kunstlyriklamauk


 
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Aus der Reihe "Gedenktage, an denen man durchfeiern muss", entdeckte ich just den "Weltfondstag" am 19.April. Noch einer an diesem historisch so erbaulichen Terminstrang, direkt vor Adolf, der Queen und Lenin. Ich persönlich hätte ihn ja auf den 3. Februar gelegt, aber wer fragt schon wen, der sich auskennt?

Das Leben der Investoren ist ungemein hart und voll großer Aufgaben. Wussten Sie, liebe Zuschauer und Landsleute der besten Demokratie, die man ... wussten Sie, dass Diesel durchaus Gutes tut? Zum Beispiel sorgt er dafür, dass die Investoren in unsere Städte kommen und - investieren! Machen wir ihren Kutschen Platz wie es sich gehört und lassen wir uns nicht in Neidkampagnen® verstricken!

Unsere Investoren, die scheuen Trughirsche, sie tun so viel Gutes! Vergessen sie holländische Outlet Center. Bleiben Sie diesseits der Grenze am Niederrhein und tun Sie eine Reise nach Meerbusch, wo sie wohnen, die Herren Millionäre, ach was, Milliardäre. Dort gibt es Designermode aus der Kleiderkammer. Nichts wie hin, ordentlich einpacken und eingeloggt bei Ebay!

Meer oder weniger

"Meerbusch" steht da übrigens für Noobs, die den Unterschied zwischen Büderich und Lank-Latum nicht kennen. Versuchen Sie auch besser nicht, bei Flicks auf einen Kaffee reinzuschauen. Bestenfalls werden Sie gekauft; es sollen aber auf dem riesigen Grundstück auch immer mal wieder frische Grabungen beobachtet werden. Die Familie gilt als [tragen Sie hier bitte eine sensationell klingende Spekulation ein]. Wie dem auch sei; ich bin dort geboren, man hat mir aber alle meine Erinnerungen daran genommen. Die schrecken vor nichts zurück.

Bei der Durchfahrt durch das Adamantium der Recherchekunst aka "Rheinische Post" stieß ich übrigens auf Journalismus Industrie vier Punkt zwei. Wer nicht genug kriegen kann von den schon ungemein beliebten "Klickstrecken", die noch immer der Gottheit "Parameter Klick" huldigen, von der selbst diejenigen, die damit um Budgets pitchen, wissen, dass das kompletter Blödsinn ist [Augenblick, Luftholen ...] wer das also so geil findet, dass er dafür auf Sex und Käsekuchen verzichtet, der darf sich jetzt freuen über die großgeniale Superidee der Kreativabteilung Attacke '98: Die - tadaa! - Infostrecke:

Abspannend

Jede
Seite
ein
Wort
über
irrelevanten
Scheiß.
Sauspannend!

Zum Schluss noch ein bisschen Politiksimulation. Der Herr Macron, nichtwahr, Investmentbanker und derjenige, der an vorderster Hinterzimmerfront für den neoliberalen Salto Mortale von "Wir schröpfen die Reichen, ach doch nicht, nehmen wir lieber wieder die Armen!" - Hollande verantwortlich war, der Herr ging also just in Opposition zu sich selbst, um endlich das zu verwirklichen, was er schon seit Jahren im Ausnahmezustand durchprügeln lässt. So einer heißt hier "linksliberal".

Vermutlich, weil er nicht nur am rechten Fuß einen Schuh trägt. Nun ja, fair is foul und so weiter, die FDP schließt sich der Zombieapokalypse an und knabbert grunzend an den Grünen. Wer den Unterschied findet, darf ihn behalten; so tief kann ich eh nicht gucken. Was soll's auch: Faschist, Terrorist, Erpresser - Hauptsache demokratisch gewählt!

 
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Ich fahre ein 20 Jahre altes Auto, das noch sehr gut in Schuss ist. Was macht man als Zeitgenosse – ahnend, dass der Besitzer dieses Schmuckstücks kein Reicher ist, wenn man jenem ob grobem Ungeschicks die Motorhaube zerbeult? Richtig: Gas geben, abhauen, ich scheiß‘ auf dich! Schließlich ist man nicht versichert, um einen Fall mit solchem Plebs abzuwickeln und sich dafür die Prämien erhöhen zu lassen. Doch, ich habe mich geärgert und wusste erst gar nicht, worüber am meisten. Dann aber befahl ich mir zu atmen und soufflierte mir, das sei kein Beinbruch und es könne schlimmer kommen.

Okay, meine Waschmaschine hatte schon eine ganze Weile Geräusche gemacht, als führen mit Stahlhelmen und Eisernen Kreuzen drapierte Termiten auf Motorrädern, deren Bereifung aus Kreissägeblättern besteht, Achten in das Metallgehäuse. Was das Gerät durch den Abwasserschlauch in die Badewanne entließ, sah denn auch so aus, als schaufelte wer fröhlich einen repräsentativen Abrieb aus allen Bestandteilen der Maschine in die Pumpe hinein. Gestern blieb die Trommel endgültig stehen.

