kunstlyriklamauk


 
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Es ist nicht leicht, ein politisches Blog zu betreiben, wenn man sich für das, was andere unter "Politik" verstehen, nicht mehr interessiert. Spätestens 2013, als ich hier ein paar Wochen Pause gemacht habe, wurde mir das deutlich. Während des langen Abschieds von Uena, der schon kurz darauf begann, brauchte ich Feynsinn als Anker und Fenster zur Welt [Wie so etwas aussieht? Keine Ahnung, darf ich vielleicht auch mal ne Metapher brechen?], daher ging es hier schon weiter, weil es musste und die Mischung, die dabei herauskam, finde ich gar nicht mal so schlecht.

Den Bezug zur Tagespolitik kann ich nicht wirklich mehr herstellen. Über Trump etwa schreiben, das geht nur, wenn man dabei völlig abhebt. Vielleicht muss man ja ordentlich was kiffen, um sich dem adäquat zu nähern. Erlauben wir uns aber eine kleine Fingerübung zu Martin Schulz, dem Großwurm von Würselen, Politpappnase vom Spaßbad, nur halt mit ganz viele Pappe und ohne jeden Spaß. Der Mann hat schon ein Charisma irgendwo zwischen Rudolf Scharping und einem Aktenarchiv aus den 60er Jahren, aber bei den Sozen reicht das für eine Euphorie, die die Mehrheit ihrer Mitglieder seit den frühern 80ern nicht mehr kennen - als sie das letzte Mal Sex hatten.

Demogrotschr Schulzialismus

Ach ja, die EsPeDe! Reminder, das sind die hier:
"Den Menschen verpflichtet, in der stolzen Tradition des demokratischen Sozialismus, mit Sinn für Realität und mit Tatkraft stellt [sie] sich in der Welt des 21. Jahrhunderts [...] ihren Aufgaben".
Ein Kracher jagt den nächsten, und wer den Fußpilz zwischen den Zeilen kennt, liest hier richtig: "Sinn für Realität" bedeutet: "Alles Bullshit, wir regieren mit jedem und tun, was uns gesagt wird". Sozialismus! In der SPD! Geile Ansage. Hatte ich neulich noch geunkt, die kommen jetzt bestimmt mit "sozialer Gerechtigkeit", kommt ausgerechnet Griechenschredder Schulz mit - "sozialer Gerechtigkeit". Wie das bei Puff-Peters Hartz-Agenten geht, wissen wir ja schon, aber wo ist BehleSchulz? Hier:

Griechenland wird damit leben müssen, dass diejenigen, die viel Geld für die Sanierung des Landes geben, an Entscheidungen, wie es verteilt wird, maßgeblich beteiligt sind“. Jahaa, wer die Kapelle zahlt, bestimmt, was gespielt wird. Demokratie? Ähm, ja, aber Finanzierungsvorbehalt, wissens schon. Wenn also wer Staatsanleihen kauft oder ehemaliges Staatseigentum einkauft, dann hat der Bürger, zumal der faule Grieche®, das Maul zu halten. "Wie es verteilt wird" heißt: "Investoren" investieren, um Gewinne zu erzielen. In der verbotenen Sprache von früher heißt das: Kapital will Profit. Darüber kann man nicht abstimmen. Das lässt sich nicht einfach abwählen.

Same Ass the Old Boss

Noch ein kurzer Kommentar von einer eher sozialdemokratischen Zeitung:

"Aber welches Europa? Wie sieht das Gegenkonzept zur Strategie Merkel/Schäuble aus, die jedes konsequente Investieren in die ökonomische und soziale Zukunft der EU verweigern und sich lieber an die alte neoliberale Lesart von „Wettbewerbsfähigkeit“ klammern? Martin Schulz hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren im Europaparlament nichts anderes getan, als eine informelle große Koalition zu managen, die diese Politik im Großen und Ganzen durchgewunken hat. Das immerhin weiß man. Ob er auch die Alternative dazu repräsentieren kann, ist unbekannt."

Also wenn der nicht Kanzler kann ... seine größte Aufgabe ist der Nachweis, dass er die Alternative zu sich selbst ist, also quasi sein Gegenteil und sowieso nicht seiner Meinung. Kann er von Siggi lernen. Sozialismus halt bei freier Fahrt fürs Kapital, Demokratie nach Kontostand, demokratischer Sozialismus im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Schuldenbremse, Eigenverantwortung und Lohnabstandsgebot. Schuulz! Der Mann ist doch super, jedenfalls, wenn man der Verlagspresse folgt. Eine echte Alternative zu Rauten-Chucky. Endlich wieder Richtungswahlkampf.

Meet the new boss ...

 
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Personaler (P): Also, da wollen wir doch mal schauen, was wir da haben ... fangen wir hinten an, ja?

Bewerber (B): Ja, meinetwegen.

P: Okay. Nehmen wir mal den amtierenden US-Präsidenten ... waren Sie für ihn? Hätten sie etwas getan, um ihn zu verhindern?

B: Also, das ist nicht so einfach. Ich bin auch nicht so oft für oder gegen jemanden oder für oder gegen etwas. Ich lasse die Dinge eigentlich meist laufen. Ich finde, Herr Trump ist ein schönes Beispiel. Er hält sich für sehr mächtig. Vielleicht ist er das auch, aber ganz sicher nicht so mächtig wie er denkt. Wissen Sie, was seine große Stärke und gleichzeitig seine große Schwäche ist?

