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Während meine Mitschüler - ich war auf einer Gutenschule, nein, eben nicht einer guten Schule, sondern in einem Wort - (Wie ich dorthin kam, ist mir selbst nicht ganz klar. Mir wurde aber sehr schnell sehr deutlich gemacht, dass ich nicht dorthin gehörte.) - während die Anderen also mit ihren Reichtümern, teuren Klamotten, Weltreisen und Statussymbolen prahlten, blieb mir nur der Konter auf der Ebene, in die man sich nicht einkaufen kann. Je nach Charakter brachte mir das glühende Verachtung oder einen gewissen Respekt ein.

Was sie selbst (noch) nicht hatten, hatten die Eltern, klar. Es war Sommer, also ging es raus aufs Gewässer. Nicht jeder konnte mit einer elterlichen Yacht prahlen, aber irgend etwas Schwimmendes hatten alle, wenigstens ein kleines Motorboot.
"Und was für ein Boot habt ihr, Erdmann?", fragte mich einer der Verächter.
"Ein Hausverbot, du Wurst.", war die betont gelangweilt intonierte Antwort.

Pff ...

Ohne Zynismus geht es nirgends, schon gar nicht auf der Schule der Doktoren-und Aktionärskinder, die es nicht hat verhindern können, dass ein paar Asis beigemischt wurden, schon wegen der Charity; man kümmerte sich ja. Meist um ausreichend Abstand, gern auch um Mobbing, was aber, wie sich herausstellte, aus dem Lacostehemd gar nicht so einfach war. Die Überlegenheit der 'sozialen' Stellung litt obendrein enorm unter einem Mangel an Bildung und Intelligenz. Für letztere konnten sie ja nichts, aber so gar nichts aus dem ehemaligen Privileg zu machen, ist dann schon ärmlich.

Sie ließen mich in Ruhe; brachte ja nichts. Auf ihre Parties war ich nicht eingeladen; machte ja nichts. Ich wollte eh nicht hin und machte mir später mit ein paar anderen Aussätzigen den Spaß, einfach trotzdem hinzugehen. Es gab meist großzügige Getränkespenden, wenn wir nicht lange blieben.

Try harder

Niemand kann behaupten, ich hätte mich nicht um Völker-, äh, Klassenverständigung bemüht. Nur das mit den Regeln ging mir nicht so ein. Das war irgendwie nach Dynastie eingeteilt, ich hätte mir aber schon gar nicht merken können, welcher Vater die längere Yacht und den dickeren Porsche hatte, und mit zwei Krokodilen auf dem hässlichen Poloshirt war man schließlich auch nix Besseres.

Aus heutiger Sicht finde ich diese Form vom Diskriminierung geil. Wenn es sonst nichts gab, worüber man sich hätte amüsieren können, reichte die einfache Annäherung an ein Exemplar dieser Charge, die nicht mal wusste, wie das mit dem Dissen funktioniert. Eine Ahnung bekamen sie dann und wann, wenn sie versuchten, zu mir aufzuschauen, um eine wichtige Erfahrung zu machen: Arroganz sieht nur von unten so aus.