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So lala launisch, die Lage hier ist zum Fürchten, versuche ich mich abzulenken. Vielleicht sollte ich mich auch ablecken, das wäre eine Möglichkeit, aber man kommt ja kaum mehr an die Zehen heran, ohne dass einem ein Wirbel durchs Zimmer springt. Ich könnte mir alte Fußballspiele angucken und mich fragen, ob man einigen, die da kicken, schon ansieht, dass sie einmal gierige alte Arschlöcher werden oder ob man schon erkennt, dass sie gierige junge sind.

Ich habe heute nach langer Zeit mal wieder einen Artikel von Don Alphonso gelesen, der mir gefallen hat. Es geht mir dezent auf die Murmeln, dass alle möglichen Leute, die es wirklich besser wissen müssen, ständig Twitterhonks und ihre Trolleria zitieren, um in ein Geheul einzufallen über verlotterte Sitten, schreckliche Feministas und andere depperte Zeiterscheinungen.

Bringt gar nichts und geht bloß den Aufmerksamkeitsvampiren auf den Schleim. Was er heute schreibt, liefert aber endlich einmal Kontext und zeigt deutlich auf, wie der Apparat funktioniert, den Denunzianten und moralische Extremisten betriebsbedingt am besten bedienen. Danach kann nichts mehr kommen, und es wäre an der Zeit, sich anderen Themen zuzuwenden. Das gilt auch für Herrn von Leitner, bitte, oder Hartmut oder Burks oder und und.

Ich rede gern

Womit wir bei der Blogumschau sind, im zehnten Jahr, einmal rauf und runter. Ich wundere mich darüber, wie viele der Kollegen offenbar kein Interesse haben, miteinander zu kommunizieren. Bislang hat es nur einer fertiggebracht, meine Antwort auf sein Geschwurbel in den Mülleimer zu routen, aber ich meine das eben nicht passiv. Ich selbst finde es selbstverständlich, ab und an bei den Kolleg/innen etwas Senf aufzustreichen (nicht bei allen, aber bei fast allen). Ich lese auch die Kommentare bei anderen, und da gibt es eben eine ganze Charge, die Texte anderer offenbar keiner Bemerkung für würdig halten. Kann ich nicht verstehen.

Ich mache keinen Hehl daraus, ich glaube, Kommentare sind auch eine Art Applaus. Ist das auch so eine Art Konkurrenzgebaren, dass man den Kollegen nicht beachtet, weil man ihm nicht mehr gönnt als man selbst einfährt? Was mich dabei wundert, ist nicht zuletzt das Schweigen derer, die sich sichtbar auseinander entwickeln. Das würde es doch gerade interessant machen, zu erfahren, was jemand über mich denkt, der die Dinge offenbar anders sieht. Ich wüsste gern wenigstens, warum bei einigen Funkstille herrscht. Ausdrücklich akzeptiere ich die Ausrede nicht, man habe "keine Zeit".

Mag es Desinteresse sein, Enttäuschung, Frust? Schreiben die anderen so ein langweiliges Zeugs? Sind sie noch nicht in den erlauchten Kreis emporgestiegen, es nicht wert, beschmutzt man sich mit solchen Kontakten? Was hält gerade diejenigen, die regelmäßig Weltbild liefern, Moral absondern, Bären erklären, Urteile sprechen und Texte absondern, davon ab, den Kolleg/innen die Meinung zu sagen? Ich bin immer befremdet, wenn Menschen Reden halten, aber nicht mit anderen reden. Mag sein, dass ich Politik einfach noch immer nicht verstanden habe.

p.s.: Dass ich selbst einigen öfter applaudieren sollte, weiß ich. Ich verspreche nichts ;-)

 
facpaIn den Kommentaren hat mich jüngst jemand auf einen Artikel aufmerksam gemacht, in dem das Autofahren der Zukunft angepriesen wird: Man könne dann auf allen Wegen "das Büro" ins Auto verlegen, im Auto leben quasi, das ganz von selbst fährt. Ein Grund, Neuländern wieder einmal zu erklären, was "Facepalm" bedeutet (siehe Abbildung). Doch, das gibt es schon. Es nennt sich "Eisenbahn". Ich lasse die Hand einfach an Ort und Stelle, wissend, dass aus gut gewaschenen Schädelschwämmen jetzt der Befehl ans Plapperwerk ergeht, etwas von "unpünktlich" und "Streik" zu faseln.

Mein Lieblingspropagandabrei ist übrigens: "längster Streik in der Geschichte der Bahn AG". Haben sie gesagt, überall. Ich habe einige beliebige Personen gefragt, wie lange es denn schon die Bahn AG gebe, die meisten antworteten mit dreistelligen Zahlen. Richtig ist: 21. Die Bahn AG wurde 1994 gegründet. Nächstes Jahr werde ich einmal nach dem längsten Streik in ihrer Geschichte fragen. Mal sehen, wer da mit sechs läppischen Tagen auskommt. Im übrigen bitte ich hier einmal um einen Vergleich der Verzögerungen im Schienenverkehr mit denen auf der Straße. Aber zurück zum Thema ...

Die geniale Idee, man könne gar zu mehreren in einem Z-Auto sitzen, finde ich ebenfalls großartig. Ähm, das geht nämlich bislang nicht? Man könnte nicht einfach die Autos besteigen, die es schon gibt, jemanden ans Lenkrad lassen und fröhliche Dinge tun? "Lieber saufe ich einen Eimer Bremsflüssigkeit", wird sich der Pneuteutone sagen, der wilde Einzelgänger, nein -fahrer, dessen Individualität auf zwei Säulen beruht: Seiner Karre und seinem Fahrstil. Spätestens letzterer ist in der Regel ein guter Grund, nicht zuzusteigen. Er will ja aber auch gar nicht. Der große Isolator ist die Allegorie auf das zum Lebensstil verklärte Prinzip "divide et impera".

