kunstlyriklamauk


 
cn

Ich muss zugeben, dass ich mich ein wenig habe blenden lassen von der vermeintlichen westlichen Propaganda. Insbesondere im Hinblick auf Putins Machenschaften war ich völlig verblendet und habe bislang gedacht, es sei übertrieben, wie der Machthaber dargestellt wird. So boshaft könne er nicht sein, dachte ich, und die Russen sind auch nur Menschen.

Vor allem die von Putin befehligten Hacker hatte ich nicht so eingeschätzt, dass sie einen Weltkrieg auslösen oder ernsthaft jemanden angreifen wollten. Schließlich ist es nicht nur so, dass die Möglichkeiten für Computerkriminelle bislang begrenzt waren; es gebe, so dachte ich, ja auch noch die Hackerehre. Was habe ich mich da hinter die Fichte führen lassen! Putins Horden kennen keine Gnade und schrecken vor nichts zurück.

Es reicht, Putin!!

Was ich jetzt aus sicherer Quelle erfahren habe, ist so grausam, dass ich es kaum zu publizieren wage. Nichts für schwache Nerven, ich habe großes Verständnis für alle, die ab hier nicht weiterlesen, aber ich muss es tun:
Diese Invasoren haben offenbar den gefährlichsten Angriff in der Geschichte des Cyberkrieges erfolgreich durchgeführt. Russische Hacker haben mutmaßlich eine virale Blockchain aus dem Darknet in die Cloud hochgeladen!!

Es ist noch nicht endgültig geklärt, was alles damit in Gefahr gerät, aber man muss nach Erkenntnissen von Experten davon ausgehen, dass wir alle betroffen sind. So könnte Ransomware Atomkraftwerke oder Krankenhäuser mit Code destabilisieren. Ebenso wird gemutmaßt, ganze Produktionsanlagen seien von Zeroday-Exploits bedroht. Sogar Privatautos könnten bei voller Fahrt durch Blockchainwürmer und -trojaner übernommen werden.

Höchste abstrakte Bedrohungsstufe

Wohlgemerkt. Es handelt sich hier nicht um die üblichen Viren und Schadsoftware, sondern um Blockchain, die modernste und unangreifbare kryptographische Macht aus dem Internet – und zwar aus dem Darknet, jenem unerforschten Gebiet des weltweiten Netzes, das durch Kinderpornographie, Drogen-, Waffenhandel und die schrecklichsten Verbrechen bekannt ist. Westliche Geheimdienste gehen inzwischen davon aus, dass daher auch das Nowitschok stammt, das ganz Europa auslöschen könnte.

Wer jetzt noch meint, Russland, Putin und seine Scharen von Hackern und Trollen seien irgendwie harmlos oder sie sonstwie unterschätzt, dem ist nicht mehr zu helfen. Gegen diese Gefahr helfen keine Virenscanner oder Vorsichtsmaßnahmen. Wann immer ihr eine Blockchain bemerkt, bringt euch sofort in Sicherheit. Nehmt eure Rechner so oft wie möglich vom Netz, vor allem in der Dunkelheit. Sollte euch etwas ungewöhnlich vorkommen, informiert unverzüglich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik oder die nächste Cyberabteilung der Polizei!

 
cd

Oh knupsriges Eis, oh schattiges! Fernab des hiesigen Bodens wohnst du, unerreicht, in einer Diele.
Verließe ich die meinen, mir schmölze der Schuh, noch ehe der Hahn aufgedreht. Vortürig löst es sich. Nicht mein Problem - das Pech aus dem Asphalt. Pech. Es klebt sich an Hacke wie an Sohle. Geh' nicht da raus! Und wenn doch, dann nicht allein, und dreh' dich öfter mal um, das Böse kommt doch immer von hinten. Kennt man doch. Außerdem kommt vorher immer diese schrille Musik. Also spätestens dann kann man sich doch mal umdrehen, Herrgottnochmal!

