Januar 2025


 

Die schlimmste soziale Unausgewogenheit wäre eine andauernde Arbeitslosigkeit von 2 Millionen Erwerbsfähigen oder gar noch mehr.

Lambsdorff-Papier 1982

Und jetzt alle: Den faulen Säcken Beine machen! Löhne runter! Steuern runter!
Hose runter!

 
dt

Eine Umfrage sagt, junge Leute wünschen sich starke Führer. Nicht überliefert ist, ob sie so etwas meinen oder überhaupt jemand sie darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Beklopptenquote unter den politisch Autoritären gegen eins geht.

Es nimmt nicht wunder, es ist einmal wieder so weit, der Kapitalismus im Endstadium schlägt in Faschismus um. Er hat sich über einige Jahrzehnte hinweg zunächst unschuldig stabil gehalten, dann kam das Übliche und Altbekannte.

Extrarunde

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gab es eine lange Extrarunde, in der das Kapital West fleißig Leichen fleddern durfte. Das Aufholen in der ehemaligen Peripherie (vor allem China und Indien) wurde zunächst auch begrüßt. Ausbeuten, Outsourcen, Profit Hurra. Nachdem auch dieser Corpus ausgelutscht war, kam der vorletzte Schritt in Richtung Hölle – Konkursverschleppung mittels allem, was erlaubt und verboten ist.

Die 'US-Hypothekenkrise', die 'Subprimekrise', die 'Eurokrise', 'Finanzkrisen' aller Art, Betrug durch Ratings, Betrug durch Verbriefung, Betrug durch Kryptowährungen, Betrug durch LLMs, Krieg, Korruption, Genozid. Die treibende Kraft, das Zentrum der Macht, die US-Neocons, hatten vor Jahrzehnten beschlossen, es sei eine gute Idee, das alles im Namen von Demokratie und Menschenrechten zu tun.

Da sie sich seitdem weigern zu bemerken, dass der Drops längst gelutscht ist, hat die Basis ihrer politischen Ordnung folgerichtig das Zeitliche gesegnet. "Demokratie" ist eine so hohle gammelige Frucht, dass niemand mehr etwas damit anfangen kann. Sie ist eine Simulation, vielmehr nur noch die Behauptung einer Simulation. Sie ist ein stumpfes korrodiertes Werkzeug für die Profiteure und die Nützlichen Idioten ihrer Mittelschichten, um die Eigentumsordnung zu erhalten.

Same Procedure

Die dazu beherrscht werden müssen, können mit dem Schwachsinn, der ihnen aus diesem Anlass täglich erzählt wird, nichts mehr anfangen. Sie haben aber keinerlei Option, etwas am Zustand zu ändern. Schließlich geschieht das alles bereits in ihrem Namen. Selbst eine Revolution kommt nicht infrage, nicht bloß, weil das "Subjekt" fehlt, sondern weil der Feind nicht greifbar ist.

Das Gegebene ist genauso falsch wie sein Gegenteil. Die wertewestliche Demokratie ist Dantes Hölle. Es gibt kein Entrinnen und keine Hoffnung. Es bräuchte also eine quasi göttliche Gewalt, die alles zerstört und den Weg für etwas Neues freimacht. Irgendwie erkenne ich hier ein Muster.

 
dt

Ich bin tolerant. Schon meine Urgroßeltern waren tolerant. Aber wir wissen trotzdem noch, wo wir hingehören. Eines muss doch wirklich klar sein, das kann ja jeder sehen: Wenn jeder dazugehört, gehört niemand mehr dazu, und wenn die dazugehören, gehört jeder dazu. Irgendwo muss es eine Grenze geben. Überall diese Messermorde und so etwas.

Ich habe neulich von einem Freund gehört, dass sie da bei ihm jetzt zu Hunderten herumlaufen. Er kommt auf der Straße gar nicht mehr durch. Und jetzt soll ein Bekannter von ihm auch noch ein Zimmer abgeben. Ich bin ja auch für Begrüßungskultur, aber das geht zu weit!

