Annalena Baerbock ist heute volksnah und wahlkämpft im Essener Norden. Sie hat eine Einheimische angetroffen (Name von der Redaktion nicht geändert) und angesprochen.

Baerbock: Guten Tag, ich bin Ihre grüne Kanzlerkandidatin und möchte Sie für mich gewinnen.

Chantal: Wie, "gewinnen"? Meinst du, ich bin ne Schlampe, die du einfach haben kannst? Pass mal auf, du …

Baerbock: Nein, Verzeihung, das ist ein Missverständnis. Ich stelle mich am besten vor: Ich bin Annalena und habe an höchsten und wichtigsten Stellen studiert. Jetzt möchte ich das Land führen. Ich will klimagerechten Wohlstand für alle.

Chantal: Wat is dat denn?

Baerbock: Klimagerecht ist …

Chantal: Nee, ich mein dat andere. Dat mit wohl.

Baerbock: Ähm, Wohlstand. Ich möchte, dass es uns allen weiterhin gutgeht, auch wenn …

Chantal: Hömma, du Uschi, wo kommst du denn her? Die Omma hat Rheuma, die Waschmaschine is im Arsch und dat Amt will keine neue bezahlen. Aber dir geht et gut, wa?

Baerbock: Nun, ich meine … also … ich möchte natürlich, dass es Ihnen dann noch besser geht, obwohl wir klimagerecht …

Chantal: Wat hast du bloß immer mit dein Klima, du Trulla? Kannst du Wetter machen oder wat? Lässt du dich vom Kachelmann vertengeln oder wie?

Baerbock: Klimagerecht ist, wenn Sie statt des Benziners ein klimaneutrales Fahrzeug fahren. Wir fördern Elektromobilität.

Chantal: Wie geil, ihr schenkt mir ein Auto? Ich fahr doch immer mit dem Scheiß-Klapprad zum Lidl und der Dennis leiht sich höchstens mal den Polo vom Kevin, der is auch schon volljährig.

Baerbock: Das sollte er wohl auch sein, wenn er Auto fährt.

Chantal: Die Karre, du Eule. Die is schon neunzehn.

Baerbock: Das ist ja unverantwortlich. Was die für einen CO2-Fußabdruck hat!

Chantal: Wat denn fürn Fußabdruck? Willst du mir drohen, du Bitch?

Baerbock: Nein, ich meine den Verbrauch. Dann fahren Sie doch lieber mit der Bahn zur Arbeit. Wir wollen das jetzt noch besser steuerlich fördern.

Chantal: Wat für ne Arbeit? Sach ma, kommst du aus Werden oder wat? Wir gehen hier alle hartzen. Arbeit! Bist du bescheuert, ey!

Baerbock: Na na, ich erwarte ein bisschen mehr Respekt von Ihnen!

Chantal: Ach, Respekt willst du. Kommst mir erst mit Fußabdruck und willst jetzt auch noch Respekt. Du kriegst gleich nen Gruß von meim Bruder.

Baerbock: Ach, Ihr Bruder ist auch da? Den würde ich gern sprechen.

Chantal (beugt sich kurz vor, ihre Stirn trifft Baerbocks Nase): Dat hier is n Gruß von meim Bruder. Hat der mir gelernt. Und jetz hau ab, du Alphabitch, sonst mach ich dir die Nägel! (Chantal ab.)

 
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Ja, ich habe es mir angetan – also ein bisschen. In zwei Portionen war ich 'live' dabei, wie sie sich … ja was eigentlich? Der nächste Test, was Volk so aushält, ehe das Hirn implodiert? Schaulaufen der Gebrauchtwagenhändler? Ich-wär-wohl und die alten Zausel? Märchenhaft.

Was ich so mitgekriegt habe, waren drei völlig der Realität entrückte Kasperlefiguren und zwei grausame Therapeuten, die sie in ihrem Wahn noch bestätigten. Gehen wir mal von hüben nach drüben und fangen mit diesem Laschet an: Der war ständig empört, was man ihm aber nicht abkaufen konnte, weil er sein Zombielächeln dabei nur noch schräger anstellte, anstatt mal zu mimiken wie die Bleierne oder wenigstens mit dem Schuh aufs Pult zu hauen.

