kunstlyriklamauk


 
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Ich mache mir einen Einkaufszettel. Mal sehen; was kaufe ich mir denn heute?

Marmelade. Käse. Brie. Und Bier. Brie, Bier und Brei. Brot. Und Wein. Whisky. Zigarren. Eine Stunde mit einer Hure. Ein Fahrrad, Klopapier, Rasierer - und das Auto, mit dem man statt zum Kindergarten einfach offroad fahren und das Leben genießen kann. Eine Urlaubsreise, ein Bügeleisen, ein Abonnement.

Der Wirt tauchte ein Geldstück in eine Bierlache und wir bedankten uns dafür. Ein Stück Eisen, mit Kupfer ummantelt, wird von allen geehrt. Wenn es als "Restgeld" in eine Plexiglasschachtel eingeführt wird, rettet es Tiere und Kinder. Früher hat es gearbeitet, wenn man es auf eine Bank legte. Heute nicht mehr, aber wenn man es Leuten gibt, müssen die tun, was man will oder einem Sachen dafür geben.

Ein ganz normaler Vorgang

Kaufen! Kaufen! Heute gehen Edelmetalle, aber der Bitcoin ist schwach. Immobilien halten. Technologie im Auge behalten. In Food Fonds investieren. Hunger muss gar nichts Schlimmes sein. Agricultural Euro Fonds. Dammbruch? Beton. Trockenheit? Tiefbau. Konflikt? Kleinkaliber. Privat kann besser.

Hans Hallmackenreuther aus Hamm-Clov ist nicht zufrieden. „Wenn das die beste je getestete Matratze sein soll", ätzt er, "dann möchte ich nicht die zweitbeste sehen. Jetzt zeigen Sie mir mal die wirklich guten, aber pronto!"
"Wir führen nur gute Ware, der Herr ...", setzt der Verkäufer an, ein eher schüchterner kleiner Mann, aber Hallmackenreuther fährt ihm dazwischen:
"Das ist ja nun nicht an Ihnen, das zu beurteilen. Werden Sie nicht unverschämt! Ich möchte sofort den Geschäftsführer sprechen!"

Alles hat seinen Preis. Man muss nur handeln. Jeder kriegt, was er verdient. Der Kunde ist König. Dafür bezahle ich Sie schließlich. Ich muss für mein Geld auch arbeiten. Und alles von meinem Geld. Von meinem Geld! Mea pecunia, mea maxima pecunia. Si vis pacem, eme bellum. Wer zu spät kauft, den bestrafen die Märkte. Gerne. Vielen Dank und auf Wiedersehen!

 
Die bekannte Influenzerin Bratzo-Biggi hat anlässlich eines aufgeheizten Sommerlochs den Blogger "flatter" besucht und ihm einige kritische Fragen gestellt. Im Folgenden veröffentlichen wir die Mitschrift ihres Typemanagers.

Bratzo-Biggi: Flatter, du bist Blogger, ne?

flatter: Yo, bin ich, ne?

Bratzo-Biggi: Wieso eigentlich?

flatter: Ich musste. Diese Stimmen, weißt du?

Bratzo-Biggi: Ja, das kenn ich. Ich hab die auch immer im Kopfhörer. Aber ich mein: Wieso machst du das immer noch? Das ist sowas von ... zweitausendeins.

flatter: Ja richtig. Ich wollte mal was Hippes machem, was Modernes. Was, das die Leute interessiert. Was Eigenes.

Bratzo-Biggi: Du bist ja inzwischen Großvater ...

flatter: Danke! Vielen vielen Dank! Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Bratzo-Biggi: Biste jetzt beleidigt?

flatter:: Nicht für die Kohle. Frag weiter, ich kann noch.

Bratzo-Biggi: Was sind eigentlich deine Vorbilder?

flatter: Früher Jesus und die Eifel, inzwischen Jens Berger, Roberto De Lapuente und Stefan Sasse.

Bratzo-Biggi: Wer ist das?

flatter: Falsche Frage, Biggi. Wenn du keine Ahnung hast, einfach so tun als ob!

