kunstlyriklamauk


 
mon

Dieses Jahr war anders. Anders scheiße. Dermaßen, dass ich diesmal auch ein bisschen zurückblicke, durchaus auch im Zorn. Nicht zornig, vielmehr zustimmend, zwischen Nicken und Schmunzeln, lese ich einen Beitrag, den ich so ähnlich geschrieben hätte, wenngeich der Matussek mir in dem Zusammenhang nicht eingefallen wäre. Ja, der Matussek ... ein Bot, das habe ich allerdings auch schon gewusst. Erinnert euch, ich habe Lanz entlarvt. Der Mattussek also auch.

Verschwörungsspinner

"Verschwörungstheorien", vor allem in Form des dumpfen Vorwurfs, haben das Jahr allerdings geprägt. Hier hat das sogar zu einer eigenen Kategorie geführt. Wir werden dran bleiben. Ansonsten war dieses Jahr des Kalten Krieges das 25. Nach dem "Mauerfall". Grund genug sich zu erinnern, dass alles Böse aus dem Osten kommt und im Kommunismus® endet, also in Moskau. Beides Böse®. Man könnte das ggf. umlabeln, allerdings vermutlich nicht lange. Ein dem Westen wohl gesonnener Milliardär als Staatschef und zur Korruptionsbekämpfung ein paar Investmentbänker des Guten® in der Regierung, dann kann sogar aus Moskau noch etwas werden. Hat in der Westrestukraine ja auch geklappt.

An dieser Stelle muss freilich ein Haftungsausschluss stattfinden. Der Herr Poroschenko, ein von Selbstlosigkeit und Menschenfreundschaft gezeichneter Schokoladenfabrikant, ist der beste Freund, den sich irgendwer vorstellen kann. Wir kennen aber die Verführungskünste der Hure Russland, denen zu erliegen ihm im Fadenkreuz des Finstren jederzeit droht. Wer weiß; vielleicht erweist auch er sich eines Tages als Hurenbock des Bösen, und wir müssen unsere Freiheit am Dnepr auch gegen ihn verteidigen.

Der Prekar ist geduldig

Was war noch? 10 Jahre Hartz IV, aka "Probleme lösen, Menschen stärken, Existenzen sichern, Chancen bieten, Zukunft planen, Ziele setzen, Geduld haben, Wege finden, Mut machen, Hoffnung geben." Ja, der Große Bruder liebt Weihnachtskarten. Wie war das noch mit dem großen Plan? Die Profite tendieren gegen Null? Nur Mut¹, all die Menschen², deren Existenzen³ in Industrie und Handel gefährdet sind, haben wieder Hoffnung⁴. Chancengerechtigkeit® ist das Zauberwort, deine Chance⁵ auf Profit ist da, da muss der Prekar halt mal Geduld⁶ haben und Lotto spielen, wenn er je wieder über die Runden kommen will. Die Zukunft⁷ ist der Niedriglohn, der Weg⁸ dorthin Sozialabbau, dieses Ziel⁹ längst erreicht.

Und die Profite? Oops. Das reicht ja immer noch nicht. Na dann: Alles muss raus! Kauft griechische Inseln, Elektrizitätswerke, Wasserwerke, Bahnhöfe, und wenn ihr seht, dass es dann vorbei ist mit dem Wachstum®, seid ihr nur phantasielos. Man kann noch viel mehr kaufen und verkaufen. Das Ereignisfach. Spielbrett und Figuren. Die Nieren des Gegners. Seine Mutter, die Erde, Feuer, Luft (Wasser hatten wir doppelt, das müssen wir abziehen). Gott, Engel, Teufel, die verfickte dunkle Materie. Ihr glaubt, Kapitalismus sei endlich? Frevler, Dummköpfe, linke Spinner!

 
celt

qui ipsorum lingua celtae, nostra galli appellantur

In der Sprache der Kelten hießen die Kelten "Kelten". Die Römer nannten sie "Galli", was heute und hier wiederum "Gallier" genannt wird. Sie hießen so in der Sprache der Imperialisten und ihres Feldherrn, jenes Aggressors, der später erster "Caesar" werden sollte und die Ära der Gottkaiser des Römischen Reiches begründete. Warum also heißt es dann "Asterix der Gallier" und nicht "der Kelte"? Schon im Titel zeigt sich die unkritische bis zustimmend reaktionäre Haltung der Autoren und ihrer Leser.

Aber es kommt noch dicker. Rassistisch, frauenfeindlich, ethnozentrisch - die "Asterix"-Comics sind alles, was an politisch widerwärtigen Attributen zu vergeben ist. Man sehe sich nur den einzigen Schwarzen an, der regelmäßig erscheint. Er ist der Einzige, der nicht anständig sprechen kann. Dabei stünde ihm mit seinem Kameraden auf dem Piratenschiff der einzige Mann zur Seite, der Lateinisch spricht - einschließlich der Römer!