P: Sagen Sie's mir!

B: Er schert sich nicht um die Konsequenzen seiner Entscheidungen. Ist ihm völlig egal, was passiert, vordergründig. Er hat auch überhaupt keine Ahnung, welche Folgen sein Handeln hat. Schlimmer noch: So wie er sich verhält, weiß niemand, was am Ende dabei herauskommt. Sollte er also etwas wollen, ist das die schlechteste aller Vorgehensweisen, weil er niemals ein Ziel erreichen wird. Er weiß aber vor allem, was er nicht will. Dann guckt er Fox News, sieht, was passiert und haut die nächste krasse Entscheidung raus, wobei er gar nicht auf die Idee käme, dass das, was schiefläuft, teils auf sein eigenes Versagen zurückzuführen ist.

P: Warum erzählen Sie mir das?

B: Na hören Sie mal, wenn ich je so entschieden hätte, wenn ich mich nicht interessieren würde für die Konsequenzen, was glauben Sie wohl? Dann würde ich mich jetzt hier nicht bewerben.

P: Sie meinen also, sie könnten das besser - Entscheidungen treffen?

B: Ja sicher. Ob das gut genug ist, weiß ich nicht, aber so wie dieser Trump regiert, geht es nun wirklich nicht.

P: Gehen wir ein bisschen weiter zurück, ja? Hitler ...

B: Ach kommen Sie mir doch bitte jetzt nicht mit dem; immer Hitler, Hitler, Hitler!

P: Nun ja, war es richtig, ihn tun zu lassen, was er tat?

B: Die Frage ist ja berechtigt, aber jetzt sagt doch jeder: "Auf gar keinen Fall!". Kann ich auch, und dann? Wer stellt sich aber die andere Frage, die nämlich, wie man das hätte verhindern können. Glauben Sie, man hätte ihn einfach ermorden können und das hätte die Geschichte geändert? Nicht ernsthaft, oder? Glauben Sie, Goebbels wäre besser gewesen? Himmler? Heydrich? Hören Sie doch auf! Und wie hätte man das sonst machen sollen? Mit Feuerregen? Sintflut?

P: Vielleicht gab es auch etwas Einfacheres?

B: Ja sicher. Aber heute tun alle so, als sei das noch schlimmer gewesen. Ihr habt das doch so entschieden, dass Kommunismus nichts ist für euch. Jetzt hadert ihr mit der Entscheidung.

P: Na gut, Hitler ist vielleicht auch nicht so ein gutes Beispiel. Gehen wir noch etwas zurück. Neuzeit, Sie wissen schon: Dreißigjähriger Krieg, Pest, Europa in unfassbarem Elend.

B: Ja, richtig. Was wäre denn denn die Alternative gewesen? Noch mal tausend Jahre katholische Kirche? Wirklich? Diese Orgie der Dummheit, dieser Muff, diese Anmaßung! Wissen Sie, was mir wirklich Bauchschmerzen bereitet? Dass diese andere Kirche, die sich auf den Nazarener beruft, dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt hat. Aber das war der Preis. Was hätte ich denn machen sollen? Haben Sie nicht kapiert, dass jedes Eingreifen von außen die Dinge immer nur schlimmer macht? Warum, glauben Sie, hat man diese Versuche als "Plagen" bezeichnet oder von meinem "Zorn" gesprochen? Weil es die Welt besser gemacht hat? Wollen Sie vielleicht einen Kometeneinschlag? Das können Sie doch inzwischen ohnehin alles selber. Im Übrigen tun Sie hier so, als gäbe es nur Europa. Woanders, wo sie mich gar nicht erst gefragt haben, da lief es doch viel besser. Bis ihr auch dorthin kamt mit eurem selbstgerechten Getue.

P: Ich fasse also mal zusammen: Sie haben nach der ersten Schaffensphase nur noch korrigierend eingreifen können, indem Sie zerstört haben, was aus dem Ruder lief. Sie haben die Dinge also entweder von vornherein schlecht gemacht oder sie später noch verschlimmert. Sie haben episch versagt, über Äonen hinweg, und jetzt wollen Sie, dass ich Sie einstelle?

B: Wer sagt denn das? Diesmal tue ich nur meine Pflicht und bin pünktlich zum Gespräch erschienen. Sie können mit mir weitermachen oder ohne mich, aber das ist dann ganz allein Ihre Entscheidung.

 
rl

Real Madrid, einer der reichsten Fußballclubs der Welt, hat ein neues Vereinslogo, jedenfalls für den arabischen Raum. Dabei fällt dem Club, der nicht nur durch Stars wie Cristiano Ronaldo und Titelgewinne bekannt ist, sondern auch durch diverse Steuerbetrüge, kein Zacken aus der Krone, sondern gleich das ganze Kreuz. Es könnte sich jemand beleidigt fühlen oder gar gekreuzzugt, wenn das nicht entfernt wird.

