Juni 2024


 
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Das hier ist Feynsinn. Feynsinn ist ein Blog. Ein Blog ist ein Schreibding im Internet. Internet, das ist auf dem Kompjuter. Das, wo ihr gerade reinguckt. Der Chef bei Feynsinn ist der Säzzer. Der hat Tastaturtourette TTT. TTT ist geil. Da kann man alles sagen, was einem Dreckiges einfällt. Zum Beispiel: Ihr Idioten. Könnt nicht mal richtige Sätze lesen. So geil ist TTT. Da kann man voll abledern.

Leder ist dicker Stoff aus Tieren. Die macht man tot und dann macht man ihre Haut ab. Das ist Leder. Der Säzzer ist ein Mann. Ein Mann ist keine Frau und kein Gendertransqueerdingsbums GQD. Was ein GQD ist, weiß keiner. Ihr jetzt auch nicht. Macht nix. Frauen sind die Opfer vom Säzzer. Die sagen immer zu dem: "Wenn ich altes Leder will, kaufe ich mir einen Fußball."

Vor den Knick gehämmert

Ein Fußball ist ein rundes Dings aus Leder. Männer treten gerade überall in Deutschland davor. Also vor den Fußball. Auch vor andere Männer. Das ist dann ein Foul, hat aber nichts mit faul zu tun. Versteht ihr nicht. Noch weniger versteht ihr Abseits. Das kommt beim Fußball vor. Müsst ihr nicht wissen. Wissen Frauen auch nicht. In einfacher Sprache kann man das nicht erklären. Will der Säzzer auch nicht. Er schreibt doch nicht für jeden Vollpfosten, sagt er.

Ein Pfosten ist ein Ding, das keiner treffen will, wo der Fußball aber manchmal voll vorklatscht. Der merkt davon aber nichts. Merkt nichts und keiner will ihn treffen. Das ist ein Pfosten. Vollpfosten sind welche, die voll keiner treffen will und die voll nichts merken. Für die gibt es jetzt auch Nachrichten in einfacher Sprache.

Das ist jetzt nicht zynisch gemeint. Zynisch, das ist, wenn man sein TTT an Leuten auslässt, die nichts merken. Da kann man rauslassen, wie blöd man alle anderen findet. Also euch jetzt. Ihr seid nämlich so doof, dass man mit euch reden kann wie mit Hunden oder Meerschweinchen. Das macht man auch nicht, damit die was verstehen. Das macht man, um alles zu sagen, was man echten Menschen nicht sagen kann. Weil man sich das nicht traut. In der nächsten Sendung erklärt der Säzzer euch "Arschlöcher", "Fotzen", "Pimmel" und "Fickscheiße".

 
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Politik ist inzwischen so weit zum werbefinanzierten Showbiz verkommen, dass man nicht nur das eine kaum mehr vom anderen unterschieden kann. Es ist auch unverkennbar, dass die Manager des Originals einfach Profis sind, die wissen, was zieht und was nicht, während das Funktionsmobiliar aus der Parteisoldateska weder für seinen eigenen Job noch für den anderen jedwede Qualifikation mitbringt.

Sie können schon lange keine Reden mehr halten, die einen nur deshalb nicht spontan einschlafen lassen, weil die Verblödungsabsicht einen auf die Palme bringt. Inzwischen halten sich Halbhirne für geeignet, höchste Ämter anzutreten, die schon mundmotorisch des Sprechens kaum mehr mächtig sind. Bei keinem Casting würde sie irgendwer nehmen.

Was er will vs. was er kann

Selbst als Revolutionär, der sich so hat verhärten lassen, dass er im Angesicht des Umsturzes und der drohenden noch viel größeren Unbilden die eine oder andere kurzprozessuale Hinrichtung nicht zu vermeiden wüsste, gäbe es für den Ranz, der uns regiert, wohl nur ein Urteil: Anjatanja, Olaf, Christian … ich habe leider keine Laterne für euch.

Nun höre ich schon wieder die Einwände der ewigen Einwender: Das kannst du doch nicht sagen, das sind doch auch nur Menschen, so dumm sind die Menschen nicht, das sind doch nicht alles Idioten. Dazu muss ich zunächst wie immer verdeutlichen, dass dieser Satz über Menschen und das Maß ihrer Dummheit schlicht sehr sehr dumm ist. Was das andere angeht, muss ich einräumen: Das stimmt. Es sind nicht alle Idioten. Manche sind auch Vollidioten.

