journalismus


 
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WTF? Ihr hattet mich schon bei "Institut für Digitale Resilienz". Das ganze Bullshitbingo schon im Firmenschild, damit ist man ganz weit vorn! Dann noch fresh die Leser duzen, schon bist du auch noch hip. Du hast es allen gezeigt. Wow!

Worum geht es? Sogenannten "Journalismus", und zwar "non profit". "Qualitativ hochwertige journalistische Produkte" – die zu etikettieren selbstverständlich denen überlassen bleibt, die das bislang für Profite machen – oder im Fall der doch durchaus existenten öffentlich Finanzierten für unverschämte Gehälter im Rahmen kreativster Korruption.

Was wollt ihr? Kommen wir doch direkt zum Schuss am Schluss: zweitens eure Leute gar nicht mehr bezahlen und erstens Steuern sparen. Spiegel, FAZ und TAZ sind doch eigentlich gemeinnützig, oder? Sagen, was sich gehört, marschieren brav in der Reihe und kennen das Wetter von morgen. Dafür kann man doch keine Umsatzsteuer erheben!

Non rettet den Profit

Und, um es nicht zufällig gleich noch einmal zu wiederholen: Es gibt bereits einen riesigen Nonprofitsumpf. Die ARD mit all ihren Regional- und Spezialabteilungen, ZDF, arte, Film, Funk und Fernsehen. Dafür gibt es eine Kopfsteuer in diesem Land, die zu entrichten nicht nur mich erheblich schmerzt. Ihr wollt mich also vereimern, okay. Versuch macht kluch. Geht wieder spielen!

Ich bin ja noch übrig aus der digitalen Retrozeit und erinnere mich nur zu gut, wie der Q-Journalismus gegen die schlimme Bedrohung durch die bösen Blogs und ihre Betreiber aus der Hölle gekeilt hat. "Digitale Klowände" haben sie das genannt und sich bitterlich beschwert, da mache ja jeder, was er wolle. Gut, dass die wirklich geschäftstüchtige Konkurrenz von Twitter über Facebook bis Instagram euch die Hacken gezeigt hat und ihr ihnen seitdem hinterhechelt.

Was habt ihr daraus gelernt? Nichts. Noch mehr Stellenabbau, Schwafelbots und am Ende Blockwarte, die für euch aufschreiben, was ihr ihnen auftragt. Für lau. Das wird jetzt ganz sicher den Kahn wieder flottmachen für euch Experten von FAZ bis SPD. Tut mir doch einen Gefallen und erzählt das auf einer Bühne. Als Comedy ist es nämlich gar nicht so schlecht.

 
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Heute ist es Palästina, morgen wird das irgendein anderes Land sein. Der zionistische Plan kennt keine Grenzen. Nach Palästina werden die Zionisten ihr Gebiet vom Nil bis an den Euphrat ausdehnen. Wenn sie die ganze Region verdaut haben, die sie übernommen haben, werden sie sich weiterer Expansion zuwenden, und so fort. Ihr Plan ist in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘ verkörpert, und ihr gegenwärtiges Verhalten ist der beste Beweis für das, was wir sagen.

Hamas-Charta

Putin will aus diesem Land einen Teil seines Imperiums machen. Aber geht es ihm wirklich nur um die Ukraine oder doch um viel mehr? Wer Putin genau zuhört, dem ist längst klar, was dieser Mann will: Zurück in den Imperialismus der russischen Zarenzeit, durch die Unterdrückung der Opposition im eigenen Land und Kriege gegen jeden souveränen Staat, den er als Teil seines Reichs und seiner Kultur begreift. Das ist Putins Ideologie, das ist sein geostrategisches Kalkül. Das alles hat er oft genug gesagt und oft genug getan.

Georg Restle

Strategien

Letzterer ist einer in einem riesigen Chor von Kriegspropagandisten, die sich einer der primitivsten Strategien der Kriegshetze bedienen: Der Projektion angeblicher und nicht nachweisbarer Motive auf einen Feind. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er das schlechthin Böse will. Es kennt kein Ende, will die Welt total unterwerfen und kennt keine Rationalität. Diese benutzt das Böse nur, um seine Pläne zu kaschieren.

