kunstlyriklamauk


 
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Quelle: NASA

Dann lass uns mal auftauchen“, entschied Luigi Pasquale, der sich diesen Namen nach einer Tonbildübertragung von der Oberfläche ausgesucht hatte. Tatsächlich hatten sie keine Namen, nicht einmal für ihre Spezies oder so etwas wie Volk, Nation und den ganzen Irrwitz, den Menschen um sich herum konstruierten, um sich in ihrer Vorstellung von Gesellschaft nicht mehr zurechtzufinden. ‚Gesellschaft‘ war da auch schon nicht der richtige Begriff, eher so eine Kategorie für den Dschungel aus Beziehungen, Bekanntschaften, Solidaritäten, Verpflichtungen, Statusfragen und den echten oder vermeintlichen Nutzen aus alldem. Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Mitglieder, Kameraden, Vorgesetzte, Untergebene, Repräsentanten, Stellvertreter, Bla und Bla.

Menschen bildeten sich ein, das alles sei wichtig, mehr oder weniger, sie bräuchten das alles und sie hätten eine klare Orientierung darin. In der Welt der „Sie“, wie sie sich bald nennen würden, weil es aus Gründen der Kommunikation mit dem Erdparasiten notwendig sein würde, war fast jeder Einzelne dieser Spezies reif für die Isolation. Ein paar wenige hatten sie ausfindig gemacht, die halbwegs in ein funktionierendes Solidarsystem gepasst hätten. Diese firmierten unter der Kategorie „psychisch krank“, neben anderen, die je nach Ausprägung eine noch entscheidend größere Gefahr für sich und andere waren als der Rest der Art.

Fun Fact: Während die ‚Sie‘ kognitiv in der Lage gewesen wären, die ganzen verwirrenden Implikationen und Verknüpfungen menschlicher Beziehungen zu analysieren und zu ordnen, ist das im humanoiden Hirn gar nicht vorgesehen, das folgerichtig heillos überfordert wäre mit solchen Operationen. Selbstverständlich käme kein ‚Sie‘ auf die Idee, so etwas zu tun. Sie zählen ja auch nicht zum Spaß die ersten zehn hoch zwölf Primzahlen auf, bloß weil sie das könnten.

Das Schiff tauchte also auf, durchbrach die Meeresoberfläche, hob ab und nahm Kurs auf das Habitat mit dem Menschennamen „Washington D.C.“. Dies, weil dort eine zentrale Organisation ansässig war, die für ein großes Areal der Oberfläche zuständig war und mit hoch wirksamen Interventionen auch andere Areale beeinflusste. Luigi hatte sich über die Geschichte und die Gepflogenheiten insbesondere dieses sogenannten „Staates“ und seiner „Nation“ orientiert und einen Ablauf für das Vorgehen mit dieser Teilmenge der Spezies festgelegt. Es dürfte zu keinen größeren Komplikationen kommen.

 
Feynsinn: Guten Tag, Herr Semsroth, wie lange machen Sie es noch?

Semsroth: Was genau? Satire? Politik? Mein Abgeordnetenmandat?

Feynsinn: Nein, ich meinte stoffwechseln.

Semsroth: Was?

Feynsinn: Atmen.

Semsroth: Ach so, das. Wieso?

Feynsinn: Na ja, Sie stellen sich immer so lustig als Depressiver dar. Stichwort: "An Depressionen kann man sich gut aufhängen". Ihre Zuschauer finden das offenbar sehr lustig. Vielleicht wurden Sie sogar deshalb ins Europaparlament gewählt. Auf Kosten depressiver Menschen, sozusagen.

Semsroth: Das sind doch nur Witze, das ist Humor, Satire. Ich überspitze das. Viele Depressive haben mir geschrieben, dass sie sich nach meiner Show besser gefühlt haben.

Feynsinn: Ich nehme an, das waren die, die sich nicht aufgehängt haben. Was wissen Sie über die anderen?

Semsroth: Na hören Sie mal, wenn Sie jeden Witz ausdiskutieren wollen, können Sie Satire bald nur noch verbieten.

Feynsinn: Nein, ich möchte für ein bisschen Empörung sorgen, weil das zu meinem Geschäft gehört. Meine Nichte hat zwei Suizidversuche hinter sich. Ich glaube, sie findet das nicht komisch. Um ehrlich zu sein, ist das für Angehörige auch nicht leicht. Eine Nummer, ein Witzchen, das packt man locker weg. Aber wenn einer eine ganze Figur, quasi seine ganze Karriere, auf Witzen über Suizidversuche aufbaut, ist das moralisch untragbar. Also entweder man scheißt auf Moral und kratzt sich nicht an so etwas oder man kommt zu einem sehr harschen Urteil über Leute wie Sie.