Die Frauenfiguren nehmen, wie es sich in einem patriarchalischen Paradies gehört, kleine Nebenrollen ein. Die Frau des Chefs ist eine und heißt "Gutemine". Die Frau des Fischhändlers(!), "Jellosubmarine" zankt sich ständig mit ihr, das ist alles, was wir von ihnen erwarten dürfen. Der Dorfälteste hält sich derweil eine junge Blondine mit Modelmaßen, die gar nicht erst einen Namen trägt. Die anderen Frauen im Dorf schweigen. Die Protagonisten geben sich erst gar nicht mit welchen ab, bekennen sich aber auch nicht zur Homosexualität, sondern gaukeln asexuelle 'Männerfreundschhaft' vor.

Eine Schande für alle Linken

Die männliche Figur, der es nicht nur um Prügeln und Fressen geht wie den "Helden" dieser Saga, der Barde "Troubadix", wird stets am Ende des "Abenteuers" zusammengeschlagen und gefesselt, um zusehen zu müssen, wie alle anderen ein Gelage feiern. Die ganze Reihe ist eine Ode auf Dummheit, Gewalt und die Herrschaft chauvinistischer weißer Männer. Dabei geriert sie sich vordergründig antiimperialistisch, denn schließlich ist es ja das große Rom, gegen das Klein-Gallien sich wehren muss.

Wem es um eine Kultur der Gerechtigkeit geht, wer will, dass Werte wie Geschlechtergerechtigkeit, Völkerverständigung und eine humane Kultur ohne patriarchale Bevormundung vorangebracht werden, muss sich dafür einsetzen, dass derartiger Schund keine weitere Verbreitung findet. Wahre Linke kennen keine Toleranz gegenüber dem Gedankengut der Unterdrückung, schon gar nicht als scheinbar harmloser Comic.

Die anderen werden es wie das Leben und den Rest des Universums mit Fassung tragen und womöglich auf Ressourcen wie Humor und Ironie zurückgreifen, die schon immer der Feind revolutionären Fortschritts waren.

Originalbild: Uderzo

 
bb

Originalbild: Barbara Klemm

Die Machenschaften in Putins Imperium, wie Europas investigativstes Nachrichtenmagazin neulich vor dem Hintergrund systematischen Dopings im Sport so trefflich formulierte, sie werden immer schlimmer. Der kriegslüsterne Fürst des Ostens regiert mit eiskalter eisenharter Hand und beruft sich dabei auch noch auf westlichen Rat!

Unter der Knute des ehemaligen KGB-Agenten ist das Land tief gespalten. Wenige Reiche stehen einem Volk gegenüber, das immer ärmer wird. Schuld sind angeblich jene EU-Staaten, die gut wirtschaften. Ausgerechnet Frau Dr. Merkel habe diese Politik verlangt! Es herrscht allenthalben Korruption. Putins Regime ist mit absoluter Mehrheit an der Macht, obwohl das Volk überall murrt und aufbegehrt. Seltsam! Ganze Regionen wollen sich lossagen vom Zentralstaat. Der aber lässt Volksabstimmungen nicht zu, wo es ihm nicht in den Kram passt.

Das Maß ist voll, Herr Putin!

Obwohl die staatlichen und privaten Medien, die zutiefst verflilzt sind mit einem Kartell aus politischen Funktionären und privaten Profitinteressen, in ihrer Berichterstattung entweder schweigen oder abwiegeln, gehen immer öfter immer mehr Menschen auf die Straße, um gegen Korruption und Armut zu demonstrieren. Sie wollen nicht länger unter Putins wirtschaftlicher Inkompetenz leiden, der von den Armen nimmt und den Reichen gibt.

Aber jetzt ist Schluss mit Demonstrieren. Ein aberwitziges Paket neuer Gesetze wird Demonstranten bestrafen, die wie bisher ihrem Unmut Luft machen wollen. Der Trick des Diktators: Protestler sollen wirtschaftlich ruiniert werden. Bis zu 600 000 Euro werden bei Verstößen gegen das neue Demonstrationsrecht fällig. Dieser Höchstbetrag dürfte nach den Regeln des russischen Unrechtsstaats eher die Regel sein. Wenn es dem Regime gefällt, sind bestimmte Schauplätze verboten und Verstöße werden drastisch betraft. Auch reichen drei Bagatellverstöße gegen das Versammlungsunrecht, um den Rest seines Leben dafür zu büßen.

