2018


 

Jemand, der wen kennt, den ich kenne, hat mit Sicherheit extrem brisante Informationen über jemanden, der wen kennt, der ihn kennt. Wenn ich jetzt bloß wüsste, wer das ist!

 
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Die Idee, sogenannte „Fachkräfte“ im Asylverfahren zu bevorzugen, ist aus Sicht der deutschen Wirtschaft sehr zu begrüßen. Auch die Konsequenz, mit der da vorgegangen wird, ist beachtlich. Während Flüchtlinge aus Kriegsgebieten abgeschoben werden, können Nützlinge bleiben. Das dahinter stehende Konzept ist auf mehreren Ebenen verzahnt und perfekt durchorganisiert.

Am Anfang der Verwertungskette steht die deutsche Wirtschaft® mit ihren Arbeitsplätzen® in der Rüstungsindustrie – einer der wenigen Wachstumsmärkte® unserer so wichtigen Exportindustrie. Um Waffen exportieren zu können, müssen sie gebraucht, mithin benutzt werden. Das klare Signal, an vielen Einsatzorten der Welt die Bundeswehr unter flexibler Auslegung des Grundgesetzes mit symbolischer Stärke auflaufen zu lassen, ist ein guter zweiter Schritt.

Volkseinkommen

Diese aktive Zustimmung zur robusten Politikerweiterung wird in der Welt verstanden, und die weniger verschämten Partner in NATO und Peripherie vertreten demgemäß ihre Interessen – wozu sie unsere Artikel erwerben; Schritt drei. Schritt vier besteht in der so gesicherten demographischen Aktivität. Fachkräfte® sehen sich bewogen, ihr Land zu verlassen.

Damit die so Ausgevolkten uns nicht umvolken®, muss bedarfsgerecht selektiert werden. Wo die hiesige Industrie im globalen Wettbewerb® aus Kostengründen ihren Teil zur Ausbildung von Fachkräften nur mangelhaft leisten kann, springen die Ausgevolkten ein, sofern sie ebenso ausgebildet sind.

Zukunft!

Da sie rechtlich nicht ganz den hiesigen Standards entsprechen, kann man sie bei voller Qualifikation halb bezahlen, wofür sie auch noch dankbar sind. Dies senkt den Lohndruck® im globalen Wettbewerb® ungemein und sorgt dafür, dass hiesige Gewerkschaften vernünftige Tarifabschlüsse® erzielen oder man gleich gar keine mehr braucht.

Win-win-win-win. Die Konservativen und Rechten, denen man so viel Flüchtlingsgedöns trotz der ganzen Vorteile schlecht verkaufen kann, bekommen derweil noch ein Sahnehäubchen: Nicht nur Rechte hat das Pack; auch Pflichten, die künftig in eine Allgemeine Dienstpflicht für junge Menschen münden wird. Das weitere Einsparungspotential im Bereich Lohnkosten® wird vor allem den Pflegemarkt entlasten, auf dem Lohnsteigerungen sonst unvermeidlich wären. So aber ist der Standort Deutschland endlich wieder zukunftsfähig®.

 

Ein System ist ein Ding, in dem die Strippen sich selber ziehen. Die Drecksäcke werden quasi automatisch an die freien Plätze geführt und die freien Plätze machen die Personen zu Drecksäcken.

 
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Was ist das für eine Welt, in der selbst die CIA schon wenige Wochen nach der sogenannten "Weltöffentlichkeit" herausfindet, dass ein gewisser Prinz eine nicht unerhebliche Position in der Befehlskette einnimmt, die zum Mord an einem gewissen Journalisten geführt hat? Unerhört, dass selbst der vielleicht größte (älteste, einflussreichste, alkoholstärkste, amerikanischste) Geheimdienst der Welt bei der Geheimhaltung versagt. Können die nicht wenigstens weiter so tun als ob? Wofür zahle ich Steuern?

"Lieber Tod als unbefugt" ist eines meiner Lieblingsmottos (Motti? Motosse? Mossos?), weswegen ich (jetzt wird er schon wieder anekdotisch, ja ist denn wirklich gar nichts los in der Welt?) einstens durch die Tür ging. „Onnbefoogten äst därr Zooträtt värrbooten“ war ihr Name. Es begab sich zum Anlasse eines Pink Floyd-Konzertes; ich war pünktlich zu Konzertbeginn in der Halle und diese Clowns fingen auf die Minute pünktlich an. Anstatt also kilometerweise Gänge und Ränge zu durchkämmen, öffnete ich und stand – sogar auf der richtigen Seite – direkt vor der Bühne.