Semsroth: Ja, das kann ich verstehen. Das habe ich ja auch so angelegt. Ist mir völlig klar.

Feynsinn: Was haben Sie so angelegt? Die Rolle?

Semsroth: Klar, die Rolle auch. Aber ich meinte eher den Umgang mit der Moral.

Feynsinn: Sie meinen, die Geschichte mit Sonneborn und den Chinesen.

Semsroth: Ja sicher, was denn sonst?

Feynsinn: Mit anderen Worten ...

Semsroth: Das Erste.

Feynsinn: Ähm. Was?

Semsroth: Aus dem Satz. Aus Ihrem Satz.

Feynsinn: Ach so, Sie scheißen auf Moral.

Semsroth: Ja sicher, würde ich sonst Suizidwitze machen? Komische Frage.

Feynsinn: Und wie erklären Sie dann ...

Semsroth: Mein Gott, sind in diesem Land alle begriffsstutzig! Ich bin Kabarettist. Ich mache Witze.

Feynsinn: Aber Sie wechseln ganz unwitzig zur Fraktion der Grünen. Ist das auch Kabarett?

Semsroth: Die Grünen sind Kabarett, aus ihrer tiefsten Seele; gerade, weil sie nichts davon wissen. Es wird mir ein schwer bedrücktes Vergnügen sein, der Fraktion und der Partei meine Grundstimmung - die bei mir allerdings nur Show ist - aufzudrücken und sie in den Abgrund der falschen Moral zu stürzen, den sie seit Jahren jedem schaufeln, der mal einen über den Durst getrunken und ein bisschen Blödsinn erzählt hat.

Feynsinn: Ein Hoax also. Realsatire. Eine feindliche Übernahme.

Semsroth: Nein, das kann man so nicht sagen.

Feynsinn: Sondern?

Semsroth: Fragen Sie doch bitte meinen Anwalt nach meiner Meinung dazu!

Feynsinn: Herr Semsroth, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Semsroth: Du Scheißrassistenschwein!

 
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Ich kann mir vorstellen, nach Auslaufen des aktuellen Vertrages mit dem BVB Feynsinn 05 meine Karriere zu beenden. Nicht ganz auszuschließen wäre auch ein Engagement im Ausland, wenn ein entsprechendes Angebot dann vorliegt, aber ich habe mir eigentlich nie Gedanken darüber gemacht. Es kommt halt sehr darauf an, ob ich dann körperlich noch fit genug bin und meine Leistung bringen kann, wenn auch in einer schwächeren Liga.

Ich bin über 30, da gehört man in der Branche zu den Älteren. Noch ist meine Erfahrung gefragt, auch wenn ich nicht mehr ganz so schnell unterwegs bin wie die Jüngeren. Das Spiel ist athletischer geworden, heute ist das Körperliche wichtiger als zu meiner Zeit. Das musst du halt kompensieren, durch Antizipation und gutes Stellungsspiel.

Schlimmer als das Lob des Feindes

Sicher war ich enttäuscht, als ich für die Nominierung im Elitekader nicht berücksichtigt wurde. Andererseits weiß man, dass das eigene Gesetze hat, und es kommt immer darauf an, wer da gerade sitzt. Das hat nicht immer mit Qualität zu tun, das ist halt sehr abhängig davon, was für ein Typ einer ist. Mein Stil ist vielleicht auch ein bisschen aus der Mode gekommen. Am Ende habe ich mir aber nichts vorzuwerfen. Ich habe über viele Jahre stets Topleistungen abgerufen.

Wir wissen ja schon lange, dass Nachbarn oft die größten Rivalen sein können. Davon lebt jedes Derby, und hier, wo die traditionsreichen Rivalen die Klingen kreuzen, spürt man das umso heftiger. Da ist es bestimmt nicht schön, das zu hören, aber menschlich sehe ich das halt so, dass die Kollegen mir leidtun. Ein solcher Abstieg ist eine Katastrophe, von der man sich womöglich nicht mehr erholt. Sicher ist das Mitleid des Rivalen eine der schlimmsten Erfahrungen, aber ich hoffe wirklich, dass sie noch einmal die Kurve kriegen. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden.

p.s.: Apropos Spocht: Es gibt ein Update des Postings vom 26.12.

 
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Bilduelle: Agência Brasil

Ein besonders erbärmlicher Versuch des Identitätsdiebstahls ereignet sich da in unmittelbarer Nachbarschaft. Recherchen von Feynsinn, Nunft und der Detektei säzzer&friends haben aufgedeckt und zweifelsfrei ergeben, dass "Johnny Malta" und Andy Bonetti ein und dieselbe Person sind. Dieser Hanswurst stiehlt sich selbst eine Identität und macht sich öffentlich zur Sockenpuppe. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe, wer wirklich dahintersteckt!

