kunstlyriklamauk


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Als gemäßigter Linkterrorist bin ich enttäuscht. Die Nachbarschaft ist mir zu faul. Nach dem erheblichen Verlust von Sinn und Verstand blieben nur wenige übrig. Die müssen das jetzt kompensieren, hopphopp! Ach, und Frau Mühlstein: Bei allem, aber: Immer dasselbe Thema macht auch mürbe, wenn es inhaltlich stimmt.

Der Herr Rose schreibt was. Ich tue mich ja schwer mit dem Thema, denke aber oft: Wenn ich in die Zeitung will, haue ich einen Juden. Ich wurde zum Beispiel vor nicht allzu langer Zeit von einem Nachbarn beleidigt und bedroht. Das hat nicht mal die Bullen interessiert. Irgendwo ist das keine kluge Strategie, jedem Möchtegernnazi die Bühne zu putzen. Am Ende kriegen sie eh wieder raus: "Sachsen ist ein weltoffenes Land". Herrlich – sagt nicht, die sind humorlos!

Hate Speech mit Bauchschmerzen gegendert

Und sagt mal, Sprallos, seid ihr nicht auch enttäuscht von Big Big? Kam alles so, wie die Anderen das gesagt haben, hm? Nix mit Untergang der Menschheit, verdammt aber auch mal! Meine Hausschabe und der Garten finden das sehr sehr blöd. So viel guter Humus könnte das werden, stürbe der Erdparasit ein bisschen aus. Wäre das ein Auf und Amten, hach! Wozu ist diese Pandemie dann nützlich? Nein, ich will die Antwort nicht hören.

Wie man oben sieht, habe ich mich derweil im Internet turboradikalisiert. Ich suche jetzt einen Terrorexperten, der meine Rechte Hand findet. Obacht: "Rechte" ist aus Gründen großgeschrieben. Ich beabsichtige nicht einmal, mich unbeabsichtigt selbst zur Explosion zu bringen. Wer soll das denn nachher wegmachen? Wie eklig! Außerdem ist mein Ausweis abgelaufen. So wird das nichts.

Nachdem ich also in mehreren Berufen und sogar solchen, die ich nie ausübte, gescheitert bin, muss ich mich neu erfinden. Ich denke da an etwas, das meinen Talenten und Neigungen entspricht. Nixtun wird aber leider nur mit Hunger und Obdachlosigkeit vergolten, da braucht es Alternativen. Vielleicht ein Startup. Something fresh and new. Ich glaube, ich werde es einmal als Sexkritiker versuchen. Mit Echtzeitkommentar und Videoanalyse. Ihr könnt mich ab sofort buchen. Ich stehe schon vor der Tür.

 
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Echt jetzt? Scholz? Weil er …? Was eigentlich? Ein guter Freund jeder Art von Schacher ist, von Cum-Ex über Wirecard bis hin zum klassisch Schröderschen Neoliberalismus? Weil er, ausgerechnet dieser Aal, einen auf "Mietenkanzler" macht? Habt ihr euch mal die Entwicklung in den Großstädten angeguckt? Sagen wir … Hamburg, wo er Regierender war, oder Berlin, wo er die Finanzen ministrierte?

Ja sicher, der Mann steht für Soziale Gerechtigkeit. So wie ich für warmes Bier und korrektes Gendern. Wo zur Hölle wart ihr in den letzten Jahrzehnten? Okay, bei den Spezen ist das fast wie bei der anderen 'Volkspartei', die schon die Farbe des Autos trägt, in dem ihre Kernwählerschaft demnächst eine lange Reise antreten wird. Zu viele Alte, von denen zu viele wählen gehen und dann zu viele von denen das, was sie schon immer angekreuzt haben – weil sie sich noch nie einen Dung dafür interessiert haben, was daraus folgt.

Altdoof vs. Jungblöd

Und dann diese Jugend. Seid ihr wirklich auch schon zu blöd, euch mal anzugucken, was ihr da wählt? Die Grünen sind die übelsten Verräter aller Zeiten. Dafür müsst ihr nicht Jahrhunderte Geschichte pauken; da reichen die letzten paar Jahrzehnte. Ist zu viel verlangt, ja? Weil Botox-Anna so schön grinst oder was? Kommt aber noch besser: F.D.P.?! What the hell? Seid ihr alle so reich oder wie? Wollt den Kahn mit Extradiesel an die Wand fahren? "No Future", gelle? Ach, ihr habt euch mit denen auch nicht beschäftigt. Ihr findet die Anjatanja und den Christian und das Design nur so fresh? Sicher, prima Grund.