Wir müssen reden

Frühling, wir müssen über Timing reden! Ehe du mir als Wiederschlechtmachung für das Wetter noch die Bude abfackelst oder mein Fahrrad zerhäckselst, schlage ich vor, wir vertagen die nächsten derartigen Ereignisse, ja? Danke! Ich will mich auch gar nicht beschweren; das Eine oder andere haben wir ja immerhin schon überstanden.

Neulich etwa, als meine Tochter nach einer Zeitspanne, die unter der Rubrik „Scheißtag“ firmiert, mich abends anrief, während sie durch die Landeshauptstadt irrte. Es war ein beinahe normaler Tag, das heißt, dass sämtliche Bahnen nach einem ‚Fahrplan‘ umher zockelten, der durch äußerste Spontanität zu erfreuen wusste. Zudem waren allerdings alle Autobahnen gesperrt und die halbe Stadt wegen einer Bombenentschärfung evakuiert.

So nicht!

Sie berichtete telefonisch von einem großen Polizeiaufgebot und kommentierte entnervt: „Jetzt ist hier auch noch eine Riesenschlägerei“. Ich hörte, wie sie mit einem Tonfall der Art : „ … oder soll ich dich an den Eiern aufhängen?" einen Beamten fragte, ob der sie wohl durchließe, und er ließ sie selbstverständlich gewähren. Nicht zuletzt aus Gründen publizistischer Qualität rief sie eine halbe Stunde später abermals an, um sich zu korrigieren: „Das war keine Schlägerei, das war ein Axtmörder“.

Wir kamen schnell überein, dass der Mann Glück gehabt hatte, ihr nicht in dieser Stimmung im dunklen Bahnhof zu begegnen. Es war gleichermaßen unser Glück, denn Notwehr hin oder her, unsere Reaktion auf solche Mitmenschen verursacht immer wieder erhebliche Scherereien. Da ist es doch besser, man geht sich gleich aus dem Weg.

Das Jahr fängt also alles in allem ein wenig besser an als das letzte endete, Verluste an Leib und Leben sind keine weiteren zu vermelden. Ich möchte bei dieser Gelegenheit daher ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass ich hier nicht nur Pessimismus verbreite. Bei entsprechenden Vorwürfen werde ich künftig auf diese Sternstunde der ZEN-Kunst hinweisen.

 
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Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber.

Reiten wir gegen Bagdad, gegen Tripolis und Damaskus! Der Türke steht auch schon wieder vor Wien. Was dem Muselmann die die 72 Weiber beim finalen Priapismus, sind uns die 72 Cyber® im Weißbuch, die dem deutschen Vorwärtsverteidiger der Brute Force One den Weg ins Paradies weisen. Pizza und Kartoffelchips bis zum Jüngsten Tag, und die Musikauswahl ist ein weiterer Vorgeschmack. Das neue Technofieber heißt Marschmusik. Neben dem traditionellen Rummtata nach Art "Wir folgen blind und treu bis in den Tod unserem König" paukt und trompetet es heuer "Cyber Cyber".

Drohnen-Uschi ist schier aus dem Häuschen angesichts ihrer pausbäckigen Lausejungs, ganz rosig noch in Adoleszenz und Killing Spree. Jetzt sind sie Kamerraaden, die 260 Pioniere; bald sollen es 800 sein, an einem Ort, an dem sogar die Maler "das Regiment führen". Hier bin ich Männlein, hier darf ich's sein. "Kammerraaden" hallt es allüberall durch die Zeilen, nix gegendersternte *_innen, und wenn doch wer aus versehen in Weibkontakt kommt, tut er's im familienfreundlichen Unternehmen Bundeswehr®. Gebt her eure Söhne!

Das "Kommando Cyber- und Informationsraum" ist die Speerspitze der Strategie des 21. Jahrhunderts: Nicht nur verteidigen wir unsere Freiheit® überall auf der Welt, wir tun dies endlich auch wieder "offensiv". Der neueste Sprech ist "Offensivverteidigung", und zwar vom Boden des Vaterlands bis zu den Stränden Neuseelands, vom Eisernen Kern des Planeten bis zum Kreuz des Südens. Da staunt der Patriot, wird ihm doch bis heute selbst die kurze musikalische Reise zu Etsch und Belt untersagt. Endlich wieder Freiheit in Verantwortung®!

Uschi kann ihnen nur die Tür zeigen, von ihrem Verstand haben sie sich ganz alleine befreit. Da sind die Prioritäten eindeutig festgelegt: Wir brauchen keine Genies, nur ein paar Hundert willige Scriptkiddies, die sich durchklicken und pünktlich zum Rapport anchwabbeln. Wer C&P im Rahmen geordneten Codes drauf hat und sich dennoch für die blaue Pille entscheidet, hat das Zeug zum Cybergeneral. Dass ihm die Tablette keine ewige Dauerlatte beschert, sondern nur heiligen Stumpfsinn, ist zu verschmerzen: Sexy mini flower pop-op Cyber; alles ist in Cyber-Cyber.

