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Zum Thema "Feminismus" habe ich das meiste schon gesagt. Auch ist es mehr als hinlänglich hier durchgekaut, dass "Gender"-Theorien nicht identisch mit Feminismus sind und dass ich sie rundweg zurückweise. Sie sind antiwissenschaftlich und in der Praxis totalitär. Dabei fällt aber immer wieder durchs Raster, dass Frauen nach wie vor benachteiligt werden. Wie gesagt, ist das kein Wunder, denn ihre Position ist schwach, und wo alle ausgebeutet werden, geht es den Schwächsten am schlechtesten. Dem Patriarchat fiel der Kapitalismus in den Schoß. Der hat die Ursachen inzwischen beseitigt, aber nicht die Symptome.

Weder "Feminismus" noch ein anders etikettierter Kampf für die Rechte von Frauen sind aber links. Das hat viele Gründe. Die Überschrift zum Beispiel ist ein Zitat von Andreas Baader, das er gern in Anspruch nahm, wenn ihm eine Genossin widersprach. Dabei wurde er noch von den Frauen der RAF verteidigt; er sei "Kader", ein besonders qualifizierter Kämpfer, der sich in den angeblich gleichberechtigten Strukturen eben durchgesetzt hätte. Das sei keine Hierarchie, denn Hierarchie ist ja "bürgerlich". Dabei hat Baader schlicht unreflektiert das Rollenschema seiner Zeit (und vor allem der Zeit davor) ausgefüllt.

Frauen mussten sich damals von ihren Ehegatten noch die Erlaubnis einholen, wenn sie lohnarbeiten wollten. Die Genossin, die den Pascha nicht überzeugen konnte, musste nach derselben Herrschaftslogik eine dumme Sau sein, die nicht wusste, wo ihr Platz war. Es war also nur gut für sie, wenn ihr das ein höher qualifizierter Kader deutlich machte. Zumindest die in der RAF haben das auch eingesehen. Dass es "'68" auch feministische Nischen in der Protestbewegung gab, macht das nicht zu einer "linken" Sache, nur weil Reaktionäre auch aus politischen Gründen gegen Gleichberechtigung sind.

Falsche Adresse

Ein weiterer Irrtum wird sowohl von rechten Trollen wie von selbsternannten Linken verbreitet: Dass "Grün" und Umfeld "links" seien und damit auch Feminismus. Wie gesagt waren die Grünen angetreten als "Ökologisch, sozial, basisdemokratisch, gewaltfrei”. Sie waren zwar die ersten, die sich an einer Frauenquote versucht haben, aber das stand nicht einmal oben auf ihrer Agenda. Inzwischen haben sie sich von fast allen Idealen getrennt. Davon ist ein unverbindlicher "Umwelt"-Bezug geblieben und eben die Frauenquote. Beides stört nämlich die Profite nicht; im Gegenteil.

Der Alice-Schwarzer-Feminismus tut ein Übriges. Wer Schwarzer für eine Linke hält, glaubt vermutlich auch, dass Merkel eine Agentin der Linkspartei ist. Schwarzer ist nicht nur eine narzisstische Kriminelle, die Feminismus von Anfang an zum Geschäft gemacht hat. Ihre Fraktion hat sich nie um diejenigen Frauen (und die paar Männer) geschert, die sich um Kind und Kegel gekümmert haben. Frauen sollten den Männern gleichgestellt werden, indem sie sich in Erwerbsarbeit verwirklichen und dort den Männern gleichgestellt werden. Die Alternative wäre gewesen, endlich die Knochenarbeit der Mütter gleichzustellen.

Dem Kapital gefällt es (like!), denn damit wurden Millionen Sklavinnen "für den Arbeitsmarkt verfügbar" gemacht. Das deutsche Exportwunder wäre ohne den Lohn senkenden Effekt dieser Heldentat gar nicht denkbar, und mit den Hartz-Gesetzen hat die "linke" (Tusch!) Bundesregierung Ketten und Peitschen dazu geliefert. Das sind diejenigen, denen hie Feminismus unterstellt wird und von denen dort welcher erwartet wird. Sie sollen Gesetze erlassen, die Gleichberechtigung erzwingen. Dergleichen "weltfremd" zu nennen, wäre sehr sehr gnädig.