Dann hast du sie gleich in deiner Wohnung, und wenn die nächste Impfung kommt, wer weiß, was da drin ist. Dann hauen sie dich weg und du wirst ganz still entsorgt. Das wird man ja jetzt wohl auch einmal sagen dürfen. Wir sind übers Ziel hinausgeschossen.

Alles so furchtbar

Und dann nehmen wir auch noch die ganzen Opfer von diesem Unmenschen Putin auf. Warum macht er das nur? Tötet alle diese unschuldigen Menschen. Der Herr Minister sagt, wenn wir nicht ganz schnell etwas tun, sind wir die nächsten. Ich weiß noch, wie meine Großeltern von den Greueltaten der Russen erzählt haben. Und jetzt ist das schon wieder soweit.

Außerdem schreiben sie ganz aktuell, dass wir mehr Arbeitsplätze haben als je zuvor, und trotzdem werden die, die arbeiten, immer ärmer und die anderen immer reicher. Was soll denn noch alles passieren, bis die Leute endlich die Augen aufmachen? Solidarität muss sein, aber nicht zum Nulltarif! Ich kenne eine Menge von denen. Die haben gar keine Lust zu arbeiten. Und dann gehen sie zum Amt, kassieren Stütze und arbeiten nebenher schwarz. So sieht das nämlich aus. Ich sage nur meine Meinung. Nur meine Meinung!

Das Wichtigste ist aber, dass wir uns noch einig sind, wenn es um diese Nazis geht. Das geht ja gar nicht, was die wollen, das ist noch schlimmer als damals. Die SPD hat zu einer Demonstration aufgerufen. Da muss ja wohl jeder aufrechte Demokrat mitmarschieren. Flagge zeigen. Nie wieder Faschismus!

 
dt

Lediglich SpOn befaßt sich am Rande mit einem Plan des Verteidigungsmininsters, einen weiteren Meilenstein zur Militarisierung Deutschlands zu setzen. Eine “Militärstaatsanwaltschaft” hätte er gern, Leute, die “vom Fach” sind und wohl aus der Perspektive des Metzgers den Tierschutz betrachten. Der stille Abschied vom “Bürger in Uniform” und der Parlamentsarmee, die Schritt für Schritt zum Staat im Staate wird, kommt im Schatten der humanistischen NATO hervorragend voran.

Die Bundeswehr als militärische Exekutive unterstand bislang der Kontrolle ziviler Gerichtsbarkeit und der Legislative in Form des Deutschen Bundestags. Das Bestehen der Wehrpflicht war zudem bislang immer dadurch legitimiert, dass durch die Wehrdienstleistenden ein deutlicher Anteil an Zivilgesellschaft in der Truppe selbst präsent sein sollte.

Es sollte eine andere Armee sein, eine demokratische, die eben der Zivilgesellschaft unterstand. Der Parlamentsvorbehalt und alle diese Einschränkungen waren ganz bewusst eine hohe Hürde, die zu nehmen war, ehe jemand Soldaten in einen Kampf schickte. Es sollte knirschen im Gebälk, die anstehenden Bedenken sollten ausgesprochen und berücksichtigt werden können.

Ein Blick ins Gesetz …

Was Deutschland nicht mehr haben wollte, war eine Armee, die allzeit marschbereit ist und ausschließlich militärischen Zielen und Vorgaben folgen würde. Dies wurde u.a. im Grundgesetz, Artikel 87a (2) verankert:
Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zulässt.”

Eine strengere gesetzliche Einschränkung kann es kaum geben. Was nützt dies aber, wenn unter der Hand eine Armee für reibungslose Auslandseinsätze ohne lange Diskussion zurecht “reformiert” wird, die zunehmend einer zivilen Kontrolle entzogen wird? Obendrein wird inzwischen von Gegnern der verfassungsmäßigen Einschränkungen stetig der Einsatz im Inneren gefordert. Man kann sich nicht weiter vom ursprünglichen Geist des Grundgesetzes entfernen, der aus der Erfahrung dessen resultierte, was deutsche Soldaten zu tun imstande sind, wenn man sie solch strenger Kontrolle entzieht.

