Favoriten

Archiv 12 / 2013 ->

Archive

2005-2013 (alle Beiträge)
org
 
-------
Best of 2005-2013

 
fn

Quelle: Pixabay

Beginnen wir mit Zweiterem: Meiner kleinen Betteley sind auch dieses Jahr wieder einige Unterstützer/innen großzügig nachgekommen, wovon ich noch immer überrascht bin. Danke einmal mehr, ich will es euch von A bis Z heimzahlen. Ich nehme an, so war das auch gedacht.

Zum Jahresende muss ich diesmal ein paar Brocken aufnehmen, die herumliegen wie das Tigerfell bei "Dinner for One", zum Beispiel das hier: Das Kind kann nicht arm sein, schau wie fett es ist! Las ich doch neulich, irgendetwas sei möglicherweise nicht total Optimal im Staate Dänemark, "trotz wachsenden Wohlstands". Da haben wir nach nunmehr 35 Jahren Lambsdorff-Papier also immer noch dieselbe Propaganda, verdichtet gar, wo aus dem Merkellispel Wachstum und Wohlstand® gleich eine Art Sozialorgasmus wird. Uns steht der Wohlstand bis zum Hals. "Wir", das sind die Nahlesneger, die etwas leisten®. Wer nicht gebraucht wird, ist Linkspartei, denn

"Wir [orientieren] uns an Arbeit und Leistung und nicht nur an staatlicher Umverteilung wie die Linkspartei".

Lasagnederby

"Reaktionär" heißt der extreme Konservatismus, weil er an Zuständen auch dann noch festhält, wenn sie schon lange passé sind. Auf dem toten Pferd ist der Soze ein Spitzenjockey. So stur, blind und taub musst du erst mal sein, in diesen Zeiten weiter von "Arbeit und Leistung" zu faseln und damit Menschen zu meinen, die sich ihr Existenzrecht gefälligst zu verdienen® haben. Die Welt erzittert vor der Überflüssigkeit menschlicher Arbeit; hier singen sie "Digitalisierung®" und halten das für Fortschritt®, der zu weiterem Wohlstand® führe. Dass man das nur noch mit staatlicher Umverteilung® ausgleichen kann in diesem System, ist so logisch, dass man sich schon ein rotes Parteibuch in die Hirnrinde rammen muss, um es nicht zu kapieren.

Sie könnten doch wenigstens irgendeine Zeitung lesen? Allüberall reden sie derzeit über "KI" und was daraus werden wird. Könnte das eventuell Folgen für Arbeit und Leistung® zeitigen? Ach nee, ist ja ganz anders gemeint : Die SPD ist nämlich jetzt die Partei der Leistungsträger®. Sie wissen, dass die immer weniger werden, aber die Unnützen sind halt fett, faul und dreckig. Nicht unsere Klientel! Das ist Linkspartei, alte Sozialdemokratie. Hier ist Neue Mitte ©1998!

Search Terrestrian Intelligence

Was konkret über KI wiederum geschrieben wird, ist ein eifriger Niveaulimbo von ahnungslosen Lohnschreibern. Sagt der Chefredakteur: "Müller, machen Sie bis heute Abend was über dieses KI!" Sagt der Müller: "Aber ich verstehe doch gar nichts davon." Chefredakteur so: "Unsere Leser auch nicht, sehen Sie halt zu, dass 'Digitalisierung', 'Industrie vier null' und 'Datenautobahn' drin vorkommt!" In den hiesigen Kommentaren sind wir da schon wesentlich weiter. So weit allerdings, dass ich mal zwei Tage ohne Komplettfett brauche, um das zu sortieren. Ich nehme derzeit täglich vier Kilo zu. Ich hasse mich.

So, jetzt ruft noch der Jahresrückblick 2018. Ob ich den wenigstens schaffe? Schwierig. Wenn es nichts wird, wisst ihr bescheid: Lasst mich einfach hier liegen. Seht zu, dass ihr durchkommt. Irgendwer muss durchkommen!

 
fr

Quelle: Pixabay

Meine früheste Erinnerung an Weihnachten ist die geschlossene Wohnzimmertür. Angeblich treibe sich dahinter ein „Christkind“ herum, hieß es. Ich wollte aber da aufs Sofa und hatte noch nie etwas von einem „Christkind“ gehört. Stunden dauerte das, während eine genervte Mutter in der Küchenzeile Lebensmittel stapelte. Später wurde die Geschichte von diesem Kind, das ich übrigens nie zu sehen bekam, fröhlich zur Psychose ausgewalzt. Das muss diese 'Wiege des Abendlands' sein.

Dieses „Christkind“ also, das unser Wohnzimmer umgestaltet und bunte Kartons hinterlassen hatte, um unsichtbar zu verschwinden, wurde gelegentlich durch einen Weihnachtsmann abgelöst, der irgendwie dem Nikolaus nicht unähnlich war, welcher aber wiederum eigentlich ein toter Bischof war, der auf demselben Pferd durchs Dorf ritt wie St. Martin – noch so ein Bischof, eigentlich aber ein Ritter mit Schwert und Helm.