Sparprogramm

Was bleibt, ist der Fahrspaß, zumal im Land der Freiheit qua Tempo unlimited. Wem fällt da ein solcher Tinnef aus dem zerebralen Regal, dass er Selbstfahrautos für eine gute Geschäftsidee hält? Ich will gar nicht auf das Problem eingehen, wenn so ein Ding einen Bums baut oder großangelegtes Hacken der Elektronik die Straßen in Schrotthalden verzaubert. Das sei mal alles geschenkt. Ich frage mich eben nur, wie man darauf kommt, den einzigen Aspekt zu erwürgen, der Autofahren attraktiv macht.

Vielleicht habe ich auch wieder keine Ahnung und verpenne den Trend. Vielleicht ist Carrerabahn ohne Regler viel geiler. Man könnte auch einfach anhand medizinischer Parameter errechnen, wer gewinnt und nur noch das Ergebnis auf einem Händi anzeigen. Fußball ohne Spieler geht doch auch. Man geht ins Stadion, frisst Würstchen, säuft Bier, rülpst Wikingerlieder in den Wind und liest auf der Anzeigetafel die Zahlen vom Toto. Das schont auch den Rasen.

Vielleicht ist Golf ohne Ball der neue Renner. Schnaps ohne Alkohol. Sex ohne Partner. Gassi ohne Hund. Kauen ohne Essen. Häuser ohne Bewohner. Arbeit ohne Lohn. Strafe ohne Vergehen. Justiz ohne Recht. Demokratie ohne Volk. Sender ohne Empfänger. Warte, ich erkenne da ein Muster ...

 
ks

Wenn ich etwas über Politik wissen will, dann sind die zentralen Fragen: Wer fällt welche Entscheidungen, wie und wann, unter welchen Bedingungen? Mit diesem Einstieg kann man sehr schnell erkennen, wie die Qualität politischer Betrachtungen ist, vor allem sogenannte "Berichterstattung". Gelegentlich erfahren wir noch, was auf einer bestimmten Ebene entschieden wird, z.B, im Bundestag. Das Wie und die dazugehörigen Bedingungen sind in der Regel schon kein Thema mehr.

Dies aber wäre die Aufgabe aller Aufklärung, der selbstredend jede Geheimhaltung im Wege ist. Es gibt Gelegenheiten, da blitzt so etwas auf, weil Vorgänge öffentlich werden. Es wäre die Aufgabe der Medien, das dann zu verbreiten und zu erläutern, ohne sich "mit einer Sache gemein" zu machen. Heute lese ich etwa folgendes:

Dass der Westen "ISIS" unterstützte, konnte man bisher wissen, wenngleich im medialen Freund/Feind-Schema immer der Eindruck erweckt wird, dergleichen seien Pannen oder Versehen. Wenn jetzt aber das Pentagon selbst mitteilt, dass es die Entstehung von ISIS hat kommen sehen, kann man das so nicht mehr darstellen.

Keine Überraschung

Den Amerikanern war bekannt, dass die gegen Assad ausgerüsteten Kämpfer "ein salafistisches Kalifat gründen" wollten und den "Irak destabilisieren" könnten. Sie hielten aber selbst das Entstehen des Kalifats für begrüßenswert, als Einflusszone gegen Assad. Die Strategie der 'Hurensöhne', die zu 100% gescheitert ist, von Pahlevi über Saddam und Gaddafi bis hin zu Al Qaeda, wurde auch auf ISIS angewendet. Das erwartbare Chaos folgte. Wer also an Politik und Geostrategie interessiert ist, muss fragen, wer warum dennoch so entschieden hat. Ich kenne kein deutsches Massenmedium, dass dieser verdammten Pflicht nachkommt.

Stattdessen wird jeder, der im inflationär Geheimen nach Erklärungen sucht - und sie womöglich findet - diskreditiert. Die Medien, hier ein Beispiel aus dem Bahnstreik, (JavaScript erforderlich, Kommentar und via hier) verbreiten lieber ein eindimensionales Bild, das politische Leitlinien erkennen lässt.

Dazu passt auch, dass ein Bericht, der sich vordergründig kritisch gibt, sogleich auf das Dementi der 'Kritisierten' hinweist. Der Geheimdienst, der ständig versagt und nichts weiß, aber wichtig ist, weil er durch seine 'Aufklärung' für Sicherheit sorgt. Der direkte Vergleich zur Darstellung Weselskis zeigt: Es wird stets die Meinung einer bestimmten politischen Linie verstärkt, einmal als "Kritik" "aus der Politik", ohne zu benennen, wer damit gemeint ist, einmal als "Zurückweisung" von Kritik, ohne auf die Motive derer hinzuweisen, die da etwas zurückweisen, was nur zu offensichtlich ist.

Ebenso verhält es sich mit der Kooperation bzw. Identität von Nazis und "Verfassungsschützern". Nachdem(!) ein Verbotsverfahren gegen die NPD gescheitert war, weil der VS überall seine Leute in der Partei hatte, sind jetzt wieder elf seiner Mitarbeiter als Funktionäre der Partei genannt worden. Es werden viele mehr sein, vermute ich, aber was haben allein diese elf noch dort zu suchen? Wo vor allem wird diese Frage erörtert, wer weist darauf hin, dass Nazis und Verfassungsschützer dutzendweise dieselben Personen sind?

