kunstlyriklamauk


 
mf

Sie glauben, dass ein unsichtbarer Mann alles über uns weiß, dass er uns Regeln gibt und wir uns zu unterwerfen haben. Wer sich unterwirft, kommt ins Schlaraffenland; wer nicht, der wird geschunden, gequält und wird ewig brennen. Andere glauben, dass jeder kriegt, was er verdient und alle das so akzeptieren müssen. Demokratie ist zwar eine der schlechtesten aller Gesellschaftsordnungen, die Menschen haben sich aber aber mangels echter Autorität denen zu unterwerfen, die herrschen. Das Unsichtbare Wesen, das uns das abverlangt, liebt uns*. Man kann ihm Wünsche antragen, und wer sich besonders eifrig unterwirft, darf auf Erfüllung hoffen.

Kretschmann betet und hat einen Schutzengel. Göring-Eckardt ist Präses der Evangelischen Kirche. Die Grünen haben dafür gesorgt, dass ein Pfarrer Präsident wurde. In ihren Reihen haben Geistliche überhaupt immer wieder Konjunktur. Giegold verlangt einen "Europäischen Kirchentag" und "christliche Werte", er würde die EU gern zur religiösen Instanz machen:

Lasset uns beten

"Die [Kirchen] haben doch ein großes Kompetenzplus und viel zu sagen: Dass die Schwächsten nicht zurückgelassen werden, dass die Ungleichheit nicht zu groß wird. Europa braucht das für seine Legitimation.
[...]
Die europäische Idee entspricht auch deshalb christlichen Ideen, weil sie Grenzen überwindet und Menschen letztlich, zumindest in Europa, zu Gleichen macht."

Es ist also nicht etwa so, dass die Idee der Menschheit selbst eine von Gleichen wäre. Es sind die Christen, und sie sind nur durch die Christlichkeit gleich. Ungleichheit werde durch die Kirchen weniger ungleich.
Diese hemmungslose Geschichtsklitterung hält keinem Blick in eine beliebige Epoche stand. Die protestantische Ethik hat die Ungleichheit zu Gottes Willen erklärt. Christen haben den Feudalismus, den Absolutismus und jede Diktatur gesegnet, es sei denn die der kommunistischen Gleichmacher. Giegold ist ein Missionar übelster Sorte.

Die Grünen haben gemeinsam mit der SPD ihre Klientel brutal verraten, stehen für Angriffskriege, Laufzeitverlängerung, Hartz IV und das Führerprinzip in ihrer Partei. Ihr Pietismus, der moralische Daueramok - Gesundheitsfanatismus, Genderirrsinn, Sprachpolizei, Bürokratismus, ihr Eifer bei der Erfindung neuer Ge- und Verbote, sind derselbe alte Muff, der schon zu Adenauers Zeiten herrschte. Eine Mischpoke aus Kirchen und Autoritätshörigen weiß stets, was gut ist für alle, schreibt es vor und sieht zu, dass es eingehalten wird. Man unterwirft sich der Macht, selbstverständlich auch der militärischen. Allerdings ist inzwischen die Hemmung abgelegt, mit Bomben zu missionieren.

Vor Gott und Kaiser

Wir übernehmen, so der christliche Duktus, "Verantwortung". Gegen Russland, gegen den Moslem und selbstverständlich fürs Kapital. Sie haben keine Berührungsängste mit Faschisten, Frau Beck möchte eine von deren Heldinnen gern persönlich kennenlernen. Wenn es im Interesse der NATO ist, dann ist es gut. Die Konstellation ist dieselbe wie in der Nachkriegszeit, als Christen, Nazis und Alliierte das Geschäft gemeinsam besorgten. Auch der Feind ist derselbe, dazu ist keine Propaganda zu dämlich (dringende Leseempfehlung!).

Kurzum, das Grüne Menschenbild ist das eines auf den Knien rutschenden Befehlsempfängers, dessen Verantwortung® vor Gott und den Autoritäten Selbstaufgabe bis in den Tod (gern der anderen) verlangt. Nichtchristen und andere von der Autorität benannte Feinde sind mit allen Mitteln zu bekämpfen. Glaube ersetzt Aufklärung, Vorschriften den Diskurs. Es gibt eine höhere Wahrheit, die man zu glauben hat. So denken sie und so handeln sie, als Eiferer und Nützliche Idioten für das Regime, das sich ihnen gerade als von Gott gegeben offenbart.