"Weihnachtsmann" kam durch den Kamin, womit er in unserem zu dieser Jahreszeit – es gab ja noch Winter damals – mit Anthrazit beheizten glühenden Ofen landen musste. Derweil warteten irgendwo über dem Haus Rentiere als Schlittenschlepper; so eine Art Hirsche, von denen ich auch noch nie etwas gehört hatte. Aber dich in die Klapse schicken, wenn du realen außerirdischen Lebensformen begegnest!

Weihlandsistkindmann

Als die Wohnzimmertür offen war, strömte die Großfamilie hinein und es ereignete sich, was sich künftig jedes Jahr ereignen würde: Die bunten Päckchen wurden irgendwem von irgendwem zugeworfen, der sie aufriss, während alle aneinander vorbei vor sich hin brüllten. Im Hintergrund spielte eine Schallplatte „Stille Nacht, heilige Nacht“. Alle waren einander sehr dankbar für die schönen „Geschenke“, die aber eigentlich das Christkind gebracht hatte. Am nächsten Tag waren sie nicht mehr so dankbar und schimpften über doofe Geschenke von doofen Leuten.

Ich habe diese Veranstaltung später einige Jahre sehr erfolgreich gemieden, dann kamen meine Kinder. Alle sind immer der Meinung, „für die Kinder“ müsse man das machen, dummerweise haben diese wiederum schnell erkannt, dass sie alles Mögliche abstauben können bei der Veranstaltung und daher keine Widerrede zuließen bezüglich der Notwendigkeit einer ordnungsgemäßen Durchführung der Festivität. Auch wenn ich in den Jahren dazwischen weitere Zweifel entwickelt hatte (warum heißt es etwa „Fest“, wenn im Dorf endlich mal was los ist?), wurde mir klar, dass man sich gegen Frau und Kinder als Einzelpartei jeweils erfolgreich wehren konnte, aber niemals gegen beide.

Stille! Nacht!

Immerhin liefen keine Schallplatten mehr, auch nicht die zur Adoleszenz gern aufgelegten Werke „Punk‘s Not Dead“ oder „The Great Rock‘n Roll Swindle“. Es war sogar ruhig. Man sprach einzeln. Den Rest konnte man auch aushalten, denn inzwischen stand ausreichend Alkohol zur Verfügung. In einer Jahreszeit, in der die zwei Stunden ‚Sonnenlicht‘ durch eine Anthrazitfärbung des schwarzen Deckels erfreuen, feiert man still auch das Heldentum der Polarbewohner in deren ureigenster Domäne, dem Verzaubern von Ethanol in Fett. Und wenn man dabei ist, stopft man den Rest der Leber halt mit anderem Ekelszeugs.

Derweil feiern die Psychos da draußen einen Heiland aka Christkind und dessen angebliche Geburt, weil sie doof sind. Überhaupt ist es die Zeit der Honks. Wo bleibt eigentlich das große Epos über Weihnachtszombies, die, nachdem sie genüsslich das Fett aus der Fritteuse geleckt und den Fonduetopf geext haben, röchelnd auf die Schwarten der Genossen losgehen und sich von dort aus zur Leber durchfressen? Die wirklich gebildeten wissen: Weihnachten ist das Lichterfest und damit das Fest des Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte. Ihr wisst, wie die Story geendet ist. Zufall?!

 
ri

Quelle: Pixabay

Ich habe das schon häufiger hier angedeutet, dass mir Zeitgenossen regelmäßig auf die Murmeln gehen, weil sie Informationen mit Glaubensbekenntnissen begegnen. "Das glaube ich nicht" oder "woher weißt du das?" werde ich dann gefragt von Leuten, die sonst nie irgendetwas anzweifeln, das ihnen erzählt wird. Ich höre dergleichen auch von anderen, denen es ähnlich geht: Betest du die Tagesschau nach, giltst du bei den Meisten als seriös; widersprichst du den offiziellen Verlautbarungen, setzen sie dir einen Aluhut auf.

Fefe hat neulich die richtige Frage gestellt: "Was waren die Meldungen vom Oktober diesen Jahres?". Ich habe in meinem Studium einmal eine Studie aus den 70ern zitiert, die zu dem Schluss kam, dass Zuschauer der Tagesschau "sich informiert fühlen", aber schon kurz nach der Ausstrahlung nicht mehr wissen, was sie da gehört haben. Allein die Struktur, am Ende noch eine nette Anekdote und dann das Wetter, sei geradezu darauf angelegt zu vergessen. Zudem werden "Nachrichten" eben nicht nachhaltig in einen Zusammenhang gesetzt (siehe dazu auch hier).

Der Feind des Proletariats

Was war letzte Woche los und was hat das mit der vorletzten zu tun? Wer das nicht beantworten kann, ist im echten Leben verloren, egal ob es Job oder Familie anbetrifft. Nur im politischen Kontext werfen sie sich unsortierte Splitter zu und 'glauben', darin liege die Wahrheit. Es ist diese seltsame Kunst, einerseits keine Zeit zu haben, sich aktiv zu informieren (und passiv ist keine Information zu haben), aber immer so zu tun, als wüsste man bescheid - weil sich das so gehört.