Wisst ihr was? Geht kacken! Ihr seid so dämlich, da läuft jeder Appell in die Leere. Nächstes Mal gewinnt der bei euch, der die hippsten Emojis plakatiert. Der euch auf Insta (ich krieg jedes Mal explosive Hasspickel, wenn ich das nur höre) die schönsten Einhörner präsentiert, richtig? Wieso ist mein Köter eigentlich nicht wahlberechtigt? Die Olle trifft eigentlich fast immer die richtigen Entscheidungen.

Nuja, dann kann Scholzomat ja mal so richtig zeigen, was "sozial" bedeutet. Schade für alle, die kein Eigentum haben, aber hey, wen interessiert schon der Plebs? Den haben wir erfolgreich so verblödet, dass er auch noch um seine Räumungsklage bettelt. Check! Soll ich jetzt noch 'die Linke' erwähnen? Was noch an linkem Potential da war, habt ihr aber sowas von erfolgreich in Schutt und Asche gelabert, Freunde. Respekt!

Und das noch

Bleibt zum Schluss noch das Eklige vom Rand. Ist diese Weidel eigentlich ein Bot aus einem Horror-Game? Die vergiftet doch sicher den halben Tag die Blumen der Nachbarn und schubst Kleinkinder auf die Straße. Von Bernd Adolf Höcke fange ich gar nicht erst an. Der war hier allerdings ziemlich unsichtbar; hatte sicher Angst vor den ganzen Charismatikern wie Füllmich und Schiffmann.

Im Osten reicht das aber immer noch für den Sieg. Heil! Kann man da bitte mal wieder diese Mauer hochziehen? Dieses verstrahlte, von autoritären Regimes wie Nazis, DDR und Lutherismus in ewigen Hass getunkte Pack sollte vielleicht mal überlegen, ob es nicht woanders schöner ist. In Syrien zum Beispiel. Oder in einem Flüchtlingslager. Die kriegen ja alles. Alles kriegen die umsonst. Von meinem Geld!!!

 
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Da ist es wieder, dieses hässliche Gewäsch eines alten reaktionären Paschas aus dem Hinterwald mit Zweitwohnung in Berlin. Zweitwohnung in Berlin – allein dafür muss man ihn lieben. Kauft sich in ein Viertel ein und nennt sich fortan "Kiezschreiber". Wenn man alle zwei Wochen so einen Typen auf dem Marktplatz erhängen würde, gäbe es keine Gentrifizierung mehr. Je weniger einer geleistet und je mehr einer geerbt hat, desto dreister werden die Ansprüche.

Er will die kulturlose Gemütlichkeit seiner 80er-Jahre zurück. Was kommt als Nächstes? Werbung für Schlagende Verbindungen und eloquente Gründe, warum Weiber nichts dabei zu suchen haben? Der Hunsrück-Laschet leidet ja so unter der Moderne, er will zurück in die Bronzezeit. Anlass heute: die kulinarische Barbarei, die er seinen Geschmack nennt, gespeist aus bierrülpsenden Jugenderinnerungen.

Back to the Rotz

Eine Stammkneipe ist nicht mehr und wir erfahren es wie in einer Moritat oder einem dunklen Schicksalsroman. Erwin Courths-Mahler was here. Er will die Currywurst zurück und seine Männerschweiß atmende Räucherkammer einer Bierspelunke, wo jetzt ein Bioladen von der Ankunft des 21. Jahrhunderts kündet, kaum dass die ersten 20 Jahre rum sind. Wie schön waren dagegen die Anfangsjahre seines Alkoholismus, als der Körper das Gift noch symptomlos verstoffwechseln konnte!

Komm auf dein Leben klar, alter abgetakelter Mann, die Zeit bleibt nicht stehen für dich, und die Jugend kommt auch für Immobilienbesitzer nicht wieder, ungeachtet der aktuellen Preisentwicklung. Dein Reichtum kauft dir keine Zeit. Vielleicht sollten wir für frühvergreiste Anhänger aller Geschmacksrichtungen der Restauration ein Reservat einrichten, eine Art Dinosaurierpark. Dann dürft ihr noch einmal im Dunst eurer Kneipen durch Currywurstsauce waten und Herrenwitze über eure frigiden Weiber machen. Lasst uns einen Förderverein gründen!