Ghouls on Patrol

Die Seuche Nureinegrippe gibt derweil einen heiteren Vorgeschmack darauf, was uns erwartet, wenn der Permafrost Sibiriens das Grauen vergangenener Jahrhunderte freilässt. Nicht bloß sind längst Kreaturen aus dem Schlamm gekrochen, deren zerebrale Eruptionen intellektuelle Verwüstung hinterlassen wie ein pyroklastischer Strom, nein!

Schon jetzt wurde ein Wiedergänger gesichtet, der jedes Covidioten-Trollniveau lässig unterbietet, der Endgegner jeden Anstands: André Hüssy alias Herr Karl, mein alter Stalker ("Flatterwatch"), Hetzer und Denunziant. Das Internet vergisst nie, Hüssy, und ich schon gar nicht. Ich kann nur davor warnen, sich so etwas ins Haus zu holen. Dann lieber auf eine Party in der Bretagne und ungeschützten Verkehr, dann hat man vorher wenigstens noch Spaß.

Sternchentaler

Ein Nachschlag noch zu dem Thema, warum das Gegender so nervt, dazu ein Zitat:
"Das Genus in den indoeuropäischen Sprachen ist entstanden durch Zweiteilung in Bezeichnungen für Belebtes (später Maskulinum) und Unbelebtes (später Neutrum). Das Femininum kam als drittes Genus hinzu und spezialisierte sich auf Kollektiva und Abstrakta. Mit dem natürlichen Geschlecht weiblich hatte es, wie oben festgestellt, nichts zu tun (...)"

Der Grund für das ganze Gespralle besteht - freundlich ausgedrückt - in einem Irrtum, deutlicher: in völliger Unkenntnis der Sprachgeschichte. "Femininum" und "Maskulinum" sind demnach Bezeichnungen, die kenntlich machen, welcher Artikel dem jeweiligen Substantiv eines 'Genus' zukommt. Es hat nicht die Bedeutung "männlich" oder "weiblich", und zwar in keinerlei Hinsicht.

Es ist daher also Voraussetzung für das Gegender, dass man sich dieser Ignoranz anschließt. Es wird in eine Sprache - zu der ich, am Rande erwähnt, ein erotisches Verhältnis pflege - rüde eingegriffen und herumgepfuscht, weil diejenigen, die diesen Stuss durchprügeln, damit ebenfalls wissenschaftliche Erkenntnisse durch Mythologie ersetzen. Dasselbe tun sie übrigens mit der Behauptung, Sprache präge unmittelbar Verhalten. Schwachsinn.

Malle-Diven

Zum Ende eine gute Nachricht: 2020 war das zweitwärmste Jahr in der Geschichte der Wetter- bzw. Klimaaufzeichnungen. Endlich wird es wieder kühler! Ich grüße euch fröhlich aus meinem Skiurlaub. Hier ist von Corona übrigens nix zu merken. Alle ohne Maske unterwegs (wir haben hier nichts an außer dem Radio) und trotzdem kerngesund.

 
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Januar: Die Straßen sind öd und leer. Tumbleweed tambelt durch Großstädte, wo Schlafschafe schon die Silvesternacht durchschlafschaft haben und unter der Merkeldiktatur nur mehr gebeugt oder gar auf den Knien den Fußboden reinigen. Es ist vollbracht. Die letzten Wiederständler haben sich mit Polenböllern in die Luft gesprengt oder blindgesoffen. Vereinzelt fahren Paramilitärs auf ihren Pritschenwagen durch Fußgängerzonen und zeigen Präsenz. Absenz zu zeigen, wurde ihnen bei härtesten Strafen (früh aufstehen, arbeiten) verboten. Die Befehlskette rasselt am Rathausturm.
In D.C. zündet Donald Duckface sich auf den Stufen des Kapitols an und fährt in den Himmel auf.

Februar: Nachdem das Volk zu Blut und Boden drangsaliert wurde, ist die Umvolkung abgeschlossen. Schon am Valentinstag wurde der Rudelbums durch staatliche Verordnungen eingeschränkt; am Folgetag sind einzelne Systemlinge zu beobachten, die nicht nur den Schandlappen tragen, sondern selbst gestaltete sog. "Masken". Umzüge werden vom Regime brutalst unterdrückt. Wer Silvester mit letzter Not überstanden hat, säuft sich jetzt zuhause tot.
Zurück bleibt ein elendes Häufchen Abstinenzler und Veganer (außer Attila, der ist nicht mehr da).