*Für den Spaß die Langfassung von George Carlin

 
pl

Also Himmel oder Hölle, in Ihrem Fall ist das nicht so einfach. Himmel dürfte für Sie ein bisschen öde sein, aber Hölle … das ist schon für die echt Fiesen nicht leicht, da nen Job zu finden und ohne Job …

Job? Ich brauche einen Job in der Hölle?

Ja was denn sonst? Sie machen mir Spaß. Seit ein paar Generationen wisst ihr alle nicht mehr, was Hölle bedeutet. „Lasciate ogne speranza, voi ch'intrate“, das heißt nicht, dass ihr da auf der faulen Haut rumsitzt, bloß weil ihr keinen Job kriegt. Im Gegenteil. Klar könnt ihr auch die Hoffnung auf einen Job aufgeben, aber so was von, nur heißt das, dass ihr eben … beschäftigt werdet.

"Beschäftigt."

Beschäftigt. Wenn es nichts zu tun gibt, arbeitet sich wer an euch ab, aber wenn es etwas zu tun gibt, dann habt ihr das zu tun; seit Pandora eine der zuverlässigsten Säulen der Pein. Selbstverständlich geht das dann so, dass die ganz Fiesen die ganz fiesen Jobs machen, die weniger Fiesen die weniger fiesen Jobs und für Gasthörer wie Sie müssen wir uns etwas ausdenken.

Hm.

Sie haben sicher eine Menge Fragen?

Ja, schon, aber ,,,

Einfach drauf los! Wir haben eine Ewigkeit Zeit.

Hm … darf man rauchen?

Na sicher, aus allen Poren, hahahaha! Nein im Ernst: Sie dürfen. Übrigens in allen drei Abteilungen.

Drei?

Na klar. Himmel, Hölle und Management.

Aha. Was geht denn so im Himmel ab? Choräle singen, beten und so?

Haahaha, der war gut. Nein, im Himmel können Sie machen, was sie wollen. Die meisten nehmen Drogen und vögeln sich erst mal den Verstand raus, aber nach ein paar Jahrzehnten wird das so was von fad, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Das finden nur die Dümmsten auf die Dauer gut. Bei den meisten folgt dann die Phase 'Sport und Unterhaltung', dann werden sie kultiviert und schon ziemlich bald, lassen sie's drei vier Jahrhunderte sein, wollen alle woanders hin. Aber dann brauchen sie halt nen Job. Alles nicht so einfach.

Und das Management?

Sehen Sie ja. Kleine Lichter wie ich kümmern sich um die Zuteilung, größere lassen sich alle paar Äonen neue bescheuerte Regeln einfallen und dann gibt es noch die ganz Großen, die Sie nie zu sehen kriegen.

Was ist mit denen?

Weiß keiner so genau. Es gibt Gerüchte, die seien so wichtig, dass sie sich in Nichts auflösen. Andere meinen, das seien Geister, die überall und nirgends sind. Man streitet sich darüber, ob sie noch einen Bezug zum Rest der Welt haben oder auch eher Nirwana. Es gibt da ein paar Schleusen, da müssen Sie durch. Von dort ist noch niemand zurück gekommen außer dem, der seitdem seine eigene Abteilung leitet. Sie wissen schon, die für die Hoffnungslosen.

Hm. Was würden Sie mir denn empfehlen?

Ach, schauen Sie sich erst mal um. Ich trage Sie solange als „selbständig“ ein, und wenn Sie sich entschieden haben, kommen Sie einfach wieder her.

 
ts

Neulich landete sie wie aus einem Versehen des Universums bei Friede und Liz zum Tee. Andrea war gar nicht nervös. Sie war nie nervös, sie war schon immer voller Selbstvertrauen. Schon als sie gegen Stefan den JUSO-Vorsitz holte, wusste sie, dass er ihr einfach zustand. Sie hatte sich ihn verdient.

Als sie so beim Tee saß, kam auch hier ihre Chance, und sie nutze sie. Eine Sprechpause, in der das Ticktack der Wanduhr sie nachgerade aufforderte, eine ihrer eloquenten keinen Reden zu halten.