 
Annalena Baerbock ist heute volksnah und wahlkämpft im Essener Norden. Sie hat eine Einheimische angetroffen (Name von der Redaktion nicht geändert) und angesprochen.

Baerbock: Guten Tag, ich bin Ihre grüne Kanzlerkandidatin und möchte Sie für mich gewinnen.

Chantal: Wie, "gewinnen"? Meinst du, ich bin ne Schlampe, die du einfach haben kannst? Pass mal auf, du …

Baerbock: Nein, Verzeihung, das ist ein Missverständnis. Ich stelle mich am besten vor: Ich bin Annalena und habe an höchsten und wichtigsten Stellen studiert. Jetzt möchte ich das Land führen. Ich will klimagerechten Wohlstand für alle.

Chantal: Wat is dat denn?

Baerbock: Klimagerecht ist …

Chantal: Nee, ich mein dat andere. Dat mit wohl.

Baerbock: Ähm, Wohlstand. Ich möchte, dass es uns allen weiterhin gutgeht, auch wenn …

Chantal: Hömma, du Uschi, wo kommst du denn her? Die Omma hat Rheuma, die Waschmaschine is im Arsch und dat Amt will keine neue bezahlen. Aber dir geht et gut, wa?

Baerbock: Nun, ich meine … also … ich möchte natürlich, dass es Ihnen dann noch besser geht, obwohl wir klimagerecht …

Chantal: Wat hast du bloß immer mit dein Klima, du Trulla? Kannst du Wetter machen oder wat? Lässt du dich vom Kachelmann vertengeln oder wie?

Baerbock: Klimagerecht ist, wenn Sie statt des Benziners ein klimaneutrales Fahrzeug fahren. Wir fördern Elektromobilität.

Chantal: Wie geil, ihr schenkt mir ein Auto? Ich fahr doch immer mit dem Scheiß-Klapprad zum Lidl und der Dennis leiht sich höchstens mal den Polo vom Kevin, der is auch schon volljährig.

Baerbock: Das sollte er wohl auch sein, wenn er Auto fährt.

Chantal: Die Karre, du Eule. Die is schon neunzehn.

Baerbock: Das ist ja unverantwortlich. Was die für einen CO2-Fußabdruck hat!

Chantal: Wat denn fürn Fußabdruck? Willst du mir drohen, du Bitch?

Baerbock: Nein, ich meine den Verbrauch. Dann fahren Sie doch lieber mit der Bahn zur Arbeit. Wir wollen das jetzt noch besser steuerlich fördern.

Chantal: Wat für ne Arbeit? Sach ma, kommst du aus Werden oder wat? Wir gehen hier alle hartzen. Arbeit! Bist du bescheuert, ey!

Baerbock: Na na, ich erwarte ein bisschen mehr Respekt von Ihnen!

Chantal: Ach, Respekt willst du. Kommst mir erst mit Fußabdruck und willst jetzt auch noch Respekt. Du kriegst gleich nen Gruß von meim Bruder.

Baerbock: Ach, Ihr Bruder ist auch da? Den würde ich gern sprechen.

Chantal (beugt sich kurz vor, ihre Stirn trifft Baerbocks Nase): Dat hier is n Gruß von meim Bruder. Hat der mir gelernt. Und jetz hau ab, du Alphabitch, sonst mach ich dir die Nägel! (Chantal ab.)

 
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Ja, ich habe es mir angetan – also ein bisschen. In zwei Portionen war ich 'live' dabei, wie sie sich … ja was eigentlich? Der nächste Test, was Volk so aushält, ehe das Hirn implodiert? Schaulaufen der Gebrauchtwagenhändler? Ich-wär-wohl und die alten Zausel? Märchenhaft.

Was ich so mitgekriegt habe, waren drei völlig der Realität entrückte Kasperlefiguren und zwei grausame Therapeuten, die sie in ihrem Wahn noch bestätigten. Gehen wir mal von hüben nach drüben und fangen mit diesem Laschet an: Der war ständig empört, was man ihm aber nicht abkaufen konnte, weil er sein Zombielächeln dabei nur noch schräger anstellte, anstatt mal zu mimiken wie die Bleierne oder wenigstens mit dem Schuh aufs Pult zu hauen.

