geostrategie


 
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Donald Trump lässt in jeder Hinsicht die Hosen runter. Das US-Militär, die Geostrategie und die NATO sind Teil des Geschäftsmodells der USA, wobei „America First“ in dieser Beziehung heißt, dass der Rest der Welt – vor allem sogenannte „Partner“ - nützlich zu sein haben oder als Ballast abzuwerfen sind. Dass die NATO so einfach auch für den POTUS nicht zu handhaben ist, kann der intellektuell begrenzte Narzisst nicht verstehen.

Die Ansage an Deutschlands Europa ist derweil klar: Ihr zahlt dafür, dass wir euch benutzen, so wie die Mexikaner für ihr Einmauern. Geradezu wirr angesichts seiner Verstrickungen mit russischen Geschäftsleuten ist dabei die Drohung (mit) Russland. Was im Kern immer nur zum Alibi für hemmungsloses Aufrüsten taugte, soll Europa jetzt wirklich verschrecken: Tut, was ich sage oder der böse Russe kommt!

Es reicht

Man weiß ja nicht, wie viel Kompromat so in den Kanälen der Geheimdienste blubbert, aber erstens zerlegt sich die hiesige Nomenklatura gerade ohnehin selbst und kommt hervorragend mit ihrem ruiniertem Ruf zurecht, zweitens führen Trumps Schläge ins Wespennest sicher auch auf dieser Ebene nicht zu einem strategischen Vorteil für die USA. Wenn es jetzt nicht höchste Zeit für ein „Farewell, Ami!“ ist, wann dann?

Die Lösung liegt ebenfalls auf der Hand, und kein Mensch mit Verstand kann noch ernsthaft Angst davor haben: endlich realistische Beziehungen zu Russland aufzunehmen. Es geht nicht um Freundschaft, ebenso wenig um Feindschaft, sondern eine eigentlich selbstverständliche kontinentale Zusammenarbeit. Das müsste dem Kapital genau so gut gefallen wie den bislang klein gehaltenen politischen Kräften in Europa. Russland ist kein Feind, und was wir zur Verteidigung wirklich brauchen, ist übersichtlich, wenn das endlich auch offiziell so gesehen wird.

Eine Chance für den Weltfrieden, die schon 1990 hätte ergriffen werden können, aber das Imperium hatte andere Pläne. Es wäre ein Gewinn für alle, außer den frei drehenden USA, deren andauernde Propagandaschlacht gegen Russland vermutlich auch dessen Stabilität geschuldet ist. Was säße der POTUS doch gern ein paar Wochen so fest im Sattel wie der Putin!

Die Einzigen, denen das den Angstschweiß auf die Stirnen treiben muss, sind die Profiteure der deutschen Rüstungsindustrie. Die könnten allerdings am längeren Hebel sitzen.

 
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Vor sieben Jahren bereits schrub ich Unerhörtes. Da ging es noch gar nicht um den Gift-Assad; ich weiß auch gar nicht mehr, um welchen Gift-Machthaber es ging. War es der Irre von Tripolis? Der Hitler von Bagdad? Der Taliban-Kaiser von der Mordallianz? Wer soll sich noch erinnern, wohin wir wann unsere Brunndenbohrpanzer, Friedensschießpistolen und Handelswegwerfmunition verklappt haben? Verantwortung! Zitat:"

Unsere Freiheit in Ouagadougou

Erst geht es jetzt erst mal nach Tripolis, dem Libyer in den Arsch treten. Der Deutsche stellt sich da etwas sperrig an und ist nicht immer zufrieden damit, irgendwen zu erschießen, weshalb er noch immer den Ami vorschickt, der ihm dann konkrete Ziele vorgibt.

Das spart dann eigentlich auch Munition, was der NATO doch entgegenkommen sollte. Der Ami aber weiß: Kann man nicht genug von haben, dem entsprechend ist sein Schussverlauf wie beim Schlussverkauf: “Alles muss raus”, danach gibt’s neu. Neue Munition, neue Ziele und immer das Eine: Freiheit! Freiheit von dem Feind, dem heidnischen. Jeder kann mitmachen.

Jeder? Im Prinzip ja. Der Heide muss, wenngleich selten so recht klar ist, ob als Ziel oder Schütze. Ziel muss er sein, Schütze kann er sein, wenn’s ein guter Hurensohn ist.

Vor dem Gefecht ist vor dem Geschäft

Der Christenmensch wiederum muss können, da wird jetzt differenziert. Wer sein Arbeitszeug in Ordnung hält und genügend davon vorhält, ist Vollmitglied, die anderen können zwar auch müssen, dürfen aber künftig nur, wenn sie auch können wollen. Der Rest geht in die zweite Liga. Wie bei Euro Nord und Euro Süd gibt es dann NATO Mord und NATO müd. Für alle gilt dann: Dabeisein ist alles, aber Mitreden darf nur, wer können kann. Das Nähere regelt der Commander in Chief.