Bratzo-Biggi: Okay, also ... und wieso sind das deine Vorbilder?

flatter: Weil die es geschafft haben. Ich bin hier draußen ... ganz allein. Ich will aber doch nur dazugehören! Gemocht werden. Dass Heiner Flassbeck mich liebt!

Bratzo-Biggi: Wer ist ... ach so, der Heiner! Ja, das verstehe ich. Macht dich das traurig?

flatter: Sehr. Ich habe schon mehrere Selbstmordattentate auf mich verüben lassen. Hat alles nichts gebracht. Nicht mal der Stadt-Anzeiger hat berichtet.

Bratzo-Biggi: Du bist also eigentlich gescheitert.

flatter: Nicht "eigentlich", total. Sogar als Märtyrer.

Bratzo-Biggi: Warum machst du nicht was ganz Anderes?

flatter: Was denn? Ich kann doch nix.

Bratzo-Biggi: Na Twitter, Facebook, Insta oder YouTube.

flatter: Meinst du, das kann ich?

Bratzo-Biggi: Hm ... nö. Ey, ich will dich nicht krank machen, ne? Aber du bist alt, du siehst scheiße aus, du bist voll langweilig und ich versteh' deine Geschichten überhaupt nicht.

flatter: Dann musst du halt Tagesschau gucken, die spritzen zuverlässig nach 15 Minuten ab.

Bratzo-Biggi: Siehste, das versteh' ich auch wieder nicht. Tagesschau? Was soll das denn bitte sein?!

flatter: Ich breche das an dieser Stelle ab.

Bratzo-Biggi: Wieso das denn?

flatter: Kippen alle, Wodka alle.

Bratzo-Biggi: Zeig' mal die Marken, du Noob!

An dieser Stelle tritt der Säzzer ins Bild, beleidigt Biggi sexistisch und zerhaut einen Tisch mit einer Axt. Man sieht im Abspann, wie er mit 'flatter' in den Sonnenuntergang reitet. Das Video wurde nie veröffentlicht und jüngst zufällig von einem Kammerjäger entdeckt.

p.s.: Die Rechtschreibkorrektur schlägt als Alternative zu "Influenzerin" "Influenzaviren" vor.

 
sw

Endlich mal ein Grund, müde zu sein. Na, geht noch wer arbeiten? Was ist das bloß für ein beschissenes Land, in dem schon morgen um sieben die Sonne aufgeht? Nee, im Ernst ist nix drin heute. Also machen wir ein bisschen Spaß und lesen was:

"Netz-Reaktionen zum Hymnenwechsel bei Borussia" überschreibt ein Kollektor publizistischer Glanzleistungen eine solche. Wo fangen wir da an? "Was ist Borussia"? könnte man fragen und wäre schon sehr einsam, wenn man nur wüsste, dass das Wort etwas mit Preußen zu tun hat. Die Zielgruppe hingegen weiß: "Fußball", und die Adresse der Redaktion weist auf die aus Menschenjagdbach hin, Home of Reichspropagandaminister. Gowdwin. Bingo!

Dummdidumm ...

So weit tappen wir also in die Falle einer inhaltlichen Annäherung an das Nichts, um das es da geht. Die Kenner und Experten aber haben längst notiert: Hier kann einmal mehr ungehemmt Twitter zitiert werden, 'Insta' und Fräsbook, fertig ist der 'Inhalt' für die Leistungsgeschützten. Ob die Urheber aus dem Netz das dann mit Link auf die Quelle zitieren können, ohne dafür zahlen zu müssen?

Bleiben wir kurz bei Spocht und Zelebrities; eine niederländische Leichtathletin wurde "mit mehr als 50 Kilogramm Drogen erwischt", dabei u.a. Meth. Bloody Hell, dafür sieht sie noch gut aus - oder hat das Zeugs eine leistungssteigernde Wirkung, von der die Öffentlichkeit nichts wissen darf (wegens Beunruhigung, wissens' schon)? Immerhin könnte das der erste echte Einzelfall sein. So brutal hat nicht mal Lance Armstrong zur Kanüle gegriffen. Fun Fact: Der Bildredakteur hatte die großartige Idee, die Dame in Arbeitskleidung mit Sporttasche abzubilden. Das ist der Beweis!!111!