Das funktioniert tadellos. So wie die 'Protokolle' unter Judenhassern und Faschisten überall auf der Welt eine große Anhängerschaft finden, finden die Märchen von Redakteuren des Wertejournalismus noch immer Abnehmer – wenn auch immer weniger. Dabei haben die meisten von uns in der Schule eigentlich noch gelernt, wie man unbelegte Behauptungen und manipulative Techniken erkennt.

Das menschliche Hirn hat eine große Schwachstelle, wenn es um die Konstruktion von Wirklichkeit geht: Es folgt keineswegs rational entwickelten Einsichten, wenn es zu Überzeugungen kommt, sondern bildet auf verschiedenen Ebenen seine Orientierungsmuster. Frühere evolutionäre Phasen verbinden sie mit Belohnungsmustern und vor allem mit Wiederholungen.

Die Entscheidung

So ist es durchaus richtig zu diagnostizieren, dass vor allem die Techniken der Kriegspropaganda primitiv sind; das macht sie aber keineswegs wirkungslos, im Gegenteil. Die schiere Gewalt der Wiederholung von Kopplungen im gut/böse-Schema wirkt ebenso mächtig wie der Glaube an die Institutionen, die solche Überzeugungen produzieren. Wörtlich habe ich neulich als Reaktion auf den Zweifel an der Propaganda zu hören bekommen: "Die können doch nicht alle lügen!"

Das Bemerkenswerte daran ist, dass Muster, die dieselben Gläubigen der wertewestlichen Religion sonst (und bei anderen) leicht erkennen, für sie in solchen Zeiten nicht mehr erkennbar sind. Sobald erfolgreich in ein 'Die oder wir' polarisiert wird, ordnet der Verstand alles der Zugehörigkeit unter. Die Aufforderung, den Verstand zu nutzen, verpufft, weil damit die Entscheidung verbunden ist, aus dem Wir ausgeschlossen zu werden.

Ceterum censeo Freiheit für Gonzalo Lira.

 
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Ich bin bestürzt über die Naivität derer, die sich noch von Massenmedien informiert fühlen. Sie erzählen mir, wie hitler Putin ist und glauben an einen Sieg. Meine Nachfragen – zu hitlerischen Putins, dem Verlauf des Krieges und den Inhalten der Meldungen, können sie nicht beantworten. Niemand und keine einzige.

Wie kann man einer Propaganda glauben, die nur von Siegen spricht, Erfolgen, Geländegewinnen, besserer Moral, besserer Ausbildung – alles ist bei 'uns' (wir sind Ukraine) überlegen. Die Russen haben schon mehr Soldaten verloren als sie nach eigenen Angaben überhaupt eingesetzt haben. Ja, wo bleibt denn da der Endsieg?

Vorwärts zurück

Nun gut, inzwischen glauben nur mehr Alte und Krüppel an solche 'Nachrichten' – und vermutlich Medienschaffende. Selbst in der Zentrale sieht das inzwischen allerdings anders aus. Amerikanische Medien schrauben gewaltig am Narrativ. Zum Teil werden 'Argumente' der ukrainischen Generalität übernommen (die Russen haben das Terrain vermint!), selbst von Teilen der Biden-Regierung wird deutlich gemacht, dass ein Versagen nur an den Ukrainern liegen könne.

An der Front geht es trotz Hunderter Toter jeden Tag nicht vorwärts. Man darf auf gar keinen Fall lesen, was die Russen zur Lage schreiben. Es deckt sich zwar mit der wahrscheinlichen Entwicklung einer Offensive, die mit unterlegenen Waffen und ohne Luftunterstützung durchgeführt wird, aber das muss Putinpropaganda sein.

Von Seiten der Ukraine hieß es, eine große Offensive sei im Gange, dann, das sei gar keine, dann, sie werde jetzt aber richtig starten, dann, das seien nur Manöver usf.. Es ist schlicht albern. Es braucht keine Lektüre der russischen Propaganda, um die Verzweiflung und Verlogenheit der westlichen zu erkennen. Es handelt sich offenbar um einen reinen Medienkrieg, der obendrein auf Leute angewiesen ist, die sich ganz in den Dienst der Propaganda stellen.

