2005-2013 (alle Beiträge)
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Best of 2005-2013

 
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Man täte gut daran, den Plan aufzugeben, etwas besonderes zu sein, ja, im Endeffekt sogar den, sich selbst (immer) gleich zu sein, denn das geht zwangsläufig schief. Das bedeutet ja keineswegs - im Gegensatz zu dem, was der (Neo-)Liberalismus einem weismachen will, man sei dann eine Art Produkt, das sich von allen anderen nicht mehr unterscheidet ("Gleichmacherei). Im Gegenteil: Eine Persönlichkeit ist nur in Abgrenzung zu anderen möglich, aber eben nicht permanent zu allen anderen, von denen man sich gefälligst abzuheben habe.

Das absurde Konstrukt des bürgerlichen Individuums verlangt von jedem Einzelnen, sich als Beste zu präsentieren. Es gibt nur Nummer Einsen. Stark, unabhängig, chic, eloquent, unbesiegbar und an jede Situation anpassungsfähig. Dabei zwingt der Alltag einen dazu, nur von Letzterem reichlich Gebrauch zu machen - nicht zuletzt, weil die allermeisten der vermeintlichen Superstars Befehlsempfänger sind. Ein Wunder, wie viele Menschen es noch immer schaffen, nicht wahnsinnig zu werden.

Stage Diving

Es wird suggeriert, der schlimmste Tod sei der, in der Masse, Menge, Gruppe unterzugehen und sich von den anderen nicht mehr zu unterscheiden. Dabei ist gerade das notwendig. Nicht nur um der Psyche Willen, sondern weil man sich nur in der Gruppe durch gemeinsames Erleben erfährt - sowohl als soziales Wesen als auch eventuell als jemand, der anders ist als die Anderen. Gleichzeitig lernt man, sich ggf. auch gegen eine Gruppe zu positionieren. Nur durch das 'Untergehen' im Kollektiv kann man aus diesem gelegentlich als Individuum auftauchen.

Das Selbst ist nicht ohne das Andere, und man wird, eingebunden in die Gruppe, auch erfahren, dass selbst das 'Selbst' variiert, dass die Gruppe womöglich stabiler ist und mehr Identität ermöglicht als ein 'Ich' - obwohl Gruppen sich ganz offensichtlich in stetigem Wandel befinden. Ich bin nur jemand als jemand von etwas; allein bin ich verloren. Gegen das schlummernde Bewusstsein dieses Umstands muss das bürgerliche Individuum aber ständig so tun, als sei es eben völlig unabhängig und lasse sich nur aus strategischen Gründen auf Kollektive ein. Wie grotesk!

Was bleibt, sind eben die Restfamilie und der Fußballverein, wobei selbst diese nach den üblichen Statuskriterien betrachtet werden. Die Alleinerziehende gilt ebenso als Asimutter wie Fußballfans als Primitive - es sei denn, sie firmieren in der Loge des Wurstfabrikanten. Somit total von seiner Spezies entfremdet, simuliert sich der postmoderne Halbirre als Fels in der Brandung, unveränderlich und unerschütterlich. Diese Kultur ist die exakte Perversion einer lebenswerten Gesellschaft.

 
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Der Rechtsextremismus (bessere Hälfte des Evoliure - Extremismus von links und rechts) ist so gut wie besiegt. Auf "Halle" reagiert das empörte Volk mit Lichterketten und Gottesdiensten! Dann können wir uns ja wieder ganz dem Linksextremismus zuwenden. Der Volksjournalismus Springerscher Tapferkeit prescht bereits vor und verhaftet die Schuldigen. Eimer bereithalten!

In der Nachbarschaft hat sich das Niveau ebenfalls zu Schutz und Trutz im Matsch eingegraben und rückt der bösen Linken® mithilfe neutraler Rechtsaußen auf den Pelz. Die Bedrohung durch den um sich greifenden Marxismus ist nicht hoch genug überzubewerten. Derweil erkennt die intellektuelle Speerspitze des linken® Bloggertums, dass Luther - wie Goethe und Marx - nur wegen übertriebener politischer Korrektheit als Antisemit gilt. Wenn der Heini noch einmal behauptet, er hätte mein Buch gelesen ...