... Keksee!

Beinahe ohne Worte: "5500 Paar Schuhe stehen in Flammen". Das soll eine Meldung sein? Oder ist das auch wieder eine dieser Propagandameldungen und Durchhalteparolen? Bei den Asphalttemperaturen kann mir niemand erzählen, das wären nicht mehr.

Eine kleine innere Oktoberparade aus traurigem Anlass: Ein nicht ganz unterprivilegierter Sprechsänger, der sich dabei hat filmen lassen, wie er wen amtlich vermöbelt (vulgo "Körperverletzung"), wurde dafür in Schweden der Strafjustiz zugeführt. Der Komiker Trump, Donald, derzeit als POTUS im Raum Amerika unterwegs, kann das nicht leiden und fordert daher den Schwedischen Ministerpräsidenten auf, diese lästige Gewaltentrennung gefälligst aufzuheben und den US-Bürger subito ziehen zu lassen. Tja, Schweden, wenn das der Lohn der Arschkriecherei ist, gibt es doch noch Spuren von Gerechtigkeit in der Asche dessen, was früher (alles besser®) einmal "Diplomatie" hieß.

 
lu

Ich frage mich ja oft und öfter, ob ich mich auf diesem Planeten noch verständlich machen kann. Ich versuche es einmal mit einer Hundeanalogie. Ich mag Hundeanalogien, zumal als Pädagoge, als der aufzutreten meine Anpassungsleistung ist, um an diesen bizarren Ritualen des Warentauschs und der Zinszahlung teilnehmen zu können, die über den Stand des Religiösen hinaus der hier dominierenden Spezies zur zweiten Natur geworden ist.

Also, Hundeanalogie: Wenn ich mich einem Hund verständlich machen will, muss ich Hund sprechen. Mensch zu sprechen, nützt nix, da ist die Töle grammatikalisch überfordert, und nein, der "weiß" nicht "ganz genau", was man von ihm will. Insofern geht das, wenn man einfache Dinge zu kommunizieren hat, wie "komm her" und dafür bereit ist, ein angemessenes Angebot zu unterbreiten. Bei der Spezies 'Mensch' funktioniert das auch sehr gut, nur ist diese in einer Art mit sich selbst beschäftigt, dass das nur funktioniert, wenn sie nichts davon bemerkt; sonst verfällt sie in einen Modus komplexer Sinnverhandlungen, die auch höher entwickelte Spezies' in den Irrsinn zu treiben vermögen.

Wuff!

Während Hund einfache Beobachtungen als einfache Kombinationen abspeichert ("Sitz!" hören, setzen, Leckerli), versucht sich Mensch an Folgen und Reihen, die er teils mit den logischen nicht völlig unähnlichen Operatoren kombiniert, um dann aber wiederum Verknüpfungen zu bilden, gegen die Quantendynamik nachgerade simpel erscheint. Selbstverständlich entgleitet ihm dabei jeglicher Durchblick, was ihn dazu veranlasst, den Fokus zu tunneln und die so gewonnene 'Einsicht' für die Steigerung von Wahrheit zu halten.

In der Folge ist er jederzeit befähigt, Schuldige zu benennen und Hierarchien zu bilden. Darin ähnelt er dem Hunde nur grob, dessen genetisch inkludiertes Wolfswesen zu funktionierenden Hierarchien führt, die einer klaren Logik folgen, weil Hunde eben nicht so tun, als verstünden sie diese und wüssten darum besser, wer hier der Chef sein muss, nämlich das Arschloch mit der größten Fresse. Pardon!

Jetzt geeht's lost

Menschen bilden daher Gruppenstrukturen aus, die evolutionär als äußerst irregulär gelten müssen. Die Dominanz des Menschen auf dem von ihm als Beute betrachteten Planeten hat das Prinzip der Auswahl quasi umgekehrt und das zur Gattung gewordene Selbstmordkommando installiert. Durch skurrile Zufälle bedingt, gelang es dieser aber bis heute nicht einmal, mit Anstand auszusterben.