Dreieinigkeit

Für das, was er 'inhaltlich' ablieferte, hätte er sich derweil die Moralkeule selbst in die Goschn hauen müssen, bis nur noch roter Brei übrig gewesen wäre. Darauf angesprochen, dass er die größte CO2-Sau der Republik ist, laberte der Mann, er säße doch mit den wichtigen Leuten zusammen, das sei doch wohl das Beste fürs Klima. Mit sowas kommst du heute durch. Danke, Vierte Gewalt®!

Der Clown auf der anderen Seite (Ist der eigentlich krank? Der ist so dünn geworden …), angesprochen auf Cum-Ex, Wirecard und Geldwäsche, meint, er hätte nix zu tun mit seinem Ministerium und sowieso alles voll gut umgebaut da. Er sei "stolz". Nein nein, es gab weder eine Nachfrage noch irgendeinen Hinweis darauf, was Scholzomat sehr wohl damit zu tun hat. Dafür hätte irgendwer informiert gewesen sein müssen. Gut, dass solche Kommunisten nicht fürs Öffentlich-Rechtliche arbeiten.

Krieg, lecker!

In der Mitte querkte Anja Baerbock, sie wär wohl was mit Kanzlerin und wie dann alles ganz toll würde. Ihr verklärter Blick verriet reichlich sportlichen Einsatz (Hormone, Koks, Ephedrin), während sie "als Vorsitzende meiner Partei" alles für sich reklamierte, was je ein Grüner Dödel auf die Kette gekriegt hat, und vor allem, was sie im Alleingang so alles wuppen würde, wenn sie nur. Tanja Baerbock fand sich super. Darauf ein Jodeldiplom!

Die anwesende Journalismussimulation erhob durch Labernlassen folgende Erkenntnisse: Laschet will nicht mit Links und spricht nicht mit Rechts und alle wollen sie gern weiter Krieg führen. NATO muss, dabei sein ist alles und wann kommen wir nochmal so jung so weit rum?! Pro: Erstaunlich wenig Buzzwordbingo. Kontra: Kein Inhalt, kein Sinn und rhetorisches Tumbleweed aus allen Rohren. Was waren das für Zeiten, als es noch diese spannenden Testbilder im Fernsehen gab!

 
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Hab Sojawurst, hab Tofuspeck, mein idealer Lebenszweck … (aus der Operette "Der Baron ungarische Art"). Suchen Sie keinen Zusammenhang, der Säzzer will nur auch einmal trollen. Zu bestimmten Jahrestagen darf er das. Er meint irgendwas von wegen Relevanz und Prioritäten. Außerdem habe er neulich mal wieder "The Big Short" gesehen und fragt, ob wir hirnlosen Affen das alles schon vergessen hätten. Er hat schlecht geschlafen. Eigentlich geht es aber um:

Nine ist schon viel zu lange eleven. Spätestens hier übrigens ist schon alles dazu gesagt. Nun ist das nicht nur zwanzig Jahre her, die Koalition der Kriegswilligen hat ja Afghanistan auch schon so gut wie verlassen, um nichts erreicht zu haben, dafür aber Bomben hier, Schüsse dort, nennt sich insgesamt "Krieg", as usual: No sense, no mercy.

Neun elf, zweitausendsieben, andere Bomben

Was jetzt? Braucht die Waffenindustrie kein Staatsgeld mehr? Ist da niemand mehr, der erpresst werden muss? Keine interessanten Rohstoffe mehr zu sichern? Handelswege alle frei? Kann doch nicht. "Was plant der Irre jetzt?" titelte die Propaganda, um den Deutschen den Irakkrieg als gutgerechtnotwendig an die Backe zu schwätzen. Wollten wir trotzdem nicht. Gerhard hat's gehört und ausgenutzt, um dann uneingeschränkte Solidarität® am Hindukusch zu spielen.

Das Böse hat zwar einen Namen, aber man kann ja nicht den Teufel selbst herausfordern. Oder? Kann man? Ihr werdet doch nicht? Scherz! Klar würde man gern die Schmach von Stalingrad endlich* … wie auch immer, dann mache ich mir jedenfalls keine Sorgen mehr. So eine schöne große Glasfläche in Mitteleuropa reflektiert die Sonne sicher ganz gut.