Der Täter

Ceterum Censeo: Es gibt keinen Schuldligen vor einem rechtskräftigen Urteil. Der Verdächtige, besser: der Typ, der auf den Filmen von der Tat zu sehen ist, war nicht "antisemitisch" oder "rechtsextremistisch" motiviert. Jedenfalls nicht ausschließlich, ebenso wenig wie Ischlamischte® islamistisch motiviert sind. Das ist Stammtischniveau.

"Motiv" bedeutet Beweggrund. Was bewegt einen Täter zur Tat? In solchen Fällen zumeist eine beachtliche psychische Störung. Wären Antisemitismus, Islamismus oder Extremismus hinreichende Motive, würden die Menschen sich täglich massenweise ermorden. Dass also ein Irrer Amok läuft, ist kein Hinweis auf "wachsenden Extremismus". Ebenso wenig aber macht ihn das zum Einzeltäter®.

Der Rechtsextremismus muss auch gar nicht wachsen. Die stillen Morde und täglichen Verbrechen gegen Schwache und Minderheiten sind viel mehr Symptom als der sensationelle Fall, mit dem die Medien jetzt ihr Geschäft machen. Sie zeigen überdies, dass Juden eine Opfergruppe unter vielen sind. Wer sich näher damit befasst, weiß ohnehin, dass sie Gegenstand extremer Verschwörungstheorien sind, die wiederum mit bestimmten Gruppen und psychischen Dispositionen zusammenhängen.

Die Schreibtische

Der Hass der Rechten ist ebenso banal wie die Auswahl der Opfer durch ihre Gewalttäter. Er ist selbstverständlich eingebettet in eine Atmosphäre, die solche Taten begünstigt oder hemmt. Die Abwertung von Menschen als in letzter Konsequenz lebensunwürdige wiederum ist vielschichtig - und in der Tat eng mit rechten Ideologien verbunden. Der Neoliberalismus ist eine der aggressivsten davon, aber er trägt immerhin Anzug und Krawatte.

Die rechte Infrastruktur wiederum ermutigt potentielle Gewalttäter ungemein. Sie besteht dabei nicht nur in Landstrichen irgendwo im Osten, in der Negerklatschen verbale Folklore ist (Opfer finden sich allerdings nicht so leicht, der Migrantenanteil tendiert gegen Null), sondern vor allem in den Netzwerken von Faschisten in Polizei, Bundeswehr und vor allem den 'Diensten'. Rechter Terror wird von diesen geradezu aufreizend gedeckt. Wenn rechte Spinner glauben, der Staat im Staate warte nur darauf, einen faschistischen Umsturz zu unterstützen, können sie sich leider auf reichhaltige Fakten berufen.

 
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Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist mir Pflicht und Ehre zugleich, sie selbstverständlich vollumfänglich von der Arbeit dieser Regierung zu unterrichten, Es ist nur recht und billig in einer Demokratie, daß das Volk, daß die Bürger erfahren, was ihre politische Vertretung in ihrem Namen tut und läßt. Daher werde ich Sie im Folgenden eingehend darüber informieren, was in der konzertierten Aktion in den vergangenen Tagen verhandelt und beschlossen wurde.

Die Beamten können nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumlaufen.

Was fragen Sie, ob ich darüber bescheidweiß? Selbstverständlich weiß ich das. Dafür bin ich in dieses Amt gewählt worden. Glauben Sie, ein gänzlich Ahnungsloser könnte in dieses Amt gelangen? Und dann kommen Sie daher und stellen Ihre Meinung über meine und zweifeln an meinen Kompetenzen. Was wissen Sie denn von diesem Amt? Gar nichts wissen Sie! Aber das kennen wir ja nicht anders von Ihrem Sender, daß Sie Ihre Zuschauer hinters Licht führen und lieber Ihre gefärbten sogenannten "Meinungen" verbreiten als neutral zu berichten.