Oh, ich merke, ich schwiff ab. Eigentlich wollte nur zu Protokoll geben, dass die religiöse Überzeugung vorherrscht, man könne maßgebliche Veränderungen im Weltgeschehen herbeiführen, indem man ... doch, das meinen die Ernst ... ich schmeiß' mich weg ... ich krieg die verdammte Tür nicht mehr zu ... eine Partei gründet, muuhahaha! Der Wellbrock will eine für Verbote, Sternchentante Kleimann von OXI eine für "Future". Sozen! Sind sie nicht niedlich! I mean ... wenn man nicht wüsste, wie die Nummer wieder ausgeht, man könnte sie knuddeln, oder?

 

Die Sozialdemokratie setzt einfach auf 'bessere Eliten'.

Autor bekannt

 
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Ernsthaft jetzt? Uschi von der Leyen wird Juncker? Ihr traut euch was! Warum eigentlich, fragen Gazetteure vom Journaill. Ja, warum wohl? Alter Adel. Hervorragend vernetzt. Stinkreich. NATO-gestählt. Die Dame schwebt in einer Parfumwolke der Elite. Bei Normalsterblichen nennt man das "Stallgeruch", in ihrem Fall ist es der Pesthauch der Paläste.

Dennoch ist sie handzahm, liest artig jeden Zettel ab, macht alles mit und redet alles schön - es sei denn, sie ist im Auftrag der Angst unterwegs. Dann muss sie schon mal vor Alten und Kranken den Buhmann geben, damit ihre Spießgesellen den Überwachungsstaat voranbringen können. Remember? Eat this:

"Aber die 80 Prozent, die nicht so versierte Internetnutzer sind, deren Einstieg geschieht über den klassischen Weg der Spam-Mails, mit denen sie überschüttet werden, mit denen sie angelockt werden - ich sage mal aus der Drogensprache 'angefixt' werden - und dann kommt der Hunger nach mehr. Dann fängt das Suchen an. Es werden gezielt auch Angebote unterbreitet."

Fürchtet euch!

"Man wird sozusagen unkompliziert und verlockend auf einen Pfad geführt, wo - und das ist das Entscheidende - im Internet, solange keine Sperre da ist, das Gefühl entsteht: "Na ja, es guckt ja jeder sich das an." Die Hemmschwelle sinkt und das ist der Einstieg in die Sucht, die Vergewaltigung von Kindern immer wieder auch zu sehen. Ich muss auch deutlich sagen, dass die Experten sagen, dass ein kleiner Teil dieser User irgendwann das auch im realen Leben erleben möchte und sich deshalb dann auf den Straßen umschaut."

Jahaa, das ist schon eine Expertenkennerin, die Uschi. Und wenn sie ihr erzählen, Putin hätte den Mond mit Cyberstrahlen angegriffen, damit er uns auf den Kopf fällt, dann wird sie auch das mit seriöser Miene vortragen, und die Mehrheit der Konservativen wird mit dem Stahlhelm auf der hohlen Nuss in den Keller rennen. Die perfekte Besetzung für eine Demokratiesimulation, die mit den aktuell bereits Vollsenilen aussterben wird.

Aber wartet, wo Dunkelheit ist, das lauert auch die Finsternis. Habe ich mich jemals über das Äußere eines Politikers lustig gemacht? Wen gedisst, weil er scheiße aussieht? Na verdammt, dann wurde das auch mal Zeit! Der Amthor Flip ist nämlich einer der Typen, nein Bürschlein, deren Anblick mich in Wallung bringt. Da schießt mir die Säure ein.

The End Is Always Near

Ich bin an vielen Schulen unterwegs, aber das, was ich aus den 80ern noch kenne, diese Exemplare, die damals mit ihrem Samsonite-Koffer verwachsen waren und den totenhässlichen Anzug nur abgelegt haben, um sich 'leger' ins Lacoste-T-Shirt zu quetschen, diese gesichtslosen, amorphen inkarnierten Nichtse, die auf ihrer eigenen Schleimspur durch die Hallen glitten, ich hatte sie für ausgestorben gehalten.