Das Schlimmste: Künftig dürfen Polizisten vor Ort ohne Richter oder Anwalt gnadenlos abkassieren. Das ist ausdrücklich so gewollt, um die Menschen zum Schweigen zu bringen, denn zuletzt wurde immer wieder bekannt, dass Polizisten Falschaussagen gemacht haben. Wer jetzt immer noch nicht einsieht, dass Putins Russland ein furchtbarer Terrorstaat ist, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Madrid muss endlich von diesem Despoten befreit werden, die Sanktionen können gar nicht scharf genug sein.

 
Ein paar Hintergründe zu der aktiuellen Kampagne gegen Rot-Rot-Grün: Es muss ja unbedingt verhindert werden, dass die Partei "die Linke" eine Koalition mit den Neoliberalen eingeht und einen alten Westlinken und Sozialdemokraten zum Ministerpräsidenten wählen lässt. Warum? Wegen Stasi und so. Linke ist Stasi, dagegen muss vor allem die CDU mächtig wettern.

Kurz zur Stasi, vielmehr zur Stasi der Guten: Wir wissen, dass die Dienste, die inzwischen die totale Überwachung einrichten, ohne dass es wirksamen politischen Widerstand gibt, von den US-Sicherheitsdiensten und ehemaligen Gestapo-Leuten aufgezogen wurden und dass der braune Mief dort noch heute weht. Über die Gestapo muss ich nicht allzu viel sagen, aber vielleicht einmal mehr über die amerikansichen Freunde. Als ich erklärte, dass die Erhebung von Daten vor allem dann nützlich ist, wenn man jemanden erpressen will, kannte ich das hier noch nicht.

Das FBI hat also aktenkundig versucht, Martin Luther King zum Selbstmord zu bewegen, was bereits bekannt war. Neu ist der Inhalt der bislang geschwärzten Zeilen, in denen King mit angeblichen Beweisen für perverse sexuelle Praktiken erpresst wird. Nicht von der Mafia oder vom Ku-Klux-Clan, sondern vom FBI. Von den Guten®, die den Westen und seine Werte schützen.


Gut vs. Böse

Dann zur CDU: Die regiert offenbar ungeniert mithilfe von Wahlfälschung, was nicht zum ersten Mal aufflöge, wenn sich der harte Verdacht bestätigt. Diese Musterdemokraten müssen natürlich darauf achten, dass sie nicht von der Macht abfallen, denn da haben sie schon immer dem Volk gedient, wie damals in der DDR, als sie im Widerstand waren. Da wiederhole ich mich jetzt einfach:

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Es ist schon ein widerliches Pack, das sich "demokratisch" gibt, obwohl jeder weiß, daß es das DDR-Unrechtsregime gestützt hat. Vom Mauerschützen bis zum ideologischen Verteidiger des "Schutzwalls", der noch 1989 sagte:

Was die Mauer betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden - ganz einfach, weil wir den Schutz spüren vor all dem, was hinter der Mauer jetzt an brauner Pest wuchert.

So sah Ulrich Junghanns die Welt, der noch das SED-Regime hochhielt, als die Mauer schon bröckelte. Nun (2008) ist er Landesvorsitzender seiner "Partei", stellvertrender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister in Brandenburg.

Sein realsozialistischer Kumpel Klaus Schmotz will derweil Oberbürgermeister von Stendal bleiben. Die Parteiprominenz untersützt ihn natürlich dabei, obwohl alle wissen, daß er ein DDR-Grenzoffizier war. Die unverbesserlichen Genossen von damals schämen sich auch nicht, dem ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten der DDR zu seinem 50. Todestag eine Annonce zu widmen. "Unvergessen! Otto Nuschke", heißt es da. Kann man mit einer Partei koalieren, die so mit ihrer Vergangenheit umgeht?

Warum es "Wende" heißt

Nuschke, Schmotz und Junghanns waren bzw. sind Mitglieder der CDU. Die Übernahme der "Blockflöten" aus der DDR-CDU lief ganz stickum, und Kohl hat sich damals gefreut, eine beachtliche Infrastruktur im Osten zum Nulltarif zu bekommen. Daß die Ost-CDU stramm realsozialistisch war, mußte ihn nicht stören, schließlich waren das Schleimer par exellence, und so etwas integriert sich ganz fix. Genau so schmerzfrei wie heute sein Klon Pofalla, hat schon damals Peter Hintze mit seiner "Rote-Socken"-Kampagne vor dem Gesocks gewarnt, das längst zum Wahlverein seines Kanzlers gehörte.

Natürlich unterschied er zwischen den Guten (CDU) und den Bösen (PDS), und natürlich war er schon damals nicht bereit, Fragen zu diesem dummdreisten Unsinn zu beantworten. Tatsächlich konnten CDU und FDP aus den Blockparteien der Volkskammer wohlorganisierte Claqueure des SED-Regimes übernehmen, und die PDS ging aus der SED hervor.