"Ich bitte Sie", hob sie an und fand sich wie so oft genial, denn das bedeutete gleichermaßen Ehrerweisung wie eine unmissverständliche Aufforderung, ihren Gedanken zu folgen, "wer bezieht denn Arbeitslosengeld zwei? Das Grundgesetz beginnt mit dem Paragraphen zur Würde des Menschen. Was ist das für eine Würde, mit der jemand Hartz vier beantragt? Wir haben Millionen von Jobs geschaffen, es ist inzwischen so billig, eine Arbeitskraft anzustellen, da kann im Grunde jeder hingehen und sich selbst eine schaffen. Wer sich anbietet, wird schon etwas finden.

Die Chance

Und dann dieses Gerede von Armut! Ich bitte Sie, wer nimmt denn Geld vom Staat und schimpft dann noch, dass er arm ist? Inmitten aller Möglichkeiten, die sich ihm oder ihr bieten. Es sind fast eine Million Stellen frei, permanent. Dann gehen sie also hin, lassen sich die Wohnung finanzieren und die Heizung, nehmen ein paar Hundert Euro Taschengeld im Monat an und jammern, dass sie arm sind? Das ist doch unverschämt.

Ich will ja gar nicht leugnen, dass es auch ein paar wirklich Bedürftige gibt", sagte sie und wollte gerade Friedes Hand ergreifen, als die ihr mit einem sehr eindeutigen Blick zu verstehen gab, dass sie das tunlichst zu unterlassen hätte. Andrea hielt in der Bewegung inne und rückte ihre Tasse zurecht. Dann fuhr sie fort:

"Aber so ist das bei den Romantikern und den Linksextremen, die kennen nur die Guten unter den Leistungsempfängern. Alle anderen sind Schmarotzer, aber dieser eine, das ist ein prima Hartzer! Solchen Populismus kann sich nur leisten, wer alles auf Pump finanziert. Genau wie dieses Einspruchsrecht. Ich bitte Sie, wer sich nicht nur pampern lässt, sondern entweder seiner Pflicht nicht nachkommt oder einfach noch mehr haben will fürs Nichtstun, für den sollen wir hunderte Richter Tag und Nacht arbeiten lassen? Es gibt Grenzen."

Sie schaute mit einer gewissen Vorfreude in die Gesichter ihrer Zuhörerinnen und erkannte dort die erwartete milde Zustimmung. Nachdem sie sich verabschiedet und voller Stolz auf den Heimweg gemacht hatte, schaute Friede Liz in die Augen und stellte fest: "Welch ein widerliches Weib."
Liz nickte und fügte mit sichtlicher Verachtung hinzu: "Wenn sie nicht so nützlich wären ..."
"Ja", schloss Friede das Gespräch ab, "solange sie es sind."

 

Tage und Stunden
in Gram gebunden
gefüllt mit Sekunden
in endlosen Runden

Grau-anthrazit
Gestirn aus Granit
zerfurcht und gebleicht
fahler Blick, der entweicht

Gealtert um Meter
von Falten und Grau
gespalten in Später
und Früher im Stau

Das Leid wird zum Selbst,
das Selbst wird mit zum Mit
und zwischendurch Currywurst, Mayo, Pommfritt.

Ein Hoch auf Jobst Plog,
der dem Domprobst betrog,
mit Verstand fuhr er fort,
da blieb letzterer dort.

Ja wo laufen sie denn,
die furchbtbaren Schmerzen,
die Qualen des Ärmsten
mit dem bleischweren Herzen?

Solange zwei Flaschen reichen,
den Score noch zu drehen,
die haarigen Beine
am Tag wieder stehen,
die Tasten noch klappern
den Reimen zur Zier,
hör' auf zu heulen
und nimm dir ein Bier!


F.F. Sternbein

 
kk

Der Deutsche ist fleißig. Die anderen demzufolge abgestuft faul. Alles, was südlich liegt und zum Urlaubsland taugt, wird von besonders faulen Gesellen bevölkert. Die haben es nicht so mit dem arbeiten. Das weiß der Deutsche seit Jahrzehnten, ganz egal, ob er sich in in der Algarve, bei Antalya, in Rimini oder auf Naxos bedienen lässt, ob seine Gastarbeiter von dort kommen, seine Pizzabäcker und Dönerschmiede, Gyrospommes oder der Kleinwagen, der Deutsche weiß sich den Ausländern überlegen.

