kunstlyriklamauk


 
hdgdl

Gut informierte Leser wissen, dass GdL-Chef Weselsky nicht für Arbeitnehmer kämpft, sondern aus Egoismus einen Krieg gegen das Volk führt. Er will die Bahn kaputtmachen, damit niemand mehr pünktlich zur Arbeit kommt. Ihm ist der Standort Deutschland egal, und wenn er das zarte Pflänzchen Aufschwung überrollt, wenn Millionen Arbeitsplätze vernichtet werden, hält er das für einen Erfolg. Kein Wunder, dass immer mehr deutsche Unternehmen ins Ausland abwandern.

Auf seinem zerstörerischen Weg hat er nun eine Waffe gefunden, die alles Dagewesene in den Schatten stellt. Weselsky will keine Arbeitsplätze, er will nur Rache. Dabei hat niemand mehr einen positiven Einfluss auf ihn. So war ihm Norbert Hansen, ehemaliger Chef der Gewerkschaft Transnet und einer der fähigsten Gewerkschafter aller Zeiten, schon immer ein Dorn im Auge. Weselskys Neid auf den inzwischen zum Manager aufgestiegenen Kollegen entfacht seine gnadenlose Wut.

Welche Waffe er einsetzen wird

Auch Bahnsprecher Pofalla, der ausdrücklich den Streik der Gewerkschaften für beendet erklärt hat, findet kein Gehör. Weselky akzeptiert kein Machtwort außer seinem eigenen. Jetzt lässt er alle Hemmungen fahren und setzt ein Mittel ein, das Deutschland mit Furcht und Schrecken erfüllt. Er hat für die GdL einen Verhandlungsführer engagiert, der die Bahn, die Gewerkschaft und das ganze Land in den Ruin führen soll. Einen Experten nicht nur für die Bahn, sondern vor allem für Chaos und Niedergang. Weselsky hat für seinen Vernichtungsfeldzug keinen geringeren gewonnen als Hartmut Mehdorn!

In einer Dringlichkeitssitzung hat das Bundeskabinett ein Paket auf den Weg gebracht, das über die bisherigen Notverordnungen gegen die Zersetzung der deutschen Wirtschaft durch unbedeutende Gewerkschaften hinausgeht. In Abwesenheit der Kanzlerin, die ein strategisches Zentrum für Zwergeichhörnchen einweihen muss, versuchen Vizekanzler Gabriel, Arbeitsplätzeministerin Nahles und Justizminister Maas die Soziale Marktwirtschaft zu retten.

Wie die Regierung uns retten will

Es wird künftig einen neuen Straftatbestand "Solidarität" im Strafgesetzbuch geben. "Wir müssen echte Solidarität schützen gegen Zusammenrottungen fehlgeleiteter Bürger, sonst hätten wir bald die Lynchjustiz in Deutschland. Niemand braucht gewaltbereite Gruppen, die Unternehmen zerstören oder die Ordnung bedrohen. Gleichzeitig haben wir dabei auch diejenigen im Blick, die sich zusammentun und dennoch Hilfsleistungen in Anspruch nehmen. Legale Solidarität ist in einer Demokratie durch das staatliche Gewaltmonopol abgedeckt“, sagte Gabriel am Dienstag der Bild am Montag,

Nahles erklärte am Samstag dem "Freitag", man müsse jetzt handeln. Eichhörnchen könnten auch nur Nüsse essen, die sie vorher gesammelt hätten. Nachfragen verwies sie an Regierungssprecher Seibert, der verlautbarte, er könne kein Gesetz kommentieren, das nicht in Kraft sei und keine Eichhörnchen, die er selbst nicht besucht habe.
Der Entwurf wurde von allen demokratischen Fraktionen begrüßt. Lediglich die Partei "die Linke" äußerte Bedenken. Sie forderte ein Verbot nur von falscher Solidarität und eine eindeutige Definition des Tatbestands, um Rechtsunsicherheit zu vermeiden.

 
ratio

"Die Verkehrsdaten werden bei diesem Vorgang nicht verbeauskunftet, sondern die Verkehrsdaten werden dafür genutzt, dass der jeweilige Telekommunikationsunternehmer aufgrund der Zuordnung der dynamischen IP-Adresse in die Vergangenheit in der Lage ist, den hinter dieser dynamischen IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt stehenden Nutzer zu identifizieren und zu beauskunften."

Wer so spricht oder schreibt, hat den Anschluss an die Realität endgültig aufgegeben. Das ist kein Deutsch des Grauens® mehr, das ist nur noch Grauen. Die Vokabel "beauskunften" ist schon ein Sprachkatarrh erschreckenden Ausmaßes, bei "verbeauskunften" ist der Infarkt nicht mehr zu behandeln, und wer diese beiden Symptome in einen Satz packt, hat auf dem Weg zum Semantikzombie sämtliche Hürden mit einem Sprung genommen.

