kk

Der Deutsche ist fleißig. Die anderen demzufolge abgestuft faul. Alles, was südlich liegt und zum Urlaubsland taugt, wird von besonders faulen Gesellen bevölkert. Die haben es nicht so mit dem arbeiten. Das weiß der Deutsche seit Jahrzehnten, ganz egal, ob er sich in in der Algarve, bei Antalya, in Rimini oder auf Naxos bedienen lässt, ob seine Gastarbeiter von dort kommen, seine Pizzabäcker und Dönerschmiede, Gyrospommes oder der Kleinwagen, der Deutsche weiß sich den Ausländern überlegen.

Der Fleiß nämlich, der durfte ihm auch nach den zwölf Jahren, in denen er das tausendjährige Reich durchgebracht hatte, noch angeboren bleiben. Der macht ihn besser als die Fremden. Aber nicht nur das, und hier lauert eine dieser typischen Brüche in der Erzählung, eine Kluft gar: Der Deutsche ist immer fleißig, es sei denn, er ist ein Habenichts, dann ist er auch faul. Wie das jetzt kommt, das ist natürlich ein Problem, denn angeborener Fleiß, der durch Armut zu Faulheit wird, das kriegt man schwerlich auf eine Kette.

Fremd, faul, schuldig

Hier kommt etwas ins Spiel, das die Erzählung zwar ins Absurde abgleiten lässt, sie aber dennoch beieinander hält, nämlich die Schuld. Schuld ist etwas sprichwörtlich Mythologisches, weshalb Religion auch nicht ohne sie auskommt. Schuldig ist, wer schuldig ist, das kann jeden treffen. Die göttliche 'Ordnung' und Fügung ist es, die allein dafür sorgt, das jeder kriegt, was er verdient, und da diese Idee in jeder irdischen Ordnung völliger Schwachsinn ist, muss sie halt mit viel Omm-omm und Tamtam eingesetzt werden. Das Mittel: die Schuld, die immer die "Selber schuld!" ist.

Bei den faulen Kanaken ist das selbstredend, hätten sie halt fleißig sein und sparen sollen! Bei den faulen Deutschen ist das wie gesagt etwas schwieriger. Die Einen pfeifen infernalisch im Walde auf die Arbeitslosen das Lied der Eigenverantwortung®, wohl wissend, dass es sie jederzeit selbst erwischen kann. Das ist so neu übrigens nicht, schon früher wusste die Volksseele, dass wer wirklich Arbeit sucht, auch welche findet.

Die Geburt der Nation

Da spreizen sich jetzt die Probleme auf, denn wenngleich man mit geübter Ignoranz darüber hinweg gehen kann, dass sich die Zahl der Arbeitslosen unmöglich nach deren individueller Faulheit richten kann, sind die Rollen der Fleißigen und Faulen eben vergeben. Was macht man aber, wenn man immer mehr Leute kennt, die als fleißige Deutsche faule Arbeitslose werden, die man aber durchaus als fleißige Arbeiter kannte? Wenn zudem fleißige Deutsche von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, obwohl sie doch so bescheiden sind und noch aufs Existenzminimum verzichten?

An der Stelle werden die faulen Fleißigen wie von Blitz getroffen Nation®. Nation sind die, die unschuldig zu Schuldigen wurden und jetzt ganz fix wen brauchen, der ihnen das abnimmt. Nation weiß, dass es nur der Ausländer gewesen sein kann, der Fremde. Das kann der Jud sein, der Moslem, der Pakistani, der Pole oder Putin, nur eines ist sonnenklar: Eine fremde Macht, aka das Böse® macht immer alles durcheinander und sorgt dafür, dass der Deutsche nicht glücklich sein kann. Das funktioniert übrigens auch tadellos, leicht abgewandelt, in anderen Nationen®. Nicht zufällig gibt es da kaum einen Unterschied zwischen Nation und Christenheit, nur dass Nation® übersichtlicher ist, aber grundsätzlich sind Nation und Kirche ein Inzestgezücht.

Ungleichheit für alle!

Gut, jetzt kann der Schwabe vielleicht nicht wirklich mit dem Bayern und der Rheinländer nicht mit dem Sachsen, aber das wäre schon wieder eine dieser Differenzierungen, für die der Patriot sich das Studium nicht leisten kann. Was wirklich wichtig ist, und da lässt er sich weltweit einzigartig absolut nichts vormachen: Mach, was du willst, sei, wer du bist, so lange du bloß nicht Kommunist wirst! Gleichmacherei, Verachtung der Leistung und ihrer Träger, Sozialneid und immer dieses Gelaber von "Ausbeutung"; das ist nicht nur undeutsch, das ist unmenschlich, das ist Unrechtsstaat® und Diktatur.