Defaitismus

Interessant aber wie gesagt sind Töne, die man lange nicht gehört hat und die in den USA inzwischen laut werden. Saluschni, ukrainischer Armeechef, beurteilt die Ausstattung seiner Truppen freilich anders: "Es ist, als gehe man mit Pfeil und Bogen in die Offensive, während jeder sagt: Bist du verrückt?" Sein Defaitismus ist dann sicher schuld am Misserfolg.

Auch Genral Milley stellt sich offensiv gegen das Narrativ von all den Wunderwaffen aka "Game Changer", von denen es immer wieder hieß, sie würden zum glorreichen Sieg führen – M777, HIMARS, Patriots, Leopard, Storm Shadow. Milley dazu: "Im Krieg gibt es keine magischen Waffen. Die F-16 sind es nicht, und auch andere Waffen sind es nicht." Die Verkaufsschau war dennoch ein Riesenerfolg.

Wenn es bald heißt, Selenski habe sich heldenhaft aufgeopfert, seine inkompetenten Militärs seien aber nicht fähig, gegen die bösen Russen, die mit tödlichen Waffen kämpfen, zu bestehen, muss man halt das Hurrageschrei von gestern ganz schnell vergessen. Dass die NATO genug geliefert hat, um den Sieg sicher einzutüten, wird ja bereits verbreitet. Die Deutschen werden freilich wie immer bis zuletzt an den Endsieg glauben und es schließlich nicht besser gewusst haben.

Ceterum censeo Freiheit für Gonzalo Lira.

 
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Ich hatte jüngst eine Phantasie, wie der Seargent vor die Redaktion tritt und fragt: "Was seid ihr?" und die Angesprochene zurückbrüllt: "Der Durchschnitt des Durchschnitts des Durchschnitts, Sir!" Funktioniert genauso in einer Parlamentsfraktion oder einem mittleren Management.

Einen kleinen Schritt zur Seite: Neulich schrieb wer in einem Magazin, Chatbots verlören "den Verstand", wenn sie zunehmend mit Inhalten von Chatbots angelernt würden. Das ist in mehreren Aspekten unsinnig: Auch der beste Chatbot hat keinen Verstand. Large Language Models sind keine KI. Und schließlich: Er spricht quasi von informationeller Sebstkontraktion. Inzucht. Degeneration. Echokammer. Das gilt allgemein und nicht speziell für Chatbots.

Mia san mia

Eine Weile kann ein Wesen überleben, das sich von den eigenen Exkrementen ernährt, aber eben nur kurz. Wo immer im engsten Kreis herumgevögelt wird, leidet das Genom. Wer nur mit seinesgleichen kommuniziert, verblödet. Es bedarf erstens des Inputs von außen und zweitens einer Struktur allgemeiner Regeln, Kriterien und Prozesse, um Erfahrungen zu machen, zu lernen und nicht bloß Überkommenes ideologisch zu verwalten.

Was unsere inzüchtige Durchschnitts- und Mittelschichtsblase anbetrifft, so hat sie sich nachgerade eingemauert. Einen fatalen Beitrag dazu liefert die Ablösung evidenzbasierter Wissenschaft durch Ideologie. Medienschaffende studieren Fächer der Geschmacksrichtung 'Kannkeinmathe' und palavern dort auf der Basis moralischer Prämissen. Das ist dasselbe Niveau wie das des frühen Mittelalters, mithin das niedrigste, das die Kulturgeschichte kennt.

Um schlau zu wirken, müssen deshalb Referenzen her. Diese müssen nur benannt werden, nicht verstanden. Je mehr, desto besser, und am besten solche mit unzweifelhaftem Ruf – die Heiligen der Pseudowissenschaft.

Inhalt wird überbewertet

In der Öffentlichkeit muss man eh nur so tun als ob – wenn überhaupt. Otto Rehagel konnte Goethe ebenso souverän falsch zitieren wie Björn Engholm, um kurz zu illustrieren, worum es geht. Wo niemand etwas kann und keiner wirklich etwas weiß, fällt es nicht groß auf, und selbst wenn mal ein Einäugiger daherkommt und den Stuss korrigiert, gilt der sofort als Genie, das zu kennen man als Auszeichnung begreift.