Dreieinigkeit

Für das, was er 'inhaltlich' ablieferte, hätte er sich derweil die Moralkeule selbst in die Goschn hauen müssen, bis nur noch roter Brei übrig gewesen wäre. Darauf angesprochen, dass er die größte CO2-Sau der Republik ist, laberte der Mann, er säße doch mit den wichtigen Leuten zusammen, das sei doch wohl das Beste fürs Klima. Mit sowas kommst du heute durch. Danke, Vierte Gewalt®!

Der Clown auf der anderen Seite (Ist der eigentlich krank? Der ist so dünn geworden …), angesprochen auf Cum-Ex, Wirecard und Geldwäsche, meint, er hätte nix zu tun mit seinem Ministerium und sowieso alles voll gut umgebaut da. Er sei "stolz". Nein nein, es gab weder eine Nachfrage noch irgendeinen Hinweis darauf, was Scholzomat sehr wohl damit zu tun hat. Dafür hätte irgendwer informiert gewesen sein müssen. Gut, dass solche Kommunisten nicht fürs Öffentlich-Rechtliche arbeiten.

Krieg, lecker!

In der Mitte querkte Anja Baerbock, sie wär wohl was mit Kanzlerin und wie dann alles ganz toll würde. Ihr verklärter Blick verriet reichlich sportlichen Einsatz (Hormone, Koks, Ephedrin), während sie "als Vorsitzende meiner Partei" alles für sich reklamierte, was je ein Grüner Dödel auf die Kette gekriegt hat, und vor allem, was sie im Alleingang so alles wuppen würde, wenn sie nur. Tanja Baerbock fand sich super. Darauf ein Jodeldiplom!

Die anwesende Journalismussimulation erhob durch Labernlassen folgende Erkenntnisse: Laschet will nicht mit Links und spricht nicht mit Rechts und alle wollen sie gern weiter Krieg führen. NATO muss, dabei sein ist alles und wann kommen wir nochmal so jung so weit rum?! Pro: Erstaunlich wenig Buzzwordbingo. Kontra: Kein Inhalt, kein Sinn und rhetorisches Tumbleweed aus allen Rohren. Was waren das für Zeiten, als es noch diese spannenden Testbilder im Fernsehen gab!

 
Schon vor der gestrigen TV-Triage haben wir uns drüben über das inhaltslose Einheitsgequatsche des diesmaligen Wahlkampfs unterhalten. Antidepressiva rein und nix wie rein in die Gülle!

Über die drei kleinen K-wörter werde ich mich nachher noch hier äußern.

 
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Hab Sojawurst, hab Tofuspeck, mein idealer Lebenszweck … (aus der Operette "Der Baron ungarische Art"). Suchen Sie keinen Zusammenhang, der Säzzer will nur auch einmal trollen. Zu bestimmten Jahrestagen darf er das. Er meint irgendwas von wegen Relevanz und Prioritäten. Außerdem habe er neulich mal wieder "The Big Short" gesehen und fragt, ob wir hirnlosen Affen das alles schon vergessen hätten. Er hat schlecht geschlafen. Eigentlich geht es aber um:

Nine ist schon viel zu lange eleven. Spätestens hier übrigens ist schon alles dazu gesagt. Nun ist das nicht nur zwanzig Jahre her, die Koalition der Kriegswilligen hat ja Afghanistan auch schon so gut wie verlassen, um nichts erreicht zu haben, dafür aber Bomben hier, Schüsse dort, nennt sich insgesamt "Krieg", as usual: No sense, no mercy.

