nausaZwei Beispiele: Mitten in Europa, ich hatte mich beizeiten schon dazu geäußert, regieren Faschisten mit Nazis, nämlich in Ungarn, wo das oberste Gericht neulich festgestellt hat, dass man Leute, die SS-Runen und Hakenkreuze in die Hülle ihrer leeren Bremsbirnen eingravieren lassen, nicht "rechtsextrem" nennen darf. Dorthin verschlägt es Bomben-Gauck, der nicht müde wird, Kriegseinsätze zu verharmlosen und zu verherrlichen. Er nimmt dort an antikommunistischen Gedenkveranstaltungen teil, der Freiheit wegen natürlich.

Der Mann, der so beherzt gegen den Kommunismus in Europa kämpft, fordert unentwegt in seiner Orwellschen Rhetorik "mehr Verantwortung" für Deutschland, was bedeutet: mehr verfassungswidrige Auslandseinsätze der Bundeswehr, mehr Waffen, mehr Tote, mehr Chaos. Denn während Gauck unbedingt wieder mit dabei sein will, wenn Helden geehrt und Trauerfeiern mit großem Zapfenstreich begangen werden, dämmert es sogar bei Obamas, die sich genötigt fühlen, ihre gesamte Kriegspolitik in die Tonne zu hauen und mit dem Iran zu paktieren. Woran liegt das?

Kriegsterror

Eine halbwegs brauchbare Zusammenfassung der Lage im Nahen Osten finde ich bei ria novosti. Was ich bislang nicht verstehe, sind allerdings Sätze wie "Die radikalen Sunniten haben sieben wichtige Städte, darunter die zweitgrößte Stadt Mossul und die Heimatstadt Saddam Husseins, Tikrit, unter Kontrolle genommen ", lese ich doch allenthalben, dass es sich nur um einige tausend Kämpfer handelt. Wie können die mehrere Großstädte "kontrollieren"? Selbst wenn man berücksichtigt, dass sie offenbar überall die Knäste leeren und dort reichlich Verbündete finden, können sie damit wohl kaum Städte regieren. Sie schaffen also Angst und Chaos und rufen sich unwidersprochen zu Herrschern aus. Kontrolle ist das nicht, und ich spekuliere hier einmal, dass das bald wieder zusammenbrechen wird.

Was wir sicher sagen können, ist dass der Kriegsterror der NATO, denn allmählich kann man die Rechnung aufmachen, dass Trümmer und Chaos alles sind, was Bush, Blair und Obama hinterlassen, zum Flächenbrand wird. Afghanistan kann man da schon beinahe ausnehmen, denn das liegt fernab und dort gab es nicht viel Ordnung zu zerstören. Anders im Irak, wo man den gehätschelten 'Hurensohn' Saddam durch Warlords und Machtvakuum ersetzt hat. Als sei das nicht genug gewesen, musste als nächstes der zuletzt ebenfalls noch hofierte Gaddafi dran glauben. Nach dem Umsturz in Tunesien und das durch westliche 'Diplomatie' und Antiislamismus dauernd destabilisierte Algerien war damit das Chaos total. Nach dem Verlust der Ordnung in Libyen hatten sich bereits alte Warlords, mit dem Etikett "Al Qaeda" versehen, in Nordwestafrika etabliert, weitere Ausläufer richteten sich gegen Syrien.

Mehr davon!

Dort regiert noch immer Assad, ein fieser Kerl, dem man alles mögliche andichten kann, zur Not auch die Verantwortung für die Lage in der Region. Hätte Russland nicht auf die Bremse getreten, wäre er bereits Geschichte und womöglich noch ein Staat ohne jede Ordnung. Dass Ägypten ebenfalls zwischen Islamismus und Junta pendelt, verdankt sich derweil derselben Politik, die nur die Unterstützung von Diktatoren, die Bombardierung ihrer Regimes und die Überschwemmung der betroffenen Regionen mit Waffen kennt. Fleißig unterstützen die treuen Freunde der USA diese Politik, die von Saudi-Arabien und den benachbarten Öltürmen mit Staatsflaggen aus ebenfalls Geld und Waffen besorgen. Na klar:

"Die Gegner von US-Präsident Barack Obama halten die Eskalation im Irak für eine Folge der Fehlentscheidungen des Weißen Hauses, das auf Waffenlieferungen an die gemäßigten Oppositionellen in Syrien verzichtet hat."

Zu wenig Intervention, zu wenig Waffen, da sind sie sich einig, die Genies in Washington und unser Kriegspräsident. Weit und breit keine Idee, wie man Menschen leben lässt. Wie man irgendwie die Waffen einsammelt, mit denen bitterarme Unschuldige abgeschlachtet werden. Keine Ahnung, wie man Gewalt eindämmt, vor allem aber nicht die Spur eines Willens dazu. So regiert die NATO, gehetzt von ihren Geheimdiensten und repräsentiert von seelenlosen Sprechpuppen. So sieht er aus, der Dritte Weltkrieg, und seinen Generälen ist er noch immer zu kalt.

[Update:] Ein guter Beitrag zum Thema ist das Interview hier mit Jürgen Todenhöfer.