Sogar der DJV hat übrigens bemerkt, dass die Medienlandschaft eine Blase der Mittelschicht ist. Der Deutschlandfunk erkennt gar ein Problem der Repräsentanz im Bundestag und in einem Buch der Otto Brenner Stiftung beklagt eine Autorin das "Verschwinden der Arbeiterklasse aus den Medien".

Selbst diese Sternstunden der Selbsterkenntnis finden sich aber eingerahmt von satirefähigen Kollateralaussagen. So hält der DJV sein Logo ernsthaft in den Farben der ukrainischen Flagge und die Autorin der Otto Brenner Stiftung beklagt in einer Fußnote, das "Arbeiterkind Gerhard Schröder" sei ein "Gazprom- und Putin-Lobbyist." Das völlig kontext- und sinnfreie Bekenntnis fällt ihr gar nicht auf. Auch diese Fische wissen nicht, was Wasser ist. Das gibt es nur, wo die anderen es verschmutzen.

 
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Ich weiß, das ist so ein Thema, mit dem man vor allem in bestimmten Gruppen punktet. Zudem bin ich Dr. Evil of the Dark Side aka Alterweißermann®, wobei ich mir bei "alt" nicht ganz sicher bin, ist es doch noch mehr als eine Dekade bis zur Rente – sofern die nicht zur Asymptote wird, wir ihr wie Achilles der Schildkröte nachhecheln und das Rentenalter parallel zu unserem Lebensalter erhöht wird.

Selbst wenn ich versuchte, so ignorant zu sein wie die Genderer, es könnte mir ja gar nicht gelingen. Sie ignorieren alles und jeden in ihrem bornierten Eifer: Es beginnt schon damit, dass sie nicht kapiert haben, was das generische Maskulinum ist. Es hat nichts, gar nichts und überhaupt nichts mit Männlichkeit zu tun. Btw: "Maskulinum" – ein Neutrum zur Bezeichnung des 'Männlichen' – ja sind wir denn nur Gegenstände (Heulen, Jammern, Opferpose)?

Moralisch überlegen

Tausende Sprachwissenschaftler können es ihnen erklären, sie wollen es aber nicht verstehen und ersetzen Verstand durch vermeintliche moralische Überlegenheit. Es gibt für jeden Aspekt dieses Quatsches große Mehrheiten. Diese
– wollen nicht gendern
– finden das Thema unwichtig
– sind dagegen
– tun es selbst nicht und
– empfinden die Konstrukte als störend.

Dass Sprache sich natürlich entwickelt und eine über Jahrhunderte gewordene Gewohnheit ist, interessiert sie nicht. Dass ihre Schriftblockaden und Sprechstörungen uneinheitlich sind, interessiert sie nicht. Dass sie eine eher kleine Minderheit sind, interessiert sie nicht. Dass ihre Konstrukte inkonsistent, unsinnig und in der Praxis oft karikaturhaft sind, interessiert sie auch nicht. Es ist die geronnene Arroganz einer Sekte, die sich in Medien und Verlagen ausgebreitet hat, weil wir ihre Anhänger Irgendwasmitmedien® haben studieren lassen, ohne uns der verheerenden Konsequenzen gewahr zu werden.

Jedes Sternchen, jeder Doppelpunkt, jeder Unterstrich, jedes (eins, zwo, drei) "Innen" ist ein Schlag aufs Trommelfell, ein Nagel im Auge des Lesers. Es nervt nicht nur, es ist eine schlichte Beleidigung. Es sagt aus: Uns interessiert kein Sinn und kein Verstand und schon gar nicht das Interesse der Mehrheit. Wir sind doof wie Toast, aber wir haben diese Macht und halten daran fest, bis die Hölle zufriert.

