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Am liebsten packe ich ja Geschichten aus den 80ern aus, weil sich die so exotisch anhören für die Einen und so heimelig für die Anderen. Oder gehen wir in die 70er zurück, das ist für viele Zeitgenossen schon prähistorisch, für mich erscheint es wie ein Wimpernschlag. Ich habe das eben noch gesagt: Ich denke an mein Viertel, Straßen, in denen Autos standen. Einzelne Autos. Man wusste von jedem, wem es gehörte und es gab keine Familie, die zwei hatte.

Es gab überall kleine Läden, die heute bestenfalls als Kiosk durchgehen würden. Sie hießen wie ihre Inhaber, nicht wie eine Kette. Auf dem Weg zu meiner Schule gab es so ein Lädchen, in einem kleinen würfelförmigen Gebäude, das nur diesen Laden beherbergte. Die Besitzerin war eine gerüchteumwitterte blonde Frau mit meterlangen Beinen, die einen Opel GT fuhr. Sie war sehr nett zu uns Kindern und ich wahrscheinlich ein bisschen verliebt.

Oppa und der Kriech

Inzwischen kommt es mir vor, als würde ich solche Geschichten aus der Gruft murmeln, wenn ich nur ein paar Jahre zurück denke. So wie es Jahrzehnte gedauert hat, die Straßen vollzustopfen mit Blech, das alle paar Jahre das Einheitsdesign wechselt, komplett ausgetauscht und aufgestockt wird, hat es nur einzwei Jahre gebraucht, um die Köpfe der Konsumenten endgültig zu beugen. Es dauerte Jahrzehnte, bis das Autoland die Gehirne so getrimmt hatte, dass nicht mehr die Familie, sondern jedes einzelne Mitglied einen Zweitwagen braucht. Es hat wenige Jahre gebraucht, um die Menschen mit sinnlosem "Äpp"-Spielzeug zuzumüllen, auf dass sie nicht mehr sehen noch sprechen.

Am Anfang war das Internet. Wir waren auf hoher See. Es gab so viel zu entdecken, zu erforschen, zu suchen und zu finden. Von dieser Zeit zeugen Programmnamen wie „Explorer“ und „Navigator“ sowie das Wort „surfen“ für die virtuose Bewegung im unbekannten Raum oder „Anker“ für einen Link. Die Welt des Netzes war noch fast übersichtlich, dennoch war es oft schwierig etwas zu finden, wenn es konkret sein sollte, man aber nicht wusste, wo und wer. Man entdeckte daher viel, was man gar nicht gesucht hatte, machte Zufallsbekanntschaften und traf sich in den Spelunken der Foren, Newsgroups und Chats. Unendliche Weiten; und dann kam Google.

„Don't Be Evil“ sagten sie, sei nicht bösartig, und bis heute lassen sie daran glauben. Ernsthaft meint eine der relevanten Weltmächte: „Geld verdienen, ohne jemandem damit zu schaden“ sei ihr Unternehmensmotto. Das sollte jemand ihnen ins Gedächtnis rufen, wenn sie um Budgets verhandeln, ihre Rechtsabteilung losschicken oder einfach den nächsten Laden übernehmen, um ihm ihre Bedingungen zu diktieren. Google half einmal dabei, den schnellsten Weg zum wahrscheinlich gesuchten Hafen zu finden. Heute sind sie auf dem Weg zu einer Art Gehirnwäschemonopol. Niemand, der Werbung macht, kommt mehr an Google vorbei, und Google weiß das. Don't Be Stupid.

Sei keine Ameise

Aber es ist nicht Google, das diesen Weg bestimmt. Nicht einmal das geniale Google hatte der ganz großen Krake etwas entgegen zu setzen. Es hat sich entwickelt wie die Ideale junger Menschen und hat aus großen Ideen mit dem großen Erfolg das große Geld gemacht. Aus dem Guten wurde schon kurz nach dem Start das nicht ganz so Böse, und auch an das kann man nur noch glauben, weil man es sich jeden Tag selbst suggeriert. Geld verdienen, ohne jemanden zu sehen, dem man damit schadet, vor allem aber und eigentlich nur: Geld verdienen! Google ist erwachsen.

Ich habe die Anfänge erlebt, auch die von Amazon, Ebay, Facebook und Co.. Die waren fast alle mal sympathisch. Heute sind sie ausbeuterische Weltunternehmen, gesteuert von der Sorte Mensch, die so etwas halt steuert. Ihre Welt ist herrlich bunt, selbsterklärend und schön, und alle lieben sie.