Internationale Verantwortung übernehmen, für die Freiheit einstehen, die Handelswege sichern. Wer kann dazu schon nein sagen? Der Demokrat in Uniform weiß: Vor dem Gefecht ist vor dem Geschäft. Afghanistan war nur keine Übung, der Ernstfall kommt jetzt erst. Da machen wir mit, da müssen wir hin, das wollen wir auch. Wir sind nämlich nicht nur Papst, wir sind jetzt auch Freiheitsmedaille. Und das mit Recht, denn alles, was zugrunde geht, ist wert, dass das, was hier entsteht, auch stets an alle Fronten geht.

Ick bin schon da

Denn bei aller Freundschaft zu grundgesetzwidrigen Angriffskriegen, bei denen Deutschland auch weiterhin gern symbolisch mitkämpfen wird, weiß auch der Freiheitsnobelpreisträger: Wenn die NATO bombt, muss die Bundeswehr nicht viel deutsches Kriegsmaterial mitbringen. Das haben wir längst voraus exportiert. Unsere Handelswege sind eurer Nachschub. Also Ball flach halten, Mr. President!

" (Zitat Ende.) Wo hatte eigentlich Gaddafi sein Gas? Oder hatte der Embryos? Wir wissen es nicht. Was wir noch wissen, ist: "Weißer Phosphor ist eine konventionelle Munition, keine chemische Waffe.” Ah, wir erinnern uns nicht? Das war der Kommentar des Pentagons zu der im Irak eingesetzten Massenvernichtungswaffe. Die war freilich demokratisch legitmitert und wurde von den USA eingesetzt, so wie Clusterbomben oder die Mutter des Terrors.

Während wir also viel von Menschenrechten, Machthabern, Putin und Giftgas hören, werden unsere anderen schönen Waffengattungen schmählich verschwiegen, als wären wir nicht stolz auf unsere Verantwortung® an der Heimatfront, aka "Exporte". Wir hören von Weißhelmen, jenen scheuen Helden, die regelmäßig Sekunden nach einem Giftgasangriff® auftauchen, Farbfotos twittern und dann spurlos verschwinden. Wir hören vieles und sehen manches, aber eines fiel mir auf neulich: Hat man jemals in der Tagesschau das Wort "Geostrategie" gehört? Aha.

 
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Es ist atemberaubend, wie durchsichtig die Propaganda ist, wenn es gegen Russland geht. Die Technik ist dieselbe wie bei den Trollen, die sich in Foren und Kommentarspalten tummeln. Es ist mithin nicht nur so, dass diejenigen, die sich ständig über angebliche "Fake News" echauffieren, selbst betriebsbedingt hektische Copy&Paste-Falschmelder sind; sie bedienen sich inzwischen der billigsten Strategien, um Gegner an die Wand zu quatschen.

Eine der häufigsten Trolltechniken ist die Projektion. Man wirft dem Feind vor, was man selbst bis zum Exzess betreibt. NATO-Regierungen und -medien haben sich wiederholt bei Vorverurteilungen und Falschbeschuldigungen erwischen lassen. Der kriegslüsterne Spiegel-Titel "Stoppt Putin jetzt!" steht noch Jahre danach ohne jede Faktenbasis da. Diplomatisch ein Unding, hätte in Zeiten des ersten Kalten Krieges niemand den Mund derart voll genommen. Seit G.W. Bush verzichtet der Westen jedoch auf jede Raison und stellt Putin® dar, als sei er der Teufel selbst.

Wahrscheinlich kein Zweifel

Die Anschuldigungen sind äußerst aggressiv, dabei könnte Russland das Ganze als "Innere Angelegenheit" abtun. Selbst wenn es einen Grund gibt, einen Doppelagenten zu töten, der zuvor freigelassen worden war, ist das wohl eher kein Grund, nach dem Bündnisfall zu schreien, wie die "Zeit" es sich dennoch nicht hat nehmen lassen. Da will sich offenbar jemand ein Sarajevo basteln. Gut, dass Russland sich davon nicht provozieren lässt. Wie danken es ihm der POTUS und seine Q-presse?
"Die Vorwürfe: immer dreistere boshafte Aktivitäten der russischen Regierung - überall in der Welt."

Nach dem Motto "Es bleibt schon etwas hängen" werfen sie fortgesetzt mit Dreck, um dann den schmutzigen Lumpen zu beschimpfen. Dabei sind sie sich auch nicht zu blöd, den unbewiesenen Beweis als Mittel einzuführen, der das Widerlegen aller Zweifel durch die schlichte Behauptung ersetzt: "Es gebe keinen Zweifel an der Täterschaft Russlands. Beweise hierfür wurden öffentlich jedoch bisher nicht vorgelegt." Wie kann man das dann so zitieren? Man ist geneigt nach einem Funken Anstand zu fragen, aber hier geht es nicht um Ehre und Moral, sondern um Krieg und Frieden. Fürwahr: boshaft und dreist.

