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Woran, frage ich mich derzeit häufig, ist eigentlich Rom zugrunde gegangen? Die Römer, ihre Barbaren und Sklaven hatten doch alles, sogar Heizung und fließendes Wasser. Die größte Armee der Welt. Das Selbstvertrauen, dass alles gut ist und immer so bleiben kann. Gigantische Goldreserven. Eine höchst entwickelte Verwaltung. Die besten Philosophen und Schriftsteller. Genau wie wir.

Die Katholische Kirche hatte ähnlichen Erfolg. Tausend und ein paar zerbrochene Jahre war alles paletti, dann haben diese Fuggers mithilfe der Gutenbergs erst den dollen Tempel in Rom finanziert und dann die Luthers und Calvins auf auf die schöne alte Welt losgelassen. Seitdem herrschen die Regelferengi mit ihrer wertebasierten Ordnung und einer Charge Nützlicher Idioten, die eine gemütliche Psychohygiene in Form der Beichte gegen eifriges Radfahrertum getauscht haben.

Regeln, Werte, ordnung

Wo du früher einfach dem Pfaffen schweinische Geschichten geliefert hast und der dir dafür alle Sünden erlassen hat, müssen sie heute immer wen finden, der noch übler ist als sie selbst und lauthals dessen erbarmungslose Bestrafung fordern. Lynchmob willkommen, Krieg und andere Leckereien aus der Massenvernichtungskonditorei sowieso. Lecker!

Was hingegen gar nicht geht: Feinde leben lassen, irgendeinem mühsam erpressten oder erfundenen Geständnis nicht die härtest mögliche Strafe folgen lassen oder dem Bösen ein Wort zur Verteidigung gönnen. Das würde nämlich subito durch Zaubersprüche die Weltherrschaft erringen. Von daher: Friede ist Verrat an Gott und Vaterland. Immer.

Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass die übelste aller Sünden nur durch die allerübelste getoppt werden kann, mithin Geldverschwendung durch eine Kombination von Gnade und Geldverschwendung. Wer sich also für die Freilassung von Julian Assange einsetzt, gehört mit ihm in dasselbe Loch geworden. Haben die sich einmal klar gemacht, was da ggf. an Schadenersatz fällig wäre? Werdet erwachsen!

Ceterum censeo Freiheit für Gonzalo Lira.