Ich hingegen fahre weiterhin mit meinem Kutter zu den Spelunken. Kompliziert, alt und hässlich, aber ungebeugt.

 

... lässt sich in zwei Grafiken zusammenfassen:

st

Russland steht an vierter Stelle bei den Rüstungsausgaben (in Milliarden Dolllar), obwohl es das größte Land der Erde ist, mit einer Grenzlänge von mehr als 20.000 km und eine entsprechend große Armee unterhält. Unsere islamistischen Freunde im Kampf gegen den Terror, das Steinzeitregime Saudi-Arabiens, gibt mehr aus und macht reichlich Gebrauch davon. Da dies in Absprache mit der NATO bzw. den USA geschieht, sind sie aber die Guten®. Schwulenfeindlich sind sie auch nicht, denn dort gibt es keine Homosexualität. Jedenfalls nicht lange, da Hinrichtungstermine sehr kurzfristig anberaumt werden.

China als aufstrebende Großmacht gibt mehr als dreimal so viel aus und unsere Friedensfreunde aus den USA können sich 9 Armeen von der Größe der russischen leisten.

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Der jüngst gestorbene Verhandlungsmeister Genscher hatte Gorbatschow bei den 2+4-Verhandlungen versprochen, die NATO werde sich keinen Meter in Richtung Osten ausdehnen. Die Karte zeigt (rot) die Staaten, die seitdem dazugekommen sind, die bald dazu kommen werden (hellblau) und denen es angeboten wurde (blassblau). Nachdem Poroschenko mithilfe der EU, der USA und der Faschisten an die Macht gekommen war, hat Russland bekanntlich seine Präsenz auf der Krim verstärkt und eine offenbar manipulierte Volksabstimmung durchführen lassen, die in den Anschluss der Krim an Russland mündete. Die Zustimmung wäre freilich auch ohne die Manipulationen sicher gewesen. Das Ganze wird als "Imperialismus" bezeichnet und führt dazu, dass Russland wirtschaftlich sanktioniert wird. Außerdem verlagert die NATO massiv Truppen nach Osteuropa; ein Akt des Anti-Imperialismus, versteht sich.

Ich schreibe das hier einmal auf, damit ich einfach einen Link setzen kann, wenn mir wieder jemand mit dem Thema auf die Eier geht. Bei der Gelegenheit noch ein paar Spitzen: Was ist das russische Wort für "Investor", "Großaktionär" oder "Milliardär"? Richtig: "Oligarch", allerdings nur in westlichen Medien.
Wie heißt das größte Land, das aus der Sowjetunion hervorging? Richtig: "Putin". Was immer in Russland geschieht, was immer ein Russe tut oder lässt, es ist "Putin" (es sei denn, es gilt als gut®, dann ist es die Opposition® gegen Putin. Wenn eine drogensüchtige Asikapelle einen Striptease auf dem Altar hinlegt zum Beispiel, dann muss sie nur "Putin" sagen und ist damit gut®, weil eben Opposition®).

Diese Beispiele sind beliebig. Es gibt hunderte. Wer sie nicht findet, will sie nicht sehen, und wer mir jetzt damit kommt, ich fände irgend etwas gut an Putin oder verteidigte ihn für etwas, ist ein Idiot. Ja, du bist ein Schwachkopf und verstehst die einfachsten Regeln der Logik nicht (siehe "Umkehrschluss"). Halt' einfach die Klappe!

 
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Quelle: Ludwig Binder Haus der Geschichte CC BY-SA 2.0

Was wir wussten, zum Teil recht konkret, wurde wieder einmal von einem Whistleblower aufgedeckt: Unsere Herren stehlen, betrügen, unterschlagen und lügen. Sie geben nicht auf, bis es ihnen nicht nur vor die Füße, sondern auf den Kopf fällt. Es tropft und rinnt durch alle Ritzen, dass die Superreichen, die Regierenden und ihre Helfershelfer nicht nur gierig Kohlen horten, sondern auch dafür sorgen, dass ihr geraubtes Vermögen obendrein illegal von der Steuer befreit bleibt - und das obwohl sie schon alle legalen Tricks beherrschen.

Ihre verlogene Systempresse heftet das jetzt ernsthaft auch noch Putin an, weil der wen kennt, der auf der Liste steht. Die Technik erklärt Jens Berger. Blöder, durchsichtiger, dreister geht es nicht. Spätrömische Dekadenz? Das wäre eine unerhörte Verharmlosung. Ein Gottkaiser darf so etwas. Diktatorische Regimes tun so etwas. Uns halten sie noch immer an der Leine und das Stöckchen vor die Augen. "Demokratie" steht da sowie "Rechtsstaat", und beides ist zur Lüge verkommen. Es gibt daher zwei Sorten von Lügenpresse: Die eine deckt sie auf, die andere erzählt sie weiter.