Allein der ganze Unsinn von Wachstum® und Vollbeschäftigung®über faule Griechen® und die schwäbische Hausfrau® bis hin zu Terroristen®, gemäßigten Rebellen®, Regimen® und Machthabern® ist so sinnfrei, dass jeder, der sich das freiwillig anhört, damit seine Religionszugehörigkeit belegt.

Es gibt ein da Draußen und hier Drinnen; die große Filterblase des Mainstream ist kaum zu durchdringen. Wer andere Filter hat, zumal wer von grob bis fein alles wahrzunehmen versucht, ist ein Freak. Tröstlich ist vielleicht der Umstand, dass die Membran der Blase nur in eine Richtug durchlässig ist. Wer sie einmal verlässt, kehrt nie wieder zurück. Damit einher gehen könnte eine weitere Hoffnung; die nämlich, dass die Menschen immer weniger arbeiten werden und daher mehr Zeit haben. Roboter übernehmen, sie sind inzwischen sogar schon Hilfssheriffs und verjagen Obdachlose.

Antiautomatäre Linke

Die Krise wird sich immer mehr verschärfen, denn es werden nur mehr Leute gebraucht, die billiger sind als Roboter und solche, die den niederen Sklaven Beine machen. Bislang läuft die Konkursverschleppung vor allem in Deutschland noch bemerkenswert gut; es nährt den Verdacht, dass Menschen eigentlich nur noch beschäftigt werden, damit sie nicht auf kluge Gedanken kommen. Die Robotisierung birgt aber noch andere Gefahren.

Da Roboter nämlich nicht konsumieren, muss das einer der nächsten Schritte sein: Man wird sie entlohnen, damit sie sinnlos Sachen kaufen, um das Wachstum® zu sichern. Spätestens dann wird die Menschheit beinahe ihren wahren Feind erkennen: Nicht Jude oder Moslem, sondern Roboter. Der, und das ist die geile Ironie des Ganzen, ist aber nichts anderes als Privateigentum, d.h. Produktionsmittel. Die Revolution wird mithin eine marxistische sein.

 
bn

Im Disput über einen 'Panorama'-Beitrag vom Oktober zu kurdischen Organisationen erklärt die Redaktion kurzerhand alle, die sich auf Öcalan beziehen, für "PKK" und diese - trotz erheblicher programmatischer Veränderungen - für "marxistisch", so dass der Zuschauer weiß: Hier sind linke Terroristen am Werk. Im noch immer felsenfest antikommunistischen deutschen Narrativ werden die Kurden, die im Irak, der Türkei und Syrien um ihr Überleben kämpfen, auf 'böse' gelabelt. Verheerend sind die Argumente der Redaktion, die keine Untiefen scheuen und so etwas hervorbringen:

"Alle wissen: es ist die PKK [...]. Diese Formulierung ist dann gestattet, wenn Belege für einen Sachverhalt so überwältigend und ubiquitär sind, dass man den Sachverhalt als Gegenstand einer breiten öffentlichen Übereinstimmung, eines Konsenses, des sogenannten "Weltwissens", betrachten kann. "Konsens" und "Weltwissen" bedeuten nicht, dass die Zustimmung 100 Prozent der Subjekte betragen muss. Es geht um die Zustimmung der überwältigenden Mehrheit.", vom 'lowerclassmag' zusammengefasst:
Es muss stimmen, weil ein Großteil der Menschen denkt, dass es stimmt.“

Weiß doch jeder

Von diesem bizarren Glaubensbekenntnis ("Weltwissen") ist es nur mehr ein winziger Schritt zum bedingungslosen Nachplappern dessen, was die Bezugsgruppe für wahr und richtig hält. Die Kapitulation jeder Kritik, für wahr zu erklären ("öffentliche Übereinstimmung"), was eine Mehrheit angeblich denkt, ist der Untergang der Aufklärung. Da die angebliche Mehrheit aber jeder seriösen Überprüfung entbehrt, wird hier konsequent erklärt: Wahr ist das, von dem wir annehmen, dass es wahr ist, weil das "alle so sagen." - die Definition einer Filterblase ohne Korrektiv. "Theorie-Diskussionen müssen andere führen", sagt die Redaktion dazu. Klar, wenn man nur verkündet, muss man nicht selbst denken. Das ist es, was kritischen Journalismus® heute ausmacht.

Der Burschenschaftler und gut vernetzte Atlantiker Claus Kleber hat derweil ein Büchlein verübt, in dem er uns erklärt, warum Gott groß ist und seine Stellvertreter auf Erden ("von Berufs wegen faktenorientierte Wesen") uns von der Weltweisheit künden. Tausende mies bezahlter Schreibarbeiter, die am Hungertuch nagend Auftragsartikelchen zusammen hecheln und Agenturmeldungen variieren, werden einmal mehr pauschal für kritisch®, hier "faktenorientiert" erklärt, weil sie eben von denen bezahlt werden, die solche 'Fakten' verkaufen. Die Abhängigkeit von diesem Geschäft wird hier ausdrücklich mit dem Besitz der Wahrheit identifiziert. Der verlinkte Artikel antwortet der Kleberschen Anmaßung angemessen.