Von hinten kommt das Böse also, von oben der Missionar, das Gute und und der Befehl. Wieso eigentlich? Das ist doch kein Zusammenhang. Schlimmer noch: Drei Viertel der Twitter-User glauben, alles, was von oben komme, sei gut, weil alles Gute von oben kommt. Ich hasse sie. Ich bin ja tolerant, aber wer Schindluder mit der Logik treibt, gehört an die Wand gestellt und ABGEKNALLT!!11! Egal übrigens, ob das Schindluder von oben oder hinten. Dazu ist es ohnehin zu heiß. Es ist sogar zu heiß für Sexismus. Musst du dir begreifen!

Ein Plan

Es heißt aber: "Kommt der Prophet nicht zum Berge, so kommet der Berg zum Propheten". Woher kriege ich jetzt bloß einen verdammten Propheten? Gelbe Seiten? Lieferando? Emmesen? Und wenn, frisst der mein Eis doch sicher selbst auf. Scheißpropheten! Fressen uns alles weg, das Pack! Und dann sind sie noch zu faul, den Scheißberg selbst aufzusuchen. Kriegen die auch noch hinterhergetragen, während unsereiner frühaufstehtundhachtarbeitet. Mit Helm im Buchladen. Ja, da wär' ich dann auch lieber Prophet und ließe mir das Eis zum Berg bringen. Muss man sich nicht wundern, wenn dann alle Affen-D wählen oder wie die heißen.

Sicher lungern vor meiner Eisdiele die ganzen Flüchtlinge rum. Jaa, diee haben das Problem nicht. Kommen aus der Hitze hierher und schon dreht unser Sommer durch. Zufall? Zufall??? Wie können die sich das überhaupt leisten? Sicher vonmeinemgeld®. Kann man nix machen. Merkel wird schon wissen, was sie damit bezweckt. Mal sehen, ob sie die Gullys schon verschweißt haben. Wenn nicht, ist das mein Weg. Ha! Unerkannt durch die Kanalisation. Da unten ist es vielleicht noch unter vierzig Grad. Am Markt hinter dem Brunnen raus, rein in die Eisdiele und Zack!! Nimm das, Prophet, Nimm DAS! Haaahahahaa!

 
pn

Vier Jahre ist es jetzt her, da der 'Spiegel' seinen erfolgreichsten Titel designt hat: "Stoppt Putin jetzt!". Tja; bis heute ist der Hintergrund ungeklärt, aber germanischer Spitzenjournalismus mit heißestem Draht zu den Diensten® ist schneller als jeder andere. Wir sind Weltspitze (im vor-die-Wand-Rasen und gleich die nächste Ansteuern)!

Wir erinnern uns: Über einem Bürgerkriegsgebiet, dass hie von der NATO und dort von Russland mit Mordspielzeugs versorgt wird, wird ein Linienjet abgeschossen. Nun könnte man so etwas titeln wie "Obacht bei der Routenplanung" oder "Shortcut to Hell", aber nein: Erst mal einen Schuldigen hängen, dann eine Klickstrecke einrichten und seine eigene Airline in der Nase explodieren lassen. Willkommen in der Ericusspitze!

Überholspur, Lichthupe

Dass sie, um Putin zu bespucken, ungefragt Fotos der Absturzopfer missbraucht haben, trug ihnen dann obendrein hochwillkommene Publicity durch den Presserat ein.
"Hahaha, friss das, 'Bild!' ist noch Koks da? Ich bin so geil, ich könnte mich selbst von hinten ficken. Genial!" soll mutmaßlich offenbar ein Insasse gesagt haben, der als Redakteur gilt. Protokolle der nämlichen Redaktionssitzung konnten auf dem Weg in die Botschaft Ecuadors abgefangen und rechtzeitig neutralisiert werden.

Aber auch in anderen Redaktionen wird feste gefeiert. Schließlich wird journalistisches Spitzenpersonal herumgereicht wie ein Wanderpokal und bringt daher entsprechende Ressourcen an den je neuen Arbeitsort mit. Nie wieder nüchtern! Die Schreibroboter aus der Etappe werden mit billigem Fusel versorgt, der gute Stoff ("Atlantiker-Popcorn") ist nur für die Erwachsenen.

