kapital


 
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Man täte gut daran, den Plan aufzugeben, etwas besonderes zu sein, ja, im Endeffekt sogar den, sich selbst (immer) gleich zu sein, denn das geht zwangsläufig schief. Das bedeutet ja keineswegs - im Gegensatz zu dem, was der (Neo-)Liberalismus einem weismachen will, man sei dann eine Art Produkt, das sich von allen anderen nicht mehr unterscheidet ("Gleichmacherei). Im Gegenteil: Eine Persönlichkeit ist nur in Abgrenzung zu anderen möglich, aber eben nicht permanent zu allen anderen, von denen man sich gefälligst abzuheben habe.

Das absurde Konstrukt des bürgerlichen Individuums verlangt von jedem Einzelnen, sich als Beste zu präsentieren. Es gibt nur Nummer Einsen. Stark, unabhängig, chic, eloquent, unbesiegbar und an jede Situation anpassungsfähig. Dabei zwingt der Alltag einen dazu, nur von Letzterem reichlich Gebrauch zu machen - nicht zuletzt, weil die allermeisten der vermeintlichen Superstars Befehlsempfänger sind. Ein Wunder, wie viele Menschen es noch immer schaffen, nicht wahnsinnig zu werden.

Stage Diving

Es wird suggeriert, der schlimmste Tod sei der, in der Masse, Menge, Gruppe unterzugehen und sich von den anderen nicht mehr zu unterscheiden. Dabei ist gerade das notwendig. Nicht nur um der Psyche Willen, sondern weil man sich nur in der Gruppe durch gemeinsames Erleben erfährt - sowohl als soziales Wesen als auch eventuell als jemand, der anders ist als die Anderen. Gleichzeitig lernt man, sich ggf. auch gegen eine Gruppe zu positionieren. Nur durch das 'Untergehen' im Kollektiv kann man aus diesem gelegentlich als Individuum auftauchen.

Das Selbst ist nicht ohne das Andere, und man wird, eingebunden in die Gruppe, auch erfahren, dass selbst das 'Selbst' variiert, dass die Gruppe womöglich stabiler ist und mehr Identität ermöglicht als ein 'Ich' - obwohl Gruppen sich ganz offensichtlich in stetigem Wandel befinden. Ich bin nur jemand als jemand von etwas; allein bin ich verloren. Gegen das schlummernde Bewusstsein dieses Umstands muss das bürgerliche Individuum aber ständig so tun, als sei es eben völlig unabhängig und lasse sich nur aus strategischen Gründen auf Kollektive ein. Wie grotesk!

Was bleibt, sind eben die Restfamilie und der Fußballverein, wobei selbst diese nach den üblichen Statuskriterien betrachtet werden. Die Alleinerziehende gilt ebenso als Asimutter wie Fußballfans als Primitive - es sei denn, sie firmieren in der Loge des Wurstfabrikanten. Somit total von seiner Spezies entfremdet, simuliert sich der postmoderne Halbirre als Fels in der Brandung, unveränderlich und unerschütterlich. Diese Kultur ist die exakte Perversion einer lebenswerten Gesellschaft.

 
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Die Vokabel "Klimaneutral" ist ein reines Propagandaprodukt. Um das zu erkennen, muss man den Begriff nicht einmal zerlegen, etwa in dem Sinne, dass er "Klima" sagt und "CO2" meint. Er ist durch und durch unsinnig, dadurch aber keineswegs unwirksam. Propaganda kommt bestens ohne Realität oder Logik zurecht.

Die Behauptung, die dahinter steckt, ist so einfach wie falsch: Wenn man Pflanzen verbrennt (bzw. Produkte aus Pflanzen - etwa sogenannter "Rapsdiesel" oder "Biogas"), gäben sie genau so viel CO2 ab wie sie zu vor aufgenommen hätten. Das kommt zwar für sich betrachtet ungefähr hin, unterschlägt aber schon, was mit Pflanzen geschieht, die man nicht verbrennt.

Es ist im Übrigen so, dass auch Kohle, Öl und Holz 'nur' das CO2 abgeben, das Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Der Unterschied liegt für jedermann ersichtlich darin, dass Pflanzen einen beträchtlichen Teil dessen, was sie an CO2 aufgenommen haben, normalerweise im Boden einlagern.