Von all dem wollen die Großmäuler des transatlantischen Bellizismus nichts mehr wissen. Im Gegenteil wird ein schneidiges Gehabe gepflegt, werden Tapferkeitsorden aufgelegt und schnelle Eingreiftruppen zum Gebot der Stunde verklärt. Dabei ist es sehr zu begrüßen, dass die Bevölkerung sich in bemerkenswerter Weise diesem Stechschritt durch die Institutionen verweigert und die Demokratie einfordert, an der den leidenschaftlichen Befehlshabern in den Bundesregierungen nichts mehr liegt. So geht man auf deren Seite mit der Meinung des obersten Souveräns um: Wenn die Propaganda einmal nicht anschlägt, zieht man das Ding eben mit brutaler Ignoranz durch.

Januar 2010

 
dt

Ich weiß, dass "Psychose" nicht ganz der richtige Begriff ist, denn was zu beobachten ist, erfüllt zwar nicht nur alle Kriterien von Wahn, sondern es stellt auch noch ein bizarre Form von Demenz dar, ist aber eben keine klinische Psychose. Man könnte in der Konsequenz von "Wahnsinn" sprechen, aber dieses Wort ist leider durch den inflationären Gebrauch vonseiten der aufmerksamkeitssüchtigen Journaille verbrannt.

Was will der Mann? Zum Beispiel vom überteuerten An- und Verkauf digitaler Portionen Vakuums reden. Kryptogeld. Strom verschleuderndes Nichts, das Betrüger an andere Betrüger verticken, die damit schweißfrei sich ins Fleisch schneiden abkassieren wollen. Das muss man dem Trump-Troll und seiner Fanbase lassen: So schnell und endgültig hat noch niemand dieses Geschäftsmodell vorgeführt und an die Wand gefahren.

Sei nicht dumm

Da es aber immer auch Sieger in diesem Börsenroulette mit der zweiten Ableitung heißer Luft gibt, so wie bei jedem Ponzi-Schema und anderen Techniken der Abzocke, werden sich weiterhin talentfreie Idioten auf solche Spielchen einlassen, in der unbeirrbaren Überzeugung, sie seien die Cleveren.

Das Beste an all dem: Es ist absolut nutzlos, es wird nichts produziert, es wird nichts konsumiert und doch werden die beiden wichtigsten Anforderungen kapitalistischen Wirtschaftens erfüllt: Einige werden osbszön reich, die Mehrheit zahlt drauf und die Umwelt wird sprichwörtlich verbrannt, lose-lose-lose. Aber das ist so, da kann man nichts machen. Tu ich’s nicht, tut’s ein anderer.

Dass jetzt ein halbgescheiter steinreicher Geschäftsmann, der sich mithilfe der Allerreichsten einen politischen Job erkauft hat, von exakt diesem profitiert, ist ebenso unvermeidlich. So wie eben die Tatsache, dass andere nur so lange hemmungslos abkassieren können, wie sie einen Frieden verhindern können, an dem das gute Geschäftsklima ohne Verzögerung zugrunde ginge. Was sollen sie machen? Sie sind ja nicht blöd.

 
dt

Schinken der Hoffnung | Quelle: Pixabay

Etwa 27.000 Personen, so sagen es nicht ganz brandaktuelle Quellen, arbeiten für das Pentagon – damit die US-Armee und ihre politische Vertretung einen guten Eindruck in den Medien machen. Noch mehr arbeiten, wenn auch hier eher nachvollziehbar, zu diesem Zweck für das US-Außenministerium. Dann haben wir eben noch Think Tanks, die Clubs der Atlantiker und all diejenigen, die aus diesen Strukturen in die Medien selbst sickern.

