geostrategie


 
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Quelle: Wikipedia

Seit einiger Zeit fordere ich im Übrigen Freiheit für Gonzalo Lira und möchte das noch einmal explizit tun. Gonzalo ist amerikanischer Staatsbürger und die US-Botschaft weiß, was ihm widerfuhr:

Freunde und Verräter

Zunächst wurde er in der Ukraine verhaftet, weil er "prorussische Sympathien" öffentlich geäußert habe. Das ist offenbar zunächst auch eine Strategie, um missliebige Journalisten einzuschüchtern und sie auf Kaution freizulassen, um das Geld einzuheimsen. Gonzalo hat versucht, nachdem er im Knast mehrfach misshandelt worden war, nach Ungarn zu fliehen. An der Grenze ist er verschwunden.

Als US-Bürger könnte sich sein Außenministerium um ihn kümmern. Während aber Fälle wie Nawalny sogar dazu herhalten müssen, ein ganzes Land mit Sanktionen zu belegen, sind sie hier nicht so interessiert. Ein weiterer Beleg für die Instrumentalisierung einzelner Oppositioneller und Journalisten. Es geht nie um Freiheit oder Rechte, sondern immer um Geostrategie.

Gerechtigkeit, weltweit

Apropos Sanktionen: Im Bild oben relativ aktuelle Karte der von den USA 'sanktionierten' Länder. Die Strategie ist großartig: Erst kolonisieren, dann ausplündern, derart die Welt ökonomisch beherrschen und dann diese Macht gegen alles und jeden wenden, der den eigenen Interessen zuwiderhandelt. Frieden. Freiheit. Menschenrechte. Das sind nämlich alles Imperialisten, die müssen bestraft werden, sonst erobern sie die ganze Welt.

Flieht, ihr Narren

Der unsägliche Kellerkanzler Scholz hat sehr fix ein Ritual entwickelt, das wohl an Merkels vollstes Vertrauen® anknüpft. Er schließt aus und bauchschmerzt, wägt ab und erklärt, dass auf gar keinen Fall diese oder jene Waffengattung von der Bundeswehr für den NATO-Krieg gegen Russland geliefert werde.

Jetzt kann einem allerdings German Angst und Bange werden: Er schließt ausdrücklich aus, dass deutsche Truppen in der Ukraine eingesetzt werden. Sicher hätte er auch dann noch eine schlaue Idee, warum das keine Beteiligung am Krieg wäre. Bislang ist es ja auch so, dass das ganze Zeugs, das Russen tötet, nichts mit einer Beteiligung am Krieg zu tun hat. Waffen, Munition, Aufklärung, Logistik, Planung, Wartung, Transport, das sind ja keine Kriegshandlungen. Das ist … moralische Unterstützung.

 
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Neues vom Gegenteiltag, die heißesten Fake News vom Postfakten, Fakten, Faktenschredder. Man kommt nicht recht hinterher, wie sich die Journaille von einer Jauchegrube zur Scheißeschleuder entwickelt, um sich mit der ganzen Wucht ihrer eingeborenen Seriosität® über den Gestank zu beschweren. Fürwahr amüsant, wenn der Kandidat keilt: "Das sind dieselben Leute, die behauptet haben, Saddam habe Massenvernichtungswaffen" und die CIA meint. Trump, den alle für doof halten sollen, traut seinen Geheimdiensten nicht.

Weniger amüsant, wenn die Verlagsmedien dem am Boden liegenden Pressekodex so entschieden durchs Gesicht stiefeln, dass nur mehr eine blutige Masse übrig bleibt. Probleme mit Lügen? Hey, das ist gar nicht so schwierig – sucht man halt nach der Wahrheit! Eigens dazu und als Vorsichtsmaßnahme gegen furchtbare Blamagen gab es einmal sehr konkrete Regeln, die eine Lügenpresse verhindern wollten. Zetbe: Mindestens zwei unabhängige Quellen haben – und gefälligst benennen. Nein, ein Geheimdienst, der keinerlei Belege für seine in die Strategie passenden Behauptungen bringt, ist keine zwei Quellen. Er ist nicht einmal eine.

