2024


 
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Sanft umhüllt dich weicher Schaum wie ein wunderbarer Traum – ARD.

 
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Eine Studie hat herausgefunden, dass Denken dumm macht. Das Überreizen des Gehirns durch Anstrengung führt zu Müdigkeit, Alzheimer und Aggressionen. Empfohlen wird daher, sich auf Experten zu verlassen, die einem die Mühsal ersparen und sich ohnehin besser auskennen.

Das geht zwar nicht immer gut, wie etwa im Fall Florence Gaub, die in Talkshows expertierte, der Russe sei halt kein Europäer, sondern eher ein todesgeiler Barbar (sicher hatte sie das aus dem Dokumentarfilm "Highlander"), aber die Alternativen – Demenz und Schlaganfall – sind ja auch nicht schön.

Ein Fach für jedes Gebiet

Überdies haben wir die Einordner des Journalismus, die uns längst schon wieder in den Überschriften erklären, wieso weshalb warum und was wir jetzt alle tun müssen. Wer ein Verschwörungstheoretiker ist, ein Diktaturist, Regimehaber oder Newsfaker. Was die sagen, ist alles falsch, gelogen und des Teufels. Glaube ihnen nichts! Hör auf uns, glaube uns, vertraue uns!

Es kann auch ganz schön schiefgehen, wenn man nicht weiß, was die Einordner wissen. Zum Beispiel, dass da ein Hitler ist (Expertise von der Relotiusspitze). Selbst der Präsident! Der U! S! A! sagt, der ist ein "Metzger". Der wird deshalb von Antihitlers bekämpft, die ihre Truppen zum Schein nach SS-Brigaden benennen, Nazisymbole tragen und einen SS-Massenmörder verehren.

Also auch wenn das Feindvolk jetzt gar nicht durchweg rassisch minderwertig, grausam, brutal, mörderisch und geil auf foltern ist, können sie ja trotzdem einen Hitler haben, der grausam, brutal, mörderisch und geil auf foltern ist. Für das mit der Rasse müssen wir noch eine Studie abwarten, die das klärt.

Was wir später nicht mehr wissen

Die Einordner vom Tagesschaum sagen, der will, dass man sehen kann, wie er gefoltert hat. Also die Selbstmordattentäter, die sie auf der Flucht in die Demokratie verhaftet haben, die hat er gefoltert, damit sie sich verplappern. Ach nee, damit man das sieht.

Dabei wussten die Experten aus der Ferne schon fünf Minuten nach der Tat, wer es war und wer nicht. So ein Massaker ist ja auch keine Sabotage und ein Konzertsaal keine Pipeline. Bei der konnte man auch nur ganz am Anfang wissen, wer es war und wer nicht, Monate und Jahre später nicht mehr. Klingt komisch? Ist aber so. Das müssen wir auch nicht verstehen, dafür gibt es ja die Experten. Gott sei Dank.

 
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Massenproteste vertreiben kapitalistische Heuschrecken. Wann und wo mag das passiert sein? Quasi hier und jetzt. Doch, das geht, nämlich da, wo sie noch zusammenfinden. Die Atomisierung der Gesellschaft hat dagegen im Alltag genau so fatale Folgen wie die Verdichtung einer bestimmten sozialen Gruppe als Manager der Macht.

Ausgerechnet exakt jene Mitte der Mitte der Mitte, die in Politik und Medien völlig überrepräsentiert ist, hat sich von ihren Verbänden auf die Straße schicken lassen 'gegen Rechts'. Dies folgt nur mehr Reflexen, Freund-Feind-Schemata und ist eine weitere Machtdemonstration dieser Mischpoke. Dabei sind diejenigen, gegen die sie sich da demonstrieren, kein Stück faschistischer als sie selbst. Aber um das zu klären, bedürfte es einer Theorie, die von ihnen keiner mehr hat.

Dass eine Masse zumindest Teil einer Revolution war, gab es zuletzt in Ägypten, wo die Ultras diverser Fußballklubs ihr Scherflein zum Sturz von Hosni Mubarak beitrugen. Es gibt kaum mehr Gewerkschaften und schon gar keine Parteien, schon überhaupt nicht in Deutschland, die nicht 200% staatstragend wären. Es gehört sich auch nicht, sich mit dem Kapital anzulegen, mit den Investoren und Leistungsträgern. Das tut man nicht.

