kunstlyriklamauk


 
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Verfassungsschutzmann 1: Mann Mann, sie haben mich jetzt auf diesen Linksextremisten angesetzt, den der Meier vorher hatte. Der mit den viertausend Texten. Bloß weil ich mich vor meiner Kneipe von einem Schupo mit der Binde haben erwischen lassen. Dabei war das in einem sicheren Viertel, komplett ausländer- und zeckenfrei. Was kann ich denn dafür, dass der so übereifrig ist?

Verfassungsschutzmann 2: Du arme Sau. Der Meier hat sich auch immer bei mir ausgeheult. Ist ja nicht nur, dass der so viel Zeugs schmiert, ist ja auch, dass man das nicht versteht. Dauernd rannte der zu einem Vorgesetzten und wollte sich das erklären lassen, der hat ihn dann zu einem Analysten geschickt, der zum nächsten, und bevor der einen Text kapiert hatte, waren schon zwei neue im Netz.

Verfassungsschutzmann 1: Geht mir genauso. Was für ein Zeugs! Und jetzt macht der auch noch so einen Podcast, den muss ich mir auch noch anhören. Und das ist noch schlimmer da. Da sagt der Sachen, da merkst du genau, es ist was im Busch, aber du kommst nicht drauf, was. Der lässt sich einfach nicht in die Karten gucken.

Verfassungsschutzmann 2: Gib mal ein Beispiel.

Verfassungsschutzmann 1: Also neulich, da sagt er – warte, ich hab mir das extra wörtlich aufgeschrieben – da sagt der also: „Lieber diese Ordnung als gar keine. So weit geht mein Anarchismus nicht.“ Das ist doch ganz klar ein Aufruf zum Umsturz, oder? Oder ist es das Gegenteil? Meint der das so? Stützt er jetzt die freiheitlich-demokratische Grundordnung? Muss ich das melden?

Verfassungsschutzmann 2: Woher soll ich das wissen? Ich kenne doch nicht mal den Zusammenhang. Und wer will das überhaupt wissen? Der ist doch ein Verfassungsfeind, oder? Dann ist es doch eigentlich egal, was er sagt. Und wenn du wissen willst, wie er das meint, warum fragst du ihn nicht?

Verfassungsschutzmann 1: Bist du verrückt? Ihn fragen? Meine Tarnung aufgeben?

Verfassungsschutzmann 2: Du musst ihn doch nicht direkt fragen. Frag ihn doch in einem Kommentar, anonym.

Verfassungsschutzmann 1: Ist mir zu heikel. Nachher dreht der mich um. Das machen diese Kommunisten doch, wenn man sich auf sie einlässt. Einen umdrehen. Das soll schlimmer sein als bei den Schwulen.

Verfassungsschutzmann 2: Na dann lass es halt.

Verfassungsschutzmann 1: Aber vielleicht ist das ja die Chance. Wenn ich ihn als Stütze der freiheitlich-demokratischen Grundordnung darstellen kann, ziehen sie mich vielleicht von dem Fall ab.

Verfassungsschutzmann 2: Gute Idee. Ein Kommunist mehr oder weniger – da draußen laufen mehr als genug rum. Versuch das mal!

Verfassungsschutzmann 1: Mann, du hast mir wahnsinnig geholfen. Danke! Du hast was gut bei mir.

Verfassungsschutzmann 2: Alles klar Mann, sind doch Kollegen!

 
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Wir sind erst vor acht Wochen hier gelandet. 300 Leute, die aus einem gut vorbereiteten Basiscamp mit allem nötigen Material eine ständige Siedlung auf dem roten Planeten einrichten sollten. Die Vorgabe war klar: Es wird nach Leistung bezahlt, jeder kriegt das, was er beiträgt, aus dem Fundus entgolten. Effizienz, Nützlichkeit, Arbeitsdauer werden berücksichtigt. Sobald der Fundus geleert ist, herrschen Marktgesetze. Man kann weiterhin reinhauen oder sich zurücknehmen, anderen eine Leistung abkaufen oder die inzwischen produzierten Waren erwerben.