Man muss sich nur anschauen, welche hochrangigen deutschen Journalisten dort geschult wurden, wenn sie irgendetwas mit Außen- oder Sicherheitspolitik zu tun haben. Kurzum: Das Medienkonglomerat, das am wertewestlichen Meinungskanon arbeitet, ist keine Verschwörung im Hinterzimmer, es ist eine Armee.

Geowas?

Gleichwohl erfahren wir von ihnen und den von ihnen wiederum rekrutierten Lohnschreibern nichts über Hegemonie, Geostrategie oder nationale Interessen. Letzteres kann man vielleicht noch verstehen, wurden diese doch äußerst erfolgreich durch das stärkste Machtmittel der USA untergraben: Ihre Macht über Medien und sogenannte (inzwischen meist von den USA als Staat finanzierte) 'NGOs'.

Zum Thema "Hegemonie" ist es ganz erstaunlich, dass Boris Johnson es sogar offen ausgesprochen hat, dass es im Ukraine-Krieg um die "westliche Hegemonie" geht, die "unwiederbringlich verloren" sei, wenn man ihn verlöre. Die Reaktion der Medien? Mir ist keine bekannt. Geostrategie, wie sie durch die USA in Reinform auf allen denkbaren Ebenen geplant und hemmungslos exekutiert wird, ist in Europa eine völlig unbekannte Vokabel.

Derart von keiner relevanten Realität beeinflusst, ist jede Basis der Diplomatie zerstört. Die Wahrnehmung der Interessen anderer – auch und gerade des Gegners, Rationalität, Kenntnisse gleicher und gegensätzlicher Interessen, ein Hinwirken auf gemeinsame Vorteile und das Vermeiden von Nachteilen, werden zugunsten einer kruden Erzählung von Freiheit®, Menschenrechten®, den Guten und den Bösen geopfert.

La Le Lu

Dabei ist die Erzählung der US-Neocons, die schon seit Reagan die Regierungen begleiten, seit den Zeiten von Wolfowitz und Cheney, bis hin eben zu Nuland, Blinken, Sullivan und Konsorten, so durchsichtig, dass einem der Kaffee gefriert. Aber sie haben eben die mediale Macht gebündelt, mit der sie jeden Stuss so lange wiederholen können, dass wenigstens der Kern der Mittelschichten daran glaubt.

Wo früher Diplomatie war, plappern heute Gestalten wie Borbeck aus einem Bunker unterhalb der Bodenlosigkeit. Während Infrastrukturen wie die NED (National Endowment for Democracy) und ähnliche philanthropische Mächte überall auf der Welt für Krieg und Chaos sorgen und dafür, dass gepäppelte Minderheiten gegen die Interessen der jeweiligen Bevölkerungen US-Interessen durchsetzen, erfahren wir hier nur mehr, was Held Selenski sagt und was Dämon Putin entgegen eigenen Worten wirklich in Echt denkt.

Übrigens wusste etwa der "Spiegel" 2008 noch, dass das Pentagon Meinung "gekauft" hat und nannte das Ergebnis "Pseudo-Journalismus". In Frühzeiten eines Journalismus wusste man auch noch, dass es auf Produktionskapazitäten, Ausrüstung, Entwicklung und strategische Aufstellung ankommt, um Machtverhältnisse einzuschätzen. Heute wird uns nur noch erzählt, wer angeblich was will und warum sich allein daraus ergebe, was politisch zu tun sei. Politik als Gutenachtgeschichte.

 
dt

Als Schuldmanagement der Einzelnen, einem der wichtigsten Herrschaftsinstrumente, setzt Moral auf Vereinzelung, Bewertung und damit Konkurrenz. Sie ist wichtig, um die Hierarchien zu rechtfertigen und um als Machtmittel zu bestehen. Nur in gegenseitiger Bewertung, Aufwertung und Abwertung kann Moral ihre volle Wirkung entfalten.