Meiner ist sauber

Das Problem der erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre beruht genau darauf, dass im Boden eingelagerter Kohlenstoff (Kohle und Öl) zusätzlich für Hausbrand, Industrie und Verkehr verbrannt wird. Er wird und wurde sehr viel schneller verbrannt als er in derselben Zeit hätte in neuen Bodenschichten gebunden werden können. Dies ist exakt dasselbe bei der zusätzlichen Oxidation von pflanzlichem Kohlenstoff für die genannten Zwecke.

Dass die Freisetzung von Megatonnen CO2 nicht "klimaneutral" sein kann, bloß weil das aus Frischgemüse kommt, liegt auf der Hand. Verschwiegen werden zudem die Schäden durch den gezielten Anbau von (oft genetisch veränderten) Spritpflanzen auf Flächen, die dazu dem Ökosystem entzogen werden.

Zu glauben, dieser Clusterfuck sei "klimaneutral", ist Ausdruck einer politischen Gesinnung. Das glaubt, wer es glauben will, weil es wie so viele Strategien zum ungehemmten Weitermachen eines freidrehenden Kapitalismus suggeriert, es sei alles in Ordnung mit dem Wachstum® - wenn der Familienpanzer nur mit dem richtigen Sprit Richtung Polen rollt.

 
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Der Mensch hat als soziales Wesen gegensätzliche Grundimpulse: Er möchte dazugehören, Teil einer Gemeinschaft sein und in dieser aufgehen. Anderseits sucht er aber auch Freiheit, möchte selbst bestimmen können, was er tut und lässt. Ein integrierter Mensch, der sich in seiner Umwelt sicher bewegt, weiß, dass er auf die anderen angewiesen ist und dass seine Freiheit erst durch den Rückhalt der Gemeinschaft möglich wird. er wird demnach Freiheit in Episoden genießen und ins Kollektiv zurückkehren.

Auf diese Weise gibt er einen Teil seines 'Ich' auf, um im 'Wir' sein Überleben und das der anderen zu sichern. Andererseits verlässt er das 'Wir', um sich als 'Ich' zu erleben und zu entwickeln. Mancher erlebt das Wagnis der Freiheit als eher bedrohlich und verbleibt lieber im Schutz der Gruppe, andere fühlen sich im Kollektiv eher eingeengt, aber immer muss dieses Verhältnis ausbalanciert werden. In verschiedenen Konstellationen hat sich der Mensch unter diesen Bedingungen über Jahrtausende entwickelt.

Draußen vor der Tür

Im ständiger Beziehung zur Gemeinschaft wird die zur Freiheit notwendige Entfremdung, das (sich) fremd Werden, auf soziale Weise gelöst. In einer Gesellschaft, die die Menschen vereinzelt und ihnen abverlangt, sich stetig als Individuum zu profilieren, wird diese Entfremdung zur Last, zu einer beständigen Belastung für die Psyche. Beides hat Folgen: Die Rolle als herausragendes Individuum muss ausgefüllt werden, gleichzeitig die vereinsamte Psyche irgendwie entlastet werden.

Das kapitalistische Narrativ hat nicht zufällig dafür eine Scheinlösung in petto, nämlich die schon erwähnte Strategie des 'Superhelden'. Gegen die verlorene Geborgenheit bietet er zum Tausch die Allmachtsphantasie an. Das absurde Ergebnis ist, dass jeder Einzelne eben der Größte ist, Herrscher über alles, sowieso über Leben und Tod, der jederzeit als Richter und Henker auftritt. In den Produkten der Kulturindustrie wurde derart das Massaker zur Alltagsstrategie, aus den Phantasien der Vereinzelten rinnt es als Getrolle in die 'sozialen Medien'.

Dieses Desaster zerstört unmittelbar Realität. Nicht nur führen die Festlegung auf unmöglich zu erfüllende Rollen und der Verlust der nötigen sozialen Geborgenheit (Deprivation) zu Realitätsverlust. Vielmehr wirkt das Ganze wie eine Umkehr der Entstehung des menschlichen Verstandes. Freud hat ausgeführt, dass Wirklichkeit erst entsteht, wo sich der Mensch der Halluzination verweigert und komplexe Lösungen für seine Bedürfnisse sucht. Heute sind wir an dem Punkt, wo eine einzige Halluzination an die Stelle sozialer Wirklichkeit tritt. Diese wird nicht verhandelt, sondern von einer unsichtbaren Macht produziert, ohne dass Verstand dabei eine relevante Rolle spielt.

einer geht noch ...