In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.

Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden.

Ich bin falsch zitiert worden. Man hat mich fehlinterpretiert. Ich habe das niemals gesagt und hatte auch keinen Kontakt zu diesen Menschen. Ich habe niemals meinen Amtseid verletzt und stets im Sinne und Interesse der Bürgerinnen und Bürger gehandelt.
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich wiederhole: Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass ich nichts mit dieser Sache zu tun habe.

So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen, bedingt durch die dort übliche Heirat zwischen Verwandten, eine erhebliche Rolle und sorgen für den überdurchschnittlich hohen Anteil an angeborenem Schwachsinn und anderen Erbkrankheiten.

Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.

Ja, ich bin lächerlich. (Applaus)
Ja, ich habe gelogen. Viele Male. (Applaus)
Ich weiß auch eigentlich gar nichts von diesem Amt, nicht mehr als irgendwer von euch. Ich bin auch nicht klüger als irgendwer von euch. Aber das spielt keine Rolle. Wir sind auf der richtigen Seite, das ist das, was zählt. Wer auf der richtigen Seite ist und wer auf der falschen. (frenetischer Jubel und Applaus)

 
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Greta so zum Trump: "Ey, was bist du denn für'n Autist, Mann?" Okay, der war echt auf Türkantenniveau, wie man es hier so kennt, hat aber immerhin noch die Andeutung einer Pointe. Um das souverän und eindeutig zu unterbieten, ist es hilfreich, erstens auf die Pointe ganz zu verzichten und zweitens irgendein Klischee hervor zu würgen, mit dem man schon am Stammtisch über den Status "fader Depp" nicht hinauskommt. Und wenn man es wichtig draufhat, lässt man sich dafür noch von Rundfunkgebühren alimentieren.

Bereit? Okay, here it comes: Wenn es kalt ist, macht Greta die Heizung nicht an. Hahahaha. Heizung aus, ne? Wegens Energie und Klima und so, ne? Greta! Hahahaha. Okay, ich hör' ja schon auf. Tja, wer fährt so einen erbärmlichen Schrott auf, um seine reaktionäre Gesinnung via Bierfurz in ein fürstliches Einkommen zu verwandeln? Richtig, der Nuhr Dieter. Der Typ, dessen Spießigkeit so weit reicht, dass es sogar Thomas Fischer an die Schreibmaschine treibt. Der Typ, der weiß, dass Linke und Piraten alles haben und nichts dafür bezahlen wollen. Dieter wer? Sorry, hab ich vergessen.

Kabarett von ganz oben

Ein anderer, den man schon hätte vergessen können, ehe er von den Nützlichsten Idioten der Republik zum Oberhaupt gemobbt wurde, hat auch wieder salbadert und wird missverstanden. Dabei hat der Prediger der Verheißung nur politische Korrektheit eingefordert. Das zweiundeutige Zitat:

"Ich teile die Auffassung der politischen Menschen, die in Deutschland die Zeit noch nicht für gekommen sehen, die AfD als eine Partei, mit der man jetzt koalieren kann, zu betrachten."

Im Zusammenhang klingt das gar nicht mehr so wild, eher als unfreiwilliges Kabarett - immerhin komisch, im Gegensatz zu dem anderen Clown von oben. Da hagelt es gleich Pointen: Der inkarnierte Geist des Antikommunismus fordert ausgerechnet in diesem Kontext "Toleranz" für die Schergen der Ex-SED, erkennt andere als "reaktionär" und hofft, dass die AfD sich weichspült, indem sie die bösen Wörter aus ihrem Vokabular streicht. Coole Idee. Die AfD adrett, moderat und gendergerecht, dann könnten sogar die Sozen wieder überholen.

Ja, Kinder, so langweilig ist sogenannte "Politik". Nicht mal die Empörung taugt mehr. Ich geh' mal eine rauchen, das macht mehr Wirbel als der ganze Zirkus da draußen.