Neulich hörte ich von einer, die hatte etwas wohl Wertvolles gefunden und wollte auf Teufel komm raus den vermeintlichen Besitzer finden. Fand sich aber keiner. Fundamt, Polizeipolizei, Google, Kleinanzeigen und Vatikan – keine Antwort. Sie hatte etwas gefunden, das niemandem gehört. Das geht doch nicht. Das muss doch irgendwie in Eigentum überführt werden, damit Gottes Ratschluss nicht widerlegt wird. So wird sie wohl bis ans Ende aller Tage damit beschäftigt sein, das Armageddon zu verhindern.

 
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Vorab: Rishi Sunak ist der Antipopulist des Jahres. Als Wirklich wahrer Demokrat weiß er, dass man sich nicht vom Geschrei des Pöbels beeinflussen lässt, was die eigenen Wähler selbstverständlich einschließt. Die Briten hatten sie über die knapp zwei Jahrhunderte eigentlich liebgewonnen, die Tories. Tja, einmal ist halt für jeden Schluss.

Dabei hat Sunak immerhin die Wannseekonferenz der AfD Ruanda-Lösung als erster umgesetzt. Wer das Lager an der Grenze zu Burundi überlebt, darf ins UK einwandern, sobald er die Formulare eingesandt hat, die in einer Kiste unter dem Strand einer Insel der Fidschis liegen. Die Idee dazu kam ihm beim Anschauen einer japanischen TV-Show. Kreative Lösungen, das ist es, was Demokratie und Menschenrechte heute brauchen.

Regelbasiert

Die Regelbasierte Ordnung ist dafür die alternativlose Basis. Das Völkerrecht hat sich, genau betrachtet, als Rohrkrepierer erwiesen und ist zu oft ungerecht gegenüber den Lichtbringern der Zivilisation (Westen). Zudem kann die Welt keine Regelung akzeptieren, die nur Putin nützt. Der UNO-Kommunismus muss ein für allemal aufhören.

Gerade die Steppenvölker und Asiaten kapieren nicht, dass der Weltkapitalismus eine geübte Führungsmacht braucht. Da kann nicht jeder einfach Exportweltmeister werden, bloß, weil er’s kann. Das hat der Habeck denen sehr ausdrücklich erklärt, aber die Reisfresser sind einfach zu und zu dumm. Das ist nämlich ungerecht:

China kann so billig produzieren, weil sie die Errungenschaften westlicher Zivilisation und Rechtskultur nicht brauchen. Wir haben ihnen die ganzen einfachen Arbeiten für Tagelöhner überlassen, sie brauchen kein Frontex, keine Faktenchecker, keine NGOs, keine Kredite für Stellvertreterkriege, keine teuren Mietmäuler für ihre Medien und und und. Einfach herstellen und verticken, so haben wir nicht gewettet.

Was erlaube Asien

Stellt sich heraus: Wir können sie nicht einmal erobern, besetzen, unterdrücken und genozidieren. Das sind nicht nur zu viele, die sind inzwischen sogar militärisch überlegen – und warum? Weil sie auch die Bomben, Granaten, Panzer, Haubitzen und selbst Flugzeuge samt Trägern einfach produzieren. Zu einem Bruchteil dessen, was der freie demokratische Westen für das ganze Geraffel belatzen muss.

So wird das nichts. Völkerrecht, my ass. Wir brauchen Regeln, Regeln, Regeln, sonst werden wir morgen von N-Wörtern und S-Augen beherrscht, von Putin ganz zu schweigen. Jetzt tun die sich auch noch zusammen. Alle. Im Namen eines sogenannten "Völkerrechts". Was soll das? Das ist unser Völkerrecht. Wir bestimmen, was davon gilt und was nicht!

 
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In den 80er und 90er Jahren war Luhmanns Theorie Sozialer Systeme der heiße Scheiß. Ich will mich nicht lange mit Kritik oder Bewertungen aufhalten, sondern an dieser Stelle nur feststellen, dass es vor allem, wenn nicht überhaupt nur ein System gibt, das sie mit ihren Grundannahmen hervorragend beschreibt: Den Kapitalismus.

