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Die Welt wird mit Waffen regulär geflutet. Russland exportiert fast jede vierte davon und liegt damit ganz weit vorn. Machthaber Putin dürfte egal sein, was mit diesen Waffen geschieht und ob China ein neues Imperium aufbauen will. Hauptsache der Rubel rollt. Derweil exportieren selbst die USA nur jede dritte Waffe und dabei pro Exportland weit weniger als Putin.

So wäre es vielleicht konsequenter gewesen und übrigens was die reinen Fakten anbetrifft (sofern die Quelle richtig liegt) völlig korrekt. Einzig die Darstellung ist der NATO-Propaganda angepasst. Tatsächlich ist der Tenor in deutschen Medien (u.a. Spiegel und Zeit), "die USA und Russland" exportierten "56 Prozent" der weltweit gehandelten Waffen. Im Kleingedruckten steht dann, dass die Amerikaner für 33% und die Russen für 23% davon verantwortlich sind. Das ist knapp die Hälfte mehr bei den Amis, die daher unangefochten mit großem Abstand an der Spitze liegen. Wie wäre wohl der Wortlaut bei einem umgekehrten Verhältnis gewesen?

Ebenso in der "Zeit" wird behauptet, "Experten" machten Russland für einen Putsch in Montenegro verantwortlich. Das wiederum ist so gut wie gelogen, denn es bedeutet ja nichts anderes, als dass irgendwer das eben in die Welt gesetzt hat, ohne jeden Nachweis. Was an den Experten expertisch ist, interessiert mich da schon nicht mehr, denn dieser Status hat ebenfalls weder Hand noch Fuß. Scheißwetter heute an der Ruhr übrigens. Putin wird auch dafür verantwortlich sein, bis zum Beweis des Gegenteils, den dann wieder diese Putinversteher veröffentlichen können.

Ehrenwort!

Die andere Gurke des Monats ist der ewige Chulz, dessen Antlitz meiner Gastritis noch immer täglich Vorschub leistet. Faktenautonomie war bei sozialdemokratischen Apparatschiks wie der Wunderwaffe von Würselen schon immer gut aufgehoben. Was lese ich heute? Der Kaisersoze hat einen Blüm gefrühstückt und "verspricht stabile Renten". Wat dat denn? Vermutlich nur das Gewand für dieselben Fakten in klarer Sprache: Solange uns Chulz droht, wird es keine Rentenerhöhung mehr geben.

Auch schön die Taktik der neoliberalen Kerntruppe mit ihrem Ämterkarussell, das den Agenda-Chef zum Grüßaugust, den geborenen Steigbügelhalter zum Außenmini und eben Chulz zur zentralen Drohung gemacht hat: Nachdem sie den Lohnabhängigen das letzte Hemd genommen haben, erwägt der Held der Sozialen Gerechtigkeit® vielleicht eines Tages einen Ärmel davon zurückzugeben. Er "verspricht Korrekturen an der Agenda 2010", lese ich. Selbst wer nur Sozialdemokrat ist, müsste aber eine Kehrtwende fordern, und "versprechen" ist erfahrungsgemäß bei dieser Charge das Gegenteil von halten.

Fast ein Drittel der jüngst befragten Wähler haben sich als Vollidioten geoutet, die sich zum hunderten Mal vereimern lassen wollen. Das dürfte die Sorte Medienkonsumenten sein, an die sich die Kreativabteilungen der Faktenbewerter deutscher Verlagshäuser wenden. Was sagt ihr? Ich sei selbst ein Idiot, das noch zu lesen? Pah! Ich war gestern in Schweden. Ich weiß, wovon ich rede!