Darf nicht, kann nicht

Wenn einmal, in aller Kürze, kritische Fragen gestellt werden, muss man sich schon darüber freuen, selbst wenn wieder die harmloseste mögliche Interpretation gleich zur Überschrift wird. Totales Versagen hat als Ursache für die Vorgänge zu gelten, Absicht wird von vornherein ausgeschlossen. Niemand fragt sich, wie totale Versager so erfolgreich für eine Sache arbeiten können, die eben ausgeschlossen wird. Der Verfassungsschutz steuert Nazis? Der BND bespitzelt Bundestag und heimische Industrie? Kann ja gar nicht!

Eine gute Alternative zur Verschwörungstheorie ist die Religionssoziologie. Will man eine Religion verstehen, nutzt es nichts zu mutmaßen, es hätten sich einige Mächtige zusammengetan, um die Menschen mit Märchen abzuspeisen und in Knechtschaft zu halten. Solche Systeme entwickeln sich und bilden stabile Strukturen aus. So wie die Religion der Soziale Marktwirtschaft® mit ihrer Parlamentarische Demokratie®. Deren Anhänger klären ebenso wenig auf wie ein Pfarrer über den Glauben an höhere Wesen.

Die um sich greifende Besetzung politischer Posten mit Pfarrern und Kirchenfunktionären ist kein Zufall. Aufklärung ist der Feind des Glaubens, daher arbeiten alle Instanzen daran, sie einzudämmen. Die kurze Blüte aufklärerischer Massenmedien ist vorbei, ihre Produktion unterliegt denselben mythischen Zwängen wie die Verteidigung des modernen Glaubens gegen jeden Fortschritt. Der Kampf ist derselbe wie immer, und wer sich trösten will, mag auf die Macht der Wahrheit setzen. Die kann man unterdrücken, manchmal für Jahrhunderte, aber nicht für immer. Das Sein ist da ein unverwüstlicher Verbündeter des aufgeklärten Bewusstseins.

 
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Die Weltwirtschaftskrise zeigt ihre Zähne. Der Konzentrationsprozess schreitet voran; der Marktführer verdrängt die Konkurrenz, Lohnabhängige werden entlassen. Es wird gestreikt, wochenlang, die Betriebsleitung wird von der Belegschaft ausgesperrt.

Überwachung greift um sich, "Linksextremismus" wird großflächig verfolgt, im Namen von "Freiheit" und "Gerechtigkeit".
Der Landesvater ist ein ehemaliger Mörder in Robe, ein Nazirichter, der die Praxis der Überwacher - die meisten von ihnen ebenfalls Nazis - forsch verteidigt. Faschisten säubern den Staatsdienst von Antifaschisten.
Das Volk betet und besucht "Informationsgotesdienste".
Panorama, 10. März 1975 (knapp 23 Minuten).

"Es wird wohl keine Arbeit mehr geben", wissen die Arbeiter eines anderen Werks, das geschlossen wird, denn die Arbeitslosigkeit in der Region "liegt schon bei sechs Prozent", bald vielleicht bei zwölf Prozent. Bundesweit sind mehr als eine Million Menschen arbeitslos, was als Katastrophe empfunden wird. Kaum jemand macht sich hier die Illusion, man könne einfach wieder Arbeit finden.

Science Fiction

Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftslage und Arbeitslosigkeit wird noch unmittelbar verstanden, niemand beschuldigt die Arbeitslosen. Arbeiter und Familien glauben fest an das Versprechen auf einen Arbeitsplatz fürs Leben. Panorama (11.08.1975) wagt den Systemvergleich mit der DDR (ab 07:17). Viele DDR-Bürger kennen die Ursache der Arbeitslosigkeit im Westen: Der Ausländer ist schuld. Überrascht ist hier niemand, dass der private Besitz von Produktionsmitteln zu solchen Verhältnissen führt.

Eine Science Fiction Landschaft. Man vergleiche: Sechs Tage Bahnstreik werden als der "längste Streik in der Geschichte der Bahn AG" an den Kiosken verkauft. Die Arbeitslosigkeit in der Währungszone liegt stabil bei knapp zwölf Prozent, regional herrscht wirtschaftlicher Kahlschlag. Mit der nächsten großen 'Krise' ist ständig zu rechnen, substanzielle Verbesserung nicht zu erwarten. Die Verfolgung von "Linksextremisten" in der geschilderten Form ist Geschichte, überwacht werden inzwischen alle Menschen, anlasslos. Was "Produktionsmittel" sind, weiß kaum mehr jemand. Von „Union Busting“ hat noch nie wer gehört. Übers Meer kommt der Ausländer und raubt uns jede Hoffnung.

 
box

Um die politischen Tätigkeiten von Parlamenten und Regierungen, ihren Ablegern und Zuträgern, Lobbyisten und Behörden und den ganzen Rest noch zu verstehen, ist Politologie schon lange nicht mehr die richtige Wissenschaft (man darf auch bezweifeln, dass das je eine war). Schon gar nicht kommt man dem bei, wenn man die Herrschaften als Autoritäten bebuckelt und sie nicht in jeden erdenklichen Zweifel zieht. Wenn man dann aber versucht, sich noch irgend einen Reim zu machen, schallt es aus dem Betrieb "Verschwörungstheorie!".