Schluss mit lustig

Ich kriege Herpes, wenn ich euren Dumpfsinn lese. Ich lese nirgends zweimal, wo diese Praxis exekutiert wird. Ich durchleide Texte (wohlgemerkt in Massenmedien), die nur so strotzen vor Orthographie- und Interpunktionsmüll, von Inhalt fange ich mal gar nicht erst an, aber kreuzbrav wird da jede zweite Zeile durch Zeichen zernagelt, die dort nach den Regeln der Kunst und im Sinne eines flüssigen Lesens absolut. nicht. hingehören.

Und dann war da gestern diese Bandansage bei einer Behörde: "Sie werden mit dem nächsten Mitarbeitenden verbunden." Gerundium. Das hat eine Bedeutung, die hier nicht getroffen wird. Und dann aber noch "dem", mithin Maskulinum. Merkt ihr? Nein? War klar. Ihr merkt gar nichts. Vielleicht gibt es da draußen aber wenigstens eine Handvoll noch nicht ganz verlorener Halbhirne, die es schaffen, sich klarzumachen: Ihr tut damit nichts Gutes. Im Gegenteil.

 
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Fangen wir mal so an: Wenn du eine schlecht oder unbegründete Einschätzung deine Meinung nennst, will ich sie nicht lesen. Ich will sie schon nicht hören, es sei denn als eine Art Spiel, in dem von vornherein klar ist, dass man das nicht ernst nimmt.

Warum müssen sich alle möglichen Leute ständig bar jeder Kenntnis über Dinge äußern, die sie nicht einmal betreffen? Jeder Hanswurst ein ganz großer Kenner der Weltpolitik und der sie beherrschenden Charaktere. Na, die Ironie in dieser Formulierung schon erkannt?

Storystorystory!

Russland hatte Prigoschin. Interessante, aber schnell abebbende Krankheit. Ich hatte viele Informationen darüber, schon während der Inkubationszeit, dann auch während des kurzen Akutverlaufs. Informationen, die weit über das hinausgehen, was viele Experten in den vergangenen Tagen in der Öffentlichkeit verklappt haben.

Nun ist das aber kein Kriterium, das mich zu Äußerungen in Bezug auf Hintergründe, Motive oder innere Zusammenhänge qualifiziert. Ergo halte ich die Klappe dazu. Was sonst? Mercouris hat dazu einiges Kluge Analytische gesagt (vor allem am Ende des gestrigen Videos), aber selbst er wertet und spekuliert.

Was ich aber von den plötzlich erleuchteten Prigoschinkennern, die sowieso profunde Putinkenner und Russlandexperten sind, lese, ist verdammt verschwendete Lebenszeit. Das geht bis hin zu Idioten, die sich in bekanntem Geifereifer auf das Gerücht stürzten, Putin sei ins Ausland geflohen. Genau dieser Abschaum der Gerüchteschmieden ist es freilich, der nie die Konsequenz aus seiner offensichtlichen Inkompetenz ziehen und das Maul halten wird.

Zum Wetter …

Was soll das sein? Unterhaltung? Religion? Sind so viele Menschen tatsächlich so dämlich, dass sie sich immer und immer wieder von Leuten, die nicht klüger sind als eine Scheibe Toast, ihre naiv-dümmliche Weltsicht bestätigen lassen? Oder ist selbst das ein Irrtum und die Halbidioten schauen gern bei den vollen rein, weil sie auf Freakshow stehen?

Was für unsereinen der einzig interessante Gesprächsgegenstand zur Causa Rebellion und Operngeneral bleibt: Fenster oder Nowitschok? Zweiteres ist sicher zu tödlich, das haben ja bislang fast alle überlebt. Gesundheitstip des Tages daher: Immer schön bodennah reisen. So viel vom Stammtisch, zurück zum Quälitatsjournalismus.

 
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Moral bestimmt den öffentlichen Diskurs. Das ist doppelt fatal, denn im Rahmen der Erzählungs- und Aufmerksamkeitskultur kann jeder seine Privatmoral aufblasen und mit Empörung anreichern. Die Medien tun es, und wenn es Privatleute in sogenannten Social Media machen, kritisiert der Mainstream daran ernsthaft deren Haltung. Die Form können sie ja nicht beanstanden, da sie selbst nichts anderes liefern.