Man kann also weiterhin feststellen, dass die Theorie nicht ganz zufällig beliebt war, zumal die deutsche Soziologie wohl verzweifelt nach einer Ablösung der linksversifften Frankfurter Schule gesucht hat. Wie dem auch sei: Wie funktioniert das denn nach Luhmann, grob zusammengefasst:

System Profit

Ein System entwirft sich selbst nach einem binären Code und dem dazugehörigen Programm. Beispiel: Im Rechtssystem ist die Kodierung Recht/Unrecht. Es handelt sich hier aber um die Beschreibung eines Systems; man kann auch eine andre Kodierung annehmen. "Ficken/heil Hitler" geht zur Not auch.

Das System, das unzweifelhaft binär (und auch sonst digital) ist, weil es strikt nach Gewinn/Verlust kodiert (Luhmann hat das btw anders beschrieben), ist der Kapitalismus mit all seinen Subsystemen. Ebenso eindeutig folgen alle Prozesse dessen Logik und Zielsetzung. Was nicht profitabel ist, verschwindet – auch wenn einige Subsysteme eine Weile lang aufrecht erhalten werden können. Freilich geht es selbst dabei immer noch um Profite.

Wie kann man nun ein solches System überwinden, das auf Reproduktion und Erhalt seiner Kodierung programmiert ist? Die Frage ist unvermeidlich suggestiv. Entweder man lässt es bestehen, dann wird es sich weiter nach seiner Kodierung und Programmierung reproduzieren. Oder. Im Oder verbirgt sich die ebenso unvermeidliche Revolution.

Absurd

Das System ist von innen heraus nicht veränderbar, das heißt: Wenn ich am Programm, der konkreten Organisation, herumspiele, die Kodierung aber beibehalte, kann sich nichts ändern, denn nur erfolgreiche – (möglichst) profitable – Strategien können sich durchsetzen. Ein "Einhegen", ein Hemmen der Profitabilität in einem auf Profit ausgerichteten System ist nicht nur absurd; solche Ansätze sind nicht überlebensfähig.

Die Überwindung kann also nur von außen gelingen. Wo nun das weltumspannende herrschende System die Selbsterhaltung nicht nur von Milliarden Individuen, sondern gleich der ganzen Gattung bedroht, stehen starke Motive und sogar die Anforderungen der Vernunft zur Verfügung, um dem Moloch etwas entgegenzusetzen. Der aber verfügt über alle anderen Ressourcen. Erst wenn es ihm in einem so hohen Takt und mit solchen Verheerungen gelingt, sich selbst an die Wand zu fahren, wird sich eine Alternative etablieren können.

 
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Todd und Geufel sitzen wie jeden Freitag am Ufer des Flusses und schauen Leichen beim Vorbeitreiben zu.

Geufelchen, hast du die Kinder gesehen?

Nö, aber ich weiß, wo sie sind.

Muss ich raten?

Nö.

Also?

Sie spielen Winterkrieg.

In Australien?

Nein, nicht auf dieser Murmel. Auf Ganymed. Sie haben ein paar Kohorten von deiner Spezialspezies mitgenommen und bringen großen Eiswüsten die Freiheit.

Kinder!

Kinder.

Was machen wir mit der freien Zeit?

Wir könnten ja auch mal was spielen.

Schon wieder? Gönn mir ne Pause!

Nein, das meine ich nicht, mein Liebster; ich meine was spielen. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal was gespielt hab.

Und was schwebt dir da so vor?

Hmm … vielleicht auch so was wie die Kinder. Wir könnten mal wieder "Weltherrschaft" spielen.

Wenn du möchtest.

Au ja, ich möchte. Wir haben ja alles da, was wir brauchen. Lass uns das zusammen aufbauen, das macht fast den meisten Spaß.

Okay, Fang du mal an.

Ich nehme zuerst mal das komplett verkommene hinterwäldlerische Ödland.

Dann nehme ich das prunkvolle großartige Musterland.

Ich stelle dann mal meine brutalen Blut saufenden Vergewaltiger auf.

Ich nehme die heldenhaften Friedenskämpfer.

Oberkommandant ist mein irrer sadistischer Diktator.

Meiner ist der weise philanthropische Beschützer der Demokratie.

Unser Geheimdienst: Hinterhältige Lügner, die ihre eigenen Mütter an die nächste Metzgerei verhökern.