Mord überlebt

Nachdem also Russland durch Behauptung und Verdacht bereits als verurteilt galt, wurde zunächst Boris Johnson, auf den sich alle vorsichtshalber schon einmal berufen, beim Lügen erwischt. Die angebliche Aussage des Giftlabors, es gebe keinen Zweifel, war das exakte Gegenteil der Wahrheit. Wie reagiert die Journaille?
"Der vergiftete Ex-Doppelagent Sergej Skripal ist nicht mehr in kritischem Zustand. Die Vorwürfe gegen Russland werden lauter." Wie können die denn "lauter" werden, wenn von zweifelloser Täterschaft bei einem "Mord" bereits die Rede war? Dazu passt auch:

"Die rund 100 Varianten [des Giftes "Novichok"] gehören zu den tödlichsten Nervenkampfstoffen, die jemals hergestellt wurden." Aha, deshalb haben die beiden Opfer das Attentat auch überlebt, richtig? Tödlicher geht nicht, denn es sind die Russen. Passt nicht? Egal, wir haben noch einen:
"Man sehe ein "Muster russischen Verhaltens", das immer wieder völkerrechtswidriges Vorgehen zeige." Der Fall der Skripals hat mit Völkerrecht zwar herzlich wenig zu tun und schon gar nicht mit anderen, meist widerlegten Vorwürfen gegen Russland, aber viel Wiederholung hilft viel.

Auf Sie!

Man konnte halt nicht anders, denn die anderen sind böse. "Somit komme man zum Schluss, dass der Angriff "höchstwahrscheinlich ein Anschlag des russischen Staates war, und deshalb mussten wir alle gemeinsam reagieren." Auf einen Verdacht hin muss man völkerrechtlich reagieren? Nachdem bereits hinreichend deutlich wurde, was von den 'Schlüssen' und Berichten aka Lügen westlicher Geheimdienste zu halten ist, die die Giftkarte seit Irak schon rituell ausspielen, wenn sie einen Blankoscheck brauchen?

George W. Bush hat die Geheimdienste ermächtigt zu tun, was sie wollen. Sie überwachen ihre Völker total, sie lügen und intrigieren. Letzteres ist ihr Geschäft, seit es sie gibt, aber eines hat sich geändert: Ihre Auswürfe werden ungefiltert durch die Presse und gewählte Politiker an die Öffentlichkeit gebracht. Ausdrücklich wird dabei auf jegliche Belege verzichtet, das sei halt geheim. Diese Methoden des Mobbings und der Schwarzen Pädagogik sind offizielle Politik und werden von willigen Lohnschreibern zur alternativlosen Moral verklärt. Wer dabei nicht mitmacht, ist Putinversteher®.

On Top moralisiert hier eine Macht, die seit Jahrzehnten fast ununterbrochen Angriffskriege führt, regelmäßig auf Basis später nachgewiesener Lügen. Das Morden machen sie sich auch nicht schwer. Während es ein schlimmer Verstoß gegen das Völkerrecht sei, wenn Russland angeblich einen Spion liquidiert, ermordet die NATO bei hellichtem Tag 'Feinde', die sie selbst bewaffnet hat und anbei gern ein paar Dutzend "Kollateralschäden" wie eine Hochzeitsgesellschaft oder zivile Bunkerinsassen. Ups! Im Kampf für das Gute® hat das Völkerrecht halt Pause..

p.s.: Zu Fakten und Hintergründen: Craig Murray, via Kay Sokolowsky

 
seDie Propaganda ist schon lange unerträglich, insbesondere was das dümmliche Getrommel gegen Russland anbetrifft, das gemeinhin mit seinem Präsidenten identifiziert wird. Es ist ja nicht Russland, das handelt, seine Regierung, seine Verbündeten oder seine Armee, es ist in der Regel "Putin".

Man muss inzwischen, wenn man an "die jüngere Geschichte" erinnert, schon den Zeitraum vor ein paar Monaten einbeziehen, nicht nur die Jahrzehnte seit den Weltkriegen. "Stoppt Putin jetzt!" war der Titel, der die bedingungslose Kapitulation des Journalismus beim "Spiegel" vor der NATO-Propaganda bedeutete. Der Absturz der MH17 über der Ukraine ist bis heute nicht aufgeklärt, bis auf die Tatsache, dass eine private Maschine in diesem Luftraum nichts zu suchen hatte und das Überfliegen der Region bewusst das Leben der Passagiere aufs Spiel setzte.

Putin kommt immer näher

Der "Spiegel" aber machte sein Vorurteil nicht nur zur vermeintlichen Meldung, er machte nicht nur einen Titel daraus, missbrauchte nicht nur die Opfer des Absturzes für seine Propaganda, er rief auch zum Krieg gegen Russland auf, wobei man tatsächlich offen lassen muss, ob nur der 'kalte' gewünscht war. Nicht erst seitdem wird Putin als irrer Diktator dargestellt und Russland als Drohung. Heute gibt es wieder einmal so eine Verdrehung aller Tatsachen und der Regeln des Verstandes, um die Demagogie um ein weiteres Kleinod zu bereichern.

"Russische und weißrussische Truppen starten ein Großmanöver nahe der Nato-Grenze" heißt es da. Die souveränen Staaten Russland und Weißrussland (was immer man von ihren Regierungen halten mag) bewegen sich innerhalb ihrer Grenzen, und die aggressive Ausdehnung des westlichen Militärbündnisses an diese Grenzen heran wird dargestellt, als habe Russland sein Territorium in das der NATO hinein verlegt. Immerhin zeigt diese verlogene Sprachregelung, dass es ein NATO-Territorium gebe. Wenn aber eine Macht ihr Territorium Jahr um Jahr vergrößert, wie nennt man das noch gerade? Ach ja: "Putins Imperialismus".