Man hat sich gefälligst zu bekennen, und zwar für die Guten und gegen die Bösen, wie in einer prähistorischen Sekte. Es kann nicht deutlich genug betont werden: Es war das ehemalige Nachrichtenmagazin, stets mit großer Geste seinen Anspruch vor sich her tragend, in dem ein Hetzer Pazifisten als Lumpen bezeichnet hat.

Alles eins

Es gibt keine Grenze des Niveaus nach unten mehr, und bist du nicht für uns, dann bist du Dreck. Dieselbe Charge jubelt, wenn abweichende Meinungen strafrechtlich verfolgt werden, als "Hassbotschaften". Es ist halt der falsche Hass.

Dass private Meinungen davon geprägt sind, die Erfahrungen aus persönlichen Beziehungen aufs große Ganze zu übertragen, ist schon bedauerlich. Ein Geschwätz à la "Wenn ich Kanzler wäre" verwechselt da halt die Ebenen, was am Stammtisch noch verzeihlich ist, wenn auch gleichermaßen dumm.

Dass aber diejenigen, die in Massenmedien oder als politische Vertreter in einer Massengesellschaft eben deren Gesetzmäßigkeiten zu beachten hätten, so tun, als sei es dasselbe wie zu Hause auf dem Sofa, ist nicht nur blöd, sondern auch brandgefährlich.

Eierköpfe

Derart nämlich trumpfen sie in ihrer Hetze auf, als sei ein Krieg dasselbe wie ein Zoff unter Freunden oder eine Kneipenschlägerei. Da geht es dann darum, dass einer im Recht ist und darum gewinnen muss. Da ist Parteilichkeit Pflicht, und die einzig wahre Wahrheit hängt nur davon ab, wer einem sympathischer ist.

Persönliche Motive, die man schon privat tunlichst nicht beurteilen sollte, werden so auf geostrategische Machtkämpfe übertragen. Handlungsoptionen, wie sie zwischen zwei Streithähnen bestehen mögen, werden auf komplexe, gewachsene Vernetzungen internationaler Interessengruppen übertragen. Wie unerhört dämlich muss man sein, um das für eine Wirklichkeit zu halten?

Aber was sollen wir jetzt mit intellektuellen Hirnkrämpfen? Was soll das sein, eine Physik der Macht, eine wissenschaftliche Betrachtung der hemmenden und fördernden Kräfte in einer komplexen Dynamik? Wir sind im Krieg. Da heißt es die oder wir. Also: Auf wessen Seite stehst du?

 
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Wir saufen von morgens bis Abends eine psychedelische Brühe aus konzentriertem Informationskitsch. Der Skandal an der Causa Relotius war keineswegs das Erfinden von Inhalten, sondern das "Storytelling" als solches. Die Leser und Zuschauer der Massenmedien lassen sich – erklärtermaßen – Geschichten erzählen, weil ihnen an Information nicht mehr gelegen ist. Kitsch lässt sich besser verkaufen.

Der Informationskitsch ist das Muster sowohl der Medienverkäufer als auch der politischen Narrative. Bedient werden grobe Muster zum Wiedererkennen: Freund, Feind, millionenfach ausgeplauderte 'Geheimnisse', Spannungsbogen, Homestory, Schurken und Helden. Was darunter zermalmt wird, sind Zusammenhang, Komplexität und Realität.

Großer Grusel

Würden in den öffentlichen Diskursen diese Kriterien für die Erfassung von Wirklichkeit noch bedient, müssten permanent die Filter der Leser und Zuschauer geübt werden. Es sind diese Filter, die Realität erst ermöglichen. Freud sprach in diesem Zusammenhang von Realität als "Wunschabwehr". Die Medien verhökern stattdessen Gefühle und Moral zum Mitmachen.

Nicht zuletzt daher weht auch der Wind der Panik vor sogenannter KI. Diese kann Muster erkennen und wiederholt sie unbeirrt, wo wir filtern müssen, um nicht vor den Bus zu rennen. Unsere Filter geben uns – richtig angewendet – äußerst wirksame Möglichkeiten, Erkenntnisse zu ordnen. Mit 'dummen' oder fehlenden filtern hingegen zerstören wir Erkenntnis, so dass wir dümmer sind als eine dumme Maschine.

