kunstlyriklamauk


 
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Ich bunkere jetzt. Nicht, was ihr denkt. So ähnlich, aber nicht, was ihr denkt. Bunkern kommt zuallererst mal von "Bunker", was dereinst ein Lagerraum für Kohle war. Nein, kein Tresor, ein Lagerraum. Auf einem Schiff. Für Kohle. Oder aber auch anderes, zumal wenn man das englische "bunk" hinzuzieht, eine ordinäre Kiste. Nicht was ihr denkt - Kohle, 'Bank', bunkern. Nicht das. Das Andere.

Warum tue ich das? Nun, erstens bin ich reich. An Geld. Das muss weg; ich warte doch nicht auf den Bank Run der Anderen. Jetzt mal kurz ganz ohne Scheiß: Ich habe neulich mit einem Gitarrendealer meines Vertrauens gesprochen, schon mal das Mitleid im Ton geübt von wegen, derzeit kauft ja keiner nix. Ja von wegen! Er meint, die Leute holen wie blöd "Kohle" (er meint jetzt das, was ihr meint) von der Bank und kaufen Gitarren. Weil die ja ... man fasst es nicht.

Der Trigger

Ich habe gestern ein wunderschönes Päckchen bekommen, also nicht das Päckchen selbst, das war halt so'n kleiner Pappkarton, mehrfach gebraucht. Aber was drin war: eine Rolle Klopapier (No shit, also ungebraucht!), selbstgeseifte Seife und ein Päckchen Reis. Ich habe mich sehr gefreut, und dabei kam mir die Idee - zum Bunkern. Mein Keller eignet sich hervorragend dafür.

Er kennt das nämlich noch aus der Zeit®; ihr wisst schon: die mit den Autobahnen. Gasdichte Tür und so. Ich habe da also mal sauber gemacht und die Gitarren runter getragen, Reis, Pappkacke, ach was, einfach alles, was man braucht für nen zünftigen Krieg: Knarren, Ammo, Helm, Breitbandanschluss, Fressalien, Whisky, Wodka, Rum, Bier, Kaffee, Kippen ... und schlafe da jetzt auch. Im Lagerraum. Seitdem hab ich total viel Platz in der Wohnung.

Das Startup

Tzia, was tun damit? Erst mal ein Ründchen Fußball gespielt (zweieinhalb Minuten; Bandscheibenvorfall, Zerrung, Schädelprellung). War nix. Nachbarn zur Party eingeladen. Wollte keiner kommen. Dann habe ich die Leere auf mich wirken lassen und meditiert, während mein Sodbrennen ganz im Einklang mit der neuen Akustik sphärische Klänge erzeugte. Und ... ha! Die Idee!

Rollläden runter, Sprühdose raus, Annonce: "Privater Lagerraum, billiger geht's nicht". Telefonnummer. Keine zehn Minuten später der erste Anruf, inzwischen ist der Laden gerammelt voll. Vor allem Kackpappe, Erbsensuppe, Ravioli, so'n Zeug, aber auch Bücher, Unterhaltungselektronik und sogar ein paar Gitarren. Ich meine: Billiger geht's wirklich nicht, oder? Alter, was für Idioten!

 
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Todd und Geufel sitzen wie jeden Freitag am Ufer des Flusses und schauen Leichen beim Vorbeitreiben zu.

"Traurig", sagt Todd, "die könnten alle noch ihren sinnlosen Bemühungen nachgehen und wir hätten unseren Spaß mit ihnen."

"Yo", so Geufel, "aber ihresgleichen macht ja unseren Job gleich mit. Bloß ohne jeden Spaß. Und wenn sie dann selbst dran sind, fangen sie an zu quäken. 'Mimimi!' Wir sollten uns vielleicht eine andere Spezies aussuchen. Vielleicht mal was mit Flossen oder so."

"Ja, kann man so sehen, andererseits ... sie haben doch da diesen Chef, der sie nicht alle in der Reihe hat, und hast du gehört, wen die sich da jetzt als Ersatz ausgeguckt haben?"

"Blöde Frage. Ich bin Geufel."

"Jetzt sag' nicht, du hast da die Finger im Spiel?!"

"Bist du bekloppt? Was soll ich denn mit einem dementen Spaten, der sowieso in ein paar Monaten hier vorbei schwimmt? Da ist mein Humor aber definitiv nachhaltiger. Mir war ja dieser Cowboy schon zuwider. Der Schwarze, der hat mir Spaß gemacht. Genau mein Typ. Aber samma, wo wir schon dabei sind: War das deine Idee mit dieser Rentnergrippe?"