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Sitzt ein Pferd auf dem Baum und strickt sich ein Fahrrad, kommt der Wärter vorbei und sagt: "Hier ist Grillen verboten!"; sagt das Pferd: "Wieso, ist doch erst sieben Uhr?"

Ein quasi beliebiger Artikel zu Syrien: Die NATO ist der Anti-IS-Koalition beigetreten, dem Bündnis gegen die Terrormiliz IS. Inhaltlich von dem da oben kaum zu unterscheiden, nur weniger lustig. Ach ja, und die Leser fühlen sich informiert, was wirklich hohe Kunst ist. Erklären Sie eine beliebige Aussage aus dem Artikel, einschließlich aller Begriffe. Aua!

Fangen wir mal mit "Terrormiliz" an. Mir fällt dazu absolut nichts ein. Ein nicht stehendes Bürgerheer mit Terror? Was soll das sein? Ein Haufen, der sich aus Resten alter Armeen, Verbrecherbanden und bewaffneter Fanatiker aller Länder zusammensetzt ist eine "Miliz", aha. Spätestens angesichts der Finanzierung und der Bewaffnung (beides durch NATO-Partner und Ölscheichs) ist das wohl eher eine Söldnertruppe. Ihre Ziele sind diffus; angefangen mit regionalen Kämpfen über die Landesverteidigung (Libyen; Irak) bis hin zur Guerilla (Afghanistan, Syrien), endend bei dem Versuch, einen (ey, was ein Zufall, so heißen die ja!) islamischen Staat zu begründen. Alle waren Sie Hurensöhne der USA, jetzt sind sie Feinde.

Die bösen guten Bösen

Kurzer Einschub: Was ist eigentlich aus Al Kaida geworden? Weg. Nichts mehr von da. Die Älteren erinnern sich: Das war doch dieses Terrornetzwerk. Immer, wenn einer seinen Ausweis am Tatort deponiert und sich in die Luft gesprengt hatte, war er al Kaida. Die haben wir wohl besiegt. Jetzt ist da der IS. Aber! Da sind doch auch unsere gemäßigten Rebellen®, also diejenigen, die Jugendlichen vor laufender Kamera die Köpfe abschneiden, aber Assad nicht leiden können. Die waren übrigens früher mal al Kaida (also die Bösen).

Davor waren sie Nordallianz (also die Guten). Wer sich jetzt fragt, was an denen "gemäßigt" ist, hat die erste Frage verschnarcht: Gegen was "rebellieren" Afghanen eigentlich in Syrien? Oder Iraker? Libyer? Oder die Unterstützer aus Saudi-Arbien und den USA? Ach ja: Die rebellieren gegen die Politik, die sie bewaffnet hat und die ihre Heimat in Schutt und Asche gelegt hat. Sie rebellieren im Auftrag derer, die das angezettelt haben und kämpfen gegen ihre Landsleute, die von denselben Leuten bewaffnet wurden. Rebellion! Hat da wer "Rohstoffe" und "Handelswege" gesagt? Du bist raus!

So, und jetzt tritt also die NATO ihrer eigenen Koalition bei. Das geht nämlich so: Bislang waren nicht alle NATO-Staaten dabei. Diese Koalition besteht aus den Willigen von Saudi-Arabien (aka Gründer und Unterstützer von Al Kaida bis IS), einigen Ölbohrinseln und NATO-Staaten. Ihr wisst schon; Die NATO, in der der eine (Türkei) dem anderen (Deutschland) Einreiseverbot erteilt hat.

Präventive letale Notwehr

Die Koaltiion ist (schon völkerrechtlich) ein Nichts. Kein UNO-Mandat, keine bindenden Verträge, keine gemeinsame Rechtsgrundlage, keine gemeinsamen Interessen. Türkei bombt Kurden, USA bombt, wen sie treffen. Hie will einer Assad stürzen, dort mit ihm verhandeln, und die meisten wollen Gasfelder und Pipelinewege unter ihre Kontrolle bringen. Alle eint eigentlich nur eines, dass nämlich die bösen Russen nicht auch noch das Gas von dort unten kriegen, weswegen auch die meisten deren Kumpel Assad umpumpen wollen. Wir sehen also: Rebellion, Friedensmission, Menschenrechte gegen die Bösen®.

Nun, was haben wir bis hierher vergessen? Vor allem das Wichtigste: Was ist die NATO? Richtig, das sind Guten aka "Verteidigungsbündnis". Ihr Territorium verteidigen, heißt das. Was aber genau verteidigt die NATO jetzt in Syrien? Na, aufgepasst? Richtig: Ihre Freiheit und die USA. Seit 2001. Man stelle sich nur einmal vor, es hätte diese saudi-arabische Verbrecherbande nicht gegeben, die vor 16 Jahren den ewigen Verteidigungsfall am Ground Zero ausgelöst hat. Die Saudis, unsere letzten echten Freunde in der arabischen Welt!