 
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Der kapitalistische Individualismus ist nicht bloß ein Mythos, er ist auch keine beliebige Herrschaftstechnik; in der Praxis geht er nahtlos von der Überbetonung der Einzelleistung und Vereinzelung über in Foltermethoden. Es war schon lange vor der Erfindung der Psychologie bekannt, dass Deprivation - der Entzug von emotionaler und körperlicher Zuwendung - Menschen krank macht.

Ideologisch hat sich die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft entschieden gegen die Kollektive sozialistischer Prägung aufgestellt. Für sie war und ist die Familie das einzig akzeptable und schützenswerte Kollektiv, die "Keimzelle der Gesellschaft". Ihr allein obliegt es, das Grundbedürfnis nach sozialer Bindung zu befriedigen. Kollektive wurden aus dieser Sicht entweder als Zwangsgemeinschaften zur "Gleichmacherei" aufgefasst oder gleich ("Kommune") als Keimzelle des Terrors.

'Familie'

Die bürgerliche Familie ließ freilich nichts übrig von ihrem Versprechen. Schon die Reduktion auf die Kleinfamilie hat sie als System überlastet; in Zeiten, in denen beide Eltern arbeiten sollen, bleibt davon weniger als nichts. Die staatlichen Kollektive, in denen Kinder daher aufwachsen - Kindergärten und Schulen - setzen derweil auf Konkurrenz und Individualismus. Ehrgeizige Eltern steigern das noch, indem sie ihre Kinder zu Leistungsrobotern und Superstars formen wollen.

Dies erzeugt nicht nur massenhaft psychische Störungen, es führte auch zu einer Erzählung, die den Bürgerkindern quasi vom ersten Tag eingetrichtert wird: Du bist der Mittelpunkt der Welt. Du bist besser als alle anderen. Wo das nicht so ist, müssen die Regeln so angepasst werden, dass du es doch bist.

Out There Alone

Dies ist die kurze Skizze der Grusel-Dystopie "There is no such thing as society". Sie ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, die Zerstörung der Gesellschaft als solcher, die die Zerstörung der menschlichen Psyche als Einheit nach sich zieht. Der natürliche Drang, dazugehören zu wollen, wird in einem grausamen Experiment ersetzt durch den wahnhaften Zwang, Erster zu sein - und damit einsam.

Die menschliche Psyche, um ihr "Ich" herum konstruiert, ist auf das 'Wir' angewiesen, auf Kollektivsubjekte, in denen es aufgehen kann. Es weiß sich als Teil der Welt und als Teil der Gemeinschaft, der sozialen Welt. Trainiert wird es aber darauf, dass die Welt in Teilen den Menschen gehört. Die Bindung zwischen Welt und Mensch ist der Kauf, der Tausch, der Erwerb für einen Preis. Eigentum ist die Essenz dieser Beziehungen. Zuneigung, Liebe, Geborgenheit sind nicht konvertibel und daher wertlos.

Hamsterrad

Der Rest an Zwischenmenschlichkeit in diesem Konstrukt ist eben die Konkurrenz, in der es darum geht, wie viel Welt den Einzelnen jeweils gehört. Das Maximum an Gemeinschaft in dieser Sphäre ist die Koalition, die kurzfristige Verbindung von Einzelinteressen. Zur Versorgung der natürlichen Bedürfnisse bleibt eine völlig überforderte Zweierbeziehung, die im Kern die Funktion der Großfamilie ersetzt. Eventuell entstehen dabei Kinder, die, siehe oben, passend gemacht werden.

Die Selbstbeziehung der Individuen in dieser Mühle pendelt zwischen Größenwahn, Einsamkeit, Anpassungsdruck und Orientierungslosigkeit. Immer wieder erweist sich die Anpassungsfähigkeit der Menschen hier als faszinierend flexibel. Die ungemein dämliche Geschichte vom Helden und Einzelkämpfer, der sich in der besten aller Welten täglich beweist, läuft noch in fast jedem Hirn als Film in Endlosschleife - bis der Film halt reißt. Am besten, man gibt den Menschen gar nicht erst die Zeit nachzudenken. Das nämlich ist häufig der Anfang vom Ende.

wird fortgesetzt

 
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Während der Kollege Sokolowsky sich dankenswert wieder in die Niederungen der Tagespolitik begibt, ist mir das wie meist zu eklig, weshalb ich es mal wieder kompliziert mache. Es wird hier in einigen kommenden Artikeln um einen Komplex gehen, der den Rahmen abgibt auch für die Dekadenz sog. "Demokratie". Diese scheitert an vielem, unter anderen auch am Individualismus, der großen Illusion der 'Liberalen'.