Die Möglichkeiten von Fälschungen in Bild und Text, ebenso wie Propaganda oder Kampagnenjournalismus, wären unproblematisch, gäbe es eine immunisierende Lesekompetenz, die Fähigkeit, es sich beim Erkunden der Wirklichkeit nicht gemütlich zu machen, sondern aktiv zu filtern und selbst Schlüsse zu ziehen.

So schön bunt

In diesem Punkt hat das deutsche Bildungssystem flächendeckend Verwüstung hinterlassen. Die Frage "Was ist?", Kern aller Erkenntnis, scheitert schon an der Unfähigkeit, sinnentnehmend zu lesen. Im medialen Bällchenbad von Heimatabend bis Tagesschau wird der Rest entsorgt. Wir denken für dich. Alles, was du noch tun musst, ist mitschunkeln.

Die Sorge über Fälschungen mithilfe künstlicher Sprach-und Bildproduktion ist nur insofern relevant, als dass endlich alles geleugnet werden kann, ohne dass man sofort die Lüge erkennt. Jeder Beleg kann ein Fake sein, und bis das geklärt ist, ist der Pulverrauch verflogen. Im Märchenland sind Märchen freilich eine Ressource. Dass alles so schön bunt ist, hat aber nichts mit KI zu tun. Es ist ein Symptom kapitalistischer Dekadenz.

 
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Wie ich bereits in den Kommentaren sagte, suche ich mit der Lupe Berichte von dem explodierten Munitionsdepot in Khmelnitsky. Dort ist ein Waffenlager in einer gigantischen Explosion in Rauch aufgegangen und unsere Medien, die deutschen, die britischen und womöglich die im gesamten Wertewesten, verschweigen das.

Während Selenskiselenskiselenski weiterhin täglich Dutzende Schlagzeilen füllt, kein Ton davon, dass es nicht nur einen herben Schlag gegen die Ausrüstung der Kiewer Russenfeinde gab, sondern es auch zu einem messbaren Anstieg der Radioaktivität* rund um dieses in einer Großstadt angelegte Depot kam.

Der Russenhass und die Hörigkeit gegenüber den USA der europäischen Regierungen mündet ohne Umweg in einen mörderischen Zynismus gegenüber der ukrainischen Bevölkerung. Nicht nur der im Donbas, die den Helden der Asow und anderen Ukrofaschisten ohnehin als russische Untermenschen gelten, sondern ebenso der dem Selenskiregime unterstehenden Westukraine. Menschen mit Verstand hatten vor der Verseuchung durch Uranmunition gewarnt. Frau Ribbentropp und andere wohlriechende Kriegstreiber weisen solchen Lumpenpazifismus freilich stolz zurück.

Sieg an allen Fronten

Behauptet wird derweil ernsthaft, eine Ukraine habe 2,4,6 (wer bietet mehr?) Kinschal und überhaupt alle russischen Raketen und noch mehr abgeschossen, und: Es seien 200.000 Russen getöten worden, wird ungefiltert aus dem Sumpf der Selenskis verklappt. Das nennen sie "Nachrichten". Diese Propaganda ist nicht nur unheheuer dumm und primitiv, sie ist auch noch völlig sinnlos.

Welchem Zweck dient eine für den letzten dummen Laien durchschaubare Lügenproduktion – ausgerechnet von denen, die ständig vor Desinformation® warnen? Und dann heulen sie noch herum, eine "journalistische Glaubwürdigkeit" sei in Gefahr, weil ein Kinderspielzeug wie ChatGPT sie in den Schatten stellt.