Es ging unglaublich schnell. In den ersten beiden Wochen haben wir eine Arbeitsleistung hingelegt, die niemand für möglich gehalten hätte. Einige hatten damit gerechnet, dass wir ein halbes Jahr oder länger brauchen würden, aber alles stand. Wasserversorgung, Abschirmung, Lazarett, Kraftwerk, Gewächshäuser, Vorratshaltung. Sehr schnell hatte sich auch eine Spezialisierung ergeben. Die Meisten hatten ihre künftige Aufgabe gefunden, andere mussten sich den Stärkeren anschließen.

Marktwirtschaft funktioniert

Es erwies sich tatsächlich als wahr, dass marktwirtschaftliche Prinzipien allen anderen an Effizienz überlegen waren und uns zu Höchstleistungen antrieben. Dass es hier und da auch Nachteile gab, war eingepreist. Eine Ingenieurin, die auf dem Weg krank geworden war, konnte leider nichts am Fundus verdienen, aber sie hatte ja die Möglichkeit, sich nach ihrer Genesung als nützlich zu erweisen. Tatsächlich hatte sie sogar bald ihren Weg gefunden. Die Männer haben sie gern unterstützt, ohne ihr dafür zu viel abzuverlangen.

Es stellte sich weiterhin heraus, dass es eben wichtig war, wirtschaften zu können und die richtigen Prioritäten zu setzen, wenn es vorwärts gehen sollte. Manche haben das nicht erkannt oder konnten es nicht besser, sodass sie sich bald verschulden mussten. Da die Geldmenge durch den Fundus strikt begrenzt war, mussten sie ihr Geschäft verpfänden und im Zweifel ganz dem Gläubiger übertragen. Das alles entwickelte sich sehr schnell.

Lange Geschichte kurz erzählt: Ich war wohl mit Abstand der beste Ökonom der ganzen Siedlung und habe auch nicht versäumt, für meine Sicherheit zu sorgen. Schon bald hatte ich die meisten Geschäfte der anderen übernommen und sie zu günstigen Konditionen zurückvermietet. Solange sie im entsprechenden Maß ihre Arbeit als Gegenleistung anbieten konnten, ließ ich sie eben arbeiten. Instrumente, die zu formidablen Waffen taugten, hatte ich auch in meinen Besitz gebracht, als der erste grobe Unmut aufkam. Einige arbeiteten eine Zeitlang in meinem Sicherheitsdienst.

Konjunkturdelle

Es zeigte sich allerdings, dass die Schulden in der jeweiligen Höhe bald nicht mehr durch Arbeit abgetragen werden konnten. Ich entließ also fast alle Siedler aus dem Camp, nachdem sie mir ihr Eigentum übertragen hatten. Ihre Chance war jetzt da draußen, und wenn sie tüchtig waren, konnten sie sich eine noch größere Siedlung errichten. Als ihre Vorräte knapp wurden, musste ich meine rebellierenden Sicherheitsleute zu meinem Bedauern neutralisieren.

Nun, einige Vorräte gehen schon zur Neige, aber im Augenblick bin ich noch satt und zufrieden. Das Experiment war ein voller Erfolg und ich habe mich als der beste Führer erwiesen. Ich bin nicht so geschickt mit dem Wasser und den Gewächshäusern, aber das wird schon. Sicher werden bald einige von den anderen zurückkehren und mich um Jobs anbetteln. Ich bin darauf vorbereitet.

 
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Was ist eigentlich mit der Volksgesundheit? Man ist doch sehr überrascht, dass in einem gewissen Milieu keinerlei Sinn vorherrscht für das Wohlergehen der Nation und des deutschen Volkes, obwohl sich gerade unter denjenigen, die sich oft, gern und laut äußern, wiederum gerade solche finden, die dabei Volk und Nation im Munde führen.

Wollen sie wirklich nicht, dass Deutschland sich nach Kräften immunisiert gegen das Übel, das von auswärts droht? Gerade, wenn es doch von Kapitalisten, von Mächtigen und Herrschenden mutmaßlich erschaffen wurde, um weiter um- und auszuvolken? In der Tat, man wundert sich.

Held und Freiheitskämpfer

Dabei ist es nicht zuletzt einer der Ihren, den große Teile der Bewegung verehrten und verehren für seinen unermüdlichen Kampf um die Meinungsfreiheit, die ihm so schmählich genommen wurde, dass er durch den Verkauf seines Bestsellers wohl zum Millionär wurde. Es handelte sich dabei zweifelsfrei um exakt jene Unterdrückung, die ein staatlich verordnetes Schweigegebot stets in jammerndes Dauergeplapper verzaubert.

