2020


 
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Es ist wohl so ziemlich egal, in welchen Zeiten man lebt, es sind immer wieder Sozialdemokraten, die alles, aber auch alles falsch machen, wenn man sie an ihren vorgeblichen Zielen misst, allen voran soziale Gerechtigkeit®. Tatsächlich waren es immer Kommunisten oder andere Revolutionäre, die soziale Fortschritte brachten, welche die Sozen dann jeweils für sich reklamierten.

Werden wir für einen Augenblick konkret: Ausgerechnet in einer Situation, in der selbst hartgesottene sog. "Konservative" oder "Liberale" zu klassischen staatssozialistischen Mitteln greifen, gelingt es der britischen Labour Party, endgültig einen Vorsitzenden rauszukanten, der annähernd links zu sein drohte. Er wird jetzt durch einen richtigen Politiker ersetzt, der sich "Sir" nennen darf. Glückwunsch, 'Labour'!

Von Anfang an waren Sozialdemokraten ein Bollwerk des Kapitals gegen die Kommunisten. Je stärker diese wurden, desto mehr Konzessionen hat das Kapital an die Arbeiterschaft gemacht und den Sozialdemokraten die Blutarbeit überlassen, sie von ihrem einzigen mächtigen Feind zu befreien. Es war Sozialdemokraten wie Ebert und Noske vorbehalten, Arbeiteraufstände zusammenschießen zu lassen, ohne damit der Revolution zum Sieg zu verhelfen. Niemand sonst wäre damit durchgekommen.

Wer kämpft für wen?

Sozen wie Wehner und Brandt wiederum haben den Kommunismus in Westdeutschland endgültig ausgerottet. 'Ihr' Lohn: Zugeständnisse an die Arbeiterschaft, eine Beteiligung an der Produktivität gar in Zeiten, in denen das Kapital sich das leisten konnte. Dumm nur, dass nach dem Untergang der Kommunisten in Ost und West kein Grund mehr bestand, auf die Interessen der Lohnabhängigen einzugehen.

Die ohnehin schon weichgespülten und korrupten Organisationen der Sozialdemokraten, die deutschen Gewerkschaften, machten bald anstatt für ihr Klientel zu streiten, selbst Politik für Profite. Die Partei ohnehin: Deregulierung, Lohndumping, Privatisierung, Hartz-Gesetze, 'schlanker' Staat und eine aggressive kapitalhörige Propaganda - alles, was die politische Rechte nie hätte durchsetzen können.

Was wir heute erleben von Sozialdemokraten in SPD, 'Linke' und 'Grünen', ist untertäniges Schweigen, dummes Geschwätz oder leere Phrasen, um hektisch dem Sachzwang folgenden Aktionen als "Politik" zu verkaufen. Oder eben noch blöder, indem staubige Versprechen zum Hundertsten aufgelegt werden. Ernsthaft Esken, "Vermögenssteuern" lösen jetzt irgendein Problem?

Zur Hölle oder ...

Niemand kann erwarten, dass eine dieser Pfeifen das Steinchen auch nur einen Meter nach vorn wirft oder radikale Veränderungen fordert, die ohnehin nicht zu vermeiden sind. Standhaft staatstragend reiten sie stattdessen den toten Gaul durch die Untiefen, in denen das überkommene Gesellschaftsmodell gerade versinkt. Das braucht kein Mensch mehr, und ich bin guten Mutes, dass es sehr bald ein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte sein wird.

Wer würde jetzt ernsthaft auf ausgerechnet diese Verräter hoffen, die dafür gesorgt haben, dass nicht nur am Gesundheitssystem gespart® wurde, sondern vor allem an allen Lohnabhängigen, denen wir das Nötigste und damit Wichtigste verdanken? Pflegerinnen, Erzieherinnen. Lieferanten, Hygienekräfte, Sanitäter, Wachleute, Verkäuferinnen, et cetera et cetera - sie werden gnadenlos ausgebeutet, schuften sich kaputt und haben nachher oft nicht einmal eine akzeptable Rente.