Unsere Informationsdienste arbeiten stets mit korrekten Mitteln, um uns immer auf dem Laufenden zu halten.

Mein Volk wird bespitzelt, bedroht, zensiert und bei jeder Gelegenheit in Folterknäste geworfen.

Bei mir herrscht absolute Meinungsfreiheit. Alle sind frei und allen geht es gut. Selbst die Kriminellen werden fair behandelt.

Alle Medien sind unter der Kontrolle der Diktatur und verbreiten deren Propaganda. Wer ausschert, wird an die Wand gestellt.

Unsere Presse ist frei und kritisch. Sie würde sich nie in den Dienst der Herrschaft stellen.

Du, sag mal, Toddy?

Ja, Geufelchen?

Bist du komplett senil? Wie diese Mumie aus Pennsylvania?

Wieso das denn?

So wie du dich aufgestellt hast, fege ich dich in der ersten Minute vom Brett und hinterlasse nur rauchende Trümmer.

So?

So.

Du hast wohl etwas vergessen.

Und das wäre?

Unsere Gottheit ist eine verlogene hinterfotzige Ente.

Boah! Du hast mich belogen?

Ja was denn sonst? Wir sind im Krieg, du Brustfilet.

Boah!

Tzia.

Toddy?

Ja?

Sollen wir nicht doch das andere Spiel spielen?

Okaay.

 
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Stalinistischer Todesstreifen

Ich sag mal "Sieg Heil!", wo der Kontext sich doch inzwischen massiv verändert hat. Man will damit den Arbeitsminister anfeuern ("Sozial ist, was Arbeit schafft", auch ganz anders zu verstehen als unter Hugenberg) und außerdem sagen, dass man den Pflegekräften viel Erfolg wünscht. Das ist wie Applaus vom Balkon, genau wie "Slava Ukraini" nebst stehender Ovationen im Bundestag auch einfach nur nett gemeint ist.

Wenn man heute gegen Rechts® auf die Straße geht, dann bedeutet das, man ist für Abschiebung und begrüßt sich mit dem Slogan der Ukronazis, die man im Krieg gegen die Orks (Auch das sind keine Untermenschen. Das als "faschistisch" zu bezeichnen, nützt nur Putin!) mit allem unterstützt, das nicht selber blutet. "Rechts", das sind heute Lumpenpazifisten und alle anderen, die direkt oder indirekt für die je aktuellen Hitlers sind.

Hitlers Hitlers

Das ist ja jetzt keine Satire. Das ist auch nicht lustig. Das ist der Stand der Dinge. Ehe ich also anfange auszumalen, was heute als "links" gilt, ziehe ich mal die Handbremse und reiße das Steuer kurz zur einen und dann zur anderen Seite. Ich mag dieses Manöver – allemal lieber als die mit taktischen Atomwaffen oder besoffenen Russenhassern.

Rechts, das sind und waren die, die man im Parlament auf der nämlichen Seite geparkt hat. Sie sind für Kapitalismus, gute Profite und aus diesem Grund auch für Kirche, Volk und Vaterland. Sie brauchen die Pfaffen, um das Volk zu verblöden, und sie brauchen die Nation, um Kriege für ihre Interessen zu führen. Das können sie ja so nicht sagen, also geht es eben um Ehre und Vaterland. Letztere Werte wurden inzwischen zu "Demokratie und Freiheit" umgedichtet.

Es gibt nur ein Links

Nationalismus als verklärtes Anbeten von Fahnen und Führern ist aus der Mode gekommen. Da war mal dieser Unfall mit dem Chaplin-Bärtchen, da musste man umdisponieren. Was aber immer geht und sogar einige andere Vorteile mit sich bringt, ist der Hass auf Ausländer. Die Juden darf man nicht mehr, aber wenn den Arbeitern nichts anderes zu bieten hat, braucht man eben Sündenböcke, auf die man sie hetzen kann. Ausländer und Russen, das passt schon.

Was ist also links? Es gibt nur ein Links: Die Interessen der Arbeiterklasse. Capisce? Es gibt nur ein Links: Die Interessen der Arbeiterklasse. Ja richtig, das habe ich wiederholt. Es ist Klassenkampf, Freunde, und sie haben es geschafft, euch einzutrichtern, den gäbe es ebenso wenig wie eine Arbeiterklasse. Es war aber nie anders: Den Einen gehört alles, die Anderen müssen für ihr Leben arbeiten – wenn man sie lässt und ihnen das nicht auch noch nimmt. Für Letztere kämpft Links. Daran erkennt man es. Ein anderes gibt es nicht.