Beängstigung

Man kann statt "verbauskunften" einfach "mitgeteilt" sagen, "gesendet" oder - salopp formuliert - "verraten". Man kann zwanzig weitere Wörter benutzen, allesamt treffender und im Duden aufzufinden. Man kann nicht "beauskunften" sagen. Geht nicht. Darf nicht. Ist in keiner lebenden oder toten Sprache vorgesehen. Schon gar nicht "verbeauskunften" oder "verbeauskunftungstransagieren". Was soll das? Fragt sich nicht nur der Max.

Die Verbeamtung der politischen Verbeauskunftung ist ja nur eine Flanke, auf der die Terroristen uns angreifen, um den totalen Krieg gegen alles Lebendige in die Sprache zu tragen. Die professionellen Täuscher und Tarner teilen sich den Job mit den Lügnern der Werbeauftragung, PR-Fuzzis, Gebetsmühlenschmiede, Schaumschläger aus den Schlagwortstudios. Die Volksvertretung lässt sich vertreten. Sie haben uns nichts zu sagen. Wir haben ihnen nichts zu sagen. Daher kaufen sie Texte ein, zu denen es nichts zu sagen gibt. Ehe irgendwer das sortiert hat, ist längst die nächste Bombe eingeschlagen.

Verungung ist das neue Schön

Sozial ist, was verbeauskunftet. Für eine leichte bis mittlere Beaufschlagung der Bruttosteuerlast. Wohlstand durch Bestandsauskunft bei eingeschränkter Höchstspeicherfrist. Sicherheit durch Rechtssparsamkeit, Leistungsstarke Geheimnisminderung durch Nichtöffentlichkeit. Muddi Merkels Pudding schafft leckere Arbeitsplätze. Uschis Kuscheltruppe jetzt noch feuriger. Varufuck is abgebrannt. Möglicherweise brutalen Anschlag auf möglichen Kindergarten verbehindert.

BND-Gewerkschaft fordert Beweiterung identitätssichernder Maßnahmen. Sommermärchen durch Verbeanschlagung bedroht. Rettung durch Sparmaßnahmen. Du bist ein Volk. Zusammen sind wir reich. Vaterland ist, wo Kindschaft war. Eine Rückverbeheimatung ist im Sinne aller zu begrüßen. Die Institutionen haben nach Herstellung der Nichtöffentlichkeit ein Paket verabschiedet. Putins Verschwörungstheoretiker stellen im Internet Mutmaßungen an. Gegenmaßnahmen sind in Vorbereitung.

Die Bundesregierung muss wirksam regieren können im Sinne einer Politik für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze. Ein bürokratisches Monster wie das Grundgesetz ist eine Wachstumsbremse, die sich das globalisierte Deutschland nicht leisten kann.

Karl Binding, Verhaltensökonom

Update:

Ha! Heute war Fernsehen für Halbgebildete, direkt aus dem Bundesbildungssystem. "Wer wird Millionär?". Na wer wohl? Der Jauch. Es gab ein "Spezial", in dem je ein Lehrer und ein Schüler antraten. Ziel der Circenses: Vom Gewinn dürfen die Schulen die maroden Kästen reparieren, in denen sie ihren Un-terricht abhalten. Jaa, so mögen wir das! Der Plebs gibt sich den Ellenbogen in die Rippen, damit er sich das Atmen leisten kann und spielt Lotto, um seine demokratischen Rechte wahrzunehmen. Jeder kann es schaffen! Die ausgebluteten Schulen, jene Kostenfaktoren, die Neue Soziale unter "Staat" (zu teuer, ineffizient, enteignet dauernd die Leistungsträger®) verbuchen, sind jetzt auch dabei. Jede Schule kann sich einen Musikraum leisten oder eine Bühne, womöglich gar eine echte Bibliothek. Wenn ein paar Abgesandte Mehrwert beim Privatsender erzeugen. Alles völlig ohne Steuerlast. So lieben wir Deutschland. Mach mit! Sei dabei! Auch du bist ein Neuer Sozialer®!

(Ich muss hier dringend mal eine Kategorie "NS Marktwirtschaft" einführen.)

Einen hab ich noch. Wer Rechtdenken lernen will, muss zuallererst verinnerlichen, dass alles Gute vom Unternehmer kommt, wahlweise vom 'Arbeitgeber' oder auch einfach vom Chef. Macht wer einen Fehler, findet sich ein kleiner Angestellter; alles, was unter Erfolg verbucht wird, war der Chef.

Beispiel, und zwar nicht nur für das Prinzip, sondern vor allem dafür. dass die geneigte Journaille das ganz prima macht: SpOn hat dieser Tage festgestellt, dass den VW-Aufsichtsratschef Piech keiner mehr unterstützt, u.a.
"Die Arbeitnehmer nicht, die ihn jahrzehntelang unterstützten, weil er nicht 30.000 Mitarbeiter entließ, als er an die Spitze des Volkswagen-Konzerns kam, sondern mit der Vier-Tage-Woche ihre Jobs rettete."