Aus diesem Opus magnum, das nach Angaben des Autors selbst auf Basis frei erfundener Zahlen und Fakten entstand, um die einzig wahre Wahrheit erst so pur und rein erstrahlen zu lassen, will ich einen Satz herausstellen, der wie ein Leuchtfeuer der Freiheit verdeutlicht, wes reinen Geistes Kinder sein Urheber und dessen Anhänger sind:

"So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen, bedingt durch die dort übliche Heirat zwischen Verwandten, eine erhebliche Rolle und sorgen für den überdurchschnittlich hohen Anteil an angeborenem Schwachsinn und anderen Erbkrankheiten." Für mehr davon siehe hier.

Und ihr?

Da hat sich jemand in der einsamen Kammer seiner Festungshaft kargen Zelle eines Oberstübchens mächtig Gedanken gemacht, wie man frei von Wissen, Anstand und Hemmungen wieder posaunt, was der gesunde Volkszorn denkt über die. Juden, Araber, Türken, das ganze Gesindel, vor dem man sich fürchten muss, weil es einem über ist oder eben den Volkstod qua Erbkrankheit einschleppt.

Ja, Freunde, dieser Freiheitsheld hat eben noch an ein Morgen gedacht, das Deutschland droht, und wie es abzuwenden wäre. Und ihr? Denkt nur an euch und die Unversehrtheit eurer Pfirsichhaut. Was seid ihr bloß für Kämpfer? Pfui Deibel!

 
Januar: Die nächste Welle hört auf den Namen "Omikron" und haut Ungeimpfte auf die Bretter, dass es raucht. Die Rundesbegierung erlässt ein Impfverbot für Ungeimpfte und löst damit heftige Tumulte in Südbayern, Baden und der Ostzone aus. Auf dem Impf-Schwarzmarkt wird alles aufgezogen, was dröhnt. Krankenhäuser gehen in Flammen auf. Erst als der Präsident ehemaliger Disco-Beauftragter im Schulterschluss mit Roland Pofalla die Welle für beendet und das Zeitalter des Sigma für angebrochen erklärt, ebben die Proteste ab.

Februar: Zum nationalen Ändere-Dein-Passwort-Tag werden die Post-its knapp. Zehntausende deutsche Beamte mit Gedächtnisschwäche legen Deutschland lahm. Chinesische und russische Hacker® verzweifeln, weil auf ihre Mails niemand mehr Zugangsdaten sendet. Der Rubel fällt ins Bodenlose. Vladimir Putin wird spontan abgewählt und durch einen nationalistischen Kryptokommunisten aus dem Kaukasus ersetzt, der zum Amtsantritt in die NATO-Russland-Grundakte scheißt.
Rosenmontag wird zum offiziellen Omega-Day ernannt. Menschen tanzen in den Straßen, in denen sich längst der Müll türmt. Kein Strom, kein fließendes Wasser. Endlich Freiheit! In London geht der 70. Krönungstag zu Ende. Die Queen gibt ihre Verlobung mit Tutanchamun bekannt.

März: Der amtliche Popcorn-Liebhaber-Tag sieht mich in der Gesellschaft komischer fremder Leute komische Sachen glotzen. Wo bin ich hier? Und warum haben diese Leute Antennen auf dem Kopf?
Frühlingsanfang beschert mir erste Probleme mit diesem Überdruck. Ich fresse rote Pillen wie doof, aber ohne Erfolg. Blutdrucksenker. Betablocker. Benzos. Kiffzeug. Nichts hilft. Verdammt, wie alt muss ich werden?

April: 110 Jahre nach der Jungfernfahrt der Titanic übernimmt "die Partei" die CDU. Friedrich Merz wird zur Fortführung seines Amtes auf Lebenszeit gezwungen und für unsinkbar erklärt. Die Pulle Schampus, die ihm zur Taufe an die Birne knallt, beendet jäh seine junge Karriere. Neue Verbrauchssteuern auf Fleisch, Alkohol, Milchprodukte und Spaß machen die Welt und das Klima besser.

Mai: Bei den traditionellen Maikrawallen in Berlin setzt die Polizei Pflastersteine und Molotowcocktails ein. Ein Sprecher der Autonomen dazu: "Leck mich am Arsch, Respekt!" Beim Eurochanson de la Vision Grand de Prix gewinnt nach tumultartigen Auszählungen Andrea Nahles. Günther Jauch wird Reichskulturminister. Stefan Raab zündet öffentlich Sebastian Pufpaff an. Die Tagesschau wird abgesetzt und durch "Gescheckte Fakten" abgelöst.