 
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Waren das noch Zeiten, als es relevant erschien, Wahlen zu kommentieren. Schon vorher konnte man prognostizieren, so tun, als gebe es Optionen, sogenannte "Wahlaussagen" bewerten. Am Wahltag war so zu tun, als sei es spannend, um danach die Wahl selbst zu besprechen und Koalitionen durchzudeklinieren. Arbeit ohne Ende.

Was wird derzeit nicht alles gewählt. Die Einen haben Angst vor dem Wilders-Westen, die Anderen glotzen auf den deutschen Westen und den frischen Wind aus dem Darm der AfD. NRW wählt, und die chancenlosen Schwarzgelben versprechen das Ende des Rauchverbots in Kneipen. Tatsächlich ist das ein Landesgesetz, von dem wir wissen, dass es das Werk der Grünen Gesundheitsnazis und ihrer Spezialdemokratie ist. War da sonst noch was? G12 vielleicht. Gegender an den Unis. Superbilanz! Die Grünen kriegen dafür offenbar die Quittung, obwohl keiner weiß, warum ihre Exwähler wohin jetzt überlaufen, wo doch die Piraten auch noch absaufen.

Ein Supertyp

Alle zur AfD? Und wissen deren Kandidaten überhaupt, was ein Landtag ist? Oder deren Wähler so, wofür eine Landesregierung zuständig ist? Die Lindners und die Konservativen, von denen sie sich wedeln lassen wollen, haben immerhin einen Punkt. Ist das ein Grund, wen zu wählen? Dolles Symbol: Freiheit statt Zwangsaskese. Wären da bloß nicht A und B. A, dass die Pappnasen nur mit der AfD regieren könnten oder mit der SPD. B, dass in den kommenden fünf Jahren noch andere Entscheidungen getroffen werden müssen, und wessen Freiheit die neoliberale Phalanx von Grün bis AfD da verteidigt, ist kein Geheimnis.

Bleibt noch C, das "Abschneiden". Das "der Rechten" zum Beispiel. Werden die wirklich abgeschnippelt? Verschwinden die, wenn sie verlieren? Sind deren Wähler mehr oder weniger Nazis, wenn sie ihr Kreuzchen bei Adenauers machen oder nicht? Ist Geert Wilders kein Idiot, wenn er eine Wahl gewinnt oder Rutte etwas anderes als ein neoliberaler Geisterfahrer, weil er Cheftürken rauswirft? Ist der holländische Joschka wirklich ein Jessias? Vor allem aber: Wen zur stinkenden Hölle interessieren Personen, wenn am Ende immer und immer wieder derselbe Dung in denselben Himmel mieft?

Ist wirklich diese Löhrmann schuld, wenn die Oliven die Wahl verlieren? Okay, jemand, der nicht hässlich und öde ist, kriegt bessere Noten bei der Vereinigten Gala aka "Journaille", aber ist das die Lösung? Schöne Männer und Frauen, die sich perfekt präsentieren? Wenn sie schon bewertet werden wie Showstars, sollten sie auch gecastet werden wie bei Germany's next Toppolitician. Hat nur Vorteile: Hohe Wahlbeteiligung, gute Stimmung und weniger kackbraune Spuckefäden. Am Ende kann man sich ja wie immer darauf einigen, dass Steuern und Sozialleistungen gesenkt werden. Nehmen wir doch eh hin, und die Nation kann endlich wieder stolz sein, weil wir von echt geilen Schnitten regiert werden.

 
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DDR-Bau: Soll das Architektur sein?

Mann ey! Nachdem ich vor zwei Wochen E-Schrott verklappt habe, sind mir noch eine Tüte mit so nem Zeug, zwei alte Rasierer, der Pentium I und ein oller Plattenspieler in die Hände gefallen. Außerdem hatte ich vergessen, das Zeug von Töchti mitzunehmen. Wenn ich jetzt schon wieder beim Recyclinghof damit aufschlage, halten die mich noch für Deutschlands dümmsten Dealer. Ein Fall für die Q-Journaille. Ach ja, und für Recycling. Hier, exakt fünf Jahre alt das (ich hab so viel um die Ohren gerade):

12.03.2012

Neulich war ich im Keller und habe Elektronikschrott aussortiert. Die Ausbeute war gut: Zwei Scanner, ein Drucker, drei PC-Gehäuse, Mainboards, CD-Laufwerke, fünf Videokabel von Schnittstellen, die nie noch ein Mensch benutzt hat, zwei 'parallele' Kabel, einige kaputte Netzwerkkabel, Kühler, DSL-Modem, Telefone, Anrufbeantworter, Sat-Receiver und weitere Kleinteile oder Kabel. Es fanden sich auch ein halbes Dutzend Kaltgerätestecker. Für Laien: Das sind die Netzkabel für Anschlüsse mit drei Pinnen, also für PCs, Monitore etc.. Einige davon wollte ich ebenfalls wegwerfen, aber eine Stimme hielt mich davon ab.