Das hat der ganz alleine gemacht! Sein Recht als Patriarch wäre es gewesen, Zigtausend zu verbannen, die Jahrzehnte lang seinen Reichtum vergrößert haben. Die Alternative - ja sicher war das seine Idee! - bestand in der Veränderung tausender Verträge, die immerhin hieß, dass die Betroffenen auf ein Fünftel ihres Einkommens verzichten mussten. Merke: Der Profit des 'Arbeitgebers' ist in der Natur alternativlos. Verhandelbar hingegen ist das Leben der Abhängigen.

 
gel

Die DDR war zweifellos ein Unrechtsstaat. Das begann damit, dass sie schon zur Gründungszeit von ihrer Schutzmacht genötigt wurde einen Geheimdienst einzurichten, an deren Spitze Bluthunde standen, die man nur Faschisten nennen kann. Um ihre "Völkerfreundschaft" zu beweisen und die Systemideologie zu verteidigen, folgten die Funktionäre des Staates wie Vasallen den Interessen der Großmacht und ihrer Wirtschaftsreligion, die stets über die des eigenen Volkes gestellt wurden. Dahinter kamen die Interessen der Funktionäre, dann eventuell noch die des Volkes, sofern die nicht im Widerspruch standen zur Ideologie. Letztere also eigentlich nie.

Das ganze Theater wurde inszeniert, um ein absurdes Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten, und zwar eben nicht nur national, sondern international. Das starrsinnige Festhalten an der Wirtschaftsideologie führte zu grotesken Effekten: So blieben trotz großer technischer Möglichkeiten, die von den Eliten aber nur zum Eigennutz oder zur unproduktiven militärischen Aufrüstung verwendet wurde, ganze Regionen unterversorgt. Es fehlte oft am Nötigsten. Luxusgüter, die meist im Ausland produziert wurden, konnte sich das Gros der Bevölkerung ohnehin nicht leisten.

Horrorregime

Das Wirtschaftssystem, das von Gegnern von vornherein als Fehlkonstruktion analysiert worden war, durfte nicht kritisiert werden. Es fand keinerlei Debatte über Alternativen statt; wer das versuchte, wurde als Fanatiker und Staatsfeind verfolgt, inhaftiert, mit Berufsverbot belegt. Der Inlandsgeheimdienst schnüffelte eifrig solche Menschen aus und ließ sie verfolgen. Je mehr er gegen demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien verstieß, desto mehr Kompetenzen erhielt er, bis am Ende die totale Überwachung des ganzen Volkes zum Programm wurde - angeblich im Sinne der Sicherheit aller.

Es gab ein parlamentarisches Mehrparteiensystem, aber alle Parteien in den Parlamenten vertraten dieselbe Politik: Am Wirtschaftssystem zweifelte niemand, man stand fest in Treue zur Schutzmacht und auch die Überwachung wurde von keiner Partei grundsätzlich in Zweifel gezogen. Selbst die Sprache der Politiker war so von absurden Konstrukten durchzogen, dass sie oft das Gegenteil dessen suggerierte, was sich dahinter verbarg oder zu hohlen Formeln erstarrte, die niemand mehr ernst nahm.

Einzelne Maßnahmen wurden zum Schein öffentlich diskutiert. In diesem Rahmen gab es dann abweichende Meinungen, um Pluralismus vorzutäuschen. Tatsächlich sind Alternativen spätestens in den oberen Parteiebenen gescheitert. Ein korruptes Konglomerat aus Politik, Militär und Wirtschaftsideologen erstickte jeden Ansatz echter Demokratie im Keim. Man muss sich wundern, wie ein solches Horrorregime sich so lange an der Macht halten konnte.

 
hunt

Ich habe heute möglicherweise einen Anschlag geplant. Am Ende hätte ich ein Opfer enthauptet. Mit einem Säbel, also einem breiten Schwert, vielleicht auch einer Machete. Damit das nicht so dilettantisch aussieht wie bei den Terrormoslems, hätte ich den Kopf aber nicht abgeschnitten oder -gehackt, weil man dann immer nachhacken und schneiden muss. Ich hätte vielmehr mit Schwung in einer weit ausholenden und dennoch schneidenden Bewegung von vorn zugeschlagen. Das breite Ende hätte mit seinem Gewicht dafür gesorgt, dass es auch noch durch den Knochen fegt.

Dazu trüge ich Piratenkapitänssachen, also gar nicht einmal so unähnlich den Kostümen der Youtube-Terrorstars. Das ist jetzt schon so detailreich, da kann mir also niemand vorwerfen, das sei kein Plan. Dass ein Plan auch ein Plan ist, wenn er echt schlecht ist, wissen wir schließlich von nichts so gut wie von Terrorplänen. Außerdem sind Pläne sogar Pläne, wenn die Redaktion noch gar nicht weiß, ob sie wirklich geplant sind. Die Redaktion bekommt das immer so am Rande von ihren Kreisen mit. Die sagen ihnen, wenn was im Busch ist, und das schreiben sie dann.

