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Es ist leider eine Sisyphusarbeit, aber ich muss wieder versuchen, die kulturelle und vor allem religiöse Borniertheit aufzubrechen; vor allem die der 'Abendländer' und vor allem die der Lutheraner. Als Exkatholik kann ich nicht die Augen verschließen vor den historischen Verbrechen der Papstkirche, auch nicht vor deren sexistischen autoritären Regime. Geht gar nicht. Keinen Deut mehr Verständnis habe ich allerdings dafür wie man "evangelisch" sein kann, der Kirche des antisemitischen Hetzers und Menschenfeindes Luther angehören.

Ich habe mich mit dieser Sekte noch immer nicht ausreichend befasst, obwohl es mir seit Langem aufstößt, was diese politisch höchst einflussreiche Organisation an Übel verbreitet. Dass aus den evangelisch dominierten Regionen der Nationalsozialismus spross, haben wir bereits zur Kenntnis genommen, ihre antidemokratische und fanatisch autoritäre Ausrichtung ebenso. Luther war voller Verachtung für Menschen, die nicht seinem Bild entsprachen. Juden hatten für ihn ebenso wenig ein Lebensrecht wie Menschen, die sich das Leben nicht verdienen. Es ist auch hier kein Zufall, dass die Nazis die Parole "Arbeit macht frei" über das Tor von Auschwitz montiert haben. Das Leben als solches hat für lutheranische Eiferer ebenso wenig Wert wie für Nazis.

Willst du nicht mein Bruder sein

Wenn du keiner von uns bist, unsere Rituale nicht einhältst oder dir das Brot des nächsten Tages nicht erarbeitest, bist du nichts, bist du der Vernichtung preisgegeben. Dieser Irrsinn nimmt den Gipfel in der Vernichtung durch Arbeit - Arbeit als Erlösung für die Wertvollen wie für die Nichtigen. Beide sind Teil desselben Prozesses, wobei die Nichtigen, die Juden, Zigeuner, Kommunisten, Schwulen, die Unzugehörigen, am Ende selbst zum Produkt der Arbeit werden. Der Holocaust ist Lutheranismus in totaler Konsequenz. Nur ein Zitat von vielen, die tatsächlich nicht mehr steigerbar ekelhaft sind: "Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücken führen, einen Stein um den Hals hängen, ihn hinabstoßen und sagen: Ich taufe dich auf den ­Namen Abrahams". Das ist euer Mohammed.

Selbstverständlich werden sie alle sagen: "Das hat doch mit mir nichts zu tun!". Hat es nicht? Das joviale Wegschauen oder die eifrige Zustimmung, wenn Millionen Muslime im Bombenhagel der NATO sterben? Wenn erwiesen Unschuldige nach Jahren der Folterhaft noch immer Gefangene bleiben? Die Hetze gegen Menschen, die angeblich "selbst schuld" sind, der bittere Neid und Hass gegenüber Arbeitslosen, die angeblich "auf meine Kosten" leben, das hat alles nichts mit einer furchtbaren sozialen Prägung zu tun - einer, deren feste Säule Luthers Kirche ist? Darf man darüber vielleicht einmal reden?

Die Muslime hingegen, die sind alle Burkaschneider, Terroristen und wollen unsere Kultur vernichten. Die sind vor allem alle gleich, eine Masse "Türken und Araber" mit Genschäden wegen Inzucht, glaubt man dem Rassisten Sarrazin und seinem Bestseller. Da muss man nicht genauer hinschauen, sonst wird das alles viel zu kompliziert [dringende Leseempfehlung!]. Wie, warum und unter welchem Einfluss bestimmte Strömungen einer Religion gedeihen und andere nicht - das ist doch viel zu anstrengend. Der Moslem ist dein Feind, und dass du's nicht vergisst. der Jude auch. Der hat nur Pause, kann sich aber am lebenden Beispiel täglich anschauen, was ihm blüht, wenn die mal zu Ende ist.