Ultras

Die große Mehrheit derer, die andere Werte pflegen, denen der Dreck unter den Fingernägeln eher Ehre als Schande ist, die am Ende des Geldes noch viel Monat übrig haben oder sonstwie einfach anders sind, findet nicht statt. Sie wird entweder nicht repräsentiert oder gleich als Freaks bloßgestellt. Selbst in den Betrieben, den Gewerkschaften und ehemaligen Arbeiterparteien gelten sie als Verlierer, wo nicht als Schmarotzer.

Je weniger gebildet die mit den Abschlüssen sind, desto weniger erkennen sie diese Wirklichkeit, igeln sich immer weiter ein, halten die einen draußen und die anderen oben. Wie soll sich da noch irgendeine Masse finden, die ihre Interessen zusammen artikulieren und durchsetzen kann? Nun, es gibt Zufälle, da funktioniert das noch.

Und schon wieder kommen die Fußballfans daher – eine wirtschaftlich unverzichtbare Gruppe, die Woche für Woche solche Massenaufläufe hinbringt, dass man sich mit ihnen besser nicht anlegt. Ein Ärgernis; denn man kann sie als Gesamtheit nicht zu Extremisten erklären oder zerschlagen, denn das wäre das Ende eines Milliardengeschäfts.

Geht doch

Ausgerechnet die haben jüngst die Heuschrecken des Kapitals verjagt, und zwar mithilfe von Tennisbällen. Die Milliarden, die in der Deutschen Fußballliga gemacht werden, haben 'Investoren' auf den Plan gerufen, die einen Vorschuss auf Fernsehrechte zahlen wollten, um sich das mit einem schönen Zins wiederzuholen – als ob das irgendwem irgendwie nützt! Dennoch wollten viele Klubs das schnelle Geld. Allein: Die Fans waren dagegen, auch diese Hanseln noch am großen Geschäft zu beteiligen, das sie letztlich finanzieren.

Also flogen in jeder Partie immer wieder Tennisbälle aufs Spielfeld, wurden Banner aufgehängt und Gesänge angestimmt, bis sich der Pöbel in Nadelstreifen angewidert zurückzog. Ja, vermutlich werden sie um eine andere Ecke wiederkommen, aber bis dahin war es schön wie ein Bahnstreik.

Jetzt kann man warten, bis solches Verhalten auch kriminalisiert wird, man aus Gründen der Sicherheit und Ordnung Fanorganisationen zerschlägt und die Sitzheizungen für die Parasiten aus Steuergeldern finanziert. Vielleicht kann man aber daraus auch etwas anderes lernen.

 
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Die Kriegsbefürworter wiederholen in Endlosschleife widerlegte oder unsinnige Gründe, die sie nicht nur vorschieben, sondern für die sie unbedingt Zustimmung einfordern. Wer diesem Quatsch widerspricht, so die einhellige Strategie, sei auf der Seite des Feindes, Putin.

Das Haupt-Pseudoargument dabei ist nicht falsifizierbar. Eine nicht falsifizierbare These als vorgeblicher Kriegsgrund, das ist ein nicht mehr zu überbietender Skandal. Sollten nicht Kriegsgründe so eingehend wie nur denkbar geprüft werden? Stattdessen ein ausgemachter Unfug: "Putin" (der stets als handelndes Subjekt anstelle Russlands phantasiert wird) wolle nicht nur die Ukraine, sondern danach ganz Europa erobern.

Diese reine Unterstellung – Putin oder andere verantwortliche in der russischen Führung haben stets das Gegenteil beteuert – ist nicht nur eben nicht falsifizierbar, sie ist auch ohne jeden Beleg. Obendrein kommt dasselbe Narrativ mit der Behauptung daher, Russland habe sich in zwei Jahren als unfähig erweisen, jedwede Geländegewinne zu erzielen. Nach welcher Logik soll es dann aber fähig sein, sich binnen Kurzem durch Europa zu fräsen?

Bis die Grotte bebt

Die zweite tragende Säule der Propaganda ist das Mantra des unprovozierten Angriffskriegs. Diejenigen, die von Anfang an mit Recht das Gegenteil behauptet haben, werden bis heute als Putintrolle diffamiert. Eines unserer Kernargumente war der Hinweis auf Minsk II und die permanenten Verstöße der Ukraine gegen diesen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag.