Der Fleiß nämlich, der durfte ihm auch nach den zwölf Jahren, in denen er das tausendjährige Reich durchgebracht hatte, noch angeboren bleiben. Der macht ihn besser als die Fremden. Aber nicht nur das, und hier lauert eine dieser typischen Brüche in der Erzählung, eine Kluft gar: Der Deutsche ist immer fleißig, es sei denn, er ist ein Habenichts, dann ist er auch faul. Wie das jetzt kommt, das ist natürlich ein Problem, denn angeborener Fleiß, der durch Armut zu Faulheit wird, das kriegt man schwerlich auf eine Kette.

Fremd, faul, schuldig

Hier kommt etwas ins Spiel, das die Erzählung zwar ins Absurde abgleiten lässt, sie aber dennoch beieinander hält, nämlich die Schuld. Schuld ist etwas sprichwörtlich Mythologisches, weshalb Religion auch nicht ohne sie auskommt. Schuldig ist, wer schuldig ist, das kann jeden treffen. Die göttliche 'Ordnung' und Fügung ist es, die allein dafür sorgt, das jeder kriegt, was er verdient, und da diese Idee in jeder irdischen Ordnung völliger Schwachsinn ist, muss sie halt mit viel Omm-omm und Tamtam eingesetzt werden. Das Mittel: die Schuld, die immer die "Selber schuld!" ist.

Bei den faulen Kanaken ist das selbstredend, hätten sie halt fleißig sein und sparen sollen! Bei den faulen Deutschen ist das wie gesagt etwas schwieriger. Die Einen pfeifen infernalisch im Walde auf die Arbeitslosen das Lied der Eigenverantwortung®, wohl wissend, dass es sie jederzeit selbst erwischen kann. Das ist so neu übrigens nicht, schon früher wusste die Volksseele, dass wer wirklich Arbeit sucht, auch welche findet.

Die Geburt der Nation

Da spreizen sich jetzt die Probleme auf, denn wenngleich man mit geübter Ignoranz darüber hinweg gehen kann, dass sich die Zahl der Arbeitslosen unmöglich nach deren individueller Faulheit richten kann, sind die Rollen der Fleißigen und Faulen eben vergeben. Was macht man aber, wenn man immer mehr Leute kennt, die als fleißige Deutsche faule Arbeitslose werden, die man aber durchaus als fleißige Arbeiter kannte? Wenn zudem fleißige Deutsche von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, obwohl sie doch so bescheiden sind und noch aufs Existenzminimum verzichten?

An der Stelle werden die faulen Fleißigen wie von Blitz getroffen Nation®. Nation sind die, die unschuldig zu Schuldigen wurden und jetzt ganz fix wen brauchen, der ihnen das abnimmt. Nation weiß, dass es nur der Ausländer gewesen sein kann, der Fremde. Das kann der Jud sein, der Moslem, der Pakistani, der Pole oder Putin, nur eines ist sonnenklar: Eine fremde Macht, aka das Böse® macht immer alles durcheinander und sorgt dafür, dass der Deutsche nicht glücklich sein kann. Das funktioniert übrigens auch tadellos, leicht abgewandelt, in anderen Nationen®. Nicht zufällig gibt es da kaum einen Unterschied zwischen Nation und Christenheit, nur dass Nation® übersichtlicher ist, aber grundsätzlich sind Nation und Kirche ein Inzestgezücht.

Ungleichheit für alle!

Gut, jetzt kann der Schwabe vielleicht nicht wirklich mit dem Bayern und der Rheinländer nicht mit dem Sachsen, aber das wäre schon wieder eine dieser Differenzierungen, für die der Patriot sich das Studium nicht leisten kann. Was wirklich wichtig ist, und da lässt er sich weltweit einzigartig absolut nichts vormachen: Mach, was du willst, sei, wer du bist, so lange du bloß nicht Kommunist wirst! Gleichmacherei, Verachtung der Leistung und ihrer Träger, Sozialneid und immer dieses Gelaber von "Ausbeutung"; das ist nicht nur undeutsch, das ist unmenschlich, das ist Unrechtsstaat® und Diktatur.