Magische Hacker

Das weiß sogar der dumpfe Drumpf, der trampelige Trump, und hat auch noch entwaffnende Argumente dafür. Was er nicht sagte, aber die ganzen Deppen von der Straße unausgesprochen einfordern, ist dass die Meldungen und Meinungen wenigstens der einfachsten Plausibilitätsprüfung standhalten. Die Russen, nein Putin, bestimmt alles. Wenn er will, dass Trump Präsident wird, dann macht er das. Er hat dazu magische Häcker, die die Welt häcken. Wohlgemerkt: Das sind alles Putins Russen. Andere können gar nicht häcken.

Die sind aber auch zu raffiniert und verschicken Phishing-Mails, diese Russen. Da stehen so raffinierte Sachen drin wie, dass man Millionen erbt, das Bankkonto gepfändet wird oder eine voll geile Schnecke sich in einen verliebt hat. Klickt man drauf, ist man geliefert, vor allem, wenn man auf Verlangen seine Passwörter eingibt. Sowas kann nur der Putinrusse; das hat die CIA herausgefunden. Ihr haltet das für einen albernen Scherz? Nein, das ist die Wahrheit der Verlagsmedien. Alles andere ist Fake®.

Wir werden alle …

Das sind die großen dämlichen Lügen der Presse, die nicht danach benannt werden will. Kommen wir mal zu einer kleinen klügeren. Die ist viel schwieriger zu entlarven und recht dezent formuliert. Eine "Studie" hat herausgefunden, dass "Populismus die größte globale Gefahr" ist. Wer es ein wenig mit der Wissenschaft hat, fragt hier nach einer Definition von "Populismus", die valide Aussagen zulässt, zumal in Hinblick auf quantifizierbare Größen von "Gefahr". Man sieht: Um zu erkennen, was das für ein Blödsinn ist, muss man schon ein bisschen was gelesen haben.

Nun ist "Populismus" ohnehin das Produkt einer Kampagne, was alle zumindest ahnen, die neuerdings mit der Vokabel vollgedröhnt werden. Das ist dann schon nicht mehr verdächtig, das ist dann schon entlarvend, denn das Wiederholen unplausibler oder undefinierter Inhalte erkennt jeder Depp als Propaganda. Mal schauen, wann Putin als Mastermind aller Populisten entlarvt wird. Nächste Station: Wer sagt das überhaupt, von wem ist die "Studie"? Von einer "Risikomanagementberatung Control Risks".

Whois

Ich habe ein wenig recherchiert und keine genaue Vorstellung von dieser global operierenden Firma, die "darauf spezialisiert ist Organisationen zu helfen, politische, Integritäts- und Sicherheitsrisiken in komplexen und feindlichen Umgebungen zu managen". ("specialising in helping organisations manage political, integrity and security risks in complex and hostile environments"). Das kann vieles bedeuten. Auffallend ist, dass Wikipedia den Laden unreflektiert zitiert (und nicht einmal die Grammatik anpasst) und denselben abstrakten Sermon ablässt wie die Firma selbst. Außerdem werden dort ohne erkennbaren Zusammenhang weitere Unternehmen (u.a. Pinkerton) verlinkt, die eine gewisse politische Richtung erahnen lassen.

Ich muss mir das also alles zusammenreimen: Mag da wohl eine Bude für strategische Kriegsvorbereitungen das Feindbild des Freien Westens® aktualisieren und seine guten Beziehungen zur Presse nutzen, die gern solche "Kreise" zitiert? Das ist bestimmt schon wieder eine Verschwörungstheorie. Man hätte aber auch zu gern erfahren, wie diese Quelle eigentlich einzuschätzen ist, wer das ist, was deren Blabla zur "Studie" macht und was jemand dazu sagt, der sich damit auskennt. Aber das "muss der Leser nicht erfahren", gelle?