Neuland über alles

Die Kriterien für Qualitätsjournalismus® haben sich kaum geändert: Brauchte es einst eine hervorragende Orthographie und Interpunktion, sind heute die Bedienung einer Office-Software und souveränes Auftreten gegenüber Praktikanten die entscheidenden Skills. Wer trotz hohen Bildungsgrades das Mobbing der Kollegen überlebt, wird Sportredakteur. Nutzer mehrerer unabhängiger Quellen (Gras, Rum, Zigarren) mit guten Beziehungen zum Chef werden befristet als Kolumnisten gehalten.

Am schwersten zu leiden hat die Branche nach wie vor unter den hektischen Anpassungen an das komplexe und weitgehend unbekannte neue Medium "Internet". Vor allem die Millionen Hacker ("User", "Foristen", "Verschwörungstheoretiker") nutzen die riesige Angriffsfläche des sog. "Web 2.0", um durch kriminelle Akte wie Schmähungen, Morddrohungen und Kritik Angst und Schrecken zu verbreiten. Viele Medienhäuser sahen sich daher gezwungen, Sicherheitsdienste damit zu befassen ("Facebook", "Google", ukrainische Mafia).

Dings, äh ...

Um die Deutungshoheit nicht an Kriminelle und Diktatoren zu verlieren, werden mithilfe von Bundeswehr, BND und T-Systems derzeit 'Zentren für Fairness in der Meinungsfreiheit' eingerichtet. Hier sorgen Fachkräfte dafür, dass die öffentlichen Meinungsäußerungen einem repräsentativen Querschnitt entsprechen. Außerdem bereichert dieses Angebot die Kommunikation durch interessante Produktinformationen, die zwanglos in Kommentare eingeflochten werden.

Wie ein Sprecher aus gut unterrichteten Kreisen gegenüber Medienvertretern nach Berichten zuverlässiger Quellen gemäßigter Rebellen verlautbaren ließ, hat der Machthaber ein Regime. Bundeserweißesauchnichtsogenau Seibert wiederholte vor Pressevertretern, er kaufe nichts an der Haustür es lägen ihm keine neuen Erkenntnisse vor als diejenigen, die bereits nur den Schluss zuließen, es gebe keinen.

 
xx

Es wird fürchterlich viel Unsinn geschrieben über Fußball in den letzten Wochen. Da ich mich durchaus auch intellektuell mit dieser Sportart befasse, muss ich jetzt ein paar Worte zu dem ganzen Hustle um WM und Özil loswerden.

Was war das für ein Auftritt? Auffallend unmotiviert, nach dem Motto: "Renn' du doch, wenn du es eilig hast!". Kann man sich prima im Spiel gegen Südkorea angucken. Es gab Raum und Gelegenheit zu Kontern, aber es ist sprichwörtlich keiner gerannt. Warum? Der Trainer muss erkennen, wenn es Motivationsprobleme gibt. Hat er nicht. Die Auswahl der Spieler ist ebenfalls seine Entscheidung. Über Sané wurde viel gesagt (wieso Draxler und nicht Sané?). Die Kombi Götze/Reus wäre auch ein Thema, aber lassen wir das - bis auf einen Punkt, wir kommen dazu.

Keine Hektik!

Kurz zu den Säulen des Spiels, Kroos und Özil. Beide hatten technisch und körperlich das gewohnte Niveau. Kroos nahm das bisschen Tempo aus dem Spiel, das noch da war. Davor soll der 10er - Özil - in die Schnittstellen spielen. Wie macht er das? Indem er jemanden anspielt, der sich dort hinein begibt. Macht aber keiner. Wenn der 10er rennt, haben die anderen gefälligst eine Lücke zu finden. Da war aber nichts. Gar nichts. Wer hat eigentlich diese Schabe im Thomas-Müller-Kostüm auf den Platz geschickt? Haben sie dem die falschen Drogen verabreicht?