März: Die einhunderttausendste Impfdosis wird verabreicht. Da nur Menschen über 70 mit Protrusion C4/C5 und Schuppenflechte geimpft werden dürfen, vergammeln mehrere Millionen Liter Vakzine in den überforderten Kühlschränken. Der Rest der Welt feiert ausgelassen den Frühlingsanfang und bewundert die Disziplin der Deutschen.
Der Märzmerz wird zum Schmerz der CDU. Niemand konnte das verhindern. Als er sich am Brandenburger Tor zum Kanzlerkandidaten mit Eichenlaub kürt, fährt Söder im Porsche Targa vor und tafelt dem Fotzenfritz eine, dass der ab sofort Fotzn-Fritz heißt.

April: Internet-Aktivist Stauffenberg2020 feiert die zwölftausendste Wiederholung eines Arguments aus dem März, das bereits im Februar widerlegt worden war. Er ist bekennender AfD-Schlumpf, Wissenschaftskritiker, Waffensammler, Jungfrau und Experte für Uniformen in den beiden Weltkriegen. Einem Amoklauf entging er nur knapp, weil seine Mutter, bei der er noch wohnt, ihm Stubenarrest erteilt hatte.

Mai: Bäume und so. Anfangs blassgrün, jetzt schon leicht bräunlich (das ist nicht politisch gemeint, es sind auch keine Olivenbäume, die wären ja resilienter). Erstmals fällt die 40°-Marke und kriegt sich nicht mehr ein. Great Greta kann auch nicht helfen, die ist mit dem Ruder-Katamaran Richtung Neuseeland unterwegs. Corona vertrocknet in der offenen Schleimhaut. Die Bewegung Ballhaus 1818 fordert, bei ihren wöchentlichen Demos in Leipzsch maskiert marschieren zu dürfen. Selbst die Bullen haben die Faxen dicke und es gibt was auf die Fresse Polizei reagiert mit mäßig deeskalierenden Maßnahmen.

Juni: Echt jetzt, fünfzig Grad? Der Säzzer ist inzwischen noch älter und schäbbiger und kriegt immer noch SÜD angesichts der leckeren jungen … Pfui, Säzzer, pfui! Sitz, Platz, kein Leckerli.
Die Olympischen Spiele in Tokio werden nach Wuhan verlegt. Die meisten Goldmedaillen holen die Illuminaten, vor den Freimaurern und Blackwater. Windows TV überträgt live in alle Länder, in denen Kreter nicht lügen, außer Mailand.

Juli: Aus dem Sommerloch krabbelt allerlei Wirbelloses, angeführt von Flip Amthor, der auf der Suche nach einer warmen feuchten Höhle … ach, das will doch keiner hören. Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Dieter Bohlen goes berserk.

August: Zum 100. Geburtstag von Gene Roddenberry schießt ein von Elon Musk gesponserter Klub Nutten und Koks ins All. In dem brutal gestreckten Zeugs werden Spuren von Erdnüssen gefunden. Die Welt ist entsetzt.
In Nowosibirsk wird ein oppositioneller Nordkaukase mit einer neuen Nuance von Nowitschok besprüht. Nur sein Blutalkoholspiegel von 0,1% rettet dem Mann das Leben. Die NATO verhängt Sanktionen.

September: Zum 700. Todestag Dante Alighieris lässt sich Rainer Callmund "Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate" auf die Oberlippe tätowieren und verschluckt ein Robbenbaby am Stück. Die Kritik ist begeistert. Am Grab von Christoph Schlingensief wird die Offenbarung des Johannes live aufgeführt.
Bei der Wahl zum Deutschen Bundestag holen CDU/CSU, Grüne und die Partei die Partei jeweils 20% der Stimmen. Die SPD feiert ihren „überraschenden Erfolg“ (Bumsjan Esken) von 4,8%. Angela Merkel wird wieder Kanzlerin, Vizekanzler wird Huub Stevens.

Oktober: Erster Tag unter 30°, es regnet sogar ein paar Tropfen. Roland Pofalla erklärt die Klimakrise für beendet.
Auf dem Welt-Kongress für Intelligente Transport-Systeme in Hamburg kommt er ebenso wenig an wie irgendwer sonst, da der dummerweise nur per Bahn zu erreichen wäre. Für die sind der plötzliche Temperaturabfall und die Feuchtigkeit nicht zu stemmen. Richard Lutz erklärt Roland Pofalla für beendet.