Und dann kommt das. Das ist doch ein Bot, oder? Wenn man den zehn Mal fraggt, respawnt der doch als Horrorclown, richtig? Und was der plappert - das ist keine KI, das hat nicht mal Windows 3.11-Format. Sieht aus wie ein Teenie und haut Jahrhunderte alte Macho-Sprüche raus, ist für Abtreibungen, die er aber "Töten" nennt (Sie nannten ihn "Babykiller"), hat nix gegen Schwule, wenn die nur nicht zu extrem werden, findet das Wort "Ölauge" lustig und und und.

Himmel, das kenne ich von noch meinem Opa, und ich bin inzwischen selber einer. Dieses Angebot von der Resterampe der unvermittelbaren Schwiegersöhne aus der Kriecherfraktion soll also die Zukunft der hochheiligen Demokratie sein? Oder ist das vielleicht eine bizarre Art von Kunst? However, von mir aus kann das weg. Schickt den Schnösel in Pension, ehe er noch am Tor rüttelt!

 
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Was ist ein Grundgesetz? Da stellen wir uns mal ganz dumm ... ein Grundgesetz hat zwei Sorten Löcher. Die Einen schreiben jeden Schwachsinn hinein und durch die anderen geht seine Wirkung flöten. Es ist sehr schwer; so schwer, dass man es nicht unter dem Arm tragen kann. Wenn es ums Geld um Menschenrechte®, Freiheit® und das Gute® geht, schaut man nicht so stur hinein, das stört nämlich bloß die Verantwortung®.

Nein, das ist gar nicht lustig. Hatten wir zuletzt eben die Großkoalitionäre, die zeitweise beliebig Quatsch in die Verfassung sudeln konnten, eine Klientel, die ohnehin nicht weiß, was ein Gesetz ist und statt Regelungen zu treffen lieber PR-Titel in die Gesetzbücher schmiert, droht jetzt die Steigerung in Form Grüner Vorschriftenwut. Man kann jede Dummheit noch überbieten.

Ganz doll wichtig

Eine "CO2-Bremse" wollen sie im Grundgesetz stehen haben. Man darf sich hier überhaupt nicht mehr fragen, ob diese Ideologie auf Kindergartenniveau überhaupt den Unterschied kennt zwischen einer Verfassung und einem Parteitagsbeschluss. Man muss sich dem pädagogisch nähern, um das zu verstehen. Wenn sie etwas ganz dolle wichtig finden, dann muss das an eine ganz dolle wichtige Stelle, und die ist das Grundgesetz. Was man da reinschreibt, das passiert auch.

Kleine Kinder und religiöse Fanatiker glauben noch, dass man etwas nur mit entsprechender Autorität sagen und daran glauben muss, dann tritt es auch ein. Der infantile Pietismus der Grünen bedient beide Kategorien. Am besten beschließen wir dann noch das Ende vom Tierleid, schöne neue Elektroautos, bezahlbaren Wohnraum in allen Großstädten und dass wir uns alle liebhaben.

Solche Amateure, Traumtänzer und Moralfuzzis eint mit den anderen Christizisten und 'Konservativen', dass sie die Gesetzgebung als Vehikel ihrer kruden Weltsicht missbrauchen - sie glauben, man muss das Böse nur verbieten, dann verschwindet es. Wenn das nicht so klappt, muss man es noch doller verbieten (härtere Strafen, Fummeln am Grundgesetz). Was sie unterscheidet, ist dass die Schwarzen immerhin lesen können. Man hätte das Buch ja wenigstens mal zur Hand nehmen und bis Art. 20a blättern können.

 
mb

Ich war schon als sehr junger Kerl recht aufmerksam und gegen den Strich gebürstet. In meiner Siedlung lebten einige nicht ganz irrelevante Leute, daher war es ganz selbstverständlich, dass die Stasi allgegenwärtig war. Sehr lustig zu beobachten, wie sich einige bemühten, unauffällig zu wirken, während andere das genaue Gegenteil taten. Am besten gefiel mir aber, dass die Geschichte offenbar so eine Art Kreiswichsen war. Jeder beobachtete jeden.