Wohlgemerkt sind es keine islamistischen Horden, Terroristen von der ISS oder Altkleider, sondern der Vermarkter des Clubs, dem das eingefallen ist, "um bessere Umsätze im arabischen Raum zu erzielen". So ein Kreuz kann ein Umsatzhemmnis sein. Man stelle sich nur vor, der Stöpsel vom Scheich läuft mit seinem CR7-Shirt auf, während der Schwippschwager von Al-Wahabs zu Gast ist. Da bebt dann der Teetisch, und das wollen wir doch vermeiden. Überhaupt: Was sollen die Leute sagen? Wir gehen hier ja auch nicht mit dem "Palästinenser" zur Vorstandssitzung.

Allah, Jehova, Mammon

Ein Dollarzeichen auf der Krone im Wappen hätte sicher niemanden aufgeregt, nicht einmal angeregt etwas zu tun, über das sich jetzt wer künstlich aufregt. Die Religion des allgegenwärtigen Kapitals, seiner unerschöpflichen Macht und der Zeremonienmeister seiner heiligen Messen ist die einzig universelle. Eine Theodizee hat sie auch. Wie kommt es nur, dass so viel Armut in der Welt ist, wo die Welt doch so reich ist? Na? Gibt es ein arabisches Wort für "Eigenverantwortung"? Aber doch sicher einen Ausdruck für "Selber schuld!".

Daran scheitert übrigens auch jede Mission. Wer darauf beharrt, Währungen zu exportieren - Kreuz, Halbmond, Stern, die nicht konvertierbar sind, stößt eben an die Mauern anderer Währungsräume und handelt sich bloß Ärger ein. Da muss man dann schon zwodrei Mal das Zielgebiet dem Erdboden gleichmachen oder wenigstens alles ausrotten, was auf Traditionen beharrt. Ganz anders der allseits tolerante Glaube an den internationalen Zahlungsverkehr.

In den hat sich übrigens so manche Religion eingeprägt; sei es die des Öls, des Profits oder schlicht die der Herrschaft, die schon immer und überall wusste, was Luther so nachdrücklich seinen Christkindern hat einbläuen lassen: Ihr seid alle Arschlöcher, nur eure Herren nicht, denn die hat Gott persönlich ausgesucht. Wie sonst sollte er eine Handvoll Menschen so reich gemacht haben wie den Rest der Welt zusammen? Von mir aus können sie auch einen Halbmond auf den Lappen nähen, solange die Musels 87 Euronen pro Stück abdrücken.

 
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Brutstätte Ruhr: Zwischen Kommunismus und Erbkrankheiten

Habe ich erwähnt, dass mein Opa ein Polacke war? Jawohl, Migrationshintergrund®! Allein deshalb kann ich mich schon nicht leiden. Man muss natürlich auch mal fragen, wie meine Eltern dann an einen Ariernachweis kamen? Hm? Das stimmt doch was nicht! Aber so sind sie ja, hier an der Ruhr und im Ruhrrandgebiet, das extra um die Goldkante "Münsterland" und weitere Gemeinden guter Christenmenschen erweitert werden musste, um die Rote Ruhr zu verhindern. Ausländer und linkes Gesocks.

Gut, dass die Alliierten in freundschaftlicher Kooperation mit erfahrenen Staatsleuten uns den Kommunismus ganz schnell ausgetrieben haben. Mit Stumpf und Stiel, so wie sie es gewohnt waren, ohne Erbarmen, falsche Gnade oder Rücksicht. Die Ausländer hingegen wurden gebraucht, man will es gar nicht wissen, was sie den Kumpel sonst für Löhne hätten zahlen müssen. Ja, schon damals waren es die Adenauers, also eigentlich unsere, die Guten, die für die Masseninvasion gesorgt haben. Wie gesagt: Der Pott wurde mehrfach umgevolkt: Polacken, Itaker, Türken. Wir sind hier längst Polackitatürkdeutsche. Ach was, da ist nix Deutsches mehr dran.

Es ist fünf vor!

Der Sachse, der weiß noch, was das ist: deutsch. Der bleibt unter sich und lässt nicht jedes Schlammblut in seinen Genpool. Ja, der Sachse, der ist von allen der reinste und rassigste. Das lässt er sich nicht durch Inzucht mit Ausländern versauen. Wenn ich mir nur vorstelle, wie der Polacke damals unsere Frauen angetanzt und meine Oma geschändet hat, könnte ich mich selbst auskotzen. Na den haben sie wenigstens zurückgeschickt, und zwar bis hinter Polen. Unterwegs durfte der noch ein paar Russen abknallen, dann hat's ihn selbst erwischt.

Guck dich mal hier um, hier weiß doch keiner mehr, von wie viel Multikultigerammel er schon durchrasst ist. Wenn du hier einen Arier sprechen willst, musst du einen Iraner anquatschen. Ja, check das mal aus, Alter, die Persermuchels als Retter der Rasse, willkommen in Nordrhein-Westfalen! 18 Millionen Menschen, davon allein 10 Millionen Erbkranke im Ruhrgebiet. Wusste der Dresdner, dass er das für seine D-Mark bekommt? Kann es dem Bayern recht sein? Der schwäbischen Hausfrau?