November: Veranstaltungen mit Zuschauern werden wieder zugelassen. Leider kann dennoch keine stattfinden, weil Bühnentechniker, Tontechniker, Beleuchter, Garderobisten, Kostümschneider, Saalordner, Hausmeister, Aufbauhelfer, Catering-Mitarbeiter, Fahrer, Kabelträger, Kameraleute, Hoteliers, Kammerzofen, Drogenkuriere und alle, die ich leider vergessen habe, zu Pflegehelfern umgetrimmt oder in Callcentern verklappt wurden. Fordern und Fördern halt.

Dezember: Weihnachten fällt schon wieder aus. Die Merz-Junta hält das faule Herumgehänge, Fettfressen und Komasaufen für undeutsch, wachstumsfeindlich und unchristlich. "Dafür hat der Herr nicht von der Krippe bis zum Kreuz geschuftet", so Regierungssprecher Hahne. Wilde Proteste von Glühweintrinkern und Weihrauchjunkies werden vom KSK zusammengeschossen. Alle Nachbarländer schließen die Grenzen zu Deutschland. Die AfD stellt sich hinter den Kanzler und fordert eine Vervielfachung des Militärbudgets. Der Säzzer beantragt Asyl in Bayern. Zu spät. Die Pillen fangen an zu wirken.

merry dingdong! säzzer

 
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Späßchen macht er gern, der Herr Bonetti, nicht wahr. Neulich den von "Krieg und Fliesen - Handwerker am Limit". Hahahaaa! Extrem witzig, wenn man nicht zu der betroffenen Randgruppe gehört oder auf einer fucking Baustelle wohnt. Wenn alles länger dauert als geplant, die Nerven blank liegen und dann noch wer von draußen kommt und um Prügel bittet. Da halt mal an dich!

Früher war das auch besser. Da hat man gemeinsam getan und gemacht, sich geschlagen und vertragen und eine Friedenspfeife geraucht. Zum Frühstück gab es Gutebutter und Bohnenkaffee. Also sonntags oder zu besonderen Anlässen, wenn z.B. das fucking Bad endlich fertig war (außer, dass es "fucking" noch nicht gab). Nein, soweit sind wir noch nicht, es gibt also vorläufig nur Kathreiner und Graubrot mit Rama.

Scheinpolen

Ich sehe noch, wie Mutter in ihrem Kamelamantel (oder war das der Popelinemantel?) in der Tür stand und frug, was sie einholen sollte. Die Handwerker (Onkel Klaus und Vattern, Letzterer zur moralischen Unterstützung) trugen ihr auf, den kaputten Rücken mit vierzehn Flaschen Bier zu beladen. Muttern stöhnte kurz auf und dann lange nach.

Heute lässt du so etwas für Geld machen. Du nimmst also ne Menge Scheine, hältst sie aus dem Fenster und schon wackeln drei Polen an, um deine Butze zu sanieren. Das steckt alles drin in dem Geld. Das macht das. Geld generiert Polen. Geiles Zeug. Musste ich neulich auch denken, als irgendein Mr. Superwichtig salbaderte, alle Menschen müssten "bezahlbaren Impfstoff" erhalten.

Das ist also die Denke von so einem Uno-Einhorn, dass Überleben "bezahlbar" sein muss. "Welch ein blödes Arschloch", mag man denken, aber wenn man sich umsieht ... die Spezies heißt gar nicht "Arschloch", die heißt "Mensch". Und geht langsam, aber unter stetigen kognitiven Blähungen unter. Was übrigbleibt, wird sich am Ende sicher um die letzten Buntscheine kloppen, während die Affen in der sauberen Luft leckere Früchte genießen. Vielleicht kriegen die ja irgendwann was Besseres an den Start.

 
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Original: Pixabay

Sie brauchen einen sicheren Rückzugsort. Wählen Sie ihn so, dass er unattraktiv wirkt und gut gesichert ist. Fenster sollten mit massiven Metallplatten gesichert sein, der Eingang möglichst nicht erkennbar, die Schlösser von höchster Qualität.

Vorratshaltung ist wichtig. Tätigen Sie keine Hamsterkäufe. Stehlen Sie LKWs von Lieferanten oder räumen Sie die Keller der Spaten aus, die Sie beim Hamstern beobachtet haben. Wichtig sind Nahrung, Vitamin C, Medikamente und Wasser. Kackpappe brauchen Sie nicht. Für Molotow-Cocktails sind Stofflappen ohnehin effektiver.

Sprechen Sie nur wenige Sekunden lang aus sicherer Entfernung, um festzustellen, worum es sich bei Ihrem Gegenüber handelt.
Reden Sie übers Wetter, Sport oder Ähnliches. Der Feind verrät sich durch einschlägige Signalwörter (Bakhdi, Merkel, Maske, Widerstand), verrenkte Posen und glasigen Blick. Vermeiden Sie Kollateralschäden nur, wenn Sie sich dadurch nicht selbst gefährden.