12.12.2016

 
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Ich bin bestürzt über die Naivität derer, die sich noch von Massenmedien informiert fühlen. Sie erzählen mir, wie hitler Putin ist und glauben an einen Sieg. Meine Nachfragen – zu hitlerischen Putins, dem Verlauf des Krieges und den Inhalten der Meldungen, können sie nicht beantworten. Niemand und keine einzige.

Wie kann man einer Propaganda glauben, die nur von Siegen spricht, Erfolgen, Geländegewinnen, besserer Moral, besserer Ausbildung – alles ist bei 'uns' (wir sind Ukraine) überlegen. Die Russen haben schon mehr Soldaten verloren als sie nach eigenen Angaben überhaupt eingesetzt haben. Ja, wo bleibt denn da der Endsieg?

Vorwärts zurück

Nun gut, inzwischen glauben nur mehr Alte und Krüppel an solche 'Nachrichten' – und vermutlich Medienschaffende. Selbst in der Zentrale sieht das inzwischen allerdings anders aus. Amerikanische Medien schrauben gewaltig am Narrativ. Zum Teil werden 'Argumente' der ukrainischen Generalität übernommen (die Russen haben das Terrain vermint!), selbst von Teilen der Biden-Regierung wird deutlich gemacht, dass ein Versagen nur an den Ukrainern liegen könne.

An der Front geht es trotz Hunderter Toter jeden Tag nicht vorwärts. Man darf auf gar keinen Fall lesen, was die Russen zur Lage schreiben. Es deckt sich zwar mit der wahrscheinlichen Entwicklung einer Offensive, die mit unterlegenen Waffen und ohne Luftunterstützung durchgeführt wird, aber das muss Putinpropaganda sein.

Von Seiten der Ukraine hieß es, eine große Offensive sei im Gange, dann, das sei gar keine, dann, sie werde jetzt aber richtig starten, dann, das seien nur Manöver usf.. Es ist schlicht albern. Es braucht keine Lektüre der russischen Propaganda, um die Verzweiflung und Verlogenheit der westlichen zu erkennen. Es handelt sich offenbar um einen reinen Medienkrieg, der obendrein auf Leute angewiesen ist, die sich ganz in den Dienst der Propaganda stellen.

Defaitismus

Interessant aber wie gesagt sind Töne, die man lange nicht gehört hat und die in den USA inzwischen laut werden. Saluschni, ukrainischer Armeechef, beurteilt die Ausstattung seiner Truppen freilich anders: "Es ist, als gehe man mit Pfeil und Bogen in die Offensive, während jeder sagt: Bist du verrückt?" Sein Defaitismus ist dann sicher schuld am Misserfolg.

Auch Genral Milley stellt sich offensiv gegen das Narrativ von all den Wunderwaffen aka "Game Changer", von denen es immer wieder hieß, sie würden zum glorreichen Sieg führen – M777, HIMARS, Patriots, Leopard, Storm Shadow. Milley dazu: "Im Krieg gibt es keine magischen Waffen. Die F-16 sind es nicht, und auch andere Waffen sind es nicht." Die Verkaufsschau war dennoch ein Riesenerfolg.

Wenn es bald heißt, Selenski habe sich heldenhaft aufgeopfert, seine inkompetenten Militärs seien aber nicht fähig, gegen die bösen Russen, die mit tödlichen Waffen kämpfen, zu bestehen, muss man halt das Hurrageschrei von gestern ganz schnell vergessen. Dass die NATO genug geliefert hat, um den Sieg sicher einzutüten, wird ja bereits verbreitet. Die Deutschen werden freilich wie immer bis zuletzt an den Endsieg glauben und es schließlich nicht besser gewusst haben.

Ceterum censeo Freiheit für Gonzalo Lira.