Lügenpresse

Hätten meine Kinder mich so unverfroren belogen, ich wäre entsetzt gewesen. Es gab zwar die eine oder andere Zeit, wo es die eine oder andere nicht so hatte mit der Wahrheit, aber wenn man ihr den zerbrochenen Teller gezeigt hätte, sie hätte nicht den Hund beschuldigt, den wir gar nicht hatten. Wenn ein Knirps heute zu spät aus der Schule kommt, kann er einfach sagen "Putin hat mich aufgehalten". Das glauben sie ihm dann bei Klebers, Springers und SpOns. Sonst aber nirgends, und das wiederum zeigt die Entfremdung des Hofes und seiner Schranzen vom Rest der Bevölkerung.

Da ist nichts mehr zu machen, nichts zu kitten und kein Weg, ihnen je wieder zu trauen. Wie sie uns trauen, regelt die Aufrüstung der Geheimdienste und das allumfassende Wuchern ihres Schnüffelstaats. Wieder einmal verstecken sie einen Elefanten vor uns hinter einem Besenstiel und raunen; "Wer treu und redlich ist, sieht hier nichts". Das werden sie so lange tun, bis sie mit Knüppeln aus ihren Palästen geprügelt werden, mitsamt ihres Hofstaats. Das war schon immer so, nur eines Tages müssen die so Befreiten erkennen, dass kein neuer Hofstaat je ein besserer sein wird.

 
ay

Links muss wieder sexy werden. Das steht und fällt mit einem attraktiven Zugang, ohne den Ballast und Muff aus den alteingesessenen Zirkeln. Flexibilität ist angesagt, Leichtigkeit und Spaß. Die Zeiten der tausendjährigen Reiche und tausendseitigen Bücher sind vorbei. Niemand liest mehr Marx, wir brauchen linke Vordenker, die es auf Twitter können. Hundertvierzig Zeichen geballte Message, das ist das neue Links.

Links muss mit mit jedem Gadget können und auf jeder Plattform. Das neue Links ist Lol auf Youtube, kewl aus Instagram und wow auf Facebook. I like Links. I follow and share Links. Die Linke muss die Leute abholen, muss Angebote machen, die niemand ablehnen kann. Gerade wo die Nachfrage schwach ist, muss sie neu erzeugt werden. Sagt den Leuten, dass es hip ist, Links zu sein. Links sein ist geil. Links sein ist wie Koks, nur ohne Reue. Alles ist in Links: Freundschaft, Freude, Team Spirit! Schluss mit dem Gejammer und der Regelungsgwut. Du willst es? Links hat es. Links erlaubt. Links macht mit. Links bringt voran.

Mega! Sexy!

Gebt den Leuten, was sie wirklich wollen! Mädchen wollen Rosa? Mädchen kriegen Rosa. Mädchen wollen shoppen? Gehen wir shoppen mit Links! Jungs wollen Blau? Wir haben Blau für euch. Jungs wollen Baumarkt, Bier und Ball? Niemand hat mehr davon als Links. Links ist geil, weil ihr es wollt. Links hat das Ohr am Puls der Zeit. Links ist in aller Munde. Links steht früh auf, feiert lange und schafft was. Links ist jung und Links ist sexy, sexy, sexy. Weitersagen!

Die Müesligänger schiebt beiseite - kein Marxist ist je etwas geworden außer Marxist, so lange er Marxist war. Seht euch die wirklich coolen linken Leute an: Sie wissen, was sie wollen, sie kommen voran, mit oder ohne Ticket, zu Fuß und mit dem Flieger. Flexible Linke kommen überall rein, auch ins Kanzleramt. Feynsinn setzt den neuen Trend und erfindet sich selbst neu. Raus aus dem verstaubten Salon, rein in die Mega-Medien. Demnächst überall, wo die krassen Leute sind. Für den Anfang gibt's ein heißes Tänzchen mit dem Leuchtturm der neuen Linken. Freut euch auf ein Interview mit Mega-Trendsetter Sigmar Gabriel!