Es darf kein Tabu sein, auch über solche Rettungsmaßnahmen zu sprechen, die vordergründig extrem erscheinen. Eine Mauer mag teuer sein, aber manchmal lohnt es sich einfach. Wir müssen uns doch über das Schicksal Deutschlands gar nicht mehr unterhalten, wenn man diesen Infektionsherd von der Größe eines mittleren europäischen Staates nicht entfernt. Wenigstens der Großraum Rhein-Ruhr gehört isoliert und abgestoßen, sonst müssen wir uns nicht wundern, wenn hier bald der Syrer sächselt. Ich bin starr vor Angst.

 
mn

Januar: Donald Trump wird vereidigt und tritt sein Amt an. In der darauf folgenden Nacht erleidet er einen tödlichen Herzinfarkt. "Der Spiegel" beschuldigt Vladimir Putin des politischen Mordes und fordert offen den Krieg gegen Russland. Andere Medien schließen sich dem zunächst an. Auf eine Demonstration von 100.000 begeisterten Atlantikern folgt eine weitere von Putinverstehern. Die Veranstalter sprechen von zwei Millionen Kriegsgegnern, die Tagesschau nennt "mehrere Tausend". Bundeskanzlerin Merkel versucht, "eine gemeinsame Lösung zu finden". US-Präsident Pence erklärt den Austritt der USA aus der NATO.

Februar: Frank-Walter Steinmeier wird neuer Bundespräsident. In seiner Aufsehen erregenden Antrittsrede erklärt er nicht nur den Islam für einen Teil Deutschlands, sondern lässt auch durchblicken, dass er das Bundessicherheitserhöhungsgesetz (BSEG) in seiner vorliegenden Fassung nicht ausfertigen werde. Darin wird nicht nur der Abschuss von Verkehrsmitteln durch die Bundeswehr in Gefahrensituationen geregelt, sondern auch das Erstürmen privater Wohnungen durch die Feldjäger. "Bild" spekuliert über "private Probleme" Steinmeiers.

März: Die Wahrheitskommission des Abwehrzentrums gegen Falschmeldungen hat ihre Arbeit aufgenommen und begonnen, die Meldungen des vergangenen Aprils zu prüfen. Bis zur endgültigen Entscheidung über den Wahrheitsgehalt dürfen Meldungen nicht mehr veröffentlicht werden, es sei denn von zertifizierten Meldungsstellen. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt. Die CSU hat bereits härtere Strafen gefordert. Die Regierungskoalition aus CDU/CSU, SPD und Grünen verhandelt noch darüber, ob mündliche Meldungen in kleinerem Kreise ebenfalls unter das FMAG (Falschmeldungsabwehrgesetz) fallen. Die Facebook-Aktien gaben dramatisch nach; Twitter hat bereits Insolvenz angemeldet.

April: In einem Kompromiss einigt sich die Koalition auf die weitere Aufnahme von gechipten Flüchtlingen. Einwanderer aus Krisenregionen erhalten Zugang zu unserem Vaterland, wenn sie sich elektronisch markieren lassen. "Das ist absolut zumutbar", erklärt Cem Özdemir, der den Vorschlag des Innenministeriums begrüßte, "zumal das Material der elektronischen Begrüßungseinheit aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt wird.". Der Chip enthält Informationen über die Physiologie sowie politische und religiöse Einstellungen von Einwandere_*en. Streit gibt es nur über die Erfassung des Geschlechts. Die Grünen lehnen dies als diskriminierend ab.

Mai: Das Wachstumsbeschleunigungsarbeitsplatzgesetz setzt die Vorschläge der Industrie zu einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten um. SPD-Chef Gabriel lobt die dadurch steigenden Löhne: "Da können sich die Arbeitnehmer mal einen vollen Schluck aus der Pulle gönnen. Zehn Prozent Lohnsteigerung hat es seit der Nachkriegszeit nicht mehr gegeben." Die bevorstehende Einführung der 55,5-Stunden-Woche mache Deutschland wieder wettbewerbsfähig.
Der Bundeshaushalt investiert Steuerüberschüsse und kauft alle griechischen Inseln.

Juni: Nach dem Rückritt Frank-Walter Steinmeiers, bei dem Kinderpornographie gefunden wird, einigt sich die Deutschlandkoalition, der sich in den Zeiten der Krise auch die "Linke" angeschlossen hat, schnell auf einen neuen Kandidaten. Günter Jauch kann schon eine Woche später ins Schloss Bellevue einziehen. Seine beliebte Sendung "Wer wird Millionär?" führt er fort, da diese "eine wichtige Stütze des Inneren Friedens darstellt", wie die Kanzlerin betont.

Juli: Bei der Gemeindewahl in Suppenstedt-Heimersiel müssen die Stimmen neu ausgezählt werden. Hier ist die Vaterländische Front auf nur 60% gekommen, was sogleich Verdacht erregt. Schnell stellt sich heraus, dass russische Hacker die Wahlen manipuliert haben. Die Neuwahl wird im Oktober unter strengster Aufsicht der Wahrheitskommission wiederholt werden.
Es wird mit Temperaturen von 45° ein heißer Sommer, den die Wahrheitskommission für das Resultat von Sonneneruptionen erklärt. Jörg Kachelmann leistet bei seiner Festnahme gewaltsamen Widerstand und kann nur durch einen sich lösenden Schuss unter Kontrolle gebracht werden.