Eine Frage der Substanz

Man musste dort nur die der versammelten Besucherschar zur Verfügung gestellte Luft ein Mal kräftig inhalieren und war stoned, was dem Genuss keineswegs abträglich war. Heute habe ich andere Probleme. Ich bin zwar durchaus auch befugt, vor allem aber Angehöriger. Angehöriger ist ein Scheißjob. Entweder bedeutet das soviel wie "hinterblieben" oder du bist eigentlich zu nah dran und musst trotzdem regeln. Das funktioniert am wenigsten, wenn du unter Empathie leidest, ebenfalls ein Zustand, der sich einem Mangel an Drogen verdankt.

Die sind derweil mitunter erschreckende Mittel des Terrors, nicht zuletzt, wenn man an die Freiheit des Willens glaubt oder andere humanistische Mythen. Wenn die Chemie in Unordnung gerät, ist Kahlschlag im Forsthaus zum Oberstübchen. Dessen Mobiliar wiederum kehrt bei Einwurf gewisser Drogen stundenweise spontan und vollständig zurück. Man weiß nicht, was man gruseliger finden soll: den erwünschten Effekt oder den Zustand 'ohne'.

Eines stimmt allemal nachdenklich: die illustrierte Gewissheit, dass von Persönlichkeit® wenig übrigbleibt, wenn ein Leck in der Pipeline die hormonelle Grundversorgung unterbricht. Ein weiterer Anlass, sein Zutrauen in das Konstrukt 'Mensch' nachhaltig zu hinterfragen.

 
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Nachdem meine Frau und mein bester Freund das Zeitliche gesegnet haben, leidet die mir am nächsten stehende Person derzeit unter einer Episode schwerer Depression. Der Puppenspieler, der hier den Säzzer tanzen lässt, taumelt demnach selbst über dem Abgrund, was nichts Neues ist. Mir scheint die Sonne aus dem Arsch, womit der Homestory genüge getan sei, aber es geht mir um das größere Bild:

Es ist nicht nur so, dass psychische Erkrankungen, vor allem Depression und 'Burnout', durch die gesellschaftlichen d.h. ökonomischen Bedingungen massenhaft verursacht und verstärkt werden. Stress, Leistungsdruck, Selbstdarstellung und Statusdenken halten alle und jeden unter permanentem Druck. Wer dem nicht mehr standhält, ist darauf getrimmt, sich selbst zu beschuldigen und seine Ängste gegen sich selbst zu wenden.

Versager, Parasit

Du hast versagt. Du bist nicht gut genug. Du bist ein Stück Dreck und hast dein Leben nicht verdient. Liegst anderen auf der Tasche, bist zu faul zum Aufstehen und lässt dich wochenlang krankschreiben, obwohl du gar nichts hast. Du bist genau der Typ Schmarotzer, für den Hartz IV erfunden wurde und lässt dich nicht einmal aktivieren®. Diese Gedankenwelt saugt ein Depressiver auf wie ein Schwamm.

Aber damit nicht genug. Der Kapitalismus hat die menschlichen Beziehungen schon auf der Ebene der permanenten Beurteilung zerstört. Seine Arbeitsteilung unter absoluter Priorität der Verwertung von Produktion und Dienstleistungen hat auch die Stützfunktionen im persönlichen Umfeld vernichtet. Wer hat Zeit für psychisch Angeschlagene? Wer kümmert sich um die, die es wirklich nötig haben? Dazu hat niemand die Zeit. Du kannst weder dem Arbeitgeber® noch der Behörde sagen, du müsstest gerade ein Leben retten. Da kann ja jeder kommen.

Was übrig bleibt, ist eine Infrastruktur von Fachleuten, bürokratisch verrammelt, für akut Erkrankte nicht zu bewältigen und personell so unterbesetzt, dass der Begriff "Versorgung" für psychisch Kranke purer Zynismus ist. Das wird gern übersehen in dieser Sklavengesellschaft mit ihren unsichtbaren Ketten: Es braucht keine Peitsche und keinen Galgen. Wer nicht spurt und funktioniert, richtet sich selbst.