Neun elf, zweitausendsieben, andere Bomben

Was jetzt? Braucht die Waffenindustrie kein Staatsgeld mehr? Ist da niemand mehr, der erpresst werden muss? Keine interessanten Rohstoffe mehr zu sichern? Handelswege alle frei? Kann doch nicht. "Was plant der Irre jetzt?" titelte die Propaganda, um den Deutschen den Irakkrieg als gutgerechtnotwendig an die Backe zu schwätzen. Wollten wir trotzdem nicht. Gerhard hat's gehört und ausgenutzt, um dann uneingeschränkte Solidarität® am Hindukusch zu spielen.

Das Böse hat zwar einen Namen, aber man kann ja nicht den Teufel selbst herausfordern. Oder? Kann man? Ihr werdet doch nicht? Scherz! Klar würde man gern die Schmach von Stalingrad endlich* … wie auch immer, dann mache ich mir jedenfalls keine Sorgen mehr. So eine schöne große Glasfläche in Mitteleuropa reflektiert die Sonne sicher ganz gut.

Ja, was planen die Guten, die Weltpolizei, Ordnungsmacht, Friedensengelchen jetzt? Keine Ahnung, nicht einmal eine Spur. Nur eines flüstert der Verschwörungshaken auf meiner linken Schulter: "Warte nur ein Weilchen!" Derweil schauen sie zu, wie der Regenwald von der Kruste gekratzt wird. Geht vielleicht auch schneller so.
Junge, immer bist du so ein Miesepeter!

Update: ich hol den mal hier hoch, Leseempfehlung!

 
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Als Nichtwähler betrachte ich mich keineswegs als Avantgarde, frage mich aber andererseits, wie man nur kann. Zudem frage ich mich, was eigentlich geschehen müsste, damit die Gelehrsamkeit das politische System als gescheitert erkennt, ohne dass zuvor die Wirtschaft endgültig zusammenbricht. Eine rhetorische Frage.

Aus Sicht einer 'Politologie', die sich Marx und überhaupt dem radikalen Materialismus verweigert, müssten diese Fragen aber eigentlich auf der Tagesordnung stehen. Was muss passieren, damit man erkennt: Korruption, Unfähigkeit und Depression haben eine Eigendynamik angenommen, die nicht mehr umkehrbar ist?

Das Personal

Nehmen wir das aktuelle Personal, das sich zur Wahl stellt, die Prozesse, die dazu führen, und das Verhalten der Wähler. Zum Beispiel die CDU, gebuchte nicht nur Regierungs-, sondern auch Kanzlerpartei. Rationale Kriterien für die Besetzung der Führungsrolle wären Kompetenz, Erfolgsaussichten oder wenigstens Autorität. Und dann kam Laschet.

Sein Weg ist bestimmt durch das Versagen anderer und die Angst vor Personen, die eine Führungsrolle wirklich ausfüllen wollen. Seine Karriere beruht auf dem Versagen von Hannelore Kraft. Seine Basis sind katholische Seilschaften und Opportunismus gegenüber vermeintlichen Autoritäten. Was er kann, hat er im Wahlkampf gezeigt. Es geht zwar für die CDU nur darum, einen Hut auf den Stock zu legen, aber Laschet hat nicht einmal kapiert, dass eine Narrenkappe dazu nicht geeignet ist.

Die Wähler haben sich dem Niveau dieses Schauspiels bestens angepasst und sind, nachdem sie vermeintlich erkannt hatten, dass sie von der SPD nur verraten und miserabel regiert werden, offenbar entschlossen, diesen Haufen doch wieder zu wählen, um die CDU zu bestrafen. Olaf Scholz, ein zynischer Neoliberaler reinsten Wassers, als Alternative zu Helau-Laschet und dessen Geheimwaffe Merz.

Was sie sagen

Das Ganze könnte (ich rechne allerdings dennoch mit einem 'Sieg' der CDU) auch deshalb funktionieren, weil die Grünen, die binnen weniger Jahre einen Verrat an der eigenen Substanz hingelegt haben, für den die Sozen in der Konsequenz hundert gebraucht haben, sich ebenfalls dachten: Wen der Wähler wählt, das entscheiden wir. Also nehmen wir diese Darstellerin ihrer selbst. Hat ja prima geklappt.