August: Auslandseinsätze der Bundeswehr sollen künftig auf weniger bürokratische Hürden stoßen. Die neue Friedensarmee erhält ein umfassendes Mandat zur Sicherung der Grenzen von außerhalb und zur Wahrung der Bundesinteressen auf aktuell fremdbesetztem Gebiet. Insbesondere die Versorgungslage der Bevölkerung soll nicht durch unvernünftige Entscheidungen ausländischer Behörden gefährdet werden. "Fremdwahrheiten, die außerhalb unseres Prüfungsgebietes publiziert werden, können wir nicht einfach hinnehmen, wenn sie zu falschen Entscheidungen führen", so der Minister des Globalen Inneren, Thomas de Maizière.

September: Angela Merkel wird wiedergewählt. Da ihre schon vor der Wahl geschmiedete Koalition "Die Vaterländische" in allen Gremien der Republik auf mindestens 75% der Mandate kommt, kann sie auf eine Ernennung auf Lebenszeit hoffen. Hinter ihr steht eine ganze Nation - Politik, Industrie, Gewerkschaften und Kirchen. Deutschland war lange nicht mehr so geeint und so stolz. Bundespräsident Jauch schlägt vor, die Kanzlerin auch zur Präsidentin zu küren und unverzüglich die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Oktober: Ein Bataillon russischer Fallschirmjäger landet in Suppenstedt-Heimersiel und beschlagnahmt die Wahlurne. Als Entschädigung bringen die Kosaken einen Hektoliter ihres besten Wodkas mit. Suppenstedt-Heimersiel erklärt sich noch in der Wahlnacht für unabhängig, um sich tags darauf der Russischen Föderation anzuschließen. "Geht doch", kommentiert Machthaber Putin. Deutsche Politiker zeigen sich empört. "Ich kann in zwei Stunden auch in eurer hässlichen Waschmaschine am Spreebogen sitzen", droht der Potentat. Die Bundeskanzlerin bemüht sich um eine "diplomatische Lösung".

November: Ein Anschlag auf Deutschland an einem geheim gehaltenen Ort wird auf frischer Tat vereitelt. Am Tatort findet man den Ausweis des mutmaßlichen Täters, seine Geburtsurkunde, Kreditkarten, zwei Mobiltelefone, den Impfpass, eine Speichelprobe, seinen Briefkasten mit der Korrespondenz des vergangenen Jahres, Kontoauszüge und ein zehnbändiges Tagebuch. Bei der Auswertung der Fundstücke gehen die meisten Informationen durch spontane Selbstentzündung verloren. Dasselbe gilt für den Täter, der aber anhand der mitgeführten zahnärztlichen Unterlagen identifiziert werden kann.

Dezember: Die Wahrheitskommission entscheidet, Wahrheit® völlig neu zu organisieren und delegiert das Management an die Bertelsmann-Stiftung. Vom Springer-Verlag organisierte "Volksproteste" werden teils von Truppen des Bundesdienstes McKinsey-Berger niedergeschlagen, zeitigen aber dennoch Erfolg. Springer wird das Management der Volkswahrheit® zugesprochen, das Wahrheit® ergänzen soll. Thomas de Maizière wechselt zu Bertelsmann, bei Springer übernimmt Thilo Sarrazin den Vorsitz. Am Silvesterabend beendet eine weltweite Zombieapokalypse den ganzen Scheiß und es wird endlich wieder einmal ordentlich gefeiert. Selbst Deutsche tanzen sich an und haben Sex. Es ist das Ende der Welt.

 


Ich streite mich schon den ganzen Tag. Etwas von damals® muss es wohl sein, das hinter mir her ist und meinen Tinnitus überlagert: "Los, schreib' was, ich will was anderes lesen als das Bullshitbingo." Ich2 so: "Leck mich, ich bin krank!" Ich1, von dem Ich2 sich fragt, wie es eigentlich dazu kommt, dass es sich diesen Vorrang anmaßt, näselt dazu nur: "Ach kraank, wie süüß! Haben wir Männerschnupfen?!" Tatsächlich war ich drei Jahre nicht krank. So lange meine Liebste noch lebte und meiner bedurfte, habe ich das aufgeschoben.

Na jedenfalls hat Ich2 sich dann zwischen die Hunde auf die Couch gelegt, wie demonstrativ, und schlief ein Ründchen. Kaum erwacht, wurde es wieder bedrängt, und weil es den 1000-seitigen Schmöker, in den es eigentlich allmählich einmal eintauchen will, als zu schwer befand (davon kriegt es Rücken, Herrgott!), wurde es ins Archiv geschickt. Feyne Texte fand es dort aus den Anfangsjahren, richtige politische. Es kommen gar Parteien und Personen des Talkshowbiz darin vor, das kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Inspiration ist dennoch etwas anderes.

Ichkannichmehr

Die Blockade war nicht zuletzt ausgelöst worden durch ein anfangs heiseres, dann schallendes Lachen, das in jenen Husten überging, der von außen nach Natodraht an betontrockenen Bronchien klingt und einen reflexhaft rückwärts hüpfen lässt, um dem zu erwartenden blutigen Auswurf zu entgehen, der sicherlich bald wie eine Strombolianische Eruption über die Umstehenden niedergehen würde. Doch ist es nur der Klang, der quasi postfaktisch einen deutlich hoffnungsvolleren Krankheitsverlauf begleitet und ihm diesen Schrecken verleiht.