Die Mitglieder von Gruppen, in der eine Moral als gültig anerkannt wird, müssen diese verinnerlichen und sie im Wirken ihrer selbst und anderer wiedererkennen. Jeder persönliche Erfolg korrespondiert mit Tugenden, Eigenheiten und Identitäten. In der extremsten Ausprägung ist unter solcher Moral jeder "seines Glückes Schmied". Jeder kriegt, was er verdient.

Eine auf Solidarität und gemeinsamen Erfolg ausgerichtete Gesellschaft hingegen kann solche Konkurrenz, Individualisierung und Hierarchiebildung nicht gebrauchen. Unmittelbar kontraproduktiv wirken sich Hierarchien aus, die auf verkrusteten Strukturen beruhen, deren Ursache wiederum in einer Moral zu finden ist, die es sich zur Aufgabe macht, das Bestehende je zu rechtfertigen.

Korrupte Hierarchien

Auf Kompetenz beruhende, temporäre Hierarchien ermöglichen starke Organisationsstrukturen. Wo aber solche Hierarchien, die funktional eben auf Kompetenz angewiesen sind, durch Erbfolgen und Seilschaften ersetzt werden, gerät der Vorteil der Hierarchie zum Nachteil. Hier wirkt Moral unmittelbar kontraproduktiv, weil sie eben bar aller vernünftigen Kriterien wertet. Nicht Wissen und Können bestimmen hier, sondern der Platz, den jemand aufgrund seiner Identität einnimmt.

Es bilden sich 'Eliten' ohne Kompetenz, die sich schlimmstenfalls nicht aufbrechen lassen, weil es keine Selbstbestimmung aller gibt, am Ende nicht einmal reale Mitbestimmung. Wenn die große Mehrheit nur mehr aus den verkrusteten Eliten auswählen darf, hat sie keinen Einfluss mehr. In Arbeitsprozessen hatte sie ohnehin nie ein Recht auf Selbstbestimmung, und selbst die schwache Mitbestimmung, die ihr teils zugebilligt wurde, wurde längst weitgehend wieder abgebaut.

Unter solchen Bedingungen wird es langfristig schwer, auch nur Profite zu generieren, weil Kompetenz in solchen Systemen zwar noch möglich ist, aber immer unwahrscheinlicher wird. Umso unwahrscheinlicher, je mehr Moral und PR-Sauce über den Status Quo gekippt werden, um wenigstens den Schein eines gesellschaftlichen Zusammenhalts zu wahren. Wo auch das scheitert, wird dieser umso lauter eingefordert, am Ende mit Gewalt.

 
dt

Speychel-Leser wissen einfach mehr, denn sie haben uns. Unsere wissenschaftlichen Spezialfachexperten für besondere Kenntnisse haben Tipps und Tricks für alle Lebenslagen, so selbstverständlich auch in denen zu Beziehung, Sex und Lechz.

Heute fragt unser Qualitätsinterviewer den Experten Herrn Experten Lömannsröben.

Qualitätsinterviewer: Herr Experte Lömannsröben, was empfehlen sie einem Single, wenn er Single ist und eigentlich lieber nicht Single sein möchte?

Experte Lömannsröben: Sie müssen sich fragen: "Wie attraktiv bin ich?"

Qualitätsinterviewer: Aha. Wie attraktiv bin ich?

Experte Lömannsröben: Doch nicht Sie! Und schon gar nicht mich! Sie fragen sich das und geben eine möglichst positive Antwort.

Qualitätsinterviewer: Aha. So wie: "Ich bin attraktiv"?

Experte Lömannsröben: Ja und nein. Das wäre die lahmarschigste und phantasieloseste Antwort, die Sie sich ohnehin nicht glauben. Bei Ihnen aus gutem Grund, aber auch wegen der Formulierung.

Qualitätsinterviewer: Was würden Sie antworten?

Experte Lömannsröben: Das tut hier nichts zur Sache. Jeder muss seine eigene positive Antwort finden. Und sie sollte eben überzeugend sein.