Ich möchte mich dem Problem von vielen Seiten nähern, heute eben von der des 'Individuums', auch bekannt als "Ich", "Persönlichkeit" und unter anderen Pseudonymen, von denen mein liebstes "der Mensch" ist. Ihr kennt bereits meine Mission, mit dem großen Irrtum aufzuräumen, ein 'Mensch' sei mit seinem 'Willen' für das verantwortlich, was da draußen passiert. Ich gedenke, das in Grund und Boden zu argumentieren.

Ich denke, ich bin

Konkret möchte ich heute einmal darauf hinweisen, wie konstruiert ein jeder von uns ist, und dass wir bei näherem Hinsehen als Person verschwinden. "Individuum"? Unteilbar wie das Atom, von dem wir längst wissen, dass es (neben Elektronen, deren Ort man nicht einmal genau bestimmen kann) aus Nukleonen besteht, die sich wiederum aus Quarks zusammensetzen, woraus u.a. folgt, dass Materie eigentlich nur eine Konstellation von Energie ist. Im "Ich" sieht es ähnlich 'unteilbar' aus.

Wer einmal eine Episode eines psychisch Kranken erlebt hat, weiß, wie zerbrechlich eine 'Persönlichkeit' ist. Wenn das 'gesunde' Spiel von Neurotransmittern erheblich gestört wird, verschwindet beinahe alles, was die betroffene Person ausmacht. Man kann das jetzt als Extrem betrachten, als Ausnahme von der Regel, das würde aber schon leugnen, dass es weniger extreme Zustände gibt, in denen ich mich von mir auch erheblich unterscheide.

Unteilbar?

Sowohl sogenannte "Launen" als auch der Einfluss von Gruppen bzw. Rollen oder die Entwicklung einer Person durch die Zeit lassen oft ein Wiedererkennen kaum zu, geschweige denn wäre es haltbar, irgendwen als unveränderlich zu betrachten. Insofern ist das 'Ich' in mir getragen von einer großen Suggestion. Ich bin, was ich zu sein glaube, solange ich es eben glaube. Im Grunde allerdings nur für mich.

Persönlichkeit ist eine eher fluide Komposition - ein Stück, dass man nicht nur unterschiedlich aufführen kann, sondern dessen Text sich auch ständig ändert. Das hat es, wohl keineswegs zufällig, mit sogenannten "Narrativen" gemein. Man kann Persönlichkeit durchaus als Erzählung beschreiben. Darin liegt ein Problem, das uns aktuell um die Ohren fliegt.

Einsam am Markt

Die Bürgerliche Gesellschaft basiert auf der Vorstellung eines souveränen Individuums mit 'freiem Willen'. Die Wirklichkeit hat diese Konstruktion überfordert, widerlegt und der Beliebigkeit preisgegeben. Mit ihr waren 'Werte' wie Ehre, Wahrhaftigkeit und Verantwortung verbunden, derer sich konsequent vor allem die Eliten entledigt haben und diejenigen, deren Aufgabe es wäre, durch Kritik und Prüfung das Konstrukt zusammen zu halten.

Dies ist auch das Ergebnis einer freidrehenden Vereinzelung, für die es viele Gründe gibt. Sie war möglich, weil der Kapitalismus mit seiner politischen Vertretung sich Kollektive als solche zum Feind gemacht hat. Das Aufgehen der Interessen Einzelner in Gruppen, die Organisation sozialer Interessen, eben als solche von Gruppen bis hin zu denen der gesamten Menschheit, wurde geopfert: dem Markt, den Einzelinteressen, dem Individualismus.

Insofern kann der Mensch sich überhaupt nicht mehr als Mensch erleben, wo er eben ohnehin ein Konstrukt ist, das obendrein einem abstrakten "Humanismus" huldigen soll, der aber bloß keinen Bezug zu Kollektiven haben soll. 'Der 'Mensch' ist in diesem Irrsinn eine Art Essenz aller Vereinzelten, die göttliche Summe der Einzelinteressen, aus denen sich irgendwie das Gute und Wahre ableiten soll. Das Nähere regelt dann der Markt.

