narrativ


 
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Der diesjährige Zusatz-Feiertag lässt mich fragen, warum wir nicht gleich den Geburtstag Johannes Agricolas zum Feiertag erhoben haben. Darüber darf man ja wohl noch reden. Aber widmen wir uns noch einmal der Reformation und ihrem großen Helden:

Martin Luther war ein Anti-Aufklärer, dessen Eifer nur die kniefällig-religiöse Ahnung einer (verlorenen) Vernunft zuließ. Eine säkulare Vernunft war für Luther das schlimmste Teufelszeug, die "Teufelshure". Nach Luther ist Gott unbegreiflich, grausam und gnadenlos. Hierin besteht dann auch die Kulturleistung Luthers und seiner Kirche, die die deutsche Seele, ihr Narrativ, so fatal geprägt hat. Die Abschaffung der Beichte unter diesen Umständen erschuf einen gnadenlosen völkischen, religiös-fanatischen Eifer.

Psychohölle

Der Ablasshandel, das Erlassen von Sünden gegen Geld (vor allem um den Petersdom zu finanzieren) war für die Christen deshalb so niederschmetternd, weil sie ohne Beichte ihre Sünden nicht loswurden - eine Erpressung von enormer psychischer Gewalt. Sie hatten sehr reale Angst in die Hölle zu kommen. Dann kam Luthers Reformation mit einem Heilsversprechen, das seine Schäfchen vordergründig von der Beichte unabhängig machte, ihnen aber keineswegs die Angst nahm – im Gegenteil. Es war ein Rückschritt zum Sündenbockprinzip.

"Und wirst du sündigen, so wird er dich auffressen.", so Luthers Gottesbild. Hubertus Mynarek kommt zu dem Schluss: "Luther hat allen Lutheranern ein extrem inhumanes, krankmachendes Gottesbild vererbt. Seine "Theologie" ist das Spiegelbild seiner Persönlichkeit, die sich als willenloses Werk- und Spielzeug in der Hand übernatürlicher, sich in seiner Seele tummelnder göttlicher und teuflischer Mächte empfand und erlebte." In Luthers Kirche fand dieser Wahn ein Zuhause, in dem Sünden fortan nicht mehr vergeben wurden.

Druckablass

Es gibt in dieser Psychohölle nur einen Ausweg: Die Projektion des Leids und der eigenen Sünden auf etwas noch Minderwertigeres. Schon Luther bot dafür die Juden an, sein Judenhass ist haltlos und mörderisch. Zudem verlangte er absoluten Gehorsam gegenüber den Feudalherren. Zweifellos hat er damit einen Samen gesät, der auch im Nationalsozialismus aufging. Zuvor hatten sich schon in der Neuzeit Protestanten besonders eifrig an der Hexenverfolgung beteiligt.

Aber nicht Luther allein hat die Voraussetzungen für die totalitäre brutale Gesinnung der Deutschen geschaffen, sondern in seiner Folge vor allem die preußischen Calvinisten. Die Staatsverwaltung der Hohenzollern, ebenso calvinistisch geprägt wie die Landesherren, reicherte die Gnadenlosigkeit der neuen Konfession mit einer Arbeitsethik an, die den verzweifelten Sündern ein weiteres Angebot machte: Arbeite, sei wirtschaftlich erfolgreich und verdiene dir so Gottes Gnade!

Traditionen

Die religiöse Wurzel des Kapitalismus wurde in Preußen in trauter Eintracht mit dem Lutheranismus gehegt. Gehorsam gegen die Obrigkeit wurde durch das allgegenwärtige Militär und strenge Hierarchien zum Markenzeichen: die „preußischen Tugenden“ sind seitdem so sprichwörtlich wie "Wir tun nur unsere Pfilcht".

Das Ergebnis ist eine Mischung aus Eifer, Fleiß, Antisemitismus und Sadomasochismus. Einzig Luthers Irrationalismus erhielt unter den Hohenzollern einen gewissen Dämpfer. Im Rahmen der gegebenen Hierarchien, versteht sich, denn "wahre Aufklärung beleidigt die Majestät nie", wie selbst die Rebellen unter den evangelischen Theologen stets wussten. Dass Demokratie die Majestät an sich beleidigt, war daher bis 1985 auch Leitlinie in der evangelischen Kirche. Inzwischen hat sie sich zähneknirschend angepasst und predigt uns nunmehr Freiheit in Verantwortung®.

p.s.: Weiterhin Erbauliches dazu gibt es hier und bei Charlie.

 
sl

Quelle: Pixabay

Die Vorstellung von Wirtschaft, Arbeit und Eigentum ist im Kapitalismus und insbesondere in Deutschland tief verstrickt in ein Geflecht von Mythen und Fetischen. Nirgends war der Antikommunismus so radikal wie in Deutschland, wo die Nationalsozialisten nach dem Krieg vollendet haben, was sie zuvor begonnen hatten, unter der wohlwollenden Aufsicht von Amerikanern, ihren neuen Parteifreunden und den Sozialdemokraten.