Nur die SPD mußte im Osten ganz von vorn anfangen. Ausgerechnet der SPD aber wird noch immer von den Bürgerlichen und ihren Medien vorgeworfen, sie mache gemeinsame Sache mit Kommunisten. Das Ganze ist so offensichtlich und lächerlich, daß man es mit einem Schmunzeln abtun könnte. Schaut man sich aber an, wie hartnäckig und erfolgreich diese Lügen weiter verbreitet werden, kommt einem regelmäßig der Kaffee hoch.

 
notmygauckIch weiß nicht, ob das auch so ein Gesetz ist, vielleicht kann man es ja unter Peters Prinzip* verbuchen, aber diejenigen, die wirklich jeden Anstand abgelegt haben, sich permanent und mit schmerzlichem Nachdruck disqualifizieren, die nicht dort sein dürften, wo sie sind, vor der ihnen übertragenen Aufgabe erbärmlichst versagen und jedes Amt beschmutzen, werden vermutlich nie zurücktreten.

Es gibt ein paar Ansprüche an das Amt des Bundespräsidenten; nicht die höchsten und schon gar nichts, was nicht jeder Sterbliche ohne erhebliche Gebrechen leisten könnte, aber es schickt sich da einer an, zur großen Begeisterung seiner Auftraggeber jeden einzelnen dieser Ansprüche in Grund und Boden zu faseln.

Der Herr, ein Präsident von Gnaden jener Funktionselite aus Emporkömmlingen und Funktionären, die nicht einmal selbst bemerken, wie sie einen Klassenkampf besorgen, in dem sie so ungefähr das Gegenteil eines Mandats haben, dieser Herr also glaubt für irgendwen zu sprechen und etwas sagen zu müssen zu einem Bereich, in dem er ausdrücklich den Rand zu halten hätte:

Erst den Chef fragen

"Menschen, die die DDR erlebt haben und in meinem Alter sind, die müssen sich schon ganz schön anstrengen, um dies zu akzeptieren."

"Dies", das ist die Wahl eines Ministerpräsidenten der sozialdemokratischen "Partei die Linke". Der eifernde Antikommunist im Staatsamt, der vielleicht die Stellenanzeige hätte lesen sollen, ehe er sich für berufen hielt, tritt den Anspruch der Neutralität in einem einzigartigen präsidialen Amoklauf in die Tonne. Dabei geriert er sich nach wie vor als Sprachrohr einer Opfergemeinschaft des DDR-Terrorregimes.

Es kommt ihm auf seiner Mission weder in den Sinn, die vermeintlich Vertretenen zu fragen, noch sich darüber zu orientieren, was seine Aufgabe ist und was nicht. Oh warte, da gibt es ja noch welche, die er vielleicht fragen könnte: Die Wähler. Diejenigen, die noch daran glauben, dass ihre Stimme etwas zählt. Dass sie nicht den Staatschef fragen müssen, von wem sie sich vertreten lassen und von wem nicht. Aber der ist ja Demokrat und weiß das besser.

*edit: Peter-Prinzip heißt dass, korrigiert mich der Peters.

 
muell

Ich war heute in einem Laden und habe mir auf einer Kaffepackung anschauen wollen, was das wohl für ein Zeug sei. Es sprach zu mir: "Dingsbums ist ein Kaffee für Kenner und Genießer...". Das war's dann mit uns beiden. Was ist dann wohl anderer Kaffee? Plörre für Ignoranten und Gourmands, die sich alternativ auch gern Erdöl hinter die Binde kippen? Ich habe keinen Bock mich dauernd für doof verkaufen zu lassen. Erzählt mir, wo das Zeug herkommt, wie es geröstet ist, wieviel von welchen Säuren noch drin ist, meinetwegen einen holprigen Versuch, den Geschmack zu beschreiben, aber nicht diesen ewigen Bingo-Bullshit.

"Bitte bringt euch um!" war die hier neulich verlinkte Aufforderung von Bill Hicks an Werbefuzzis und PR-Schranzen, die inzwischen die 'Kommunikation' derart mit luftleerem Gebrabbel ausgehöhlt haben, dass sie gar nicht mehr wissen, wozu sie eigentlich lügen, Hauptsache es klingt fresh hip dumsy glimpsy chillywilly bop. Wahlweise auch, wenn es 'seriös' sein soll, edelnobelspitzenelitärgoldprunkseidenexklusiv.

Glaubensfragen

Zum Kaffee fiel mir noch ein, dass die deutschsprachigen Opfer der Semantikzombies seit Jahren mit einem dusseligen Halbsatz lobotomiert werden, der da heißt: "vollendet veredelter Spitzenkaffee". Diese Wörter haben immerhin einen gewissen Groove - Leckerli an den Texter, aber das geilste daran ist, dass ich sie vermutlich wirklich seit Jahrzehnten kenne und trotzdem nicht weiß, welcher blutige Bohnensud damit feilgeboten wird. Das kann doch nicht gewollt sein?