Womöglich würde man Meldungen misstrauen, in denen es heißt, Deutschland verteidige seine Bürger, indem es hilft, einen ganzen Subkontinent in die Steinzeit zu bomben. Man fände es seltsam, in einem Dutzend Kriege zu kämpfen, und zwar stets auf beiden Seiten, und zwar um Menschenleben zu retten. Schon die gewerblichen Reisen von Rüstungsgütern in ihre Anwendungsgebiete würden womöglich kritisiert. Da ist man doch froh, dass sich die Deutsche Industrie und ihre Politiker so tapfer der internationalen Verantwortung® stellen dürfen. Danke, Osama!

 
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Wie ich neulich bereits schrieb, muss ein Idiot sein, wer Geheimdiensten glaubt. Inzwischen maßen sich diese Nützlichen Idioten, deren Ausbildung auf einem Konglomerat von McCarthy - Faschisten und Gestapo fußt, selbst an, aktiv in die Politik einzugreifen. In den USA nehmen sie Bewertungen von Ereignissen vor, ohne dafür jegliche Belege zu liefern, und politische Profiteure spritzen dieses Gift über ihre Medien aus. Wer sich mit Netzwerken und Hacken auch nur rudimentär auskennt, weiß, dass man Hacker nur leibhaftig bei der Tat erwischen kann oder keine verwertbaren Spuren mehr findet.

Okay, man kann von einem Heimanschluss Passwörter der CIA ausprobieren, dass könnte man dann nachweisen, aber das dürfte nicht die Technik der genialen russischen Hacker sein, die im Auftrag Putins die Welt beherrschen. Entsprechend gibt es auch nicht mehr als Gerüchte über deren angebliche Tätigkeiten. Auf Basis dieser Gerüchte und einer Verblödung, die jedem mit ein wenig Fachkenntnis den Puls hochtreibt, wird aber inzwischen Weltpolitik gemacht. Zitat:

Dem Iwan in den Arsch

"Auf die Beteiligung der russischen Regierung an der Attacke im Dezember wiesen mehrere Indizien hin, sagte er [Maaßen]."
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Es gibt "mehrere Indizien". In jeder Anwaltsserie weiß die neue Sekretärin, dass man mit so einem Scheißdreck nicht vor Gericht aufläuft, aber für Kriegsvorbereitungen gegen Overkill-Russland muss uns das reichen. Nächstes Zitat:
"Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen möchte aktiv gegen Hacker vorgehen können – derzeit läge der Fokus lediglich auf Abwehrmaßnahmen. Der Verfassungsschutz sollte etwa Angriffs-Infrastrukturen "ausschalten" können."

Ich habe hier ein halbes Dutzend Anlagen einer Angriffs-Infrastruktur, aka "Computer". Ich kann verschlüsseln, anonym surfen und Programme bedienen. Ich bin eine ungeheure Gefahr für freie demokratischen Wahlen® im freien Westen® und muss sofort ausgeschaltet werden. Ihr übrigens auch, Nacht zusammen! Doch doch, ihr benutzt da einen Browser und einen Rechner, das ist diese Terrorinfrastruktur, von der die Rede ist. Die muss man 24/7 unter Kontrolle haben, weltweit!

Es verhält sich also so, dass Maaßen und andere Suizidgefährdete aus dem Gedärm der NATO-Dienste gern das tun wollen, was Putinputinputin nur unterstellt wird. Sie wollen staatliche Einrichtungen, die nach Gusto fremde Netze attackieren dürfen. Das gilt dabei nur für die niedrigste Schwelle eines "Gegenschlages". Die USA sind da schon weiter, und wenn es so eskaliert wie die hormonverseuchten Hirne der politischen Pitbulls es gern hätten, werden vielleicht Bits mit Haubitzen vergolten. Wer an allem schuld ist, steht ja längst wieder fest und NATO-Panzer stehen bereits an deren Grenze.

 
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In einem Vortrag auf dem 33C3 (hier eine Zusammenfassung) werden die Kollateralschäden des Drohnenkrieges dargelegt, und zwar nicht nur die, dass ständig mehr Unbeteiligte getroffen werden, sondern die Auswirkungen auf Kriegsführung generell. Das betrifft ebenso die politische Ebene, sprich: Propaganda, wie die militärische.

Politisch, das bringt der Vortrag auf den Punkt, müssen Meuchelmord und Serienmord sprachlich verschleiert werden. Ich möchte an dieser Stelle nicht näher auf Framing und Zwiesprech eingehen, aber mir selbst fiel eben beim Verfassen des Artikels auf, dass ich beinahe von "unschuldigen" Opfern gesprochen hätte, den ermordeten "Kollateralschäden" - als seien die "Ziele" der Morde schuldig. Im Sinne eines Rechtsstaats ist nicht nur niemand schuldig, der kein ordentliches Gerichtsverfahren hatte, in dem er sich hätte verteidigen können. Es wird hier auch noch eine Todesstrafe in Abwesenheit verhängt über alle, die sich in dessen Nähe aufhalten. Diese Barbarei heißt so, weil sie in vorzivilisatorische Zustände zurückfällt.