Juni: Zum 50. Jahrestag der Watergate-Affäre wird Julian Assange zu 40.000 Jahren Folterhaft verurteilt. Anjatanja Querbock kritisiert Russlands Entscheidung, den "gedungenen Hacker" Snowden nicht endlich auszuliefern. Zur Strafe müssen alle Kinder, die Vladimir heißen, ohne Essen ins Bett und es ergeht ein Importverbot von Krimsekt. Gazprom kauft Brau und Brunnen und flutet die Ukraine mit dreißig Millionen Hektolitern deutscher Plörre.

Juli: 44° im Keller. Ich lasse mir von einem Escortservice Trockeneis liefern. Lecker, vor allem das mit Vanillegeschmack. Angesichts der Temperaturen zeigt das Volk großes Verständnis für die Erhöhung der Steuern auf Fleisch, Alkohol, Milchprodukte und Spaß. Fraktion und Parteispitze der Grünen fordern überdies zur Verbesserung ein allgemeines Bekenntnis zu Gott und Kirche.

August: Anlässlich des 60. Jubiläums des Mauerbaus wird die "Linke" verboten. Joachim Gauck hält eine viel beachtete Rede über die anstehende Friedensmission der NATO in Russland. Es ist heiß. Kurze Höschen und so. Mehr Pillen. Immer noch keine Wirkung. Zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wird eine Steuer auf kaltes Wasser erhoben.

September: Feynsinn wird 17 und widmet sich neuer Themen: Frauen mit beschädigter oder fehlender Kleidung, die Hitlers, Anlagetipps für Insider:-*_innen. "Flatter" wird Nachfolger von Claas Klebrig.
Der Papst kommt nach Sachsen und wird von gemäßigten Migrationskritikern mit Mistgabeln angegriffen. Großer Exklusivbericht bei Feynsinn. Innenminister Wöller zeigt Verständnis für die Demonstranten und betont, nicht jeder habe Verständnis für die Umzüge von Transpersonen aus anderen Kontinenten.

Oktober: Zum 70. Jahrestag der Unterzeichnung des Betriebsverfassungsgesetzes erklärt der Kanzler der Arbeiterklasse, Olaf Scholz, die Mission für erfüllt und löst die Gewerkschaften sowie alle Betriebsräte auf. Die Rentenbeiträge der Arbeitgeber® werden auf null gesenkt. "Wir haben mehr für den Standort Deutschland erreicht als je irgendwer zuvor", erklären unisono Scholz, Lindner und Borbeck.

November: Ein Anschlag auf Deutschland an einem geheim gehaltenen Ort wird auf frischer Tat vereitelt. Am Tatort findet man den Ausweis des mutmaßlichen Täters, seine Geburtsurkunde, Kreditkarten, zwei Mobiltelefone, den Impfpass, eine Speichelprobe, seinen Briefkasten mit der Korrespondenz des vergangenen Jahres, Kontoauszüge und ein zehnbändiges Tagebuch. Bundeskanzler Scholz betont die Gefährlichkeit von Islamismus und Linksextremismus.

Dezember: Der Aufschwung darf nicht gefährdet werden: Weihnachten wird ausgesetzt und soll in einem der kommenden Jahre an einem Wochenende nachgeholt werden. "Das hat uns letztes Jahr auch nicht geschadet", so Karl Lauterbach, der immer vorgeschickt wird, wenn ein komischer Typ unangenehmes Zeugs verkünden muss. Am Silvesterabend beendet eine weltweite Zombieapokalypse den ganzen Scheiß und es wird endlich mal wieder ordentlich gefeiert. Selbst Deutsche tanzen sich an und haben Sex. Es ist das Ende der Welt.

 
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Haaland, Haaland und immer wieder Haaland. Dagegen ist die Impfpflicht ein laues Lüftchen mit konstruiert erscheinendem Zentrum. "Pfpf", pff, da will die Regierung uns doch wieder mal und ist mit dem Gates im Bunde. Wisst ihr übrigens, was in über 90% der Booster steckt? Richtig, Kerosin. Kerosin! Schmeckt eigentlich gar nicht so schlecht. Ein Geheimtip (jetzt auch "-tipp", wegen der Tippgemeinschaft) zu Weihnachten!