Das Gelalle ist beliebig, und beliebig sind auch die Mittel, mit denen Dreck zu Gold verklärt wird, mitunter auch umgekehrt, das bringt der Wahn so mit sich. Wer hat sich jemals eine Karre gekauft, weil er im TV gesehen hat, wie die Karikatur einer Familie sich psychotische Texte in die getünchten Gesichter spricht, während sie über leergefegte Straßen schaukelt? Niemand, aber irgendwelche abgebrochenen Psychologen, denen der reale Kontakt zu Menschen Angst macht, haben den Betrieb mit diesem Glauben geimpft, und die Pandemie hält an.

Letzte Tür geradeaus, bitte

Ähnlich ist es mit Technikern, Zahlenschubsern und BWL-VWL-Klippschülern, die herausgefunden haben, dass es irre erfolgreich ist, wenn man Leute, die sich gerade ein Fahrrad gekauft haben, fortan jeden Tag mit Ätz vollspammt, in dem ihnen Fahrräder angeboten werden. Ja fein habt ihr das gemacht. Bitte! Tötet! Euch!

Ich schreibe das nicht, weil es neu ist, jedwede Erkenntnis enthält oder daraus etwas zu lernen wäre. Ich schreibe es erstens, weil es raus muss. Zweitens schreibe ich es, weil - wie ich neulich bereits andeutete - das Pulverisieren der im Säurebad gekochten Wahrheit nicht bloß zum Zwang geworden ist, sondern weil es so komplett sinn- und zwecklos ist. Es folgt gewissen Regeln, die einzuhalten aber nachweislich nie den erhofften Nutzen hat, während rechts uns links der Fahrbahn verbrannte Erde zurückbleibt. Für so etwas muss man sich ab und an bedanken.
Hängt euch auf, ihr Arschlöcher, alle!

 
Ich habe mich heute wieder einmal gequält mit einer Radiosendung, die ich während einer Autofahrt durchlitt; etwas, das ich sonst rechtzeitig so leise stelle, dass ich nur noch Silbenhack höre, aber heute war ich zu langsam. Es war eine Hetzjagd auf abwesende Mitglieder der Gewerkschaft der Lokführer, mediales Freiwild auf allen Kanälen, einschließlich der illegalen Datenmüllhalden "öffentlich-rechtlicher" Sender bei Facebook und Co. Eine 'Hörerin', die es dabei hätte belassen und das Maul halten sollen, äußerste die Ansicht, "faire Löhne" seien ja in Ordnung, aber sie habe den Eindruck, der GdL gehe es "um die Machtfrage".

Schon den Stuss von fairen Löhnen muss ich nicht ungerührt akzeptieren, darum bei dieser passenden Gelegenheit noch einmal deutlich: Faire Löhne kann es per Definitionem nicht geben. Fair wäre es, den Leuten, die etwas erarbeiten, die Früchte ihrer Arbeit nicht abzunehmen. Das macht aber zwangsläufig jeder sogenannte "Arbeitgeber", der tatsächlich ein Geldnehmer ist, denn er steckt alles ein, bis auf den Lohn, den er dir lässt. Das ist bekanntlich immer weniger. Immer weniger Lohn für alle, immer mehr Gewinn für wenige, und das aus schierer Logik - wo soll da etwas fair sein? Wer das glaubt, ist schon auf dem halben Weg zum vollen Idioten.

Faire Ausbeutung

Aber zur Sache: Ich kann dieses widerliche Volk nicht leiden, diesen Pöbel, der von der schon reichlich abgeschöpften Arbeit jener Generation zehrt, die wollte, dass es ihnen "einmal besser geht". Dieser Menschenschlag aber, diese Radfahrer, Kriecher und Knechte, die nur etwas unter ihnen brauchen, das sie noch bespucken können, gönnen niemandem etwas. Die Sache mit dem "fairen Lohn" ist schon doppelt gelogen. Sie wollen nicht, dass irgendwer auch nur ein Scheibchen mehr vom Brot bekommt als sie selbst, und je weniger sie noch haben, weil jemand es ihnen nimmt, desto weniger sollen die anderen noch haben dürfen. Das sind sie, die Wählerinnen und Wähler der Sozialdemokratie, die Hüter der Sklavenwirtschaft, die immer wen suchen und finden, der "nicht essen" soll.

Ja, wo kommen wir denn hin, wenn es noch Lohnabhängige gibt, die nicht in ihre möglichst effektive Enteignung einwilligen? Die stattdessen andeuten, dass ohne sie nichts läuft, die ihr kleines bisschen Macht ausspielen, um sich nicht abhängen zu lassen wie das Gewürm, das "nichts für die anderen!" auf seine Fahnen geschrieben hat und sich dafür lieber selbst ausbeuten lässt. Das geht so lange, bis sie trotzdem weggeworfen werden, weil sie unnütz werden. Ihnen ist alles recht, was die Majestät nicht beleidigt, und wer die herrschende Macht hinterfragt, wer sie anzweifelt, ist ihnen ein Hochverräter.