Neben dem Judentum hat die Nation der Fleißigen den Kommunismus so gut ausgerottet wie es eben geht, da stört ihn auch nicht, dass es in fast jedem anderen Land der Welt normal ist, wenn Kommunisten in Parlamenten sitzen und sich hier und da an Regierungen beteiligen. Das wird wohl damit zusammenhängen, dass die alle fauler sind als wir. Ehe wir einen Arbeitgeber oder Leistungsträger enteignen, sorgen wir durch Bescheidenheit und Fleiß dafür, dass Deutschland immer wirtschaftlich erfolgreich bleibt. Gern arbeiten wir auch mehr für weniger. Wir wissen ja, wer für uns sorgt, und wenn es wieder einmal nicht für alle reicht, wissen wir, wer es uns wegnimmt. Die zünden wir dann aus alter Tradition an und fühlen uns gleich besser.

 
bk

Er hat doch schon so faire Löhne® gezahlt, der Herr. Er war so gut zu seinen Untergebenen - und nicht nur zu denen. Eine Mission hatten sie alle miteinander: die Welt besser zu machen, indem sie sie schöner machten. Schöne Welt durch gute Laune, Fernsehen ohne Trash und schlechte Nachrichten. Einfach alles gut® sein lassen. Aber dann kam alles anders. Waren es am Ende sogenannte "Arbeitnehmerrechte", die einer großen Vision das Genick brachen [jadoch, das ist eine gebrochene Metapher]?

Nicht nur, dass es derart überkommene bürokratische Hürden noch gibt, es gibt auch tatsächlich Störenfriede, Sozialneider und Besitzstandswahrer, die davon Gebrauch machen. Ein Betriebsrat in einem Unternehmen von Red Bull, wie absurd! Die Belegschaft und ihr Eigentümer Dietrich Mateschit sind erzürnt. Der Mann, der durch seiner Hände Arbeit ein Imperium geschaffen hat, soll sich hineinreden lassen, wie er seinen Plebs seine Leute behandelt?

Self Made Billionaire

Ihm gehören Rennställe, Fußballvereine, Fußballschulen, Flugshows, Eishockeyvereine, Basejumper und sonst noch was, auf vier Kontinenten, sowie die Stratosphäre. Für all das gibt er sein hart erarbeitetes Geld® aus. Ein Wohltäter des Sports, der Kultur und der guten Laune - braucht so einer Vorschriften und Aufpasser, die deren Einhaltung überwachen? Man sollte ihn eher heilig sprechen (oder wenigstens Voraussetzungen dafür schaffen). Ohne Männer wie Mateschitz gäbe es keinen einzigen Arbeitsplatz® auf der Welt.

Anonyme Gewerkschaftsterroristen "von Außerhalb" wollten den Gutsherrn also zum Betriebsrat zwingen. Das war das Ende vom Ende, er muss jetzt das ambitionierte Unternehmen ServusTV aufgeben, abwickeln, Arbeitskräfte freisetzen. Vernichtet sind hunderte Arbeitsplätze®, und alles nur wegen brutaler Heckenschützen unsichtbarer kommunistischer Kräfte. Im Kreml wird man darüber feixen. Solche Störfeuer nützen nur Putin.

Die Partei "die Linke", die sich ausdrücklich zum Ziel gesetzt hat, faire Löhne® in Deutschland zu erreichen, hat sich bislang nicht zu diesen Vorgängen geäußert. Jetzt heißt es Farbe bekennen. Geht es ihnen um die Pfründe einer überkommenen Nomenklatura von Seilschaften, Trittbrettfahrern und Bürokraten, die mithilfe von Gesetzen die Arbeit der Besten zerstören oder wollen sie wirklich Arbeitsplätze® und faire Behandlung? Es besteht die Gefahr, dass das Volk doppelt Schaden erleidet: indem es arbeitslos wird und obendrein nichts Lustiges im Fernsehen® kommt. Das kann doch niemand wollen!

 
gn

Hätte ich eine Botschaft an Außerirdische, ich malte ihnen keinen albernen Bilder und legte ihnen keine Langspielplatte bei. Sie sollten schon ihre überragende Intelligenz benutzen und die Worte aus der Essenz meines Lebens richtig interpretieren. Ich würde sie nicht langweilen wollen und käme gleich zum Wichtigsten:

Wenn ich ihm die Zehn reinwerfe, bin ich auf der Farbe blank, Mann!

