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Der einzige bekennende Rassist, dem ich bislang begenet bin, war ein Perser. Er war überzeugt, dass Perser Arier seien und die eine überlegene Rasse. Das sieht man ja schon an den Riesenunterschieden zwischen iranischen Mullahs und arabischen. Gar kein Vergleich!

Der Teutone ist da anderen Schlages. Er erinnert sich seiner rassischen Qualitäten vornehmlich dann, wenn er sonst nichts kann. Was ihn aber vor allem auszeichnet: Er würde nie zugeben, ein Rassist zu sein. Er weiß einfach, dass der Jud' seine Finger im Spiel hat, der Neger gern schnackselt mit seinem Big Bamboo und der Araber eine Minderintelligenz einschleppt (seine letzte Hoffnung), aber das gilt ihm nicht als Rassismus. Auch dass die Durchrassung und Durchmischung des Volkes® den Untergang bedeutet, hat nichts mit Rassismus zu tun; das ist Wissenschaft.

Immer wertschätzend

Vielleicht hat er im Kern gar nicht unrecht. Es geht ihm gar nicht vorrangig um die Rasse der Minderwertigen, sondern um deren Minderwertigkeit. Eigentlich ist er da flexibel. Auch Arier können und dürfen minderwertig sein, zumal wenn sich gerade kein Fremdrassiger findet, den man abwerten kann. Der Umgang miteinander in diesem Land ist stets wertschätzend. Jeder hat einen Wert, wird ständig geschätzt und am liebsten eben abgeschätzt. Was einer ist, das ist er, egal ob das vom Haben oder Tun kommt, denn am Ende geht es eben um den Wert.

So ist das auch mit dem Syrer, dessen Wert in seinem Nutzen und im Auge des Betrachters liegt. Hans-Werner Sinns ifo hat bereits begutachtet, dass der Syrer nicht produktiv ist. Ist er nicht, der Syrer, das liegt halt im Blut. Nützlich ist er hingegen, wenn er hilft, den furchtbaren Mindestlohn abzuschaffen. Darüber wird man wohl mal reden dürfen. Nützlich könnte er auch sein, wenn er Forscher ist. Forscher sind gute Syrer.

Wie gesagt: Alles eine Frage der Bewertung, und wer die Top Scores macht, kann vielleicht eines Tages auch Herrenmensch werden. Das gilt für die nichtsnutzigen Hartzer, wenn sie es schaffen, sich am Zopf aus dem Sumpf zu ziehen wie für die Syrer, wenn sie halt wer sind und das entsprechend vermitteln können. Wer dazugehört und wer nicht, wann sie kommen dürfen und wann nicht, das entscheiden wir. Wir, das ist vor allem die Kanzlerin.

Wir schaffen das

Die hat sich mal wieder anders entschieden. Neulich noch schickte sie ein Flüchtlingsmädchen quasi persönlich nach Hause. Das war ganz im Sinne der Parteilinie. Wenige Tage später öffnete sie die Zäune und ließ sich dafür heiligsprechen. Muss man nicht verstehen, soll man nicht verstehen. Das eine war Recht, das andere ist Gnade, die gewährt der Kaiser halt, wenn es ihm einfällt. Also kommt alle her, auf dass wir eure Forscher behalten und den Rest zurückschicken.

Dass das eine gewaltige logistische Anstrengung wird, weiß der Beraterstab der Bleiernen, die sich dankbar biegen lässt wie es gerade passt. McKinsey wird's schon richten, denn wenn wir eines sind, dann effizient. Wir schieben auch im Industriemaßstab ab, präzise wie der Maschinenbau. Industriell können wir alles, zumal mit Menschenmassen.

Traditionell schon dürfen wir derweil alles essen und müssen nichts wissen. Was den Stimmungsumschwung der Kaiserin bewirkte, vielmehr wer, und warum. Was der Plan ist, den es ja dann wohl geben muss, wo vorher keiner war. Wer was berechnet hat und zu welchem Ergebnis sie gekommen sind. Was geht's uns an? Wir werden sie bald haben, unsere guten Syrer und die schlechten. Wir werden unnütze Fresser haben und solche, die uns die Arbeitsplätze wegnehmen. Wir werden weiter Millionen haben, die sich in der sozialen Hängematte pampern lassen. Jeder hat seinen Wert. Der wird ihm ausbezahlt, und je niedriger er ist, desto besser fürs Wachstum®.