Dieses Proletariat muss sich wieder organisieren. Wir brauchen wieder Kommunisten, und sei es nur als Drohung - sie dürfen derweil gern klüger sein als die bornierten Leninisten des 20. Jahrhunderts. Wir brauchen Anarchisten, die dafür sorgen, dass Demokratie als Selbstbestimmung verwirklicht wird und nicht im Gemauschel korrupter Stellvertreter untergeht. Wir brauchen Menschen, die sich holen, was ihnen zusteht und sich nicht mehr sinnlos unter die Knute des Kapitals begeben.

 

Das ist eine Folge der Gesundheitspolitik der letzten Jahrzehnte. Man hat Pflegepersonal vor allem als Riesenkostenfaktor gesehen – und so die Menschen aus der Pflege rausgetrieben. (...)
Es gibt Krankenhäuser, die geführt werden wie Supermärkte ...

 

Hätten sie doch nur mal wen gefragt ...

 
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Ich bunkere jetzt. Nicht, was ihr denkt. So ähnlich, aber nicht, was ihr denkt. Bunkern kommt zuallererst mal von "Bunker", was dereinst ein Lagerraum für Kohle war. Nein, kein Tresor, ein Lagerraum. Auf einem Schiff. Für Kohle. Oder aber auch anderes, zumal wenn man das englische "bunk" hinzuzieht, eine ordinäre Kiste. Nicht was ihr denkt - Kohle, 'Bank', bunkern. Nicht das. Das Andere.

Warum tue ich das? Nun, erstens bin ich reich. An Geld. Das muss weg; ich warte doch nicht auf den Bank Run der Anderen. Jetzt mal kurz ganz ohne Scheiß: Ich habe neulich mit einem Gitarrendealer meines Vertrauens gesprochen, schon mal das Mitleid im Ton geübt von wegen, derzeit kauft ja keiner nix. Ja von wegen! Er meint, die Leute holen wie blöd "Kohle" (er meint jetzt das, was ihr meint) von der Bank und kaufen Gitarren. Weil die ja ... man fasst es nicht.

Der Trigger

Ich habe gestern ein wunderschönes Päckchen bekommen, also nicht das Päckchen selbst, das war halt so'n kleiner Pappkarton, mehrfach gebraucht. Aber was drin war: eine Rolle Klopapier (No shit, also ungebraucht!), selbstgeseifte Seife und ein Päckchen Reis. Ich habe mich sehr gefreut, und dabei kam mir die Idee - zum Bunkern. Mein Keller eignet sich hervorragend dafür.

Er kennt das nämlich noch aus der Zeit®; ihr wisst schon: die mit den Autobahnen. Gasdichte Tür und so. Ich habe da also mal sauber gemacht und die Gitarren runter getragen, Reis, Pappkacke, ach was, einfach alles, was man braucht für nen zünftigen Krieg: Knarren, Ammo, Helm, Breitbandanschluss, Fressalien, Whisky, Wodka, Rum, Bier, Kaffee, Kippen ... und schlafe da jetzt auch. Im Lagerraum. Seitdem hab ich total viel Platz in der Wohnung.

Das Startup

Tzia, was tun damit? Erst mal ein Ründchen Fußball gespielt (zweieinhalb Minuten; Bandscheibenvorfall, Zerrung, Schädelprellung). War nix. Nachbarn zur Party eingeladen. Wollte keiner kommen. Dann habe ich die Leere auf mich wirken lassen und meditiert, während mein Sodbrennen ganz im Einklang mit der neuen Akustik sphärische Klänge erzeugte. Und ... ha! Die Idee!

Rollläden runter, Sprühdose raus, Annonce: "Privater Lagerraum, billiger geht's nicht". Telefonnummer. Keine zehn Minuten später der erste Anruf, inzwischen ist der Laden gerammelt voll. Vor allem Kackpappe, Erbsensuppe, Ravioli, so'n Zeug, aber auch Bücher, Unterhaltungselektronik und sogar ein paar Gitarren. Ich meine: Billiger geht's wirklich nicht, oder? Alter, was für Idioten!