Die nächste Rote ist der Frameball.

Afghane für nen Heiermann? Nie im Leben!

Tu mal ein A rüber!

Die Schwarze ins Gegenüberliegende.

Nur den Riemen, die Rollen sind noch astrein.

Ein Konditional ist wahr, wenn die Bedingung falsch ist.

Das ist ein Bootleg, da gibt es keine Originalpressung.

Erster alles!

Habe ich ihm eben wertschätzend deutlich gemacht.

Nullte Stunde, und der zockt nur Sneakers.

Wen ich mit Harz erwische, den lasse ich die Halle mit der Zahnbürste schrubben.

Du brauchst einen Abschlusswiderstand.

Das ist ja ne Alufeile!

Ich brauche die dritte Hand.

Wer bremst, verliert.

BFG mit Quad Damage, na schönen Dank!

Draußen gibt’s nur Kännchen.

W-W, W-G-W, G-W-G, G-G

rtfm

/ig /god

 
cl

Aus gutem Grund zitiere ich nicht einmal den Namen des gehetzten Druckwerks, dessen Webauftritt ich noch viel weniger verlinkte. Ich kann es leider aber nicht vermeiden, dass mir dessen Großbuchstaben aus der Auslage entgegenspringen, um auf dem kurzen Weg durch den Sehnerv Anschläge auf meinen Schädelschwamm zu verüben. Heute las der Ärmste daher etwas von „unseren Stränden“, die von „Terror“ bedroht seien.

Eine durchsichtige Übung mit dem Ziel, gewisses Volk in Alarmstimmung zu halten. Ich weiß bis heute nicht, was man mitbringen muss, um dergleichen freiwillig zu konsumieren und noch weniger, was es braucht, dafür Kleingeld rauszurücken. Zu meiner Zeit habe ich die aufs Nötigste reduzierte Erfahrung mit echten Arbeitern in deren Habitat gemacht, die mich mit all ihrer Existenz befremdeten. Fette alte Kerle mit schlechten Zähnen, die mir anvertrauten, was sie mit der jungen Frau auf Seite drei so alles täten. Ich kann mich in diesen Geisteszustand nicht versetzen.

Sie sind überall!

Aus der Vogelperspektive, nur einen sprichwörtlichen Augenblick wagend, stelle ich mir hingegen Fragen. „Unsere Strände“; das wird wohl Mallorca sein, aber auch der Lido, Rimini, Kreta, West-Sinai, Long Beach und Key West. Längst ist es eine Binsenweisheit, dass die Krauts als Crowds zurückkamen, das MG gegen die Goldkarte getauscht haben und die Panzer gegen Billigflieger und Bumsbomber. Wir verteidigen unsere Freiheit überall, wo Sand auf Salzwasser trifft, mit Handtüchern, weißen Socken und schlechten Manieren. Das mit dem Hindukusch war nur ein kleiner Exkurs mit anderen Mitteln.

Jetzt sind also unsere vom Mund abgesparten und bereits von unserem Geld bezahlten® Teilzeitkolonien bedroht, und zwar – so nehme ich stark an - von ischlamischtische Terrorischte. Nirgends ist man mehr sicher vor denen, nicht einmal in ihrer Heimat! Sie haben doch schon in New York, Paris und Brüssel nach getaner Untat ihre Personalausweise auf die Asche gelegt und ihre Laptops akkurat am dem Tatort jeweils nächstgelegenen amtlichen Mülleimer abgelegt. Das hat doch längst gereicht, um die angestrebte Schreckenswirkung zu erzielen (Hysterie, Überwachung, Talkshows).