Das Jahr kurz zusammengefasst: Bis zum Erbrechen Lanz und Lauterbach. Für Letzteren noch eine (also Lanze jetzt, wegen Lanze brechen, ne? Wortwitz, ey, voll der!): Also ich muss, man muss, da kann es keine zwei Meinungen mehr geben, auch, damit die nicht wieder drei Fakten aufheben, Lauterbach zugute halten, was ich just las: Er äußere starken Zweifel daran, "dass wir den Karneval durchführen können".

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Dafür die doppelte Punktzahl, weil erstens – bang – mitten rein in die Visage der Pappnasen und Narrenkappen, das ist immer groß und gerecht. Aber besser noch: "den Karneval durchführen". So genau ist das nämlich. Da werden Lustischkeit, Besoffenheit und Sichöffentlichekliganderfigurrumfummeln exekutiert. Hiermit führe ich ein Helau aus und presse Ihnen meine Spucke ins Gesicht, schöne unbekannte Kostümierte. Und Tusch. Nein, das ist nicht intolerant, das ist deskriptiv.

Ein Helauverbot ist daher schon aus Ästhetischer Notwehr (die nach meiner drölften Petition noch immer nicht ins Strafgesetzbuch aufgenommen wurde) unerlässlich. Zumindest sollten alle Betroffenen sich nur auf abgeschirmten und streng bewachten Arealen zum gemeinsamen Schunkeln, Komasaufen und Zotendreschen einfinden dürfen, unter der Bedingung, dass sie auf jedwede medizinische Behandlung für die Dauer von sechs Wochen verzichten. Da kann man die anderen Sprallos gleich mitverklappen.

Günstige Handytarife, Preisvergleich und Böllerverbot sowie Reisen zu Silvester sollen ja auch Themen sein, die als Last-Minute-Weihnachtsgeschenke jetzt frei Haus geliefert werden. Das verstehst du nicht, du Noob? Dieser Text ist strikt suchmaschinenoptimierter Dumlall; ich will hier schließlich ein paar Mark verdienen. Auch bei Trüffeln und Schampus schlägt die Inflation nämlich erbarmungslos zu. Also: Frohe Dings, äh … das mit dem Erlöser, ihr wisst schon.

 
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Konfusius aber sprach: „Gern wäre ich ein schwuler Fußballprofi und ginge mit gutem Beispiel voran. Leider kann ich mich nur als Killerspieler outen, der sogar an der Organisation mehrerer Killerspielertreffen beteiligt war. Dürfte demnächst der Gründung einer kriminellen Vereinigung gleichkommen. Dann kann ich wenigstens mit einer Selbstanzeige etwas für den Weltfrieden tun. So ein paar Millionen Selbstanzeigen wären doch ein Riesenspaß!

Komisch, diese brandaktuellen Brandthemen brennen immer ein paar Wochen, sind eine Zeitlang unbedingt und unverzüglich von maßgeblichster Wichtigkeit, erklären endlich und gültig, warum die Welt so böse und schlecht ist und gegen wen man jetzt nur noch Härterestrafen® verhängen muss, um alles wieder ins Lot zu bringen. Dann verschwinden sie in demselben kognitiven Vakuum, dem sie entrannen, um eines Tages wieder wie neu aufzutauchen. Ganz große Physik!

Schwarze Sau durchs Dorf getrieben

Apropos Fußball und Wokeness: Hatte ich es nicht gesagt? Muss ich mich schon wieder wiederholen und den Mittelschichtsschwachmaten das Ohrläppchen abreißen wie einst der sadistische Pfarrer den Schülern in einem Hunsrückdorf? Jeder kleine Troll, zumal solche mit rechtsextremem Geschmack, hat also die Macht, ein Spiel einer Profiliga abbrechen zu lassen, indem er blödes Zeug brüllt. Glückwunsch! Ist "Hängt sie auf, die schwarze Sau" eigentlich auch rassistisch? Und was ist mit der Stadionwurst? Die muss doch vegan!