 
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Moral bestimmt den öffentlichen Diskurs. Das ist doppelt fatal, denn im Rahmen der Erzählungs- und Aufmerksamkeitskultur kann jeder seine Privatmoral aufblasen und mit Empörung anreichern. Die Medien tun es, und wenn es Privatleute in sogenannten Social Media machen, kritisiert der Mainstream daran ernsthaft deren Haltung. Die Form können sie ja nicht beanstanden, da sie selbst nichts anderes liefern.

Man hat sich gefälligst zu bekennen, und zwar für die Guten und gegen die Bösen, wie in einer prähistorischen Sekte. Es kann nicht deutlich genug betont werden: Es war das ehemalige Nachrichtenmagazin, stets mit großer Geste seinen Anspruch vor sich her tragend, in dem ein Hetzer Pazifisten als Lumpen bezeichnet hat.

Alles eins

Es gibt keine Grenze des Niveaus nach unten mehr, und bist du nicht für uns, dann bist du Dreck. Dieselbe Charge jubelt, wenn abweichende Meinungen strafrechtlich verfolgt werden, als "Hassbotschaften". Es ist halt der falsche Hass.

Dass private Meinungen davon geprägt sind, die Erfahrungen aus persönlichen Beziehungen aufs große Ganze zu übertragen, ist schon bedauerlich. Ein Geschwätz à la "Wenn ich Kanzler wäre" verwechselt da halt die Ebenen, was am Stammtisch noch verzeihlich ist, wenn auch gleichermaßen dumm.

Dass aber diejenigen, die in Massenmedien oder als politische Vertreter in einer Massengesellschaft eben deren Gesetzmäßigkeiten zu beachten hätten, so tun, als sei es dasselbe wie zu Hause auf dem Sofa, ist nicht nur blöd, sondern auch brandgefährlich.

Eierköpfe

Derart nämlich trumpfen sie in ihrer Hetze auf, als sei ein Krieg dasselbe wie ein Zoff unter Freunden oder eine Kneipenschlägerei. Da geht es dann darum, dass einer im Recht ist und darum gewinnen muss. Da ist Parteilichkeit Pflicht, und die einzig wahre Wahrheit hängt nur davon ab, wer einem sympathischer ist.

Persönliche Motive, die man schon privat tunlichst nicht beurteilen sollte, werden so auf geostrategische Machtkämpfe übertragen. Handlungsoptionen, wie sie zwischen zwei Streithähnen bestehen mögen, werden auf komplexe, gewachsene Vernetzungen internationaler Interessengruppen übertragen. Wie unerhört dämlich muss man sein, um das für eine Wirklichkeit zu halten?

Aber was sollen wir jetzt mit intellektuellen Hirnkrämpfen? Was soll das sein, eine Physik der Macht, eine wissenschaftliche Betrachtung der hemmenden und fördernden Kräfte in einer komplexen Dynamik? Wir sind im Krieg. Da heißt es die oder wir. Also: Auf wessen Seite stehst du?

Die Erkenntnis, dass der Krieg provoziert wurde, hilft uns zu verstehen, wie man ihn beenden kann. Sie rechtfertigt jedoch nicht den Einmarsch Russlands.

Ein weiteres rüdes Foul gegen die Regel "Du sollst nicht differenzieren".

 
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Anjatanja Borbeck und die aggressiven Kräfte des Wertewestens schämen sich nicht, in aller Welt von einer regelbasierten Ordnung® zu schwadronieren, sie permanent einzufordern und wiederholt militärische Drohungen damit zu verknüpfen.

Das Beste daran aber ist der Orwellsche Kern, denn sie benennen diese Regeln nicht. Diejenigen, die es längst gibt und ihre Institutionen – Völkerrecht, UNO und internationale Gerichtshöfe – werden von NATO und EU unterminiert oder gar nicht erst anerkannt. Wenn sie "Regeln" sagen, meinen sie nichts anderes als Willkür, und das haben die Staaten der Erde auch längst erkannt.