In Spanien gab es einen angeblich möglichen Terrorplan. Da wollte ich jetzt nicht zögern und dem etwas entgegenhalten, den nämlichen Terrorplan siehe oben. Da ist nichts angeblich, das kann man jetzt hier im Internet lesen, wo wir Bösen mit Wunderwaffen schießen und eine Art anonyme Schattenregierung entsteht, die allmählich mehr Macht bekommt als die politischen Institutionen.

Die Märkte schlafen nicht

Ich finde, das sollte Stoff genug sein für eine Story in der Tagesschau, einen wehrhaften Kommentar von Claas Kleber und eine Intensivbefragung von Herrn Teewissen. Andererseits könnte das die Märkte beunruhigen. Die mögen nämlich Schattenregierungen nur, wenn ihr eigener Schatten drüber liegt. Sonst ist ganz schnell Wechsel im Kurs.

Jugendliche und ihre Freunde sollten mir jetzt folgen. Ich stelle einfache Regeln auf, erkenne sie an, und schon machen sie in meinem Namen Terror und sich mit meinem Terror einen Namen. Win-Win. Ich brauche allerdings noch Anschlagsziele und ein Opferprofil. Gar nicht leicht, denn die meisten Feindbilder sind schon besetzt, da droht mindestens ein bestehender Musterschutz, wenn sich nicht die eine oder andere Terrorgruppe längst Patente gesichert hat.

Gute Erfolgsaussichten erfordern überdies ein Alleinstellungsmerkmal. Die Ideologie soll dazu natürlich auch ein bisschen sexy sein. Mag sein, dass die Märkte das gar nicht hergeben, aber ich setze da ganz auf risikobereite Anleger. Kann schließlich nicht sein, dass wir uns von Spanien in den Schatten stellen lassen.

 
guards

Klaus Baum hat jüngst einen Beitrag in seinem Blog, der selbst mir zu lang ist, um ihn ganz zu lesen, aber bis zu der Stelle, an der ich abbrach, habe ich viel zu nicken gefunden. Meine Erfahrung mit dem Arbeitsamt ist die, dass ich mich schon nicht wohl fühle, weil ich diesen Stuss mitmache. Die Alternative wäre allerdings, ihn nur anders mitzumachen und sich dumm zu ärgern. Also komme ich meiner Sachbearbeiterin entgegen, signalisiere ihr, dass ich ihre stumpfen Routinen nicht durch Opposition aus der Wirklichkeit störe, und sie geht mir nicht mehr als nötig auf die Eier.

pu

Was sie dort machen, ist ein Witz. Die Hauptaufgabe ist das Vortäuschen der Jobsuche von ihrer Seite. Das nennt sich "Vermittlungsvorschläge". Diese sind zu einem nicht geringen Teil von der Art, die sich von selbst erledigt. Manchmal steht in der Ausschreibung quasi wörtlich, dass ich für die Stelle nicht infrage komme. Ich mag solche Vorschläge, denn ich schicke dann Standardbewerbungen, bin damit fertig und kann mich Sinnvollerem widmen. Zum Beispiel Kontakte knüpfen, Vitamin B organisieren oder produktive Dinge tun, zum Beispiel an Gitarren herumlöten.

pot

Sie haben wirklich keine Ahnung im Amt, nicht die geringste. Nicht, was man können und wissen muss, um bestimmte Jobs zu bekommen und auch nicht, wer man sein muss. Sie glauben tatsächlich, man könne sich dafür durch "Maßnahmen" "qualifizieren". Das Einzige, das derzeit boomt, ist die Arbeitslosenindustrie. Zig Stellen schreiben sie jede Woche aus für Coaches, Aktivierungs- und Trainingsmaßnahmen. Wir erinnern uns: Als das Amt in "Agentur" umbenannt und von Hartz zum psychischen Folterkeller gemacht wurde, waren sie dort aufgeflogen, weil sie die Vermittlungsstatistiken jahrelang dreist gefälscht hatten. Jetzt wird die Statistik von vornherein manipuliert, "vermittelt" wird nach Schema F, womit der zum Scheitern verurteilte Versuch zum Erfolg undefiniert wird.

Wenn ich keine Ahnung von etwas habe, frage ich nach, ixquicke, probiere aus. Warum klingt die Strat so flach? Sind sicher die Pickups. Also bestelle ich neue. Die passen aber nicht. Tatsächlich sind die alten breiter. Ich könnte sie jetzt in eine Maßnahme zur Verschmälerung schicken, ein Coaching "Erfolg durch Kleinmachen" oder ihnen den Saft um die Hälfte kürzen. Die Alternative: Den Rest auch noch bestellen - ein Brett, drei Potis, einen Schalter. Kabel habe ich noch reichlich, seit mir das Netzteil vom PC abgeraucht ist.

wood

Ich habe nie systematisch gelernt, so etwas zu machen. Ich mache es einfach. Wenn ich etwas können will, lerne ich das halt nach Bedarf. Erzähl' das mal einem von den HRen da draußen (HR="Human Ressources", fka "Personaler")! Die suchen Leute Anfang 20 mit 30 Jahren Berufserfahung und Zusatzausbildung. Bewerben müssen sich 50-Jährige Berufsfremde ohne alles. Das Resultat nennt sich "Fachkräftemangel" und schuld sind die faulen Säcke, die gar nicht arbeiten wollen.