 
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Da liegt dieser Artikel schon in der zweiten Variante vor - der, mit dem ich die aktuelle Miniserie beenden will, aber er gefällt mir auch nicht. Als reicher und berühmter Publizist kann ich es mir leisten, das erst einmal liegen zu lassen. Aber wer denkt denn an die Kinder Leser?! Richtig: Der Markwort mit den Fakten®.

Heute heißt es stattdessen: Faken, faken, faken und immer an die Wahlen denken. Nein, keine Witze im Irgendwas-mit-Kurz-Stil. Auch keinen billigen Wortwitze à la "Stracheepos". Die Ostmark (das Reichsgau, nicht die Währung, ihr Dödel. Merke: Anschluss ist nicht gleich Anschluss) hat wieder mal gewählt, und irgendwie hüpft sie mir jetzt doch aus der Klammer, die Währung. Vielleicht hätte man die Bevölkerungen der sehr unterschiedlichen Ostmarken beizeiten zusammenlegen sollen. Mauer drum, Fresse halten, Ruhe.

Doch, ich weiß, dass das diskriminierend ist. Aber: Von der SPD lernen, heißt, in der veheerendsten Niederlage noch einen Sieg zu sehen; von daher will ich deren Argumentation adaptieren und feststellen, dass ich gar nicht diskriminieren kann; bin ich doch nur einer und die ganz viele. So wie man halt nur Rassist sein kann, wenn man alle Rassen disst und nicht nur fast alle. So meinte dereinst sinngemäß die Sarrazin-bleibt-unser-Kommission. Check!

Wir wollen keine ...

Sonst was los? Ja sicher. Bullen. Halten sich strikt an die Rechtsprechung der 30er bis 60er Jahre und betrachten Sinti und Roma als Untermenschen. Keinen Link nie nicht von mir für Sternchenmaler. "Sinti*ze und Rom*nja", TAZ? Fuckin' seriously? Was soll das sein? Sprache? Als Diogenes auf dem Marktplatz gewichst hat, hatte das wenigstens noch mit Kultur zu tun. Eure besserwisserliche Idiotologie ist ein Massaker am lebendigen Text. So etwas lese ich nicht.

Und noch mal Bullen: Was ist eine Demokratie? Da stellen wir uns mal ... genau: Das ist ein Staat, in dem die Bürger dazu verpflichtet sind, sich von der Staatspolizei Pfefferspray in die Visage spritzen zu lassen, bis die Kartusche leer ist - und zwar ohne sich davor zu schützen, etwa durch Plastikfolie. Ein Untertan Bürger, der solche am Rande einer amtlich genehmigten 'Demonstration' bei sich führt, gilt demnach als (passiv) "bewaffnet".

Ja sicher. So wie diese ganzen jugendlichen Berufsterroristen, welche die Stirn haben, höchst gefährliche sog. "Extremitäten" (sic!) bei sich zu führen, an deren Enden sich jeweils potentiell tödliche Waffen befinden. Einsperren, das Pack, und nie wieder rauslassen! Wenn wir oben schon dabei waren, so meint der Haken auf meiner linken Schulter, können wir diese Herrschaften mitsamt ihrem politischen Überbau gleich auch in die Ostmark integrieren. Was sagt ihr? Ich soll auswandern? Pff. Ich bin Blutsarier, ich habe Rechte!

 
 
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Es war im September 2005, genauer am 26., als Sigmund Äzzer ein kleines gallisches Dorf gründete. Zunächst als Weltrettung geplant, scheiterte das Projekt und wurde stattdessen zu einer - wenn auch stilistisch bemerkenswerten - traurigen, weil im Kern sozialdemokratisch geprägten Politplauderplattform. S.Äzzer scheiterte also binnen weniger Jahre ein zweites Mal, um sich fortan eher kulinarischen Themen zu widmen.