Neben dem Judentum hat die Nation der Fleißigen den Kommunismus so gut ausgerottet wie es eben geht, da stört ihn auch nicht, dass es in fast jedem anderen Land der Welt normal ist, wenn Kommunisten in Parlamenten sitzen und sich hier und da an Regierungen beteiligen. Das wird wohl damit zusammenhängen, dass die alle fauler sind als wir. Ehe wir einen Arbeitgeber oder Leistungsträger enteignen, sorgen wir durch Bescheidenheit und Fleiß dafür, dass Deutschland immer wirtschaftlich erfolgreich bleibt. Gern arbeiten wir auch mehr für weniger. Wir wissen ja, wer für uns sorgt, und wenn es wieder einmal nicht für alle reicht, wissen wir, wer es uns wegnimmt. Die zünden wir dann aus alter Tradition an und fühlen uns gleich besser.

 
bk

Er hat doch schon so faire Löhne® gezahlt, der Herr. Er war so gut zu seinen Untergebenen - und nicht nur zu denen. Eine Mission hatten sie alle miteinander: die Welt besser zu machen, indem sie sie schöner machten. Schöne Welt durch gute Laune, Fernsehen ohne Trash und schlechte Nachrichten. Einfach alles gut® sein lassen. Aber dann kam alles anders. Waren es am Ende sogenannte "Arbeitnehmerrechte", die einer großen Vision das Genick brachen [jadoch, das ist eine gebrochene Metapher]?

Nicht nur, dass es derart überkommene bürokratische Hürden noch gibt, es gibt auch tatsächlich Störenfriede, Sozialneider und Besitzstandswahrer, die davon Gebrauch machen. Ein Betriebsrat in einem Unternehmen von Red Bull, wie absurd! Die Belegschaft und ihr Eigentümer Dietrich Mateschit sind erzürnt. Der Mann, der durch seiner Hände Arbeit ein Imperium geschaffen hat, soll sich hineinreden lassen, wie er seinen Plebs seine Leute behandelt?

Self Made Billionaire

Ihm gehören Rennställe, Fußballvereine, Fußballschulen, Flugshows, Eishockeyvereine, Basejumper und sonst noch was, auf vier Kontinenten, sowie die Stratosphäre. Für all das gibt er sein hart erarbeitetes Geld® aus. Ein Wohltäter des Sports, der Kultur und der guten Laune - braucht so einer Vorschriften und Aufpasser, die deren Einhaltung überwachen? Man sollte ihn eher heilig sprechen (oder wenigstens Voraussetzungen dafür schaffen). Ohne Männer wie Mateschitz gäbe es keinen einzigen Arbeitsplatz® auf der Welt.

Anonyme Gewerkschaftsterroristen "von Außerhalb" wollten den Gutsherrn also zum Betriebsrat zwingen. Das war das Ende vom Ende, er muss jetzt das ambitionierte Unternehmen ServusTV aufgeben, abwickeln, Arbeitskräfte freisetzen. Vernichtet sind hunderte Arbeitsplätze®, und alles nur wegen brutaler Heckenschützen unsichtbarer kommunistischer Kräfte. Im Kreml wird man darüber feixen. Solche Störfeuer nützen nur Putin.

Die Partei "die Linke", die sich ausdrücklich zum Ziel gesetzt hat, faire Löhne® in Deutschland zu erreichen, hat sich bislang nicht zu diesen Vorgängen geäußert. Jetzt heißt es Farbe bekennen. Geht es ihnen um die Pfründe einer überkommenen Nomenklatura von Seilschaften, Trittbrettfahrern und Bürokraten, die mithilfe von Gesetzen die Arbeit der Besten zerstören oder wollen sie wirklich Arbeitsplätze® und faire Behandlung? Es besteht die Gefahr, dass das Volk doppelt Schaden erleidet: indem es arbeitslos wird und obendrein nichts Lustiges im Fernsehen® kommt. Das kann doch niemand wollen!

 
tp

Die Süddeutsche [via Klaus Baum] veröffentlicht aktuell die Auszüge aus TTIP, die "Bundestagsabgeordnete und Europaabgeordnete in Leseräumen lesen dürfen" (Hervorhebung von mir). Immer wieder sei darauf aufmerksam gemacht, dass die verhandelnden Konzerne und ihre politischen Komparsen denen, die ihrer Verabredung gefälligst die entsprechenden Gesetze erlassen sollen, verbieten, sich über den Inhalt dieser Gesetze zu informieren. Das wäre Skandal genug.