Dazu muss man wissen, dass ich eine Zeitlang ständig solche Kabel verschenkt habe. Bis zu dem denkwürdigen Tag, an dem mir plötzlich einer fehlte. Mir! Ein Kaltgerätestecker! Das darf nie wieder passieren. Das meinte auch mein alter Atari, der mir zuraunte, als ich einen in den Schrott geben wollte: „Der könnte von mir sein!“ Ich nahm also einen anderen, abermals wurde ich zurechtgewiesen: „Der könnte auch von mir sein!

Wieso redet überhaupt ein alter Atari mit mir?“ gab ich den Ball zurück.
Wieso steht ein alter Atari in einem gammeligen Karton im Keller?! Als du mich zum ersten Mal in den Armen hieltst, hast du literweise Endorphine ausgeschüttet“, antwortete der MegaST schnippisch, „und was heißt hier überhaupt 'alt'? Aber ich verstehe: Wer will schon einen 25-jährigen Computer?

Alt ist jung und jung ist alt

Das saß. Der Atari, der schon immer meine Gedanken lesen konnte, wusste, dass ich eben noch gedacht hatte: „Was soll ich denn mit einer 45-Jährigen?“ Okay, es ist nicht fair, einen verdienten Rechner, der vermutlich immer noch funktioniert, für den Rest seiner Tage in den Keller zu sperren. Aber ist das ein Grund, mich so brutal ins Trauma des Alterns zu stoßen?

Ich widmete mich also dankbareren Objekten, den Netzteilen. „Denkst eh wieder nur an Netzstrümpfe, seniler Lustgreis!“ nörgelte es dumpf aus dem untersten Karton. „Sei still, sonst löte ich dir einen Commodore-Transistor ein!“ drohte ich. Das brachte ihn eine Weile zum Schweigen.
Netzteile also. Elf Stück. Es ist immer gut zu wissen, dass man alle Kombinationen aus Spannung, Stromstärke und Anschluss hat, die man gerade nicht braucht. Das verhindert immerhin, dass jemals ein Gerät kaputt geht, auf das eines dieser Teile passt.

Ist wie bei dir“, sagte das Nokia-Ladegerät, „du passt auch nirgends, und wenn doch, ist schon ein jüngerer Stecker da“. Ich legte es in einen BenQ-Karton, da kann es sich jetzt überlegen, ob das witzig war. „Und wenn du so weitermachst, löte ich dich an ein Siemens!“, triumphierte ich. Wenn ich mich in einem finsteren Verlies von tratschenden Altlasten vereimern lassen wollte, hätte ich mich nicht scheiden lassen.

Der Aufstand

Nur über meine Leiche“, tönte es aus dem muffigen Küchenbuffet.
Wer da?“, rief ich, „nennt Euren Namen und Euer Begehr!
Lötkolben, fuffzehn Watt, du Schnorchel! Bevor ich den Kollegen an etwas von Siemens klebe, verzink ich dir den Fingernagel. Früher biste wenigstens mal zum Lachen hier runter gestiefelt. Und hier sind unsere Forderungen:

Erstens: Schluss für heute. Pack deine Beute ein und schleich dich.
Zweitens: Der Atari kriegt ein trockenes Plätzchen bei den beiden PCs unterm Bett. Einschließlich beider Monitore.
Drittens: Geh mal vor die Tür!
Wir kommen bestens ohne dich zurecht. Du wirst nie einer von uns. Wenn wir eins nicht brauchen, sind das Technokraten, die uns in Kisten sortieren. Wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Sie können das nicht besser wissen. Ich habe meine Konzepte nur noch nicht richtig vermittelt. Ich liebe doch. Ich liebe doch alle Platinen. Ihr mögt denken, das sei Wahnsinn. Aber habe ich euch nicht gesagt, dass was ihr irrtümlich für Wahnsinn haltet, vielmehr eine Übersensibilität der Sinne ist?

 
ge

Kein Sound, kein Gameport: Nur eine der Karten im Test überzeugte, der Rest ist überteuerer Schrott.

Ja doch, ich kann das auch richtig schreiben, aber kann wer beweisen, dass es nicht eigentlich so viel besser wirkt? Ich habe neulich eine Sammlung hochverdünnten Urins aufgesucht, um darin zu baden. Meine Krankenkasse hat das finanziert, weil es gut für meinen Rücken sei. Eine Langzeitstudie ausgewiesener Fachexpertenkreise hat das belegt und ist zu dem Schluss gekommen, dass allerdings das Urinal mit kreisenden Bewegungen zu besänftigen sei. Anderenfalls bleibe nicht nur der Effekt aus, es drohten auch tödliche Nebenwirkungen (sog. "Ertrinken").