Zu erwähnen sind neben launigen Ausflügen an den Rand des Vegetarismus vor allem das rhetorische Wildschweinragout, mit dem er die inzwischen zahlreich zugewanderten Dorfbewohner bei Laune hält und der saure Nachtisch, den er gern im Keller serviert, wo sich besonders mutige und verdiente Dörfler zum Schoppen einfinden. Dies wäre keiner weiteren Erwähnung wert, hätte er nicht Immobilien-, Finanz-, Euro-, Banken- und Vollkrise überstanden, ohne sich in hohles Gezwitscher oder Zuckerbergs Disneyland zu trollen.

Trauerspiel

Gelitten hat darunter unter anderem der Output. Es wurde zuletzt immer weniger, dafür entwickelte es sich qualitativ in Richtung Ostware: Sieht scheiße aus, schmeckt nur den ganz Harten, hält aber ewig und lässt sich notfalls mit etwas Draht und Gaffer Tape leicht reparieren. Äzzer spekuliert darauf, im Zuge des Trends zu Vintage und Verrotzt einen zweiten Frühling zu erleben. 'Verrotzt' wurde inzwischen mehrfach - so auch aktuell - erreicht, 'Vintage' ... sagen wir es so: Esprit war rar, dafür gab es reichlich Grau und Falten, woran er sich großzügig bediente.

Die Saison 2018/2019 darf als mäßig erfolgreich betrachtet werden, ist doch - erstmals seit Jahren - niemand, der ihm nahesteht, vorzeitig verstorben. Ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt im Rahmen einer immerhin lebensgefährlichen Angelegenheit, mehr ist nicht zu beklagen. Wir sind gespannt auf die nächste!

Herzlichen Glückwunsch also, lieber S.Äzzer, zur Strafmündigkeit. 14 Jahre wurde er jüngst und überdauerte diese Zeitspanne ohne Hafturlaub, mit nur einer Abmahnung, einem zurückgetretenen Bundespräsidenten, einem Buch und ein paar Dutzend beleidigter Kollegen. Wir haben den Hals noch nicht voll und gieren daher auf mehr. Schnellschnell, weitermachen!

 
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Die Vokabel "Klimaneutral" ist ein reines Propagandaprodukt. Um das zu erkennen, muss man den Begriff nicht einmal zerlegen, etwa in dem Sinne, dass er "Klima" sagt und "CO2" meint. Er ist durch und durch unsinnig, dadurch aber keineswegs unwirksam. Propaganda kommt bestens ohne Realität oder Logik zurecht.

Die Behauptung, die dahinter steckt, ist so einfach wie falsch: Wenn man Pflanzen verbrennt (bzw. Produkte aus Pflanzen - etwa sogenannter "Rapsdiesel" oder "Biogas"), gäben sie genau so viel CO2 ab wie sie zu vor aufgenommen hätten. Das kommt zwar für sich betrachtet ungefähr hin, unterschlägt aber schon, was mit Pflanzen geschieht, die man nicht verbrennt.

Es ist im Übrigen so, dass auch Kohle, Öl und Holz 'nur' das CO2 abgeben, das Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Der Unterschied liegt für jedermann ersichtlich darin, dass Pflanzen einen beträchtlichen Teil dessen, was sie an CO2 aufgenommen haben, normalerweise im Boden einlagern.

Meiner ist sauber

Das Problem der erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre beruht genau darauf, dass im Boden eingelagerter Kohlenstoff (Kohle und Öl) zusätzlich für Hausbrand, Industrie und Verkehr verbrannt wird. Er wird und wurde sehr viel schneller verbrannt als er in derselben Zeit hätte in neuen Bodenschichten gebunden werden können. Dies ist exakt dasselbe bei der zusätzlichen Oxidation von pflanzlichem Kohlenstoff für die genannten Zwecke.

Dass die Freisetzung von Megatonnen CO2 nicht "klimaneutral" sein kann, bloß weil das aus Frischgemüse kommt, liegt auf der Hand. Verschwiegen werden zudem die Schäden durch den gezielten Anbau von (oft genetisch veränderten) Spritpflanzen auf Flächen, die dazu dem Ökosystem entzogen werden.