Ja, was planen die Guten, die Weltpolizei, Ordnungsmacht, Friedensengelchen jetzt? Keine Ahnung, nicht einmal eine Spur. Nur eines flüstert der Verschwörungshaken auf meiner linken Schulter: "Warte nur ein Weilchen!" Derweil schauen sie zu, wie der Regenwald von der Kruste gekratzt wird. Geht vielleicht auch schneller so.
Junge, immer bist du so ein Miesepeter!

Update: ich hol den mal hier hoch, Leseempfehlung!

 
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Todd und Geufel sitzen wie jeden Freitag am Ufer des Flusses und schauen Leichen beim Vorbeitreiben zu.

Yo, sagt Todd, das war mal wieder eine Woche. Du hast sicher wie blöde gefoltert.

Gefoltert … wir sagen nicht gefoltert. Das heißt jetzt "alternative Erinnerungshilfe".

Aha, wer erinnert sich denn da an was?

Nun, die Erinnerten an das, was sie zuvor verdrängt, verleugnet oder vertuscht haben. Ist ganz ähnlich wie bei der Folter, nur dass die Antworten stimmen. Mir kann ja egal sein, was sie da erzählen, ich muss sie nur erinnern.

Damit sie das Ganze noch einmal erzählen? Ist ja grauenhaft.

Nee, eben nicht. Also du kennst ja die üblichen Antworten auf bestimmte Fragen, die sie geben, bevor sie in den Fluss fallen. "Weiß ich nicht, war ich nicht, kann mich nicht erinnern", das ganze Zeugs. Bei mir erzählen sie haarklein, was passiert ist, was sie sich gedacht haben, und sie bekommen sogar so etwas wie einen Anflug von Einsicht. Also nicht moralisch jetzt, das interessiert mich nicht. Nein, sie beginnen zu verstehen.

Schlechter Zeitpunkt dafür.

Ganz schlecht, aber was willst du machen. Solange sie noch oben rumspringen, leben sie ja lieber in einem Märchen.

Soll ich dir mal den Laschet schicken? Wär doch sicher ein interessanter Fall.

Was soll der bei mir? Der ist doch so katholisch, der müsste mit dir in einem Bett schlafen.

Hör auf, mir wird schlecht. Ich stehe nicht so auf Heuchler, weißt du. Aber du müsstest doch deine Freude haben mit dem. Was da alles raussprudeln würde …

Ja? Würde es? Weißte, der lügt so schlecht und quatscht so einen Stuss, das ist genau die Mischung aus doof und dreist, die marschiert bei mir gleich durch.

Oha? Wohin denn?

Das willst nicht mal du wissen.

Ach komm, du hast noch Geheimnisse vor mir?

Ich erzähl dir halt nicht alles.

Du weißt, ich bin Admin. Ich kann auch in den Quellcode gucken.

Alter Mann, du weißt doch, warum ich dir das eine oder andere vorenthalte. Reicht, wenn einem schlecht wird. Sagst du doch selbst.

Haste auch wieder wahr. Und so schlimm ist der Laschet? Echt jetzt?

Ey, der war in zwei Burschenschaften, um mal anzufangen. In zweien! Und guck dir mal dessen Freunde an. Dann hör dir mal einen Tag lang das Geschwafel von dem an. Gegen den ist Gabriel nachgerade ehrlich.

Der Erzengel?

Quatsch, der Sigmar.

Der war billig.

Ist richtig. Wie auch immer. Manchmal wünschte ich, du wärst nicht so ne Pussy.

Ich?? Wieso das denn?

Na früher konntest du noch Sodom, Sintflut und Feuerregen. Heute lässt du mich die Arbeit machen und spielst Golf …

… strom.

Wie bitte?

Golfstrom. Du weißt schon, Klima und so.

Das rechnest du jetzt dir an? Alter, das haben die ja wohl ganz allein hingekriegt.

Und wer hat sie erfunden?

Die Schweizer?

Ha-ha-ha. Das ist doch ein Feature. Du hast doch immer gesagt, Doofheit sollte wehtun. Et voilà.

Darüber müssen wir auch noch mal in Ruhe reden.