Das Lachen wiederum wurde ausgelöst durch den Ausweis. Ich1 und -2 verlangten unverzüglich eine Statistik über Kriminalfälle außerterroristischer Art, die durch das galante Hinterlassen des Bundespersonalausweises oder vergleichbarer Papiere geklärt werden konnten oder die Fahndung wenigstens erheblich vereinfachten. Ach was, wir kennen das Resultat! Terrorist, so schlossen sie, muss ein Lehrberuf sein, zu dessen unverzichtbaren Grundqualifikationen das Hinterlassen eines Papiers gehört, und zwar unübersehbar, aber doch so, dass es einwzo Tage dauert, bis es gefunden wird. Ganz große Magie, davon verstehen Sie nichts, folgen Sie einfach den Anweisungen der Sicherheitskräfte!

Jetzt habe ich es doch wieder erwähnt, wenn auch implizit. Ich wollte das nicht, ehrlich, aber mein Zustand! Halt, lasst mich erklären, ihr macht einen Fehler!

 
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Es ist wahr. Sie sind hier. Überall. Sie sind alle. Hier wird kein Wort Deutsch mehr gesprochen. Spanisch, Französisch, Englisch, Russisch, und das nur auf dem Weg zum Bäcker, der wegen der Unsicherheit, die diese Horden verbreiten, 42 Cent für ein Brötchen nehmen muss, das nur mehr aus politischer Korrektheit „Schrippe“ heißt.

Sie fotographieren alles. Ein kurzfristig leerstehendes Ding, das bald mit einer neuen tollen Geschäftsidee aufwarten wird, wie das mit den bunten Tellern und Tassen nebenan. Türen. Rinnsteine. Cafés. Fahrräder. Warum tun sie das? Was hecken sie aus? Wollen sie hier einbrechen?

Der einzige deutsche Satz, den ich höre – nein, das ist kein müder Witz – kommt direkt aus dem gammeligen Schlund der Hölle, Heise-Forum, Mülleimer, Spamfilter: „Armes Deutschland!“. Einer der letzten Einheimischen, dessen Verzweiflung über die Verlotterung der Sitten nach der Umvolkung seiner Stadt sich Bahn bricht.

Umvolkung abgeschlossen

Buschkowsky, wo bist du? Auf dem Weg hierher hörte ich auf einem der zwanzig Radiosender, deren Gedudel man keine drei Minuten aushält, dass du dort eine eigene Sendung hast. Wie nutzlos, sie verstehen dich hier doch gar nicht. Man braucht dich vor Ort, wo du das Schlimmste verhinderst. Oder hätte hätte Fahrradkette nicht verhindert hast.

Sogar eine Synagoge haben sie hier, aber die ist eingesperrt. Panzersperren, Ketten, Bullerei, und zwar nicht, weil der Terrormann sich angemeldet hat, nein, das ist hier offenbar Alltag. Man weiß ja nie, was diese ganzen Ausländer so im Schilde führen. Ich sage euch, es ist schlimmer als in der Bronx. Berlin hat wirklich furchtbare Seiten. Das hier ist "Mitte". Tiefer kannst du nicht sinken.

Ich werde gleich durch die mit skurrilen Geschäftsangeboten gespickten Häuserschluchten mein Heil im nächsten Stadtteil suchen, aber mir wurde wenig Hoffnung gemacht. Dort sei es deutscher, heißt es, aber was dort noch übrig ist, sei kulturell schon völlig verwahrlost. Man verstehe sie nicht mehr; sie kennten gar den Unterschied von Mann und Weib nicht mehr.

In diesem Sumpf hält man es obendrein für Kultur, die Devotionalien einer der schlimmsten Banden der jüngeren Geschichte auszustellen, einer Rotte sogenannter Panker, die Haschgift spritzend ihre blutige Spur durch die einstige Kunst der Musik zogen und auf ihren Stromguitarren alles dafür taten, das Abendland total kaputt zu machen. Ich muss hier weg!

 
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Brutale Kommunisten

Was haben wir es doch gut! Man muss ja nur einen Blick zurück werfen in den Unrechtsstaat DDR - was da immer wieder zum Vorschein kommt an Grausamkeiten der kommunistischen Terrorherrschaft, ist erschütternd. So haben sie zum Beispiel Experimente an Kindern gemacht. In staatlichen Heimen wurden Kindern Medikamente verabreicht, noch ohne dass die Eltern darüber informiert wurden. Impfstoffe, Psychopharmaka, alles, was das Versuchslabor bietet. Ach oops, das war ja gar nicht die DDR; das war ja die BRD. Darüber kann man jetzt für teuer Geld bei "Spiegel plus" lesen, oder man liest einfach nen alten Artikel woanders.

Stasi

Und diese Stasi, furchtbar! Ach nee, das ist ja ... zum Beispiel der Nazisumpf, in dem der 'NSU' gewachsen ist. Furzkomisch: Der Atlantiker schreibt, der Waffenlieferant einer Truppe erklärter Nationalsozialisten und Mörder sei gar kein "wohlmeinender Patriot". Ja leck' mich fett, wie haben die das denn jetzt wieder rausgekriegt? Das muss etwas mit dieser magischen Sorgfaltspflicht zu tun haben.