Die FDP lügt sich seit dreißig Jahren mit denselben Sprüchen durch und hat einen schicken Kandidaten. Auf den Plakaten sämtlicher Parteien stehen nur Parolen, und wenn es Inhalt gibt, ist es Schwachsinn. "Gute Schulen"? Die Frage, was das sei, und warum es die nicht längst gibt, ist falsch. Das entscheiden nämlich die Länder, nicht der Bund. Aber hey, der Wähler ist ja saudumm, der merkt das nicht.

Bleiben die echten Sozialdemokraten ("die Linke"), die zu feige für alternative Vorschläge sind, und die Sofanazis von der AfD. Niemand von denen hat auch nur annähernd brauchbare Ideen für brennende Probleme (Klima, Renten, Mieten, Kapitalkrise), dafür heißen sie aber immerhin jetzt "klimagerecht". Was soll das? Wozu braucht man das? Warum lassen sie die Ministerialbürokratien nicht einfach ihre Arbeit tun und gehen uns mit ihrem Geschwätz auf die Murmeln? Und wer unterstützt das auch noch?

 
Es gibt eine neue Folge von Keine Ahnung. Thema ist "Experten".
Ich weiß, dass ihr das hört. Ihr dürft auch "doof" zu uns sagen. Cheers!

 
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Wir gehen auf das Ende der Pandemie zu. Im Großen und Ganzen ist das Ding verlaufen, wie ich es erwartet hatte, wenngleich der Dilettantismus vor allem in Lala-Land (Laschet und Laumann) schon Dimensionen angenommen hat, die man so selbst von dieser minderqualifizierten Charge nicht hätte erwarten müssen.

Es wäre schön gewesen, wenn sich nicht schon in diesem Sommer wieder die Intensivstationen füllen würden und der Herbst den Fortgang der nächsten Welle befürchten ließe. Die Impfverweigerer sind in den Kliniken inzwischen weitestgehend unter sich und durchseuchen sich. Danach kann nichts mehr kommen.

Man kann also allmählich ein Fazit ziehen. Ich fange mal mit der Nachbarschaft an: Es nervt, dass auch bei solchen Kollegen, die sich nicht als geistige Ufologen erwiesen haben, das Thema total dominiert. Gibt es denn wirklich sonst nichts? Zu den sprichwörtlichen erlaube ich mir auch einen kurzen Abschied.

Und tschüss

De Lapuente und Wellbrock, die zuvor sozialdemokratische Jägerzaunpolitik angeboten hatten, sind aus meiner Blogroll geflogen, als die Ufologie dort einzog. Inzwischen ist das ein jämmerliches Verschwörungsblog, in dem täglich eine Diktatur beschworen wird, während eine Wahlkampfsimulation nach dem Rücktritt der Bleiernen Kanzlerin ein offenes Ende des Rennens zwischen den Geschmacksrichtungen neoliberaler Möblierung bietet.

Herr "Epikur" hatte bereits lange zuvor die Elite der Trolle und kognitiv Sterilen versammelt, um dort Big Big zu beschwören und zum Jana-Solidaritätsstübchen zu degenerieren. Auch Herr Sokolowsky, was schade um sein rhetorisches Talent ist, hat sich in in die abstrakte 'Kritik' einer Hysterie verabschiedet, die mit der Projektion "Aber die Kinder!!" fröhlich die Panikflöte piepsen lässt. Zudem bietet er statt Kritik laue Andeutungen ad hominem einschließlich Sippenhaft. Klaus Baum hat sein Blog ganz den Trollen und Esoterikern überlassen.

Und tschüss, die Herren. Ich muss das gar nicht bewerten, das richtet sich alles selbst, und die da bei euch bleiben, die könnt ihr behalten. Ich hätte zwar nicht erwartet, dass der Verstand meiner Mitmenschen auf so dünnem Eis liegt, aber ich nehme zur Kenntnis, dass die erste Überforderung, bei der euch die üblichen Reflexe nicht helfen, zu einem Abschied aus der Realität gereicht hat.