Nun, die Theorie der Verschwörungen ist eine, die Not tut, spätestens, wo die Mafia regiert. Nein, das ist keine Metapher, siehe B wie "Berlusconi" zum Beispiel. Das ist aber Deutschland hier, da läuft das alles dezent eleganter, zum Beispiel, indem die Personalabteilung des Verteidigungsministeriums sich mit Heckler&Koch berät. Man ist halt unter sich, und genau das ist das oberste Prinzip jeder Verschwörung: Gemeinsame Interessen verfilzen, gegen alle Gesetze, im Schatten, verschwiegen.

Drohung mit der Pflicht

Wie schon einige Male hier betont, ist jede Beschäftigung mit Geheimdiensten notwendig eine Theorie der Verschwörung, weil die 'Dienste' eben konspirativ arbeiten, per definitionem. Deshalb ist es auch extrem wichtig, nein, wäre es, sie streng zu kontrollieren. Was aber haben wir? Losgelassene Rechtsbrecher, die das Erbe ihrer Gründungsnazis unkontrolliert ausüben. Die Kanzlerin, ihr Amt, ihre Partei und deren zuständige Minister haben nie versucht, das zu ändern. Die koalitionäre SPD hat neulich immerhin damit gedroht, ihre verfassungsgemäße Pflicht zu tun.

Und jetzt? Wird ein Persilscheinspender gesucht, der dafür sorgt, dass die Dienste ihre Geheimhaltung gegenüber dem Parlament aufrecht erhalten können. Dieser permanente Verfassungsbruch wird also weißgewaschen, indem man so tut, als erführe irgend ein Freund und Helfer von den Schnüfflern, was diese so tun. Dann verkündet er, das habe alles seine Ordnung, und das nennen sie dann "Kontrolle". Noch einmal, zum in die Stirn Ritzen: Kein Geheimdienst darf irgend ein Geheimnis vor dem Parlament haben. Niemals. Alles andere ist sogar eine besonders finstere Verschwörung.

Wie dumm ist noch realistisch?

Man könnte das alles als Versagen auslegen, sich vormachen, sie könnten es halt nicht besser. Das wäre der Ausweg aus der Diagnose "Verschwörung". Dann müsste man aber erstens feststellen, dass so etwas nicht in Regierungen gehört und nicht in Ausschüsse. Wer zu dumm ist, das Grundgesetz zu verstehen, hat dort nichts zu suchen. Zweitens aber fragt man sich, wann Versagen galaktischen Ausmaßes denn jedwede Konsequenzen nach sich zieht. Dazu ein anderes Beispiel, das hier zuletzt besprochene:

Die aktuelle Völkerwanderung aus Nordafrika über das Mittelmeer ist nicht nur als solche ein Problem, die "Lösung" in Form von Schiffchenversenken und Verfolgung von Schleppern so hirnfrei wie zynisch. Die Situation verschlimmert sich aber drastisch durch die Lage in den Zielstaaten, die Länder Südeuropas. Seit Jahren war ersichtlich, dass das von der NATO verursachte Chaos zur Massenflucht führt. In derselben Zeit, bis heute ungebrochen, sorgt die EU mit ihren Kapitalpartnern für das Austrocknen der Staaten Südeuropas. Die Infrastruktur dort ist kaum mehr vorhanden, die medizinische Versorgung selbst für die Einheimischen nicht mehr ausreichend.

Die Panne als Weg

Anstatt also diese Länder mit allen nötigen Mitteln auszustatten, um eine besonders gute Infrastruktur auszubauen, passiert das Gegenteil: Alles, was irgend einem Investor Geld bringt, muss verschleudert werden, alles, was Kosten verursacht, wird dichtgemacht. In tränenreichen Feiertagsreden werden ergänzend das Erstarken von Rechtsextremismus und das Massensterben auf dem Meer bedauert. Nun frage ich mich, wo der Aufschrei bleibt angesichts derart unfassbarer Dummheit und eines Versagens, das man nicht steigern könnte, würde man absichtlich alles falsch machen.

Es kann natürlich auch sein, dass die Schreihälse, die ihre Leser, Zuschauer und Wähler mit dem VT-Vorwurf abbürsten, uns etwas ganz anderes deutlich machen wollen: dass sie nämlich zur Kenntnis nehmen, wie manche allmählich notieren, dass etwas, das aussieht wie Absicht, riecht wie Absicht und wirkt wie Absicht, Absicht ist. Der Titel "Verschwörungstheoretiker" folgt also dem Trend allen Neusprechs, und was einmal eine Beleidigung war, ist heute ein Ausdrucks des Respekts.

 
jupp

Wie waren gleich noch die christlichen Werte? Ich habe schon lange verstanden, was die Betonung des "jüdisch-christlichen Abendlandes" und seiner angeblichen Werte bedeutet, und inzwischen wird es sichtbar. Die verbrämte Religiosität taugt nur zu einem, nämlich zum Ausschluss aller Menschen, die eben nicht dazugehören. "Diskriminierung" nennt sich das Spiel, und am Ende ist es ebenso rassistisch wie es gegenaufklärerisch ist. Die Menschenrechte werden durch das Feindbild und das ihm unmittelbar folgenden Feindrecht teilbar. Damit sind sie natürlich ausgelöscht, aber der Westmensch wähnt sich auf der richtigen Seite, weil er nicht sehen mag, dass die nicht im Norden oder Süden ist, bei den Christen oder Muslimen, sondern oben, wo er gar nicht hin kommt.