Jetzt zeigt sich, wie wir in den kommenden Tagen aufdröseln werden, worin die inhaltlichen Skandale bestehen. Wir dürfen uns dann kurz über die Lügen ereifern, die uns vorab dazu von Funktionären aufgetischt wurden, die vermutlich den Inhalt ebenso wenig kannten wie alle anderen. Was allein Sigmar Gabriel für unerträglichen Mumpitz dazu geredet hat, ist eine Anleitung "Fremdschämen für Profis". Bei der Gelegenheit: Gabriel hat sich kürzlich seinen Platz in der Hall of Fame der Urheber blödester Argumente verdient. Er meinte, eine Krankenschwester, von deren Lohnsteuer unbezahlbare Autos subventioniert werden, habe doch auch etwas davon - wenn sie mit einem Angestellten der Herstellerfirma verheiratet sei. Das ist das Niveau, auf dem wir uns bewegen.

Irre vernünftig

Erfreulich, dass die eine oder andere Zeitung doch noch ihren Job macht und informiert. Witzig, dass es dieselbe Redaktion ist, aus der Marc Beise seine unerträglichen neoliberalen Predigten hält. Dieser Widerspruch ist kein Zufall und liegt schlicht in der Beliebigkeit, die sich aus dem Business ergibt. Zeitungen sind zuallererst Ware. Der eine lobpreist daher den Gott des Erwerbs, der andere veröffentlicht solches Material, weil es ein Geschäft ist, das man sich nicht entgehen lassen darf, wenn man in der Branche überleben will.

Mit dieser Beliebigkeit wiederum geht einher, dass kritische Leser immer häufiger spekulieren müssen, was wirklich so gemeint ist, was wahr, was zurechtgebogen und was dreist gelogen. Jeder Leak ist eine überführte Verschwörung und deckt die Lügen auf, mit denen sie vertuscht werden sollte. Teils sind die Aufdecker und die Vertuscher dieselben, zumal juristischen Personen. Daraus folgt, dass ohne Theorien über Verschwörungen kritisches politisches Bewusstsein gar nicht mehr zu haben ist.

 
gn

Hätte ich eine Botschaft an Außerirdische, ich malte ihnen keinen albernen Bilder und legte ihnen keine Langspielplatte bei. Sie sollten schon ihre überragende Intelligenz benutzen und die Worte aus der Essenz meines Lebens richtig interpretieren. Ich würde sie nicht langweilen wollen und käme gleich zum Wichtigsten:

Wenn ich ihm die Zehn reinwerfe, bin ich auf der Farbe blank, Mann!

Die nächste Rote ist der Frameball.

Afghane für nen Heiermann? Nie im Leben!

Tu mal ein A rüber!

Die Schwarze ins Gegenüberliegende.

Nur den Riemen, die Rollen sind noch astrein.

Ein Konditional ist wahr, wenn die Bedingung falsch ist.

Das ist ein Bootleg, da gibt es keine Originalpressung.

Erster alles!

Habe ich ihm eben wertschätzend deutlich gemacht.

Nullte Stunde, und der zockt nur Sneakers.

Wen ich mit Harz erwische, den lasse ich die Halle mit der Zahnbürste schrubben.

Du brauchst einen Abschlusswiderstand.

Das ist ja ne Alufeile!

Ich brauche die dritte Hand.

Wer bremst, verliert.

BFG mit Quad Damage, na schönen Dank!

Draußen gibt’s nur Kännchen.

W-W, W-G-W, G-W-G, G-G

rtfm

/ig /god

 
pn

Germany’s blogosphere: Ein kluger Artikel über Wirtschaft und Politik nach dem anderen. Aber zu Erotik, zu Sexualität findest du nichts auf ihren Seiten, völlige Stille.
Ich hatte einmal etwas mit Franzi Bieber. Sie hat geblasen wie eine Virtuosin der Querflöte aus dem Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Will irgendwer das wissen? Ach.

