Ich habe hier mehrfach betont, dass ich mich als Deutscher nicht zur Politik des Staates Israel äußern möchte, insbesondere nicht zu Verbrechen israelischer Sicherheitskräfte an Palästinenser/innen. Das können andere besser, die keine Nazienkel sind, selbst wenn sie dasselbe sagen.

Ich muss das inzwischen aus einer anderen Perspektive betrachten, inspiriert durch Hartmuts Artikel[edit: Artikel wurde gelöscht]. Dazu ein kleiner Bogen:

Ein Staat wie jeder andere

Ich habe mit hartem Kopfschmerz eine Menge Beiträge von Herrn Broder gelesen und gehört; sie fielen fast allesamt in Kategorien wie Schwachfug, Provokation, reaktionärer Geifer, kurzum: rechtes Getrolle. Es war aber auch eine Formulierung darunter, die eines Zitats würdig ist, nämlich, dass weder die Juden noch der Staat Israel eine weitere „Sonderbehandlung“ wollen.

Das bedeutet für mich noch immer nicht, dass jeder Stammtischprediger etwas fruchtbares zum Diskurs beiträgt, indem er sich zum Schutzpatron Palästinas aufbläst. Es gibt aber einen anderen Ansatz, der es verbietet, die Politik des Staates Israel und seiner Regierungen zu ignorieren. Die traditionell reaktionären Kriegstreiber in den Kabinetten und dem Militär sind nämlich Teil geostrategischer Konzepte, die global dieselben Ziele verfolgen: die Vormacht der herrschenden Kapitalmacht zu sichern.

Dabei spielen Herkunft und Religion höchstens eine Nebenrolle und sind ebenso Mittel zum Zweck wie alles andere, das inzwischen wieder hoffähig ist: Mord, Folter, Krieg und Chaos. Dabei ist Israel keine besondere treibende Kraft, schon gar nicht „die Juden“. Als Intimpartner der USA ist Israel allerdings einer näheren Betrachtung wert.

Bedingt verzichtbar

Die Orwellschen Dimensionen rein destruktiver Kriegsführung durch die NATO und ihre Verbündeten ist kein Versehen oder eine Serie von Pannen. Dass zuletzt ganze Regionen ins Chaos gestürzt wurden, ohne jeden Gewinn an Boden oder Ressourcen, ist Kalkül im Kampf um Profite. Die USA verschaffen sich so auf Kosten ihrer 'Partner' einen kontinentalen Standortvorteil. Gleichzeitig ist das Durchregieren in den verkrusteten Strukturen der Despotien aller Art ein Leichtes, denn schließlich ist man dauerhaft „im Krieg“.

In der Folge treiben regierende Vasallen stabile Staaten in unüberwindbare Krisen. Für Israel bedeutet dies – jenseits aller depperten Diskurse um ein „Existenzrecht“ - eine zunehmende Bedrohung. Sowohl Scharfmacher wie Netanjahu und ähnliche 'Falken' als auch die losgelassenen Weltkrieger in Washington D.C. sind jederzeit bereit, die Existenz Israels und jedes anderen Landes – mit Ausnahme der Mutter des Imperiums - für ein paar Prozent 'Wachstum' aufs Spiel zu setzen. Deutschlands Rolle dabei ist die, willenlos absolut alles zur Unterstützung des Großen Bruders zu tun. Sollte dazu die Vernichtung Israels gehören, wird auch dafür keine Ausnahme gemacht. Freundschaft sieht anders aus.