Qualitätsinterviewer: Und was würden Sie antworten?

Experte Lömannsröben: Hören Sie mal, ich habe das Problem nicht, ich bin nicht Single, ich bin nicht hässlich und ich muss mir keinen Sermon von einem Experten anhören, warum ich ein Ladenhüter bin.

Qualitätsinterviewer: Aber was würden Sie denn …

Experte Lömannsröben: MANN! Ich würde mich … also meine Antwort wäre die von Buffalo Bill in "Das Schweigen der Lämmer", die übrigens von Jay in "Clerks" zitiert wird. Ich habe mir das sogar mal auf ein T-Shirt drucken lassen. Aber kapier es endlich, Erdling: Ich bin hier nicht die Zielgruppe.

Qualitätsinterviewer: Und was ist die Antwort von denen?

Experte Lömannsröben (palmiert sich fazial): Sagen Sie mal, was machen Sie eigentlich beruflich? Kinderstar? Kamerakind? Vollplemmi der Rabengruppe? Was wollen Sie eigentlich von mir?

Qualitätsinterviewer: Ich will eine Antwort, die unsere Leser und ich, also so mal als Beispiel, dazu finden können.

Experte Lömannsröben: Sie. Als Beispiel. Ich meine: Wenn sie damals beim 7. Sinn einen Fahrer ins Auto gesetzt haben, um einen Stunt vorzuführen, meinen Sie, die hätten einen Fahrschüler genommen?

Qualitätsinterviewer: Aber das soll doch für den ganz normalen Leser funktionieren. Also dann doch auch bei einem wie mir.

Experte Lömannsröben: Aha, so schätzen Sie also ihre Leser ein. Verstehe. Passen Sie mal auf (Legt eine Line, reicht dem Interviewer ein Röhrchen). So, jetzt mal ab in die Nase damit!

Qualitätsinterviewer: Ist das denn legal?

Experte Lömannsröben:: Nein, brutal überdosiert. Also, hopp hopp!

Qualitätsinterviewer: (zieht durch): Boah.

Experte Lömannsröben: Ja?

Qualitätsinterviewer: Boah!

Experte Lömannsröben: Na?

Qualitätsinterviewer: Was? Alter, was? Sag an, Alter!

Experte Lömannsröben: Genau. Was ist also Ihre Antwort?

Qualitätsinterviewer: Keine Ahnung, Alter. Keine Ahnung. Egal, ne? Voll egal, Alter. Ich weiß nur eins: Ich würde mich durchficken. Voll, Alter. Voll!

Experte Lömannsröben: Na also, geht doch. Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

 
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Im Donbas ist was los, und wie immer geht es um Kohle. Leider können wir nicht berichten, weil Putin. Dafür haben wir hier allerdings einen Verschwörungstheoretiker aus den Tiefen der Kommentarspalte. Mit wem er sich wozu verschworen hat, konnte bis Redaktionsschluss nicht ermittelt werden. Leider waren auch die Spalten bereits geschlossen, so dass eine bereitstehende Seilschaft nur noch verhindern konnte, dass weitere Theorien oder Verschwörer zum Vorschein argumentierten.

Derweil warnt die Regierung aus gut unterrichteten Kreisen nach Medienberichten und verabschiedet ein Paket. Auch ein Merz warnt, ein Lotharmatthäus und zwei schwarze Nullen. "Das wird man wohl noch sagen dürfen", wird ein Sprecher zitiert. Der Zentralrat jüdischer Muslime teilt die Empörung am rechten Rand, womit ein weiterer Linksrutsch bevorsteht. Die Regierung warnt, die Industrie warnt, der Bundespräsident mahnt: linksrutschende Spalten sind verantwortlich, dafür muss man Verständnis haben, solange nicht die Sorgen und Nöte der Wirtschaftsflüchtlinge ihre Verfolgung genießen. Wer ins volle Boot steige, könne nicht die halbe Miete zahlen, da sei sich das Volk einig.