Taube Nüsse

Während der Westen derart die Diplomatie zu Grabe getragen hat und lässig die Beine übereinander schlägt, nimmt er nicht einmal zur Kenntnis, wenn es darauf die passende Antwort gibt. Die woken Antirassisten pfeifen auf alles, was nicht ihrem kulturell-politischen Imperialismus gehorcht, sprich: den wirtschaftlichen Interessen ihrer Führungsmacht.

Die Anderen halten sich derweil an Regeln, die niemand aufschreiben muss: Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, Verantwortung für das je eigene Land, Kooperation zum gegenseitigen Vorteil, diplomatische Bemühungen bei abweichenden Interessen, Kompromisse. Selbst Kriegsgegner reden miteinander, so vernünftig sie es hinbekommen – siehe Indien und China.

Die da Regeln fordern, setzen sich eifrig über alles hinweg, halten es mit Folter, Mord und Krieg, wenn es ihnen passt, pfeifen aufs Völkerrecht, verhängen beliebig Sanktionen, lassen ganze Völker hungern und darben. Dabei erheben sie noch den Anspruch, alle müssten das mitmachen, und schicken folgerichtig ihre impertinentesten Eiferer um den Globus, die das krakeelend einfordern.

Daheim und unterwegs

Wer die internationale Presse liest, trifft auf Reaktionen von höflich formulierter Verwunderung bis offener Abscheu, umfassend jedenfalls und wenig überraschend auf deutliche Ablehnung. Die Außenpolitik des Wertewestens taugt zu keinem Dialog. Sie kennt daher auch nur mehr einen Modus: die Drohung.

Daheim wird das von willigen Lautsprechern journalistisch als Kampf für Freiheit und Menschenrechte verkauft. Gut, dass die so leicht verunsicherte Bevölkerung gleichzeitig vor den Desinformationskanälen der Feindsender geschützt wird.

 
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Seltsam. Ich habe einen Text aus September letzten Jahres gefunden, der offenbar hier nicht veröffentlicht wurde. Na dann holen wir das mal nach:

Wenn der Anti-Imperialismus der US-Regierung auf deutschen Antifaschismus trifft, der Hitler und Auschwitz überall in der Welt bekämpft, wird es blutig. Das war so im Jugoslawienkrieg, in dem der Grüne Kriegstreiber den Pazifismus beerdigte, indem er "Nie wieder Krieg" mit dem perversen Slogan "Nie wieder Auschwitz" neutralisierte, und es ist so, weil seine eifrige Nachfolgerin bis zum letzten Ukrainer im "Vernichtungskrieg" kämpfen will.

Allüberall finden der Wertewesten und seine deutschen Nazienkel Hitlers: Milosevic, Saddam, Assad, Putin, Xi – die Feinde des Westens sind Hitlers. Ihre Konflikte sind Vernichtungskriege, ihre Gefangenen sitzen in Konzentrationslagern, sie sind das inkarnierte Böse. Sie wollen die Welt unterwerfen und alles vernichten.

Der große Friedensplan

Der Wertewesten stemmt sich mit aller Macht dagegen, bringt Menschenrechte, das Gute und Kaugummi. Dafür plant er Sanktionen gegen das Böse und eine Zukunft für die Unterdrückten.

Der Siegeszug der Antifaschisten und Anti-Imperialisten hat aktuell einen weiteren wichtigen Aspekt zur Befreiung der Menschheit von allem Übel entdeckt: Der Wertewesten will für die Entkolonialisierung der Welt sorgen, wie sie durch Russland und China betrieben wird. Wie machen die das? Indem ihre Staaten existieren. Das soll sich ändern – selbstverständlich ohne dass sich irgendwer bedroht fühlen muss durch das Verteidigungsbündnis der Friedensbringer.