Vor ziemlich genau 15 Jahren wurde übrigens "Gutmenschen" zum Unwort des Jahres gekürt (wir berichteten). Heute wäre das nicht mehr möglich. Es hieße Gutmensch:_*innen. Wokeness ist nämlich von der linken Flanke identitärer Sprallos in die Mitte des Geschwurbels gewuchert wie zuvor schon der Neoliberalismus, dessen Spaltpilz das gut findet (like!). Kritik an dem Gehabe lässt die Korrektheit der Korrekten gar nicht mehr aufkommen, weil nämlich Mehrheitsmeinungen undemokratisch sind, sofern sie als moralisch falsch zu gelten haben. Gott will das so.

 
Meine sozialen Kontakte gehen zulasten
                  meiner Arbeitskraft.

 
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Heiße Schlampen (bis 41°) geben es dir atemlos. Keine Tabus! Koks, H und Meth, Sagrotan und Essigsäure inklusive – und selbstverständlich ohne. Alle Nummern: Shirley Temple, Mutter Theresa und Teams mit Active Directory. Hol dir die ganze Freiheit zu unschlagbaren Preisen! #ewigeverdammnis

Ein Meister

Neulich so an einem Küchentisch:

Aber der Kurti ist doch Schalker.

Ja, aber der ist Bayern-Fan.

Hatte der als Kind nen Unfall?

Frühgeburt.

Verstehe. Arme Sau.

Die geheimen Tricks der Ärzte

Und hier das Neueste von den zwölf Aposteln der Komikerkirche Satans:

Es gibt einen ganz einfachen Test wie ihr rauss kriegt, ob ihr es mit einer Wissenschaftshure zu tun habt. Fragt mal wieviel eins und eins mal zwei ist. Jeder normal denkende Mensch weiss: Eins und eins ist zwei. Zwei mal zwei ist vier. Fertig. Die Wissenschaftshuren wollen euch weiss machen das ist drei. Fallt nicht auf die Porpaganda rein!!1!

Ja, schlagt sie mit ihren eigenen Kitteln! Erfahrt hier von den heißesten Tipps und miesesten Tricks der Branche! Deckt sie alle auf! Verbreitet sie! Erfahrt hier, welche drei Wissenschaftler nicht korrumpiert sind (alle anderen wurden gekauft)! Lest Imperative und befolgt sie gefälligst, denn das ist Freiheit!!!11! Jetzt im Angebot: Goldgeist, der Liter für nur neunundneunzig neunundneunzig. Geht oral, rektal und neunundsechzig. Lecker!

Highway to Hell

Und wo wir eh gerade bei Mythologie sind: In den letzten Wochen und Monaten kam es zu zehntausenden Fällen unbeabsichtigter Verurteilungen zu ewiger Verdammnis. Die wahrlich wirklich Mächtigen fühlten sich überfordert und zunehmend beleidigt von der schweren Selektion angesichts immer bescheuerterer Sünden, die noch durch die behämmerten Ausreden getoppt wurden. Daher hatten sie sich von der Einführung eines automatisierten Verfahrens Erleichterung versprochen.

Die eingesetzte Software erwies sich allerdings als grobe Fehlinvestition, und schon nach wenigen Wochen haben hessisch-sächsische Hacker mithilfe einer kriminellen Energie und Phishing den Salat angerichtet. Da kann man nichts machen. Selbst Saataaan hat sich nachdrücklich gegen ein Reboot der Hölle ausgesprochen; aus Datenschutzgründen sei das auch gar nicht möglich. Und jetzt zum Wetter.

 
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Feynsinn erfindet sich jeden Tag neu, um hot und fresh zu bleiben. Immer am Puls der Zeit, echter Qualitätsnetzialismus eben. In diesem Behufe heute ein schon seit Jahrzehnten erwartetes Novum: Foodbloggery. Inspiriert durch die arschlangweiligsten Texte aus der Nachbarschaft, bebildert mit den ödesten Motiven aus der zittrigen Hand geringsttalentierter halbblinder Banausen ohne jeden Anflug eines Sinns für Ästhetik, schlägt das Imperium nunmehr zurück.

Die hiesige Küche ist in der Tat "deftig", allerdings messen wir das hier nicht in Kalorien, sondern in Scoville. Je mehr, desto mehr. Es braucht auch sonst nichts. Man kann dazu Fleisch, wenn es muss, es sei denn, man ist Vegetaner. Verschiedene Sorten oder nur eine, Hirsch, Rind, Sau oder Maus, alles geht. Oder auch Gemüse. Wie heißen noch diese hässlichen lila Dinger, die immer bitter werden, wenn man sie brät? Oder diese grünen, die ruckzuck den halben Garten einnehmen und nach gar nichts schmecken? Damit kein Problem.