 
Journalist, ein Traumberuf! Recherchieren, aufdecken, kritisch berichten. Die Wahrheit schreiben, um die Welt besser zu machen. Du wirst vielleicht sogar berühmt. Jetzt und online noch einfacher, noch unabhängiger.
Die Jobbörse des Arbeitsamts spuckt das da unten aus, allesamt Stellen in geringfügiger Beschäftigung. So sieht nicht die Zukunft aus, sondern die Gegenwart. Bemerkenswert übrigens, das die "Agentur" hier Jobs anbietet, die gesetzwidrige bzw. sogar sittenwidrige Arbeitsbedingungen bieten.
Ein Gedicht:
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Mit diesem Profil begeisterst du uns:
• Sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
• Hohe Internetaffinität
• Journalistische Grundkenntnisse
• Eigenständige Arbeitsweise
• Arbeitszeiten: ca. 10 Stunden/Woche
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Ihre Aufgaben im Volontariat:
- Verfassen und Redigieren von Pressemeldungen und Artikeln
- Recherche
- Erstellen von Layouts
- Bildbearbeitung
- Erstellen/Befüllen der Programmübersichten
- Korrekturlesen
- Überprüfen druckfertiger Layoutdokumente
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Mein Unternehmen betreibt mehrere Webseiten mit dem Schwerpunkten Kaffee und Reisen.
Ihre Aufgabe wäre es Texte für diese Webseiten zu erstellen, am besten direkt in WordPress oder auch als Textdatei das sie mir dann per Email zusenden.
Sie sollten in der Lage sein Texte nach Vorgabe der Überschriften und Schwerpunkte selbstständig zu recherchieren und erstellen.
Eine gute Rechtschreibung und Grammatik sind eine Grundvorraussetzung für den Job.
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Dein Profil
Du bist Student/in oder hast ein abgeschlossenes Studium im Bereich Journalismus, Marketing, Kommunikationswissenschaften oder einem vergleichbaren Studiengang
Begeisterung oder erste Erfahrungen im Bereich Tourismus, Urlaub und Reisen
Du verfügst über sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift
Die Verbindung aus kreativem und technischem Arbeiten macht Dir Spaß
Excel ist kein Fremdwort für Dich und Du bist vertraut mit den gängigen MS Office Programmen
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Deine Aufgabe besteht darin unsere vorhandenen Webseiten zu überarbeiten. Dafür sind Kreativität und gute Deutschkenntnisse nötig.
Außerdem findet deine Arbeit im Homeoffice statt, womit du dir deine Arbeitszeit flexibel einteilen kannst. Dieser Job ist somit auch perfekt für Studenten oder ähnliche, als Nebenjob.
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Ihr Profil:
- Sie beherrschen Orthographie, Grammatik und Interpunktion perfekt
- Sie haben gute Computerkenntnisse
- Sie sind konzentrationsfähig, auch unter Zeitdruck
- Sie bringen eine schnelle Auffassungsgabe mit und behalten auch in schwierigen Situationen den Überblick
- Sie sind teamfähig
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- erfahrene Journalisten aus allen Fachbereichen
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Ihr Aufgaben:
Administration und Pflege unserer Social Media Sites bei Facebook, Google+, Youtube, sowie dem News-Bereich des Onlineshop.
-Postings / Texte unter Content-Managing-Gesichtspunkten konzipieren und erstellen
-Nutzer-Kommentare und Beiträge aktiv moderieren
-Informationsrecherche im Internet
-Setzen von Produktempfehlungen und Verlinkungen
Ihr Profil:
Sie haben bereits Erfahrung mit Social Marketing!
haben Spaß im Umgang mit Texten, Social Networks und Foren
sind in deutscher Rechtschreibung und Grammatik qualifiziert
können eigenständig Arbeiten [Orthographie aus dem Original]
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Na kommt, das ist doch wohl allemal zumutbar!

 
ne

In unserer allseits beliebten Serie „Was ist die Verschwörung und wo ist die Theorie dazu“ will ich heute einmal in Augenschein nehmen, was eigentlich das Adabei-Prinzip ist, bzw. das erweiterte Adabei-Prinzip. Wie gesagt ist die wirksamste Manipulation von politischen, journalistischen und sonstigen mittelbeschichteten Funktionsmöbeln, sie einfach mitmachen zu lassen. Lasst sie sich wichtig fühlen und sie tun automatisch das, was ihr tut, trinken, was ihr trinkt und sagen, was ihr sagt.

„Da bin i a dabei“ prahlt er dann im Nachgang, da bin ich auch dabei, bei den Atlantikern, der Sicherheitskonferenz, dem Ball, dem Empfang, dem Kongress, dem Treffen im Café Wichtichmann. Man klopft sich die Schulter und haut sich auf den Arsch; wir sind die Großen der Welt oder zumindest ganz nah dran. Dass es sich bei den Herren (und Damen) der gehobenen Mittelschicht um solche handelt, die keinen Kontakt mehr zum Fußvolk haben, sich aber umso lieber leise im Schlagschatten des einen Prozents bewegen, hat Folgen.