Fortsetzung folgt

 
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Zurecht hat der deutsche Außneministern Russlands Machthaber Putin scharf für die Menschenrechtssituation in dessen Reich kritisiert. Insbesondere die Verhaftung und Abschiebung kritischer Journalisten wirft ein deutliches Licht auf das Regime und seine Methoden.

Demonstranten werden in Schnellverfahren verurteilt; die anwaltliche Vertretung der Beschuldigten ist eine Farce, die nur dazu dient, ihnen eine effektive Verteidigung zu verweigern. Derweil wird das Volk aufgehetzt gegen alle, die ihr demokratisches Recht auf Protest wahrnehmen wollen. Diese werden als militante Chaoten dargestellt, vor denen man Angst haben müsse.

Methoden einer Diktatur

Bei ähnlichen Veranstaltungen hat Putin bereits gezeigt, dass er auch vor Stasi-Methoden nicht zurückschreckt. Hier reichte schon der "Verdacht auf Vorbereitung" angeblicher Gewalttaten, um Hunde auf Demonstranten loslassen zu können, denen die politische Polizei zuvor Geruchsproben entnommen hatte.

Einschüchterung, willkürliche Verhaftungen, Schauprozesse ohne anwaltliche Vertretung, Staatspropaganda, um Angst gegen die eigenen Landsleute zu schüren, und alle heimischen Medien machen mit. Ausländische Medien werden derweil an der Arbeit gehindert oder zumindest diskreditiert. Wer bedient sich solcher Methoden?

Die Putins der G7 treffen sich jährlich, um im Rahmen ihrer Gespräche zur Koordinierung der Interessen des Kapitals ihre Macht zu demonstrieren. Sie lassen sich eine Stadt oder zwei absperren, werfen das Volk raus, verhaften jeden, der ihre Gemütlichkeit zu stören sich anschickt und hauen nach dem Abräumen des Büffets wieder ab in ihre Regierungsbunker. Das ist gelebte Parlamentarische Demokratie®; so sieht sie aus, dafür ist sie da. Der mündige Bürger kann sie nach freiem Willen wählen oder bestätigen. Das ist seine Freiheit.

 
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Quelle: Pixabay

Soll ich mich noch ärgern? Da schreibt einer einen fast brauchbaren Artikel zur 'Digitalisierung', erwähnt gar Marx und versucht sich an Kollektiv-Strukturen in der Ökonomie und endet doch als erbärmlich sozialdemokratischer Bettvorleger. Es ist das System, das System, das System. Marx hat das erkannt, und wenn man sich schon vermeintlich auf ihn beruft, ist es ein Armutszeugnis, derart dahinter zurück zu fallen.

Man kann nicht in ein vorhandenes System einfach mal etwas einbauen, das ihm zuwider läuft. Das würde das ganze System ändern und eben nicht nur die Spielecke, in der man das versucht. Beispiele:

"Das ökonomische Geschehen sollte in der Tat möglichst weitgehend dem Zugriff des Großkapitals entzogen werden, außer in solchen Bereichen, in denen kapitalintensive Produktion oder auch Forschung noch sinnvoll möglich ist."

Raffendes Kapital

Aargh. Das ist so butterweich, formlos und halbgedacht, da krieg' ich Puls. Was ist "möglichst weitgehend"? Kann ich euch sagen: Gar nicht. Aber wenn man da anderer Meinung ist, dann sollte man das bitte durchdeklinieren. Läuft dann aber genau darauf hinaus. Zweitens: Was ist "Großkapital"? Die Juden? Kapital ist Kapital ist Kapital. Das will sich vermehren. Zitiert Marx und rafft das nicht. Was bedeutet demnach "Zugriff"? Entweder gibt es Privateigentum oder es gibt keins. Und wenn es welches gibt, dann kann man Betriebe auch kaufen. Wer das einhegen® will, möge sich bitte Theorie und Praxis sog. "Kartellämter" anschauen. Die verhindern nicht mal das Ärgste.

"Dabei sollte man eigentlich hoffen dürfen, dass die Vertreter der Industrie und des Großkapitals, die ja selbst wie auch deren Kinder in keiner anderen Welt als auf diesem unserem Heimatplaneten leben können, an der Mitwirkung an einer alle Interessen vereinigenden nachhaltigen Lösung früher oder später selber Interesse finden."