Es ist Propaganda, und zwar auf einem Niveau, das sie inzwischen sehr durchschaubar macht. Der Akt, in dem die unterschiedlichen kurdischen Organisationen allesamt mit der PKK identifiziert und für "marxistisch" erklärt werden, ist ja noch regulär komplex im Vergleich zum haarsträubend simpel gestrickten Feindjournalismus in Bezug auf Russland - das größte Land der Erde mit der zweitgrößten Militärmacht, das regelmäßig "Putin" genannt wird. Wie kritisch® berichten sie da? Wer erwähnt je den Einfluss der CIA auf die Wahl Jelzins, der seinerseits Putin hervorbrachte? Wer erwähnt je die Geschichte der NATO-Osterweiterung? Das gehört offenbar zur dunklen Seite des Weltwissens®. Das muss der Zuschauer nicht wissen.

 
ss

Die offizielle Staatsdoktrin, so etwas wie "uneingeschränkte Solidarität mit Israel", muss man wohl zur Kenntnis nehmen und insbesondere unter geostrategischen Gesichtspunkten berücksichtigen. Da ist Deutschland schlicht Teil der NATO. Für Juden, zumal für Opfer des Holocaust, und erst recht für nichtjüdische Opfer des Massenmordes der Nazis, hatte dieser Staat noch nie etwas übrig. Warum auch? Es sind schließlich die Täter und deren Erben, die den Staat und seine Organe gegründet haben. Hier tun sich wiederum die Nazirichter und deren Nachfolger besonders hervor.

Ein noch recht aktuelles Beispiel sind die Renten für Zwangsarbeiter, eine Frage, in der sich die Mentalität des deutschen Richtertums wie eh und je präsentiert und ihren Nazi-Ahnen alle Ehre gemacht hat. Jahrzehnte lang hat das deutsche Rechtssystem Naziopfer zunächst verfolgt (insb. den Verein der Verfolgten des Naziregimes, dessen Mitglieder als 'Kommunisten' von denselben Richtern eingeknastet wurden, die sie bereits kannten), dann wurde ihnen jede Form von Entschädigung verweigert. Als dann doch endlich ein Richter, letztlich per Petition, dafür gesorgt hat, dass Zwangsarbeiter entschädigt werden, wurde er selbst gemobbt und vor den Kadi gezogen - wegen angeblicher "Rufschädigung" der Kollegen. Alles wie gehabt.

Trauerspiel

Die offizielle 'Solidarität mit Israel' ist an Heuchelei nicht zu überbieten. Schauen wir uns also einmal die inoffizielle an, die vor allem aus rituellen Beiträgen zum örtlichen Konflikt mit den palästinensischen Nachbarn besteht sowie einigen anderen kultischen Handlungen sogenannter "Antideutscher". Zunächst zum Wort "Palästinenser", das diese Fraktion schon ablehnt, mit durchsichtigen Motiven. Ich bin Rheinländer; Niederrheiner, genauer gesagt. Darf ich? Nein? Weil wir keinen Staat gegründet haben? Weil wir von den Alliierten in eine Chimäre namens "Nordrhein-Westfalen" gesperrt wurden? Hat jemals sich wer als "Nordrheinwestfale" bezeichnet? Und was ist eigentlich mit Kurden? Ach ja, die dürfen ja, wegen Karl May.

Albern, das. Israel-Palästina also. Ein sehr vielschichtiger Konflikt. Wie ich nicht müde werde zu betonen, brauchen weder Israelis noch Palästinenser hier die Solidarität von zertifizierten Nazienkeln. Es gibt 192 Staaten und ein paar Regionen mehr, in denen Menschen leben, die da prima solidarisch sein können oder sonstwie eine laute Meinung haben. Nicht aber Deutsche. Du Deutscher? Du Fresse halten! Es gibt 7 Milliarden Leute, die sich dazu verhalten können, ohne die schon komplizierte Sache mit einer solchen Vergangenheit zu verseuchen. Egal, ob dir Palästinenserkinder mit gebrochenen Armen leidtun oder Menschen, deren Vorfahren vor dem Unfassbaren fliehen mussten und die jetzt von Bombenanschlägen bedroht werden.

Klappe, Spaten!

Das Niveau der Argumentationen ist obendrein erbärmlich; da ist das mit dem nicht existierenden Palästina schon regulär gut. Vollspaten aber, die Phosphorbomben auf deutsche Städte geil finden oder meinen, Amerikaner müssten Deutsche zivilisieren, braucht kein Mensch. Wie geschichtsblöd kann man eigentlich sein? Die Kollaboration von Nazis und Alliierten hat die BRD gegründet, und schon bald durften die Nazis das Innere wieder fein selber regeln. So zum Beispiel, dass noch 2016 jemand, der sich für die Entschädigung von Opfern einsetzt, verfolgt wird - in einem Staat, in dem die Witwe des grausamsten Richters der Geschichte bis zu ihrem Todesjahr eine Witwenrente bezog.