Das hatte Folgen. Nicht nur das Verschwinden einer Theorie mitsamt ihres Potentials; auch wurde jeder Umstand, der den zu "Arbeitnehmern" degradierten Arbeitern nicht gefallen konnte, zum Gegenstand mythologischer Erklärungen. In der Regel waren und sind Ausländer schuld: als globale Konkurrenz, als Feinde der Sozialen Marktwirtschaft®, als Arbeitsplatzvernichter.

Der Boss denkt nur an uns

Alles, was mit Profiten, Mehrwert und Ausbeutung zu tun hat, muss irgendjemandes böser Wille sein. Wer kein Marxist sein will, muss sich ständig Schuldige suchen, die die Früchte unserer Arbeit an sich reißen. Irgendwo da draußen, denn hier gibt es nur Gute. Mutige Unternehmer, die uns Arbeit geben. Kapitalisten und Ausbeuter haben wir hier nicht mehr, seit wir die Juden verjagt haben.

Die Heldengeschichten deutscher Ausbeuter werden bis heute erzählt. Ich erinnere mich gut an die Mannesmann-Fusion; aktuell gibt es eine Fusion zweier Stahlkonzerne; Thyssenkrupp und Tata Steel. Letztere sind Inder. Die finden wir niedlich, wenn sie ausgezehrt am Straßenrand sitzen und wir ihnen etwas spenden. Jetzt klauen sie uns Arbeitsplätze und ein Traditionsunternehmen®. Sieht so Dankbarkeit aus? Dabei weiß der Deutsche Arbeiter: "Der alte August würde sich im Grab umdrehen".

Nehmen uns die Arbeitsplätze weg

Wenn das der Führer wüsste! Der alte August (Thyssen) hat euch enterbt, Freunde. Euch und die Generationen vor euch. Wenn heute immer weniger von euch gebraucht werden, um die Seinen reicher zu machen, dann liegt das an Maschinen, die euch ersetzen. Die hat er gekauft von dem Mehrwert, den ihr erwirtschaftet habt, und während er sich noch um die Erbschaftssteuer drückt, habt ihr euer Erbe in Form des Mehrwerts längst abgegeben - Generation für Generation. Eure Lohnarbeit ist erbschaftstechnisch betrachtet Enteignung.

Die Maschinen sind die Frucht eurer Arbeit. Es ist eure Arbeit, die Verträge, die ihr eingegangen seid, die euch überflüssig und arm machen. Kein Gastarbeiter, kein ausländischer Lohndrücker, keine Weltverschwörung. Es ist das nackte einfache Gesetz des Kapitalismus, das ohne Abstriche auch in eurer schönen deutschen Marktwirtschaft wirkt. Wenn ihr Glück habt, lassen sie euch einen Anspruch auf staatliche Almosen, von denen ihr Leben könnt. Wenn nicht, lassen sie euch hungern, während sie sich von eurem Erbe Nutten und Koks leisten.

 
gz

Originaldatei: ©Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Die Basis der zeitgenössischen Politik sind die Geschichten, die erzählt werden. Probleme sind meist zu komplex, um sie allgemein verständlich zu machen, also kommt einer daher und bläst sich als Problemlöser auf. Erklären muss er nichts Genaues, denn die Leute haben schon auf ihn gewartet. In der parlamentarischen Demokratie sind sie darauf gedrillt, sich eine Autorität auszusuchen, nicht darauf, ihre Probleme zu verstehen, geschweige denn sie selbst zu lösen.

Der Schulz-Hype neulich war ein erschütterndes Beispiel. Da wird ein ausgerechnet sozialdemokratischer Bürokrat aus Brüssel aus dem Hut gezogen und als Messisasersatz präsentiert. Unser Obama, Corbyn, Kennedy! Hat vier Wochen gehalten, der Spuk, und plötzlich stand da ein öder Schwätzer mit schütterem Haar, der nicht einmal Merkel das Wasser reichen kann. Die Not muss groß sein, wo solche Kurzgeschichten aufgeführt werden.

Das Böse

Eine sehr viel längere ist die der DDR, einem Kulissendorf im Wilden Osten, in dem das Böse hauste und heute noch aus Tümpeln und Pfützen brodelt. Wie man weiß, ist hier nach dem Krieg der Faschismus entstanden. Mehrere Mauertote bezeugen, dass der Holocaust weiterging. Als im Westen längst die Freiheit über säuselnde Autobahnen rollte, litten die Brüder und Schwestern® unter Unrechtsstaat, Plattenbau und rumpelndem Transit. Hie Lavendel, dort Braunkohle. Hüben alles schön bunt, drüben aschgrau.