Ja genau. Die müssen nur wollen. IT'S THE SYSTEM, STUPID! (Habe ich jemals geschrien an der Stelle? Irgendwannn ist aber auch mal gut.) Es ist egal, was die Juden das Großkapital®, irgendwelche Milliardäre und Mogule wollen. Wenn man die alle morgen entsorgt, ändert sich was? Exakt: Gar nichts. Dann noch den hier:

"Aber wenn diese Fabriken "kollektiviert" sind, können sie erstens den Kostenvorteil der menschenleeren Fabrik als Preissenkung voll an die Konsumenten weiterreichen
(...)"

Ein bisschen Sozialismus

Dieser Spezialexperte denkt im Ernst, man kann die Welt auffen Kopp stellen, verstaatlichen, enteignen, rumwurschteln, aber sonst ändert sich nix, das heißt: die Marktmechanismen®, hier Preise, funktionierten dann noch tadellos. Siehe oben, so funktionieren Systeme eben nicht. Dass die olle Sozen-Kamelle, man müsste nur, und zwar enteignen, hier aufgelegt wird, kann ich ebenfalls nicht übersehen. Clusterfuck: Sie würden das nie tun, sie haben das nie getan und sie verschwinden gerade aus der politischen Landschaft. Niemand würde das tun, zumal niemand die Macht hat.

Puls krieg ich da. Puls und Hals. Eigentlich wollte ich Ähnliches über das Getue rund um "Fry Daisies for Future" zu Protokoll geben. Da wird eine nicht mehr verstaubte, sondern schon eingeäscherte 'Diskussion' um "Verbote" geführt und lustig um den unsichtbaren Elefanten getanzt. Da wird eingehegt, als wäre Willy Brandt nie gestorben. Es ist zum Davonsegeln.

 
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Er ist dick, trägt einen weißen Bart, rote Klamotten und einen Sack auf dem Rücken. Was ist das? Richtig: Der Komparse von Coca-Cola. Millionen halten ihn dennoch für den "Weihnachtsmann". So ist das mit der Mythologie. Wenn man nicht fest an sie glaubt, fällt sie der Lächerlichkeit anheim.

So ist das auch mit der Computertechnik. Es ist völlig egal, welchen Buzz aus dem großen Bingo man den Leuten um die Ohren haut, es ist großes Raunen, mächtige Magie und Uiuiui. Die es besser wissen, spricht man nicht an. Denen haut man damit nur seit Jahrzehnten immer auf dieselbe Stelle. Cyber, Cyber! Blockchain! Hacker! Digitalisismusifizierung, Kaa Iih! Es ist exakt dasselbe wie Abrakadabra oder lateinische Messen. Auf die Knie, staunen, Fresse halten - oder mitsingen!

Was wir wissen

Was ist KI®? In der Regel das Füttern von Datenbanken, selektive Abfragen und Analyse der Resultate - ggf. in Endlosschleife. Ich will mich heute einmal mit letzteren befassen. EDV-gestützte Prozesse führen zu Ergebnissen. Diese werden publizistisch als 'Wahrheit' verbreitet. Kaum jemand kann das kontrollieren, widerlegen oder bestätigen. Wer also die Macht hat, Resultate zu erzeugen und zu verbreiten, bestimmt den Dikurs. Dies ist völlig unabhängig davon, ob das der größte Stuss ist oder seriöse Wissenschaft.

Ein ganz wunderbarer Nebeneffekt - je nach Blickwinkel auch der Zweck der Übung - ist wie an allen Ecken und Enden des Problems die Intransparenz des Verfahrens. Am besten (auch hier reicht wieder die Behauptung) man beruft sich auf Machine Learning® oder Deep Learning®, dann hat die Magie der Maschine unwiderruflich entschieden. Wie immer ist niemand verantwortlich und der quasi göttliche Ratschluss unergründlich. Wie ausgesprochen praktisch!

Was ihr wissen sollt

Was wir also derzeit unter dem Etikett "KI" erleben, ist eine Steigerung der Prostitution, die in den Wissenschaften zu demselben Rückfall in religiöse Strukturen geführt hat, nur dass das KI-Gebrabbel von Anfang an eng mit PR verwoben ist. Man muss es halt glauben oder nicht. So wie das Publikum in wissenschaftlichen Angelegenheiten überfordert ist, immerhin aber noch theoretisch beurteilen kann, ob eine Veröffentlichung seriös ist, findet 'KI' gleich in der Black Box statt.