 
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Alle Jahre wieder muss ich auf den Verein Atlantikbrücke aufmerksam machen; aktuell, weil mir im Tagesspiegel Juliane Schäuble auf die Murmeln geht, dortselbst Politikchefin, ansonsten Tochter des Geld- und Kofferministers und selbstverständlich Mitglied. Die Liste ist nicht ganz aktuell; in der von Wikipedia findet man aber ausgerechnet Frau Schäuble nicht. Vielleicht kennt ja wer wen, der sich die Mühe gemacht hat, das zu aktualisieren.

Es muss sporadisch wiederholt werden, weil man sich sonst nicht erklären kann, warum wir ständig denselben Quatsch zu lesen und zu hören kriegen. Die Chinesen sind böse, lügen und haben alles falsch gemacht, und wenn sie uns helfen wollen, dann nur deswegen. Putin ist immer zweimal mehr böse, und wenn man ihm oder irgendeinem Russen, für die er ja alle persönlich verantwortlich ist, nicht am Zeuge flicken kann, dann eben, weil er sich sicher freut, wenn 'uns' was schadet.

Making of

Es gibt sie ja durchaus, die Wege, auf denen die Indoktrinatoren indoktriniert werden. Wer wissen will, warum die Spin-Doctors spinnen, sollte diese Strukturen kennen. Neben dem Atlantik-Brücke e.V. etwa das American Council on Germany, die Atlantische Initiative, die deutsche Atlantische Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Trilaterale Kommission, German Marshall Fund, European Council on Foreign Relations usf.. Diese sind wiederum mit anderen Lobbygruppen und Think Tanks vernetzt.

Hier lernt man sich kennen, da is ma Adabei, da ist man wichtig und gehört dazu, egal ob Politiker, Journalist oder Manager. Besonders interessant ist das "Young Leaders"-Programm. Hier werden Karrieren gemacht, parteiübergreifend. Dass die hier geformten Journalisten sich ernsthaft als 'kritisch' bezeichnen, zeugt von einem gewissen Humor. Was würde wohl ein Atlantiker über Putin schreiben, wenn die Tochter seines wichtigsten Parteifreundes und Mehrfachministers eine der einflussreichsten Journalistinnen Moskaus wäre und eine andere in einer wichtigen Funktion des Staatsfunks? Bei uns nennen sie das "unabhängig".

Siegt mal schön

Aktuell segelt ein bisschen unter dem Radar, dass Nordmazedonien das 30. NATO-Mitglied geworden ist. Dazu gibt es eine Handvoll Abschriften einer Agenturmeldung, in der sogar erwähnt wird, das die "rasante Osterweiterung" des Kriegsbündnisses Russland verärgert hat. Auch hier sei erinnert, dass die Unterstützung Syriens als "Putins Imperialismus" bezeichnet wird, während in Nahost ein Staat nach dem anderen von der NATO und ihren Verbündeten zerbombt wurde.

Während sich die Weltlage dramatisch verändert hat und die Prioritäten überall andere sind, während der Kapitalismus in einer der größten Krisen seiner Geschichte versinkt, sitzen an den Schreibtischen und in den Home-Offices der Massenmedien Dinosaurier, die immer und immer wieder dieselben Blätter durchkauen und die unappetitlichen Erzeugnisse stolz ihrem fliehenden Publikum präsentieren. Das kann dann wohl auch weg.

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Oder sollte man sagen, die Schießerei ist im Gange? Ich hatte bereits geäußert, dass es die Eigentumsordnung empfindlich trifft, wenn Mietern erlaubt wird, die Zahlungen auszusetzen. Wie man hat erwarten können, ist jetzt der Kampf der Starken gegen den Rest entbrannt, ausgerechnet an der Mietenfront.

Konzerne wie H&M, Deichmann und Adidas haben den Vermietern ihrer Immobilien mitgeteilt, dass sie ihre Mieten nicht zahlen. Warum machen wir das eigentlich nicht alle, und zwar dauerhaft? Nun, man kann uns dafür kündigen. Die Genannten und ihre Eigentümer hingegen werden so schnell nicht rausfliegen, weil die Vermieter dann erst recht Angst um ihren Umsatz haben.