Ich frage mich oft, wie militärische Verbrechen geplant werden, die freilich unter "Politik" firmieren. Sitzen da ein paar alte Männer zusammen und einer sagt: "Lasst uns was zerstören und viele Leute töten"? Was ich heute lese, raubt mir nur deshalb nicht den Atem, weil ich mich längst daran gewöhnt habe, dass Menschen massenhaft entrechtet und ermordet werden. Die NATO hat den Iran (noch unter Pahlevi) aufgerüstet, dann den Irak, Saudi-Arabien, die Taliban, die 'Opposition' gegen Syrien, hat Libyen teils boykottiert, teils ebenfalls bewaffnet, verfuhr ähnlich mit den Kurden, die erst als Terroristen galten und dann auch bewaffnet wurden.

Die NATO hat Afghanistan und den Irak besetzt und teils zerstört. Sie hat Libyen zerstört. Die bewaffneten Horden aus Taliban, Al Qaeda, irakischer Armee und sonstigen Mördern haben die gesamte Region ins Chaos gestürzt. Die NATO hat reagiert, indem sie immer mehr Waffen geschickt hat. Das ist nur ein Teil des Problems, da ist noch nicht näher erwähnt, was das verhätschelte Fundamentalistenregime in Saudi-Arabien in der Region veranstaltet oder die Destabilisierung Ägyptens, Algeriens und Tunesiens für Folgen zeitigt. Die Menschen in Nordafrika geben allmählich auf. Viele von ihnen wollen es in Europa versuchen.

Let's Destroy Someone

Was tun wir? Wir gehen hin und zerstören ihre Boote. Nehmen Menschen fest. Töten vermutlich wieder welche. Wir gehen hin und zeigen ihnen, dass es keine Hoffnung gibt. Bloß weil wir eure Länder zerstören, habt ihr noch lange nichts bei uns verloren. Baut halt wieder auf, vielleicht gibt es sogar Kredite von Weltbank und IWF.

Wer zynisch genug ist, dass ihm das am Arsch vorbei geht, fragt sich aber vielleicht noch, wo da das Sicherheitskonzept ist. Wie war das noch? Wir führen Krieg gegen Terroristen? Welche genau? Wir gehen hin und zerstören den Nachbarkontinent zu unserer Sicherheit? Wir schützen uns vor Terroristen, indem wir nebenan Millionen Menschen entwurzeln, sie an tägliches Grauen gewöhnen, zu einer Existenz zwischen Leben und Tod verdammen? Das tun wir ganz nebenbei im Namen der Menschenrechte?

Fefe hat heute die VT aufgeworfen, das könne ein Plan der Amerikaner sein, sich die Konkurrenz aus Europa vom Hals zu halten. Eine These, die in der entschärften Form noch mehr Sinn ergibt: Die USA führen einen 'Krieg', der sie wieder einmal nicht erreichen kann, auf Kosten zweier Kontinente, und finden kollateral den Grund, alle Welt permanent zu überwachen. Alles, was es brauchte, war ein einziger Anschlag auf ihrem Territorium. Seitdem ist ihr Krieg der Rassen ein Problem anderer Leute.

Herrenopfer, Täterplebs

Ich erinnere aus diesem Anlass daran, wie die Saat hier aufging; wie ein bewährtes Muster die Reihen der Rassisten geschlossen hat gegen die neuen Untermenschen:

So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen, bedingt durch die dort übliche Heirat zwischen Verwandten, eine erhebliche Rolle und sorgen für den überdurchschnittlich hohen Anteil an angeborenem Schwachsinn und anderen Erbkrankheiten.

Damit durchseuchen sie Deutschland und Europa. Es ist immer dasselbe. Wenn man erst einmal "drüber redet", wird auch wieder marschiert. Erbarmungslos. Die Täter, das sind „Schlepper, Terroristen, Illegale, Schmarotzer“. Opfer ist das Herrenvolk, das sich dagegen schützen muss. Wir Verteidigen nur unsere Freiheit, jetzt an den Küsten Nordafrikas.

 
shoo

Es reicht nicht, sich zu schminken als Weibchen, es muss schon der Blowbusting Double Evesdropping Skyline Massaker von Meppelin Schade sein. Die junge Dame von Welt weiß, dass das kein psychotisches Gestammel ist, sondern das neueste Beautyprodukt. Solche Monstren, in denen das Bullshitbingo drogenzerfressener PR-Fuzzi-Hirne freidrehen darf, sind 'heutzutage' Marke. Das Gestammel konterkariert in Länge und oberflächlicher Komplexität die Orgie der Irrelevanz, deren Teilnehmer das leider für ihr Leben halten.

Ich habe mir Germany's Next Topmodel angeschaut. Was mich tatsächlich am meisten beeindruckt, ist nicht das, was üblicherweise im Kontext für Empörung sorgt. Klar sind die Mädels zu dünn und animieren zur Bulimie. Sie sind auch viel zu jung, um zu checken, wie sie da in einem knallharten Business verheizt werden. Die Klum ist komplett unerträglich und offenbar in den Bereichen, wo ihr gerade nicht ein paar aktive Synapsen fehlen, grandios zynisch. Skripted Reality schließlich hinterlässt auch in diesem Format blamiertes Jungvolk, das sich nicht klarmacht, wie teuer ein ruinierter Ruf ist.

Alles pillepalle aber gegen die Haupthandlung, das Marketing für „Mode, Beauty und Shopping“. Warum? Weil das nicht nur die Medien von Print bis TV durchgängig prägt. Es ist auch das aktuelle Leitmotiv der Blogs und der Youtube-Kanäle, der kurzfristig einmal als unabhängig und alternativ missverstandenen Medien. Wer politische Nischenblogs liest, weiß davon vielleicht gar nichts.