Tatsächlich ist die Siegerversion der Geschichte der DDR vor allem deshalb eine taugliche Erzählung, weil sie in die Ästhetik des Westens passt. Millionen Mordopfer des Naziterrors, dessen Befehlshaber in der BRD ihre Karrieren fortsetzten, verschwanden hinter den neuen Kulissen, weil das drüben alles so scheiße aussah. Luxus und Schönheit sind ein verständliches Mordmotiv, aber wer verteidigt Mauer und Stacheldraht®, wenn obendrein der Lebensstandard leidet? Das müssen sehr böse Menschen gewesen sein, die ihr Volk in solchem Elend hielten.

Unser Kampf

Ihre Nachkommen sind nicht besser. Sie wählen Pegida, gehen für AfD auf die Straße und plündern uns aus - ich sage nur "Soli"! Als die DDR abgewickelt wurde, waren sie uns da dankbar? Als sie befreit wurden, als wir ihnen Begrüßungsgeld und Mallorca gaben, wie haben sie es uns vergolten? Mit schierem Undank. Das jedenfalls ist die Geschichte, wie man sie kennt. Wie sie und von den Autoritäten überliefert wird. Von der Kanzlerin etwa, und die muss es wissen, schließlich hat sie dort gelebt.

Wer wird sich da mit den ganzen Details aufhalten? Es musste schließlich wiedervereint werden. Da kann man nicht jeden Pfennig umdrehen, der aus dem Unrecht stammt. Hätten wir die Ostrenten anerkannt, könnten wir ja gleich den Griechen welche lassen. Hartz IV im Westen ist allemal besser als eine Ostrente. So leben sie glücklich am Lebensende. Jetzt sind wir alle einig, vor allem im Kampf gegen die AfD, der neuen SED-Nachfolgepartei. Gegen die und die andere Seuche, eine Gewerkschaft namens GdL. Alles dasselbe Pack. Aber mit ihnen werden wir fertig.

 
lm

Ich habe aus den Texten zum "deutschen Narrativ" inzwischen einen zusammenhängenden von ca. 120 Seiten gemacht, die man so veröffentlichen kann. Darauf aufbauend kann man auch mehrere Bände machen; ich finde es fast schwieriger wegzulassen als aufzuschreiben, aber bis hierher ist das Format glaube ich ganz brauchbar.

Selbstverlag kickt mich irgendwie nicht so; ich fände es schön, wenn da jemand drüber schaute, der das kann, und so eine Infrastruktur ist ja auch nicht das Schlechteste. Ich kann auch über einen eigenen Server ein e-Book anbieten, aber auch da wäre es mir recht, wenn das Ganze Dunstkreis und Filterblase überschreiten würde.

Reichweite bringe ich fast schon selbst genug mit - der Artikel "Was ist ein Narrativ" (wahrlich nicht der beste, aber mit einem recht kugelfreundlichen Titel ;-) ist mit bislang 45.000 Direktaufrufen ziemlich weit vorn. Alsoo: Wer einen freundlichen Verleger kennt oder wen kennt, der einen kennt, sich verschafft oder in Umlauf bringt, sei gepriesen, wenn ich es erführe. Wenig hilfreich sind jetzt Zurufe, wie ich doch selbst eine Pappe rausbringe oder Adressen von Verlagen, zu denen kein Kontakt besteht. Okay, wenn jemand meint, da draußen gebe es einen, der das quasi veröffentlichen muss ... aber nur dann! [Was hast du getan, Trottel? Säzzer]

Ich tu' mal noch nen knappen Exposé dazu:

Das deutsche Narrativ

Der Text ist ein Versuch, möglichst kurz (er ließe sich auf ein Vielfaches ausweiten) eine Geschichte der Deutschen in ihrer Bundesrepublik darzustellen: das Selbstverständnis, wiederkehrende Elemente der großen Erzählung und ein Blick darauf, was dahintersteckt.

Zunächst wird versucht, das Wort „Narrativ“ zu erklären. Im Verlauf geht es dann um konkrete Teile der Erzählung: Wie die BRD aus dem Dritten Reich hervorging, wie in kürzester Zeit „Demokratie“ wurde, was kurz zuvor noch Nationalsozialismus war – mit demselben Personal; Ein Überblick über die Jahrzehnte von der Nachkriegszeit bis heute; die Geschichte eines Landes, das durch seinen Antikommunismus und seinen Wirtschaftsglauben zusammengehalten wird. Die großen politischen Ereignisse werden eingeordnet so wie der Weg von der „Sozialen Marktwirtschaft“ in den Neoliberalismus. Einen hohen Stellenwert wird die Auseinandersetzung mit dem Holocaust haben. Dieses und andere Themen finden sich nicht zuletzt in den großen Reden deutscher Politiker, von Konrad Adenauer über Philipp Jenninger bis hin zu Roman Herzog.

Im Hintergrund finden sich ungebrochene Traditionen und ideologische Momente, religiös wie politisch. Man kommt nicht umhin festzustellen, dass vor allem eine wirksame Auseinandersetzung mit dem Faschismus, seinen Wurzeln und seinen Hinterlassenschaften bis heute nicht stattgefunden hat.