Für mich ist Sex etwas schlicht Intimes, will heißen: Es geht nur mich und die Dame, mit der ich es treibe etwas an. Damit sind wir mitten im Problem. Ich kann und will erstens nicht postulieren, Sex sei quasi natürlicherweise intim. Ich muss sogar vom Gegenteil ausgehen. Die kultivierte, religiös geprägte Gesellschaft verbannt Sex aber doppelt aus der Öffentlichkeit: Gerade das Zeigen sexueller Handlungen und Nacktheit sind sündig. Sex uns Lust sind sündig oder anderweitig nicht gottgefällig (auch und gerade in der weniger tabubehafteten protestantischen Moral, weil Lust die Askese stört). Daher muss sich, wer Spaß haben will, zurückziehen.

Das können Freigeister nicht befürworten, tun sie auch nicht. Nacktheit ist weder sündig noch verboten, und auch wenn es Gründe dafür gibt, nicht unbekleidet umher zu laufen, sollte es nicht verboten sein. Bei der Intimität bleibe ich dennoch stur. Es gibt eine Sphäre zwischen (zwei) Menschen, die nur ihnen gehört und ihre Beziehung geradezu definiert. Das können Gespräche sein, gemeinsame Theaterbesuche oder Sport; jede weitere Person, die eingeweiht ist, verdirbt ggf. das Ereignis.

Unter uns

Beim Sex ist das nicht nur aus Gewohnheit so, dass zwei gern unter sich bleiben. Wie jemand, der sich in der Kneipe ungefragt dazu setzt, wäre es recht befremdlich, ließe man Dritte beiwohnen. Zudem kann man auch nicht so tun, als sei es unverfänglich, Intimes öffentlich zu machen. Das ruiniert regelmäßig Karrieren, Freundschaften und die Gemütlichkeit. Ich kann auch schlecht hier über Datenschutz faseln und dort mein Sexleben ausbreiten, das ja nicht allein meines ist.

Im völligen Kontrast zu diesen vielleicht etwas altbackenen Vorstellungen steht die vermarktete Sexualität, der allgegenwärtige Analverkehr, Blowjob, Fisting, Schlampe in die Nase gepisst. Ja richtig, dazu muss man in der Regel einschlägige Angebote besuchen. Man kann aber auch die Blogstatistiken aufrufen oder einen Blick in den Browserverlauf des Jüngsten werfen. Es ist so alltäglich wie die strikt am Rande der „Pornographie“ (eine juristische Albernheit) tänzelnde Werbung. Klar, die muss man jetzt ganz verbieten, wenn man SPD ist. Aber wenn man SPD ist, hat man halt diesen Pfeil im Kopf.

Öffentliche Intimität, so etwas kann nur Kapitalismus in Vollendung. Dieses Paradoxon führt zu der Absurdität einer Rückkopplung ins Private vor allem der Jüngeren. Was sie da an Anschauung haben, nehmen sie für Realität und glauben, sie müssten das auch tun. Hätten sie doch bloß ein 'Making of' geschaut und überhaupt sich darüber orientiert, was Professionalität bedeutet. Das ist Sex heute, wo er sich öffentlich gibt. Das sind die Referenzen. Gibt es dazu etwas zu sagen?

Dem Ganzen setzen diejenigen die Krone auf, die für all das kein Bewusstsein haben und einen Mix aus Leistungsperversion und religiöser Sexkontrolle für politisch halten. Politisch "links", wohlgemerkt. Es gibt da nicht nur ein Punktesystem, in dem die Abweichung von der Norm den Score bestimmt. Wer besonders pervers ist, steht ganz oben, ist das ärmste Opfer der Diskriminierung und damit das neue Heilig.

What's Your Perversion?

Nicht nur werden hier katholische Maßstäbe angelegt, bloß als Negativ, es wird auch genau unter die Bettdecke geschaut: Ist da wer schwul, transsexuell, schwul und transsexuell, transgender, so geboren oder selbst gewählt, wer hat also welchen körperlichen und psychischen Status und treibt es mit wem? Das Resultat wird dann als Gender notiert und in die Tabelle eingetragen.

Diese sexuelle Gesinnungsschnüffelei soll also die naturwissenschaftliche Bestimmung des Geschlechts ersetzen. Damit ist dann was erreicht? Dass es keine Geheimdienste braucht, um eines jeden sexuelle Vorlieben zu kennen und bei Gelegenheit zu verwenden? Damit niemand mehr sagen kann: "Das geht euch nichts an!"? Und wenn man damit so weit ist, dann wird im nächsten Schritt „Post Privacy“ Bürgerpflicht?