Haben wir die nicht gerade?

Nö, da kommt der Biedenkopf. Das wird ne ganze Weile dauern.

Na dann … bis nächsten Freitag!

Yo. Bis dann!

 
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Und nach D.C. selbstverständlich. Aus gegebenem Anlass wiederhole ich mich schon zum dritten Mal seit 2008. Hätte man doch bloß wen gefragt, … hat man ja, aber die Falschen:

Angesichts der Mehrfachverwendung des Spitzennützlings Eckart von Klaeden erfolgt eine erweiterte Viertverwertung meines ersten Artikels über ihn vor dreizehn Jahren. Der stramme Atlantiker hat sich nicht nur einen Namen gemacht, indem er für einen ewigen Krieg in Afghanistan trommelte, sondern vor allem als Lobbyist, zuletzt in der Diesel-Affäre. Sein Bruder ist derweil Cheflobbyist bei Springer. Ich zitiere mich:

Bis zum Endsieg

Wo ist hier bloß der Ausgang? Ein neues lustiges Spiel der willigen Feuerwehr geht so: Man geht mit einem großen Kanister Brandbeschleuniger in ein Gebäude, in dem ein kleiner Schwelbrand ausgebrochen ist. Der Kanister wird vollständig am Brandherd entleert. Das Gebäude darf nicht durch den Eingang verlassen werden. Sodann sucht man nach einem Notausgang. Wenn dieser sich nicht findet, schickt man mehr Leute hinein und berät, wie man sie wieder hinaus bekommt. Für jeden, der das nicht überlebt, werden zwei neue hineingeschickt.

So blöd ist nicht mal die freiwillige Feuerwehr Eifel-Südost morgens um 5 nach der Frühjahrskirmes. Deutsche Strategen und ihre Freunde von der Achse der guten Hoffnung sehr wohl. Während CSU-Ramsauer sich immerhin erfolglos Gedanken gemacht hatte, steht das außenpolitische Großgenie von Klaeden vor der Tür und sieht zu, dass keiner sich feige aus dem kollabierenden Haus macht:

Von Bagdad nach Kabul

"Die einzige Rückzugsstrategie, die wir haben, ist unser Erfolg in Afghanistan", sagt von Klaeden.
Ersetzen Sie "Afghanistan" durch "Stalingrad", und Sie erkennen die überlegene militärische Haltung, die sich da offenbart.
"Aber erst wenn Afghanistan über selbsttragende Stabilität verfügt, können die Truppen abgezogen werden";
"Wenn wir die Menschen in Afghanistan wieder wie nach dem Abzug der Sowjets im Jahr 1989 im Stich lassen, wären die Gefahren für unsere Sicherheit noch weit größer als vor dem 11. September 2001."

Vergessen wir einen Moment die grammatikalische und historische Verwirrung, die der Mann da stiftet – "wir" haben nicht mit den Sowjets gekämpft oder jemanden im Stich gelassen, "wir" haben die Mudschahedin unterstützt und gepäppelt. Das Volk war "uns", dem Westen, wurscht, "wir" wollten um jeden Preis die Sowjets loswerden. Das hat auch prima geklappt.

Was stimmt: Seitdem die Russen abgezogen sind, in den letzten 20 30 33 Jahren also, ist Afghanistan instabil. So wie Dutzende anderer Staaten und Gebiete anderswo. In Afghanistan sollte "Ordnung geschaffen" werden. Wie, mit wem, was, das sind Fragen, die "wir" mit einem Achselzucken beantwortet haben.

Von Klaeden weiß, dass die Terroristen aus Afghanistan kommen. Sie kommen zu uns und töten uns alle, wie schon am Dooms Day 2001. Das hat ihm der Teufel verraten, und den treibt er uns aus. Wenn nur ein verwirrter bayerischer Parteifreund öffentlich darüber nachdenkt, ob es denn auch ein Ende des Krieges geben darf, liest er ihm die Leviten.