Obwohl inzwischen Merkel und Hollande unisono beteuert haben, dass ihr Völkerrechtsbruch von Anfang geplant war, und zwar ausdrücklich in der Absicht, diesen Krieg vorzubereiten, schwafeln dieselben Protagonisten nach wie vor vom unprovozierten Überfall. Was soll das? Was soll das sein außer dümmster, entlarvender Kriegspropaganda?

Weitere Details, die allesamt aus Spinnereien auf Kindergartenniveau bestehen, Projektionen mit dem Charme von Groschenromanen, kann man sich sparen. Der Feind ist künstlerisch längst verewigt in Splattermovies und Horrorporn. Das glaubt niemand, nicht einmal die Mischpoke, die das selber predigt. Aber je mehr sie am eigenen Glauben zweifeln, desto lauter beten und predigen sie. Jemand meinte neulich zu mir: "Die können doch nicht alle lügen!" Nein, können sie nicht?

 
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Ich war neulich einkaufen. Ich mache das selten und mag es auch nicht, weil es für jemanden wie mich extrem kompliziert ist. Vor allem die Anreise stinkt mir. Mein CO2-neutrales Kreuzfahrtschiff, mit dem ich alle wichtigen Termine erledige, passt eigentlich nicht durch die Ruhr. Ich muss also eines der immerhin recht häufig vorkommenden Hochwasser abwarten, bis ich mich auf dem Weg machen kann.

Die automatischen Bagger am Bug, Steuer- und Backbord sorgen dafür, dass wir nicht stecken bleiben. Bei der Rückfahrt, die wir rückwärts erledigen müssen, kommt am Bug, der dann ja quasi achtern ist, eine Betonpumpe zum Einsatz, um die ausgebaggerte Rinne zu verfüllen.

Linksextreme Propagandalügen

Damit komme ich aber trotzdem nur bis 500 Meter an meine Filiale heran. Den Rest muss ich mit dem Mi-26 Hybrid zurücklegen. Der tankt Benzin, fliegt aber elektrisch, gilt mithin also ebenfalls als umweltfreundlich. Diese Ausrüstung erlaubt es mir nicht nur, einen Vorrat für mehrere Monate einzukaufen, sondern auch, die stinkenden alten Kleinwagen adäquat zu behandeln, die den Parkplatz verschandeln. Sie werden umweltgerecht geschreddert und in den Beton gemischt.

Ich lebe seit vielen Jahren CO2-negativ, baue also mehr ab, als ich erzeuge. Ich gebe zudem den Afrikanern die Möglichkeit, ihre Landschaften aufzuforsten, statte sie mit den nötigen Pflanzensamen, Wasserrechten und Geld aus, um im Sahel einen Regenwald hochzuziehen. Wenn sie das dann nicht machen, kann ich ja nichts dafür. Vor Ort lasse ich Müllhalden und Schrottplätze begrünen. Wenn das jeder macht, geht es der Umwelt wieder bestens.

Deshalb ist es auch skandalös, wie ich bereits auf der Empörungsplattform X, früher Krawalldienst Twitter, habe verbreiten lassen, wenn behauptet wird, wir Besserverdiener lebten weniger umweltfreundlich. Ein unerhörter Vorgang; das Gegenteil habe ich eben bewiesen. Das Argument ist ja schon allein deshalb blöde, weil wir viel weniger sind. Das weiß doch jedes Kind.

 
Man merkt gleich, dass man es hier mit zwei Habenichtsen zu tun hat. Leute, die es zu nichts gebracht haben, kippen ihren Sozialneid über die Freien ab, die sich etwas verdient haben. Es klingt alles so, als sei Miete nicht etwas ganz Normales, ohne dass die Hälfte des Volkes auf der Straße säße, sondern irgendwie eine Anmaßung.

Bitte hier entlang!

Viel Spaß!

 
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Abb.: Russ Pooteen segnet die Truppen.

Wenn Charlie, die Commies, der Vietkong den Krieg gewinnt, haben sie gesagt, wird er halb Asien überrollen. Das muss unbedingt verhindert werden. Mit allen Mitteln. Agent Orange, Phosphor, Napalm. Die Blutspur bis Kambodscha wurde damals ein letztes Mal von Kameras eingefangen, aufgezeichnet und aktuell veröffentlicht. Noch während des Krieges wurde klar: Eine einzige Lüge, ein einziges Massaker.

