März 2019


 

"No Future" war unser Lebensmotto,
wir haben trotzdem freitags blaugemacht.

#punksnotdead

 
xx

Ist das nicht eine wunderbar grauenhafte Überschrift? So etwas muss man sich leisten können. Ich war eben in Früher® unterwegs, meinem Blogarchiv, bei dessen Lektüre mich so oft das Gefühl überkommt, unter all dem, was früher besser war, wäre auch meine Schreibe zu verorten. Ist aber gar nicht so. Kommentare zum politischen Tagesgeschäft und deren journalistische Begleitung sind oft einfach nur öde. Dennoch will ich heute wieder einmal einen Artikel würdigen.

Das ehemalige Magazin "Spiegel" stellt nämlich eine Frage, die richtige sogar an der richtigen Stelle. Sodann wird die ganze Chose in das Schwarze Loch der eigenen Geschwätzigkeit gezogen, das ich eben "Relotius-Singularität" nennen will. Was dabei herauskommt, ist ein Haufen Irrelevanz, der sich wie ein Verblödungs-Tsunami über den Leser ergießt.

Nicht wichtig

Es geht um die Pflege in Deutschland. Milena Hassenkamp fragt: "Oder sollte man nicht lieber die Arbeitsumstände so verbessern, dass auch Menschen in Deutschland den Job machen wollen? Mit einem besseren Gehalt? Oder geringerer Belastung?" und kommt zu dem Schluss: "Für Pflegekraft Anastasija stellen sich diese Fragen nicht." Damit ist das Thema also erledigt. Puh!

Was erfahren wir zum Komplex, wie ist die Sachlage, was die Argumente? Für die preiswürdige Topjournalistin folgende: Sie 'berichtet', wie das Wetter ist, wie Anastasija aussieht, wie sie sich schminkt, woher sie kommt, welche persönlichen Beziehungen sie pflegt, ihre Essgewohnheiten, bla bla BLA. Und eben, dass sie sich nicht fragt.

Vergessen Sie es!

Dafür antwortet eine angebliche Pflegedienstleiterin: "Wenn ich die Stellen nicht besetzen kann, werden die Arbeitsbedingungen schlechter ...". Die Arbeitsbedingungen werden also schlechter, wenn man nicht Lohndrücker einstellt, was dazu führt, dass die Arbeitsbedingungen schlechter werden. Da kann man nichts machen. Aber Anastasija interessiert das eh nicht, und die ist ja das Thema hier.

Angesichts solch erbärmlicher Propaganda wundere ich mich nicht, wenn Geistesgrößen mit vergleichbarer Kapazität den Schluss ziehen, man müsse sich gegen Ausländer wehren, die vom Merkel-Regime hergelockt werden, um den Volkskörper zu schwächen. Und überhaupt: Wer nicht für Anastasija ist, ist gegen Anastasija. Wie komme ich jetzt darauf? Worum geht es gerade? Moment, nur ein Werbespot, dann geht es weiter!

 

Logisch betrachtet, ist das Schlechteste extrem gut.

 
Wer das nicht versteht, hat lebenslänglich Kommentarverbot. säzzer

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