Versuch macht kluch ...

 
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Mir wurde oft gesagt, ich beschäftigte mich hier zu oft mit unpolitischen Dingen wie "Fake News", dem "Narrativ" und Ähnlichem. Nun, es ist nicht nur so, dass ich versuche, die Welt aus vielen Perspektiven zu betrachten, sondern dass gerade diese Dinge ungemein politisch sind. Selbst das Radikalste, Extremste in Bezug auf ein System: die revolutionären Ansätze, funktionieren nicht ohne ein Narrativ und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Niemand wird den Umsturz proben, nur weil er die Schnauze voll hat. Im Gegenteil lassen sich viele Menschen ausbeuten, quälen, betrügen und unterdrücken, solange niemand ihnen eine sehr konkrete Alternative bietet. Das geht so weit, dass die Ordnung selbst verteidigt wird, sei sie noch so nachteilig, selbst also wenn sie dafür sorgt, dass Menschen zunehmend verarmen und entrechtet werden. Sie wird verteidigt von denen, die unter ihr leiden.

Krieg oder Schnupfen?

Die Krawalle in Hamburg sind en gutes Beispiel dafür. Es ist der völlig falsche Ansatz, hier 'gute Gründe' für Krawall zu verlangen. Die Einschätzung der Situation ist schon kaum möglich, weil die Propaganda, die darauf aufsetzt, ein Hinweis darauf ist, dass alle Beteiligten(!) diese Krawalle wollten. In Deutschland, einem unglaublich reichen Land, in dem die Massen weiter verarmen, während die Kanzlerin von "Vollbeschäftigung" faselt, kann ein solches Ereignis der überwältigenden Mehrheit als ein Angriff auf sie - die Bevölkerung - verkauft werden. Als könne man bald nicht mehr vor die Tür gehen.

Ein Blick in die Nachbarschaft rückt die Verhältnisse zurecht: Anlässlich des Nationalfeiertags brennen in Frankreich 900 Autos, und zwar nicht zum ersten Mal. Das ist dort bereits Folklore. Hier wäre die Bundeswehr ausgerückt, in ganz Deutschland hätte es Hamsterkäufe gegeben und es würden alle Abgeordneten der Linkspartei verhaftet. Dergleichen passiert drüben übrigens trotz schon jahrelangem "Notstand". Sie sind dort allerdings etwas weiter, was ihre Frustrierten und Abgehängten angeht.

Die hegt man so gut wie möglich ein und lebt mit regelmäßiger Randale. Was hier in lächerlicher Weise als "Krieg" beschrien wird, ist längst Standard in Europa. So ist das nämlich, wenn man Menschen benutzt oder als nutzlose Reserve vegetieren lässt. Aber nur keine Systemkritik, wir sind ja keine Kommunisten! Wir müssen gegen die Chaoten zusammenstehen. Es wird bereits überwacht in einem Maße, das die Stasi aussehen lässt wie einen Verein von Hobbypolitessen, aber das hilft nicht. Die stadtbekannten Terroristen lässt man trotzdem gewähren und randalierender Ausschuss ist damit auch nicht unter Kontrolle zu halten.

Sei, was du kaufst!

Was noch am besten funktioniert, ist die große Maschine, die unsere Wirklichkeiten in schöne dünne Scheiben schneidet. Auf der einen Seite wird das zerbröselnde Narrativ von den Verlagen und ihren nützlichen Idioten mit aller Härte ihrer Ignoranz weiter erzählt. Auf der anderen Seit werden wir mit ausgesuchten Infohäppchen versorgt; jeder nach seinem Profil, um alle zu gehorsamen Konsumenten abzurichten. Letztes Beispiel: Google News.

Was einmal eine Hoffnung war und eine Möglichkeit, einen gigantischen Fundus an Informationen jedermann zugänglich zu machen, ist zu einer Karikatur verkommen. Das Kapital hat die Suchmaschine zu einem verfolgungswütigen Verblödungsroboter umfunktioniert. Das deckt sich übrigens mit den Geschäftspraktiken des Konzerns. Was mir ein Vögelchen dazu flüstert, zieht einem die Schuhe aus. Sie haben nicht nur die Macht, sie nutzen sie. Sie wollen unser Produkt nicht? Och! Schöne Firma haben sie da; wäre doch schade, wenn die pleite ginge ...

Wir leben in einem riesigen Scheißhaufen, der permanent fröhlich durchgequirlt wird. Das ist sehr schwer zu ertragen, für die meisten schlicht unerträglich: Hier in meiner Ecke riecht es aber doch gar nicht so schlimm, und ich kenne eine, das ist es sogar noch sauber. Hauptsache, die Extremen kommen nicht an die Macht und machen alles noch schlimmer!