 
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Im Rahmen der Hintergründe, die jedem anständigen® Bürger, der als solcher die Ukrainer bis zu deren letztem Mann unterstützt, als nur Putin nützlich verschwiegen gehören, weise ich nach dem gestrigen, schon einige Jahre alten Stratfor-Konzept auch noch einmal auf das der RAND Corporation von 2019 hin. Hier sind die Pläne einer gleichzeitigen wirtschaftlichen und militärischen Schwächung Russlands deutlich aufgeführt.

Die eifrigsten Neocons träumen gar von einer Aufspaltung Russlands in Kleinstaaten, den einfachen Fanatikern reicht es, Russland zu "ruinieren". Die Bereitschaft zur grenzenlosen Eskalation ist offensichtlich und hat Dimitri Medwedew, immerhin Vizevorsitzender des russischen Sicherheitsrats, zu der Aussage geführt, dass es für Russland wohl an der Zeit sei, alle Welt, die gegen die NATO ist, aufzurüsten, gern auch nuklear.

Tit for Tat

Die Konzepte und vor allem jene, die sie in deren Ableitung umsetzen, sehen keine Exit-Strategie vor und und haben häufig auch nicht alle Gefahren der Idee im Auge – wenn auch RAND durchaus vor möglichen Rückschlägen warnt. Die logische Konsequenz aus der Aufkündigung so vieler Verträge zur Rüstungskontrolle nützt nämlich nicht nur dem Imperium, das ungeniert produzieren kann, was es will, sondern auch den Bösen – deren Produktionskapazitäten längst die des Wertwestens um Längen übertreffen.

Auffällig ist in den letzten Tagen, dass sich erste Lampenpazifisten aus dem Dickicht trauen und gar Wehrkraftzersetzer in die Talkshow des österreichischen Klosterschülers Lanz geladen werden. Ein Oberst a.D. durfte dort jüngst das Geschwätz des braven Junkers Hofreiter nach Herzenslust in dessen attraktives Schnütchen rückführen. Dessen Schnappatmung ging im Transkript leider verloren.

Dass Mitglieder, prominente gar, einer "SPD" die Verzweiflung nach dem nicht unerwarteten wählerischen Arschtritt ausnützen wollen, um dem Laden ein vorzeitenwendliches Label wie "friedlich" anzuheften, geht derweil aber entschieden zu weit. Das nützt nur Mützenich. Der Heilige Pistolerius fällt noch vor Schreck vom beinahe einsatzfähigen Panzer.

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Klick aufs Pic führt zu Youtube. Sie hören George Friedman, Gründer und bis 2015 Chef von Stratfor, inzwischen von Geopolitical Futures, zu Deutschland, Russland und der Ukraine (2015).
Hier gibt es ein Transkript.

p.s.: Der Chicago Council on Global Affairs ist übrigens eine dieser NGOs, die die Welt besser machen wollen. Philanthropen. Uneigennützige Bildungseinrichtung. Liebe liebe Menschen.

 
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Die Kurzanalyse für Deutschland vorweg: Wie so oft, bestrafen vor allem die Einfältigen und Senilen ihre Regierung, indem sie dasselbe von den anderen Bänken wählen. In Kriegszeiten umso lieber diejenigen, die nie für etwas Anderes standen als "Weiter so!". Dies waren vor allem Rentner.

Osten und Arbeiter wählen 'dagegen', AfD und BSW, die mit traditionellen Werten kommen. Jugend wählt am liebsten 'ganz anders'. Es ist erkennbar, dass viele die Schnauze voll haben. Gegen die Internationalistische Front ist aber kein Kraut gewachsen. Sie sind Atlantiker, mithin Vasallen der USA, postmodern, mithin pseudowoke, postfeministisch und gleichgerichtet. Die extreme Mitte halt, die glaubt, sie könne Werte beliebig an- und abschalten.