Tatsächlich ist es daher wesentlich preisgünstiger, die Nutzung aktueller Datentechnik lediglich zu behaupten, wenn es um die Ergebnisse sog. "Studien" geht. Der publizistische Clusterfuck ist garantiert; seriöse wissenschaftliche Falsifizierung? Die wird eh meist schon in der Fragestellung abgehängt. So weist man flugs mit 'KI' nach, wer ein Krimineller ist, wer schwul oder lesbisch - anhand der Gesichtsform! Alles bereits von KI® i.e. einer Software zur Gesichtsanalyse auf Fotos geleistet. Die kann halt alles besser. Ich habe hier übrigens schon eine Maschine stehen, die erkennt anhand des Fingerabdrucks einer Person, ob sie ein Terrorist ist. Ja sicher.

Alle Artikel zum Thema in Reihe gibt es hier.

 
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Es wird nicht besser in den Beiträgen über 'KI', zumal die sogenannten Experten, die vom politischen Betrieb zum Arbeitskreiseln geschickt werden, das bekannte Bullshit-Bingo eher noch steigern. Warum soll auch ausgerechnet dieses Thema anders als in PR-Begriffen abgehandelt werden, wenn längst schon Gesetze betitelt werden wie Werbeanzeigen?

Es waltet dieselbe Unkenntnis der Realität und der Möglichkeiten, diese zu beeinflussen, wie schon allgemein, insbesondere wenn es um Wirtschaft bzw. Kapitalismus geht. An der Schnittstelle zwischen diesem und 'KI' war daher nichts Gutes zu erwarten. Kostproben? "Nationale KI-Strategie" "AI made in Germany", Deutschland als "führender KI-Standort" - alles Zitate aus dem Artikel von Michael Brendel.

Déjà vu

Wenn das so läuft wie die legendäre Datenautobahnn® muss man sich ja keine Sorgen mehr machen. "Substanzlos" ist noch ein nettes Urteil über dergleichen. Begrenzt werden soll hier eine mythische Macht, die andererseits selig macht, nämlich in Form von Wachstum®. Woher kenne ich das bloß? Prompt beschweren sich die Sozen der 'Linken', die Vorschläge der Regierung seien "rein wettbewerbsorientiert und [ihnen] würden die Gemeinwohlorientierung sowie ethische Kriterien fehlen" - ja leck' mich fett!

Ein Déjà vu jagt das nächste. Traurig, dass auch die 'Linke' in den Neusprech einstimmt und "wettbewerbsorientiert" sagt, wo "Profit" gemeint ist. Nicht minder , dass ihr Kopf schon wieder vor dieselbe Wand klatscht: Die Regierung (oder eine sonstige Macht) trifft Entscheidungen gegen die Moral und für den Profit. Hegt sie schnell ein! Gähn.

Zu meinem Bedauern zerfällt der Artikel von Brendel endgültig, als auch er sich in den üblichen müden Horrorstreifen verabschiedet: "Wenn Maschinen erst einmal so intelligent sind wie Menschen..." ist es zu spät. Apokalypse, Armageddon, Matrix Nullachtfuffzehn. Dazu wurde hier genug gesagt. Folgerichtig verliert er den Kern der Sache völlig aus den Augen, den er eingangs selbst benennt:

Reale vs. mythische Macht

"Wenn ein schlauer Algorithmus in Diensten einer Versicherung heute schon die Schadensabwicklung übernimmt ..." - was daran schlau sein soll, erschließt sich mir nicht, aber genau das - Tadaa! - ist reale 'KI'. Algorithmen, die von irgendwem aufgesetzt und optimiert werden, bis der Investor® zufrieden und niemand mehr verantwortlich ist. Auch knapp daneben: Wirklich interessant wären hier die Berechnung der Prämien oder z.B. die sogenannter 'Bonität' gewesen.

Algorithmen entscheiden längst über Biographien. Intelligent ist daran gar nichts, dafür aber vieles profitabel und wie gesagt bestens dazu geeignet, sich dahinter zu verstecken. Das, so denkt der Sozialdemokrat zurecht, müsste dringend eingeschränkt, wo nicht verboten werden. Die Chancen sind dabei nicht besser als bei allen anderen Ideen, die irgendwann der Aussicht auf Profit im Weg waren.