Wir brauchen Phantasie, um zu überleben. Ohne eine Vorstellung davon, wie es ganz anders ginge - für alle, nicht nur für diejenigen, die es noch nicht erwischt hat, geht es nicht weiter. Die Angst vor Veränderung lähmt. Vielleicht brauchen wir keine Politiker und Philosophen, sondern vor allem Künstler, um sie uns zu nehmen. Wir könnten sonst schon bald zu phantasielos sein, um aus unserer Filterwelt noch auszubrechen.

 
bb

Angela Merkel will also nicht die oben Genannte sein, oha. Das müssen russische Hacker gewesen sein. Warum? Weil es zuallererst ein Trojanischen Pferd ist. Mit einer vorgeblichen Meldung, die wie so oft keine ist, werden Messages verklappt, Anweisungen, wie man zu denken habe. Hätte jemand geschrieben, Angela Merkel wolle nicht erste Drachenhüterin am Hofe Arthurs sein, wäre das aufgefallen. Nicht so bei diesem anderen Tinnef.

Fangen wir mal mit der tauben Stelle ein, auf die sie seit siebzig Jahren einschlagen. Immer wieder dieselbe Stelle. Wer nicht irre wurde, hat dort Hornhaut. Freie Welt®. Ein Vehikel des Kalten Krieges. Hier frei, dort unfrei. Dort Kommunismus, hier Steaks und tolle Autos. Freie Welt. Damit kommen sie uns 2017 immer noch. Gehört eigentlich Saudi-Arabien schon dazu? Ist ja immerhin kein Kommunismus.

Wer nicht fragt ...

Okay, dann die "Führerin", eigentlich Führer. Kommen wir irgendwie nicht von los. Der Führer und Reichskanzler wurde bekanntlich ersetzt durch den President of the JU ES. Der war nicht mehr Führer von "morgen die ganze", dafür aber immerhin von "freie" Welt. Mächtig mächtig, den nehmen wir. Und natürlich die Steaks und die Autos. Janz kolossal! Demokratie ist, wenn die Welt einen Führer hat. Kennen wir, ist gebongt.

So, die Kanzlerin der Deutschen verzichtet also auf den Status. Frage wäre, wenn man sich überhaupt noch irgendetwas fragt, wie man eigentlich zu dem Titel kommt. Muss man etwas dafür können? Oder tun? Sein vielleicht? Kann man den kaufen? Kriegt man den verliehen? Braucht man einen Schein? Come on, das ist nur Journaille hier, die fragen nie was. Not their Job. Erinnert mich immer öfter an das tote Tier auf der Landstraße, über das jemand den Mittelstreifen lackiert hat. Wird sich gedacht haben: "Ich bin Mittelstreifenmaler, kein Tierbeseitiger!" und wäre auch ein guter Journalist.

Was sind wir doch bescheiden. Weltmeister reicht uns. Wir scheißen die Welt zu, frei oder nicht, mit Waffen und anderen Waren. Wir nehmen jede Währung, frei oder unfrei, gern auch Schuldscheine. Wer heute nicht bezahlen kann, zahlt halt morgen. Oder übermorgen, mit den üblichen Aufschlägen: Häfen, Flughäfen, Inseln; wir nehmen alles. Wir führen keine Welt, wir führen Buch. Frau Merkel ist unsere gute Mutti. Wer brav ist, hat nichts zu fürchten. Wer nicht, den holt die Schwarze Null. Der muss dann schon mal ohne Essen ins Bett. Mehr Führung braucht es für uns nicht.

 
sm

Wenn ein Europäer oder jemand aus einem Land, das Europäer besiedelt haben, einen Mord begeht, ist er ein Mörder. Wenn er mehrere Morde begeht, ist ein Serienmörder. Begeht er viele Morde auf einmal, ist er ein Amokläufer. Tötet er Familienmitglieder, ist das ein Familiendrama. Einige der Täter sind Geisteskranke. Andere sind suchtkrank oder verzweifelt. Manchmal ist einer traumatisiert, vielleicht ist es PTBS.

Wenn ein Muslim tötet, ist er Muslim. Er ist Terrorist oder begeht einen Ehrenmord. Er mordet, weil er Muslim ist, denn die sind böse, wollen das Böse und handeln aus Bosheit. Ihre fanatische Religion will es so. Sie sind Feinde. Wenn ein Moslem aus dem Krieg kommt, in dem Mitglieder seiner Familie oder Freunde getötet wurden, wenn er gelernt hat, dass der Westen der Feind ist, den man besiegen muss, indem man ihn tötet, ist er kein Soldat und kein Kranker; er ist Moslem.

Mit dem Teufel im Bunde

Wenn ein junger Deutscher sich dafür bezahlen lässt, in Syrien, Afghanistan, Somalia oder sonst wo auf der Welt Menschen zu töten oder dabei zu helfen, so ist er Soldat. Er kämpft für das Gute - Freiheit und sichere Handelswege. Er ist nicht Christ, nicht Mörder, nicht Terrorist oder Auftragskiller. Er ist Soldat, sonst nichts. Er dient in einem familienfreundlichen Unternehmen.