Völker, stürmt die Regale

Konsequent hat der Hauptsponsor, ein Autohersteller, sich auch einen Youtube-Star geholt, um die Spots zu produzieren. Der ist mit mäßig originellen Gimmicks für Kenner ein Langeweiler, für die Kids aber supercool. Ich habe regelmäßig mit Studentinnen zu tun (Männer sind kaum darunter), die gern Bloggerinnen werden wollen. Mittelschichtskinder, so gebildet wie man das heute haben kann. Was glaubt ihr, was die im Portfolio haben? Richtig: Mode, Beauty, Shopping, Reisen.

Das ist die Piste, auf der die Agenturen in den letzten Jahren immer wieder billig junges Volk einkaufen, das sich ein bisschen Stammleserschaft zusammen gebloggt hat. Die Qualität dieser Auftritte ist gemeinhin erbärmlich und zwar bis in solche Gefilde, wo große Zahlen große Zahlen schaffen. Wen soll das auch wundern, wo der Kaufbefehl das Bewusstsein ersetzt, wenn es nur noch darum geht, etwas zu haben, am besten als Erster zu haben.

Eine Welt, aus Konsum gegossen, wo alles dem sinnlosen Kauf nutzloser Waren dient und gar nicht mehr erkennbar ist, was Ware ist, was Arbeit und was Person. Letztere hat als Model, so wird dauernd betont, „Äddituud“ zu haben, muss auf Kommando posen, lachen, geil machen, und zwar „authentisch“. Der Auftraggeber dieser Mädchen, die dort auch nur Vornamen haben, kauft sie, damit sie andere zum Kauf anregen. Dargestellt wird das im Rahmen eines Produktes, das Produktion und Absatz darstellt, wobei es selbst Produkt ist mit dem Ziel, den Absatz anderer Produkte zu fördern.

Schuhe kaufen ich

Die Rahmenhandlung ist hierbei die Bewertung handelnder Personen, als ginge es dabei um deren wie auch immer menschliche Qualitäten. Die Vorgaben macht die Verwertungskette; wer sich am besten eignet den meisten Mehrwert zu schaffen, wird belohnt. Dieses schnöde Spiel begeistert nicht nur Massen junger Frauen und Mädchen, es schafft auch ein Identitätsraster, das keinerlei Abstand mehr bietet zwischen Mensch und Konsum. Dieser ist völlig in jenen eingebettet, Konsumieren ist keine Handlung mehr, sondern die oberste menschliche Dimension.

Es ist völlig zwecklos, in diesem Schleudertrauma durch die Gehirnwaschmaschine über Rollenklischees, Magersucht oder Kindeswohl zu räsonieren. Das kann man nämlich alles nicht kaufen, und bunt ist es auch nicht. Die verblödete Unterschicht findet hier kleine Träume, die sie sich exemplarisch sogar verwirklichen kann. Die Mittelschichtsdrohnen, die sich vormachen müssen, das Ganze sei etwas anderes als eine hocheffiziente Irrenanstalt, finden auf diesem Level ihrer Bewusstlosigkeit gar das Paradies. Sie wissen, dass wenn sie fleißig bleiben, sie sich das alles leisten können, sogar in verschiedenen Farben. Dieser Ausdruck ihrer Überlegenheit ist sogar sichtbar. Wenn die teuren Schuhe schmutzig werden, zieht man halt andere an, die auch nicht billiger sind.

 
bunt

Dafür kann ich so wenig wie die, die es sind. Ich bin tatsächlich ein Kind aus der Unterschicht. Mein Großvater war einfacher Arbeiter und mein Vater hat als Chemiearbeiter angefangen. Während er sich durch Fleiß und Fortbildung zum gut bezahlten Mitarbeiter in Gefilde hochgearbeitet hat, die sonst nur Akademiker erreichen, habe ich durch die Möglichkeiten der sozialliberalen Ära studiert und promoviert. Mittelschicht sind wir aber trotzdem nicht.

In meinem Fall liegt das daran, dass ich die meiner Ausbildung angemessene Karriere verpasst habe. Tatsächlich musste ich übrigens mit Ende 20 einen Job ausschlagen, der mir eine akademische Karriere beschert hätte. Ich war damals Hausfrau und Mutter, und es kam für mich überhaupt nicht infrage, meine Kinder dafür von irgendwem betreuen zu lassen. Eine Entscheidung, über die ich gelegentlich jammere, die ich aber unter den gegebenen Umständen wieder so träfe. Natürlich liegt mir daher etwas daran, diese Umstände zu ändern.

Die Welt verändern

Die Umstände zu ändern, das heißt für alle. Dabei habe ich nicht nur diejenigen im Blick, die für sich selbst die Umstände ändern können, aber vielleicht nicht dazu kommen, also Leute wie mich. Das wäre die typische Mittelschichtsreaktion, die neoliberale Option der "Chancengerechtigkeit". Nein, ich will nicht, dass es nur Menschen besser geht, die an der Schwelle zur Mittelschicht stehen, weil sie das Glück einer guten Ausbildung haben oder ehrgeizige Eltern, die sie gefördert haben. Ich möchte, dass ein Leben mit Würde und ohne Angst möglich ist, für alle und sogar mit Kindern. Das lenkt den Blick aufs Wesentliche. Vielleicht ist das eine Motivation, die ein gebildetes Unterschichtskind eher entwickelt als andere.