Der Lobbyist

Dieser hanebüchene Irrsinn ist für jeden Verstand, der noch ein "Ping" absetzen kann, so unzugänglich, dass mir jede Idee für eine Analyse fehlt. Vielleicht ist von Klaeden ein Gnostiker, der durch ein Wurmloch ins 20. Jahrhundert gekrabbelt ist und dort spontan mit einer Krawatte fusionierte. Der wohl untalentierteste Außenpolitiker seit Carl Ranseyer versucht seit seiner Erweckung, das "Wir" in uns allen als Erlösung aus dem "Ich" virtuos in politische Ahnunglosigkeit zu transformieren. Das gelingt ihm so unnachahmlich, dass er das Zeug zum Guru hat. Muss er aber als Abgeordneter und Funktionär der Politeska wirklich öffentlich zitiert werden? Ich hätte da eine bessere Idee:

Gebt dem Mann eine Insel, auf der er mit Zombies seinesgleichen den Hirntod bei intakten Körperfunktionen zelebrieren kann, lasst ihn teure Nahrungsmittel und saubere Luft verbrauchen, aber verschont mich doch mit seinem unerträglichen Gelalle, BITTE!

Reichlich Arbeit

Eckart von Klaeden ist im Vorstand der "Atlantikbrücke", Mitglied im Beirat der "Atlantischen Initiative" und ehemaliges Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, also in denselben Zirkeln wie die führenden Grünen. Die FR meinte 2013, er wechsele "aus dem Zentrum der Macht zu Daimler", da hat wohl wer etwas verwechselt. (Zitat 1 Ende)

Klaedens Vorgänger bei Daimler ist der Diplomat Martin Jäger. Er kam aus dem Auswärtigen Amt. Jäger war Sprecher von Frank-Walter Steinmeier, seinerzeit Chef im Kanzleramt sowie im Außenministerium, bevor er 2008 zum Autokonzern wechselte. 2013 kehrte er in den Auswärtigen Dienst zurück und wurde Botschafter in Afghanistan.

Hier ist jetzt bitte eine Verschwörungstheorie fällig, was Daimler, die Bundesregierung und Afghanistan miteinander verbindet. (Zitat 2 Ende)

p.s.: So, jetzt haben wir also die Ordnung. Friedliche Übergabe an die Taliban. Prima – können wir doch jederzeit mit derselben Begründung wieder einmarschieren oder sonstwo Ordnung schaffen®. Denn, wie heißt es in GG Art. 26:
"Krieg ist Frieden".

 
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Moral ist doch etwas Gutes, und am allerbesten ist die religiöse, die gottgegebene, die christliche. Ich habe zu Schulzeiten einmal ein Referat gehalten, in dem ich die These vertrat, der Nationalsozialismus sei nicht kompatibel mit Nietzsches Philosophie, weil er eine hochmoralische Ideologie sei. Nach der Schnappatmung kam dann hier und da doch noch ein wenig Verständnis.

Ohne Moral geht nichts in Deutschland, schon weil hier nichts ohne Nazis und Pfaffen geht. Wie gesagt: Drehe hier einen Stein um und finde sicher das Eine oder das Andere. Auch (und gerade) im Zerfall der Bürgerlichen Ideologie angesichts eines freidrehenden Kapitalismus ist die Restauration christlicher Moral jedweder Geschmacksrichtung ein Reflex.

Der kommende Kanzler ist mithin einer, den man in einer Zeit des kurzen Aufblühens einer Art Moderne ebenso wenig hätte vermitteln können wie 'Grüne', die einem mit ihrem protestantischen Eifer sowie permanenter Selbst- und Fremdanklage auf den Senkel gehen. Laschet ist der katholische Overkill (nachdrückliche Leseempfehlung).

Freunde fürs Leben

Die rheinische Frohnatur, die heute ein Biotop dem Kapital opfern kann, das abends beichten und morgen das nächste ersäufen, heute dies mit Inbrunst daherverzapfen und morgen das Gegenteil (die nächste Beichte kommt bestimmt), ist dabei ganz entspannt. Nicht allein der Glaube gibt ihm Halt, sondern auch die Mitgliedschaft in gleich zwei Burschenschaften und einem Spinnennetz von Seilschaften.

Am Rande fand ich noch ein Kleinod (muss man nicht anklicken): Hochwasserschutz wird überbewertet; wenn es pressiert, schickt man halt "mit Hilfe von Gott" einen Hasardeur in den wahrscheinlichen Tod, weil das "gut funktioniert".

Wenn er sich "zwei Mal gesegnet" hat, kann ja nix mehr schiefgehen: "Du Herr, musst wissen, was passiert". Politik, Kapital? Ach was, alles Dinge, die ganz oben entschieden werden. Was ist schlimmer als Software? Schicksal, da kann man nämlich gar nix mehr machen. Außer beten, versteht sich.