Das Spielsystem ist derart scheiße (Löw? Sind Sie noch da?), dass nur die Spanier einen ähnlichen Dreck spielen können. Tiki-taka ohne Ziel hatte bereits vier Jahre zuvor ausgedient, vor allem die horizontale Variante. Erinnert ihr euch an Rückpass-Ramelow? Er ist wiederauferstanden als Querpass-Kroos. Wo das System versagt, helfen derweil nur Standards. Die Wertung hierzu: Au weia!

Das Kernproblem: Seit 17 Jahren(!) ist in der Auswahl kein neuer Stürmer von Format mehr aufgelaufen. Es gibt keinen. Keinen einzigen Stürmer mit deutscher Plastikkarte. Was Miro Klose durch seine Qualität an Räumen geschaffen hat, ist das Paradies für Passgeber. Was hatten wir diesmal? Nicht einmal Sandro Wagner, der wäre wenigstens Stürmersurrogat gewesen.

Die Null steht

Nein, es kam Timo Werner. Den habe ich eher selten beobachtet, aber es bestätigte sich der schlimme Verdacht, dass dessen Ballannahme bestenfalls zweitligatauglich ist. Der kann nur kontern, sonst nichts, und das ist bei einer ständig hoch stehenden Mannschaft überflüssig. So wartet man also, dass sich irgendwann ein Innenverteidiger erbarmt und es mit der Schulter versucht. Der Herr Außenverteidiger (rechts) hält sich ja eh für einen Stürmer und nimmt den Offensiven das bisschen Raum, das sie hätten. Dafür fehlt er dann hinten, wenn er gebraucht wird (schon mal beobachtet, Löw?).

In einer solchen Gurkentruppe brauche ich keinen 10er. Da brauche ich gute Busfahrer und Piloten, die sie gesund nach Hause bringen. Ansonsten könnte ich einen Trainer gebrauchen, der nicht nahezu alles falsch macht, was man richtig machen könnte. Ich könnte auch Ausbilder gebrauchen, die wissen, dass zum Fußball Spielen auch Tore Schießen gehört. Am wenigstens brauche ich typisch deutsche Idioten, die Probleme nicht analysieren müssen, weil sie viel leichter einen Schuldigen finden. Komisch: Jetzt, wo das Ölauge am Baum hängt, hat sich gar nichts gebessert. Sehr merkwürdig.

 
xx

Hat vielleicht jemand einen Job für mich? Mein Hals ist nass und kein Taucher will mich aus meiner Höhle zerren. Warum berichtet bloß niemand? Ich bin doch sogar Blootsdoitschärr! Ich kann eine Menge Sachen machen. Schreiben, rechnen (elektronisch, schriftlich und köpflich), Algorithmen gießen, Jugendlichen suggerieren, ich sei eine Art Autorität, Spaß machen, Kollegen sortieren, Stromguitarren bedrahten und Fahrräder bereifen. Eher nicht möchte ich noch mehr lesen. Lesen tut weh. Zum Beispiel ...

"Christiane Nüsslein-Volhard ist geschieden und Nobelpreisträgerin". Man weiß nicht, was schlimmer ist und ob das Eine wirklich das Andere entschädigt. "Geschieden" ist für mich persönlich "unintressant". Geschieden kann jeder. Unter "geschieden und verwitwet" muss mir keiner kommen. Kriege ich eigentlich als Alterweißermann dafür auch ein paar Punkte? Zurück zur Dame: Nobelreisträgerin macht sich ganz gut, passt aber auf kein Klingelschild. Außer ggf. als Prof. Dr. Nbprstrg. Nee, das ist auch schon zu lang. Aber "Nüsslein-Volhard"?! Was muss sich eine hassen, um sich derart zu verheiraten? Deine Mutter is ne Hohlfrucht.

Wehret dem Ende!