Ich galt als aufmüpfig, daher taten die meisten so, als ignorierten sie mich. Ein paar waren auch von der appellierenden Sorte. Sie sprachen gern von Sozialismus, meiner Zukunft und beides in Kombination. Ich war nicht sonderlich interessiert. Das musste sich eines Tages ändern, dals ich ganz offen gefragt wurde, ob ich kooperieren wolle. Ich bat mir Bedenkzeit aus.

Das verwirrte den Offizier, der noch ein paarmal nachhakte; ich gab ihm aber zu verstehen, dass ich weder wüsste, was ein guter Sozialist sei noch viel Pflichtgefühl verstünde. Ich müsse einfach nachdenken, und wir verabredeten uns für einen Folgetermin. Als wir uns wiedersahen, fragte ich, ob ich Mitarbeiter werden könne. Nicht irgendein Spitzel, der doofe Fragen beantwortet, sondern eben hauptamtlich. Ich hatte ohnehin wenig Lust zu arbeiten, und die Idee schien mir einige Probleme gleichzeitig zu lösen.

Karriere

Beim ersten Gespräch mit seinem Vorgesetzten wusste ich schon wesentlich mehr über Sozialismus, Pflicht und all diesen Kram. Schließlich besuchte ich eine Schule und hatte das oft genug gehört. Nicht gar so schwierig. Außerdem hatte ich technisch einiges drauf. Kurzum: Sie konnten mich trotz gewisser Bedenken gebrauchen. Also habe ich ein paar Jahre gefrickelt und gemacht und mir den großen Apparat von innen angeguckt, bis Helmut kam und die Meisten von uns entlassen wurden.

Ich habe trotzdem Freunde, und die haben mich natürlich gefragt, wieso und warum. Ich sei doch gar nicht so, blabla. Dabei ist meine Karriere eigentlich selbsterklärend. Wie gesagt, bin ich mit den Kollegen, Zuträgern und Beobachtern groß geworden, Was machst du dann also? Schlägst ihnen die Tür vor der Nase zu, legst dich mit ihnen an, verbaust dir alle Optionen und wirst trotzdem bespitzelt? Wo ist der Sinn?

Oder du machst dich zum Spaten, lässt dich abhorchen, wirst dann erst recht bespitzelt und hast nichts davon? Uncool. Alternative: Du guckst dir das von innen an, lernst die Leute kennen, die dich bespitzeln und die Leute, die du bespitzelst, weißt, wen sie bespitzeln und man respektiert sich gegenseitig. Ab und zu ein Zückerchen, nichts zu Intimes, und wenn jemand ein Problem hat, kannst du dir überlegen, ob du es ausnutzt oder hilfst.

Abschaum

Meistens hat man sich geholfen, denn wir waren ja nicht blöd. Das macht die Arbeit leichter, und es ist immer besser, jemand schuldet dir was als umgekehrt. Kurzum: Ein schräges Theater, in dem die Rollen klar verteilt sind. Ab und an, wenn ein Fetter wen auf dem Kieker hatte und der das Spiel nicht verstand, flogen Späne. Da hielt man sich raus, so gut man konnte. Meistens kannte jemand wen, der wen kannte und konnte noch rechtzeitig warnen. Wenn wer die Warnung nicht ernst nahm ... tja.

Dann kam wie gesagt Helmut, Birne, der Kanzler der Einheit und das, was der Westen so "Dienste" nennt. Ein paar von uns sind übernommen worden, darunter vor allem Wendehälse, aber auch ganz harte Jungs, die zum guten Schluss noch mal die Nazis abschnorcheln mussten. Habe ich nie verstanden, das Motiv. Wieder andere haben der Bundesregierung ein paar Sachen aus dem Archiv gezeigt, damit sie keinen Stress machen. Trotzdem sind viele wegen - man fasst es nicht - Landesverrats verurteilt worden. Das hat das Verfassungsgericht dann aber später zurückgenommen. Hatten wir auch nicht anders erwartet. Verbindungen eben.