Du sollst nicht fragen, warum jemand tötet. Du sollst nicht fragen, was er erlebt hat, warum die Handlung für ihn einen Sinn oder Zweck erfüllt. Du sollst nicht fragen, in wessen Auftrag er handelt oder was dazu geführt hat. Wenn er einer von ihnen ist, erübrigt sich das. Wer da Fragen stellt, an Freund oder Feind zweifelt, ist ein Verräter. Sie sind Muslime. Sie radikalisieren sich im Internet und töten uns. Wir müssen sie bekämpfen, die Muslime und das Internet. Wir haben nichts zu verbergen.

Seit Jahren dasselbe Lied: Härtere Strafen, mehr Überwachung, weniger Freiheit (für die Freiheit, versteht sich), mehr Kriege (für den Frieden), mehr Bomben, mehr Tote. Sie oder wir. Wir sind die Guten. Wir töten, um uns zu verteidigen. Sie sind die Bösen, und deshalb töten sie uns. Der Krieg, den sie in unsere Städte bringen, kostet jedes Jahr Dutzende Tote, manchmal Hunderte. Der Krieg in ihren Städten ...

 
rl

Meine Tochter schaut Rülpsfilme. Die Bilder blieben mir erspart, aber ich hörte immer wieder minutenlanges Gerülpse. Es handelte sich dabei um die Serie "The Walking Dead", in der es ganz zeitgemäß um Zombieapokalypse geht. Meine Liebste Uena (die übrigens gern Geräuschespiele spielte) hatte vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass, wo früher Serien wie Star Strek eine glorreiche Zukunft illustrierten, heute Endzeit und eben Zombieapokalypse herrschen.

Unterhaltung, Film und Kunst scheinen gleichermaßen die Zukunft verloren zu haben oder zumindest aufgegeben. Sie löst sich nicht einmal auf in ungewinnbare Kämpfe gegen die zurückschlagende Natur oder losgelassene Technik; sie stürzt ins Bodenlose, Hoffnungslose, in ewige Verdammnis. Die Hölle auf Erden. Wie bereits erwähnt, ist das keine Nische, sondern der große Trend.

Gegen die Kapitulation

Auf der anderen Seite steht der ewige Widersacher der Kunst: verblödender Kitsch, der die Sinne benebelt und mithilfe dummer Klischees so etwas wie Zufriedenheit produziert. Es gibt Gut und Böse, Liebe und Hass; das Gute gewinnt und am Ende lockt der nächste heroische Kampf oder die Romanze ist perfekt. Kurzum war lange Zeit gute Laune in Film und Literatur ein deutliches Anzeichen für Kitsch. Erst die Kunst hielt aus, was das Leben ausmacht: Niederlagen, Schmerz, Elend und Tod, und zwar ohne jeden falschen Trost.

Es stellt sich daher die Frage, ob es in diesen Zeiten quasi kritisch ist, eine Perspektive in der Kunst zu entwickeln, die anders wäre als niederschmetternd. Kann es Kunst sein, muss Kunst vielleicht sogar danach trachten, eine lebenswerte Zukunft zu entwerfen? Schreit die lustvolle Liaison mit dem Untergang, die Kapitulation vor dem Elend, nach Widerstand - und zwar einem, der Zukunft als gute und schöne denkbar macht? Vielleicht ist diese Zeit eine Provokation, neue Narrative zu finden, Geschichten zu erzählen, die Hoffnung nähren, indem sie dem Zeitgeist trotzen. Etwas besseres als den wandelnden Tod wird man doch irgendwo finden?

 
ji

Bundesarchiv, B 145 Bild-F073603-0035 / Schaack, Lothar / CC-BY-SA 3.0

Am 10.11. 1988 hielt Bundestagspräsident Jenninger eine Rede zur Feierstunde im Bundestag, die ihn sein Amt kosten sollte. Drei Jahre nachdem die Rede Weizsäckers als Jahrhundertrede bejubelt worden war, erfuhr Jenninger, wie man in Deutschland nicht sprechen durfte. Was er formulierte, war freilich an Ungeschick schwer zu überbieten, da er seine indirekte Rede nicht ausdrücklich kenntlich gemacht hatte.