Auf der anderen Seite kommen die Solidarischen (mit den Palästinensern) erstens auch nicht auf die Idee, dass sie in ganz hässlicher Gesellschaft landen. Nicht bloß, dass die 'Kritik' an Israel eben von Deutschen eine Anmaßung ist, die sich gewaschen hat. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die 'Opposition' durchsetzt ist von Islamisten und Mördern, denen es um alles geht, aber nicht um die betroffenen Menschen und deren Wohlergehen. Das Ende vom Lied sind zwei Fraktionen, die sich wie Schalke und Dortmund gegenüberstehen ohne zu erkennen, dass das hier kein verdammtes Fußballspiel ist.

 
bg

Der November geht in die dritte Verlängerung, diesmal mit Schnee. Es pladdert oder schneit wie aus Eimern, monatelang, um die dunkle Jahreszeit nicht etwa mit Sonnenstrahlen zu verunzieren. Was tun die Finnen dagegen? Komm, tu' ma noch einen! Wenigstens werden wir nicht regiert, und das desinspiriert unsere Journaille on top. Schlafwagen im Sackbahnhof, unterirdisch (das wäre übrigens eine lustige Lösung für Stuttgart 21 gewesen).

Mit Liebesentzug droht in Slowenien derweil der Tiefe Staat, weiß der Spon. Musst du dir vorstellen! Was ist eigentlich noch schöner als unregiert? Richtig, unbespitzelt. Nun streikt sogar die Stasi in Nordjugoslawien, man möchte sich kringeln. Prompt humpelt der Lohnschreiber zum nächsten lahmen Vergleich. Was wäre da angemessen? Der Thüringer Heimatschutz droht mit der Verbrennung von "Mein Kampf"? NSU legt die Waffen nieder? Terrormuslime geben ihre Ausweise zurück? Nein, das käme ggf. zwar der Wahrheit nahe, entspricht aber nicht dem Auftrag.

Der besteht darin, die losgelassenen Helfershelfer als Die Guten® darzustellen, schließlich ist Slowenien NATO-Mitglied. Okay, wie machen wir das am besten? Ja richtig. Ernsthaft. Ein Foto von Daniel Craig. James Bond. Ja doch. Nein, dafür gibt es keinen Link hier. Der Text ist auch geil: "Um das Land nicht in Gefahr zu bringen, werden die dringendsten Aufgaben allerdings weiterhin erledigt." Was mögen das für wichtige Aufgaben sein? Erfahren wir leider nicht, da muss also Phantasie her. Land in Gefahr! Genau. Wenn die scheiß Spitzel mal was Vernünftiges tun, nämlich nichts, ist sofort das Land in Gefahr. Wissen's schon: Dr. No. Goldfinger. Der Imperator. Hui Buh!

Alles paletti

Ansonsten alles roger auf der Titanic. Stimmung bestens. Immer positiv titeln: "Sechs von zehn Arbeitnehmern fühlen sich gerecht bezahlt". Du sollst. Nicht. Denken! Wenn sie das doch fühlen! Dass eine "gerechte Bezahlung" schlicht absurd ist und jedenfalls nicht definierbar, musst der Leser nicht wissen. Dass offenbar bald die Hälfte etwas anderes denkt und die Ausbeutung regulär "fühlt", zumal: was das in der Praxis bedeutet, wenn am Ende des Geldes noch verdammt viel Monat da ist? Who cares. Wir sind doch eine dolle Gemeinschaft, denn:

"Die Mehrheit der Deutschen schätzt den gesellschaftlichen Zusammenhalt im eigenen Umfeld als gut ein"
oder : "Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist gut - aber gefährdet". Weder das Eine noch das andere lässt sich belastbar aus einer dusseligen Umfrage ableiten, selbst wenn die sonst korrekt wäre. Das beginnt wie fast immer damit, dass das Objekt der Frage nicht bestimmbar ist: "Gesellschaftlicher Zusammenhalt". Etwas so Vages, unter dem sich jeder etwas ganz Eigenes vorstellt, kann nicht Gegenstand einer validen Aussage sein. Das Ergebnis ist Datenmüll, von dem sich der Journaill wiederum ernährt. Na dann: Mahlzeit!

Auch immer wieder spannend, was der Spon so für relevant hält. Heute an prominenter Stelle: "Diese Speisen sollten Sie beim Geschäftsessen auf keinen Fall bestellen". Immer am Puls der Zeit. Wer schlägt sich nicht mindestens zwei Nächte pro Woche mit dieser existenziellen Frage schlaflos herum? Leider auch in dieser Nullrubrik entsprechend zero points, zumal sicher die wichtigsten Items fehlen: Asischale (aka "Pommes Schranke"), weil das Proletariat beim Geschäftsessen nix zu suchen hat; Dito "Nüdelkes mit Hackepeter". Man outet sich nicht als Prolet. Dann schon besser als Idiot, aber: Auch bei den Getränken ist Vorsicht geboten. Ein Pils oder ein Hefeweizen geht in Ordnung. Als sexistisch hingegen gilt es, bei der Kellnerin "Hefepilz" zu bestellen. Ja sicher; hier werden Sie geholfen.

 
gx

Nicht weniger als die Weltformel habe ich vor einigen Tagen veröffentlicht, aber das geneigte Publikum überliest so etwa geflissentlich. „Socken sind ihrem Wesen nach Einzelgänger“, schrob ich und eröffnete damit einen Blick in die Tiefen universaler Weisheit. Im Kern der Betrachtung stehen vordergründig die Fragen: „Wohin gehen sie? Wo ist die zweite? Wie geht das?“, dahinter aber steckt postmodernste Wissenschaft.

