November 2018


 
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Nachdem meine Frau und mein bester Freund das Zeitliche gesegnet haben, leidet die mir am nächsten stehende Person derzeit unter einer Episode schwerer Depression. Der Puppenspieler, der hier den Säzzer tanzen lässt, taumelt demnach selbst über dem Abgrund, was nichts Neues ist. Mir scheint die Sonne aus dem Arsch, womit der Homestory genüge getan sei, aber es geht mir um das größere Bild:

Es ist nicht nur so, dass psychische Erkrankungen, vor allem Depression und 'Burnout', durch die gesellschaftlichen d.h. ökonomischen Bedingungen massenhaft verursacht und verstärkt werden. Stress, Leistungsdruck, Selbstdarstellung und Statusdenken halten alle und jeden unter permanentem Druck. Wer dem nicht mehr standhält, ist darauf getrimmt, sich selbst zu beschuldigen und seine Ängste gegen sich selbst zu wenden.

Versager, Parasit

Du hast versagt. Du bist nicht gut genug. Du bist ein Stück Dreck und hast dein Leben nicht verdient. Liegst anderen auf der Tasche, bist zu faul zum Aufstehen und lässt dich wochenlang krankschreiben, obwohl du gar nichts hast. Du bist genau der Typ Schmarotzer, für den Hartz IV erfunden wurde und lässt dich nicht einmal aktivieren®. Diese Gedankenwelt saugt ein Depressiver auf wie ein Schwamm.

Aber damit nicht genug. Der Kapitalismus hat die menschlichen Beziehungen schon auf der Ebene der permanenten Beurteilung zerstört. Seine Arbeitsteilung unter absoluter Priorität der Verwertung von Produktion und Dienstleistungen hat auch die Stützfunktionen im persönlichen Umfeld vernichtet. Wer hat Zeit für psychisch Angeschlagene? Wer kümmert sich um die, die es wirklich nötig haben? Dazu hat niemand die Zeit. Du kannst weder dem Arbeitgeber® noch der Behörde sagen, du müsstest gerade ein Leben retten. Da kann ja jeder kommen.

Was übrig bleibt, ist eine Infrastruktur von Fachleuten, bürokratisch verrammelt, für akut Erkrankte nicht zu bewältigen und personell so unterbesetzt, dass der Begriff "Versorgung" für psychisch Kranke purer Zynismus ist. Das wird gern übersehen in dieser Sklavengesellschaft mit ihren unsichtbaren Ketten: Es braucht keine Peitsche und keinen Galgen. Wer nicht spurt und funktioniert, richtet sich selbst.

 

Wie kann man von mir erwarten, dass ich die deutschen Fabriken wieder in Gang bringe, wenn man mir nicht erlaubt, Nazis und deutsche Kartelle einzusetzen?

 
fi

Mit Hans-Georg Maaßen hatten wir einen Chef beim Bundesverfassungsschutz, der nicht nur wie schon seine nationalsozialistischen Vorgänger außerhalb jeder Kontrolle Untergrundaktivitäten steuern und Verbrechen begehen durfte; wir hatten auch einen, der sich in obszöner Weise öffentlich damit brüstete und es obendrein für seine Aufgabe hielt, totalitäre Politik zu machen.

Man könne "all das machen, was man schon immer machen wollte, aber man ist straflos", so sein Vorstoß, um Verbrechernachwuchs für seine Behörde zu rekrutieren. Er bedrohte Journalisten, beriet Rechtsextreme und ließ zuletzt erkennen, dass er selbst paranoiden rechtsextremen Verschwörungstheorien anhängt, indem er "linksradikale Kräfte" in der SPD sehen wollte, die ihm übel mitspielten.

Chef der Pannen selbst panne

Letzteres, so soll es scheinen, war dann zu viel. Es darf aber auch vermutet werden, dass die Schwäche des ihn protegierenden Innenministers seine Entlassung auslöste. Wie dem auch sei - dass diese Person so handeln konnte, setzt den unfassbaren Skandalen von Wehrsportgruppe Hoffmann über Celler Loch, NPD, NSU bis hin zu Amri die Krone auf. Da macht einer buchstäblich, was er will, wozu unter anderem totalitäre rechtsextreme Politik gehört - als Chef des Verfassungsschutzes.

Die Person ist wie immer ein Symptom. Dass der VS zum Himmel stinkt, hat man lange vorher gewusst. Hier draußen muss man sich zwangsläufig fragen, wie das System funktioniert, in dem Politik einen solchen Sumpf nicht austrocknet und kommt ebenso zwangsläufig zu der Annahme, dass der VS Kompromat über jeden sammelt, der ihn ggf. kontrollieren könnte. Es scheint die blanke Angst der 'Demokraten' vor dem 'Schutz' zu herrschen.

Symptom beseitigt

Maaßen war als Chef des VS dafür verantwortlich, wie dieser arbeitet. Es muss also vermutet werden, dass der VS selbst verfassungsfeindlich operiert. Spätestens nach diesen Offenbarungen gehört der ganze Laden aufgelöst und sämtliche Aktivitäten der vergangenen Jahrzehnte überprüft. Das ergibt sich schon allein aus dem, was öffentlich bekannt ist.

Was machen derweil der Rohrkrepierer der Demokratie und die Vierte Gewalt des Profits? Bauen seinen Nachfolger Haldenwang zum "Anti-Maaßen" auf, um die Öffentlichkeit weiter ruhigzustellen. Als hätte sein Stellvertreter nichts gewusst, keinen Einfluss gehabt und könne den ganzen Mief neutralisieren, den der Misthaufen verbreitet, auf dem er selbst gewachsen ist. Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu wissen. Wie wird eigentlich das Wetter morgen?