Die CIA-Anschläge lassen wir hier weg, auch einige Dutzend Scharmützel der Armeen des Wertewestens. Hier nur die Meilensteine, der nächste wäre Kuwait. Vor Vietnam hatten sie gelogen, aber diesmal musste es die Wahrheit sein: Irakische Barbaren reißen Babies aus den Brutkästen und zerschmettern sie auf dem Boden. Nach dem Krieg erwies sich das als professionelle PR-Produktion. Die Krankenschwester war die Nichte des Emirs.

Überall Hitlers

In Serbien musste ein Auschwitz verhindert werden. Hitler und Auschwitz markieren den jeweiligen Feind. Interventionsgrund für den Wertewesten einschließlich Bundeswehr: das Massaker von Rugowa. Vor Vietnam und Kuwait hatten sie gelogen, aber das waren ja die Amis. Dies war Europa. Nach wochenlanger Bombardierung serbischer Städte stellte man fest: Es gab kein Massaker. Nach einer Schießerei waren den Opfern die Waffen abgenommen und die Toten für die Aufnahmen drapiert worden.

Vor dem zweiten Irak-Krieg kam der US-MOD persönlich vor die UNO und 'bewies': Der Irak hat Massenvernichtungswaffen und will Millionen Menschen töten. Okay, so weit geht ja niemand, dass er offiziell die UNO anlügt. Nein? Doch. Das Ganze war von vorn bis hinten erfunden.

Vor Afghanistan haben sie gesagt, die dortigen Taliban unterstützen den Terror auf der ganzen Welt. Wenn wir sie nicht stoppen, ist niemand mehr sicher. Überall werden Horden von Muslimen Zivilisten abschlachten. Okay, vor Vietnam, Kuwait, Jugoslawien und Irak hatten sie gelogen, aber diesmal gab es schließlich Nine-Eleven. Nach zwanzig Jahren Bomben, Granaten, Raketen auf Zivilisten und auf Leichen Pissen heißt es schließlich: Wir sind dann mal weg. Die Taliban sind stärker als je zuvor. Von ihrem Weltterror keine Spur.

Der Teufel kommt uns holen

Syrien, so ließ der Wertewesten wissen, setze Giftgas ein. Okay, vor Vietnam, Kuwait, Jugoslawien, Irak und Afghanistan hatten sie gelogen. Aber diesmal sind es 'neutrale' wie Weißhelme und OPCW, die das bestätigen. Das kann ja nicht gelogen sein. Stellt sich raus: Das Ganze wurde verfälscht, Syrien hatte nachweislich kein Giftgas – im Gegensatz zum IS. Über die Neutralität der "Weißhelme" kann sich jeder selbst informieren.

Vor dem Eintritt in den Ukraine-Krieg war völlig klar, dass es nur einen Grund geben kann: Putin will die Weltherrschaft. Es gibt keinen anderen Anlass. Der 'Diktator' muss gestoppt werden, sonst wird er die halbe Welt überrollen. Okay, vor Vietnam, Kuwait, Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Syrien hatten sie gelogen. Keine dieser Lügen war nur annähernd so dreist oder verbat sich von vornherein jede Gegenmeinung. Aber diesmal sagen sie die Wahrheit. Ganz sicher. Bestimmt!

 

Du bist zu blöd, aus dem Bus zu glotzen,
und dein Chef weiß das?

Sag einfach, die Russen hätten die Fenster gehackt!

 
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Ab und an muss ich noch dort hineinschauen. Man kann sich das kaum vorstellen, selbst die Älteren wollen sich nicht mehr erinnern, dass man dafür einmal Geld ausgegeben hat und es informativ fand, das Sturmgeschütz der Demokratie. Der Landser- und Patriotendemokratie zum Mitmarschieren. Humba! Täterä!

Neben dem üblichen Lifestylemist, Erziehungstips für Mittelschichtseltern, einmal ins "Gym" und schon schöner, schneller, gesünder, oder wie man das Glück® trotz Krise findet, bla, erfahren wir von der müdesten Propagandawerft an der ganzen Küste das Älteste im kältesten Aufguss, das Dümmste als Infotainment für Schlauerfühler. Der Hammer heute: Sie haben den "Hacker des Bösen" geschnappt. Es war einmal ein böser böser Wolf …

Ganz vorn aber, auf den ersten fünf Plätzen, landen, damit wir sie nicht vergessen, Putin, Putin, Putinland und Russland. Ernsthaft werden wir in der Welt der Spiegelredaktion vom jüdisch-bolschwestischen Bösen aus dem Raum im Osten "abgehört und unterwandert"! Von den Russen, sicher, ihrer CIA, NSA, DHS, wissens schon, mit diesem Prism, Tempore, XKeyscore, total und rundum über DNS und Atlantikleitung bis hin zu den ganzen Klubs, Blasen und Basen, die sie hier unterhalten.