Der Alltag aber, die Konsumwelt, Kommunikation und die politische Agenda, ist hingegen ein reines Schaulaufen der Mittelschicht. Das endet bei der Verweigerung von Systemkritik und beginnt bei der politischen Korrektheit. Man schlägt nicht die Hand, die das Geld reicht, und daher stellt man auch nicht die Frage, woher es kommt und wohin es geht. Nur als "mein Geld" wird es eigentlich wahrgenommen. "Mein Geld", das ist das psychologische Grundstück, um das der M-Bürger seinen Zaun zieht. Er hat es sich verdient - ganz allein und persönlich - und will daher auch bestimmen, was damit geschieht. Vielmehr: Weil er das nie darf und mit "seinem Geld" schreckliche Dinge getan werden (Griechen aushalten, Steuern verschwenden), muss er ständig mosern.

Er weiß, dass er da nichts machen kann, selbst seine Finanzexperten haben ihre liebe Not, das zu erklären. Sie wissen, dass sie in Gottes Hand sind, denn alles andere ist Sozialismus-Kommunismus. Also wenden sie sich den Dingen zu, die sie für praktikabler halten. Umweltschutz durch CO2-Aktien etwa, Atomausstieg durch Laufzeitverlängerung, Frauenrechte durch Genderama. Die aufstrebende Partei der Zeit sind konsequenterweise die Grünen. Sie profitieren unter anderem davon, dass die Unterschicht nicht wählt und die Systemkritiker auch nicht. Sie bilden die perfekte Mischung aus Mittelschicht und Konformismus. Sie glauben daran, dass Verbote und Regeln die Welt verbessern und konzentrieren sich auf solche, bei denen sie keinen wirksamen Widerstand erfahren.

Alles so schön bunt hier

Das macht sie zum natürlichen Verbündeten der CDU, die aus christlicher Tradition schon immer konservativ und moralin daherkommt. Der Hauptunterschied: Als katholisch geprägte Partei weiß die CDU Verbote zu relativieren, indem ihre Klientel sündigt, beichtet und wieder sündigt. Die protestantischen Grünen und ihr Umfeld hingegen belassen es nicht beim Verbot, sondern kontrollieren sich und andere - permanent. Alles muss immer richtig sein: Das Verhalten, die Sprache, der Konsum. Alles geregelt, kontrolliert und zertifiziert. Ob das Leben, das dann noch übrig bleibt, unerträglich ist oder die Hütte brennt, ist zweitrangig. Hauptsache korrekt.

Derweil trifft die Oberschicht die wirklich relevanten Verabredungen und bestimmt den Kurs; die Unterschicht hat mit all dem nichts zu tun und lässt sich höchstens zwingen. Sprachregelungen? Mülltrennung? Biosiegel? Geschlechterrollen? Inklusion? Energiewende? Das interessiert oben wie unten niemanden. Die Präsenz dieser Themen im politischen Geschäft begrüßen die einen als willkommenen systemkonformen Karneval, die anderen gehen eh nicht wählen und pfeifen drauf. Nur in der geschäftigen Trance vermeintlicher Leistungsträger, bei den Drohnen der Mittelschicht, glauben sie, ihr 'Engagement' hätte etwas mit der Welt zu tun, in der alle leben. Eine Minderheit, der man es überlassen hat die Fassaden anzumalen, lebt ihren Traum, indem sie ihr Leben träumt. Alles schön bunt, und alle machen mit. Dafür sorgen sie schon.

 
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Gut informierte Leser wissen, dass GdL-Chef Weselsky nicht für Arbeitnehmer kämpft, sondern aus Egoismus einen Krieg gegen das Volk führt. Er will die Bahn kaputtmachen, damit niemand mehr pünktlich zur Arbeit kommt. Ihm ist der Standort Deutschland egal, und wenn er das zarte Pflänzchen Aufschwung überrollt, wenn Millionen Arbeitsplätze vernichtet werden, hält er das für einen Erfolg. Kein Wunder, dass immer mehr deutsche Unternehmen ins Ausland abwandern.

Auf seinem zerstörerischen Weg hat er nun eine Waffe gefunden, die alles Dagewesene in den Schatten stellt. Weselsky will keine Arbeitsplätze, er will nur Rache. Dabei hat niemand mehr einen positiven Einfluss auf ihn. So war ihm Norbert Hansen, ehemaliger Chef der Gewerkschaft Transnet und einer der fähigsten Gewerkschafter aller Zeiten, schon immer ein Dorn im Auge. Weselskys Neid auf den inzwischen zum Manager aufgestiegenen Kollegen entfacht seine gnadenlose Wut.

Welche Waffe er einsetzen wird

Auch Bahnsprecher Pofalla, der ausdrücklich den Streik der Gewerkschaften für beendet erklärt hat, findet kein Gehör. Weselky akzeptiert kein Machtwort außer seinem eigenen. Jetzt lässt er alle Hemmungen fahren und setzt ein Mittel ein, das Deutschland mit Furcht und Schrecken erfüllt. Er hat für die GdL einen Verhandlungsführer engagiert, der die Bahn, die Gewerkschaft und das ganze Land in den Ruin führen soll. Einen Experten nicht nur für die Bahn, sondern vor allem für Chaos und Niedergang. Weselsky hat für seinen Vernichtungsfeldzug keinen geringeren gewonnen als Hartmut Mehdorn!