Immerhin sind wir jetzt gewarnt. Dank knallharter Recherche weiß der Leser seit heute: Er ist nicht paranoid, er wird verfolgt. Wohin er auch flüchtet, der Flüchtling ist schon da und gleich hinter ihm sein Bruder, der Bombenleger. Seien Sie also auf der Hut vor dem Personal, halten Sie Ausschau nach vagabundierenden Ausweispapieren und Laptops auf Papierkörben. An weiteren Anweisungen arbeiten bereits fieberhaft ihre Koksexperten von der Red.®.

 
tz

Hiermit erkläre ich die drölften Touretteweltmeisterschaften für eröffnet. Ist es nicht herrlich, wie es jetzt aus allen hervorbricht wie Galle auf dem Weg ans Licht? Frau Pandora hat ihre Dose für die Ferien dem Böhmermann geliehen, wie es scheint. Kaum scheißt der auf den Respekt vor dem Sultan, suhlen sich die Schweine aller Höfe wonnig darin. Hoho, "Drecksau" traut sich der Lucke was und zeigt's dem Kerl, der die Wellen schlug, aus denen dieses Würstchen einen Zipfel herausragen lassen möchte. Nicht mal dazu aber reicht es. Kindergarten.

Nein, das kann er auch nicht, der Querflötist des Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Das klingt irrsinnig schwul, aber schwul kann er auch nicht, dazu bräuchte es nämlich einen Schwanz. "Lucke!" Das ist die Beleidigung, die ich mir wirklich nicht gefallen ließe. Bei mir geht eine Menge, nix gegen "Tucke" oder "Mothafucke", aber sage nicht "Lucke" zu mir, sonst gibt's was auf den Hassmagneten, den deine Fresse zu nennen eine brutale Beschönigung wäre. Lucke, das ist die Maßeinheit für kniefällige Frömmigkeit in der Kirche der Kapitalisten der letzten Tage, ein Indikator für neoliberale Verrohung, die Vehemenz, mit der die letzten tröstlichen Bemühungen um Menschlichkeit zu Pulver vermarktet werden.

Impressive! Excelent! Headshot!

Dieses Lucke bittet also um Aufmerksamkeit, indem es sich aufplustert und Worte in den Wind piepst, die es für stark und männlich hält. Sind sie aber nicht, per se nicht, und wären sie es, bei ihm erschienen sie dennoch verbraucht, schwächlich und sowieso gelogen. Wie kommen wir jetzt nur hierher? Nun, irgendwer muss doch den Deckel auf die blöde Büchse kriegen, und da bietet es sich an, wenn es jemand versucht, dem auch die verfickteste Hurenscheiße so vertraut ist, dass er sich nicht beeindrucken lässt von Hutzelmännchen und Geifergnomen, die einen neuen Modus gefunden haben: Jetzt noch lauter und noch schriller nichts sagen. Sie wollen damit nur von allem ablenken, das auch nur den Hauch der Relevanz schnuppert.

Welche Blase wird gerade mit fauliger Luft betankt, um bald zu platzen und die nächste 'Krise' auszulösen? Wo fahren gerade die Flugzeugträger auf? Was hecken die Faschisten aus, um die Opfer des Krieges noch mehr zu peinigen? Welche Parolen werden wir als nächste hören, um auf die nächste Minderheit loszugehen? Das wüsste ich gern mal, ihr Lucken! Eines erfahre ich immerhin, womit wir wieder die wirklich wahre Welt betreten: Unser neuer Hurensohn aus der Region heißt al Sisi. Herr Gabriel, den ich nicht virtuell beleidigen kann, weil ich es ernst meinen müsste, nennt ihn einen "beeindruckenden Präsidenten". Zahlende Staatsgäste dürfen bei Sisi sogar Jehova"Menschenrechte" sagen, ohne dass es ihnen ergeht wie den Einheimischen. Er hat nicht einmal geklagt. Beeindruckend!

 
xx

Beginnen wir mit Letzterer: Die Preußen haben die Zensur eingeführt - weil sie's konnten. Zensur ist angewandte Macht, egal ob in ihrer definierten Form oder einer anderen. Es ist Unsinn, sich dann über ein vermeintlich falsch gedeutetes Recht zu beschweren. Die Macht ist das Problem, nicht die Zensur.

Hetze ist und war schon immer erlaubt - wenn sie der Macht gefiel. Beispiel:
"Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden."
Das ist bereits die Hetze. Daran kann man jetzt anknüpfen, was das Gen so aus diesen Juden macht. Im vorliegenden Fall meinte der Experte, es mache sie klüger und:

So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen, bedingt durch die dort übliche Heirat zwischen Verwandten, eine erhebliche Rolle und sorgen für den überdurchschnittlich hohen Anteil an angeborenem Schwachsinn und anderen Erbkrankheiten.

