ps

Mein Gehirn funktioniert anders als das anderer Kinder. Aus dem Fernsehen kennt man lustige Charaktere, die meist als "Autisten" vorgestellt werden, meist in der Geschmacksrichtung "Asperger". Das sind dann Leute mit einem komischen Gang, die hüpfen oder welche, die seltsam reden. Dafür sind sie genial, haben photographische Gedächtnisse oder können binnen Sekundenbruchteilen die Telefonnummern aller Berliner Hausanschlüsse addieren.

Das ist in der Realität völlig anders, vor allem mit 'Autisten', aber das ist nur ein Planet. Ich lebe auf einem völlig anderen, und wie andere Menschen auch, auf meinem eigenen. Nun befinden sich die Planeten der meisten kleinen Prinzen immerhin in demselben Sonnensystem. Ich glaube oft, ich lebe eher am Rande der Galaxie.

Nicht normal

Das hat durchaus mit Eigenschaften zu tun, die sich zu "Störungen" ergänzen können, sofern man sie nicht kontrolliert. Wenn du ganz aufhörst nützlich zu sein, ist der Weg in die Psychiatrie jederzeit eine Option. Schon weniger komplexe Charaktere kennen das als "Burnout". Es gibt derweil auch das Gegenteil davon. Diese Gesellschaft ist dummerweise der Ansicht, ein unterforderter Verstand sei mit mehr Stumpfsinn gut bedient. Das ist nicht immer richtig.

Die Standardreaktion sozial angepasster Menschen mit überdurchschnittlicher 'Intelligenz' auf die Anforderungen ihrer Mitmenschen ist elitäres Gehabe. Man ist schon etwas Besseres, wenn man sich in irgendeiner Ecke des Betriebs ein Expertensternchen verdient hat und schützt sich vor Kritik und Zweifeln durch groß angelegte Verteidigungsanlagen wie Fachterminologie, Namedropping und Hinweise auf gesammelte Zertifikate. Das verschafft einem Ruhe und das sanfte Rauschen des Beifalls der Claqueure.

Ein Grund mehr, das Persönliche in Auseinandersetzungen außen vor zu lassen. Es geht um den Versuch, sich verständlich zu machen. Jemand hat etwas verstanden, ein anderer etwas anderes. So gut wie nie kommt es vor, das irgendwer eine Sache in jedem einzelnen Aspekt durchschaut hat. Dann ist es ratsam, voneinander zu lernen. Das kann nicht immer klappen, aber versuchen kann man es. Auf der einen Seite, indem man sich verständlich äußert, auf der anderen, indem man nachfragt. Hinweise darauf, wer recht hat, sind hingegen kontraproduktiv.