Unter uns

Sie entwerfen ein Bild von Gesellschaft, das ihre Gastgeber durch ihre Kollegen aus der Abteilung fürs erweiterte Catering entwerfen lassen. Die Echokammer dieser exklusiven Gesellschaft ist das, was sie für das Optimum an Leistungsgerechtigkeit halten, mithin das Ideal demokratischer Wirtschaft und Gesellschaft. Das muss ganz selbstverständlich verteidigt werden, denn es ist die beste aller möglichen Welten. Abweichungen davon können nur niederen Motiven entspringen.

Dies bestätigen sie sich, wann immer sie sich treffen, und sie treffen sich andauernd. Das Management, die Verleger, Spitzenjournalisten, Investoren, Militärs, Berater und Lobbyisten. Man kennt sich; aus der Burschenschaft, dem Golfclub, dem “Young Leaders“-Programm, man ist 'einer von uns'. Man ist immer wieder der Kritik von unten ausgesetzt, der Gosse des Internets, der Neider, der Radikalen und Extremisten, der Verschwörungstheoretiker. Man weiß, wie damit umzugehen ist.

Kritisch eingebettet

Alle, die dazugehören, haben nicht nur das gute Essen, die angenehme Atmosphäre und das Prestige davon, sondern auch gute Gründe dafür. Diese Gründe lassen sich am Ende stets als „Interessen“ formulieren oder auch schnöde auf Zahlen in allen konvertierbaren Währungen bringen. Das gilt auch für die Adabeis aus den Medienhäusern. Allein: Sie leben ein Dilemma. Wie soll das einträgliche Verhältnis der Medienbosse und ihren Edelhelfern zu den anderen Bossen und deren Edelhelfern „kritisch“ sein?

Sie behängen sich gegenseitig mit Preisen, für ihre Unabhängigkeit, ihren kritischen Geist, ihre unbeirrten Recherchen und stilprägenden Beiträge. Alles, was es dazu braucht, ist eine Anstellung mit entsprechendem Salär. Was können sie dafür, dass Unabhängigkeit, kritischer Geist, Stil und Recherche nicht auf der Gästeliste stehen? Was weiß der Rezipient schon davon? Sie allein entscheiden, was das alles bedeutet. Sie, die „Gatekeeper", die geistigen Türsteher der Gated Community.

 
oo

Wie bereits erwähnt, sind die Menschen enttäuscht von Medien, denen sie lange quasi alles geglaubt haben. Letzteres liegt auch in der Verantwortung der Leser und Zuschauer, und die dümmste Reaktion ist wie gesagt die, sich jetzt einfach neue Quellen zu suchen, denen man alles glaubt. Was aber sicher nicht mehr geschehen wird, ist dass die etablierten Medien das zertrampelte Vertrauen zurückgewinnen werden. Ich möchte das gleich anhand eines eher banalen Beispiels zeigen. Zuvor seien aber noch einige Highlights der Propaganda erwähnt, die so dummdreist dem Leser ins Gesicht gelogen werden, dass man sich wundert.

An der Spitze liegen etwa gleichauf ein Dutzend Beiträge zum 'Terror', von dem wir inzwischen wissen, dass die Straftaten so nie hätten geschehen dürfen. Sie wären sicher verhindert worden, wäre die klassische Polizeiarbeit akzeptabel erledigt worden. Sowohl die Täter als die Anschlagsziele waren vorher bekannt. Es gab aber keine Observation, keine Festnahmen und keine Haussuchungen, für die bei den dringend Verdächtigen jederzeit eine richterliche Genehmigung hätte eingeholt werden können. Wie immer stellt sich die Frage: Sind die Mitarbeiter der zuständigen Behörden so dämliche Dilettanten oder ist das Resultat gewollt? Nein, es wäre nicht richtig, letzteres auszuschließen, und noch einmal nein, das ist keine Verschwörungstheorie, sondern simple Logik.

Keine Fragen

Anstatt jetzt also zu fragen, warum das zugelassen wurde, wer dafür verantwortlich ist und welche Konsequenzen das hat, werden nicht nur die bekannten Reflexe ausgelöst (weniger Freiheit, mehr Überwachung), sondern es wird auf die schlimmst mögliche Weise reagiert: Ängste werden geschürt, der offene Verfassungsbruch herbeigefleht, kurzum: Unsere Medien machen aus den verhinderbaren Straftaten erfolgreichen Terror. Sie erledigen willig die Propaganda des Terrors. Dabei versteigt sich SpOn etwa in die Frage, wie wir jetzt unseren Kindern den Terror erklären, der Boulevard aus der Gosse erklärt gleich den Krieg gegen Unbekannt und der Vizechef der ARD will, dass das die Grundrechte außer Kraft gesetzt werden.