Man muss sich ja dauernd "neu erfinden", sagen bzw. schreiben Fachexperten, die eines sicher noch nie fertiggebracht haben: auch nur eine kreuzverdammte neue Formulierung zu finden, die beim Platzen nicht nach Pril schmeckt. Also wenn schon gebrochene Metapher, dann doch bitte Kleinholz. Womit wir zum Florida-Bob der kreischenden Metaphernsäge kommen und ich mich hiermit, jetzt ganz neu erfunden, um das Amt des Chefkittels der Zerebralproktologie bewerbe. Einer muss es tun - in die dunkle Höhle hinab tauchen und berichten, was nicht mehr zu retten ist.

Heute schon frugal klingend zum Abendessen geschritten? Muss man sich vorstellen: Da schreiten sie wieder - zum Abendessen. Wo sich unsereiner einfach am Tisch dran setzt. Nobel! Bei denen ihr Aldi wird Ware auch nicht verkauft, sie wird "weggegeben". Dafür sind die Regale(!) billig, nicht etwas das Zeug, das dort (hä??) "im Fleischessaft" steht. Wtf? Wer liest so etwas? Ich? Schon wieder? Himmel, gebt mir was zu tun, sonst endet das noch, und zwar in Zeter und Gomorrha. So mancher an meiner Stelle hat schon aus Langeweile Tierbabys abgefackelt oder - schlimmer geht immer - wurde Sozialdemokrat.

 
ad

Denn so sprach Gott:
Ich bin der Herr, dein Markt. Du sollst keine anderen Produktionsverhältnisse neben mir haben.
Wir müssen ihn besänftigen, denn seine Weisen sind unergründlich. Wendet sein Zorn sich gegen uns, nimmt er die Gestalt des Bären an und zerstört, was wir mühsam aufgebaut haben. Aber auch seine uns gewogene Gestalt ist voller Gefahren: ein Stier, der uns jederzeit auf die Hörner nehmen oder über die Jungfrau Europa herfallen kann.

Wir müssen achtsam auf ihn horchen, seine Stimmungen verstehen, uns auf seinen Ratschluss vorbereiten. Wie wird er reagieren? Was sagt er zu unseren Plänen? Was dürfen wir tun, was müssen wir tun? Er allein weiß es. Er gibt uns Sinn, er gibt uns Arbeitsplätze. Ihm wollen wir dienen. Sein Wille geschehe.

Der Messias

Seine Kirche ist die Heilige Ökonomie von Angebot und Nachfrage, seine Hohepriester sind die ehrwürdigen Professoren, Experten und Fachjournalisten. Die Heilige Messe feiern wir täglich „vor Acht“, den Katechismus geben uns Institute und Think Tanks, Absolution erteilen BIP und DAX. Lasset uns Beten: Führe uns nicht in Versuchung und schütze unser Portfolio!

Doch aus den Tiefen des Unbekannten erhebt sich ein neuer Messias. Er nimmt uns Arbeitsplätze, doch ist er auch die Hoffnung auf neue. Er allein ist die Zukunft. Seine Stimme ist die Zahl, die verborgene. Sein Wesen ist der Algorithmus, unergründlich wie schon immer das Göttliche und Heilige in seiner jenseitigen Weisheit. Er wird geschaffen nach unserem Vorbild, als überlegenes Wesen voller Reinheit, Kraft und Weisheit. Wir brauchen die Besten der Besten, um ihm zu gefallen.

Er ist überall und doch nirgends, unser Diener und doch unser Herr. Dem Markte eingeboren, weist er uns den Weg zu Treue, Glauben und Glückseligkeit. Er wird uns vervollkommnen, Geist von unserem Geist, und wenn wir nur fromm unseren Dienst am Herrn tun, wird er uns dulden als Jünger des einen Gottes. Alle sind eins und eins ist alles. Ein Markt, ein Reich, eine Intelligenz.