Gerade angesichts solcher Modelle, in denen Immobilien von Konzernen verkauft und dann zurückgemietet werden, wird das ganze Geschacher und die gegenseitige Geiselnahme deutlich. Wem gehört eigentlich was, warum profitieren eigentlich immer dieselben und wieso sind das die Ersten, die es sich erlauben, ihrerseits der Zahlungsverpflichtung nicht nachzukommen? Weil sie sich das verdient haben mit der nobelpreiswürdigen Idee, drei Streifen auf einen Schuh zu kleben?

Dereguliert

Das ist ganz sicher kein moralisches Problem, wie uns das hilflose Statement der Bundesregierung suggerieren soll, in dem Vokabeln wie "unanständig" und "unsolidarisch" fallen. Ach, ist das sonst also anders - der Kapitalismus mithin solidarisch und anständig? Heißt es künftig "solidarische Marktwirtschaft"? Nein, Freunde, das ist das Original eures fairen Wettbewerbs®.

Aber es kommt noch dicker, das Dilemma ist nämlich total. Die Propaganda bläut uns seit Jahrzehnten ein, es dürfe keinesfalls eine ausgleichende Gerechtigkeit geben, das sei nämlich die böse Ergebnisgerechtigkeit®, die den dollen Wettbewerb® kaputtmacht und die heilige Eigenverantwortung®, und jetzt, wo die Konkurrenz offen ausbricht, soll das nicht mehr gelten?

Jetzt also soll (mal wieder, zuvor waren es ja die hungernden Banken) alles und jeder gerettet werden? Nein, dafür reicht nicht mal die große Konfettikanone. Also eben doch der Eine nicht, dafür der Andere, und weit breit ist kein Markt® in Sicht, der das regelt®. Es wird ein Massaker, und es hat bereits begonnen.

 
el

Blogger bei der Produktion von Trollen in einer russischen Fabrik

Fake News allerorten. Einer der Schlimmsten ist dieser "Kiezschreiber". Wie schreibt man eigentlich einen Kiez? Heute etwa dies hier:
"Die Waldarbeiter im Hunsrück tragen keine Holzfällerhemden." Was soll das? Ganz zufällig wird am Dorfrand hier der Wald seit Monaten von einer Firma aus Simmern untertunnelt.

Simmern ist die Kreisstadt des Rhein-Hunsrück-Kreises. "Kreisstadt" nennt man dort ein Dorf mit knapp 8000 Einwohnern. Hier an der Ruhr würde man gar nicht bemerken, wenn so etwas einem Parkplatz weichen würde, im Hunsrück hingegen wäre die Bevölkerung völlig orientierungslos.

Cui Bono?

Unter diesen Waldarbeitern sah ich bereits mehrere mit Holzfällerhemden bekleidete Exemplare. Nun kann der Herr aus dem Reich der Eischmeischdeischs behaupten, sie trügen diese nur außerhalb ihres Habitats, man sieht ihnen aber an, dass sie jeweils nur dieses eine Hemd besitzen.

Im Weiteren wird dort ironisch die Mondlandung als Faktum dargestellt, an dem wir also zweifeln sollen. Fragt sich doch: Cui bono? Warum werden uns solche Lügen aufgetischt, ausgerechnet in Zeiten, da es auf die Wahrheit ankäme? Von wem lässt der Mann sich schmieren? Wir bleiben dran!

JWD

Woanders lenken sie ab und tun mondän: Seit Tagen nur diese Spekulationen über einen Präsidentschaftskandidaten, der keiner ist: Joe Biden. Money Quote:
"Ein dementer Kandidat aus dem demokratischen Parteiestablishment wird es, sofern das mangelnde Management der Coronaviruskrise oder irgendeine Affäre Trump nicht zusetzen sollte, kaum mit dem bösen Clown aufnehmen können."

Das mangelnde Management dürfte Biden wohl zuerst zusetzen, ist er doch gesundheitlich ohenhin schon auf dem Weg in den Fahrstuhl. Dement und infiziert in einer Wahl, die gar nicht stattfindet. Wer schreibt über so etwas? Nun, jemand, der seiner Tastatur auch "Man muss kein Prophet sein", "man darf gespannt sein" und "Die Zeit wird zeigen" zumutet. Warte - das hat niemand getippt. Das ist eindeutig das Werk eines Putin-Bots. Erwischt!