Der Weg

Wenn ich etwas nicht verstehe, nehme ich das zuerst einmal wahr. Weiß ich nicht. Kann ich nicht beurteilen oder einordnen. Dann stelle ich konkrete Fragen und suche nach Antworten. Ich finde dann Vermutungen, Thesen, Daten, Hinweise. Ich bilde Theorien oder eigne mir welche an, die ich dann anwende. Mit der Zeit kann ich dann einordnen nach unmöglich, möglich, mehr oder weniger wahrscheinlich oder sicher.

Ihr geht hin und wollt etwas wissen. Ihr wollt wissen, dass es so ist, wie ihr es euch vorstellt. Dann sucht ihr 'Autoritäten', die euch das bestätigen, und fortan alles an Meinungen, Fakten und Spekulationen, die euch passen. Es gibt nur einen Weg, den hin zum bereits formulierten Resultat. Das ist Ideologie, Dogma, Religion. Der Weg ist mit Verbrechen gegen Logik, Stringenz, Kritik, Reflexivität und Rationalität gepflastert. Das hat euch den Titel "Idioten" eingebracht.

Irgendwer meinte, 'wir' (wer auch immer) hätten 'uns' viel zu verzeihen, wenn das vorbei ist. Praktischerweise halte ich null von Schuld und Moral, womit ich diesen Teil überspringen kann. Das Problem ist aber, dass sehr viele Zeitgenossen sich als intellektuell nicht bloß begrenzt, sondern verkommen erwiesen haben. Ihr könnt nicht für zwei Pfennig denken, wenn ihr es nicht wollt. Und dass ihr es nicht wollt, kann jederzeit passieren. Ich will euer Geschwätz nicht mehr hören. Es ist meine Zeit nicht wert.

 

Alle Mitglieder dieser Gruppen sind für ihn gleich.

 

bekannter Systemling

 
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Wachstum. Klimagerechtes Wachstum. Wohlstand. Klimagerechter Wohlstand. Arbeitsplätze. Klimagerechte Arbeitsplätze. Freiheit. Klimagerechte Freiheit. Renten. Klimagerechte Renten. Eigenverantwortung. Klimagerechte Eigenverantwortung. Sicherheit. Klimagerechte Sicherheit. Und jetzt on top: Klimagerechte bezahlbare Kosten! Das hört ihr euch alles an, ja? Und dann geht ihr wählen, richtig? Die, denen ihr am meisten vertraut, aka kleinstes Übel®.

Da oben ist mal so ein Beispiel abgebildet, das die dilettantische Heuchelei dieser Charge so richtig schön illustriert. Heuchelei ist ja Kernkompetenz, nur dieser Dilettantismus ist wie das Zuviel Methanol in dem Vielzuviel Alkohol der völlig ungenießbaren Plörre.

Klimagegendert bis Dienstag 2099!

So eine kleine Nuss der CDU behauptet hier etwas. Zum Beispiel 'Klimaneutralität' "bis 2045". Also in einem Vierteljahrhundert soll irgendwas mit Klima sein. Dafür will er vier Jahre irgendwas mit Anreizen®. Als einer von hunderten Abgeordneten will er also das Händchen heben, wenn irgendwem in der Industrie für irgendein Versprechen Kohle in den Hintern geblasen wird.

Oder dafür, die Verbrauchssteuern zu erhöhen, die Energiesteuern zumal. Dann lässt der Plebs, den eh die Kaltmiete schon stranguliert, die Heizung im Winter mal aus, das spart reichlich. Oder ein paar Milliardäre kriegen Schrotthalden geschenkt, die sie begrünen dürfen. Klimaneutral, yeay! Und unter dieser neuen Sahnehaube aus reiner Dickebacke der neoliberale Plunder von anno Achtzig.