"Wie bitte? Meine Idee?! Werte Geufel, ich habe mir einen Namen gemacht mit Feuerregen, Sintfluten und Apokalyptischen Reitern. Mach' nur so weiter, dann kannst du nächsten Freitag hier Däumchen drehen."

"Ach Toddy, jetzt mach' mal keinen Zwergenaufstand, ich frag' doch bloß. Die sind auf dieser Murmel aber auch zu dämlich, sich am Arsch zu kratzen. Kommen mit ein paar Viren nicht zurecht - und warum? Hahaha, weil es 'zu teuer' ist. Zu teuer! Da laufen Milliarden Sprallos rum und die kriegen es nicht gebacken, sich um ein paar Tausend Kranke zu kümmern, weil sie kein buntes Papier dafür kriegen. Geil."

"Was ist denn daran 'geil', wenn weder du noch ich im Spiel sind? Das ist so etwas von fad!"

"Alter, du musst dich wirklich mal locker machen in der Mitte. Verwüste mal wieder einen Kontinent oder sowas, du hast doch jetzt mehr als genug Opfer. Wozu sammelst du die denn?"

"Mach du doch!"

"Kann ich nicht, weißt du. Ich kann nur Einzelschicksale."

"Natürlich. 'Ik kann nur Ainzelschixale', laber Rhabarber. Und was war mit ... Vietnam zum Beispiel?"

"Klara Fall von Einzelschicksal."

"Einzelschicksal. Das waren zig Millionen Tote, wenn ich da die Folgen mitzähle."

"Du mit deinem Zahlenfetisch! Ich hab 'ne Viertelstunde telefoniert, da war das Ding auf der Schiene."

"Ja, mit Kissinger."

"Ja, mit Kissinger. Richtig. Einzelschicksal. Um den Rest hättest du dich kümmern müssen."

"Ich bin doch nicht der Himbeertoni."

"Sicher. Hatte ich mir auch gedacht, dass du so reagierst. Ich find's schade."

"Was?"

"Na dass du so ein Couchpotato geworden bist. Boo-ring!"

"Habe ich so beschlossen. Die sollen das mal alleine hinkriegen. Haben ja alle Mittel."

"Wenn ich dir helfen kann, lass' es mich wissen."

"Hm ..."

"Hm?"

"Wenn ich so recht überlege ... ich wüsste da wen, mit dem du mal eine Viertelstunde telefonieren könntest."

 
Ernsthaft jetzt:
 
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Man hätte ihr vielleicht noch eine Klobürste in die Hand drücken können.

 
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§ 90c Verunglimpfung der Europäischen Union und ihrer Symbole

Mit bis zu drei Jahren Haft oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer öffentlich die Flagge oder Hymne der Europäischen Union verunglimpft, entfernt, zerstört, beschädigt, unbrauchbar oder unkenntlich macht oder beschimpfenden Unfug daran verübt.

Geniale Idee.

Hiermit verglimpfe ich zum Ausgleich den Bundespräsidenten. Herr Steinmeier ist kein Ziegenficker.

Ich habe allerdings die Hymne entfernt. Nennt mich Hymnenentferner!

 
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Verloren ist gewonnen, wenn so viel verloren war, dass angesichts des allgemeinen Verlusts der konkrete Verlust eben als Gewinn zu betrachten ist. Nun reden wir hier nicht nur von Sozialdemokraten, sondern obendrein von der SPD und dann noch der in Hamburg. Die wäre in vielen anderen Bundesländern eine CDU, wobei sie schon als SPD beinahe eine ist, mithin schon quasi eine CSU.

Die andere CDU hat auch verloren, womöglich aber auch nicht so viel wie erwartet, was wiederum bedeutet, dass angesichts zwar eines konkreten Verlustes, dem gar kein allgemeiner für eine zünftige Relativierung zur Verfügung steht, ein virtueller zur Seite springt, angesichts dessen eben einszwodrei dann doch hurra, gewonnen! Außerdem ist die Parteizentrale im Bund in die Verantwortung zu ziehen, mithin der Sieg schon nachgerade ein epischer. Ich danke allen Kämpfern und Ringerinnen für dieses großartige. Ergebnis.