No Mercy

Benutzen Sie Distanz- d.h. Schusswaffen. Üben Sie den Gebrauch, bis Sie sicher zielen und treffen. Gehen Sie erst dann aus dem Haus.
Zielen Sie auf den Kopf! Erst wenn Sie zweimal getroffen haben, ist der Job erledigt. Achten Sie darauf, dass Sie stets dreimal so viel Munition wie Gegner haben. Besorgen Sie sich also Munition. Viel Munition!

Sie haben keine Zeit für Gnade.

Sollten Sie Gleichgesinnten begegnen, nennen Sie nicht Ihren Namen. Probat sind Pseudonyme, etwa Ihre Heimatstadt oder etwas, dass Sie sich gut merken können. Vertrauen Sie niemandem.

Good Luck!

Sollten Sie den Verdacht haben, ein bislang Gleichgesinnter könnte sich infiziert haben, verlangen Sie von ihm, eine Maske zu tragen. Covids verraten sich durch Weigerung und einschlägige Parolen. Zögern Sie nicht, schießen Sie!

Auf der Straße bewegen Sie sich besser mit gepanzerten Fahrzeugen. Ein alter Diesel ist das Mittel der Wahl. Keine Elektronik, kein Plastikscheiß. Schweißen Sie Blech auf Blech, bis Sie sicher sind, dass ein bei hoher Geschwindigkeit aufprallender Körper Ihnen nichts anhaben kann.

Sollte Ihre Munition verbraucht sein und sich keine neue besorgen lassen, ziehen Sie sich zurück. Halten Sie Werkzeuge vor, mit denen Sie im Nahkampf das Gehirn zerstören können. Warten Sie auf Hilfe. Scherz! Sie sind am Arsch. Gehen Sie raus und kämpfen Sie Ihren letzten Kampf! Vielleicht haben Sie Glück und es ist bald vorbei. Ach was. Ist es so oder so.

 
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Eigentlich ist hier schon alles gesagt. Überhaupt ist schon so viel gesagt. Wenn du dann noch ein Blog im Wortsinne führst, erst recht. "Blog" ist ein Weblog, ein Tagebuch im Internet. Seit mehr als 15 Jahren gibt es das schon hier, und so kann ich immer mal gucken, was ich wann so gesagt und gedacht habe. Vorteil: Da ich das alles selbst geschrieben und ein gutes Gedächtnis habe, finde ich auch recht zuverlässig die alten Geschichten.

Bei der Gelegenheit: Das ist offen, und so können auch die aus dem Verborgenen® das lesen. Vorteil: Das ist so viel Text, von dem sie so wenig kapieren, dass sie Ka Ieh dafür brauchen oder wenigstens Xkeyscore. Dabei wird sich vermutlich herausstellen, dass ich im Durchschnitt immer "Sozialdemokraten" und "fucking" sage sowie "Nazi" und "Dienste" häufig in Korrelation erwähne. Oisast vadechtik!

Du gehörst uns

Aber zurück zum verklinkten Text. Mir fiel es vor Jahren tatsächlich auf, dass man als Lohnsklave keine Zeit zum Kacken mehr hat. Jedenfalls nicht, wenn es sich ergibt. Dann sitzt du im Auto oder irgendwo, wo du nicht kannst oder willst. Das ist ganz selbstverständlich. Ich weiß gar nicht warum und halte mich nicht für analfixiert, aber dieses Symptom eines Machtverhältnisses fiel mir auf. Alle machen das mit. Wer nicht, ist nicht normal. Faul. Asozial.

Tzia, und dann kommt noch dies und das dazu. Die ganz normale Ausbeutung von "Burnout" zu unterscheiden, ist schon nicht einfach. Noch schwieriger wird das, wenn die Symptome noch andere Hintergründe haben. Ich frage für erzähle von einem Freund: Auf einmal funktionierst du nicht mehr. Keine Konzentration. Fahrig. Todmüde. Reiß dich mal zusammen! Starrattacke. Gedankenkreiseln. Vergiss es! Schon geschehen.

Dein Problem ist Echtzeit. Eins nach dem anderen, alles im Fluss. Gut organisiert, abgespult und angepasst. Tempo synchron, immer auf der Höhe. Der Nächste bitte. Kreativität gern, aber alles im Rahmen. Brainstorming, dann Auswertung, Entscheidung, Umsetzung. Guter Mann. Weitermachen! Dann kommt der Tag, an dem sich die Gedanken weigern, sich sortieren zu lassen. Nicht in Echtzeit. Das sind zu viele, und kaum ist der eine halb gedacht, drängt sich der nächste auf. Vergiss es, denn das kannst du inzwischen am besten.

