mn

Eine für mich maßgebliche Person echauffierte sich jüngst über etwas, das womöglich "Argument" sein möchte oder "Aussage", aber selbst zum überpinselten Klospruch kaum taugt, nämliches in Bezug auf "Flüchtlinge" und uns arme Deutsche, die wir so schwer zu leiden haben: "Wir sind voll" wollte da wer meinen, und sie kommentierte das mit: "Was denn? Musstest du ein Zimmer abgegeben? Kommst du auf der Straße nicht mehr durch? Was redest du da?!"

Das ist womöglich die einzige Weise, damit adäquat umzugehen. Die Schwätzer abzukanzeln wie Schulkinder, denn man kann durchaus auf deren dunkle Ahnung bauen, dass sie dummes Zeug labern. Was wäre auch die Alternative? Unterstellte man eine von Vernunft geprägte Diskussion, könnte man Argumenten mit ebensolchen begegnen. Beispiel: Es wird gemeckert, jetzt falle überall der Sportunterricht aus, weil die Asylanten da wohnen. Vernünftig wäre es, die Zahl der belegten Sporthallen abzugleichen mit der Gesamtzahl der Hallen, regionale Verteilung, Lösungen, Ausweichhallen et cetera. Vernünftig wäre es, den Ausfall von einigen Schulstunden in Relation zu setzen zu der Gefahr, dass tausende Obdachlose durch die Landschaft zögen.

Quatsch mich nicht voll

Ankommen würde aber, dass man relativiert und somit die Situation beschönigen wolle. Gutmensch! Das Problem besteht ja schon darin, dass unsinnige Behauptungen sehr kompakt daherkommen, ohne jedes Wissen am besten funktionieren und die Antwort jeweils in einen Vortrag mündet. Dabei begibt man sich selbst noch aufs Glatteis, weil man ggf. Informationen braucht, die man gerade nicht hat. Du verlierst genau deshalb immer, weil die Schwätzer ohne Informationen auskommen, dir aber abverlangen mehr zu wissen als die Wikipedia - es sei denn, du weißt es wirklich, dann glauben sie dir einfach nicht.

Die bessere Antwort ist also die hier: "Ach, deine Kinder (wirkt am besten, wenn er gar keine hat) haben keinen Sport mehr? Der ist vom Lehrplan gestrichen? Was machen sie denn jetzt mit den ganzen Sportlehrern?" Beinahe vernünftig die Variante: "Ja, wie viele Sporthallen sind denn belegt? Gibt es keine Ausweichmöglichkeiten?" Dann läufst du aber sicher in das Messer der Allwissenheit, den jeder weiß, dass das fast alle sind; zum Beweis kennt man dann sogar eine, wo ganz furchtbare Verhältnisse herrschen (weil die 500 Flüchtlinge, die Säue, ihr Quartier nicht sauber halten können, dabei haben die sogar 10 Toiletten!).

Womit wir bei Zahlen sind, bei Relationen, Erfahrungen, halt bei dem, was Wissen schafft und nicht nur Blabla. Schade, dass Zahlen eine Art vom Magie sind, die dem ebensolchen Denken der Menschen folgen. Zahlen und Relationen entstehen aus Meinungen, nicht etwa umgekehrt. Umgekehrt ginge etwa so:

Eins zwei drei viele

Allein im Ruhrgebiet wuchs die Bevölkerung zur Jahrhundertwende (1900) binnen zwei Generationen von etwas über 500.000 auf über 3 Millionen an. Binnen 70 Jahren verzehnfachte sie sich. Bis 1910 wanderten allein 500.000 Polen ein. Umgerechnet wären das heute achthundert Millionen Einwanderer, davon vielleicht achtzig Millionen Syrer.

Noch einmal gab es einen Peak des Zuzugs, als Gastarbeiter kamen, allein 1,5 Millionen Türken und ca. 600.000 Italiener zwischen 1960 und 1980. In der BRD erhöhte sich der Anteil der Ausländer von 1,2% 1960 auf 4,9% 1970. Seitdem gibt es keine Deutschen mehr. Wir sind ausgestorben, weggefickt und unter die Knute des Islam gezwungen worden. Niemand spricht mehr deutsch, es gilt die Scharia und Freitags werden wir zum Döner gezwungen. Am schlimmsten ist es hier an der Ruhr. Uns haben sie so durchrasst, dass es uns am Arsch vorbei geht.

Dieser kleine Zahlensalat soll aber wie angedeutet nur als Hinweis darauf gelten, dass es völlig sinnlos ist, mit Informationen zu argumentieren. Wer das nicht wahrhaben will, mag sich einfach hier umschauen (Danke R@iner!). Seht ihr? Die Mehrheit der Besorgten und Sorglosen weiß es einfach besser als die Wirklichkeit.