Die Begründung: "Sicherheit geht vor Datenschutz", im Gefolge des Innenministers vom Saarland, der meint: "Die Sicherheit geht vor" und die Bundeswehr "schnell" im Innern einsetzen will, wo sie nichts zu suchen hat. Der devote Diener des Überwachungsstaats ist "stellvertretender Chefredakteur Fernsehen" bei der ARD, soll demnächst aufsteigen und wurde berühmt, als er die Morde Breiviks partout und gegen besseres Wissen "Islamisten" in die Schuhe schieben wollte. Was soll man von einem Laden halten, in dem solche Versager und Mundorgeln nach ganz oben klettern?

Die glauben doch eh alles

Was derart in Raserei und Faschismus endet, fängt aber ganz klein an und hat mit der Kernaufgabe des Q-Journalismus zu tun: Irgendwie noch mehr Geld aus Geld zu machen. Dazu hält man sich ein Heer inkompetenter Sklaven, die irgendwie Inhalte verklappen, von denen man annehmen darf, dass die Kunden sie fressen. Man setzt dabei ganz auf Demenz, denn dieselben Säue werden in immer höherem Takt durch Alzheim gescheucht. Am besten kompletten Schwachsinn, der irgendwie jeden angeht und interessant klingt, zum Beispiel das Wetter.

Jörg Kachelmann hat dazu einen Rant abgelassen, der sich unterhaltsam liest und tief blicken lässt. Die Mythen und Märchen, die als "Meteorologie" vertickt werden, entsprechen in Qualität und Machart eins zu eins den politischen Inhalten der Medien, mit dem Unterschied, dass hier niemand Manipulation wittert und es keine Interessengruppen oder Klappspaten aus dem Hinterzimmer gibt, die Einfluss auf den Inhalt nehmen. Hier herrscht einfach tendenzfreier Blödsinn in aggressiver Verkaufsabsicht. Verschwörungsfreie Lügenpresse in Reinkultur. Dafür zahle ich doch gern!

 
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Wie ich mithilfe des dominierenden Stammkommentators heute recherchiert habe, ist der neue Weltkrieg der erste, der wirklich dem Planeten in Gänze erklärt wurde. An dem Tag, als ich erfahren habe, dass auch der "Krieg gegen Drogen" sehr bewusst auf Lügen aufgebaut wurde, und zwar von Kriminellen, die so gottlos dämlich waren, sich sogar als Regierende eines Verbrechens überführen zu lassen, dass also diese Fachexperten den Drogenkrieg als Feldzug gegen Gammler und Nigger in die Welt gesetzt haben, ging mir gleich das nächste Licht auf.

Wie sonst kann man erklären, dass wir immer dieselbe Geschichte hören: Stadtbekannte Kriminelle bringen Leute um, und weil die Bullen zu doof sind ihren verkackten Job zu machen, muss die Stasi inzwischen im Wochentakt aufgerüstet werden. Ist doch klar: Wenn die es nicht schaffen eine Handvoll dringend Verdächtiger vom Morden abzuhalten, müssen sie ein paar Millionen Unschuldige zu Verdächtigen machen, damit wir wissen, dass nur eine neue Diktatur dieser Millionen Herr werden kann. Logisch!

Wir brauchen mehr Verdächtige!

Das Geilste aber sind die ganzen Profiteure solcher Veranstaltungen. Terrorexperten, Hofschreiber, willfährige Vor-Ort-Lallbacken und Innenpolitiker. Letztere sind das Gesindel, das sich jedes Mal freut, weil es so und nur so weiterkommt auf dem Weg in einen Staat, in dem wortwörtlich die Freiheit der 'Sicherheit' weichen muss. "Sicherheit", das ist der Name für den autoritären Spitzelstaat. Sie alle gemeinsam faseln uns voll mit Schwachsinn wie "Schrecken, Schock, Bedrohung, Hass, Angst" und pumpen uns voll mit Bildern und Schauergeschichten dazu. Sehr beliebt bei ihren Twittertrollen: "Warum hassen die uns so?". Mal abgesehen davon, dass niemand weiß, wer "die" sind, stelle ich mal eine andere Frage: Die NATO hat in Afghanistan, Syrien, Libyen und dem Irak inzwischen knapp 4 Millionen Leute umgebracht, Wieso ist es hier eigentlich noch so verdammt friedlich?