Ohne Relativitätstheorie ist keine Orientierung mehr in der Welt, was jeder weiß, der sich einmal mit GPS befasst hat. Ohne die Einsteinschen Korrekturen ginge die Ortung auf dem Weg zum Satelliten und zurück sprichwörtlich schief. Die Strecke reicht aus, um durch die Krümmung des Raums die Kreuzung zu verpassen, an der man hätte abbiegen sollen. Sie kennen das? Vielleicht haben Sie ja noch eines dieser kreationistischen Ortungssysteme oder ein veganes. Da müssen Sie leider auf ein Feature verzichten: dass es funktioniert.

Da wir nicht wissen können, wohin nach der wesengemäßen Trennung eines Sockenpaares der abwesende Teil verschwindet, müssen wir demnach die Raumkrümmung beachten, da gewöhnliche Socken die Größe einer Straßenkreuzung noch unterschreiten und daher entsprechend exakt geortet werden müssen. Doch selbst die Annäherung ist keineswegs einfacher.

Geht nicht, gibt‘s aber

Die nichtesoterische Physik arbeitet mit Unschärfen, Wahrscheinlichkeiten und Quantenzuständen. Auch wenn die gnostische Metaphysik hier vom Begriff „Quanten“ eine Beziehung zum Objekt „Socke“ dekonstruiert, muss die Naturwissenschaft derlei Annäherung nach ihrem Selbstverständnis ablehnen. Schon Heisenberg aber hilft hier weiter: Da wir offenbar nie exakt wissen können, wo sich die Socke befindet, liegt es nahe, den Raum nach Wahrscheinlichkeiten des Aufenthaltes darzustellen.

Die Quantenphysik schließlich bringt uns wie immer der Lösung am nächsten, die wir aber leider nicht verstehen, es sei denn, wir hätten Gott schon mal beim Kniffeln beobachtet. Letzteres führt freilich zu Zuständen, welche die Fähigkeit zur Mitteilung erheblich einschränken. Wir haben es also mit dem Problem zu tun, dass wir nur entweder den exakten Aufenthaltsort der Socke bestimmen können oder ihre Geschwindigkeit bzw. salopp ausgedrückt ihren Energiezustand.

Zunächst ging die Theorie bei Socken von einer Geschwindigkeit von null aus, was aber in eine Sackgasse führt, da eine Socke, die unbewegt verschwindet, in den meisten Modellen des Universums nicht erklärbar ist. Es ist demnach grundsätzlich möglich, die Geschwindigkeit bzw. Energie der abwesenden Socke zu berechnen. Hurra. Aber wo ist das Scheißding? Die Lösung ist vermeintlich einfach: Verschwindet die anwesende Socke, kann die abwesende wieder erscheinen; dies ergibt sich aus der Wesenheit des Einzelgängertums von Socken s¹.

Die Adams-Lösung

Zwar hinterlässt auch das den Hausmann verwirrt in einer Wolke des Mundgeruchs, der Wissenschaft aber verhilft es zu einem genaueren Verständnis des Universums. Führt man nämlich die universelle Konstante s¹ in eine beliebige Gleichung ein, winkt aus dieser spontan Schrödingers Katze, und ratet, was sie im Maul trägt! Jackpot! Doch was war mit der oben genannten „Sackgasse“ bezüglich der unbewegt verschwindenden Socke?

Zur Vollständigkeit sei auch das kurz erläutert: Es handelt sich hierbei um die Adams-Lösung, einen eher literarischen Ansatz des Amateurphysikers D. Adams, der Ähnliches für Kugelschreiber und Feuerzeuge postulierte, die auf einen eigenen Planeten teleportiert würden, wenn sie verlustig gingen. Dem widerspricht die Menge massiver Exoplaneten, von der man nach heutiger Berechnung ausgehen muss. Zudem dürften sich Socken nicht paarweise begegnen, was in der Tendenz bereits unendlich vieler Sockenplaneten bedürfte. Diese wiederum kann es nur in parallelen Universen geben. Okay, diese Multidimensionalität hat Adams (THGTTG V) auch bereits erkannt. Unentschieden!

Wem das alles zu kompliziert ist, der kann ja Spon Plus abonnieren und dort lesen, warum der Urknall gar nicht so laut war, dass deutsche Journalisten ihn hätten hören können. Und jetzt zum Wetter …

 
de

Socken sind ihrem Wesen nach Einzelgänger. (Clementine Tilly)

Pappkamerad Klappspaten sah mich verdattert an. Er wusste es nicht, aber er war soeben Doppelopfer geworden; eines Eingangssatzes, der doch niemals einer werden würde. Seine gesamte Existenz verdankte sich einer grausamen Übung, einer Laune, einer spontanen sinnlosen Tat. Solange die Datenbank in jedweder Form, kopiert, gepackt, gebrannt oder verschlüsselt, noch irgendwo vorlag, würde er dasein, ohne Geschichte, ohne Charakter oder Gestalt. Nur das Eine, diese wohl intonierte Information über ihn, war.