Metameinungsbrei

Tzia, und das mit den Meinungen über Meinungen von Wissenschaftlern, das haben wir ja schon ausreichend belästert. Oder? Nun, man kann nicht überall Diskussionen mit Niveau führen und nimmt halt, was man kriegt. Der Betreiber des hiesigen Hauses hält es im Zweifel mit Arroganz und brutaler Selektion. Sonst wird das auch nix mit einer halbwegs amtlichen Sekte. Immerhin: Er hält sich für schlau und macht keinen Hehl draus.

In seriösen Medien stellt sich Seriosität hingegen schon dadurch her, dass man wen kennt, der einen zitieren kann, der es wissen soll. Bis hierher also kein Unterschied zu diesem Billigangebot aus der Nachbarschaft. Problem: Es ist zwar sympathisch, sich eingangs für zu doof zu erklären, die Texte von Experten zu verstehen und relevante Unterschiede zu erkennen. Deshalb aber wurde es auch nichts mit der Redaktionskarriere. Sieht man's wieder: Wer nichts wird, wird Blogger.

 
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Es gibt so einiges unter der Rubrik "Kollateralschaden", das sich in den letzten Jahren hier angesammelt hat; ich greife einmal etwas auf aus dem Artikel, der vor exakt fünf Jahren hier erschien und marschiere von da aus los in die Gegenwart. Es ging damals um faktische Lebensmittelknappheit auf dem Land. Deutschland.

Wir erinnern uns an die schlimmen Zustände in der DDR. Also eigentlich erinnern wir uns daran, was Guido Knopp und Peter Hintze uns dazu erzählt haben. Es gab ja nichts. Außer in Ost-Berlin vielleicht, weil da die ganzen Bonzen hausten. So ist das halt im Kommunismus, wo die Marktwirtschaft keine BMWs und I-Phones alloziert. Schlange stehen mussten sie und warten, bis sie dran waren. Grausam!

Diese Kommunisten ...

Das gibt es hier selbstverständlich nicht. Hier gibt es erst gar keinen Laden, in dem man sich anstellen kann. Gut für die Landbevölkerung, die sich so auch nicht zu nahe kommt. Wer jung ist und etwas taugt, zieht in die Stadt. Da kriegt er dann die schönen Produkte vom Land. Logisch. Man erwartet von ihm auch ganz konsequent, dass er ein Auto hat. Die gab es bei den Kommunisten gar nicht. Also höchstens alle zehn Jahre mal eins, das dann stank. Hier hast du eins, dann kannst du auch 50 km zur Arbeit fahren. Das ist deine Eigenverantwortung. Wenn du die nicht hast, gibt es kein Auto und kein Geld, also nix zu futtern. Kannst du ja eh nicht kaufen.

In der Stadt solltest du also wohnen. Oh, das ist natürlich auch nicht nur von Vorteil. Dort sind die Immobilien entsprechend wertvoll und du musst den Investoren dabei helfen, ihren Einsatz wieder einzuspielen. Das kostet ein bisschen mehr. Da kann man nichts machen. Wir stehen ja im internationalen Wettbewerb. Tzia, wenn du da nicht mitziehst, musst du zurück aufs Land. Zeig halt ein bisschen Einsatz und lass dich nicht so pampern!

Man könnte übrigens auch mit Bus und Bahn in die Stadt. Okay, ist auch nicht ganz billig, dafür fahren sie nicht so oft. Aber komfortabel sind sie, nicht so wie bei den Kommunisten. Bei den Kommunisten haben sie nichts zu tun und hängen den ganzen Tag beim Arzt rum. Deshalb haben sie auch so viele davon. So viele, dass sie jetzt ausschwärmen und uns mit ihrer Ideologie überziehen wollen, aber da sind wir gewappnet. Nachher bleiben die als Wirtschaftsflüchtlinge hier.

Freiheit!