Legal, illegal, Ikearegal

An der anderen Flanke sind sie übrigens flexibler, und hier zeigt sich, was ein Rechtsstaat so alles kann. Vor allem verzeihen und vergessen. War die Stasi die Gestapo der Linksfaschisten, so haben wir hier klar definierte Zuständigkeiten und Gewaltentrennung. Zum Beispiel geheimpolizeiliche Maßnahmen, die völlig illegal sind. Wir lernen: Unrechtsstaat - legal; Rechtsstaat - illegal! Der Clou: Wenn eifrige Bulletten sich ohne Genehmigung und Rechtsgrundlage tief in das Privatleben ihrer Opfer eingraben, müssen sie das nur nachher zugeben. Dann hat das nicht nur für die Täter keine Konsequenzen, es führt auch dazu, dass die Opfer kein Recht auf Aufklärung haben, denn mit dem Eingeständnis der Schuld ist ja alles wieder gut. Zauberhaft.

Ich sehe nichts, was du nicht siehst

Aus der Serie "Der Dienst ist nicht mehr geheim, wenn ihn wer kontrolliert", lesen Sie heute die Folge 1337: "Zu wenig Kontrolle ist noch zu viel und der da hat schon mal Fragen gestellt". Wie man - Achtung Rechtsstaat! - mit der Verfahrensordnung jetzt noch effizienter aus dem Fenster schaut, während einem die Akten aus der Tasche fallen, weiß die Sueddeutsche.

Allahu Akte

Es wäre auch sonst nicht auszuhalten, das ganze Elend. Haben sie doch aktuell einen Islamisten gefunden zwischen all den Nazis und Dorftrotteln. Er hat sich "unbemerkt radikalisiert®"! Die Sorgfaltspflichtigen haben mir bis heute nicht erklärt, was das ist oder je danach gefragt, was das sein soll, dieses Radikal, das sich immer anhört wie eine Infektion.

Plötzlich hast du radikal, da kannste nichts machen. Ganz fette Sahne ist aber, dass sie das nicht einmal merken, wenn der Islamistiker jeden Tag neben ihnen am Schreibtisch sitzt. Fucking kidding me? Klingt ein wenig wie die übliche Amerikanisierung. Bei denen schießen ja auch Terroristen, also ehemals gemäßigte Rebellen, auf gemäßigte Rebellen, also künftige Terroristen, und das FBI nimmt regelmäßig die eigenen V-Leute fest. Soll man aber jetzt nicht meckern, das schafft immerhin Arbeitsplätze®.

Siggi Populus

Kommen wir abschließend zu etwas völlig anderem. Der Blob Siechmar Gabriel lernt von den Besten und schleust sich selbst ein. "Was hilft gegen diesen schlimmen Populisums®?", hat er sich gefragt. Wer jetzt schon lacht, ist schlecht im Bett. Gabriel ein Populist? Hört doch auf, nein! Aber er hat entdeckt, dass man auch die "RTL-Gucker" liebhaben muss. Zitat:
"Wenn der Mann auch noch „Ausländer“ und nicht „Menschen mit Migrationshintergrund“ sage, sei gleich was los, weil das nicht dem Gender-Sprachgebrauch entspreche".

"Migrationshintergrund“ ist demnach ein Gender oder bestenfalls Gender eine Sprachregel. Hört ihr das, FeministI*-erxe? Das sind die Früchte eures epischen Versagens. Zehntausend Tweets, Tonnen von Aufmerksamkeit und nicht einmal die Rudimente eines Inhalts vermittelt. Da geh' ich doch lieber zum Zahnarzt. Künftig brauchen wir uns also von den Negern nicht mehr vorschreiben lassen, ob wir eine Tucke "Schwuchtel" nennen dürfen. Das verringert die Kluft zwischen Bürgern und Politikern, und endlich regiert wieder die SPD. Schluss mit Populismus!

 
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Bundeskanzlerin Merkel wird die neue Bundespräsidentin. Sie wird derweil ihr bisheriges Amt weiterführen und weiterhin strikt politische Neutralität walten lassen. Wie schon immer wird sie heute dies und morgen jenes für richtig halten und warten, bis jemand anderes entscheidet, dem sie in Falle des Falles dafür ihr Vertrauen aussprechen wird. Um dem für Krisenzeiten alternativlosen Anspruch an eine Good Governance gerecht zu werden, übernimmt sie auch die Ämter des Bundestags- und Bundesratspräsidenten. Zum Ausgleich soll Vizekanzler Gabriel sämtliche Bundesministerien sowie die Ämter der 16 Ministerpräsidenten übernehmen.

Lustig? Nicht lustig. Aber das hier vielleicht? Steinmeier. Steinmeier! Ich will jetzt überhaupt nicht auf die Verdienste des großen Architekten der Hartz-Hölle eingehen, seine gloriose Rolle, als er seinen Landsmann Murat Kurnaz und alle anderen Unschuldigen in Guantanamo hat lieber weiter foltern lassen als ihm die Heimkehr zu gestatten. Nicht einmal sein je nach Ansicht unfassbares Versagen oder seine eiskalte Protektion für faschistische Geheimdienste will ich jetzt thematisieren, denn das wäre Inhalt, und der ist sowas von 2007. Schlimmer noch könnte man das schon als Hintergrundinformation betrachten, und Kinder, die Achtziger sind ja nun wirklich vorbei!