Der rechte Ruderer

Die Gewinner ihrerseits, die keine Sieger sein können, weil sie schon beinahe welche waren, also richtige, die auf dem Treppchen ganz oben, sind zweifellos dennoch die großen. Hurra, erster Gewinner und somit Zweiter! Undsoweiter, also weiter so. Nur den Scholz müssen wir beiden abziehen, was macht der jetzt eigentlich? Ach, hör mal, die CDU sucht doch noch Vorsitzende. Er könnte auch Team, zum Beispiel mit Jürgen Rüttgers und Stefan Mappus. Und was ist eigentlich mit Waigel?

Die Rechts-FDP schwimmt neben der Braun-FDP ums Leben, Wasser am Hals, brackig. Man könnte gemeinsam eine Burka verbieten, aber das hatten wir schon, auf den Tag vor neun Jahren. Das war damals die Rechts-FDP. Die Braun-FDP gab es da noch nicht, die klonte sich kurz darauf. Es gibt für jeden Eimer einen Henkel. Ab fünf Prozent aufwärts - und bitte in D-Mark!

Früher war mehr

Was sagt uns das jetzt alles, was ändert es, was sagt der Schmidt dazu, der Strauß, der Kohl, der Gaus? Opa, du bist raus! Die kommunistische SED ist auch wieder dabei und will Mauern mit Stacheldraht an roten Socken. Da kommt der Gutti und rettet die Mutti. Aus dem Hintergrund könnte ein Fascho schießen. Warte nur ein Weilchen.

Alles in Maaßen: Täter sind immer rechts, Opfer immer links. Man braucht sich nicht mehr mit Stalin, Mao, Pol Pot, Ulbricht ...auseinanderzusetzen, weil sie Nazis waren. Der Haken daran ist: nach dieser Denke sind sie selber rechts. Antifa=Nazis. War doch schön, als der Mann seinen Stechschritt noch im dunklen Bunker des Verfaschungsschutzes übte. Bei Licht betrachtet ist das echt eklig. Genau wie und jetzt wie immer - das Wetter.

 
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Im Kiez bei Sommerloch am Garnichts wohnt einer, der frug das heute. Zunächst für die ganz Bescheuerten: In Zeiten von Satellitenortung und "Maps" so wie alles andere. Im Zweifelsfall auch per Karte oder nach dem Weg Fragen. Soviel zu den einfachen Antworten. Schwierig wird es, wo aus dem Tal der Eischmeischdeischs ländliche Ahnungslosigkeit aufsteigt, die nicht einmal Kenntnis vom benachbarten Mittelgebirge hat.

Keine Vulkanausbrüche? Dreiviertel meines umfassenden Halbwissens, der äußere Kern meiner kognitiven Besserwisserstruktur mithin, entstammt was-ist-was-Büchern, unter denen "Vulkane" eines meiner Favoriten war. Ich kannte schon im Vorschulalter verschiedene Formen von Lava, Kratern und Ausbruchsformen. Das war schon wichtig für meine Selbstreflexion, erkannte ich doch etwa pyroklastische Ströme als wesensverwandt. Jähzorn war einer meiner Vornamen (Ich schweife schon wieder ab).

Volk, Volker, Klassizismus

Die Eifel ist ein von Vulkanen übersätes Gebiet, und sie ist aktiv (siehe Laacher See). Dass die letzten großen Ausbrüche vor 13.000 (Osteifel) bzw. 11.000 (Westeifel) Jahren stattfanden, ist kein Grund zur Beruhigung. Das sind geologisch betrachtet Wimpernschläge, obwohl es sich um echte Jahrtausende handelt (im Gegensatz zu Deutschen Reichen, in denen ein Millennium nur zwölf Jahre währt).

Was die Bevölkerung angeht, da müssen wir zunächst differenzieren. Es gibt Indigene mit je eigener Sprache, offiziell Nordfriesisch, Saterfriesisch, Dänisch, Ober-, Niedersorbisch und Romani. Weiß aber keiner, ist also wurscht. Und wo wir bei wurscht sind, darf man ja wohl mal darauf aufmerksam machen, dass inoffiziell durch enge familiäre Bindungen (Würg!) und wohl gepflegtes Brauchtum (Brech!) das Volk der Bajuwaren ebenfalls als ein eigenes zu betrachten ist. Wieso spricht eigentlich nie wer von Bayxit?