In einer Dringlichkeitssitzung hat das Bundeskabinett ein Paket auf den Weg gebracht, das über die bisherigen Notverordnungen gegen die Zersetzung der deutschen Wirtschaft durch unbedeutende Gewerkschaften hinausgeht. In Abwesenheit der Kanzlerin, die ein strategisches Zentrum für Zwergeichhörnchen einweihen muss, versuchen Vizekanzler Gabriel, Arbeitsplätzeministerin Nahles und Justizminister Maas die Soziale Marktwirtschaft zu retten.

Wie die Regierung uns retten will

Es wird künftig einen neuen Straftatbestand "Solidarität" im Strafgesetzbuch geben. "Wir müssen echte Solidarität schützen gegen Zusammenrottungen fehlgeleiteter Bürger, sonst hätten wir bald die Lynchjustiz in Deutschland. Niemand braucht gewaltbereite Gruppen, die Unternehmen zerstören oder die Ordnung bedrohen. Gleichzeitig haben wir dabei auch diejenigen im Blick, die sich zusammentun und dennoch Hilfsleistungen in Anspruch nehmen. Legale Solidarität ist in einer Demokratie durch das staatliche Gewaltmonopol abgedeckt“, sagte Gabriel am Dienstag der Bild am Montag,

Nahles erklärte am Samstag dem "Freitag", man müsse jetzt handeln. Eichhörnchen könnten auch nur Nüsse essen, die sie vorher gesammelt hätten. Nachfragen verwies sie an Regierungssprecher Seibert, der verlautbarte, er könne kein Gesetz kommentieren, das nicht in Kraft sei und keine Eichhörnchen, die er selbst nicht besucht habe.
Der Entwurf wurde von allen demokratischen Fraktionen begrüßt. Lediglich die Partei "die Linke" äußerte Bedenken. Sie forderte ein Verbot nur von falscher Solidarität und eine eindeutige Definition des Tatbestands, um Rechtsunsicherheit zu vermeiden.

 
gorhim

Vor knapp dreißig Jahren wurde ich Zeuge folgender Szene in einer ebensolchen Kneipe: Ein Gast hatte sich etwas zu essen bestellt und machte sich daran es zu verspeisen. Sein Tischnachbar, ein junger Mann, den er persönlich nicht kannte, fragte kurz und rhetorisch, ob er einmal die Kartoffeln probieren dürfe und fingerte sich eine von dessen Teller. Der Gast war gar nicht amüsiert und machte deutlich, dass er die Finger des anderen nicht in seinem Essen haben wolle, worauf der meinte, das sei eine "völkische Paranoia". Die Antwort war nicht der verdiente Kinnhaken, sondern ein väterliches: "Bekämpf' deinen Faschismus woanders!".

Es sind nicht alle selbsternannten Antifaschisten so behämmert, aber es gibt genug davon. Dasselbe gilt für alle anderen Gruppierungen, die einen selbt gezimmerten Moralkodex - der obendrein mühelos der Tagesform anpassbar ist - pflegen, mit dem sie die Welt überziehen. Sie tun das am liebsten dort, wo sie sich in einer Position der Stärke wähnen, wo sie die Mehrheit stellen oder die Instrumente haben, um einen Raum zu dominieren. Dies wiederum schließt Gewalt in jeder Form ein.

Ich halte es für grundfalsch, sich dem zu stellen, vor allem, wo es sich um Getrolle reinsten Wassers handelt. Wer zuletzt "Die Anstalt" gesehen hat, konnte zum Beispiel eine nette Zusammenfassung der Wirklichkeit von Frauenrechten erleben. Ja, es gibt mehr als genügend Probleme, die kapitalistische Gesellschaft ist männlich dominiert und dagegen gibt es reichlich zu tun. Twitterkommentare oder Metakommunikation über dümmste Neumythologien wie gewaltsame Eingriffe in Wort- und Schriftsprache gehören nicht dazu.

Der Feind schlägt links

Genauso verhält es sich mit einem "Antifaschismus", der es tatsächlich verbieten will, Verbrechen des Staates Israel "Verbrechen" zu nennen. Ich bin zwar nach wie vor der Ansicht, dass man als Deutscher dazu einfach die Klappe halten sollte, aber die Speerspitze der Antisemitismuspraxis sucht und findet ihn überall, wo er nicht ist, um damit unmittelbar jedem Faschisten ein Beispiel dafür zu geben, wie 'die Wahrheit von Linken unterdrückt' wird. Das Niveau solcher Schlagabtausche schreit geradezu nach einer Plattform wie Twitter, denn schon die Fähigkeit Nebensätze zu bilden zerstört den nötigen Mangel an Differenzierung. 140 Zeichen sind nicht viel, wenn zehn Prozent schon für Ausrufungszeichen draufgehen.

Diese Charge der Antifaschisten und Anttifaschiteninnenxe besetzt einen Begriff, dessen Bedeutung keineswegs leer sein müsste, im Gegenteil! Faschismus ist. Wo suche ich danach, wenn ich ihn suche? Da fange ich doch mit dem in Reinform an, wo echte Faschisten sich organisiert haben, Nationalsozialisten mit Parteibuch zum Beispiel. Wo sie kontinuierlich gegen Grundgesetz und Menschenrechte verstoßen, wo aus ihren Organisationen heraus rassistische Morde verübt werden, wo sie sich der staatlichen Kontrolle ebenso entziehen wie der Strafverfolgung und sich inzwischen wieder auf einen Befehlsnotstand (via fefe) berufen.

Na, habt ihr vielleicht eine Idee, wie ihr so etwas bekämpft, ihr Helden? Oder ist euch das zu müßig, weil solcher Widerstand nicht einmal notwendig 'links' wäre?

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