In der nächsten Stunde lernen wir an dieser Stelle etwas über die plumpe Propaganda des Ostens, wo sie ihr Volk Jahrzehnte lang belogen und betrogen haben. Wir lernen über Staatsmedien drüben und über die Kritischen Medien der Fünften Gewalt hüben. Wie demokratisch es hier zugeht und die Meinungsfreiheit auf höchstem Niveau gepflegt wird. Doch, wirklich, es ist ein Fest. Ich freue mich schon darauf.

p.s.: Alle verlinkten Medienunternehmer findet ihr unter den "500 reichsten Deutschen". Siehe auch: "Tendenzschutz", ein Wort, das man sich nicht merken soll und das daher nicht sagt, was es bedeutet. Es könnte die Bevölkerung verunsichern.

 

Hört auf zu hamstern, ihr blöden Wichser!
 

Danke!

 
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Halten keinen Abstand: Proleten vor dem Eingreifen der Polizei

Ein bisschen Empörungsorgel für den Anfang, auch wenn ich mich aus Gründen der Vernunft nicht über dergleichen errege: Wenn zwei Proleten sich in der Stadt ein Autorennen liefern und ein Dritter kommt dabei zu Tode, werden die Honks wegen Mordes angeklagt, weil sie den Tod anderer billigend in Kauf nehmen. Was tun wir mit Reichen, die sich ein Beatmungsgerät in die Kammer stellen?

Was wir derzeit erleben, ist kein Ausnahmezustand. Es ist der Normalzustand, und zwar vor Ort, vergrößert und mit allen Konsequenzen. Diesmal kann der Weltmeister seine Probleme nicht exportieren und die Lösungen nicht billig importieren. Das Problem der Seuchenvorsorge wurde ins Nirwana exportiert. Das hat uns niemand abgenommen. Das Gros unserer Arbeitslosen finden wir in den ärmeren Ländern der Eurozone. Die Kranken und Toten unseres Luxus' rackern irgendwo auf Kaffeeplantagen und in Coltanminen. Das guckt man sich nicht abends im Fernsehen an.

völlig normal

Diejenigen, die ohnehin früher sterben, weil sie Unterschicht sind, weil sie arm sind, weil ihr Leben einfach nicht 'gesund' ist, stehen auch jetzt oben auf der Liste. Sind sie alt und arm, sieht es wirklich nicht gut aus. Seuchenvorsorge für alle war zu teuer. Gut, dass die Meisten, auf die es jetzt ankommt, keine Gehälter beziehen wie Anwälte, Werbefachleute, Manager oder Profisportler. Wir wären schon heute pleite.

Das System ist auch so hinüber. Die Neolibs werden das nie begreifen und hauen auch jetzt ihre dümmsten Sprüche raus; ich mag sie nicht einmal mehr zitieren. Andere werden kreativ: Helikoptergeld, Billionenbürgschaften, Mieten und Löhne aussetzen oder von der Zentralbank bezahlen lassen. Es wird nicht einmal mehr versucht, die Eigentumsordnung, laut INSM "Naturrecht", aufrecht zu erhalten. Sie erweist sich im Scheinwerferlicht als ungerecht, als tödlich gar. Das kann man nicht mehr retten, das muss weg.

Es reicht

Es dämmert den Menschen da draußen und vor allem drinnen. Ihre Quarantäne, ihre Pleite, ihre Sorgen, sind der Erfolg kapitalistischer Konkurrenz. Wer jetzt zu denen gehört, die Menschen retten und Notbetrieb aufrecht erhalten, denen sieht man die Erschöpfung an. Nicht einmal für Notzeiten haben wir genug von ihnen. Sie sind zu teuer. Wir werden sie auch danach nicht besser bezahlen. Wovon denn auch?

Zitat aus den Kommentaren:
"Diese aufgeblasenen BWLer werden es nicht kapieren: Es ist das Ende "angebotsorientierter Märkte", die den Leuten fußballfeldgroße Fernseher anbieten, obwohl gerade Atemmasken gebraucht würden.
Warum gibt es die nicht?
Die Herstellung hat sich nicht 'gelohnt'.
"
Keine weiteren Fragen.