Klingt komisch, ist es aber gar nicht. Am Beckenrande bemerkt, handelt es sich obendrein um Fake News. Wie Kenner wissen, könnte mich kein noch so hoch angesetzter Bestechungversuch einer Krankenkasse zum freiwilligen Besteigen einer gefliesten Menschenterrine verführen. Aber ich komme schon wieder ins Schwafeln ... Hömoöpathie wollten wir besprechen, nicht nur aus aktuellem Anlass oder auch dem hier.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Logik und andere Basiselemente einer sachgemäßen Anwendung des Verstandes eine gewisse Abwertung erfahren in den vergangenen Jahren. Da wird verdreht, da wird falsch geschlossen, da werden womöglich mehrere sich unmittelbar widersprechende Inhalte in einen einzigen Satz gepresst. Das alles scheint nicht mehr so wichtig zu sein; Hauptsache, die Guten gewinnen. Die Attacken auf die einfachsten Regeln der Rationalität finden dabei an vielen Fronten statt.

Zombie unter Zombies

Die Parteilichkeit der Redner ist eine davon, eine weitere das Narrativ. Ein gutes Beispiel aus dem leider nicht medizinischen Bereich ist das Wort "Erkältung". Der einzige Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung ist folgender: In kühlen Zellen breiten sich Rhinoviren schneller aus, und Kälte kann die Immunabwehr schwächen. Es sind zweifelsfrei die Viren, die eine Erkrankung verursachen, dennoch fabulieren zwei von drei Zeitgenossen, sie hätten sich da und dort "erkältet", weil sie in der Kälte waren oder eine Mütze nicht aufgesetzt hätten. Demnach ist der Baum schuld, wenn du bei 200 Sachen aus der Kurve fliegst.

Ähnliches gilt für Gesundung allgemein: "Mittelchen XY hat mir geholfen". Nein, hat es nicht, du bist noch genau so doof wie vorher. Besonders bei lang anhaltenden Leiden glauben 104,7% der Betroffenen, das, was sie zuletzt versucht haben, hätte ihnen geholfen. Hat es aber nicht. Nein. Hat. Es. Nicht. Das verdammte Wrack, das einen Körper zu nennen du nicht umhin kommst, hat endlich einen Weg gefunden, wieder rund zu laufen. Jedenfalls an der Stelle, von der wir reden. Was dazu geführt hat, weiß man nicht. Das gilt übrigens auch für deinen blöden Köter. Selbst, dass der Grünkernaufguss mit Gelée royale von kapverdischen Termiten "nicht geschadet" hat, ist Blödsinn. Glaubst du nicht? Siehst du, und deshalb bist du ein ignoranter Schwachkopf.

Einen hab ich noch, womit ich immerhin so gnädig bin, die Kapitel "furzdämlicher falscher Umkehrschluss", "konträr ist nicht kontradiktorisch, verdammt noch mal" und "ein Konditional ist wahr, wenn die Bedingung falsch ist" auszulassen. Ein Lieblingsargument der Mythologen, Esoteriker und Steinzeitphilosophen ist "sonst bin ich ja nicht so" aka "ich glaube ja eigentlich nicht an sowas", gern eingeleitet mit "du weißt ja" und gefolgt von jenem furchtbaren "Aber". Nein! Nicht aber. Du bist einer von denen. Yapp. Genau so einer. Kein Richtiges im Falschen, no way. Herbstzwerge, Aluhüte, Chemtrails, Homoöpathie, Astrologie, Tarot und Verehrung jenseitiger Wesen ist dieselbe armselige Charge. Also mach dich so lächerlich wie es dir behagt, aber geh' mir nicht auf die verdammten Murmeln damit!

 
tz

Wieso halten Bäckereifachverkäuferinnen ihre Kunden eigentlich mehrheitlich für doof? Ich mag ja ungern meinerseits Schlüsse vom Job auf die oberstübliche Möblierung schließen, aber ist es nicht vielmehr so, dass sich in der täglichen Geringschätzung der Kundschaft vielmehr die eigene Wachstumsdelle bezüglich kognitiver Kapazität offenbart? Ihr wisst, was ich meine: "Die Tüte offen lassen, die Brötchen sind frisch aus dem Ofen!"

Als die Dame heute Morgen bei "Tüte" war in ihrem üblichen Befehl, hatte ich bereits einen Kabelbinder um deren Öffnung gezurrt. Während ich ihr ein sibirisches "Wiedersehen" entgegen hauchte, verrammelte ich den Ausgang noch mit Gaffa Tape. Ob diese kleine Vorführung ein wenig dazu beiträgt, die Welt probeweise aus einer anderen Perspektive zu betrachten, man weiß es nicht. Kann es sein, dass sie von der anderen Seite der Theke völlig anders aussieht? Hat der Mann vielleicht Gründe, die Tüte nicht offen zu tragen?