 

Wie kann man von mir erwarten, dass ich die deutschen Fabriken wieder in Gang bringe, wenn man mir nicht erlaubt, Nazis und deutsche Kartelle einzusetzen?

 
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Mit Hans-Georg Maaßen hatten wir einen Chef beim Bundesverfassungsschutz, der nicht nur wie schon seine nationalsozialistischen Vorgänger außerhalb jeder Kontrolle Untergrundaktivitäten steuern und Verbrechen begehen durfte; wir hatten auch einen, der sich in obszöner Weise öffentlich damit brüstete und es obendrein für seine Aufgabe hielt, totalitäre Politik zu machen.

Man könne "all das machen, was man schon immer machen wollte, aber man ist straflos", so sein Vorstoß, um Verbrechernachwuchs für seine Behörde zu rekrutieren. Er bedrohte Journalisten, beriet Rechtsextreme und ließ zuletzt erkennen, dass er selbst paranoiden rechtsextremen Verschwörungstheorien anhängt, indem er "linksradikale Kräfte" in der SPD sehen wollte, die ihm übel mitspielten.

Chef der Pannen selbst panne

Letzteres, so soll es scheinen, war dann zu viel. Es darf aber auch vermutet werden, dass die Schwäche des ihn protegierenden Innenministers seine Entlassung auslöste. Wie dem auch sei - dass diese Person so handeln konnte, setzt den unfassbaren Skandalen von Wehrsportgruppe Hoffmann über Celler Loch, NPD, NSU bis hin zu Amri die Krone auf. Da macht einer buchstäblich, was er will, wozu unter anderem totalitäre rechtsextreme Politik gehört - als Chef des Verfassungsschutzes.

Die Person ist wie immer ein Symptom. Dass der VS zum Himmel stinkt, hat man lange vorher gewusst. Hier draußen muss man sich zwangsläufig fragen, wie das System funktioniert, in dem Politik einen solchen Sumpf nicht austrocknet und kommt ebenso zwangsläufig zu der Annahme, dass der VS Kompromat über jeden sammelt, der ihn ggf. kontrollieren könnte. Es scheint die blanke Angst der 'Demokraten' vor dem 'Schutz' zu herrschen.

Symptom beseitigt

Maaßen war als Chef des VS dafür verantwortlich, wie dieser arbeitet. Es muss also vermutet werden, dass der VS selbst verfassungsfeindlich operiert. Spätestens nach diesen Offenbarungen gehört der ganze Laden aufgelöst und sämtliche Aktivitäten der vergangenen Jahrzehnte überprüft. Das ergibt sich schon allein aus dem, was öffentlich bekannt ist.

Was machen derweil der Rohrkrepierer der Demokratie und die Vierte Gewalt des Profits? Bauen seinen Nachfolger Haldenwang zum "Anti-Maaßen" auf, um die Öffentlichkeit weiter ruhigzustellen. Als hätte sein Stellvertreter nichts gewusst, keinen Einfluss gehabt und könne den ganzen Mief neutralisieren, den der Misthaufen verbreitet, auf dem er selbst gewachsen ist. Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu wissen. Wie wird eigentlich das Wetter morgen?

 
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Jemand hatte eine Badewanne von achttausend Kubikmetern in einen Salzstock gebaut, um ein Proton zerfallen zu sehen. Perverse Sau. Offensichtlich war das aber zu sparsam, und es stellte sich inzwischen gar heraus, dass statt einer durchschnittlichen Zerfallszeit von 1,6 x 10 ³¹ Jahren wohl eher eine von zehn hoch sechsunddreißig angenommen werden muss. Das haben die so errechnet, um meine Tastatur zu überfordern. Nur deshalb!

Nun sieht das gar nicht nach dem großen Unterschied aus - 31 oder 36, aber das ist nochmal das Hunderttausendfache, was sich bei der Größe von Badewannen durchaus bemerkbar macht. Probiert das einfach mal zuhause aus und beobachtet, was das mit der Statik eures Hauses macht! Von mir habt ihr das aber nicht.