Nein danke. Ich gehöre zu denen, die überdies glauben, die deutsche Sprache sei nur sehr bedingt dazu geeignet, sich dem lustvollen Treiben der Körper und ihrer hoffentlich im Wortsinne betörten Gehirne zu widmen. Ich jedenfalls kann es nach meiner Einschätzung nicht. Daher bin ich auch nicht geneigt, auf diesem Terrain publizistisch tätig zu werden. Den Verwesern höherer Moral oder sonstig jede Lust tötenden Scharlatanen begegne ich auf dem Feld der Mittel, die sie dazu einsetzen. Das kann ich besser und muss niemandem eine Vorstellung davon aufdrängen, was der alte Mann in seiner Sitzgruppe veranstaltet.

 
nz

Die demokratische Parlamentsarmee wird zur Landesverteidigung an die Grenze Russlands verlegt.

Wir leben in interessanten Zeiten. In Österreich ist die nationalistische FPÖ auf dem besten Wege, den Staat zu übernehmen. Ihr Kandidat für den Posten des Präsidenten liegt vorn, und wenn der sein Versprechen wahrmacht, das Parlament aufzulösen, stellen sie womöglich bald auch den Kanzler. Bemerkenswert: Die Konservativen und die Sozialdemokraten sind ziemlich weg vom Fenster. Volkspartei war gestern, heute verwalten graue Funktionäre den Laden nach dem Motto: Ihr seid das Volk, wir sind Volker. Sie haben nichts falsch gemacht, nur das Alternativlose zum Besten aller, sprich: "Wachstum", sag: "Profite", exekutiert.

Was bleibt, sind die Grünen, weil irgendwas-mit-Umwelt, selbst wenn sie Laufzeiten verlängern, einem jeden Spaß mit dusseligen Verboten kaputtmachen und bald auch Fracking durchwinken; die Farbe ist so schön. Außerdem sind sie christlicher als die Konservativen, man kommt also nicht in die Hölle, wenn man sie wählt. Zudem sind sie ja auch irgendwas-mit-alternativ. Sieht also gut aus, klingt gut, kann man wählen. Wenn man meint, man müsste irgendwas wählen.

Wir sind Volker

Daneben blubbert der rechte Sumpf. Volk, das darauf dressiert ist, sich gegenseitig zu mobben, zu buckeln und zu meckern, wählt gegen dumm einfach dümmer, gegen die Lügen der Vereinfachung die neue Wahrheit der Eindimensionalen. Endlich nicht mehr Opfer sein, dazu braucht man ein anderes: den Muslim, den Fremden, der unsere Frauen schändet und uns die Arbeitsplätze wegnimmt in seiner kriminell verschlagenen Faulheit. Was wählt man also? Menschenhasser, die noch aggressiver in nützlich und unnütz einteilen und die Methoden vergröbern. Rauswerfen, ausschaffen, ins Mittelmeer kippen oder dem Türken zum Abschlachten schicken. "Freiheit" heißt das und "Alternative", allemal: Nation!

In Deutschland sieht es nicht wirklich besser aus. Hier ist die Herrschaft der CDU für die nächsten hundert Jahre besiegelt. In ihrem Gedärm tummeln sich die Reste der SPD, die Grünen, die Trümmer der FDP und die Anwärter aus dem Lager der fanatisch kapitalistischen Reaktionäre mit dem Originalprogramm: Frauen an den Herd, Jedem das Seine und Ausländer raus! Muss nicht, aber wenn es nicht anders geht, wird man wohl drüber reden.

Politik ist das nicht mehr, mit Demokratie hat es absolut nichts zu tun und den Rechtsstaat hat es durch Geheimabsprachen ersetzt. Jeder Posten besetzt, keine Änderung möglich. Was kann der brave Bürger also tun? Das Ganze beschleunigen. Dasselbe in schneller, härter, brutaler. Sich rächen. Den großen starken Zerstörern zur Hand gehen. Die Büchsen spannen. Zeigen wir's dem autoritären Regime, wählen wir die Diktatur!

Kommunismus? Kommunismus.

Es gab immer nur eine Kraft, die dagegen hielt, und die wird es dringend wieder brauchen. Wo sind die Kommunistinnen und Kommunisten bloß hin? Haben wir uns wirklich so nachdrücklich einreden lassen, Kommunismus sei böse? Kommunismus sei Stalins Terrorherrschaft? Wir bräuchten Amerikaner, um uns vor den Hitlers und den Stalins zu bewahren? