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12/2013-02/2021 (alles)
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2005-2013 (alle Artikel)
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Best of 12/2013-02/2021
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Best of 2005-2013

 
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In der Tat bröckelt es nicht mehr nur, es zerfällt zusehends. Der Wertewesten hat in jeder Hinsicht ausgedient, was Gründe hat. Nicht nur verzichtet der Erfinder der Diplomatie seit Jahrzehnten auf diese und setzt stattdessen voll auf Hegemonie; Er hat auch durch seine blinde Ausbeutung der Restwelt seine ökonomische Basis zerstört.

Ausgerechnet in einem Krieg wurde deutlich, dass Natoland, das Konglomerat aus dem Kriegsbündnis und der EU, abgehängt ist. In einem Krieg geht es nicht nur um die militärische Ausrüstung – die Natoland auch völlig überschätzt hat – sondern vor allem auf die Fähigkeit, die für das Militär und seine Versorgung nötigen Ressourcen zu produzieren.

Ausgebeutet

Ausbeutung und Kolonialisierung der Welt durch den Wertewesten haben dessen industrielle Basis aber vernichtet. Arbeit und Produktion der Basisgüter ins billige Ausland auszulagern, hat dazu geführt, dass Natoland auf die BRICS angewiesen ist, die aus seinen schlimmsten Feinden (China, Russland, Iran) besteht. Dann war man noch so dämlich und hat sich von Russland als Energielieferant getrennt.

Zudem ist die Produktionsweise aufgrund der (alternativlosen) Profitorientierung ungenügend, vor allem im Krieg. Ist die Nachfrage hoch, steigen die Preise. Außerdem sind keine Reservekapazitäten vorhanden, denn die private Industrie produziert und lagert nur, was sie auch absetzt. Sie kann nicht mal eben ein Vielfaches produzieren, für das ohnehin die Rohstoffe fehlen. Ganze Infrastrukturen müssten dafür aufgebaut werden. China kann das, Russland kann das, Indien kann das. Natoland kann es nicht.

Ein Stamokap könnte das Problem langfristig 'lösen', bringt aber auch die Produktionskapazitäten nicht zurück. Es ist das, was wir gerade sehen: Haushalt und Infrastruktur werden der Kriegswirtschaft geopfert, die dennoch keine ernst zu nehmende Armee schafft. Worst of both worlds: Der Staat marschiert auf allen Ebenen in den Faschismus, der aber weder einen Wirtschaftsaufschwung mitbringt noch Raum im Osten.

No Future

Selbst eine offene Versklavung (Arbeitsdienst etc.) ersetzt kurz- und mittelfristig die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern nicht – vor allem jenen, die gerade 'sanktioniert' werden oder sich von den alten Kolonialherren abwenden. Hätten die BRICS die Absicht, den Wertewesten militärisch zu überrollen, so könnten sie das.

Was sie zurückhält, ist erstens, dass sie nichts davon haben und zweitens, dass der Westen über Atomwaffen verfügt. Er ist für sie aber keine Bedrohung. Selbst als Konkurrent ist er unterlegen. Kein Grund für Die Westerner, sich nicht weiterhin als Herrenrasse aufzuspielen.

 
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Die von mir bevorzugten Medien versorgen mich mit detaillierten aktuellen Informationen. Was für die Älteren klingt wie eine Binse, markiert inzwischen das Gegenteil dessen, was die Massenmedien bieten. Dort bekomme ich nur mehr Wiederholungen religiöser Formeln, Wunschdenken und ungeschminkte Lügen, die in Zeiten der Kriegspropaganda den Meinungskorridor eingrenzen.

Über das Geschehen in der Ukraine habe ich in den vergangenen zwei Jahren Hunderte von Informationen erhalten, die ich mit dem Fortgang im Kriegsgebiet abgleichen konnte. Als zuverlässig erweisen sich nach guter rationaler Tradition diejenigen, sie sich im Laufe der Zeit als wahr erweisen. Wenn eine Quelle zutreffende Prognosen abgeben kann, besser noch: den Empfänger selbst dazu befähigt, taugt sie etwas.

Kriterien

Diese Quellen zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie deutlich machen, welche Informationen gesichert sind, welche zweifelhaft und welche als Gerücht eingestuft werden – und selbstverständlich, warum das so ist. So etwas kann man lernen. Wenn man das gelernt hat, fällt man als Redakteur kapitalistischer Medien aus. Wenn man das kann, ist man auch in der Lage, aus den Quellen der Pro- und Kontrapropaganda seine Schlüsse zu ziehen.

Ein Wort zu 'alternativen' Medien am Beispiel der Nachdenkseiten: Ich werde immer wieder mal gefragt, wieso ich die noch verlinke. Die Frage ist berechtigt. Ich bin bei denen irgendwann in Ungnade gefallen, niemand sagt mir, warum. Mails werden von ihnen nicht beantwortet, mit gelegentlicher Ausnahme von Jens Berger, den ich ja auch persönlich kenne. Der ist allerdings dort nicht für alles zuständig.

Diskurs vs. Bestätigung

Inhaltlich bzw. qualitativ ist hier bekannt, was ich von dem Auftritt halte: Zu wenig bis gar keine Analyse, keine grundlegende Kritik am Kapitalismus, teils dumpfe Meinungsmache, vor allem in Bezug auf eine diffuse Opposition beim Thema Corona, die u.a. offenbart, dass dort offenbar niemand Studien versteht und mangelndes Verständnis gern durch laute Meinung kompensiert wird.

Die NDS sind gleichwohl ein Portal, von dem ich weiß, dass es von Menschen frequentiert wird, die vielleicht in einem nächsten Schritt hier aufschlagen. Ja, das ist schwierig, wenn die mich ignorieren, aber es wäre nicht konsequent, sondern ein Akt weiterer Abschottung, keinen solchen Auftritt mehr in der Liste zu haben. Tatsächlich liegt mir etwas daran, etwas anderes zu fördern als das, was der große Einheitsbrei täglich bietet. Die NDS kann ich akzeptieren. Das ist weniger ein Lob an sie als Tribut an den Niedergang des Journalismus.

 
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Wiederherstellung der Wehrfähigkeit hat oberste Priorität

Die SPD will mehr Militärpropaganda an deutschen Schulen und daher mehr Mittel für sogenannte "Jugendoffiziere", die Schüler fürs das Sterben im Dienste des Kapitals von Demokratie und Menschenrechten begeistern. Okay, sie sagt derzeit das Gegenteil, das habe ich durchaus zur Kenntnis genommen. Gerade deshalb filtriert mein scharfer analytischer Verstand ja diese Erkenntnis aus der aktuellen Willensbekundung. Wenn das die Basis® wüsste! [2024: Ach was?!]

Wer wäre auch besser geeignet, die Jugend zu Tugend und Ertüchtigung zu führen als unsere für innere und äußere Sicherheit zuständigen Recken mit der rechten Gesinnung? Wir drohen gerade eine Generation an linksgrünversiffte Schulverweigerer zu verlieren, verführt und missbraucht vom internationalen Judentum von Internetkonzernen und russischen Hackern. Wir sehen doch, dass der Cyberkrieg längst in den Klassenzimmern angekommen ist. Statt eines Verbots der Aufklärung sollten wir endlich den Notstand ausrufen!

Überraschung

Immerhin soll künftig der Zustand der Truppe, ihrer Ausrüstung, Ausstattung und Ausgaben geheim bleiben. Lange genug haben wir unsere stolzen Soldaten verhöhnen lassen. Was geht es den Feind an, ob unsere Flugzeuge und Hubschrauber fliegen, die Panzer fahren oder die Gewehre schießen können? Der Iwan muss nicht wissen, ob Roland Berger oder Friedrich M. Kinsey die Steuergelder in Sicherheit bringt. Und Überhaupt ist geheim das neue Hip.

Internationale Verträge? Geheim. Gesetzentwürfe? Geheim. Was machen eigentlich die Nazis den ganzen Tag? Geheim. Wer war denn da an meinem Rechner? Geheim. Ja, Freunde, das ist Rechtsstaat zwopunktnull, das ist Demokratie achtfuffzehn. Müsst ihr nix von wissen. Der Bürger eh nicht, der hat Volkspartei® zu wählen und das Maul zu halten. Der Volksvertreter, tja, tut uns leid, da kann auch nicht jeder kommen. Einmal die Woche zehntausend Seiten für zwei Minuten im Séparée, das muss reichen. Abnicken und Diäten einstreichen, hier gibt es sonst nix zu sehen.

Die Idee war schon immer gut, weshalb die beste Polizei schon immer geheim war und das Militär sich nicht von Zivilisten schikanieren lassen kann. Geheim ist fresh, geheim ist sexy. Wir sollten auch endlich das Grundgesetz durchsetzen, in dem ausdrücklich von geheimen Wahlen die Rede ist. Wer gewählt wurde und mit wie vielen Stimmen, das muss der Zuschauer, das muss der Leser nicht wissen. Man muss es ihm nur gut genug vermitteln. Aufbegehren wird er ohnehin nicht.

April 2019

 
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Feynsinn hat sich gegründet als ein Blog, in dem auf der Ebene politischer Texte bürgerliche Kritik an Wirtschaft, Staat und Gesellschaft ins Extrem getrieben wurde. Der Weg war einfach und konsequent: Die juristischen Texte und das Narrativ ernst nehmen und mit der Wirklichkeit konfrontieren.

Hier war oft die Rede vom "Kreidestrich", jenem, den zu überschreiten sich heute fast kein selbsternannter Linker mehr traut. Auf der anderen Seite liegt die endgültige, weil notwendige Abwendung vom Kapitalismus, die Erkenntnis, dass er Demokratie, Freiheit, Rechtlichkeit immer die Luft zum Atmen nimmt, sobald er seine Profite nur mehr mit Gewalt und Krieg sichern kann.

Keine Linke diesseits

Dazu hilft es nicht nur, Marx zu lesen und und zu verstehen oder wenigstens jemanden zu fragen, der sich damit auskennt. Weil ich es aber immer abgelehnt habe, aus der Warte des Besserwissers andere Positionen von außen zu kritisieren und vielmehr die Immanenzkritik befürworte, habe ich hier einige Jahre Anlauf genommen, bis es für jedermann ersichtlich nicht mehr zu vermeiden war, über den Kreidestrich zu treten.

Eines meiner Lieblingsbeispiele aus der Zeit des Anlaufs war der Artikel "100% Erbschaftssteuer". Würde man nämlich wirklich etwas mithilfe von Reformen ändern wollen, so müsste man als eine der vornehmsten Maßnahmen dafür sorgen müssen, dass sich keine Dynastien mehr fortpflanzen oder bilden. Sie reden von Demokratie, Gleichheit und Leistung und erhalten doch Jahrhunderte alte Herrschaftsstrukturen – oder eben:

Das Drama der bürgerlichen Gesellschaft ist ja, dass sie Gleichheits- und Freiheitsrechte postuliert, die sie aufgrund ihrer Eigentumsverhältnisse gar nicht einlösen kann.“ (Raul Zelik)

Mal wieder soweit

Wie korrupt und kaputt der Wertewesten ist, kann man an jeder Ecke beobachten, sei es in Form von Milliardären, die sich unter dem Label "Familienunternehmen" Politik kaufen oder einer EU, die in der Tat alles nach Kräften zerstört, für das sie einmal offiziell gegründet wurde.

Man hätte es kommen sehen können, spätestens, als die EU den Friedensnobelpreis zugeschachert bekam, so wie Kissinger, Le Duc Tho oder Obama. Spaß am Töten ist wohl Grundvoraussetzung für diese Auszeichnung, und die EU als dümmster Auswuchs des Wertewestens ist inzwischen auf Weltkrieg gebürstet. So endet das immer mit dem Kapitalismus. Vielleicht wird sich irgendwer nach dieser Runde daran erinnern. Falls jemand überlebt.

 
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Wookness rules! Quelle: Pixabay

Die Hauptreferenz für die vermeintliche Argumentation pro Gendern ist eine Studie, die nicht replizierbar ist. Damit ist sie schlicht nichtig. Aber das ist ihnen egal. Sie haben es nämlich überhaupt nicht mit Wissenschaftlichkeit, die halt Maskuterror ist. Also bleiben sie dabei: Wenn es gefühlt so sein könnte, dass ein paar Mittelschichtstöchter mit "Rennfahrer" einen Mann assoziieren, liegt das an der Sprache. Isso!

Michèle Mouton lacht sich nen Ast. Der Anlass für diesen neuerlichen Rant ist aber nicht die Sache an sich und nicht die Tatsache, dass die Genderspralleria sich nicht einmal auf Regeln festlegen kann, darum aber umso eifriger mit Stollenreifen übers Grün der Sprache fräst und wie immer ihre strengste Religiosität walten lässt, um jeden Rest von Verstand auszutreiben. Es war vielmehr ein konkreter Fall.

Gerundlich daneben

Nämlich genderte wer gerundierend vor sich hin, "Forschende" hätten etwas über "Architekten" herausgefunden. Männliche Form. Schwanzsprache. Und das in Verbindung mit dem völlig blöden Gerundium, das weitere Inkompetenz offenbart in Bezug auf den nicht kapierten Unterschied zwischen jemandem, der gerade forscht und wem, dessen Beruf eine wissenschaftliche Tätigkeit ist. Wie kömmt dieses?

These: Man wollte verhindern, dass Architekt:-*Innen zu einer fatalen Verwechslung mit Innenarchitekten führte, die hier definitiv nicht gemeint waren. Gegenthese: Einfach wie so oft schlampig, bewusstlos, wenig interessiert an den Folgen solcher Scharlatanerie, hingegen sehr am Bekenntnis zum Guten®.

Queeer

Sie sind überall, sie sind dumm, sie sind laut, sie gehen mir auf den Sack, zudem sind sie auch noch inkonsequent. Konsequent wäre hier nicht nur dringend ein gegendertes Architektingeling, sondern ebenso bitteschön nicht zu vergessen die Inklusion aller Gruppen, welche durch die Schwanzsprache immer so brutal ausgegrenzt werden.

Hätte es folgerichtig bezüglich Forscherei also nicht wenigstens heißen müssen: "Möglicherweise queere Forschende, die eventuell etwas Bizarres ficken wollen oder sich für etwas halten, das einen eigenen Buchstaben aus dem frühromulanischen Aplhabet verdient"? Ich frage für einen Freund. Der kann euch auch nicht leiden.

 
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Es nimmt nicht wunder, dass Religiosität und die Jahrhunderte alten Religionssysteme nach wie vor großen Einfluss haben auf Politik, Kultur und Medien. Als Machtmittel ist Religiosität extrem mächtig; die schwerreichen Kirchen und ihre trotz stärkster Erosion noch zahlreichen Mitglieder sind zudem Institutionen, die ihrerseits über Macht verfügen. Keine politische Partei könnte es sich leisten, offen gegen die Kirchen vorzugehen. Selbst der Staat hätte kaum die Macht dazu.

Wenn es aber darum geht, vorhandene Macht zu stärken, nutzt man solche Strukturen klugerweise – was immerhin rationales Handeln ist. Die Resultate sind freilich das Gegenteil. Zwar glauben die Menschen nicht mehr an Himmel und Hölle, womit die stärkste psychologische Macht der Kirchen gebrochen ist, die nämlich über das Gewissen der unvermeidlich Sündhaften. Sie bleibt aber subtil vorhanden als eine Moralproduktion, die sich verfeinert und ausgeweitet hat.

Sünde, Hölle, Böse

Selbst die Kirchgänger, die nicht einmal an Gott glauben, sind für solche Appelle zugänglich. Irgendwoher muss das Gute ja kommen, und auch wenn es keine Hölle und keinen Teufel gibt, so eben dennoch das Böse, verkörpert von bösen Menschen, die von der jeweiligen Herschaft markiert werden.

Die Kirchen wissen ihrerseits um das Problem schwindender Mitgliederschaften und eigentlich fehlender Legitimation. Dass es ihnen gelingt, ihre unsäglichen Massenvergewaltigungen zu bagatellisieren, ist nicht nur faszinierend; es deutet auch darauf hin, dass sie nach wie vor eben die Macht dazu haben. Eine moralisch aufgeladene Politik kann die Kirchen sehr gut gebrauchen, ebenso ist es umgekehrt. Im Kern geht es dabei selbstverständlich um Autorität.

Nimmt man die beiden großen Kirchen in Deutschland zum Beispiel, so hat man es bei der katholischen mit einer Art Diktatur zu tun, deren alternativlos männlicher Boss ganz offen Unfehlbarkeit reklamiert. Die evangelische ihrerseits ist in ihrem Anspruch von Autorität, die sie auf jeder Ebene als unbedingt betrachtet, noch strenger. Erst 1984 konnte sie sich dazu durchringen, die Autorität gewählter weltlicher Amtsträger anzuerkennen, die ihnen als solche bis dahin ganz offiziell nicht würdig erschienen.

Für Gott und das Gute

Eine tragende Säule der Reformation und ihrer Hauptkirche war ursprünglich die gewesen, von ihren Schäfchen die unbedingte Unterwerfung unter die Autorität der Fürsten zu fordern. Das war quasi der Deal, mit dem letzteren die Abkehr von der römischen Kurie schmackhaft gemacht wurde. In Zeiten weltanschaulicher Unsicherheit ob der Ablasskrise, Bauernaufständen und Kriegen war ein Mittel, die Untertanen sprichwörtlich auf die Knie zu zwingen, unerlässlich. Der Kniff, mit dem Wegfall der Beichte bei nach wie vor drohender Hölle die Gnade von Gehorsam gegen weltliche Autoritäten abhängig zu machen, stabilisiert das System auf dieser Ebene – übrigens sowohl das feudale als auch das bürgerlich-kapitalistische.

Auf diesem Niveau ist Politik wieder angekommen, wo die Pietisten, Moralphilister und Kriegshetzer der Grünen die aktuelle Ideologie in vorderster Front besorgen. Die Bigotterie dieser Klientel ist nicht zu überbieten; während sie sich einerseits als Schutzmacht der Minderheiten inszenieren, zeigen sie weder Ekel vor den Mafias der Kinderschänder noch vor dem heiligen Massenmord für die Interessen des westlichen Kapitals.

 
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"Kriegsmüdigkeit", wenn das Wort denn überhaupt einen Sinn ergibt, sollte eine zivilisatorische Grundhaltung sein. Nach den Verheerungen der Menschheitsgeschichte, die jedem hinterwäldlerischen Halbdeppen bekannt sind, kann niemand mehr ernsthaft in jeglicher Weise für Krieg sein. Wir sind keine Affen, die mit Kokosnüssen werfen. Wir haben hochgerüstete Armeen, die einen Weltbrand auslösen können, der noch den bis 1945 in den Schatten stellt.

Die Vollidioten und Mordsgesellen, die in 'Kriegsmüdigkeit' obendrein etwas Ungutes sehen, können in keiner Weise die Menschheit, ein Volk oder auch nur eine Gruppe Halbgescheiter repräsentieren. Sie sind verkommene degenerierte Auswüchse einer furchtbaren Entwicklung, die jeden Verstand unter sich zu begraben droht, auch bekannt als Kapitalismus.

Auf den Kopf

Der stellt alles auf den Kopf oder zermalmt es in seinem Profitzwang wie die russische Militärwalze die armen ukrainischen Zwangsrekrutierten, was immerhin noch militärischer Logik folgt. Nur die dümmsten und hartnäckigsten Sadisten können hier etwas anderes wollen als einen möglichst schnellen Frieden, der wie immer und überall nur durch Verhandlungen erreichbar ist.

Die schlimmsten Idioten und Mörder haben einen Namen: Man nennt sie Neocons. Einige ihrer übelsten Ideologen haben es mit Unterstützung ihres US-Hauptquartiers und heißem Russenhass an die Spitze der baltischen Staaten geschafft, und der Ministerpräsident von Lettland hetzt in einer der üblichen Verdrehungen von Sinn und Wahrheit:

"Russland hat die Idee einer neutralen Zone ausradiert. Man schließt sich entweder Europa und der Nato oder Russland an". Der von Ukronazis und anderen Verbündeten Victoria Nulands gestürzte Victor Janukowicz wollte 2014 genau diese Neutralität, der Wertewesten hat aber dagegen geputscht. Die Erweiterung der NATO und die Zerschlagung Russlands waren und sind das Projekt der Neocons, und wenn die Hölle nicht nur zufriert, sondern auch im ungünstigsten Moment wieder auftaut.

Rückwärts nimmer

Sie kennen nur eine Richtung, nämlich hin zu dem, was sie sich vorgenommen haben. Wenn sich die Wirklichkeit dem nicht beugt, können sie ja nichts dafür. Ihr Magisches Denken erklärt sich, wie Magie generell: Wo Magie "Physik durch wollen" ist, ist ihr geopolitisches Konzept Machtphysik durch wollen. Sie haben nach Jahrzehnten der Verheerungen noch immer nicht kapiert, dass es so nicht funktioniert, und in der Phase des endgültigen Verlusts wertewestlicher Hegemonie benehmen sie sich erst recht wie die unangefochtenen Herren der Welt.

Ihre sehr erfolgreich verblödeten und auf Treue dressierten Vasallen überall in Europa überbieten sich in Gewaltphantasien im Dienst für das Imperium; selbst oder gerade der Untergang der gesamten Menschheit erscheint ihnen als erstrebenswert. Religiöse Verblendung und Fanatismus haben die Phasen der Dekadenz großer Weltreiche immer begleitet. Bislang hatten die allerdings keine Atomwaffen.

Ich mache nur Spaß. Sowas hier nützt doch nur Putin.

 
Die einzig wahrhafte Kraft gegen das Prinzip von Auschwitz wäre Autonomie, wenn ich den Kantischen Ausdruck verwenden darf; die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen.

So oft wir hier betont haben, es sei nicht Ziel oder Mittel einer emanzipatorischen Gesellschaft, so wenig kann ich verhehlen, dass ich in diesem Bezug sehr zwiegespalten bin: Adorno, von dem das Zitat stammt, hat als Konsequenz aus dem Holocaust eine "Erziehung zur Mündigkeit" gefordert. Diese ist ausgeblieben, und der ernsthafteste Versuch, dergleichen zu veranstalten, ist in Form eines unreflektierten Laissez-faire-Versuchs der '68er' kläglich gescheitert.

Man muss sich dem Phänomen "Erziehung" aus unterschiedlichen Winkeln nähern. Es gibt da die der Kinder von Seiten der Eltern und Pädagogen, und es gibt eine allgemeine Einflussnahme von Menschen und Einrichtungen aufeinander, die teils sehr bewusst und manipulativ abläuft, teils in die denkbar reaktionärste Schiene gerät: Der Herdentrieb, Gruppenzwang als prägender Einfluss des Bestehenden auf die Einzelnen. Dem ist nur entgegen zu treten durch die bewusste Förderung von Selbständigkeit, dies wiederum nicht anders zu leisten als durch Erziehung.

Schön in der Reihe

Ich muss immer an diese unerfüllte Forderung Adornos denken, wenn ich mit hirntauben Bürokraten, diesen Eichmännern zu tun habe oder mich mit der Geschichte dieses Vaters der 'Banalität des Bösen' selbst befasse. Als ich jung und naiv war, habe ich mich jedesmal empört und mich gefragt wie es sein könne, dass nach Auschwitz immer noch die Vorschriften mehr gelten als jede Menschlichkeit und "Pflicht" noch immer blind erfüllt wird, wenn sie ersichtlich Not erzeugt.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an diese taube Stelle, dennoch hat das Leben mich noch einmal entsetzt, als ehemalige Arbeiter und Sozialisten Hartz auf die Menschheit losließen. So weit sind wir längst schon wieder, und auf anderen Gebieten sieht es nicht besser aus mit Autonomie und Nicht-Mitmachen. Heute hetzt die Meute wieder gegen Russland, und was einmal eine Hoffnung kritischen Bewusstseins war, ist längst Speerspitze der Propaganda.

Die Strammsteher erzählen derweil ihre eigene Geschichte des Widerstands; es soll demnach nur gelten, was in der Reihe marschiert und national dünkt, nicht etwa persönliches Gewissen und Verweigerung, die Urkompetenzen der Autonomie. Die Demokraten haben kläglich versagt. Nach dem Laissez-faire Experiment kam der autoritäre Rollback. Schule und schon Kindergarten erziehen zur seelenlosen Pflichterfüllung, Industrie und Medienindustrie zu Konsum und Marktreligion, bigottem Leistungsfetisch und unreflektierter Folgsamkeit.

Nein!

Nein, Emanzipation scheitert nicht an der Erziehung der Menschen, sie scheitert daran, dass sie nicht stattfindet oder den Autoritären überlassen wird. So werden die Menschen eben nicht belehrt. Nicht über die Geschichte, nicht einmal die jüngste, und was aus ihr folgt. Nicht über Demokratie und was die mit selbstbewussten Bürgern zu tun hat.

Nicht über das elementare Recht nein zu sagen und das gute Gefühl, davon Gebrauch zu machen. Stattdessen haben wir ein System über uns aufziehen lassen, das die Schikane gegen entwürdigte Befehlsempfänger "Eigenverantwortung" nennt. Darauf werden die Massen konditioniert und darauf, den Nachbarn nicht mehr als Mitmenschen zu erkennen.

Das müssen wir anders machen, ganz anders, und es ist keine Option, sich darauf zu verlassen, allein andere Arbeitsbedingungen sorgten schon für freie Menschen. Nein, "nein" sagen muss jede können und jeder lernen, sonst rollt die nächste Welle von Jasagern mit einem zackigen "Jawoll" über uns hinweg. Einer, der die Befehle dazu formuliert, hat sich noch immer gefunden.

02.08.2014

 
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Der Ruf nach einer Corona-"Aufarbeitung" ist das Symptom jener Krankheit, die Kommunikation längst durch permanentes Geschrei ersetzt hat. Es könnte einen der Verdacht beschleichen, das aktuelle Kriegsgeheul habe nur auf die Gelegenheit gewartet, die letzte Stufe zu zünden und fände mit dem Ukraine-Krieg endlich ein passendes Betätigungsfeld für das Niveau ihrer Propaganda.

"Aufarbeitung" war zunächst dem Nationalsozialismus vorbehalten, ehe der Begriff von den Antikommunisten und kognitiv tiefergelegten Hufeisentheoretikern der DDR übergestülpt wurde. Nunmehr ist es den Sprallos gelungen, diesen auch der Coronazeit anzupappen, und die eh nur mehr Aufmerksamkeit heischenden Medien lassen sich drauf ein.

Arbeitet das auf

Ihr wollt den Kapitalismus und seine Korruption aufarbeiten? Dann fangt doch einfach am Fundament an und versucht zu verstehen, inwiefern das, was wir da an vollgestopften Taschen, eindimensionalen Medien, Dilettantismus und Größenwahn erlebt haben, seit Gründung dieser Republik Tagesgeschäft war. Was man da alles aufarbeiten könnte!

Die Pannen® der Geheimdienste etwa, die Schmiermittelversorgung aller Parteien durch die (Rüstungs-)Industrie, das Wuchern des atlantischen Mehltaus, das Umdrehen der Arbeiterparteien zu Neoliberalen, der Bellizismus nach dem Fall der Sowjetunion, die Übernahme der Massenmedien im Osten, der Korruptionssumpf der Öffentlich-Rechtlichen, die Beeinflussung, Übernahme und Pervertierung der Grünen, … um nur ein paar der Geschichten zu nennen, die mir spontan dazu einfallen.

Dass die Medien und einige politische Masken jetzt darauf eingehen, lässt vermuten, dass ihnen diese Ablenkung von Kern und Grund der Fäulnis ganz recht kommt. Was kann da schon hochkochen, das nicht gegen den langsamen, aber strammen Marsch in den Faschismus, der inzwischen offen "Kanonen statt Butter" fordert, mickrig und irrelevant erscheint?

Der Populismus der anderen

Aktuell hat Habeck im Rahmen seines desaströsen Geplappers (Er steht in Konkurrenz zu Borbeck, da muss er wohl liefern) u.a. Folgendes zu Protokoll gegeben:
"Wenn eine Regierung nicht einig ist und die Regierung mit der demokratischen Opposition nicht einig ist, und diese Uneinigkeit offen ausgetragen wird, also im negativen Sinne offen ausgetragen wird, sicherlich Putin davon profitiert."

Die von jedem Verstandesanteil gesäuberte Floskel nützt nur Putin® findet hier also ihre finale Verwendung zur Gleichschaltung des gesamten politischen Spektrums. Damit nicht genug, steckt er nach dem Kopf auch noch den Kragen in den Schredder: "Ängste zu schüren und andere auszugrenzen und immer irgendeinem die Schuld für große Veränderungen zu geben, ist immer das primitivste Mittel des Populismus."

Arbeitet das auf, ihr Helden! Diese Mischpoke, die jede Verbindung zur Wirklichkeit verloren hat, die strikt in die der Guten und die der Bösen unterteilt, die soll sich also jetzt mit ihrem Versagen beim Management einer Pandemie oder womöglich euren bekloppten Wahnvorstellungen von 5G, Adenomchrom und Millionen toter Kinder befassen? Das ist sicher ganz ganz wichtig und dann wird alles gut.

 
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Sanft umhüllt dich weicher Schaum wie ein wunderbarer Traum – ARD.

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