Sie entsprach in keiner Weise dem Kultus, mit dem der Holocaust im Land der Täter abgefeiert wird. Es ist Trauermiene anzulegen, die Opfer sind zu bedauern und es herrscht Schweigen zu der Frage, wer die Täter waren, warum sie es taten und was aus ihnen wurde. Als Einstieg hier eine der Phrasen, die dem untalentierten Redner anzurechnen sind:

Und was die Juden anging: Hatten sie sich nicht in der Vergangenheit doch eine Rolle angemaßt - so hieß es damals -, die ihnen nicht zukam? Mussten sie nicht endlich einmal Einschränkungen in Kauf nehmen? Hatten sie es nicht vielleicht sogar verdient. In ihre Schranken gewiesen zu werden?“

Wer denkt was

Jenninger wurde vorgeworfen, man könne das als sein Denken interpretieren, als Zustimmung zu nationalsozialistischem Gedankengut. Isoliert betrachtet, müsste man das wohl, aber im Zusammenhang verbietet sich dergleichen. Jenninger fuhr an der nämlichen Stelle fort:

Und vor allem: Entsprach die Propaganda - abgesehen von wilden, nicht ernst zu nehmenden Übertreibungen - nicht doch in wesentlichen Punkten eigenen Mutmaßungen und Überzeugungen?

Es ist zu ahnen, dass dieser Vorwurf an die Deutschen, das sei ihr Denken gewesen und sie hätten dem zugestimmt, das politische Kernproblem war. Kein Entrinnen, keine Ausrede wie die Weizsäckers, da habe eine kleine Bande von Mördern das ganze Volk missbraucht. Jenninger hat diesbezüglich Tacheles geredet:

Die zwangsweise Umsiedlung aller Juden […] wäre vermutlich auf Zustimmung gestoßen. [...] Wahr ist aber auch, dass jedermann um die Nürnberger Gesetze wusste [...] und dass die Deportationen in aller Öffentlichkeit vonstatten gingen. […] »Das Wesentliche wurde gewusst.« [...] Am Ende standen die Juden allein. Ihr Schicksal stieß auf Blindheit und Herzenskälte. [...] Viele ermöglichten durch ihre Gleichgültigkeit die Verbrechen. Viele wurden selbst zu Verbrechern.“

Die Deutschen und ihr Führer

Das ist im Rahmen des Narrativs das Unerhörte, der Skandal. Jenninger wich von der Linie des verführten Volkes ab. Er durchbrach den Burgfrieden zwischen den Funktionären aller Parteien, Fraktionen und Vereinigungen rechts von den Linksextremen. Hätte man diese Sicht der Dinge zugelassen, wäre man nicht umhin gekommen zu fragen, wo denn alle diese Verbrecher geblieben waren und wie aus der Überzeugung und der Zustimmung der Vielen so schnell eine demokratische Gesinnung werden konnte. Jenninger lieferte auch folgendes ab:

Die meisten Deutschen - und zwar aus allen Schichten: aus dem Bürgertum wie aus der Arbeiterschaft - dürften 1938 überzeugt gewesen sein, in Hitler den größten Staatsmann unserer Geschichte erblicken zu sollen.

Dies wurde Jenninger als Lobeshymne auf Hitler angekreidet. Tatsächlich durchbricht diese Ansicht das Narrativ von der Kluft zwischen der bösen Führung und den verführten Deutschen. Würde man das akzeptieren, sähe man die Blutspur, die aus dem Führerhauptquartier in die entlegensten Dörfer und wieder zurück führte. Es hätte bedeutet, andere Erklärungen zu finden und zu akzeptieren. Erklärungen, die kein Ende der Geschichte im Mai 1945 zugelassen hätten.

Eine der wichtigsten Kritikerinnen Jennigers war Marion Dönhoff, Herausgeberin der „Zeit“. Was sie ihm vorwarf:

Große Gefühle

Aber weder spricht er von dem Leid, das die Überlebenden und Hinterbliebenen empfinden, noch von der nie zu tilgenden Schande, die die Deutschen mit dem planmäßigen Mord an sechs Millionen Juden auf sich geladen haben. Der Redner hielt vielmehr ein deplaciertes pseudohistorisches Kolleg, in dem vor allem von den Deutschen vor und nach 1945 die Rede ist.

Was die Schande anbetrifft, war Jenninger hingegen sehr deutlich:
"An Auschwitz werden sich die Menschen bis an das Ende der Zeiten als eines Teils unserer deutschen Geschichte erinnern. Deshalb ist auch die Forderung sinnlos, mit der Vergangenheit endlich Schluss zu machen. Unsere Vergangenheit wird nicht ruhen, sie wird auch nicht vergehen."
Von den Deutschen zu reden, ist aber deplaziert. Dies ist ein Leitmotiv des Narrativs in Bezug auf den Holocaust, auf den Punkt gebracht. So will es das Regelwerk der großen Erzählung:

Er vermittelte keinerlei Empfindung. Da nützt es denn auch nichts, dass die Rede im Nachlesen weniger Emotionen auslöst. Es bleibt die Frage: Wie kann ein Politiker, der doch weiß, wie heikel dieses Thema ist, so bar jeden menschlichen Gefühls reden?