Alle Artikel zum Thema: hier

 
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Das politische Stellvertretersystem ist in der womöglichen letzten Krise. Dass es der Krise des Kapitalismus folgt, ist eine Binsenweisheit, aber es gibt Symptome, die unabhängig davon auf einen wichtigen nötigen Entwicklungsschritt hinweisen. Wenn die Menschheit einmal etwas anderes schaffen soll als irgendwelchen Führern, Despoten oder Milliardären zu folgen, muss sie sich dringend von der Moral befreien, die immer wieder Herrschaftssysteme stützt.

Wir erleben gerade jetzt, wie eine Generation politischer Moralisten an ihrer Heuchelei scheitert, um der nächsten den Weg frei zu machen. Diese wird, das hat vor allem die jüngste Vergangenheit gezeigt, schneller an denselben Punkt gelangen als ihre Vorgänger. Es gibt einen stabilen rechten Bodensatz, der wie bereits erklärt gern in eine romantische Vergangenheit zurückreisen will. Diese Kandidaten müssen und werden an sich selbst scheitern. Die Lügen ihrer Führer sind zu offensichtlich und sobald diese Klappspaten etwas regeln müssen, geht das ohnehin schief.

Klimaneutraler Luxus

Interessanter ist das Sammelbecken der verwöhnten Mittelschicht mit ihren Hypermoralen, die alles besser haben wollen - die Welt, die Umwelt und den ganzen Rest. Dass deren Führer das verlogenste politische Pack sind, das sich nicht einmal Sozialdemokraten unverschämter hätten ausdenken können, wird nicht ewig ein Geheimnis bleiben. Zudem machen diese konfliktunfähigen Gutmenschen schlicht alles falsch - was ihnen derzeit einen paradoxen Erfolg beschert.

Die Partei der Angriffskriege, Laufzeitverlängerung, Hartz IV, Deregulierung, Gewerkschaftenkorrumpierung et cetera reitet derzeit auf dem Rettet-die-Welt-Ticket, wobei "Welt" die Bezirke rund um die Bioläden sind, wo man sich mit dem Kapital versöhnt, selbst was verdient und die Bienen lieb hat. Man ist bereit zum Verzicht, lebt man ja immerhin vegetarisch bis vegan, fliegt nur zweimal im Jahr in den Urlaub, spart auf ein Elektroauto, man hat Respekt vor den Fremden und findet Chemie schlimm.

Damit verbunden ist unmittelbar, dass niemand in dieser Blase wissen will, was Regierungen unter Beteiligung der Guten/Grünen in den vergangenen Jahrzehnten beschlossen haben. Man macht sich nicht für zehn Pfennig Gedanken darüber, wie sich Weltrettungsphantasien mit der Endkrise des Kapitalismus vertragen und wer dabei die Spielregeln bestimmt. Keine Ahnung, wie viel zu spät es schon ist und wieso gerade die Grünen als, Pardon, Huren des Kapitals dem auch noch das sprichwörtliche Biosiegel verpasst haben. Das Versagen bildet in Kombination mit den vollen Moralintanks eine explosive Mischung.

Triumph des Willens

Nachdem die einen christlichen Heuchler also allmählich aussterben, kommen die jungen Pietisten ans Ruder und sorgen noch einmal für eine Renaissance der dümmsten politischen Begleitkultur des Kapitalismus. Sie werden jedem Einzelnen ins Gewissen labern und weiterhin so tun als käme es auf 'unseren' Willen an. Sie werden weiterhin "Verantwortung" predigen, wo nur ein radikaler Ausstieg aus dem System noch Hoffnung zuließe. Auch sie werden 'Sicherheit' heucheln und sie den Geheimdiensten überlassen anstatt endlich volle Transparenz zu schaffen, damit wir wenigstens anfangen zu diskutieren, wie wir den Schlamassel in den Griff kriegen.

Sie werden uns die Ohren blutig faseln mit ihrem guten Willen, hohen Idealen und der schönen neuen Welt am Ende des Regenbogens. Die Grünen sind der Spiegel der Braunen, genau so bewusstlos, genau so idealistisch (bitte "Idealismus" selbst nachschlagen!), genau so vom Wahnbild eines rechten Willens geprägt, nur eben nicht ganz so rückwärts gewandt. Mit diesen Pfeifen ändert sich gar nichts. Da kann man auch gleich FPÖ wählen.

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