 

In Deutschland zählt das Privateigentum, also die grundsätzliche Zuweisung dieser Herrschaft an den einzelnen Menschen, neben der Freiheit zu den Grundpfeilern der Verfassung.
Der Liberalismus leitet das Privateigentum aus dem Selbstbestimmungsrecht des Menschen und aus dem Naturrecht auf Selbsteigentum des Menschen an Leib und Leben sowie an den Früchten seiner Arbeit ab. Legitimationsgrund des privaten Eigentums ist also vor allem die persönliche Leistung.

                 Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
 

Am Anfang dieses Desasters funktionieren die Staaten noch ganz gut. Irgendwer muss ja das Seuchenmanagement übernehmen, und in den meisten klappt das. Was danach kommt, ist nicht vorhersagbar, und das liegt an der zentralen Funktion moderner Staaten: Dem Schutz des Eigentums und damit des Kapitals. Das wird vermutlich das wahre Desaster werden.

Es ist keine Überraschung, dass noch vor den Maßnahmen zum Ausbau von medizinischer Infrastruktur die Finanzminister aus der Dose sprangen und brav aufsagten, sie würden allen helfen, die etwas zu verlieren haben, also Konzernen, Gesellschaften, Aktienmärkten, Leistungsträgern. So weit noch das Ritual zur Beruhigung der scheuen Rehe und ihrer Gottheiten, der Märkte.

Systemrelevant

Zeigt sich jetzt allerdings: Erstens verkehrt sich binnen Wochen die zentrale Bedeutung des Wortes "systemrelevant". Dafür bekommen Hungerlöhner, die derzeit bis zur Erschöpfung rackern, nachmittags vereinzelt Applaus von der Bevölkerung. Ich kann euch nicht sagen wie froh ich bin, nicht mehr vollstationär zu arbeiten. Man macht es ja doch, lässt sich zum Dank eben bis auf die Knochen ausbeuten.

Derweil purzeln die Pleiten, auch diese Lawine nimmt erst Anlauf. Die Kleinen hört und sieht noch keiner, immerhin schon auffällig, wenn es eine Restaurantkette trifft, die Fluglinie sowieso. Was passiert da, was wird noch kommen? Nun, es wird gehobelt, das endet immer in Konzentrationsprozessen. Kriegsgewinnler werden die Reichen und Rücksichtslosen sein. Das ist kein moralisches Problem, sondern das systemische, von dem linke Zecken immer labern, wenn sie das K.-Wort sagen.

Wer am Ende noch steht, kauft den Rest für nen Appel und ein Ei. Man wird sie "Investoren" nennen, die Ausbeuter der Ausbeuter und ihnen danken, dass sie nicht woanders plündern gehen. Zudem erweist sich gerade, wie klug es doch ist, in Immobilien zu investieren. Die einen kassieren unverdrossen, die anderen mieten sich in den Konkurs oder die Privatinsolvenz. Geschützt wird nicht das Leben und nicht das Wohnen, sondern das Eigentum und damit der Anspruch auf Miete.

Weiter so

Es wird furchtbar werden - Staatsschulden ohne Ende, Sozialsysteme überlastet, an denen dann leider gespart werden muss. Ökonomischer Kahlschlag - es wird nicht gearbeitet, weil die Zahlen das nicht zulassen. Alles ist da: Ressourcen, Arbeitskraft, Bedarf. Kapitalismus aka Sozialemarktwirtschaft® schreibt aber vor, dass daraus nichts gemacht werden darf, weil jetzt alles dem Vermieter gehört, den Banken oder einer Konkurrenz, die damit keine mehr hat.

Schon vorab dreht das System weißglühend auf, um den schönen Kapitalismus zu retten, dem eine gute Vorbereitung auf Seuchen zu teuer war und dem schon Krankenhäuser für Normalverdiener ein Dorn im Auge waren. Die Alternative, ein Innehalten, ein Verstehen, ein Es-geht-so-nicht weiter, wird es nicht geben. Man will sich ja in der Krise nicht von Extremisten belehren lassen.

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