Ergänzend sind Konzepte in Vorbereitung, die endlich die Ausbeutung armer Nordamerikaner und Westeuropäer durch die Despotien Afrikas beenden. Auch Südamerika und Asien dürfen hier nicht aus dem Fokus geraten, sind hier doch reichlich Diktatoren am Ruder, die nur darauf warten, weitere Vernichtungskriege vom Zaun ihrer Konzentrationslager zu brechen. Wir Antifaschisten müssen in dieser schweren Zeit zusammenhalten, für eine endgültig befreite Welt.

 
ds

Vor 15 Jahren zündelte die NATO gerade an Russlands Grenze, damals war Georgien der Testballon. Im Unterschied zum aktuellen unprovozierten Angriffskrieg haben die Russen damals nicht lange gefackelt und den Brand gelöscht, ehe er so richtig in Fahrt kam.

Dabei haben sie ganz nebenbei die These ad absurdum geführt, sie wollten irgendwas wegen Reichsgründung annektieren. Oder gehört Georgien heute zu Russland? Nein, dazu musste die NATO hunderttausende Soldaten von ihrem Nützlichen Idioten Selenski opfern lassen, damit Russland diese Konsequenz zog, um die ukrainischen Russen vor dem nun NATO-geförderten Völkermord zu bewahren.

Freunde des Westens

2008: Die Bush-Administration versucht, mit olivgrünen Hilfsgütern “Vertrauen zu schaffen“, meint der “Focus”. Dass dahinter eine weitere irrwitzige Provokation der kalten Krieger aus der Bush-Truppe steckt, kommt ihnen nicht in den Sinn.

Hätten die Russen Humor, würden sie Kuba fix hochrüsten und sie animieren, in Puerto Rico einzumarschieren. Kost’ ja nix. Sicher hätten die westlichen Medien vollstes Verständnis dafür und würden eine Intervention der USA als brutalen Akt der Aggression brandmarken.

Derweil deutet sich eine Lösung des Georgien-Problems an. Saakaschwili verzichtet auf Abchasien und Südossetien, dafür bekommt sein stolzes Land einen neuen Namen und wird US-Bundesstaat. Georgewia ist damit automatisch in der NATO – und endlich sicher vor den russischen Kriegstreibern.

Schon damals wurde Russland mit einer NATO-Mitgliedschaft eines benachbarten Aggressors gedroht, fröhlich Gegenteiltag gespielt und die große Propagandatrommel gerührt. Georgien war dann wohl doch eine Nummer zu klein und Saakaschwili ein paar Umdrehungen zu irre. Die Fortsetzung gab es bekanntlich ab 2014 in der Ukraine.

 
ds

Quelle: Pixabay

Die sogenannte "Zeitenwende" ist nichts anderes als ein Religionskrieg des protestantischen Kapitalismus gegen den Rest der Welt. Es finden sich hier alle Aspekte eines Glaubenskriegs. Auf der einen Seite steht der alte Hegemon, der westliche Kapitalismus. Er ist somit das reaktionäre Element, im Gegensatz zur Zeit seiner Entstehung. Er ist aber durch seine ideologische Dichte gleichzeitig ein Hort des Eifers und des Fanatismus.

Im letzten großen Glaubenskrieg, 1618-1648, bot die aufkeimende Renaissance die Möglichkeit, dass sich hinter den fanatischen Kämpfen der Mythologen eine neue Rationalität entwickelte. Diese floss erst 200 Jahre später auch in Gesellschafts- und Staatskonzepte ein – um weitere 200 Jahre später mit der Dekadenz des Imperiums wieder zu zerfallen. Wo einst rational argumentiert wurde, zumal in den Parlamenten, herrschen wieder Fanatismus, Kriegsgeschrei und Clanwesen.

Fanatismus, Aggression

Das Feindbild ist wie in jedem Glaubenskrieg das Fremde, Andere. Dieses qualifiziert sich heute durch zwei Merkmale: Es organisiert sich nicht neoliberal-bürgerlich, vor allem aber steht es dem westlichen Kapital nicht zur Verfügung. Es verweigert sich den Strukturen von IWF, G7, EU und USA oder wurde als gefährliche Konkurrenz davon ausgeschlossen. Schlimmstenfalls wendet es sich vom Dollar ab.