Denn der kleine Mann, mit dem sie sich von ihren verlogenen korrupten Führern identifizieren lassen, hat keine Macht zu haben. Die ist für die Großen, und dass das so bleibt, dafür sorgt ihre Partei - Ordnung muss sein. Niemand hat ein Recht, es sei denn die Herrschaft gewährt es. Diese urdeutsche und wie zufällig urfaschistische Haltung ist nicht totzukriegen, und leider haben die rechten Hetzer eben keine Ahnung, wenn sie befürchten, diese widerlichen Braunhirne könnten aussterben, weil sie zu dumm sind zum Ficken.

Der Weg der Herrenrasse

Die sogenannte Integration sogenannter Migranten findet nicht statt, weil sich kein Mensch integrieren will in eine Gesellschaft kleingeistiger Denunzianten und eifriger Politessen. Aber der Michel, dieser Kapo aus Leidenschaft, hat es auch formidabel geschafft, sich nicht verändern zu lassen von anderen, die es lieber gemütlicher haben. Es wäre ja nur zu wünschen, dass eine Flut von Fremdem - fremde Mentalitäten, fremde Gepflogenheiten, meinetwegen auch fremdes Blut, dieses arische Arschlochvolk in Grund und Boden durchrasste. Aber dagegen sind sie immun. Sie werden immer so sein.

Ich denke manchmal, ich lasse mich lieber ins islamische Kalifat integrieren als diesen Abschaum länger ertragen zu müssen. Aber dann sehe ich, dass sich einige doch integriert haben - und woanders mit anderen Mitteln das voranbringen, wozu sie hierzulande zu gehemmt sind. Wenigstens haben die eine sehr gute Chance, das nicht zu überleben. Immerhin ein Anfang.

 
Was sind diese IS, Isis oder Isildur-Terroristen eigentlich für Pfeifen? Ich meine: dass unsere Schlapphirne und -Hüte zu doof sind aus dem Bus zu gucken und daher verhindern wollen, dass sogenannte "Dschihadisten" von hier ausreisen anstatt sich zu freuen, wenn sie ein paar schießwütige Vollhonks loswerden, das erwarte ich ja nicht anders. Aber wenn Letztere, die sich von amerikanischen Schießfilmen mit wehenden Fahnen und heroischen Gemetzeln so haben verblöden lassen, dass sie das jetzt alles live und in Echtzeit haben müssen, den Terror von hier nach dort tragen, meine Fresse, wie völlig brandgerodet muss deren Großhirn sein, von der Wurzel bis zur Rinde eingeäschert, komplett durchoxidiert?!

Das ist schon doof, weil es blöd ist, wer aber davon nicht genug hat und sich die Dimensionen des hier zu untersuchenden zerebralen Desasters in Gänze geben will, muss das nur einmal mit den Möglichkeiten abgleichen, die ein zur Förderung von Angst und Schrecken entschlossener Kämpfer für jedwedes destruktive Ziel hätte, könnte er sich nur auf weniger klischeehafte Formen des 'Kampfes' einlassen. Es scheint mir durchaus eine Frage der Ästhetik, nein des Styles (hier bitte näseln; eigentlich nennt der jugendliche Bildungsflüchtling dergleichen "Lifestyle", wir handeln hier aber ja eher mit dem Gegenteil, daher also unentschieden ...) zu sein. Chice Kampfklamotten, Kampfpanzer, wenigstens geile Wumme und natürlich diese wahnhaft stylishe schwarzweiße Flatterfahne wie dunnemals der Piratenkapitänseeräuber.

Es wäre so einfach

Hätten würden, wenn sie also stattdessen einfach zum Telefon griffen, irgendeine Behörde anriefen, um "Fieber", "Blut" und "Afrika" zum Beispiel scheinbar ersterbend auszuhauchen - inzwischen reicht sicher auch ein fröhlich geträllertes: "Ich habe Ee-bo-laa und bin gleich beii euch!" Das gäbe hundert mal mehr Alarm als zehn abgeschlachtete Ungläubige, ganz zu schweigen von zehn abgeschlachteten Dschihadisten, die schließlich auch irgendwo in der Bilanz auftauchen sollten. Es ist noch einfacher und sicherer als die Nummer mit dem in die Menge geworfenen Rucksack zum begleitend skandierten "Allahu Akbar", eine Möglichkeit, deren mangelnder Gebrauch eindeutig auf eine zum Erbarmen nachlässige Arbeitshaltung der Zerstörer des Abendlandes hinweist.