Für die Westpresse sind wir seit Jahrzehnten der schlimmste Abschaum, während sie von ihren eigenen Leuten nichts wissen wollen. Ich bin ja nicht leicht zu ekeln, aber von denen würde ich keinem die Hand geben. Übrigens auch nicht den ganzen Schleimern, die gar nicht genug Dreck über Freunde und Kollegen auskippen konnten. Wo du die überall triffst, das glaubst du gar nicht. Ich habe immerhin etwas mitgenommen aus der Sache: Man macht sich einfach keinen unnötigen Stress, und was man weiß, das weiß man. Damit kommst du auch als Arsch der Woche zumindest jederzeit zu einem Job. Das ist ja alles, was bei euch zählt.

 
hk

Ich sitze mit meinen Töchtern beim Essen, plötzlich gibt es einen Knall in der Diele. Die Tür wurde eingetreten. Drei Typen in Anzügen, breit wie Kleiderschränke, betreten die Küche. Zwei stellen sich hinter die Mädels und ziehen ihnen schwarze Stoffsäcke über die Köpfe. Der dritte spricht mich an:

"Guten Tag der Herr!" Sein Kinn allein ist breiter als mein Stuhl. "Wir haben gehört, Sie schreiben so nette ...."
"Sonette?", sage ich, als ob das etwas ändern würde, "Ich schreibe keine Sonette."
"So nette Artikel im Internet", fährt der mit dem Kinn fort, "linkes Zeugs und so. Unser Auftraggeber steht auf linkes Zeugs. Deshalb lässt er Ihnen einen schönen Gruß ausrichten. Sie haben eine Reise gewonnen."

Schanghait

Ich stehe wie immer über den Dingen und antworte souverän: "Äh, wer, was, wieso ..." und frage mich spontan, ob wohl wieder wer einen Podcast aufzeichnet.
"Jemand steht auf Sie. Sehen ja auch verdammt gut aus", scherzt sein Kumpel, der etwas kleiner ist, also eher Würfelform hat. "Wenn Sie uns also bitte folgen würden ... und damit Sie auch gar nicht erst auf die Idee kommen, den Helden zu spielen, leisten wir den beiden Hübschen hier noch ein wenig Gesellschaft."

Es wird dunkel, als sie auch mir eine Kapuze überstülpen. Mit werden die Hände gebunden und ich werde durch den Flur auf die Straße geführt, wo ein Auto auf uns wartet. Es ist ein Sechszylinder, vermutlich ein enteigneter BMW, wie ich beim Losfahren höre. Der Fahrer hat es eilig. Clever und professionell frage ich, wohin sie mich bringen, aber ich sitze offenbar allein im Fond, der obendrein mit einer Art Schallschutz versehen ist. Meine Stimme klingt extrem dumpf, wenn ich spreche.

Wir sind etwa eine Stunde unterwegs (ich habe ein sehr gutes Zeitgefühl), als wir anhalten und die Tür geöffnet wird. Man führt mich über einen langen Fußweg in ein Gebäude, dann eine Treppe hinauf. Eine Tür schließt sich hinter mir, dann werden mir Fesseln und Kapuze abgenommen. Im Gegenlicht erkenne ich die Silhouette eines Mannes.

And The Winner Is ...

Seine Stimme kommt mir bekannt vor, als er zu mir spricht, sanft und bestimmend: "Ich mache es kurz und klar: Sie werden gleich durch diese Tür dort gehen. Man wird Ihnen eine Frage stellen und Sie werden mit 'ja'. Antworten. Nur dieses eine Wort, sonst nichts. Es ist ganz einfach und gar nicht so schlimm. Wenn Sie das tun, wird Ihren Töchtern nichts passieren. Haben Sie das so weit verstanden?"

"Ja", sage ich knapp. Er darauf: "Gut, damit wäre die Generalprobe ja bereits bestanden. Ach, und noch etwas: Herzlichen Glückwunsch!"
Die Tür öffnet sich, es ist sehr hell, Applaus brandet auf. Ich werde gefragt: "Nehmen Sie die Wahl an?", denke nicht lange nach und antworte pflichtbewusst mit "Ja". Wieder Applaus. Die Stimme von eben ruft in ein Mikrophon: "Wir haben einen neuen Vorsitzenden, Genossinnen und Genossen." und jetzt sehe ich auch das Gesicht dazu. Es ist Thorsten Schäfer-Gümbel. Ich bin auf dem Parteitag der SPD.