 
df

Die Jugend war schon immer schlecht. Etwas hat sich aber geändert in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten, und zwar hat ein Rollentausch stattgefunden. Inzwischen sind es nicht mehr die Alten, die auf die Unveränderlichkeit der Welt pochen und nichts davon wissen wollen, dass es noch etwas jenseits der eingefahrenen Bahnen gibt. Es ist vielmehr die Jugend, der jede Phantasie fehlt für eine Welt, in der sie nicht ganz selbstverständlich mit Spielzeugen versorgt und von ihnen unterhalten wird. Sinnfreier Konsum ist unterm medialen Overkill zur letzten Alternativlosigkeit geworden. Wir amüsieren uns nicht mehr nur zu Tode, wir sollen nicht mehr akzeptieren, auch nur eine Minute lang unbespaßt zu sein.

Ich muss natürlich zugeben, dass ich aus der Perspektive desjenigen spreche, der weder blöde an seinem Wählscheibentelefon hängen bleibt, weil ihm die geistige Flexibilität fehlt auf Knöpfe oder Tasten zu drücken, noch seine eigene Vergangenheit in der allgemeinen Geschichtslosigkeit vergraben hat. Im Gegenteil, das genau nervt mich nämlich bis zum Anschlag, dass die Jugend keine Zukunft sieht, weil sie unter organisierter Amnesie leidet und blöderweise auch noch stolz darauf ist. Reden wir einmal von diesen elektronischen Spielzeugen:

Keine Ahnung

Oppa hat selbst ein wenig Programmieren gelernt, verschiedene Sprachen gar. Oppa hat den Commodore bedient, den Atari, den PC. Oppa hat haufenweise Betriebssysteme kennengelernt, sie aufgesetzt, zerstört und repariert. Oppa kennt noch das genannte Ding mit der Wählscheibe, Telefonzellen, hat den Nummernblock gehabt, ein erstes Kabelloses, ja sogar Händies. Oppa kannte das Internet schon vor Google, kann heute noch Schnittstellen unterscheiden, Hard- wie Software, und weiß, dass ein ISA-Bus ihn nicht ins Heim fährt. Den ganzen Schnickschnack; analog, ISDN, DSL. Oppa kann einen PC mit verbundenen Augen zusammenschrauben. Was will Oppa damit sagen? Dass er nicht zu blöd ist, einen scheiß Glasstein zu streicheln, sondern dass er denkt, bevor er etwas tut.

Gern sogar weit in die Vergangenheit, lange bevor er selbst geboren war. Davon weiß er! Oppa kennt Sachen aus der Zeit von Uroppa, Ururoppa und Urururoppa. Deshalb hat er auch eine Ahnung, warum die Dinge sind, wie sie sind und sogar eine davon, wie sie werden. Scharen junger Triefnasen hingegen haben keinerlei Vorstellung von ihrer eigenen Zukunft, null Wissen über die Vergangenheit - nicht mal ihre eigene, maßen sich aber an, uns Senioren zu verzapfen, was "heutzutage" ist und was nicht. (Das Unwort "heutzutage" sollte man eh regelmäßig seinem jeweiligen Urheber in den Hals zurück wuchten). Sie kennen kein Gestern und kein Morgen, schwingen sich aber zu Experten fürs Heute auf. Ich finde, über die Prügelstrafe muss man an der Stelle ja wohl einmal reden dürfen.

Nichts weiß die Jugend mehr, gar nichts. Alles war schon immer so, und wer nicht mit der Zeit geht, den lässt sie halt zurück. Fragt einmal die Schnöselei Anfang-Mitte zwanzig, was sie in zehn Jahren tun werden. Die nehmen entweder die Beine in die Hand oder rufen die Bullen.
Was will der Irre? Zehn Jahre! Wen interessiert denn so'n Scheiß?!
Ja, wie soll man auch zwanzig Händies in die Zukunft gucken? Sag denen mal, dass es bald keine Händies mehr geben wird, nur so zum Spaß! Das Geschrei wird herzzerreißend sein, was bei Unbeteiligten wiederum nur den spontanen Reiz auslöst, neue Schuhe zu bestellen.

Wie jetzt?

Das Wort "warum" hat keine Bedeutung mehr, außer in "warum ich und nicht der" oder "warum die und nicht ich?", aber auch da ist es kein Fragepronomen, sondern ein Statement. Es fragt auch niemand mehr: "warum tut's das nicht?". Das heißt: "Gib' neu!", und wenn das passiert, bevor ein neues Modell aus den Kolonien da ist, ist Revolte angesagt. "Geht nicht" geht gar nicht!