Was aber ist schon das Lahmlegen einer Buslinie, einer Behörde, womöglich einer ganzen kommunalen Infrastruktur, gegen die triumphale Geste, auf den Kadaver eines geköpften Feindes zu rotzen? So ein Selfie ist schließlich was fürs Leben, was interessiert da profaner Schnickschnack wie Strategie und Effizienz? Damit komm' ich doch nie im Fernsehen!

Auf der anderen Seite wird derweil immer noch spioniert, gesammelt und entrechtet, obwohl dabei seit 15 Jahren nicht ein einziger der nämlichen Komplettschwachmaten aufgeflogen ist, die doch geradezu darum betteln, von jemandem mit einem IQ knapp über Raumtemperatur übertölpelt zu werden. Was höre ich da aus den angeschlossenen Funkzellen? Aha, weißes Rauschen. Schon wieder unentschieden!

 
wieher

Vor genau vier Jahren habe ich noch spaßeshalber die Haushaltsdebatte des Deutschen Bundestages live kommentiert. Damals war das schon eine Art Nachruf, Reminiszenz an den alten Untertitel dieses Blogs: "Satire womöglich" - wobei sich zeigte, dass Satire da nicht mehr mithalten konnte. Solche Rückblicke sind nicht unwichtig, weil sie zeigen, dass die 'politische' Hard-und Software inzwischen Verfallszeiten hat wie die in der IT. Damals musste ich noch nachschauen, wer denn dieser Schwätzer sei, der mir schon vorher durch unerträgliches Blabla aufgefallen war und von dem ich nur wusste, dass er der CSU angehörte. Inzwischen sind wir zwei Ministerposten und einen finalen Tritt weiter. Die Rede ist von Hans-Peter Friedrich.

Dazwischen liegt nebenbei die totale Desillusionierung über die realen Machtverhältnisse Urbi et Orbi und was die Macht damit macht. "Stasi 2.0 - wen interessiert's?" ist der Film, den sich keiner mehr anschauen mag. Dem entsprechend geht noch jede(r) Zweite zur Wahl, davon wiederum die Hälfte Rentner und die andere Hälfte Psychopathen. Die Art, die genau weiß, wem wir all das Elend zu verdanken haben: Die Arbeitslosen leben in Saus und Braus und führen einen gnadenlosen Klassenkampf, indem sie die Fleißigen ausbeuten. Die Juden haben uns die D-Mark genommen. Die Ausländer wollen auch noch unser Geld. Arbeit und Fleiß werden uns wieder nach vorn bringen, sobald wir das angepackt haben.

Es ist dein Geld!

Wir hätten uns eine ganze Handvoll neuer Körperöffnungen gefreut, wäre zu Zeiten, da Politik noch relevant erschien, die FDP in dem Sumpfloch verschwunden, das sich inzwischen über ihr geschlossen hat. Aber so? Nicht bloß zu spät, sondern auch noch um den Preis, dass die Neoliberalen abgestraft werden, indem ihre Follower Lucke und Olaf Henkel anhimmeln?! Das Hirn in ihrer Cervelatwurst rät Ihnen dringend zu einem Upgrade.

Man müsste sich glatt Gedanken machen, ob die gedungenen Analysten dieses Kopfschmerzkinos, die in den Sendern und Redaktionen noch so tun müssen, als sei das alles wirklich Wirklichkeit, nicht Anspruch auf Schadenersatz hätten, aber sie werden ja gemeinhin mit einem ordentlichen Schmerzensgeld geschmiert und haben dem Affenzirkus so oft zugestimmt, dass wohl die andere Befürchtung zutrifft: Sie nehmen das immer noch ernst. Allerdings sollte der Bundesrechnungshof schnellstens dafür Sorge tragen, dass an Maniacs wie Claus Kleber nicht noch Millionen verpulvert werden für einen Wirrwahn, den der Mann auch ganz von allein auswirft, weil er eben so tickt.

Irre geworden

Aua. Habe ich da eben gefordert, kein Geld zu verschwenden? Was bin ich doch für eine Bürgerliche Fotze©. Nein, besser wäre es wohl, ihm Milliarden in den geschulten Mundgeruch zu werfen. Vielleicht - eine klitzekleine Hoffnung hätte ich da - merkte dann jemand etwas. Aber ich bin schon wieder viel zu weit abgeschwiffen. Oder nicht? Bleiben wir noch ein gemütliches Momentchen beim Geld, seinem Fetisch und der flüssigen Macht. "I've Had Enough" heißt ein Stück Populärmusike, in dem ein irrer junger Mann seine fortgeschrittene Schizophrenie feiert und zu dem wahrlich verrückten Schluss kommt - nur um die Winzigkeit eines Buchstabens hier abgewandelt: "There's a Billionaire above you - and you're under his Suspicion"*. Das kann uns in der besten aller freiheitlich gewählten Demokratien ja nicht passieren.

p.s.:
*Die Übersetzung des Originals "There's a Millionaire above you - and you're under his Suspicion": Es gibt einen Millionär über dir, und du stehst unter seinem Verdacht. Die Variante spielt mit dem Umstand, dass "you" auch Plural sein kann: Es gibt einen Milliardär über uns, und wir stehen unter seinem Verdacht. Finden Sie die Verschwörungstheorie und lesen Sie das Parteiprogramm von 1989 Ihrem Wahlkampfleiter vorsichtig vor!