Extrem perfide die Variante: "Wir sollten uns jetzt nicht von unserer Angst überwältigen lassen.". Welche verfickte Angst? Ich habe keine Angst. Ich habe keine, obwohl ich genau weiß, dass es immer genug Schweine in den 'Diensten' gibt, die dafür sorgen, dass andere Schweine Unschuldige abmurksen können, weil es ins Konzept gehört. Noch sicherer ist, dass es immer genügend Schweine gibt, die Unschuldige aus geostrategischen Erwägungen bombardieren werden, in erster Linie also wegen des Profits und der ihm zuträglichen Kontrolle über Energiequellen. Und obwohl ich weiß, dass es Millionen gibt, hauptsächlich islamischen Glaubens, die allen Grund haben, sich rächen zu wollen und Terror mit Terror beantworten könnten, habe ich keine Sekunde lang Angst davor. Ich weiß nämlich, in welcher Scheißwelt ich lebe und dass unter anderem die Muslime in einer überwältigenden Mehrheit offenbar so viel friedfertiger sind als der freie Westen®, dass ich gar nicht genug Hüte ziehen kann.

 
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Am Terrortag sind die Menschenrechte das große Thema. Nicht die in Syrien und auch nicht die in Europa, wo wir alle überwacht werden müssen als Ausgleich für die komplette Unfähigkeit einer Polizei, die erst vier Monate braucht, um einen Kriminellen zuhause zu finden und dann nicht ahnt, dass dessen Spießgesellen sich rächen könnten. Wir brauchen dringend härtere Strafen und Gesetze!

Nein, es ist eine Art Karneval der Menschenrechte. Da darf der Kasper aus dem Grüßaugustinum, der Bürgerrechtler® der DDR, nicht fehlen. Gauck reist durch China und kämpft für Menschenrechte, also gegen den Kommunismus®. Während der "freitag" schon zurecht auf den feinen Unterschied zwischen Menschenrechten in China und Menschenrechten in der Türkei hinweist, bläst die TAZ gleich das große Horn:

"Kann Gauck sich die Freiheit abkaufen lassen, die Sorge über Menschenrechtsverletzungen öffentlich anzusprechen? // Auf keinen Fall."

Die roten Unmenschen

Nein, nicht bei den Kommunisten! Ich hätte da vielleicht die Frage gehabt, ob in einem Land, in dem die Todesstrafe vollstreckt wird und das von mehr als 500 Milliardären beherrscht wird, Menschenrechte überhaupt vorgesehen sind. Oops. Herrn Gauck hätte ich vielleicht gefragt, was er an einem solchen Land für "kommunistisch" hält. Bei der Gelegenheit, Q-Journaille: Wer ernsthaft von der "kommunistischen DDR" spricht, sollte bitte den Hauptschulabschluss nachholen, ehe er sich weiterhin als schreibende Maultasche verdingt.

Den Kracher der Woche hat aber Kriegsnobelpreistreiber Obama gelandet. No Shit, auch er hat Menschenrechte eingefordert. Auf Kuba. Nein, nicht in Guantanamo, in Havanna. Leute, ist das geil! Das ist nämlich so: Wir sind der Freie Westen® und das sind die Kommunisten®. Da gehört sich das so, dass wir Menschenrechte einfordern. Na, aufgepasst in der Grundschule? Woher kommen denn die Menschenrechte? Ja, Barack? Richtig: Von den freien Märkten®. Leckerli!

Wer übrigens lesen will, wie man diesen Abgesang auf die letzte Synapse noch mit einer Hetze überbietet, die sicherheitshalber den Schädel von innen desinfiziert, dem sei ein gewisser Medick empfohlen. Dessen Aufsatz verrät sich durch Absurditäten und Stilemente journalistischen Mobbings, dass man einen Hautarzt braucht. Alles wiederholt sich, und so tief kann man weder schießen noch sinken. Ich empfehle mich daher mit der Forderung nach Vorratsdatenspeicherung und dass wir endlich in Belgien einmarschieren. Schnellschnell Pommfritz!

 
ws

Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-19917-0004 / CC-BY-SA 3.0

Die Einen schreien nach der vereinigten Linken, die anderen sehen überall Linksrutsche, wo Kriege geführt, Menschen ausgebeutet und Macht konzentriert wird. Es geht ein Gespenst um; ein Spuk, eine Halluzination. Es gibt keine Linke. Woran das liegt, ist offensichtlich. Was für 'links' gehalten wird, großenteils von denen, die sich damit identifizieren, ist ein Label, das man auf alles und jedes pappen kann. Die Parlamentarische Linke heißt so, weil sie dort sitzt, aus welcher schrägen Tradition auch immer, aber mit Inhalten hat das nichts zu tun. Spätestens die Animosität der beiden neoliberal-sozialdemokratischen Parteien gegen die Sozen nach Godesberger Art ("Die Linke") bezeugt das.

