aus der Expertenpartei für Geldkoffer und jüdische Vermächtnisse also um die Ecke und nötigt seinesgleichen zu Persilzertifikaten aka "Ehrenerklärungen". Ihm zur Seite der nimmermüde Oberethikrat Schäuble, seines Zeichens entsetzt®. Ja leck mich fett, so viel Ehre war selten.

Das erinnert mich ad eins an das Team T-Mobile, das seine Radsportprofis in einem öffentlichen Schauprozess schriftlich hat erklären lassen, sie würden nicht dopen. Im Grunde war das sogar richtig, denn es waren ja die Teamärzte, wovon der Sponsor auch höchstwahrscheinlich Kenntnis hatte. Damit gab es damals also kein Doping bei T-Mobile mehr. Für mehrere Tage gar!

Nichts zu sehen

Zweitens erinnert mich die Sache mit der Ehre an die Sache mit dem Wort. Ob das so auch in der 'Erklärung' steht: "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort"? Hoffentlich sind die Baumärkte dann offen, wenn die CDU die ganzen Badewannen braucht. Immerhin haben sie Glück, dass die knallharten Recherchen der Vierten häuslichen Gewalt pausieren, weil die gerade ihre eigene Ehre erklärt, und zwar so:

"Auf Basis von Gerüchten Vorverurteilungen vorzunehmen, ist in der Unternehmenskultur von Axel Springer undenkbar."

Nun, Unwissenheit ist Stärke, Frieda Frieden ist Krieg und Breitmaulfrösche sind aus grünem Käse. Schauen Sie hier links, links! Schauen Sie links!!! Faszinierend und durchaus beachtlich, wie sie das Niveau noch senken, wo es eben schon den Erdkern erreicht hat. Wollte ich weniger blöd belogen werden? Das sind keine Lügen mehr. Das ist nur noch das Kreiswichsen politischer Psychotiker. Geht uns nichts mehr an. Gehen Sie weiter!


 

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