 
Es bleibt schwierig für den Chronisten; ganz unmöglich wird es, will er Relevantes berichten. Aus dem Dschungel der Beliebigkeit täglich frische Blumen zu schneiden, ist schon eine bescheuerte Metapher. Wer wollte daraus auch noch einen Job machen? Von daher heute eine Momentaufnahme dessen, worüber ich vor Jahren noch zu schreiben gewusst hätte:

Regierungsbefähigungsbescheinigung

Irgendein SPD-Vorderbänkler bescheinigt der Partei "Die Linke" aktuell "Regierungsfähigkeit". Dergleichen Mitspielgenehmigungen eines Bullys vom Schulhof können das Leben erleichtern oder sind der endgültige Beleg für die totale Kapitulation. Wer das entscheiden mag, darf es sagen. Einen Hinweis gibt es zur Wahrheitsfindung aka Urteil: Mit Stefan Liebig ist der erste linke Bückling auf der Atlantikbrücke angekommen. Gewerkschafter ist er übrigens auch.

Arbeiterbewegung: Bück' dich, wir verhandeln!

Die wiederum geben endlich Vollgas und stimmen für die Niederschlagung von Gewerkschaften, deren Macht den Standort bedroht. Alles dazu gesagt hat der Jochen mit dem Breitschwert. Kein Skalpell mehr nötig.

Von Bagdad nach Stanbul

Die Atlantiker, NATOdeserfahrene Krieger für Kapital und Chaos, brauchen aber auch dringend neue Unterstützer. Der nächste Irakkrieg wurde just ausgerufen von einem, der das kann: Dick Cheney. Hurrahurrahurra!

Das Geld ist weg

Was ist sonst noch wichtig? Ach ja, das Geld: PayPal integriert Bitcoin, Apple will, dass wir mit Uhren bezahlen - nein, nicht mit der geklauten Rolex vom Porsche Manni, mit dem Handydingsbums mit Funk und eben Internetz und unterwegs. Am besten gleich abbuchen, sobald man einem Produkt bzw. dessen Darstellung begegnet und die Appleuhr dem zentralen Prüfer erhöhten Puls meldet. Alles andere ist nämlich sowas von Nullerjahre!!1!

Analfixierung mit der Goldkante

Dagegen hilft nur Hartgeld, welches psychologisch, was mir der Haken auf meiner linken Schulter einzupflegen befiehlt, mit hartem Stuhl einhergeht. Gar nicht Unrecht hat der Kollege Puentes, wenngleich ich nicht weiß, was eigentlich gegen Bohnerwachs einzuwenden ist. Die AfD, ein Haufen ausgemachter Spießer. Angesichts von Whatsapp, Bitcoin und Google Surveillance Fashion möchte ich mich beinahe einreihe(r)n. [Fünf Mark ins Stilbruchschwein entrichtet. Säzzer]

Sie wollen die Welt anhalten, und ich kann es verstehen; leider nur sind es immer dieselben Volldödel, die vierfünftel gehirngewaschen sind und dann ein besseres Waschmittel fordern. Also gehen sie auf alles los, was ihnen nicht passt, ganz nach dem Geschmack eben derjenigen Herren, gegen die aufzubegehren sie glauben. Menü des Tages: Die Moschee muss weg! Dazu gibt es Eierlikör, Plätzchen und deutsches Liedgut.

Tüt BusseTuet Buße!

Zum Ende kommend, ist noch folgendes zu vermerken: Auf der Krim herrschen so grausame Zustände, dass "einige" der Krimaner "sogar in der Ost-Ukraine" kämpfen, weiß die konservative Wertstoffpresse. Nein! Doch! Ooh, dieser Putin! Was sagst du, Haken? Aus Deutschland England, den USA und überhaupt dem goldenen Westen laufen ständig junge Männer zu den Islamisten über? Also das ist doch wohl etwas völlig anderes!!elf!

Aber sowieso alles hinfällig, denn wie wir seit Monaten wissen, werden wir alle sterben. Liberia ist schon völlig ausgerottet und menschenleer: Alle 1200 Einwohner wurden von der Seuche dahingerafft. Das Ende ist da.

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