Zu glauben, dieser Clusterfuck sei "klimaneutral", ist Ausdruck einer politischen Gesinnung. Das glaubt, wer es glauben will, weil es wie so viele Strategien zum ungehemmten Weitermachen eines freidrehenden Kapitalismus suggeriert, es sei alles in Ordnung mit dem Wachstum® - wenn der Familienpanzer nur mit dem richtigen Sprit Richtung Polen rollt.

 
Die Schwarzfahrer in den deutschen Knästen
sind politische Gefangene.

 
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Der Mensch hat als soziales Wesen gegensätzliche Grundimpulse: Er möchte dazugehören, Teil einer Gemeinschaft sein und in dieser aufgehen. Anderseits sucht er aber auch Freiheit, möchte selbst bestimmen können, was er tut und lässt. Ein integrierter Mensch, der sich in seiner Umwelt sicher bewegt, weiß, dass er auf die anderen angewiesen ist und dass seine Freiheit erst durch den Rückhalt der Gemeinschaft möglich wird. er wird demnach Freiheit in Episoden genießen und ins Kollektiv zurückkehren.

Auf diese Weise gibt er einen Teil seines 'Ich' auf, um im 'Wir' sein Überleben und das der anderen zu sichern. Andererseits verlässt er das 'Wir', um sich als 'Ich' zu erleben und zu entwickeln. Mancher erlebt das Wagnis der Freiheit als eher bedrohlich und verbleibt lieber im Schutz der Gruppe, andere fühlen sich im Kollektiv eher eingeengt, aber immer muss dieses Verhältnis ausbalanciert werden. In verschiedenen Konstellationen hat sich der Mensch unter diesen Bedingungen über Jahrtausende entwickelt.

Draußen vor der Tür

Im ständiger Beziehung zur Gemeinschaft wird die zur Freiheit notwendige Entfremdung, das (sich) fremd Werden, auf soziale Weise gelöst. In einer Gesellschaft, die die Menschen vereinzelt und ihnen abverlangt, sich stetig als Individuum zu profilieren, wird diese Entfremdung zur Last, zu einer beständigen Belastung für die Psyche. Beides hat Folgen: Die Rolle als herausragendes Individuum muss ausgefüllt werden, gleichzeitig die vereinsamte Psyche irgendwie entlastet werden.

Das kapitalistische Narrativ hat nicht zufällig dafür eine Scheinlösung in petto, nämlich die schon erwähnte Strategie des 'Superhelden'. Gegen die verlorene Geborgenheit bietet er zum Tausch die Allmachtsphantasie an. Das absurde Ergebnis ist, dass jeder Einzelne eben der Größte ist, Herrscher über alles, sowieso über Leben und Tod, der jederzeit als Richter und Henker auftritt. In den Produkten der Kulturindustrie wurde derart das Massaker zur Alltagsstrategie, aus den Phantasien der Vereinzelten rinnt es als Getrolle in die 'sozialen Medien'.

Dieses Desaster zerstört unmittelbar Realität. Nicht nur führen die Festlegung auf unmöglich zu erfüllende Rollen und der Verlust der nötigen sozialen Geborgenheit (Deprivation) zu Realitätsverlust. Vielmehr wirkt das Ganze wie eine Umkehr der Entstehung des menschlichen Verstandes. Freud hat ausgeführt, dass Wirklichkeit erst entsteht, wo sich der Mensch der Halluzination verweigert und komplexe Lösungen für seine Bedürfnisse sucht. Heute sind wir an dem Punkt, wo eine einzige Halluzination an die Stelle sozialer Wirklichkeit tritt. Diese wird nicht verhandelt, sondern von einer unsichtbaren Macht produziert, ohne dass Verstand dabei eine relevante Rolle spielt.

einer geht noch ...

 
Erst kommt der Profit, dann die Vernunft.

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