Wir sind ein Wir

Der Hund mit der Stihl schloss sich dem Henkel an und warf sich weg. Niemand müsse vor einer Wirtschaft fliehen, schon gar nicht global. Der Fall eines weiteren Flugzeugs machte die Runde. Stoppt Putin jetzt! Jetzt aber! Dann eben jetzt! Die Märkte reagierten zögerlich mit Kurswechseln, was ein EU-Außenbeauftragter mit der Lage der Menschenrechte im nahen Osten des kaukasisch chinesischen Hindukusch erklärte. Man sei da, wenn der russische Imperialismus an die Tür der NATO klopfe. Man sei ihm lange und weit genug entgegen gekommen. Der Imperator werde Europa nicht spalten, kein Kommentar. Keine Spalte, keine Verschwörung. Kein anderes Bier!

Die Wahl des Rumänen gilt als manipuliert und darf austreten, sagte die Kommission am Abend in Baden mit der schwäbischen Hausfrau. Die Börsen notierten schwach, aber lustlos. Rumänien sei ein Reiseland, da dürfe man Unmündige nicht aufhalten. Die europäische Knechtschaft sei eine Eigenverantwortung. Es gebe rechtlich verbindliche Verabredungen mit verfassungsflexibler Laufzeit. Da könne nicht jeder wie er wolle. Da könnte ja jeder. So geht das nicht. Eine Ungarisierung des Abendlandes stehe nicht unmittelbar bevor, die abstrakte Bedrohungslage hingegen bedarf der Speicherung eines Vorrats. Gegen Porno, Putin und Schlimmeres. Da ist aber endgültig Schluss.

Lesen Sie die Beiträge!

Januar 2015

 
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Quelle: Pixabay

Wir brauchen mehr Faktenschützer. Solche triefnasigen Ficktenfahnder wie Correctiv, die sich bei plumpen Fake News erwischen lassen, sind doch das Geld nicht wert, das sie obendrein irgendwie noch wieder reinholen müssen. Sie haben vor allem gar nicht die Autorität, echte Wahrheit festzulegen und gegen Putins internationale Dämonenarmee zu verteidigen. Die Jugendliga gegen Lügerei freut sich jetzt wie Bolle auf ein krasses Reformvorhaben.

Für wehrhafte demokratische Wahrheit braucht es etwas Offizielles, Großes und Mächtiges. Etwas von der offiziellsten Instanz neben dem Papst, namens Europäische! Union! Das finden die Grünen, schon immer die inoffizielle Glaubenskongregation der werte- und regelbasierten Lehre, wie im Himmel, so auf Erden, alternativlos.

Wahrheitsreform nützt allen

Nach Elons Murks hat sich mit Mark Zuckerberg jetzt ein weiterer Medienmogul entschieden, auf seinen Trollfarmen die Brandmauern gegen das Übel einzureißen. Twitterx, Facebook, Insta- und Telegram, Signal, Whatsapp, Mastodon, Blogs und Darknet – die Welt ist voller völlig falscher Wahrheit. Das muss nicht sein. Ein europäisches und Bundessozialnetz soll es sein, in dem nur die reinste keusche Wahrheit zu stehen hat, gewertet, gefiltert und bestätigt durch höchste Stellen und ihre treuesten Prüfer.

Die nackte Angst geht um bei Antidemokraten, Russen, Chinesen, Nordkoreanern und jenen Oligarchen, die sich verschworen haben, ihre Medienmacht zu Manipulationen und Putinswerk zu nutzen. Wenn sich erst gezeigt haben wird, dass der neue Hort der Wahrheit (Arbeitstitel) Heimat für alle Guten und Ehrlichen ist, werden sie in Strömen kommen, sodass die anderen, die schmutzigen Medien der Diktatoren und ihrer Freunde, bald abgeschaltet werden können. Wer sich dieser Reform partout nicht anschließen will, gehört nicht zu dem Volk, von dem Demokraten sich wählen lassen.

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