Nicht übrigens, dass das Frischgemüse im Vorfeld durch sein Verhalten etwas dazu beitrüge, dass 'Ding tut'. Nö, Ding hat zu tun, ist gefälligst selbsterklärend, bunt, geil und vor allem mühelos! Wenn kaputt wegen mühelos, dann mühelos neu. „Wegen“ müssen wir hier allerdings schon streichen. Als würde etwas nicht funktionieren, weil man es einfach benutzt! Als gäbe es außer fetten hässlichen Nerds irgendwen, der durch sein Verhalten die Technik beeinflusst. "Verhalten" ist nämlich so was von Neunziger Jahre – oder eben eine Art Persönlichkeitsstörung.

Den kenn' ich

Die Idiotengenerationen meiner Eltern und Großeltern haben uns Sprüche wie "Das tut man nicht!", "Das war schon immer so." und "Wenn es dir hier nicht gefällt, dann geh' doch nach drüben!" in den Schädel geprügelt. Mann, müssen die glücklich gewesen sein, als denen endlich eine wandelnde Handtasche erklärt hat, dass es tatsächlich "keine Alternative" mehr gibt! Die Frage "Warum" aus unserer Richtung gab eine Extrarunde Wangenmassage. Es war zum Verzweifeln: Du konntest diesen Graupapageien nicht einmal beibiegen, dass da was gewesen war, ehe im Takt der Demokratie weitermarschiert wurde. Wollten sie nicht wissen. Eigentlich wollten sie gar nichts wissen, schon gar nicht von einer Zukunft, die ihnen geistige Flexibilität abverlangt hätte.

Und jetzt habe ich denselben Salat von der anderen Seite. Mein akademisches Interesse an dieser Geschmacksrichtung von Verzweiflung stellt mich am Ende nur vor die Frage, welche Generation die verkalktere ist und von wem ich eher erwarten darf, dass die Oberstube irgendwann noch einmal einen Tapetenwechsel erlebt. Wahrscheinlich gibt es nur eins, was beide noch aus den Schluffen brächte: Wir brauchen wohl einen neuen Hitler. Das ist eh der Einzige, von dem beide schon mal was gehört haben.

 
Lächle doch mal! Sei nicht so negativ! Trink' doch einen mit, stell' dich nicht so an! Sieh doch mal das Schöne im Leben! So schlimm wird es schon nicht sein. Lebe deinen Traum und träume nicht dein Leben! Kopf hoch, sonst fällt das Krönchen ...

Ja genau. Wieso zur Hölle bin ich da eigentlich noch nicht selbst drauf gekommen? Mannmannmann, da kullert doch mein Krönchen, weil ich Dummie wieder vergessen habe, das Köpfchen hoch zu nehmen! Das Geilste an vielen Mutmachern ist ja, dass sie nicht nur zu doof sind, sich Gründe auszumalen für die schlechte Stimmung, die ihnen aus einem Gesicht entgegenschlägt.

Nicht nur, dass sie einem nicht einmal die Depression gönnen, nein. Sie sind dann auch noch empört, wenn sie es mit der aggressiven Variante der Bewältigung zu tun bekommen. Dabei muss jeder, der mich länger als 5 Minuten kennt, ahnen, wie nah ich am Tourette gebaut bin. Das ist doch dann ganz einfach: Nicht reinsprechen, kein Echo.

Ruhedonnerwetternochmal

Früher wollte ich Busfahrer werden. Ich war auf der Stelle verliebt in den Job unter dem Schild über dem Paradies: "Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen!". Ich hätte den Fahrgästen jeden Tag aufs Neue deutlich gemacht, was "Gast" bedeutet und dass sie NICHT MIT DEM FAHRER zu SPRECHEN haben. Denn "Fahrt", das wär' wohl, wenn ich da wäre. Niemand hätte mich aufgemuntert. Niemand hätte gemuckt. Nicht auf meiner Route.

Sei doch mal positiv! Bin ich doch, oder zählt mein HIV-Test etwa gar nicht?! Wo ist dein Optimismus? Meiner? Das ist deiner. Ich habe irgendwann nach meiner Geburt einmal nachgedacht. Seitdem bin ich Realist, also Pessimist. Nachdem ich damit also schon kein Glück mehr hatte, kam noch Pech dazu. Tut mir also leid, wenn meine eingefrorene Visage dir Kummer bereitet. Soll ich mich töten für dich? Ich könnte das gleich hier tun. Ich meine, wenn das wirklich so schlimm für dich ist ...

Seien wir doch mal ehrlich. Die besten Zeiten haben wir hinter uns, wenn wir merken, dass wir sie vielleicht mal hatten. Okay, jetzt kann man in alten Zeiten schwelgen und sich schon morgens besaufen, um nicht zu merken, dass es nie mehr so wird. Werden die Zeiten dann aus irgend einem Grund noch schlimmer, vielleicht die nächste Droge on top, das wird aber teuer, macht's nicht besser und ist wirtschaftlich für viele auch einfach nicht zu stemmen. Bleibt also was? Richtig: Depression. Wie gesagt, in unterschiedlichen Varianten.

