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Bundesarchiv B 145 Bild-F041446-0036 / Reineke / CC-BY-SA 3.0

Nein, es geht nicht um Kandidatendarsteller wie Habeck oder irgendwas mit SPD. Es geht um solche, die den ersten Filter passieren. Solche, die Chancen haben - weil sie von der "Union" sind. Während "Einiges Russland" nur acht Jahre den Ministerpräsidenten und vier Jahre den Präsidenten stellte, hat die CDU bereits knapp 51 Jahre Kanzlerschaft hinter sich, davon die letzten 15, und schickt sich an, auch die nächsten vier zu amtieren. Und so weiter und so weiter.

Die anstehenden Wahlen zum Parteivorsitz entscheiden also auch über die nächste Kanzlerschaft. Zur Wahl stehen Röttgen, Merz und Laschet, und die schauen wir uns jetzt einmal kurz an. Beginnen wollen wir mit dem Verlierer aus dem Siegerland, Norbert Röttgen. Niemand ist so gestählt in Niederlagen, von der NRW-Wahl bis hin zum Ministeramt, aus dem er als Einziger in der Geschichte der Partei entlassen wurde - wohl nicht zuletzt auf Betreiben Horst Seehofers. Aua. Der Wähler kennt ihn auch als "Norbert Wer?". Können wir streichen.

Mäntel, Hüte, Bahnhof

Alle Sehnen schmerzen, derweil ich die Buchstabenfolge "Friedrich Merz" (Puh, geschafft!) tastatiere. Wer ihn nicht hasst, hat kein Herz. Von solchen Leuten gibt es einige mit sehr viel Einfluss, die ihn uns glatt bescheren könnten. Es wäre furchtbar, möglich, aber auch unwahrscheinlich. Allein die Konkurrenz spricht für ihn. Merz dürfte allerdings schwer führbar sein und ist mit seinen Ambitionen in der Partei schon in besseren Zeiten gescheitert. Als Kanzler würde er vermutlich den Scheuer Andi zum Wirtschafts- und Finanzminister machen, dessen legendären Verhandlungsgeschicks wegen.

Bleibt Armin Laschet, immerhin Ministerpräsident auf ehemaligem SPD-Territorium, das wiederum alle drei Kandidaten beheimatet. Laschet ist der perfekte Hut, den man halt auf einen Stock hängt, den dann jeder grüßen kann. Ein sicherer Kanzler und bei seinem Profil der ideale Trockenreifen. Problem: Zwar ist die nächste Wahl schon gelaufen, aber wenn dies und das schiefgeht, könnte bei der übernächsten ein kleines Grünes Männchen zur ernsthaften Konkurrenz heranwachsen. Ein übersichtliches Risiko, verwachsen talentfreie CDU-Chefs doch unerhört schnell mit ihren Amtssesseln.

Nun, da wäre allerdings noch ... der Söder Markus. Wenn er will, kriegt er den Job. Er würde auch sicher der erste CSU-Kanzler werden, wo seine Vorgänger Franz-Josef Strauß (Pitbull-Syndrom) und Äh..dmund "Bahnhof" Stoiber (Oderbruchlandung) noch scheiterten. Zudem: Als Baumliebhaber und Klimaschutz-Darsteller ist er jüngst durch seine Absage an Verbrennungsmotoren (Gruß an die Motorenwerke!) zum Wunschonkel Grüner Hybrid-SUV-Kunden avanciert. Er wäre ja töricht, seinen Hut nicht über den Ring zu stülpen. Und wäre das Personal nicht ohnehin irrelevant, er müsste nicht einmal ein schlechter sein.