Wandrandunschärfe

Schon viel weniger kann große Wirkung entfalten - so etwa im Schwimmbad des Badezentrums meiner Heimatstadt. Dort durften einige Jahrzehnte lang keine Wettbewerbe durchgeführt werden, weil die Bahnen angeblich einen halben Zentimeter zu kurz waren. Dann stellte sich heraus, dass das nicht stimmte – oder hatte sich die Länge verändert? Es wurde dann saniert, seitdem sind aber die Hallenwände instabil.

Auf so einen halben Zentimeter gehen ja verdammt viele Protonen, und man fragt sich, ob das die gesuchten sind. Zerfallen einfach gesammelt und massenhaft in dieser Halle, um den Beckenrand zu manipulieren und schließlich die ganze Halle zu destabilisieren. Wissenschaftlich betrachtet ist das extrem unwahrscheinlich, was ja impliziert, dass es eben nicht unmöglich ist. Aus dieser Unschärfe des Verstandes wurde einst die Homöopathie geboren, die hier wüsste: Kein zerfallendes Proton ist wirksamer als ein zerfallendes Proton. Das Sprichwort stimmt also.

Kann es sein, frage ich den ungeborenen Physiker in mir, dass der Urknall durch einen mysteriösen Energieverlust ausgelöst wurde? Muss es nicht nachgerade so sein, da der zuvor quasi perfekte Zustand des Universums ein Energieniveau erfordert, dass alle Teilchen (die ja eigentlich Wellen sind) gleich macht und dass erst dessen Unterschreitung zum initialen Dingsbums führt? Hat die FDP demnach recht, dass Ungleichheit nämlich die Bedingung aller Existenz ist? Und durch welches Dorf rennt eigentlich die Sau, die das interessiert?

Eigentlich bin ich ein wenig deprimiert.

 
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Wenn ich an Friedrich Merz denke, wieso fällt mir das bezaubernde Wörtchen "Dreilochstute" ein, das sich einmal in die hiesige Kommentarspalte verlaufen hat? Wie dem auch sei - drei Eingänge werden im Kanzleramt nicht ausreichen, um all die Lobbyisten durchzuschleusen, die sich mithilfe dieses Netzwerknützlings dort einfinden werden, um sich nach dem Tafelsilber und den Möbeln die ganze Bude und den Spreebogen unter den Nagel zu reißen.

Das kann der Politik guttun. Das Blöde ist nur: Prognosen sind so schwierig. Kapital braucht Substanz, die sie verflüssigen kann. Wenn die Mütter und Omas schon verhökert sind, gräbt man halt die Leichen aus. Selbst wenn die erst einmal keiner haben will, kann man auf dem Geschäft zumindest verbriefte Anleihen aufsetzen und sie an die Börse bringen. Irgendwo muss die Kohle ja hin.

Da müssen wir durch

Widersprechen muss ich an dieser Stelle dem Kollegen vom Landkiez: Er hat recht bis zu der Stelle, wo er meint, Merz würde nach rechts rücken und die AfD überflüssig machen. Das hat die CSU schon nicht geschafft. Nein – er wäre der Hyperschröder mit den entsprechenden Folgen. Da Kapitalismuskritik in der deutschen Politik nicht vorkommt, wird der Feind im Dunkeln bleiben. Es können mithin nur die Aliens sein, die uns alles wegnehmen wollen: Kanaken und Kommunisten.

Die Frage ist ohnehin nur die, wie, wie schnell und auf welchem Weg das Kapital in seiner wieder einmal finalen Phase solche Flurschäden anrichtet, dass die Waldbewohner gezwungen sind, es zum Teufel zu jagen. Der kommt bekanntlich gern in Uniform und Schirmmütze persönlich gucken, ehe ihn wer zurück in die Hölle stürzt - sofern der Welt dieses Glück zuteil wird. Danach fängt man halt von vorn an.

Typen wie Merz halten den brutalsten Plünderern und den widerlichsten Despoten die Türen auf. Konkret hat er sich bereits bei allen angedient, deren Leidenschaft darin besteht, den Planeten aufzuteilen und alles, was darauf kreucht und fleucht, in Stückgut zu verwandeln. Er könnte die wohl ohnehin unaufhaltsame Entwicklung entsprechend beschleunigen. Wir wüssten dann halt ein wenig früher, ob es noch irgendetwas gibt, das widersteht. Schadet das?