So, jetzt sind da draußen aber permanent Haufen von Hohlfrüchten unterwegs, die einem das verleiden. Wisst ihr, wie ich das nenne? Diskriminierung, übelste Sorte. Vergräbst du dich zuhause, locken sie dich raus, gehst du raus, kommst du keine fünf Meter weit ohne auf ein Rudel Gurken zu stoßen, aus dem mindestens zwei Scheiben dir mit ihrer zur Schau gestellten Lebensfreude auf die Eier gehen. Diese Zuchtmeister der Schunkelstimmung, die all ihren hasserfüllten Optimismus darauf verwenden, harmlose Autisten in den Suizid zu umarmen.

Schluss mit der Unterdrückung

Diese Psychorassisten wollen dabei nicht nur die schlechte Laune, die Depression und den Zorn liquidieren. Der Völkermord an der einstmals hohen Kultur des Fluchens, Nörgelns und Keifens schreckt selbstverständlich nicht vor der totalen Vernichtung unserer Sprache zurück. Warum muss etwa ein Jurist sich hinter der Floskel: "Hochachtungsvoll" verstecken, wenn er "Leck' mich am Arsch" meint? Oder "Mit vorzüglicher Hochachtung" anstelle des ehrlichen "Du blöder Wichser!"? Warum heißt es "Guten Morgen", wenn einem bestenfalls egal ist, wie ein irrelevanter Mitinsasse dieses verschwendeten Planeten den Vormittag findet?

Damit wie gesagt nicht genug; wenn man nur gerade der Norm der fröhlichen Heuchelei entspricht, findet sich immer, überall und sofort ein Weltverblöder, der mehr Begeisterung verlangt (hier sollte es doch wenigstens auffallen, dass ein Mangel an Geist zwar notwendige Bedingung ist für diese Haltung, aber eben gerade nicht dadurch kompensiert werden kann). Ich hingegen verlange eine Aufnahme der Stimmungsaustisten, Depressiven und Entnervten ins Antidiskriminierungsgesetz. Fortan soll, wer anderer Menschen Stimmung aufzuhellen versucht oder sie gar selbst dazu auffordert, ihre Stimmung zu wechseln, sanktioniert werden wie jeder andere miese Stalker.

Außerdem erwarte ich eine Anpassung der Regeln des offiziellen Schriftverkehrs dahingehend, dass ein Idiot auch "Idiot", Scheiße "scheiße" und überhaupt jede der vorgeblichen Neutralität entzogene Empfindung der dunklen Seite beim Namen genannt wird. Wer dies als ungebührlich, zu 'negativ' oder pessimistisch empfindet, ist aufgefordert, dergleichen fortan uneingeschränkt lustig® zu finden. Lach' doch mal drüber! Hab' dich nicht so! Stell' dich nicht so an! Ey, du hast es doch gut!

p.s.: Den hier hätt ich beinahe vergessen:

 
crab
 

"Sie strahlt dunkel wie ein Neutronenstern die ganze Niedergeschlagenheit eines deprimierten Volkes aus. Wer will das sehen? Vier Jahre lang?"

Zwölf, mindestens.

 
div
 

"Soziale Marktwirtschaft ist staatlich kontrollierte Marktwirtschaft. Schade, daß die regierende Generation das nicht kapiert."

Schade, dass der Depp sich mit diesem Quatsch so weit aus dem Fenster lehnt.

 
div
 

"Als Kopper dereinst von den “Peanuts” sprach, meinte er übrigens nicht das Geld, ihr dummen Nüsse!"

Nope. Die Loser; die den Unterschied zwischen Gläubigern und Gläubigen nicht kennen.

 
div
 

"Was mich aber nachgerade traurig stimmt, ist, daß es Menschen gibt, die niemals eine Meinung haben werden. Die nie sagen können “Das habe ich gemacht”, ohne daß ihr Lenorgewissen ihnen diese Lüge weichspülen muß."

Arrogant. Wahr.

 
div
 

"Wenn einem das Gebaren hiesiger Anwälte oder sonstiger Zeitgenossen nicht gefällt – einfach mal einen chinesischen Richter bestechen und ein Todesurteil bestellen!"

Von wegen: "Man kann doch nichts machen"!

 
div
 

"Daniel Radcliffe wird inzwischen zurechtgebürstet wie ein Schleimer von der Schülerunion, und man wartet nur darauf, daß er du-weißt-schon-wem mit dem Anwalt droht."

Oh, Kulturkritik! Kann sich nicht jeder leisten.

 
div
 

"In jedem anderen Bundesland wären diese Pfeifen die Lichthupe auf der Überholspur der Verliererstraße. Nicht so in Bayern. Da holen sie die absolute Mehrheit. "

Hass braucht einen Ort.

 
div
 

"Die Gesundheitskarte is so denkwürdig krank, das verzeiht man hierzulande nur einer Frau aus der SPD."

In jedem Dorf gibt's einen, dem man nix übelnimmt.

 
div
 

"Daß etwa im Irak erst nach Beendigung der militärischen Operation die meisten Opfer auf beiden Seiten starben, ist wohl der beste Beweis dafür, daß es sich bei Kampfhandlungen und Zwischenfällen nicht um einen “Krieg” handelt."