Ansonsten "achtzig Prozent [...] Vollidioten"? Bleibt eine Menge Raum für Dreiviertel- Halb- und Überidioten, ist also konsensfähig. Hier meint die Jury: Wenn schon Publikumsbeschimpfung, dann richtig. Leider müssen wir einen Punkt abziehen.
Er mag Klassizismus, so lese ich schließlich. Der ist ja ganz groß im Kommen. Architektonische Zitate, nicht bloß um zu zitieren und zu verkitschen, sondern um Weltreichsphantasien zu bedienen. Passt. Rule, Britannia! America First! Heil Germania! Ich bin dann mal weg (Emergency Exit).

 
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Abb.: SPD-Undercover-General Aikan al Barjan

Ich war am Wochenende im Fußballmuseum des FC Bayern München. Sehr interessant. Ich stand gerade in der Ecke, in der das Siegtor per Elfmeter der EM 1976 durch Uli Hoeneß gefeiert wird, als ich bemerkte, dass der Husten zurück ist. Ich dachte eigentlich, ich hätte die Bronchitis überwunden, aber es war offenbar doch noch nicht soweit. Alles spricht dafür, dass es etwas anderes ist: Corona (hier bitte schlimm dissonantes Gedudel einfügen)! Ich weiß nicht, wie lange ich noch habe.

Dabei hatte ich bislang alles überlebt: Vögelgrippe, Schweinegrippe, SARS und EHEC. Ich habe alles, was man braucht: Schutzimpfung, Schluckimpfung und Schluckschutzdämpfung, Tamiflu, Tetracyclin, Isocillin und Sulfonamid. Alles vergebens, jetzt ist es aus. Die Chinesen kommen und rotten uns aus mit ihren Viren. Das kann Putin und seinen Hackern ja nur bestens gefallen. Und dem Iran natürlich. In diesen Zeiten müssen wir fest zu unseren Bündnispartnern stehen.

Bald ist es geschafft

Die Verräterpartei hat derweil endlich einen Strohhalm gefunden, den sie zur Rettungsweste aufblasen kann (gebrochene Metaphern jetzt zum Sonderpreis bei Feynsinn - beim Kauf von dreien gibt es eine gratis!!). Als Gegenpol zur Christlichen Union werden sie Muslimische Partei. Erwischt hat sie dabei der Auschwitzkritiker und wissenschaftliche Rassologe Tilo Sarrazin, der damit ein grandioses Eigentor in den Knick genagelt hat. Püntes verpennt wie immer den Trend und ist in Sachen Konservativismus auf der Überholspur Richtung 70er Jahre unterwegs. Wer ist Püntes? Wo ist Behle? Hier werden die wichtigen Fragen gestellt.

Nachdem ich seit nunmehr einem Jahr außerordentlich hohen Kontakt zu werktätigen Menschen und - schlimmer noch! - ihren verkeimten weichverwöhnten Kackbratzen von Blagen - habe, komme ich zu dem Schluss, dass das kein Stück besser ist als im richtigen Leben (Internet). Damit bestätigt sich nur, was jeder Alien weiß, der beim Passieren der Milchstraße kurz einmal den hiesigen Rundfunk reindreht: Ich hasse doch - alle Menschen! Leider fehlt mir die Todesdröhnung Kill-o-Zappadoing, um den Planeten schnell mal amtlich zu desinfizieren. Aber das erledigt ihr ja eh gerade selber. Macht mal hinne!

 
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In Januar 2005, mithin vor 15 Jahren, existierte dieses Blog noch gar nicht. Wieso eigentlich nicht? War ich nicht schon immer da? Also hier? nein, hier! Ach, egal. Ich stöbere mal wieder. "Auf den Tag genau vor ...." ist das Thema, und nämlich "... 13 Jahren" schrub ich einen der Sätze, die der Nachwelt ungelesen hinterlassen wurden. Selber schuld, bescheuerte Nachwelt, nimm das:

"Vor allem aber war Existenzialismus ein -ismus mit schwarzen Rollkragenpullovern, Gauloises rauchen und Filme gucken, die keinen Spaß machen." Hättest du dir jetzt ein Philosophiestudium sparen können. Überhaupt: Wer will einen Bachelor in Philosophie? Absurd!