Alles neu

Krieg ist dann Frieden, Abschieben ist Antirassismus und Kritik an Massakern, begangen durch eine ungeheuer brutal agierende Regierung Israels, ist Antisemitismus. Wer nicht für sie ist, ist rechts. Oder halt auch mal zu links, wenn das opportun erscheint. Allemal nützen sie alle nur dem Bösen, wenn sie andere Vorstellungen von Außenpolitik haben. Wie gesagt: Anstelle traditioneller Werte herrscht die Beliebigkeit der Mitte und ihrer Medien.

Am Ende wird sich der Verlust traditioneller Werte ideologisch fatal auswirken. Der Kitt im Klassengegensatz, nicht zuletzt in Deutschland, hatte seine Basis in religiösen Werten, die erstens schichtübergreifend galten und zweitens in Form der Arbeitsethik die wichtigste Basis der Bescheidenheit einer schon lange nicht mehr am 'Wachstum' beteiligten Arbeiterklasse sicherstellte. Wo diese wegfallen, löst sich der Konsens auf.

Rechts raus

Die Reaktionen darauf sind nicht minder kontraproduktiv, wo ein Konglomerat aus Nationalen, Ausgebeuteten und Traditionalisten als rechtsextrem markiert und als antidemokratisch bekämpft wird. Damit schafft sich die Funktionselite durch ihre Moralisierung eine stabile und nicht mehr erreichbare Gegnerschaft – und zwar in einer Masse, die es als Systemopposition so seit Jahrzehnten nicht mehr gab.

Zwar ist diese Gruppe äußerst heterogen, aber da alle, die für ihr zugehörig befunden werden, in Acht und Bann stehen, gefährdet das System ideologisch seine eigene Existenz. Sollte sich dann noch herumsprechen, dass auch ökonomisch für die Mehrheit dauerhaft kein Platz mehr am Tisch ist, ist das Pulverfass perfekt. Die Nationalisten aller Länder sind längst bereit zur Übernahme. Dann werden wir sehen, was wirklich rechts ist.

 
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Original: Keith Ivey

In ihren Jahresberichten erweist sich das Bundesamt für Verfassungsschutz stets als eine Kampfabteilung, die selbst definierten Feinden schaden will. Es reicht dabei, sich ein Feindbild zurecht zu zimmern und krude Theoreme zu bilden, nach denen jemand dort hinein passt.

Die Junge Welt betreffend, besteht deren übergeordnetes Verbrechen in "fundamentale[r] Kapitalismuskritik". Es reicht den Reaktionären dieses Landes nicht, Kommunismus und Sozialismus im Keim erstickt zu haben; die Kritik am Bestehenden, das sich deutlich in Richtung eines autokratischen Imperialismus entwickelt, reicht schon aus, um kriminalisiert zu werden.

Umsturz, Diktatur, Schießbefehl

Das ideologische Ziel ist ein totales Basta über strukturelle Gegensätze, die schlicht logisch sind und unterschiedlichen Interessen entspringen. Da die JW "von einem bestehenden Klassenkampf ausgeht", ist sie gefährlich. Mehr als Tarifverhandlungen darf es nicht geben, um die Klassengegensätze zu verhandeln. Dieses Ritual muss – noch – wohl oder übel geduldet werden, aber dass die Profiteure den Erzeugern des von ihnen abgeschöpften Mehrwerts antagonistisch gegenüber stehen, darf nicht gesagt werden. Gibt es eigentlich ein Einreiseverbot für Warren Buffet?

Die Phantasie der Interpretation, die von den Nachfolgern Gehlens und der reichsdeutschen Richterschaft an den Tag gelegt wird, ist beeindruckend. So ist es ein schlagender Beweis für den Versuch, ein "Einparteiensystem, [mit] fehlender Gewaltenteilung und Opposition" zu etablieren, wenn ein rechtmäßig gewählter Präsident als rechtmäßiger Präsident betrachtet wird, obwohl die USA ganz offiziell dessen durch nichts legitimierten Gegner bevorzugen.

Was wäre denn wohl, wenn die JW sich diesen Interpretationen anschlösse? Hieße das nicht, sie hintertriebe demokratische Wahlentscheidungen und zeigte ihre demokratiefeindliche Fratze? Hieße es nicht, sie bediente sich dazu noch der absurdesten Argumente? So oder so gehört sie offenbar verboten – zum Schutz der Pressefreiheit vor Missbrauch.

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