 
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Ich pflege durchaus die schlimme Kultur, mir dumme Filme und Serien anzuglotzen, um mein Hirn zu sedieren. Nun gibt es dort Trends, die einem mehr oder weniger gefallen können, nicht zuletzt, weil sie es einem unmöglich machen, vor sich hin zu dämmern. Wie bereits einige Male erwähnt, war Uena selig aufgefallen, dass, wo einmal Forschergeist und Abenteuerlust Serien wie Star Trek haben entstehen lassen, in diesen Zeiten die Zombieapokalypse dominiert.

Ebenso nervig fallen Designkatastrophen auf, die vor allem 'historische' Verfilmungen völlig zerstören, so dass man sich mit Inhalten gar nicht mehr beschäftigen muss. Ob Antike oder Mittelalter, stets haben die Darsteller perfekte Zähne, sind durchtrainiert oder schlank gehungert, und wenn ihre Klamotten sich nicht eh strahlend weiß in die Waschmittelreklame einpassen, dann sind sie in albernster Weise auf gebraucht gebrasselt. Die Straßen sind gefegt, man sieht weder Müll noch Scheiße.

Schöne Geschichte

Dieser Geschichtsklitterung durch furchtbare Bewusstlosigkeit gesellt sich inzwischen eine weitere hinzu, weil verblödete Ideologen der verwöhnten Mittelschichtskinder ihren Genderama-Spralleria-Dung auch noch quer zu jeder Wissenschaft in die Produktionen pressen müssen. Das fängt schon bei pillepalle Phantasiebegriffen wie "Gender" an und nimmt dann schamlos den ganze Heile-Welt-Schmonzes, in dem wir uns gefälligst alle liebhaben, mit.

Geht es in Sci-Fi noch klar, dass etwa Homosexuelle ihre Beziehungen offensiv ausleben, Schwarze zu Helden werden und Frauen dominieren, so hat das in historischem Kontext (der fängt insofern in der Gegenwart an) nichts verloren. Es ist wirklich nicht zu fassen, dass die selbst ernannten Opferschützer glauben, indem man die Kämpfe, die Diskriminierungen und Demütigungen der 'westlichen' Kultur gegenüber Minderheiten und Frauen einfach leugnet, wäre irgendetwas gewonnen. Anstatt die Welt so darzustellen, wie sie war, wird sie so manipuliert, wie sich die Ideologen das eben wünschen. Rückwirkend und quer durch alle Genres.

Immer druff

Gerade die aktuell jüngeren Generationen kranken an der Frühdemenz, die sie glauben lässt, alles wäre schon immer so gewesen wie sie es jetzt erleben. Der Mangel an Zusammenhang im Denken und in der Informationsverarbeitung, das zerfallende Wissen, das quasi jedem nahelegt, doch zu glauben, was er will, ist epidemisch. Sogenannte 'Linke' meinen ernsthaft, das sei ein Werk rechter 'Populisten'. Derweil gehen sie selbst hin und betreiben dasselbe Geschäft. Die Welt ist eine Erzählung, und jeder erzählt das Märchen, das ihm am besten gefällt. Der Rest ist Fake News, Feindpropaganda.

Die Krönung vom Ganzen ist aber, dass der American Way of Solving Problems dabei stets unangetatset bleibt: Haben Helden zwar inzwischen weiblich, farbig und schwul zu sein, so bestimmt ihre Heldenhaftigkeit sich weiterhin dadurch, dass sie aus dem Weg räumen, was sie als böse® erkannt haben. Was das ist, wer das ist und was man mit denen macht, bestimmen sie in einem Aufwasch. Niemals hingegen kämen diese Helden auf die naheliegende Idee, einfach zu leben und leben zu lassen. Einmal im Heldenleben nachgeben. Wie doof wäre das denn!

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