 
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"Experten" - wo immer das dran steht, verbirgt sich Religion, Verkündung, Dogmatik, Unwucht und kognitive Steppenlandschaft. Heute habe ich mir mal zwei hierher gekarrt, die weder eingeladen waren noch kommen wollten, sondern ihren gesalbten Sachverstand ohne Widerstand nur genüsslich woanders verbreiten.

Der erste ist ein "Schlafmediziner" mit einer knallharten Meinung zur (künftig ausbleibenden) Zeitumstellung und die schlimmen Folgen einer dauerhaften Sommerzeit. Dafür gibt es schon satt Punkte hier - doof argumentiert und dann noch voll daneben, das zählt.

Zunächst wäre da die merkwürdige Verkettung, dass Schichtarbeit einen problematischen Schlafrhythmus nach sich zieht, dann ein hektischer Übergang zum "Jetlag", an den man sich gewöhne und dann schließlich Warnung vor dem Grauen der ewigen Sommerzeit - einen Zusammenhang sucht man vergeblich, aber das ist auch nicht nötig:

Und Gott schuf den Wecker

"Aber bei einer generellen Umstellung hat das ganz andere Auswirkungen, weil wir monatelang an unserem Schlaf sparen." Hä? Weil der "Licht-Dunkel"-Wechsel sich ändert? Das tut er so also nicht? Und "dann gehen die Kinder im Frühling und Herbst noch länger im Dunkeln zur Schule"? Da fehlt jetzt ja nicht nur der Winter, es fehlt vor allem an Verständnis, aber das ja schon gleich am Anfang:

"Alle Lebewesen auf dieser Erde leben in der „normalen“, von der Natur vorgegebenen Zeit - und das ist die Winterzeit." Wie denkwürdig bescheuert, denn die anderen "Lebewesen" haben weder Uhr noch Kalender, und so banal ist das wirklich. Hier liegt so eine Art Zeitfetisch vor, ähnlich dem Geldfetisch, weil der Experte davon ausgeht, dass die Welt eben so ist wie sie ist und schon immer so war.

Was aber würde wirklich geschehen? Käme es dazu und alles andere bliebe wie es ist, würde man wohl feststellen, dass die Anfangszeiten für Schule und Büro in Deutschland, dem Land manisch-bekloppter Frühaufsteher, wohl nachjustiert werden müssen - was der Experte am Ende sogar selbst andeutet. Denn das ist die eigentlich Message der Befragten, die Sommerzeit wollen: Ich will nicht so ewig früh auf der Matte stehen und trotzdem abends noch ein bisschen Licht genießen. Das ist machbar - wenn auch nicht in Deutschland.

Acrylamid macht glücklich

Auf den anderen Experten bin ich nur gestoßen, weil er so aggressiv annonciert wurde: Er sei ein "renommierter Lebensmittel-Experte". Oh, dachte ich, jetzt also auch bei Telepolis dieser Schwachsinn. Gibt es auch unrenommierte? Und siehe da, das 'Interview' ist dem gemäß - unter aller Sau. Es gibt keinen Millimeter Distanz zwischen Frager und Befragtem, beide steigern sich in eine Orgie der Einigkeit.

Die herrscht darüber, dass 'gesundes' Essen Tinnef ist, woraus folgt, dass Acrylamid harmlos sein muss, weil ja schon Neandertaler geröstet haben, und 'Bio' ist auch scheiße, was für Pussies und kein Stück besser als Genfood von Glyphosat getränkter toter Krume. Alles dasselbe, im Zweifel ist fett und verbrannt besser, weil lecker, und Broccoli schmeckt bitter.

Wenigstens Letzteres hätte sich der Fachexperte für Food-Lobbyismus verkneifen können, zeigt es doch nicht nur, dass seine Expertise sich in Industrie fördernden Klischees erschöpft, sondern er offenbar noch nie wem begegnet ist, der kochen kann. Vor allem nimmt es wunder, dass einer, der sich in Sachen Geschmack bereits als stocktaub erwiesen hat, im Gemüse plötzlich Bitterstoffe entdeckt.

Die Lösung wäre so einfach: Alles in der Friteuse ziehen lassen, bis der Lack dunkelblau glänzt und das Ganze in ein Kilo Schokolade einwickeln - lecker! Das hat uns damals auch nicht geschadet.

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