 
Unsere Agentur für Nützlinge, Kleiderständer und Ekelrentner ANKE® sucht für die aktuelle Kampagne überparteilich mehrere

VOLLIDIOTEN

Sie sind ein Hirni, der so grunzverdöst dämlich durchs Leben marodiert, dass selbst der zweitdümmste Spacko auf dem Planeten sofort merkt: Da kommt ein Depp daher.
Sie sind versiert in allen Arten von Blödheit:
- nicht Wissen, wer Sie sind, wo Sie sind und mit wem Sie gerade sprechen
- gern die einfachsten Dinge Verwechseln, z.B. Freund und Feind, brutto und netto, links und rechts (Schuhe!)
- alles ungeprüft Weiterbrabbeln, was irgendwer im Fernsehen erzählt
- immer am falschen Ort zur falschen Zeit den falschen Witz Erzählen
- alles wörtlich Nehmen, sich immer angesprochen Fühlen und stets etwas völlig Unpassendes Antworten
- durch jeden Reifen Springen, den irgendwer hinhält, jede Aufgabe sofort Übernehmen und daran erbärmlichst Scheitern.

Sie beherrschen darüber hinaus schmerzfrei die Disziplinen Sockenschuss, Pfeil im Kopf, Vollmeise und Dachstuhlbrand sowie alle Defekte an Keks, Murmel, Rassel und Waffel. Ihr eklatanter Mangel an Latten am Zaun und Tassen im Schrank ist sprichwörtlich, sie haben keine Nadel mehr an der Tanne, es fehlen sämtliche Fledermäuse in Ihrem Turm. Ihr kognitiver Kahlschlag ist Premiumklasse.

Wir bieten Ihnen:

- Permanente Aufmerksamkeit Ihrer Peergroup, 24/7-Rundumversorgung mit Mikrophon, Kamera und Cloud.
- Begleitung durch ein engagiertes Rudel williger Claqueure, das u.a. ihre Morgentoilette, Ihren Vollrausch und Ihren desaströsen Benimm frenetisch feiert.
- Viel Raum um Zeit, um Ihre Unterschrift zu üben. Edding, Lippenstift und Fingerfarben willkommen. Die Beherrschung des Alphabets und ggf. korrekte Reihenfolge der Buchstaben ist erwünscht, aber nicht notwendig.
- Alle Kanäle: YouTube, Facebook, Twitter, Instagram, CNN, Rhein-Herne und Datteln-Hamm.
- Professionelle Begleitung: Schneider, Visagist, Chauffeur, Blindenhund und Coiffeur (schwer drogensüchtig).
- Alle Formen der Allmacht: Grandiostität, Befehlsgewalt, Personalwesen und Bestimmer im Turnraum.

Die Stelle als Vollidiot – gern auch in Teilzeit – wird mit dem üblichen Pomp und Salär für Monarchen vergütet, Grundgehalt der Besoldungsgruppe A 911. Bewerbungen bitte mit Jagd- und Merkbefreischein, Zeugnis der geistigen Rollstuhlreife, des Hochstuhlabschusses sowie ggf. der einschlägigen Diagnosen an Ihr

Team ANKE® 2020

 
sr

Eigentlich hatte ich erwogen, hier einiges zu berichten über meine guten Erfahrungen mit Zivilcourage. Zum Beispiel wäre da wohl dieser Nachbar gewesen, der immer seine Mülltonne vor unser Haus stellte, und da müsse man ja nicht immer nach neuen Gesetzen schreien. Einfach eine alte Autobatterie in seine Tonne gedrückt und das Ordnungsamt angerufen, schon weiß er, dass man wehrhaft ist. Geendet hätte das mit meinem neuen Job im "Facebook-Löschzentrum". Mann kan ja doch viel gutes Tun! Aber das, so dachte ich dann, macht keine Laune. Immer diese Tristesse, wer will das denn lesen?