"... 10 Jahren" hat ein Internetverbrecher (klarnamenlos, anonym, aus dem Darknet) einen Kommentar hinterlassen mit Hinweis auf ein Youtubedingsbums, das nicht nur die Finanzmarktbankensubprimeeurokrise erklärt, sondern gleich auch schon mal den Klimawandel. Aliens versklaven uns erst und klauen uns dann unsere Meere. DANKE MERKEL!!!!¹¹¹° Die SPD hat damals übrigens vorgeschlagen, Alien-Weltherrschaft höher zu besteuern.

Das war vor Jaahren

"... vor sieben Jahren" war ich noch in der aufklärerischen Phase und habe meine Mitbürger über die Gepflogenheiten des deutschen Wahlrechts informiert:

"Wenn die Erststimme verloren geht, unleserlich wird oder aus anderen Gründen nicht gewertet werden kann, insbesondere aufgrund höherer Gewalt, klimatischer Störungen oder eines schweren Ausnahmefehlers, kommt die Zweitstimme zum Einsatz. Sie muss anders sein als die Erststimme, denn wenn die gewählte Partei selbst ausfällt (zum Beispiel durch Verbot oder Sterbefall), muss eine Vertretung gewährleistet sein."
Heute würde ich das verständlicher formulieren. Und dann an mir rumspielen.

Einen Punkt auch für 2014: "Nun ist es schon dem Irrsinn schmiegsam nahe, Kindergärten als "Sozialleistungen" zu bezeichnen." Dezent. Gnädig. Was bin ich doch ein geiler Typ gewesen manchmal. Hoffentlich habe ich an mir ... das sind ürigens die Nachwehen der just überstandenen Bronchitis, die aus dem Tourettekeller die Reste von der nächsten Überschwemmung ange ... äh, -schwämmt haben. Also mit dem Schwamm. Mit dem Schwamm anschwemmen. Keine Ahnung, warum. Muss ich das denn immer wissen?! Zitiert wird derzeit von einer Parallelinstanz der hiermit beschäftigten Neuronen ein Satz, der sowohl in "Schweigen der Lämmer" als auch in "Clerks" vorkommt. Und du kennst den auch noch, du Ferkel!

Mindestens so erotisch auch 2017: "Es dauerte aber nicht lange, bis der Reflex, das industriell perfektionierte 'Argument' und das virtuose Spiel der professionellen Lügner mit den Hormonen der Massen neue Dimensionen erreichten." Party im synaptischen Spalt! Neurotransmitter in Lingerie. Sadomaso im zerebralen Bordbistro. Tempo, Tempo Tempo! Ich brauche jetzt dringend ein Bier.

 
kl

Am Anfang war der Kaffee. Auch im 21. Jahrhundert glauben viele Menschen noch an höhere Wesen, aber muss es die Bibel sein? Fake News von Anfang an. Okay, ein Buch fängt mit Wörtern an, so viel ist wahr, aber das Leben? Das Universum? "Am Anfang war das Wort"?!

Sagen wir es einmal ganz einfach: Der Tag fängt am Morgen an. Dabei macht es überhaupt keinen Unterschied, ob es sich um einen Schöpfungstag oder einen Mittwoch handelt. Es ist auch komplett wurscht, ob der Morgen am Morgen oder am Mittag beginnt; das Einzige, das nicht zur Debatte steht, ist der Kaffee.

Hmm ...

Alles andere ist Beiwerk. Der Eine braucht seinen Bademantel, die Andere ihre Zigarette, irgendwer Brötchen, Croissants, Müsli, Honig, Zeitung, Sex oder Fernsehen. Ich ahne, dass bereits an dieser Stelle die halbe Nation beleidigt ist. Ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen, dass es immer die Nation ist, die beleidigt ist? Komisches Ding, so eine "Nation" und sicher nicht meins.

Ich rede vor allem von Teetrinkern: "Wer denkt denn an die Teetrinker?" Hoo, Brauner! Hier muss niemand jemanden schlechtmachen von wegen Nichtraucher, Teetrinker, Schattenparker. Mit all dem kann man leben. Es ist gar nicht nötig, jeder Nation eine Gegennation an die Front zu stellen - Kaffee gegen Tee, Mann gegen Frau, Schwarz gegen Weiß, Amiga gegen Atari. Wo ist da der Sinn? Also, Teetrinker: Euer Kaffee ist halt Tee. Das heißt keineswegs, dass damit §1 außer Kraft wäre. Ohne Kaffee ist alles nichts.