Reinstes Blut

Nein, ich will lediglich auf zwei Dinge hinweisen, die mit der Auswahl dieser bestens vernetzten Person zu tun haben. Erstens dass er nämlich wie gesagt, was schlicht bedeutet, dass der Mann aus dem inneren Zirkel des inneren Zirkels kommt, man also in dieser Kloake eines Treppenwitzes des de facto bereits abgewickelten sogenannten "Rechtsstaats" nicht einmal mehr einen beschissenen Grüßaugust findet, der kein Produkt einer widerlichen Inzucht ist. Diese Dimension von Selbstkontraktion und Vetternwirtschaft ist schon keine Clanherrschaft mehr, das ist der Terror einer genetisch unrettbar zerfickten Kleinfamilie über den Rest der Republik.

Und was, zweitens, schreibt einer der verschwägerten Neffen seines Bruders aus demselben Betrieb als Höhepunkt seines intellektuellen Schaffens und Zeugnis einer zerebralen Fehlbildung, für die weniger blutreine Idiotenkinder ein amtliches Schädel-Hirn-Trauma bemühen müssten? Dies sei "Anti-Trumpismus", mithin die genau richtige Reaktion auf den Tritt in die Eier, den die amerikanischen Ableger für ihr öffentliches Kopulieren bekommen haben, bei dem nur Verwandte allerersten Grades zugelassen waren, die also mindestens in zwei Generationen mit sich selbst verwandt sind. "Wir wollen Inzest mit Inzucht bekämpfen!", ja geil, Mann!

Falls es jemandem entgangen sein sollte und er vielleicht jetzt nicht weiß, ob er meinen Gleichmut bewundern oder mich für völlig abgehoben halten soll:
Ich bin angepisst!

 
rg

Ich schreibe hier selten über Privates, aber der aktuelle Trend beim Schutz vor Minderheiten zwingt mich dazu. Durch meine Erziehung gehöre ich zu einer Minderheit, die sowohl sozial als auch in sexueller Hinsicht u.a. durch vielfache Traumatisierung beeinträchtigt ist. Für fast jede Spielart der Sexualität und Partnerschaft gibt es inzwischen ein 'Gender', nur Meinesgleichen wurde dabei völlig vernachlässigt.

Ich stehe unter dem Zwang, nur Sexualpartner zu akzeptieren, die sich auf jede erdenkliche Weise erniedrigen lassen. Das hat nichts mit meinem grundsätzlichen Respekt vor denen zu tun; ich kann halt nicht anders. Man kann sich ja kaum vorstellen, wie schwierig es für einen ohnehin unattraktiven alten Mann ist, ein Stück Fleisch zu finden, das auf mein irreversibel eingebranntes Programm positiv reagiert. Die meiste Zeit meines Lebens bin ich deshalb allein.

Akzeptiert mich!

Schlimmer aber noch: Permanent verlangt man von mir, Frauen in einer bestimmten Weise zu begegnen, zu behandeln und anzusprechen. Auf gar keinen Fall dürfe ich sie wie einen Putzlappen benutzen; ja, ich soll sie sogar siezen! Wie soll jemand mit meiner Behinderung so jemals eine Schlampe finden, die sich willig im Staub windet? Mir ist die Ausübung jeglicher Sexualität faktisch verboten, obwohl ich damit nicht einmal gegen Gesetze verstoße. Diskriminierung kann nicht gnadenloser sein.

Aber auch im ganz alltäglichen Umgang mit Menschen werden mir meine Rechte aberkannt. Mir werden die Rechte auf Meinungsäußerung und Freizügigkeit verweigert, ich werde gar zu absolutem Schweigen verurteilt. Meine Störung, eine Personalisierte-Tourette-Manie, tritt in Form abweichender Kommunikation zutage.

Inklusion sofort!

Ich nähere mich Menschen mit gefährlichen Gegenständen und stoße unwillkürlich zu, dabei treffe ich sie gemeinhin gar nicht. Außerdem muss ich sie zwanghaft beleidigen und Naziparolen brüllen. Habe ich deshalb kein Recht mehr auf soziale Teilhabe? Nicht einmal in lustigen Kostümen darf ich mich ausleben, dann schreit sofort wer nach schärferen Gesetzen.

Die Menschen da draußen haben ein Wort für uns, das wir nicht länger zurückweisen, sondern fortan mit Stolz zu unserem Label machen wollen. Wir kämpfen wie andere Minderheiten auch für unseren Platz in der Gesellschaft. Wie einen zweiten Namen tragen wir den Titel „Arschloch“ und nehmen ihn an. Wir, der freie Zusammenschluss „Union Stolzer Arschlöcher“, haben getagt und stellen für den Anfang drei Forderungen:

- Anerkennung als Gender
- Uneingeschränkten Zugang zu Clubs und Gesellschaften
- Befreiung von der permanenten Retraumatisierung durch den Zwang zur Höflichkeit

01.11.2016
U.S.A.

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