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Ich möchte kurz die Ansätze zusammenfassen, die in der Diskussion im ersten Artikel "zu Rassismus" hervorgebracht wurden. Vor allem eine Unterscheidung erscheint sinnvoll, wobei die zu trennenden Aspekte durchaus Überschneidungen aufweisen, was sich daher als nicht einfach erweist:

Es gibt Formen von Diskriminierung, die nicht rassistisch sind, selbst wenn sie sich auch gegen Menschen bestimmter Hautfarbe bzw. Äußerlichkeiten richten, die auf ihre Herkunft schließen lassen. Schon hier fällt auf, dass es Äußerlichkeiten gibt, die in kein Schema von 'Rassen' passen und dass dieselben Mechanismen und Verhaltensweisen eben auch 'Landsleute' treffen können, deren Vorfahren in x-ter Generation heimisch sind.

Das ist bei denen angeboren

Typisch rassistisch ist demnach überhaupt die Unterstellung, äußerliche Merkmale wie Körperbau, Hautfarbe o.ä., die auf eine geographische Herkunft hinweisen, hätten etwas mit Charaktereigenschaften zu tun. Dies prägt dementsprechende Rassentheorien. Ebenso unterstellt Rassismus, Menschen 'gleicher' Rasse seien generell 'gleich'.

Vor allem Letzteres ist der Mechanismus, der auch ganz ohne Rassismus geht und von dem reichlich Gebrauch gemacht wird, um Menschen zu diskriminieren. Eine Gruppe wird mit (schlechten) Eigenschaften belegt und deren Mitglieder sind dann "alle so": Schwarze, Arbeitslose, Muslime, Kölner. Als Objekt von Projektionen eignen sich beliebige Gruppen. Auch hierzu bilden sich Narrative, die keinem Realitätsabgleich standhalten.

Abgrenzungen

Strittig blieb die Rolle der "Angst" - die der Rassisten wohlgemerkt – als Motiv für Rassismus. Der Begriff blieb aber schon diffus, so dass ich mir erlaube, das für schlicht falsch zu halten. Zur Debatte um beleidigende und klischeehafte Äußerungen gegenüber nicht als vermeintlich blutsdeutsch erkannten Menschen ist festzustellen, dass sich darin Dummheit, Ignoranz und – eingeschränkt – Geringschätzung Ausdruck verleihen.

Während die davon Betroffenen allen Grund haben, genervt zu sein und sich beleidigt zu fühlen, ist es aber sinnvoll, dergleichen von jener abwertenden Diskriminierung zu trennen, die am Ende den Betroffenen schaden soll, bis hin zu Mord und Völkermord. Würde man jede Unachtsamkeit oder Ignoranz als "Rassismus" bezeichnen, verharmloste man wohl eher das, was ihn im Kern ausmacht.