Selbstverständlich und dementsprechend entstanden diese Zeilen auch erst nach dem Kaffee. Vor dem Kaffee ist vor dem Wort. Immer. Das ist Regel null. Wer steht denn auf und fängt sofort an zu plappern? Ernsthaft: Es gibt Leute, die mögen einen, Leute, die mögen einen nicht und Leute, denen man egal ist. Alles verhandelbar, so lange eines klar ist: Vor dem Kaffee Schnauze halten. Laber' mich nicht vor dem Kaffee an, du wirst nicht mögen, was du dann erlebst. Denn das könnte durchaus biblisch werden.

 
Januar: Die Schuldenbremse tritt in Kraft. Das ist der glorreiche Sieg der Schwäbischen Hausfrauenhirne über jede Form ökonomischen Sachverstands. Selbst Marc Beise würde sich im Grabe drehen. Keine Schulden bei Nullzins, keine Investitionen der öffentlichen Hand, das ist Teufelszeug! Lang lebe das Schlagloch, hoch das digitale Mittelalter!
Ihren hundertsten Geburtstag feiern nicht Isaac Asimov und DeForest Kelley. He‘s dead, Jim, he‘s dead! In den USA werden J. Edgar Hoover zum 125. Statuen errrichtet. Zur Feier des Tages feuert die Nationalgarde Salutschüsse – zwischen die Augen der jüngsten Whistleblower. Hail First America! Der „Brexit“ wird auf Juli verschoben.

Februar:
Am 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens fordert die AfD die Revision des Westfälischen Schandfriedens und Deutschland in den Grenzen von 1142. Ein CDU-Spacko findet auf Twitter, dass sei „ein interessanter Ansatz, den man in einer Demokratie diskutieren darf“. Eine linke Zeitung aus Zittau findet das „skandalös“. Don Dingsbums twittert um 5:45 zurück.
Schalttag, Valentinstag, Ananas. Wahlen in Hamburg. Scholzomat verliert sein Amt an einen Hut von den Nazihanseln. Er macht die Bundespartei dafür verantwortlich und fordert Neuwahlen.

März:
Chuck Norris wird 80. Die Sonnenfinsternis vom Dezember wird vorverlegt. Als es auch nach Abzug des Mondes dunkel bleibt, schreit Gott verzweifelt immer wieder: „Es werde Licht!“ Norris dazu: „Ich habe immer noch kein ‚Bitte!‘ gehört“.
Zum 250. Geburtstag Hölderlins wird überall seine Kacklyrik in ödesten Geschwurbel über den Klee gelobt. Jeder näselnde Langweiler, der sich für einen Literaturkenner hält, schwafelt sich um Kopf und Kragen. Der Umsatz von Kiffzeug steigt dramatisch an, hilft aber auch nicht.

April:
Zum 100. von Richard von Weizsäcker zeigt Guido Knopp „Helden der Wehrmacht“ in Spielfilmlänge. Alle Schulen in Deutschland übertragen live.
Helmut Kohls 90. wird zum Desaster. Annekramp Karre-Gretlbauer verwechselt ihn in ihrer Eloge mit Heiner Geißler. Im Tumult zwischen Rücktrittsforderungen und der Selbsternennung Friedrich Merzens zum Parteiführer auf Lebenszeit entkommt Wolfgang Schäuble mit einem Koffer.
Anlässlich seines 75. Todestages zeigt ZDF History „Hitlers Omma sein Friseur“ und „Hitlers letzte Skatrunde – der dritte Mann im Führerbunker“. Ein Meisterwerk.

Mai:
Noch ein Fünfundsiebzigster: Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs. Eine dreitägige Parade von Paris bis Berlin findet ohne den russischen Diktator und mutmaßlichen Drahtzieher Putin statt. Moskau habe nichts beizutragen, so der designierte Bundeskanzler Flip am Tor.
Am 300. Geburtstag des berühmten Baron von Münchhausen schweigt die Republik.Manche Vorbilder bleiben ungefeiert.

Juni:
Zu Ernst Albrechts Neunzigstem ruft seine Tochter das KSK nach Brüssel, um einen fingierten Anschlag auf das Atomium zu verüben. Niemand schert sich einen Dung um das Stück Schrott. Glück gehabt, Uschi!
Es wird über 40 Grad - in Tal-und Muldenlagen. Egal, der alte Mann ist trotzdem schon wieder rattig und kompensiert durch Bergetappen auf geschmolzenem Asphalt.