Inspiration kriegst du aber nicht bei der Tanke. Das andere gute Zeugs schon, aber Inspiration ... bei mal wieder gefühlten vierzig Grad im Schatten des Frigidärs ein rares Gut. Also liest du wieder Telepolis und schüttelst. Weil du längst HWS hast, halt mal die Ärmchen, die Beinchen, das Haupthaar. Kannst du auch gleich mal wieder die Purple auflegen, Highway Star soll es sein [Achtung Achtung! Der Link geht zu YouTube, einem Dienst von Google. Die haben Cookie, Script, LSO, Ad und Zetera. Wer nicht will, klicke nicht! Niemals! Nachher habt ihr Daten. Und die eure. Ihr seid gewarnt. säzzer]. Immerhin ein bisschen Laune.

Macht doch keinen Spaß ...

Also Telepolis lesen und das wieder einleveln. Wie kommt das eigentlich, dass wir uns so schlecht erinnern? Vielleicht weil wir immer nur von denselben erinnert werden? Etwa an die kürzlich so dringend notwendige Maßnahme im Krieg gegen Killer-Russland? So viel heiße Luft, in der das Novitschok wabert, das tödlichste aller Gifte, die bisher von allen Opfern überlebt wurden.

Wie war noch die Begründung? Sinngemäß: Wir haben keinen Anlass zu der Annahme, die Überzeugung, eine Folgerung als endgültig widerlegt zu betrachten, derentwegen wir uns der Auffassung anschlossen, eine andere Wahrheit als die zum gegebenen Zeitpunkt erwogene für plausibler zu halten als jene, die zur alternativlosen Beschuldigung Putinrusslands geführt hat, sei aufzugeben. Teile einer möglichen Neubewertung des Falles, zumal unter Berücksichtigung von Fakten, deren Fehlen unsere wie bereits dargelegt weiterhin bestehende Überzeugung nicht minder stützt als diese, zumal nachgereicht, könnten die Bevölkerung verunsichern. La le lu.

Kann nicht jeder

Was PR-Profis wie die allseits erfolgreichen Berufsdilettanten May und Johnson aus der Hüfte ziehen, ist derweil nicht für Hinz, Kunz und Poroschenko zur Nachahmung empfohlen. Die Virtuosen der unfreiwilligen Satire konnten bislang mithilfe ihrer Westalliierten das Narrativ immer noch so auf der Auslinie kompletter Torheit balancieren, dass wenigstens die sehr Alten und geistig Schwachen bei der Fahnenstange gehalten wurden.

Was die Ukraine dann hingelegt hat, ist aber ein derart blutiger Slapstick, dass selbst Splatter-Fans angewidert abschalten. Das muss ganz schnell vergessen werden, sonst stellt noch jemand Vergleiche an. Wie ich höre, greift der russische Krake nach Georgien. Guckt euch das mal an, wir brauchen dringend härtere Sanktionen.

 
xx

Wie der Zufall es will – für Feynschmecker: die Koinzidenz – sprechen eher politisch motivierte Einzeltäter jüngst häufiger über Fußball. Okay, da war dieser unerhört irrelevante Kotau zweier Fußballer vor ihrem Sultan, der ein in Fachkreisen nicht unbekanntes Missverhältnis zum Ausdruck brachte zwischen dem Genie dieser Herren in dem ihnen eigenen Metier und dem in Bezug auf allgemeinere Bildungsangelegenheiten. Geschenkt!

Selbstverständlich wird auch wieder die Gelegenheit wahrgenommen, unliebsamere Themen unterzugraben - „Burying“ heißt diese Kunst und wird auch diesmal wieder zu einer Welle von Gesetzen führen, die während einer WM stickum durch den Bundestag gekickt werden. Sollte dies erstmals nicht der Fall sein, verrät es immerhin das Nichts, das wir von dieser Gröko erwarten dürfen.

Volxspocht

Kollege Sokolowsky schreibt gar über den endlich absolvierten Abstieg des HSV und ich echauffiere mich ernsthaft über die unerhörte Dummheit, das Genie eines Mario Götze nicht zu erkennen. Herr Löw hat ganz erstaunliche Kenntnisse über die Techniken autoritären Gehabes, umso weniger von den Ressourcen infrage kommender Mitarbeiter. Es bleiben ja genügend übrig, an denen nicht einmal er zweifelt oder die beides können – Kicken und Ärsche lecken. Aber auch das soll mir nur als Einstieg dienen.