Putinversteher und Verschwörungstheoretiker wollen das nur nicht begreifen.

 
div
 

"Wer also an die Freiheit der Rede glaubt, hat noch nicht verstanden, in welchen Zeiten wir leben. Es ist Krieg. Jedes Wort ist eine Waffe. Der eine hat einen Waffenschein und verteidigt die Freiheit, der andere hat keinen und ist ein Terrorist."

Jetzt sind Sie mal bitte still!

 
temp

Gott lebt in den Kirchen. Der Herr über Zeit und Raum (und was sonst noch so für ein höheres Wesen reserviert ist) verzückt die Christenheit jüngst mit einem neuen Wunder, der heiligen Sofaritze. Schon im vergangenen Dezember war das Halleluja groß, als "einige hundert Millionen" im Vatikan gefunden worden waren, die nicht in den Bilanzen auftauchten. Diese haben sich - vermutlich zwischen Brot und Fisch - mittlerweile auf 1,4 Milliarden Dollar vermehrt.

Ein Taschengeld für ein höheres Wesen, aber ein durchaus erkleckliches Sümmchen für die Menschen. Nun, in diesem Wissen hortet das Bistum Köln sein Geld akkurat unter der Matratze, so um die dreieinhalb Milliarden, Kunstschätze nicht eingepreist. Das hilft, ordentlich angelegt, übrigens dem Markt und damit dem Menschen und damit Gott. No, Sherlock: Das können die nicht so einfach abziehen, die sind ein Global Player, das wäre eine ökonomische Katastrophe.

Woher kommt das Geld? Sicher nicht aus dem Klingelbeutel, obwohl man sich als Außenstehender schon dreckig auf die Füße lacht bei der Vorstellung, das Omma Paschulke ihren vom Brot abgesparten Zwickel abdrückt, um den armen Kindlein zu helfen, während der bischöfliche Broker den Lachsschaum vom Vortag in die goldene Schüssel sprenkelt. Nein, die Kirchen sind Großunternehmen, Konzerne der ganz besonderen Art. Für sie gelten keine Tarifverträge und ein abgespecktes Arbeitsrecht. Sie pressen Steuern ab von denen, die sie mies bezahlen, und das geht so:

Für Markt, Gott und Vaterland

Als Unternehmen im 'sozialen Bereich', Betreiber von Kindergärten, Altenheimen, Krankenhäusern, mobilen Diensten usf. dürfen die Kirchen ihre Haustarife auslegen und mit "Mitarbeitervertretungen" parlieren, die nicht unters Betriebsverfassungsgesetz fallen. Ihre Steuermittel und Reichtümer (Insbesondere Immobilien) setzen sie überdies in den Stand, vergleichbar niedrige Kosten zu haben - im Gegensatz zu Anbietern etwa, die Immobilien mieten müssen. Im sozialen Bereich berechnen sich die Kosten nach Bedarf, es werden also Tagessätze oder Stundensätze ermittelt, die von den Kostenträgern (z.B. Jugendämter, Landschaftsverbände) gezahlt werden. Die idealen Bedingungen für die Kirchen drücken also ohnehin die Preise.

Das Beste ist aber, wie die Kirchen die Löhne in allen Branchen drücken, in denen sie tätig sind und ihr Schutzgeld sogar von denen eintreiben, die gar nicht für sie arbeiten. "Kirchensteuer" nennt sich das. Die meisten Kolleg/innen aus der Kinder- und Jugendhilfe, die ich kenne, sind Mitglied einer Kirche, und davon die meisten aus einem einzigen Grund: dass sie sonst nicht für kirchliche Träger arbeiten dürfen. Die evangelische Kirche ist da nicht ganz so radikal wie die Caritas, die nur Katholik/innen akzeptiert, aber spätestens in Führungspositionen ist auch bei der Diakonie die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche verbindlich. Beim Fußvolk sind sie nicht so, das darf sich ggf. auch artfremd ausbeuten lassen.

Doch, das dürfen die Kirchen. Sie dürfen Menschen wegen ihrer Religionszugehörigkeit diskriminieren. Nicht nur als Kirche, sondern auch als Konzern. Übrigens auch wegen ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Familienstandes. Kein Problem. Sie dürfen auch wie gesagt Druck auf die Beschäftigten ganzer Branchen ausüben, lieber vorsorglich zu zahlen als nachher arbeitslos zu sein. Ach ja, und sie dürfen im Gegensatz zu jedem anderen gemeinnützigen Verein, der nämlich keine Gewinne machen darf, Milliarden horten. Dafür müssen andere ihrer Klientel regelmäßig die Knarre an den Kopf halten oder ihnen den Laden zertrümmern.

Eine Frage hätte ich da noch: Wenn ich in eine Filiale dieser Organisation einfalle und die Chefs mit der Peitsche dort hinaus treibe, gibt es dafür dann auch eine übergesetzliche Regelung? Wäre doch nur fair.

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