No one told you when to run

Ich liebe Texte. Manchmal lese ich welche, bilde Wortklänge, die an mir vorbeirauschen. Was stand in dem Absatz? Keine Ahnung, ich muss ihn wohl nochmal lesen. Macht nix, das steht ja noch da. Schreiben ist auch ein wunderbarer Prozess. Wenn die Hummeln summen, lässt du sie halt raus, sortieren kannst du sie jederzeit. Die Reihenfolge der Buchstaben ist auch nicht so wichtig. Sie wissen ja, was sie bedeuten, und lassen sich später ohne zu murren auf die Kette bringen.

Keine Lust? Dann lässt du's eben. Du schweifst dauernd ab? Macht auch nix, das inspiriert vielleicht sogar. Allemal beruhigt das schwebende Tempo. Künstlich aufregen kannst du dich immer noch, wenn Herr Tourette mal wieder Gassi gehen muss. Geht alles, zu seiner Zeit, denn es ist meine Zeit. Meine Zeit. Sorry, ich tauge derzeit nicht für eine andere.

 
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Meine Regierungsverklärung begänne ja mit den Worten:

"Liebe dies, das, Ananas! Wir müssen mehr Verantwortung tragen in der Welt, als Volk und als Deutsche. Die Verantwortung muss bunter, weiblicher und diverser werden. Seit es Frauen in der Bundeswehr gibt und auch Schwule dort gern gesehen sind, reisen wir auch wieder gern. Das ist Material, mit dem man gern Verantwortung und so. Verstanden? Nicht? Was glotzt ihr so, ihr Spachtel?

Also nochmal: Wir schicken seit Jahren wieder Leute in Angriffskriege. Das lassen wir gern als "Verantwortung" verschlagworten, und zwar u.a. unter Verantwortung von Weibern (Scharping, Uschi, Krampkarre). Weiber schicken Weiber an die Front. Was waren wir empört wegen Kießling, jetzt sind wir stolz auf echte Homos, die wir mit billigem Schrott ausgerüstet dem Taliban vor die Flinte schieben. Darauf einen Regenbogen!"

Sozialer Aufstieg ist möglich!

Immerhin: Im Kern ist die Truppe immer noch braun, doof und gewalttätig. Was willst du mit solchen Leuten machen? Die schickst du nach Magdeburg ins JobCenter, zum Tönnies oder zum Barras. Oder lässt ihnen sogar die Wahl, dann läuft das von ganz allein. Keine Sau will in Hartz vier (egal, welche Schreibtischseite), beim Tönnies verdienst du schlechter, es ist saukalt, die Klamotten sehen scheiße aus und gefährlicher ist das auch noch.

Kann man natürlich auch als Aufstiegsmodell etablieren. Beim Tönnies holst du dir die Skills fürs Schlachten und die Todesverachtung, beim Taliban kannst du dann ernten. Auch für deine Instagram-Karriere nicht schlecht: im Hintergrund der Hindukusch, vor dir eine Leiche (möglichst nicht die eigene). Man muss ja nicht gleich draufstrullen, das ist nämlich sexistisch.

Beim Tönnies bist du so der Arsch, dass du für das Angebot, in einen dreckigen Krieg zu ziehen, sofort alles stehen und liegen lässt. Es ist ja nicht bloß so, dass du da ungefragt den Covid als Bonus einstreichst und mit der Kohle nur in Rumänien auskommst, du tötest Tiere! Sowas wie dich will man in keiner deutschen Innenstadt mehr sehen. Wie gut, dass es noch andere Länder gibt. Da will dich zwar auch keiner, aber wenn ihnen dein Gesicht nicht gefällt, schießt du denen halt in ihres.

Und jetzt alle!

Doch doch, es ist schon einiges besser geworden. Demokratischer auch. Jed*r/In Waffenfähige kriegt eine Waffe. Niemand (oder heißt das jetzt auch "niefraud"? Verdammt!) wird mehr vorab aufgeknüpft oder am Straßenrand vergewaltigt, bloß weil sie fälschlicherweise für kampfunfähig gehalten werden. Nehmen wir die Susanne: Hat sie eine Kalaschnikow in der Hand, fällt keiner über sie her, und bei einer H&K denkt man zumindest nochmal drüber nach.