Deren Theoretiker, die Keynesianer, sind ebenso wenig links, denn sie tun nichts anderes als die Neoliberalen, indem sie den Kapitalismus 'retten'. Spätestens seit der alternativlosen Bankenrettung und der Nationalsubvention für Autohersteller aka "Abwrackprämie" ist das nicht einmal mehr halblinks. Wer für Soziologie zu dumm ist und deshalb CDU-geförderter Politologe wird, mag das einen "Linksrutsch" nennen, was aber keiner Nachfrage standhält. Was genau ist an der Subvention für Großkonzerne "links"?

Linksrutsch nach rechts

Nicht besser sehen die Splittergruppen fanatischer Halbhirne aus, die sich als irgendwie Linke begreifen und gern von rechten Simpeln dafür gehalten werden. Bürokraten, die gern alles verbieten möchten, was sie für ungerecht halten, selbsternannte Opfervertreter, die sprichwörtlich jedes Mittel für ihren fanatischen Kampf gegen die Realität nutzen, Sprachverhunzer, Twittertrolle, Kapuzenheinis, Gendersprallos. Ist das 'links'? Kann man das "vereinen"? Will das irgendwer? Ist da irgend eine konsistente Theorie, ein gemeinsames Ziel, eine Methode, eine Analyse? Tja.

Der politisch-ökonomische Komplex hat ganze Arbeit geleistet, was eine der wenigen Alternativen anbelangt, nämlich einen konsequenten Sozialismus, Kommunismus, auch nur die Debatte darüber, was da ginge und was nicht. Das hat verheerende Folgen. Was heute von irgendwem als 'links' bezeichnet wird, hat fast flächendeckend panische Angst, mit Parolen wie "Mauer und Stacheldraht" oder "Kommunismus" in Verbindung gebracht zu werden.

Das ist strategisch ein doppelter Kahlschlag, denn das Verbot über die Frage, was da im Osten falsch gemacht wurde und vielleicht richtig gemacht werden könnte, führt unmittelbar zu dem Verbot, überhaupt eine Diskussion über Alternativen zu führen. Sobald die nämlich auch nur den Verdacht erregt, in diese Richtung zu laufen, fallen sie alle über einen her; vom Verfassungsschutz über die Bürgerlichen bis hin zu den Sozialdemokraten.

Keine Herren, keine Sklaven

Dabei ist es ja nicht so, dass es keine Gemeinsamkeiten gäbe. Wie oft werden die "99%" beschworen, die allesamt ausgebeutet werden? Treten wir einen Schritt zurück und trennen uns einen Moment vom Thema "Geld", das ohnehin kaum wer begreift. Es ist ja nicht bloß die wirtschaftliche Ausbeutung am Werk, wo Löhne gezahlt werden; der Kapitalismus beutet das Wichtigste aus, was Lohnempfänger besitzen, nämlich ihre Solidarität. Ihre Arbeit füreinander, das Miteinander. Viele Jahrzehnte lang wurde das genutzt, indem Arbeitskolonnen Mehrwert schufen, Gruppen von ausgebeuteten Arbeitern, die aufeinander angewiesen waren. Die Kehrseite war, dass sich solche Arbeiter auch organisierten und ihre Solidarität nach außen eine gewisse Gegenmacht darstellte.

Je mehr sie aber vereinzelt, spezialisiert und mit sich allein beschäftigt wurden, desto mehr verschwand Solidarität als solche. In kleinen Teams wird sie nach wie vor ausgebeutet, in der großen Masse aber herrscht die Zersplitterung. Dass nach wie vor dennoch die große Masse, die 99%, systembedingt von einer kleinen Minderheit beherrscht wird, ist das Ergebnis.

Wie bekannt, ist für mich 'links' das, was der Blogtitel sagt: "Keine Herren, keine Sklaven!". Das ist für mich völlig selbstverständlich die Essenz von Demokratie, Fürsorge und jeder Gesellschaft, der ich angehören möchte. Dennoch ist dieses Motto offenbar exotisch. Ich wage zu behaupten: Solange sich die Menschen diesem Prinzip nicht mehrheitlich anschließen, wird es keine Einigung geben. Vielleicht verschwindet die Linke deshalb, weil sie nur durch ein neues Selbstverständnis wieder aufleben könnte, das sie endgültig überflüssig machen würde.

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