Charles M. Chools lachte heiser und steckte einen Stummel zu den anderen in den Aschehaufen. Erfolg! Erfolg war so banal, so simpel und kalt, eine Frage kruder Technik. Er konnte ein Schnitzel schreiben, und alle würden es fressen. Das Geheimnis des Starautors („Bestsellerautor“ verbat er sich. Das Wort hat mehr Silben als Sinn. Außerdem ist jeder Hinz und Kunz Bestsellerautor. Man vergleicht sich nicht mit den Top 100, wenn man gut genug ist für echte Ambitionen.) wurde bereits mit seinem Erstlingswerk gelüftet: Technik, Technik, Technik.

Rollenwechsel

Die erste Kritikerin, die ihm „Empathie“ unterstellte, hat noch an demselben Abend mit ihrem bisherigen Leben abgeschlossen. Wie der geniale Analytiker sie öffentlich vorführte, ihr Wort für Wort, Silbe für Silbe ins Stammbuch prügelte, dass ein gut programmierter Roboter hätte schreiben können, was sie „anrührend“ fand, hätte einem frühneuzeitlichen Gericht Ehre gemacht. Mancher hätte die peinliche Befragung jener Zeit vorgezogen. Sie wechselte kurz darauf die Seiten und schrieb ein vielgelobtes vierbändiges Racheepos.

Chools fuhr den PC herunter und ging ins Schlafzimmer. Er öffnete den großen Spiegelschrank und entnahm ihm die schwarze Uniform. Nachdem sie frisch gebürstet und parfümiert war, zog er sie über, schlüpfte in die Stiefel und band die Binde um. Er nahm die Mütze vom Huthaken, wienerte deren Schirm, sorgte für ihren perfekten Sitz und schloss den Schrank. Stolzierend, krächzte er wieder und wieder: „Heil Hättler, doo Drräcksaoo!“

[Hier Link zu einem Video mit Musikanten einfügen. Vielleicht Rammstein.]

 
da

Was der Markt regelt, ist regelmäßig Gegenstand lustiger Aussagen. Meist sind sie ernst gemeint und damit umso lustiger - wenn man nicht in der neoliberalen Filterblase wohnt, wo sie darüber nicht lachen dürfen. So manches 'regelt' er aber tatsächlich, ohne dass er es sollte und selbstverständlich völlig anders als das gemeinhin dargestellt wird. Kurzer Schlenker; wie war das noch? November; "wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben". Ein Finne aus meiner Heimatstadt hat das gekontert mit dem großen Wort: "Weicher matschiger Boden. Wer jetzt nicht baggert, ist selber schuld". Reden wir einmal mehr von Sex.

Ich hatte neulich den Eindruck, dass in einer Veranstaltung des Flimmermediums eine gewisse krampfige Zurückhaltung zwischen recht ansehnlichen Exemplaren unserer Gattung herrschte, wo es eigentlich hätte knistern sollen. Weinstein was here. Überhaupt wird Sex derzeit kanalübergreifend als Belästigung mit Extras behandelt, weil es sich gerade so verkauft. Dabei steht am Anfang der Malaise gleich doppelt das Kapital mitten im Raum wie ein alter Sack, der seine Griffel überall hat.

Sagen Sie jetzt nichts

Die sexuelle Revolution® der naivsten Generation seit 1914 war bei Lichte betrachtet doch eher die Eröffnung eines Marktsegmentes. Selbst in der Hölle der Piefigkeit aka deutsches Werbefernsehen konnte sich zwischen Herrn Kaiser, Clementine und dem Lenorgewissen die hier schon Kult gewordene sexy-mini-top-op-Cola plazieren. Minirock and Roll, Plattenlabel, Bikini (auch ohne Plutonium), Bravo und Playboy, um nur einige Sterne im neuen Universum zu nennen, wiesen den Weg in unendliche neue Weiten. 'Aufklärung' war damit ebenso eine Ware geworden wie alles andere, das noch den Limbo unter der "Porno"-Kante schaffte. Immerhin war das Nähere noch eine Frage persönlichen Kontaktes.

Wie bereits geschildert, ist dieses Ende der Landkarte inzwischen durchs Internet ("is for porn", indeed) gezeichnet. Es herrscht allenthalben ein Überangebot an sprichwörtlichen Arschlöchern und anderen Körperbereichen, die mit Sekreten aller Art zur Erbauung des Publikums verziert werden. Ein Bewusstsein findet nicht statt; dessen Surrogat (lateinisch für "Bewusstseinsersatzstoff") verharrt seit irgendwann zwischen Weltkrieg eins und zwo in einem Grabenkrieg zwischen Kirche und Desinteresse. Ja wirklich, die Kirchen. Haben sich immer noch nicht daran gewöhnt, dass weder Keuschheit noch Askese etwas anderes erzeugen als Heuchelei und Gewalt.