Also: Verantwortung. Das kann gar nicht verantwortungsvoll genug sein. Da sollte man keinesfalls auf dem halben Weg stehen bleiben. Komplettbewaffnung des Volkskörpers, Mindestalter zwölf, und kreative Lösungen für das Austragen von Konflikten, die unvermeidlich auch bewaffnete sein werden. Wo souverän Völkerrecht gebeugt wird, sollte man im Strafrecht nicht knausern, zumal sich das alles ohnehin einpendeln wird. Wer wird da schon kleinlich Erbsen zählen, mit Schusswaffen oder an Schusswaffen? Ohne Schusswaffen, das ist doch der Skandal!

 
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Ich habe da was recherchiert: Mein Freund Wenbo und ich, wir mögen kein Windows. Früher, als sogar Microsoft besser war, habe ich das mal benutzt, aber dann fing das an, dauernd zu telefonieren und wurde immer undurchsichtiger und hatte den Exploder. Da (Ja, ich mag Desktopse. Habt ihr mal gesehen, wie ich einen Dateinamen tippe? Bis ich den fertig habe, ist die neue Version draußen.) auch Linux inzwischen gut nutzbar war, nahm ich halt das.

So, der Wenbo ist eh schon immer Linuxer gewesen, und da hat der Bill Gehts sich gedacht: Die mach ich fertig. Also hat er, weil er uns ja kein Windowsvirus anjubeln kann, dieses andere in China ausgesetzt. Was der nicht wusste: Der Wenbo ist längst wieder in Deutschland, wo er auch aufgewachsen ist. Da hat der Bill also zugesehen, dass uns das auch hier erwischt, weil er uns nicht leiden kann. Weil er uns bestrafen will und nicht will, dass wir uns treffen. Toll, Bill Gehts, danke!!!1!

Kuschelig

Derweil sitze ich mit 30 Schnöseln in einem winzigen Raum. Die zuppeln sich dauernd an den MNS rum und lassen die flitschen. Jeden Tag neue Fälle an meiner Schule. Zwei meiner Freunde hatten Kontakt zu einem C-Zombie, ne Bekannte hat Symptome. Boom! Baang! Gut, dass ich eh gerade den Topscore im Burnout-Bingo knacke, ich habe da wohl eine Lösung ...

Andere haben andere Probleme. Tausendfünfhundert, darunter mehrere freche. Nein, ich verstehe das, man muss nicht warten, bis das hunderttausend sind und man sich an "Arschloch, Penner, Wichser, ich bring‘ dich um" gewöhnt hat. Ein Hinweis aber für die raffinierten unter meinen Verschwörungsexperten: "erdmanteltief" heißt nicht, dass ich das war. Komisches Wort, allerdings.

Hörnsema, Kolleje ...

Und dann das hier: "Rose" heißt nicht nur der Träner von Menschenjagdbach, sondern auch ein Fußballpatriot. Ich habe am nämlichen Abend bis zum Nullzwo geguckt, festgestellt, dass das nullsechs ausgehen würde (no shit!), und dann Snooker geguckt, was eh die schönere Ballsportart ist. Deutschland interessiert mich nicht, aber Fußball schon, auch als Wissenschaft.

Aus dieser Sicht ist es nicht zu erklären, wie Menschen, die schon in einem Verein gekickt haben, so 'spielen' können, schon gar nicht Profis. Niemand hat seine Position eingehalten oder sich aus derselben irgendwie nachvollziehbar hinausbewegt. Das ist völlig unmöglich. Gehen wir davon aus, dass eine Fernsteuerung nicht möglich ist, bleibt nur Folgendes:

Ein Gasleck

Joachim Löw hat diese Leute umprogrammiert. These eins: Geblitzdingst. Keiner wusste mehr, wer er war, was er kann oder gelernt hat. These zwei: Löw hat ihre Freunde und Familien in Geiselhaft genommen und verlangt, dass sie all ihr Können aufbieten, um virtuos absurde Bewegungen auf den Platz zu bringen. These drei: Ein ukrainisches Hodencovid hat die Spielerhirnchen mit mutierten Neurotransmittern geflutet. Die einzige Erklärung, bei der Löw seiner unverzüglichen Exekutierung entgeht. Eher unwahrscheinlich.

So, die Viertelmillion ist auch erreicht, check! Frage: Cui bono? Quid est in intellectu, quod non prior fuerit in sensu? Wer zündet die Mondlampe an? Warum starben die Saurier aus (und kommt mir jetzt nicht mit "Meteorit", den hätte ja wohl irgendwer sehen müssen!!!1!)? Qui quae quod! Ich desinfiziere mindestens stündlich meine Hände. Zum Saufen ist es einfach noch zu früh, aber ganz ohne Alkohol geht es auch nicht. Rührt euch!

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