Ein bisschen Krieg

Militärisch sind solche Programme desaströs, weil sie die Schwelle des Krieges so weit herabsetzen, dass der zu einer Frage der Laune des 'Commander in Chief' wird - oder wer auch immer den Daumen senken darf. Entsprechend wird hier auch entweder gar nicht von Krieg gesprochen oder dieser abstrahiert ("Krieg gegen den Terror"). Es gibt demnach gar keinen Gegner, sondern nur mehr 'etwas', das bekämpft wird. Dieses Etwas entspricht auf jeder Ebene dem 'Bösen' selbst wie die mittelalterliche Vorstellung vom Teufel. Der Unterschied, auch hier ein Rückfall in die Barbarei, ist dass selbst die Besessenen, Ketzer und Hexen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit ein Gerichtsverfahren durchliefen. Die Gegenaufklärung verzichtet darauf.

Da der Drohnenkrieg sich also der aufklärerischen Errungenschaft eines modernen Rechtssystems entledigt, kann hier sprichwörtlich jeder machen, was er will. Es sind ja nur 'Maßnahmen', die daheim als militärisch verbrämt werden, damit sie nicht dem Strafrecht unterliegen, das Verdächtige als Unschuldige bis zum Beweis des Gegenteils behandelt, und auf fremdem Territorium als eine Art Strafvollstreckung gelten. Es ist absehbar, dass dieses Vorgehen in Konflikte führt, die als kriegerisch betrachtet werden. Wo die Interessen von Atommächten davon betroffen sind, ist dieses Spiel geeignet, der Schöpfung die Krone vom Kopf zu blasen.

Besuchen Sie Europa ...

Ein politisches Korrektiv ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil. Ergänzt wird dieses Szenario durch eine schlicht infantile Haltung der Verantwortlichen in Europa, vor allem in Deutschland. Der Staat, dessen Exekutive in den vergangen Jahrzehnten für Dutzende Angriffsriege, willkürliche Morde, Folterung und den sehr gründlichen Abschied von einer aufgeklärten Rechtsauflassung verantwortlich ist, wird durchgängig als "Freund" apostrophiert. Dumm genug, dass ein Staat kein Freund sein kann und auch "Freundschaft" zwischen den Vertretern von Staaten bestenfalls irrelevant, wo nicht unmöglich ist, besteht in diesem kindlichen Konstrukt eines Verhältnisses die Unterwerfung des Grundschülers unter den Schulbully.

Wenn er befiehlt, marschieren wir. Seine Feinde sind unsere Feinde. Sein Urteil wird niemals in Zweifel gezogen. Was gestern noch galt, ist morgen hinfällig, wenn es ihm einfällt. Sein Kampf ist unser Kampf, sein Wohl ist unseres. Das ist kein Denken mehr, das ist blinder Gehorsam. Nun wird unser 'Freund' aktuell aber von innen angegriffen. Das Establishment, das bislang die Hierarchie angeführt hat, wurde ausgetrickst, und ein Unbefugter hat den Platz des 'Freundes' eingenommen. Da es bislang eben kein Denken gibt, kein Mittel der Kritik, mit dem sich die Beziehung zu den USA im Narrativ beschreiben ließe, herrscht Hilflosigkeit. Selbst das Feindbild Russland/Putin kommt damit ins Wanken.

Letzteres ist der einzige Lichtblick des Ganzen, denn die verbale Aufrüstung gegen die tödliche Atommacht hat bereits die Dimension einer konkreten Kriegsvorbereitung angenommen. Wenn man weiß, dass die transatlantischen Pläne im Kalten Krieg teils vorsahen, ganz Europa zu opfern, um den Sieg des Freien Westens® zu erringen, sollte man Angst haben. Fürwahr, wir leben in interessanten Zeiten.

 

Doch es gibt Menschen, die den offiziellen Angaben nicht trauen. Sie wittern eine Verschwörung. Eine ihrer Theorien hat es nun in ein Fachmagazin geschafft.

Die Verschwörungstheoretiker wollen uns weismachen, die drei Gebäude, die von den beiden Flugzeugen pulverisiert wurden, hätten gesprengt worden sein können. Dabei weiß jeder, dass solche Sprengungen monatelang hätten vorbereitet werden müssen. Sprengung an den dafür vorgesehen Stellen: Braucht Monate Vorbereitung, die sich nicht verbergen lässt. Eine Tankfüllung Kerosin: Braucht ein paar Stündchen. Hätte man nur das Geheimwissen dieser Terroristen!

Wem das noch nicht reicht, der möge gefälligst zur Kenntnis nehmen, dass einer der Attentäter seinen Ausweis dabei hatte, der am Rande der Trümmer der Wolkenkratzer gefunden wurde. Beweis! Terroristen tun so etwas. Sie hinterlassen Ausweise und Abschiedsbriefe, die sogar das Inferno überstehen. Kenntnisse haben die, unglaublich! Eines der Gebäude fällt in sich zusammen, weil die Sprinkleranlage versagt. Es wurde zwar gar nicht von einem Flugzeug getroffen, aber es geriet dennoch in Brand. Das reicht für so ein sensibles Gebäude. Alternativ hätte man monatelang tonnenweise Sprengstoff hinfahren müssen.