Dafür war der Matthias sich auch nicht zu schade, die Haushalte seiner Heimatstadt mit einer 16-seitigen Broschüre vollzuspammen. Klimaneutral, das geht auch ohne Bäume, da muss man mal nicht so kleinlich sein. Alles eine Frage der richtigen Mathematik, und die ist reine Ansichtssache. Für eine klimagerechte alternative Mathematik. Am Arsch die Räuber.

p.s.: Zu dieser Großenkelin aller Wahlkämpfe werde ich mich in Kürze noch eingehender äußern.

 
dk

Todd und Geufel sitzen wie jeden Freitag am Ufer des Flusses und schauen Leichen beim Vorbeitreiben zu.

Yo, sagt Todd, das war mal wieder eine Woche. Du hast sicher wie blöde gefoltert.

Gefoltert … wir sagen nicht gefoltert. Das heißt jetzt "alternative Erinnerungshilfe".

Aha, wer erinnert sich denn da an was?

Nun, die Erinnerten an das, was sie zuvor verdrängt, verleugnet oder vertuscht haben. Ist ganz ähnlich wie bei der Folter, nur dass die Antworten stimmen. Mir kann ja egal sein, was sie da erzählen, ich muss sie nur erinnern.

Damit sie das Ganze noch einmal erzählen? Ist ja grauenhaft.

Nee, eben nicht. Also du kennst ja die üblichen Antworten auf bestimmte Fragen, die sie geben, bevor sie in den Fluss fallen. "Weiß ich nicht, war ich nicht, kann mich nicht erinnern", das ganze Zeugs. Bei mir erzählen sie haarklein, was passiert ist, was sie sich gedacht haben, und sie bekommen sogar so etwas wie einen Anflug von Einsicht. Also nicht moralisch jetzt, das interessiert mich nicht. Nein, sie beginnen zu verstehen.

Schlechter Zeitpunkt dafür.

Ganz schlecht, aber was willst du machen. Solange sie noch oben rumspringen, leben sie ja lieber in einem Märchen.

Soll ich dir mal den Laschet schicken? Wär doch sicher ein interessanter Fall.

Was soll der bei mir? Der ist doch so katholisch, der müsste mit dir in einem Bett schlafen.

Hör auf, mir wird schlecht. Ich stehe nicht so auf Heuchler, weißt du. Aber du müsstest doch deine Freude haben mit dem. Was da alles raussprudeln würde …

Ja? Würde es? Weißte, der lügt so schlecht und quatscht so einen Stuss, das ist genau die Mischung aus doof und dreist, die marschiert bei mir gleich durch.

Oha? Wohin denn?

Das willst nicht mal du wissen.

Ach komm, du hast noch Geheimnisse vor mir?

Ich erzähl dir halt nicht alles.

Du weißt, ich bin Admin. Ich kann auch in den Quellcode gucken.

Alter Mann, du weißt doch, warum ich dir das eine oder andere vorenthalte. Reicht, wenn einem schlecht wird. Sagst du doch selbst.

Haste auch wieder wahr. Und so schlimm ist der Laschet? Echt jetzt?

Ey, der war in zwei Burschenschaften, um mal anzufangen. In zweien! Und guck dir mal dessen Freunde an. Dann hör dir mal einen Tag lang das Geschwafel von dem an. Gegen den ist Gabriel nachgerade ehrlich.

Der Erzengel?

Quatsch, der Sigmar.

Der war billig.

Ist richtig. Wie auch immer. Manchmal wünschte ich, du wärst nicht so ne Pussy.

Ich?? Wieso das denn?

Na früher konntest du noch Sodom, Sintflut und Feuerregen. Heute lässt du mich die Arbeit machen und spielst Golf …

… strom.

Wie bitte?

Golfstrom. Du weißt schon, Klima und so.

Das rechnest du jetzt dir an? Alter, das haben die ja wohl ganz allein hingekriegt.

Und wer hat sie erfunden?

Die Schweizer?

Ha-ha-ha. Das ist doch ein Feature. Du hast doch immer gesagt, Doofheit sollte wehtun. Et voilà.

Darüber müssen wir auch noch mal in Ruhe reden.

Haben wir die nicht gerade?

Nö, da kommt der Biedenkopf. Das wird ne ganze Weile dauern.

Na dann … bis nächsten Freitag!

Yo. Bis dann!

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