Kim ante portas

Diese Russen! Wenn sie so weitermachen, laufen sie den Nordkoreanern noch den Rang ab. Derweil das Duell des Tages: der Kanzler gegen den Papst. Ganz ganz wichtige Männer, die die Weltläufte unterschiedlich einordnen. Das gehört eingeordnet. Ist der Papst etwa auch unterwandert? Nein! Doch!

Ein Gastautor darf schwadronieren über Putins Putinrussland und dass es an der Front nur "im Vorteil" sei derzeit. Das bisschen Überlegenheit bei Luftabwehr, Artillerie, Munition, Bewaffnung, Luftunterstützung, Truppenstärke, Nachschub, Produktion, Strategie und Logistik darf man aber nicht überbewerten. Die bessere Moral ist nämlich das, was zählt. Und die Moral natürlich.

Knallhart recherchiert außerdem: Es gibt ein schlechtes Foto von irgendeiner blaublütigen Uschi, Probleme kranker Piloten und CO2-Reduktion in Ihrem Landkreis. Voll am Puls der Zeit, am Maul des Volkes, mittendrin im Zentrum der Mitte statt nur schnöde Mitte oder Mittelschichtsrandlage. Zwei Fragen hätte ich da allerdings noch: Woher kommt eigentlich diese Krise des Journalismus und wie konnte es damals® eigentlich dazu® kommen?

 
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Der Chefredakteur rückt ins Meeting vor, reckt die Faust und bellt: "Ave Relotius!" Vielstimmig erfolgt das Echo. Chef fährt fort: "Wir wollen, dass der Leser sich gut fühlt. Wir wollen, dass der Leser sich bestätigt fühlt. Wir wollen, dass der Leser weiß, was ihn erwartet und dass seine Erwartung nicht enttäuscht wird." Vielstimmige Antwort: "Yes, Chef!"

Jemand sagte mir neulich, es gebe Dinge, die er nicht vergisst. Ach was. Trotz unseres vorgerückten Alters? Nein, er hat ja Recht. Auch konkret. Was Sascha Lobo uns ins Gesicht gespuckt hat, bleibt unvergessen. Hier kommt tonnenschwer zum Tragen, dass die Hetzer, die Offiziellen, die Mittelschichtsmischpoke, die Extremisten des inneren Zentrums, keine Kriterien für gar nichts haben.

Hätten sie solche, müssten sie sich vor Scham in den Staub werfen, oder wie kann das Wort vom Lumpenpazifisten etwas anderes sein als Hass, Hetze und die unterste Schublade aggressiver Kriegspropaganda? Hängt irgendwo in der Nähe der Relotius, Verzeihung, Ericusspitze noch ein Spiegel? Werden dort die Straßen bei Regen mit dem Handtuch getrocknet, damit sie ihre Gesichter nicht mehr sehen müssen?

Unvergessen

Und was ist eigentlich legal und legitim im Umgang mit solchen Typen? Darf man sie "blöde Wichser" nennen oder ist die darin implizierte, eher harmlose Unterstellung schlimmer? Ist es hilfreich sie aufzufordern, gefälligst an die Front zu gehen und sich in Stücke schießen zu lassen, immer und immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass die Hetzer selbst nie zum Sterben losgeschickt werden?

Wäre es nicht wenigstens als erzieherische Maßnahme richtig und angemessen, zumal das auch psychohygienisch guttäte, ihnen mit einem trockenen Schlag in die Visage ein Jota der Schmerzen zuzufügen, die die verstümmelten Erfolge ihrer Kommunikationsbeiträge an der Front erleiden? Das sind keineswegs nur rhetorische Fragen. Es geht um die Werteorientierung.

Während dergleichen also aus allen Rohren journalistischer Schaumkanonen geballert wird und ihre Artilleristen noch das ganze Verrecken und Elend leugnen, das damit verbunden ist, ist ihre Kamarilla auf der Jagd nach Hassbotschaftern im Internet. Damit ist nicht etwa jemand wie der Nazi Melnyk gemeint, dem der Bundestag stehend applaudierte. Damit sind wohl eher Beiträge wie dieser hier gemeint. Etwas stimmt nicht in diesem Land.

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