Ich bin tatsächlich nicht nur fanatisierter Beobachter der Auftritte eines bestimmten Vereins, ich gehe inzwischen auch wieder gelegentlich ins Stadion – übrigens nicht zu den Spielen meines ‚Fanvereins‘, sondern ein paar Klassen darunter, wo die Jungs noch nicht so gedopt sind, das man mit dem Gucken nicht mehr nachkommt. Ich tue dies, weil es im Grunde die Konsequenz dessen ist, was ich beim Gros der Patienten dieser planetarischen Station beobachte im Hinblick darauf, was sie für ‚Politik‘ und ‚Diskussion‘ halten.

Ich stehe mit einem Freund auf der Tribüne (ein Fan sitzt nicht); einer der Unsrigen legt, vom Gegner bedrängt, eine ansehnliche Flugeinlage hin. Wir machen den Herrn Schiedsrichter darauf aufmerksam, dass der Gegner ein blöder Wichser® ist und daher auf Freistoß zu erkennen. Zu unserer Überraschung folgt der Schiri dieser Aufforderung. Kurzer Blick zum Nebenmann, der sagt: „Das war gar nichts, was ein Idiot!“, weiter geht‘s.

Wie es sich gehört

Wir haben immer recht. Wir foulen nie, wir zeigen die nötige Härte. Der Gegner ist ein Treterverein von Pussies, die sich dauernd fallen lassen. Gewinnen wir, gehört sich das so; gewinnt der Gegner, war‘s der Schiri, unerhörtes Glück, Niedertracht oder – der Regelfall – all dies und Schlimmeres. So geht Fußball, wenn du Fan bist. Das kommt von „Fan“ wie „Fanatiker“.

Auf der Tribüne ist das geil. Vor dem Fernseher ist es anstrengend, strukturiert aber den Abend und lässt Gefühle zu, die sonst unerwünscht sind. Und wisst ihr was? Man kann trotzdem eine Wissenschaft draus machen, von wegen Systeme, Personal, Geschichte, Trainingsmethoden etc.. Hier kann ein Mann noch ein Mann sein und sogar eine Frau kann ein Mann sein. Keiner fragt, woher du kommst, es sei denn, du verläufst dich in der Kurve.

Wo ich genau dieses Gehabe gar nicht brauche, muss ich nicht sagen, oder? Tja, aber Fußball diffamieren – ihr Wichser!®

 
Ich droh' dir, Dobrindt, mit dem Drohbrief hier
und denen, die doof sind, droh' ich so wie dir:
Ich dreh' euch 'ne Nase und drück' auch die Daumen,
verdreh' euch die Köpfe und schüttel' die Pflaumen,
ich grab' euch ne Grube und stell' euch ein Bein
und ihr fallt auf eure Suppe selbst herein.

Warum droh ich dem Dobrindt,
ob nicht and're auch so sind?
Holz' gegen Scholz, keil' gegen Heil,
wend' mein Feuer gegen Scheuer und hab' Spaß mit dem Maas?

Ob der Schröder öder
oder Söder blöder
Oder Seehofer eh doofer
wär' oder was?

Was weiß ich, warum wer,
wie das kam, wie das kam?
Mag ja stimmen, doch die Stimmen
bestimmen so'n Kram.

Die sind drin in meinem Kopf
und müssen dringend da raus,
drum droh' ich dem Dohbrindt,
also mach' dir nix draus!

Ob die Merkel das merkt,
ob den Trump das bestärkt,
der Erdogan sich eher so an
den Putin ran wanzen kann,

ist mir doch mal Latte
den von Anfang an hatte
ich nur das eine Ziel
und man ahnte es schon:
es war diese bil-
lige Alliteration.

Nächste Seite »