15 Years After

Ich erlaube mir 15 Jahre 'danach' nur diesen Hinweis auf ein paar der dümmsten Ungereimtheiten aus der offiziellen Version. Sie ist schlicht indiskutabel. Ich zitiere mich:

" Wir werden in einigen Jahrzehnten eine gefestigte Ahnung davon haben, wer was wie getan hat. Bis heute weiß das niemand. Es gibt keine Zeugen. Es gibt keine ernsthaften und glaubwürdigen Untersuchungen. Niemand sagt: “Ich habe das geplant”. Niemand sagt: “Ich habe die Sprengladungen angebracht”. Und niemand sagt: “Ich habe Piloten ausgebildet, virtuose Manöver zu fliegen, um damit Gebäude zu rammen”. Niemand erklärt, wie drei Hochhäuser sich mustergültig aus dem Stadtplan verabschieden können, bloß weil sie gebrannt haben. Niemand macht einen Aufstand, weil so ein Schrott gebaut wurde und man täglich Tausende von Menschen einer tödlichen Gefahr ausgesetzt hat. Es gibt keinen vernehmbaren Schrei nach Aufklärung, es gibt keine Zeugen, die Fragen bleiben offen."

Ich habe bis heute die Diskussion über das Ereignis hier blockiert. Es war mir wichtig, nicht in den Strudel der Verschwörungstheorien beider Seiten zu geraten, die eine Diskussion gar nicht zuließen. Noch wichtiger war es mir, dass die Folgen des Anschlags in keiner Relation zum Ereignis stehen und dass der Tod tausender missbraucht wurde, um weiteren Millionen den Tod zu bringen. Es war das Ende des Rechtsstaats und der Menschenrechte im 'Westen'. Guantanamo, Abu Ghreib, weitere Foltergefängnisse, Drohnenmorde, Totalüberwachung, Kriege. Glaubt heute irgendwer, diese Herren hätten Skrupel?

Ich glaube, dass es lange genug her ist. Allmählich kann man sagen, dass man das nicht glaubt, nicht glauben kann, und zwar ohne sich dafür zum Psychopathen erklären zu lassen. Hier ein kollabierendes Gebäude, dort eine falsche Anschuldigung, da ein willkommener Putsch. Sie wollen Krieg und sie führen ihn. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht.

 
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Die Sueddeutsche hat ein dolles Feature: Wenn man die Scripte blockiert, sieht man keine Grafiken. Keine Bilder, nichts, das beim Lesen stört. Das Einzige, das stört, sind die halbhirnigen Texte. Heute drei Beispiele aus unterschiedlichen Ressorts, die aufzeigen, wie Qualitätsjournalismus Meinung ins Hirn trümmert:

Beim Spocht gibt es eine Jubelarie über den deutschen Fußballtrainer Jürgen Klopp, der in Liverpool arbeitet. Man vergleicht ihn mit den Beatles. Popstar, der Typ, ganz groß! Was macht nun ein deutscher Trainer in Engeland? Er siegt nicht einfach, sein Spieler schießt nicht einfach ein Tor, nein, der hat "mit einem fabelhaften Solo die Arsenal-Abwehr zertrümmert".

Wie gesagt, ein Tor geschossen, das heißt für die SZ, dass alles in Scherben fällt. Komisch, dass die Trümmerabwehr danach kein Tor mehr kassiert und ihre Mannschaft noch zwei geschossen hat. Aber so wird das nichts mit dem Identität stiftenden Wochenschaustil. Für den Rest wird die Premier League zu einer Angelegenheit weniger großer Befehlshaber gemacht. Einer ist der unsrige. Möge er gleich bis Moskau durchmarschieren.

Finden Sie das lecker!

Bevor er dort auf den heiligen St.Einmeier trifft, nehmen wir aber eine kurze Auszeit bei Nussnougat-Creme. Wir sollen zur Kenntnis nehmen, welche "die beste" ist, wozu ein raffiniertes Testverfahren eingesetzt wird: Ein "Experte" sagt es uns einfach und probiert "neben dem original Nutella" einige weitere. Damit wäre auch geklärt, wer die Kapelle bestellt hat. Einleitend berichtet die Redaktionsheeresleitung von einem "Schock", da "die Produktion von Nuss-Nougat-Cremes in Gefahr" hätte gewesen sein können.

Nein! Doch! Gähn! Wir erfahren im der Eloge des Testsiegers (keine Sorge, der potent(iell)e Anzeigenkunde liegt knapp dahinter), dass der Experte "berufsbedingt" die dunklen Schoko-Noten lieber mag. Experte halt, sieht man's doch! Um dies lesen zu können, muss man dann aber doch Scripte freigeben, wenn auch nur 3 von 18. Dafür wird man mit der einträglichen Symbiose aus Product Placement und Klickstrecke belohnt.

Endlich in Moskau angekommen, erfahren wir, wie der unfassbar beliebte Außenminister Steinmeier mit sprichwörtlicher Engelszunge (gemeint ist hier nicht der Kommunistenhund, sondern das Flügeltier, Säzzer) vergeblich auf einen garstigen Russen einzuwirken versucht. Mal sehen, mit wem wir es zu tun haben:. "Die Zuhörer fächeln sich Luft zu. Steinmeier hat einen roten Kopf. Nur sein Kollege Sergej Lawrow (unglaublich, Putin hat sogar einen eigenen Außenminister!), der neben ihm sitzt, strahlt etwas Kühle aus."