 
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Jemand hatte eine Badewanne von achttausend Kubikmetern in einen Salzstock gebaut, um ein Proton zerfallen zu sehen. Perverse Sau. Offensichtlich war das aber zu sparsam, und es stellte sich inzwischen gar heraus, dass statt einer durchschnittlichen Zerfallszeit von 1,6 x 10 ³¹ Jahren wohl eher eine von zehn hoch sechsunddreißig angenommen werden muss. Das haben die so errechnet, um meine Tastatur zu überfordern. Nur deshalb!

Nun sieht das gar nicht nach dem großen Unterschied aus - 31 oder 36, aber das ist nochmal das Hunderttausendfache, was sich bei der Größe von Badewannen durchaus bemerkbar macht. Probiert das einfach mal zuhause aus und beobachtet, was das mit der Statik eures Hauses macht! Von mir habt ihr das aber nicht.

Wandrandunschärfe

Schon viel weniger kann große Wirkung entfalten - so etwa im Schwimmbad des Badezentrums meiner Heimatstadt. Dort durften einige Jahrzehnte lang keine Wettbewerbe durchgeführt werden, weil die Bahnen angeblich einen halben Zentimeter zu kurz waren. Dann stellte sich heraus, dass das nicht stimmte – oder hatte sich die Länge verändert? Es wurde dann saniert, seitdem sind aber die Hallenwände instabil.

Auf so einen halben Zentimeter gehen ja verdammt viele Protonen, und man fragt sich, ob das die gesuchten sind. Zerfallen einfach gesammelt und massenhaft in dieser Halle, um den Beckenrand zu manipulieren und schließlich die ganze Halle zu destabilisieren. Wissenschaftlich betrachtet ist das extrem unwahrscheinlich, was ja impliziert, dass es eben nicht unmöglich ist. Aus dieser Unschärfe des Verstandes wurde einst die Homöopathie geboren, die hier wüsste: Kein zerfallendes Proton ist wirksamer als ein zerfallendes Proton. Das Sprichwort stimmt also.

Kann es sein, frage ich den ungeborenen Physiker in mir, dass der Urknall durch einen mysteriösen Energieverlust ausgelöst wurde? Muss es nicht nachgerade so sein, da der zuvor quasi perfekte Zustand des Universums ein Energieniveau erfordert, dass alle Teilchen (die ja eigentlich Wellen sind) gleich macht und dass erst dessen Unterschreitung zum initialen Dingsbums führt? Hat die FDP demnach recht, dass Ungleichheit nämlich die Bedingung aller Existenz ist? Und durch welches Dorf rennt eigentlich die Sau, die das interessiert?

Eigentlich bin ich ein wenig deprimiert.

 
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Wenn ich an Friedrich Merz denke, wieso fällt mir das bezaubernde Wörtchen "Dreilochstute" ein, das sich einmal in die hiesige Kommentarspalte verlaufen hat? Wie dem auch sei - drei Eingänge werden im Kanzleramt nicht ausreichen, um all die Lobbyisten durchzuschleusen, die sich mithilfe dieses Netzwerknützlings dort einfinden werden, um sich nach dem Tafelsilber und den Möbeln die ganze Bude und den Spreebogen unter den Nagel zu reißen.

Das kann der Politik guttun. Das Blöde ist nur: Prognosen sind so schwierig. Kapital braucht Substanz, die sie verflüssigen kann. Wenn die Mütter und Omas schon verhökert sind, gräbt man halt die Leichen aus. Selbst wenn die erst einmal keiner haben will, kann man auf dem Geschäft zumindest verbriefte Anleihen aufsetzen und sie an die Börse bringen. Irgendwo muss die Kohle ja hin.

Da müssen wir durch

Widersprechen muss ich an dieser Stelle dem Kollegen vom Landkiez: Er hat recht bis zu der Stelle, wo er meint, Merz würde nach rechts rücken und die AfD überflüssig machen. Das hat die CSU schon nicht geschafft. Nein – er wäre der Hyperschröder mit den entsprechenden Folgen. Da Kapitalismuskritik in der deutschen Politik nicht vorkommt, wird der Feind im Dunkeln bleiben. Es können mithin nur die Aliens sein, die uns alles wegnehmen wollen: Kanaken und Kommunisten.

Die Frage ist ohnehin nur die, wie, wie schnell und auf welchem Weg das Kapital in seiner wieder einmal finalen Phase solche Flurschäden anrichtet, dass die Waldbewohner gezwungen sind, es zum Teufel zu jagen. Der kommt bekanntlich gern in Uniform und Schirmmütze persönlich gucken, ehe ihn wer zurück in die Hölle stürzt - sofern der Welt dieses Glück zuteil wird. Danach fängt man halt von vorn an.

Typen wie Merz halten den brutalsten Plünderern und den widerlichsten Despoten die Türen auf. Konkret hat er sich bereits bei allen angedient, deren Leidenschaft darin besteht, den Planeten aufzuteilen und alles, was darauf kreucht und fleucht, in Stückgut zu verwandeln. Er könnte die wohl ohnehin unaufhaltsame Entwicklung entsprechend beschleunigen. Wir wüssten dann halt ein wenig früher, ob es noch irgendetwas gibt, das widersteht. Schadet das?