Es geht um Gefühle. Wärme. Eine heimelige Atmosphäre, in der gemeinsam der Opfer einer mythischen Macht gedacht wird und aus der man mit einem guten Gefühl nach Hause geht. Emotionen sind anzuregen, nicht Fragen. Es geht um ein Gemeinschaftsgefühl, nicht um Wissen. Gedenken soll kein "Kolleg" sein; es ist eine Heilige Messe.

 
bb

Quelle: Pixabay

Der Kampf um die Deutungshoheit hat mit der Jagd nach angeblichen "Fake News" die letzte Stufe erreicht: Die Manager des Narrativs versuchen, ihre schlicht absurde Weltsicht den Massen aufzuzwingen, während sie sich gleichzeitig als Instanz inszenieren, die neutral, objektiv und kritisch sei. Was sie dabei produzieren, ist so lächerlich, dass es die Erzählung "des Kaisers neue Kleider" locker in den Schatten stellt. Zwei aktuelle Beispiele:

Tina Hassel, eine der höchst dotierten "Journalistinnen" in Deutschland, wie ihresgleichen selbstverständlich Mitglied im Verein Atlantik-Brücke e.V., sollte doch eigentlich Englisch können und keine Schwierigkeiten damit haben, einen einzigen Satz korrekt zu übersetzen. Ihre Karriere folgte dem üblichen Muster; sie war wie viele Kollegen (u.a. Zamperoni und Kleber) zunächst US-Korrespondentin, um dann Chefredakteurin zu werden.

2 + 2 = 5

Der Satz, den sie ins Gegenteil übersetzt hat, ist nicht schwer zu verstehen. Wie kommt es dann, dass eine ehemalige US-Korrespondentin ihn so falsch übersetzt? Wie kommt es zudem, dass sie offenbar keinerlei Kenntnisse der aktuellen Entwicklung in den USA hat, denn auch das ist ja Voraussetzung für diese Fehlleistung? Nun, es ist nicht endgültig zu klären, aber ganz offenbar sieht Frau Hassel die Welt so, dass das passt. Gegen diesen Filter versagt jede Realitätsprüfung. Ausgrechent Hassel ist die Erklärbärin der Tagesschau zu Donald Trump.

Auf der anderen Seite grassieren derzeit sogenannte "Faktenchecks", die derselben Propaganda dienen. Michael Lüders haben sie derzeit besonders auf dem Kieker, weil dessen Analysen zu Syrien so gar nicht ins Konzept der Atlantiker passen. Die FAZ veröffentlicht ein überspezifisches Dementi* zu einem Satz von Lüders, und schon rollen die publizistischen Panzer, bis der Boulevard ihn endgültig abknallt und mit dem ganzen Schmutz der vermeintlichen Defintionsmacht bewirft.

Der ehemalige Journalismus befindet sich längst in einem Teufelskreis. Die aus einem immer engeren Kreis rekrutierten Bosse des Betriebs lassen ihr Weltbild verbreiten, das nun einmal nicht dem der Restbevölkerung entspricht. Diese erkennt zunehmend, dass sie einseitig informiert wird und bedient sich anderer Quellen. Diese Quellen wiederum werden aus derselben ideologischen Verblendung heraus zurückgewiesen und angegriffen, und zwar weiterhin mit dem Anspruch von Objektivität, der dabei zwangsläufig mit Füßen getreten wird.

Wir sind die Wahrheit

Am Ende werden alle Quellen, die nicht dem eigenen Weltbild entsprechen, niedergemacht, als "Fake News", "Verschwörungstheorie" oder gar "Hassbotschaften". Der Furor des ehemaligen Journalismus, der sich dabei zum Werkzeug politischer Kumpane macht, geht so weit, dass jeder Gegner um jeden Preis pathologisiert oder kriminalisiert wird. Wer nicht folgt, ist ein Verbrecher, der auch Hasskommentare und Drohbriefe schreibt. Dieser Feind muss verfolgt und bestraft werden. Wohlgemerkt ist das die unmittelbare Folge des Handelns derer, die sich ernsthaft als "kritische Journalisten" bezeichnen.

Diese Farce findet obendrein statt in einer Medienwelt, die zunehmend von der schieren Aufmerksamkeitsökonomie bestimmt wird. Die Alternative zu den Propagandisten ist leider eben nicht "das Netz", in dem sich Millionen tummeln, die leider auch nicht gelernt haben, das Hirn einzuschalten, ehe sie in die Tasten hauen. Es stellt sich die Frage, wie Information und Kritik überhaupt noch organisiert werden können. Bei aller Schadenfreude über das Scheitern der Talkshows bräuchten wir drigend Alternativen.

*Überspezifisches Dementi: Um von einer Sache abzulenken, wird ein kleiner Teil der Sache geleugnet.
Beispiel:
"Dort fahren Panzer auf."
Dementi: "Kein einziger Schuss wurde dort von einem Panzer abgegeben."
Damit ist dann eben nicht widerlegt, dass Panzer auffuhren.
Noch ein Beispiel hier.
Die FAZ schließt im Beispiel oben aus einem irrelevanten Detail, das nicht ganz korrekt wiedergegeben wurde, dass der ganze Bericht eine Falschmeldung sei.

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