Sexy-Mini-Super-Flower-Pop-Op

Selbst Kindermistfraß wie Kartoffelpampe mit Möhr-chen. Möhr-chen, eine Beleidigung jedes Gaumens, der sich nicht wehren kann, wo die Zunge immerhin einen Teil ihrer selbst in Sicherheit wegducken kann. Sogar die gehen damit. Bei der Gelegenheit: Möhren frisst man gerieben oder gebraten, alles andere ist Kompost.

Fleisch, Gemüse und Getreide, alles, was ein Hund braucht. Reis, Kartoffeln, Nudeln, mit oder ohne Gluten, meinetwegen auch Buchweizen – lecker! Selbst Salat, sogar das Zeug, das nun absolut gar keine Nährstoffe enthält und immer die falsche Richtung nehmen will bei der Suche nach einem Magenausgang, diese Bio-Dildos aus Wasser und Chlorophyll. Geht!

Außerdem Schokolade, Marmelade, Kuchen, Zwiebeln, Tapetenreste oder Fußnägel. Selbstverständlich auch pur oder auf Eis. Eine Reisewarnung ergeht bezüglich Perestaltik zwar immer und uneingeschränkt bei Rosenkohl, aber selbst der kann in geringer Dosierung (1 Rose/500 ml) mithilfe des Produkts möglicherweise unfallfrei dem Verdauungstrakt zugeführt werden; diese Angaben wie immer ohne Gewähr. Am besten aber ist und schmeckt zweifellos viel und pur.

Guten Appetit!

 
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Ich sitze in meiner Muschel und lutsche an einem Bleistift, während ich ein Embo Juckstein bearbeite. Das ist ein Gehirnding, bei dem es darum geht, unverständliche Beschreibungen mit Anspielungen auf Dinge, von denen noch nie wer gehört hat, mit Hinweisen auf Ähnliche, die noch gar nicht da sind, wo man sie bräuchte, um es in die Lösung einzubeziehen, ähm … zu verkreuzworten.

Der Bleistift schmeckt kein Stück und ich frage mich, warum ich mir nicht etwas anderes zu essen mache oder wenigstens Schippse in mich hineinstopfe, wo ich doch ohnehin gerade, weil Winter, wieder binnen vier Wochen so fett werde, dass ich sechs Monate brauchen werde, um das wieder loszuwerden.

Da kommt mein Nachbar unter meine Brause und echauffiert sich. Das macht er immer. Meistens gebe ich ihm recht, eigentlich immer, weil er es hat oder ich meine Ruhe will. Heute rantet er, er habe an die Gedenksteine gepisst; überhaupt gehe ihm das auf den Sack mit diesen Juden und das ewige Holocaustgedenken sei ein Hohn auf die Verfolgten des Impfregimes.

Klar sehen

Ich gebe ihm recht und frage mich im Auftrag, was ein hirtengottgegebenes Muffensausen sei. Fünf Buchstaben. Herr Wichsmann pöbelt aus der Brause etwas von Terror und Panikmache. Ich danke ihm. Musst du erst mal drauf kommen. Der Nachbar trieft mir noch die Fußmatte voll und wird auf der Straße wegen Erregung verhaftet.

Im Fernseher läuft irgendwas mit Krimi und Schießen. Es ist wohl Fußball. Ich kenne mich da nicht so aus. Irgendwer schwingt sich durch die Luft und fällt ins Wasser. Dann kommt ein Typ und sagt, er sei gut versichert, woraufhin seine Familie in einer hässlichen fetten Karre zu Sphärenklängen durch eine menschenleere Waldlandschaft fährt. Irgendwas mit öko. Dabei ist die Glotze gar nicht an.

Ich will gerade meine Pillen nehmen, da fällt mir ein, dass das die falschen sind. Oder sind es die richtigen? Ich muss morgen mal bei Youtube gucken, ob die auch bei Gehürn gut sind. Mein Hund schleicht an mir vorbei und frisst sie mir weg, nachdem er schon die Schippse weggeatmet hat. Kannst du nichts machen. Ich finde noch einen angenuckelten Joint und rauche den Rest. Im Frierer ist noch etwas Wodka. Ich brauche endlich einen klaren Kopf.

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