Juli:
Deborah Harry wird 75. Fünfundsiebzig! Deborah Harry! Leck mich am Arsch, wie lange hab ich eigentlich noch?
Hans-Peter Uhl fordert die Vorratsdatenspeicherung.
Ronald Pofalla erklärt die Fußball-Europameisterschaft für beendet.
Der „Brexit“ wird auf den Tag der Eröffnung des BER verschoben.

August:
Zum 125. Todestag von Friedrich Engels fordern Ex-Bundespräsident Gauck, August Steinmeier und Norbert Walter-Borjans „Nie wieder Diktatur, nie wieder Krieg gegen die Freiheit“. Weil einige Mitglieder der Partei „die Linke“ an einer Trauerstunde um die Mauertoten nicht im Bundestag erscheinen, fordert Hans-Georg Maaßen deren Verbot, und zwar rückwirkend bis 1945. Die Partei „Die Partei“ fordert daraufhin die Hinrichtung von Hans-Georg Maaßen. Der Vorstand der Partei „die Keine Partei“, neu gegründet von Olaf Schlz und Friedrich Mrz, fordert ein Ende der Forderungen. Pofalla findet das gut (like!).
Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski verbrennen die Grünen eine Kritische Gesamtausgabe seiner Werke. In einigen Stadtteilen Berlins wird der Name „Bukowski“ verboten. Heinz Buschkowsky führt eine Gegendemo von 1200 Alkoholikern an, die Bioläden in Prenzlauer Berg mit Leberwurst attackieren.

September:

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen holt die SPD fast sieben Prozent. Walter Dingens-Bumsjans und Marlene Eckes-Edelkirsch zeigen sich erleichtert. „Mit der Sozialdemokratie ist wieder zu rechnen“, twittern sie auf Twitter. Niemand antwortet darauf.
Der Kaiser wird 75. Franz Beckenbauer haut zur Feier des Tages sechs Dinger in die Torwand, säuft eine Gallone Weißbier auf ex und tanzt nackt Polka. Er kann sich an nichts erinnern und ist weiterhin prozessunfähig.
Zum 50. Todestag Jimi Hendrix‘ spielt der säzzer einen Blues.

Oktober:
Zur Eröffnung des BER kommen Gäste aus aller Welt. Allerdings müssen sie mit der Bahn anreisen. Die Eröffnungsrede hält Hartmut Mehdorn, der verspricht: „Wir werden schon sehr sehr bald Boom, Waam. Sobald sämtliche Gebäude entsorgt und neu aufgebaut sind, werden wir mit den neuen Landebahnen beginnen.“
Der Brexit kommt. England heißt ab sofort „Hongkong Nordwest“. Der Rest Großbritanniens ist bereits unabhängig.
Am 30. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung warnen die Partei-und Fraktionsführungen der demokratischen Parteien der BRD vor Kommunismus, Sozialismus und Diktatur. Die Volksrepublik China kauft alle deutschen Flughäfen.

November:
Donald Trump wird wiedergewählt. Sein Gegner, ein zynischer Milliardär, der versprochen hatte, Russland zu erobern, beschuldigt China, Russland und den Iran. Die genauen Vowrürfe nennt er nicht, diese seien geheim.
Anlässlich des 200. Geburtstages von Friedrich Engels warnen u.a. Ex-Bundespräsident Gauck, August Steinmeier, Andreas Scheuer, Andi Borg, Norbert Walter-Borjans, ZDF, ARD und FIFA vor Diktatur, Krieg und Unfreiheit.
Bundesweit werden Bezieher von ALG II zu Arbeiten auf dem Gelände des BER verurteilt. Nur Bayern macht nicht mit; von hier aus werden Arbeitskräfte für die Sanierung der Asse vermietet.

Dezember:
Die totale Sonnenfinsternis über dem Pazifik fällt aus (siehe oben). Greta Thunberg verklagt Chuck Norris und gewinnt. Thunberg-Witze haben Hochkonjunktur. Kleine Kinder haben Angst. Mütter auch. Väter betrinken sich. Lecker.
An Lemmy Kilmisters Fünfundsiebzigsten gibt Disaster Area ein Konzert im Alphaquadranten. Ich kippe einen Gin Tonic und werfe mir das Handtuch über. Was war das für ein Albtraum; macht‘s gut und danke für nichts!

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