Nun ist da also etwas aufgebrochen, das einen allzu lockeren Umgang mit Sex und dessen Objekten für die Zeitspanne vergällt, die eine etwas fettere Sau für den Weg durchs Dorf braucht. Keine Anzüglichkeiten bitte, höchstens gucken und keinesfalls anfassen! Was gäbe ich für die aktuellen Serverstatistiken von Pornhub! Kann man eigentlich darauf wetten? Wie dem auch sei, es muss jetzt überall konsequent durchgegriffen und darüber ausgiebigst berichtet werden. Wer weiß, wann die Welle abebbt? Jede Empörung hat schließlich eine begrenzte Haltbarkeit. Als nächstes dann ein paar Beiträge über die neue Prüderie, ehe wir wieder zur Bikinifigur und ganz neuen Sexspielen mit dem cloudvernetzten VR-Dildo kommen. Erfahren sie jetzt bei Spiegelbild, was wirklich angesagt ist!

 
fa

Screenshot "Flatterwatch"

Die Mangelnde Lesekompetenz der Netznutzer, insbesondere derer, die Twitter für einen "Nachrichtendienst" halten, ist erschütternd. Wenn wer nur oft genug über dasselbe textet, beginnt eine kritische Masse, ihn für einen Experten zu halten, auch wenn jeder einzelne Beitrag nicht einem Mindestmaß an Qualität genügt. Dabei ist es der Attraktivität offenbar noch zuträglich, wenn der Autor immer dieselben auf dieselbe Weise diffamiert - wenn es denn die vermeintlich Bösen sind.

"Der Herr Karl" war ein berüchtigter Troll, der in linken und linksliberalen Blogs vor einigen Jahren Hausverbote sammelte oder eben seine Hetze betrieb. Ich habe ihn im September 2012 hier auf die Bannliste gesetzt, weil er nicht nur hier ständig provozierte, sondern damit begann, blogübergreifend über mich und andere zu trollen. Dies inspirierte ihn zu seinem ersten und bislang wohl konsequentesten 'Blog' namens "flatterwatch(blogspot.com)", das ausschließlich dazu diente, Gülle über mich auszukippen. Ich habe versucht, das völlig zu ignorieren; leider gelang es ihm aber, die Aufmerksamkeit anderer zu wecken.

Während er auf seinem 'Blog' also Texte und Kommentare von mir postete, sie ohne jeden Kontext bespuckte und über mein Privatleben spekulierte ("Ist er in seiner Jugend etwa missbraucht worden?"), zog er durch die Blogs, die ich verlinkt hatte und postete dort unter seinem Trollnamen Auszüge aus meinen Texten. Als das alles meine Aufmerksamkeit nicht wecken konnte, begann er damit, dasselbe mit Stammkommentatoren und Bloggern aus meiner Blogroll zu tun. Jeder, der mit mir in Verbindung stand, war ein potentielles Opfer seiner Hetze. Insbesondere die Kommentarspalte des "Spiegelfechter" nutzte er für sein Getrolle, bis er auch dort gesperrt wurde.

Vom Troll zum Experten

Beim Spiegelfechter geschah es dann auch, dass ein Leser seinen Klarnamen veröffentlichte, den er aus den EXIF-Daten eines von "Herrn Karl" geposteten Bildes entnommen hatte. Wenige Tage später hat Hüssy sein Hetzblog gelöscht, wohl in der berechtigten Furcht, jemand könnte ihn verklagen. Fortan trat er also mit seinem Klarnamen auf und wechselte die Objekte seiner Obsession. Statt offensichtlich persönlich motivierten Internetstalkings verlegte er sich auf "Watchblogs". Erste Opfer waren der Spiegelfechter und die Nachdenkseiten, über „Herr Karls Blog“ und "Journalistenhatz" ging es weiter zu krudem Geschwafel über eine vermeintliche "Querfront".

Die Strategie nahm dabei die Wendung, anstatt zum Zwecke des Stalkings meiner Person mein Umfeld zu behelligen, künftig ähnliche Verbindungen zu suchen, um eine vermeintliche Verschwörung vermeintlicher Rechts- und Linksextremisten zu konstruieren. Als 'Verbindung' reichen ihm dabei jegliche Verlinkungen, vor allem aber direkte Kommunikation. Jeder, der sich von Jebsen interviewen lässt, gehört ebenso dazu wie Personen, die mit seinen Schlüsselfiguren (Elsässer, Wecker, Dehm u.v.a.) auch nur sprechen. Eine herrliche Spielwiese für einen Denunzianten.

Es ist mir völlig schleierhaft, wie ein derart substanzloses Wer-kennt-wen eines weithin bekannten Trolls und Stalkers von irgendwem ernst genommen werden kann. Wer auch nur ein Minimum an journalistischem Werkzeug im Kasten hat, fasst so etwas nicht einmal für Satirezwecke mit der Kneifzange an. Kann man die von (Ab-)Wertungen nur so triefenden Texte eines Autors solch nicht mehr fragwürdigen Charakters, der sich noch moralische Urteile anmaßt, zitieren, ohne sich für alle Zeiten zur Wurst zu machen?

« Vorherige SeiteNächste Seite »