Eiskaltes Moskau

Menschen schwitzen, nicht so der Russe. Der guckt "mit bewegungsloser Miene" und hat "jenen mürrischen Gesichtsausdruck zu seinem Markenzeichen, in dem niemand mehr lesen kann." Magisch, dunkel, unheimlich! Von einem nicht minder mürrischen Uhu auf der anderen Seite, der im immer gleichen Tonfall Wortblasen absondert, erfahren wir derweil nichts. Das wäre mein Serviervorschlag zum Ausgleich gewesen.

Die Rollen sind klar verteilt, der eine müht sich mit rotem Kopf ab, der andere lässt ihn eiskalt abblitzen: "Eine Abfuhr nach der anderen muss der deutsche Außenminister einstecken. Aber er hat es wenigstens versucht. Hat geredet, zugehört, die russische Seele gestreichelt. Er hat goldene Brücken gebaut und nicht gezuckt, wenn sie vor seinen Augen sogleich zertrümmert wurden."
Ein Abwehrbollwerk zertrümmern, wie es der Landser pflichtgemäß vollstreckt, ist eine Sache, aber goldene Brücken?! Auf all die Güte reagiert der Russe nur mit Ablehnung, Grausamkeit und Vernichtung.

Was wir nicht erfahren: Irgend einen Zusammenhang, nachvollziehbare Gründe und Motive, Belege für die Einschätzung der Situationen an der Krim und in Syrien - zwischen beiden mäandert der Artikel sinnfrei hin und her. Es stellt sich vor allem die Frage, welche strategischen Absichten Russland und die NATO in Aleppo jeweils verfolgen und wo die konkreten Unterschiede in der Analyse der Situation liegen. Nicht einmal eine blasse davon Ahnung erlaubt der Artikel. Dafür haben wir ein detailliertes Bild davon, wie die handelnden Personen zu bewerten sind. Man möchte Steinmeier am liebsten zum Trost knuddeln. Böser, böser Russe!

 
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Bild: Deutsches Sportlerfrühstück - Obst und Nutellakonzentrat

Propaganda kotzt mich an, da kann ich gar nix gegen tun. Ich kann sie auch nicht ignorieren, verdrängen, mir einreden, das wäre in Ordnung, erkennen, dass sie es so tun müssen, weil es sonst ein anderer tut, nein. Geht mir auf den Sack. Inzwischen ist es womöglich so weit, und das findet keineswegs meine Gnade, dass sie schon gar nicht mehr wissen, wie sie die Propaganda bestellen.

Sie merken es nicht, selbst wenn sie zu ihrer eigenen Karikatur schrumpfen. Dass sie die Zusammenhänge nicht erkennen, weil sie in Fachressorts eingesperrt werden und wie der Chirurg nur noch den Teil sehen, an dem sie herumdoktern, macht aber keinen Unterschied. Wer veröffentlicht so etwas, anstatt sich wie ein anständiger Mensch lieber die Hand abzuhacken? Wer, wenn nicht Arschlöcher?

Es ist nicht so, dass mich Sport nicht interessiert. Mein Hirn braucht erstens auch Pausen und zwotens ist Sport und dessen Betrachtung nicht notwendig doof; im Gegenteil kann das sehr kultiviert zugehen. Was mich dermaßen gar nicht interessiert, sind allerdings diese Olympischen Spiele, dieses unappetitliche Gebilde aus Kommerz, Korruption, Kaltem Krieg und Nationalismus. Man kann Fußball mögen, Snooker oder Curling, aber nicht Olympia. Geht nicht. Man kann sich allerdings mit Nationalismus anfixen lassen. Das ist dann ein Ding, das ich nicht mag, aber darüber würde ich mich nicht erregen. Dagegen hilft scheinbar eh nichts.

Die deutsche Siegbanane

Was mich erregt, ist dass ein Fanatiker wie Hajo Seppelt als "Dopingexperte" herumgereicht wird. Ein Hanswurst, der einen derart verlogeneren dummen Scheiß verzapft, dass mir die Ohren bluten. Ich glaube nicht an Experten, aber wenn es um Doping geht, wäre ich selber einer. Das war hier, bezogen auf Radsport, schon häufiger mal Thema. Dieser Depp Seppelt aber propagiert ein böses Russland, das dopt, um die ehrliche Konkurrenz des freien Westens® zu übervorteilen.

Ein verkommener Nützlicher Idiot, der dem Geschäft "Spitzensport" nicht im Weg stehen will, macht es so: Es gibt Einzelfälle, Sünder und den Sauberen Sport; und neuerdings das schmutzige Russland. Dass selbst ein publizistischer Weichspüler wie der 'Spiegel' bereits berichtete, wie in der BRD (als Beispiel) Doping mit Steuergeldern perfektioniert wurde, darf so einer freilich nicht wissen wollen.

Auf die Palme gebracht hat mich heute aber dieses Rührstück, das vom Boulevard verbreitet wird: "Banane und Nutella treibt [...] zur Bestleistung", wenn das stramme deutsche Mädel antritt, beim Gewichtheben. Das ist echt, das ist ehrlich, so machen es traditionell die Guten®, mit Trainingsfleiß und Bananen!
Da kriege ich das Kotzen. Das hat nicht einmal Wochenschau-Format. Bei der wusste wenigstens jeder, dass wieder marschiert wird und der Iwan vernichtet gehört.

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