Kann doch nicht ...

Ist er mit seinen rund 50 Lenzen wirklich schon (oder noch) in der Lage, solche Entscheidungen selbst zu treffen? Kennt er die Konsequenzen seines Handelns? Als Fachkraft muss die Verkäuferin das offenbar verneinen. Sie ist schließlich gelernt, ein Profi. Was weiß der schon, dieser Kunde! Und so kommt es, dass sich einmal mehr die parallelen Universen gegenüber stehen und es ums Verrecken nicht zum versöhnlichen Urknall kommen will.

So ist das auch zum Beispiel mit mir und meinen Freunden, den Sozialdemokraten. Sie wollen "ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit", alles im Rahmen von Sozialemarktwirtschaft®, versteht sich. Ganz schlimm finden sie den "neoliberalen Wachstumsimperativ" - und Marxismus natürlich. Diese Extremisten tun ja auch dauernd so, als sei das mit der Geldvermehrung eine Art Zwang und nicht bloß der Auswuchs schlimmer persönlicher Gier und ihrer Ideologen.

Ein ehemaliges Nachrichtenmagazin hat derweil festgestellt, dass es eine besonders perfide Art von Armut gibt, nämlich eine, bei der man nicht mal mehr ordentlich einkaufen kann. Nein, wie furchtbar! Sie nenen es "Kaufkraftarmut". "Kaufkraftarmut"! Müsste ich nicht diese Brötchentüte und die zwei Hunde irgendwie am Stück nach Hause bringen, ich schmisse mich auf der Stelle weg. Wozu haben wir jahrelang den Rabatt bei Porsche und Drittvilla in die Inflationsrate eingerechnet? Verräter, verdammte!

 
bg

Wer soll das alles entscheiden, welche wilde These über das Universum wahrer ist als eine andere? Wie so oft, sind einige Naturwissenschaftler so selbstsicher Sätze zu fromulieren, die ein "so ist es" bzw. "so war es" suggerieren - wohl wissend, dass es abweichende Ideen gibt, die nicht minder plausibel oder genau so unbelegt sind.

Die erste, die mir begegnete war die über klitzekleine Ungleichgewichte im 'Nichts', das natürlich kein NIchts sein kann, wenn es da etwas auszubalancieren gibt. Demnach heben sich Materie und Antimaterie auf. Was sagt der benachbarte Werbetexter dazu: "Ich fress dich, du frisst mich, Sein ist nicht!". Super Slogan, Hermann! Aber aber, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Tzia, da soll es eben immer kleine Missverhältnisse gegeben haben, bis eines anfangs ruhigen Nicht-Tages die kritische Masse an mehr Materie durch die Ödnis schubberte, und rumms hatten wir den Salat.

Was die alles können

Andere haben andere Ideen von einem Universum, das quasi in Antizeit schon da war und dann mal eben in die Zeit gucken kam, aus der es dann, ja ratet mal wohin, irgendwann wieder abhaut. Oder ein Teppich von Raumzeitblasen, nicht gerade mein Favorit, weil es irgendwie an Herpes gemahnt. Das Universum als blubbernder Ausschlag? Nein, da mache ich nicht mit. Kollidierende Paralleluniversen passen mir da schon sehr viel besser, weil der Charme dieser Theorie so wundervoll die Zustände allzu vieler Psychen widerspiegelt. Psychinnen natürlich auch. Jeder nur ein Universum!

Recht einig sind sie sich derweil über das Alter des aktuellen Universums, nämlich ungefähr rund zirka 13.7 Milliarden Jahre. So lange hat Gott rumgehangen und sich einen guten Mann sein lassen, bis er endlich sein wichtigstes Werk geschaffen hat, nach seinem Abbild, der hässliche Zottel. Man fragt sich ja, wieso er das am Ende nicht auch einfach lassen konnte; ist ja keineswegs schöner, seitdem die ganzen kleinen Göttchen ihren Planeten in Schrott transformieren.

Aber eines muss man ihm lassen: Er hat die Konstellation der Sterne, ihre Bewegung zueinander, die Helligkeit von im dreidimensionalen Raum extrem unterschiedlich voneinander entfernter Lichtquellen, so dass sie an einer bestimmten Stelle im Raum (Erde) erkennbare zweidimensionale Bilder ergeben, verdammt genial eingeplant. Schon vor 14 Milliarden Jahren hat der Alte das so eingestielt, dass meine Fernsehzeitung heute weiß, wie die nächste Woche für mich wird. Sagt, was ihr wollt, aber Astrologie ist eine echt krasse Wissenschaft!