An dieser Stelle steht dem Westen ein rationaler Diskurs nicht zur Verfügung, weil er sonst seinen ökonomischen Kern als einzig relevantes Kriterium für seine Politik und Geostrategie offenbaren müsste. Sein innerer Halt, die ideologische Beherrschung seiner Bürger, schließt das aber aus. Die Zwänge im Westen sind unsichtbar, weil sie den Einzelnen selbst auferlegt werden. Der Zwang ist so verinnerlicht oder monetarisiert, dass es keines ausdrücklichen Befehls bedarf. Wo aber Autorität noch sichtbar wird – bei der globalen Konkurrenz – wird das als Unfreiheit und 'Diktatur' markiert, die es zu bekämpfen gelte.

Während sich der Westen so immer fanatischer (und militanter) ideologisiert, haben die vermeintlichen Diktaturen im Rest der Welt gelernt, wie man lebt, leben lässt und kooperiert. Da die Restwelt von den alten Kolonialmächten inzwischen wirtschaftlich unabhängig wird, bleibt dem Westen nur mehr die Aggression oder der Niedergang. Dass Aggression das Mittel der Wahl ist, hängt auch mit der Zerstörung des Rationalen Diskurses zusammen und damit, dass der religiöse Kern nie überwunden wurde. Das bleibt noch immer eine große Aufgabe.

 
ds

Die Lügen der NATOpresse werden in den Redaktionen willenlos kopiert und eingefügt, vervielfältigt und verklappt. Das Maß an Ignoranz, das sie dafür an den Tag legen, ist eines von Orwellschen Dimensionen. Die Übersetzung von "ignorance" mit "Unwissen" reicht nicht ganz an den Sinn heran. Man muss schon die Wahrnehmung so filtern, dass man nichts mehr merkt. Ignoranz in Vollendung also.

Wovon redet der Mann schon wieder? Na zum Beispiel vom ersten Angriffskrieg in Europa® seit irgendwann, während der letzte noch immer schwelt und derzeit wieder in eine heiße Phase zu gehen droht. Wer erklärt den journalistischen Eselsmützen, was "Jugoslawien" heißt? Wer haut ihnen das Buch mit der jüngsten Geschichte um die Ohren?

Operation dies und das

Aber schon die Verengung "in Europa" ist ja der Propaganda unterste Schublade. Die NATO führt seit Jahrzehnten permanent Kriege. Was muss man eigentlich tun, um Afghanistan schon zu vergessen oder zu neutralisieren, weil es nicht in fucking Europa liegt? In Guantanamo sitzen immer noch Folterobjekte. Aber ich möchte heute einmal an eine Absurdität erinnern, die einem ins Gesicht und gleich durchs Hirn springt wie weiland die Protonen durch Anatoli Bugorski.

Der "War on Drugs" trug amerikanische Bomben und Granaten vor allen einmal quer durch Mittel- und Südamerika; Mexiko, Panama, Honduras, Kolumbien. Und während ein angeblicher Kampf gegen Kriminalität, der, im Ausland geführt, nichts anderes ist als ein Angriffskrieg, für jeden Blutdurst herhalten musste, verschob die CIA ihrerseits Tonnenweise Dope und finanzierte damit weitere illegale Interventionen. Das, meine Freunde, sind die Guten.

So, und was haben wir denn jetzt da im Amerikaland für ein Problem? Zigtausende sterben jedes Jahr an Opiaten. Die Sucht gab’s auf Rezept, die meisten Mittel dazu auch. Die Pharmaindustrie sagt danke, und jetzt übernimmt die Dunkle Seite. So sind sie, die Guten. Das ist ihre Legalität, das sind ihre Maßnahmen, das nennen sie "Frieden und Freiheit". Und bei der Tagesschau freuen wir uns aufs Wetter wie damals auf das "Gehet hin in Frieden".

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