Man müsste nur

Damit ihr aber nicht meint, diese kreuzkatholische Variante der Aasfliegerei schütze diesmal die Protestanten vor dem Mann mit dem Hammer, kann ich euch nicht enttäuschen. Wie tief inzwischen das Grüne Getue im Sumpf einer Hirnschmelze moralischer Masturbation versinkt, habe ich im WDR nüchtern und ohne Schmerzmittel mit anhören müssen.

Da hat ein Dödel, der dafür auch noch von der Berichterstatter innen offenbar bewundert wurde, wegen eines "CO2-Fußabdrucks" nicht bloß sein Leben auf LGBQTAIDFG, vegan, autofrei, feministisch und flagellant umgestellt – das hätte nämlich nicht gereicht, um das Böse auszumerzen, das er bereits angerichtet. Nein, er hat eine Industriehalde gekauft und begonnen, diese zu begrünen – damit sein CO2-Fußabdruck mithilfe seines Eigentums Amen Halleluja.

Wir (die schlapp 8 Milliarden) müssen also nur alle, also jeder, eine riesige Fläche kaufen, Grün anstreichen und schon ist die Welt Pustefix und Knuddeln. Da wünscht man sich doch sehnlichst den Ablasshandel zurück, konnte man damit wenigstens noch Raub und Mord vorab bezahlen und dann den Pfaffen umnieten, der dafür die Absolution erteilt hat. Früher war halt doch alles besser.

 
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Als "herzzerreißend" kann man die Unfähigkeit des designierten Bundeskanzlers Laschet tatsächlich bezeichnen. Der Mann kommuniziert quasi ausschließlich auf der symbolischen Ebene und selbst dabei macht er sich täglich mehrfach und vielschichtig zum Brot. Sowas muss einfach Kanzler werden. Andi Scheuer ist noch jung, der kann dann später übernehmen. Andererseits: Auch im Elend tut ein Lachen eigentlich gut, während gespieltes Mitleid eher Gewaltphantasien hervorruft.

Das Gelaber, das ein gedungener Redenschreiber dem Grüßaugust von Guantanamo aufgeschrieben hat, auf dass er es mit geübt falschem Pathos aufsagt, ist dagegen schon eine akzeptable Leistung. Dass die komplette politische Elite durch blinden Kapitalglauben, Förderung der dreckigsten Energieträger und -verbraucher und neoliberale Sparpolitik im Katastrophenschutz belegt, dass sie einen Dung gibt auf die Opfer von Umweltkatastrophen, kann man ja schlecht so vortragen.

Ruhe Herrgott!

Immerhin waren sie so konsequent, sich die unmittelbar Betroffenen vom Hals zu halten. Nicht nur, dass der Plebs im Wahljahr auf Ideen kommen könnte – womöglich meint noch einer, er hätte was zu fordern oder begehrt gar auf. Es ist auch generell unschön, wenn man die Not sehen muss, während man über sie salbadert. Das versaut nur den wohlpräparierten Auftritt.

Das ganze Opferbejammerungsgedudel kotzt mich an. Den ganzen Tag im Radio ein Geschwurbel und ein Kitsch, dass es schon an der Lippe steht, und dann muss auch noch Phaetonpilotin Käßmann ihren christlichen Müll dazu abladen. Überhaupt sind diese religiotischen Aasfliegen das Letzte, was man als wie auch immer Beteiligter solcher Situationen gebrauchen kann. Sie kochen ihr Süppchen auf der Verzweiflung wehrloser Opfer.

Was hat noch gefehlt? Das Hetzblatt beim Bäcker und ähnliche 'Medien', die die härtesten Fälle als Realhorrorfilm vermarkten und dabei ernstens noch Mitgefühl heucheln. Wenn das mit dem Waterboarding doch so demokratisch und rechtsstaatlich ist, warum lässt man diese Zecken nicht mal ein paar Runden ersaufen, damit sie wenigstens ungefähr wissen, was sie da ausbeuten? Nix für ungut, ich frage nur für einen Freund. Eigentlich kann ich mich auch einfach zurücklehnen und sagen: "Told you so", aber das wäre ja zynisch.

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