 
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Es ist nicht leicht, ein politisches Blog zu betreiben, wenn man sich für das, was andere unter "Politik" verstehen, nicht mehr interessiert. Spätestens 2013, als ich hier ein paar Wochen Pause gemacht habe, wurde mir das deutlich. Während des langen Abschieds von Uena, der schon kurz darauf begann, brauchte ich Feynsinn als Anker und Fenster zur Welt [Wie so etwas aussieht? Keine Ahnung, darf ich vielleicht auch mal ne Metapher brechen?], daher ging es hier schon weiter, weil es musste und die Mischung, die dabei herauskam, finde ich gar nicht mal so schlecht.

Den Bezug zur Tagespolitik kann ich nicht wirklich mehr herstellen. Über Trump etwa schreiben, das geht nur, wenn man dabei völlig abhebt. Vielleicht muss man ja ordentlich was kiffen, um sich dem adäquat zu nähern. Erlauben wir uns aber eine kleine Fingerübung zu Martin Schulz, dem Großwurm von Würselen, Politpappnase vom Spaßbad, nur halt mit ganz viele Pappe und ohne jeden Spaß. Der Mann hat schon ein Charisma irgendwo zwischen Rudolf Scharping und einem Aktenarchiv aus den 60er Jahren, aber bei den Sozen reicht das für eine Euphorie, die die Mehrheit ihrer Mitglieder seit den frühern 80ern nicht mehr kennen - als sie das letzte Mal Sex hatten.

Demogrotschr Schulzialismus

Ach ja, die EsPeDe! Reminder, das sind die hier:
"Den Menschen verpflichtet, in der stolzen Tradition des demokratischen Sozialismus, mit Sinn für Realität und mit Tatkraft stellt [sie] sich in der Welt des 21. Jahrhunderts [...] ihren Aufgaben".
Ein Kracher jagt den nächsten, und wer den Fußpilz zwischen den Zeilen kennt, liest hier richtig: "Sinn für Realität" bedeutet: "Alles Bullshit, wir regieren mit jedem und tun, was uns gesagt wird". Sozialismus! In der SPD! Geile Ansage. Hatte ich neulich noch geunkt, die kommen jetzt bestimmt mit "sozialer Gerechtigkeit", kommt ausgerechnet Griechenschredder Schulz mit - "sozialer Gerechtigkeit". Wie das bei Puff-Peters Hartz-Agenten geht, wissen wir ja schon, aber wo ist BehleSchulz? Hier:

Griechenland wird damit leben müssen, dass diejenigen, die viel Geld für die Sanierung des Landes geben, an Entscheidungen, wie es verteilt wird, maßgeblich beteiligt sind“. Jahaa, wer die Kapelle zahlt, bestimmt, was gespielt wird. Demokratie? Ähm, ja, aber Finanzierungsvorbehalt, wissens schon. Wenn also wer Staatsanleihen kauft oder ehemaliges Staatseigentum einkauft, dann hat der Bürger, zumal der faule Grieche®, das Maul zu halten. "Wie es verteilt wird" heißt: "Investoren" investieren, um Gewinne zu erzielen. In der verbotenen Sprache von früher heißt das: Kapital will Profit. Darüber kann man nicht abstimmen. Das lässt sich nicht einfach abwählen.

Same Ass the Old Boss

Noch ein kurzer Kommentar von einer eher sozialdemokratischen Zeitung:

"Aber welches Europa? Wie sieht das Gegenkonzept zur Strategie Merkel/Schäuble aus, die jedes konsequente Investieren in die ökonomische und soziale Zukunft der EU verweigern und sich lieber an die alte neoliberale Lesart von „Wettbewerbsfähigkeit“ klammern? Martin Schulz hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren im Europaparlament nichts anderes getan, als eine informelle große Koalition zu managen, die diese Politik im Großen und Ganzen durchgewunken hat. Das immerhin weiß man. Ob er auch die Alternative dazu repräsentieren kann, ist unbekannt."

Also wenn der nicht Kanzler kann ... seine größte Aufgabe ist der Nachweis, dass er die Alternative zu sich selbst ist, also quasi sein Gegenteil und sowieso nicht seiner Meinung. Kann er von Siggi lernen. Sozialismus halt bei freier Fahrt fürs Kapital, Demokratie nach Kontostand, demokratischer Sozialismus im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Schuldenbremse, Eigenverantwortung und Lohnabstandsgebot. Schuulz! Der Mann ist doch super, jedenfalls, wenn man der Verlagspresse folgt. Eine echte Alternative zu Rauten-Chucky. Endlich wieder Richtungswahlkampf.

Meet the new boss ...

 
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Personaler (P): Also, da wollen wir doch mal schauen, was wir da haben ... fangen wir hinten an, ja?

Bewerber (B): Ja, meinetwegen.

P: Okay. Nehmen wir mal den amtierenden US-Präsidenten ... waren Sie für ihn? Hätten sie etwas getan, um ihn zu verhindern?