Steht da "inzüchtige Ziegenficker"? Nein, denn das wäre Schmähkritik, die meidet ein moderner Sozialdemokrat. Alles im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Horntierliebhaber

Beleidigung ist einfach und wird, wenn, dann meist einfach geahndet, mit einer Geldstrafe. Beispiel: "Herr flatter ist ein Arschloch" kostet etwa 1000 Euro. Meist wird sie aber gar nicht geahndet, weil niemand, der bei Trost ist, dafür zum Gericht rennt. Die härteste Konsequenz für den Beleidiger ist die öffentliche Dokumentation. Wenn ich also sage: "Frau Merkel ist eine Pfotze", wessen Würde ist dann wohl getroffen (neben der der Orthographie)? Im Grunde handelt es sich immer um ein Machtspiel. Ich habe Anwalt, du zahlst! Der Grundgedanke der gesetzlichen Regelung geht dabei aber vom Gegenteil aus: Niemand hat das Recht, andere (fortgesetzt) zu schmähen, nur weil er die Macht dazu hat.

Ein Chef oder 'Arbeitgeber', der seine Untergebenen mit Tiernamen begrüßt oder der Bully, der täglich entscheidet, wer jeweils der dumme Pimmel ist, sind Erscheinungen, deren Wirkungsgrad eingedämmt werden soll. Vielleicht hilft da ein Gesetz, was aber eher hilft: Nehmt den Beleidigern die Macht, nicht das Wort. Sie werden nämlich immer Möglichkeiten finden, andere auch im Rahmen der Regel zu piesacken. Erfolgreich bestrafen kann man daher nur die Dummen unter ihnen, und denen sollte man auch anders beikommen.

Am Ende der Nahrungskette stehen immer die Majestäten, die zu 'beleidigen' eine schwere Straftat ist. Jeder kann wissen, dass etwa Herr Gauck ein charakterloses Arschloch ist - wer ihn aber so nennt, hat die beiden Probleme, die im Recht und der Formulierung liegen. Er kann dafür jahrelang einfahren und hat sich obendrein zum Spaten gemacht, denn diese wie jede andere Beleidigung ist sachlich falsch, zeugt von einem Mangel an Phantasie und Kultur und verschafft der Ehre des Schmähers erheblichen Lackschaden.

Primaten der Politik

Es sind Relikte aus einer Zeit, als sich die Besserverdienenden noch gegenseitig füsilieren mussten, wenn die Gefahr einer fehlerhaft tolerierten Bemerkung bestand. Wer einen anderen ohne Konsequenz beleidigte, galt damit als der höhere Affe, was der vermeintlich niedere eben durch primitive Gewalt korrigieren musste. Das hieß dann "Ehre". Anstatt diesen dummen Zirkus seiner Lächerlichkeit preiszugeben, wurde das äffische Getrommel "zivilisiert" und wird heute von Sekundanten in Roben ausgetragen. Das gefällt wie gesagt der Herrschaft, denn da die Äffchen das offenbar angemessen finden, stimmen sie grundsätzlich dem Verbieten von Worten zu.

Die einzige demokratische Verfahrensweise mit Schmähungen, Lügen, Hetze und Beleidigung ist die generelle Erlaubnis für Jedermann zu sagen, was ihm einfällt. Die soziale Kontrolle und die Erfahrung des Auditoriums mit sprachlichen Ausfällen ist das einzig tragfähige Korrektiv für ausgesprochenes Unrecht. Das Nähere regelt die Gegenrede. Majestäten vor dem Volk zu schützen, war hingegen schon immer ein durchsichtiges Spiel, egal auf welche Weise. Gebt ihnen also nicht noch mehr Macht, erkennt ihre Autorität einfach nicht an und lasst euch den Mund nicht verbieten. Wer allerdings offensiv über andere spricht, ohne zuvor die Wirkung und den Sinn seiner Worte abgewogen zu haben, ist eine dumme Sau. Was sagt das wiederum über unsere Präsidenten?

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