Ich las zudem, man dürfe Frau Borbeck nicht als dumm, dämlich, saublöd oder Ähnliches bezeichnen. Nun, das entspricht gewissen Regeln der Höflichkeit, die ich gleichwohl nicht strafrechtlich behandeln würde. Wie dem auch sei, ihre beeindruckende Intelligenz und deren eifrige Anwendung hat sie einmal mehr unter Beweis gestellt, als sie ganz selbstverständlich etwas vor sich hin trötete, aus dem Menschen, die auf eine gewisse Allgemeingültigkeit in rechtlichen Dingen pochen, Schlüsse ziehen müssen:

Quod licet Bovi

"Nebensja fügte hinzu, dass der Westen seine Teilnahme am Ukraine-Konflikt direkt gestanden hätte. Dabei bezog er sich auf die Aussage der Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, dass Waffenlieferungen von Drittstaaten an Russland inakzeptabel seien und als Beteiligung am Konflikt gewertet werden könnten. Nebensja erklärte:
"Was ist mit der Tatsache, dass jetzt die ganze Kriegsmaschinerie des Westens für eine Fortsetzung des Krieges arbeitet? Das ist ein weiteres Geständnis der direkten Teilnahme des Westens am Konflikt
."

Aber schon "Wir sind im Krieg mit Russland" war ja nur so eine Metpaher. In Anjatanjas Völkerrecht® gilt halt das Pippi-Langstrumpf-Prinzip. Der Herr Bundeskanzler lässt sich da auch nicht lumpen und übt zur Feier des Führers den Bandera-Gruß. Hach, diese Sozialdemokraten, immer auf der richtigen Seite!

*Update: Dies hat sich nicht bestätigt. Es darf also weiterhin mit derartigen Überraschungen an der Ostfront gerechnet werden.

 
ds

Unworte zur Zeit: Zum Beispiel deren "Wende" als drölfter Aufguss reaktionär-moralischer Konzepte. Schon Kohl wendete wie gestört: "geistig-moralisch" gleich zu Beginn und künftig immer wieder, und alle immer von "Aufschwung" zu Aufschwung. Als nächstes wurde die DDR gewendet, heute gleich die Zeit als solche.

Großes Tamtam, dröhnender Hall aus finsterer Leere. Gewendet hat sich vor allem eines: der Anspruch eines "Journalismus", mit Fakten, Recherchen, Überprüfung von Behauptungen oder Pluralität zu tun zu haben. Das Gegenteil ist Standard: Die einen werden ungefiltert täglich mehrfach zitiert (Selenski fordert, will, erklärt, verkündet), die anderen höchstens verzerrt, wenn überhaupt, weil sie bereits in Überschriften als Feinde markiert werden.

Nach Einschätzung vieler Beobachter

So weit sind wir dann längst auch, dass es reicht, diese zu lesen. Schamlos setzen sie groß- und fettgedruckt Worter wie "wohl", "offenbar", "vermutlich". Es war einmal ausdrücklich die Regel, dergleichen nicht zu veröffentlichen, vor allem nicht, wo sie Stimmungen und Meinungen verstärken, zumal, wenn zehntausende Menschen dadurch sterben.

So wird jede Ente als Meldung verklappt, so sie denn ins Wünschdirwas des Wertewestens passt. "Overextending and Unbalancing Russia" (Russland überstrapazieren und aus dem Gleichgewicht bringen) war der Plan, 2019 von der RAND-Corporation entworfen und seitdem beinahe 1:1 durchgeführt. Alles, was nach dessen Erfolg aussieht, wird gemeldet. Zuletzt mithin nur noch Lügen und Gerüchte: Durchbruch an der Front, Munitionsmangel beim Feind, der Endsieg rückt täglich näher. Russland ist wirtschaftlich am Ende.

Am Ende der Träume

In der parallelen wirklichen Welt war das Ergebnis Overextending and Unbalancing the West, destroying Europe. Russland hat sich ökonomisch angepasst und ist ungebrochen. Die ukrainische Front bricht zusammen. Es werden Fake-Brigaden ohne Munition an die Front geschickt. Europas Energiepreise explodieren. Das deutsche Exportmodell ist zerstört wie die Pipelines nach dem Terroranschlag.

Da wird übrigens nichts gerüchtelt, und wenn es jemand wagt, zu spekulieren, fallen sie alle plötzlich mit "journalistischen Standards" über ihn her. Wir lernen also: Journalistische Standards dienen dazu, feindliche Meinungen zu neutralisieren. Journalismus, das ist das Hüten und Bewahren der richtigen.

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