B: Also, das ist nicht so einfach. Ich bin auch nicht so oft für oder gegen jemanden oder für oder gegen etwas. Ich lasse die Dinge eigentlich meist laufen. Ich finde, Herr Trump ist ein schönes Beispiel. Er hält sich für sehr mächtig. Vielleicht ist er das auch, aber ganz sicher nicht so mächtig wie er denkt. Wissen Sie, was seine große Stärke und gleichzeitig seine große Schwäche ist?

P: Sagen Sie's mir!

B: Er schert sich nicht um die Konsequenzen seiner Entscheidungen. Ist ihm völlig egal, was passiert, vordergründig. Er hat auch überhaupt keine Ahnung, welche Folgen sein Handeln hat. Schlimmer noch: So wie er sich verhält, weiß niemand, was am Ende dabei herauskommt. Sollte er also etwas wollen, ist das die schlechteste aller Vorgehensweisen, weil er niemals ein Ziel erreichen wird. Er weiß aber vor allem, was er nicht will. Dann guckt er Fox News, sieht, was passiert und haut die nächste krasse Entscheidung raus, wobei er gar nicht auf die Idee käme, dass das, was schiefläuft, teils auf sein eigenes Versagen zurückzuführen ist.

P: Warum erzählen Sie mir das?

B: Na hören Sie mal, wenn ich je so entschieden hätte, wenn ich mich nicht interessieren würde für die Konsequenzen, was glauben Sie wohl? Dann würde ich mich jetzt hier nicht bewerben.

P: Sie meinen also, sie könnten das besser - Entscheidungen treffen?

B: Ja sicher. Ob das gut genug ist, weiß ich nicht, aber so wie dieser Trump regiert, geht es nun wirklich nicht.

P: Gehen wir ein bisschen weiter zurück, ja? Hitler ...

B: Ach kommen Sie mir doch bitte jetzt nicht mit dem; immer Hitler, Hitler, Hitler!

P: Nun ja, war es richtig, ihn tun zu lassen, was er tat?

B: Die Frage ist ja berechtigt, aber jetzt sagt doch jeder: "Auf gar keinen Fall!". Kann ich auch, und dann? Wer stellt sich aber die andere Frage, die nämlich, wie man das hätte verhindern können. Glauben Sie, man hätte ihn einfach ermorden können und das hätte die Geschichte geändert? Nicht ernsthaft, oder? Glauben Sie, Goebbels wäre besser gewesen? Himmler? Heydrich? Hören Sie doch auf! Und wie hätte man das sonst machen sollen? Mit Feuerregen? Sintflut?

P: Vielleicht gab es auch etwas Einfacheres?

B: Ja sicher. Aber heute tun alle so, als sei das noch schlimmer gewesen. Ihr habt das doch so entschieden, dass Kommunismus nichts ist für euch. Jetzt hadert ihr mit der Entscheidung.

P: Na gut, Hitler ist vielleicht auch nicht so ein gutes Beispiel. Gehen wir noch etwas zurück. Neuzeit, Sie wissen schon: Dreißigjähriger Krieg, Pest, Europa in unfassbarem Elend.

B: Ja, richtig. Was wäre denn denn die Alternative gewesen? Noch mal tausend Jahre katholische Kirche? Wirklich? Diese Orgie der Dummheit, dieser Muff, diese Anmaßung! Wissen Sie, was mir wirklich Bauchschmerzen bereitet? Dass diese andere Kirche, die sich auf den Nazarener beruft, dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt hat. Aber das war der Preis. Was hätte ich denn machen sollen? Haben Sie nicht kapiert, dass jedes Eingreifen von außen die Dinge immer nur schlimmer macht? Warum, glauben Sie, hat man diese Versuche als "Plagen" bezeichnet oder von meinem "Zorn" gesprochen? Weil es die Welt besser gemacht hat? Wollen Sie vielleicht einen Kometeneinschlag? Das können Sie doch inzwischen ohnehin alles selber. Im Übrigen tun Sie hier so, als gäbe es nur Europa. Woanders, wo sie mich gar nicht erst gefragt haben, da lief es doch viel besser. Bis ihr auch dorthin kamt mit eurem selbstgerechten Getue.

P: Ich fasse also mal zusammen: Sie haben nach der ersten Schaffensphase nur noch korrigierend eingreifen können, indem Sie zerstört haben, was aus dem Ruder lief. Sie haben die Dinge also entweder von vornherein schlecht gemacht oder sie später noch verschlimmert. Sie haben episch versagt, über Äonen hinweg, und jetzt wollen Sie, dass ich Sie einstelle?

B: Wer sagt denn das? Diesmal tue ich nur meine Pflicht und bin pünktlich zum Gespräch erschienen. Sie können mit mir weitermachen oder ohne mich, aber das ist dann ganz allein Ihre Entscheidung.

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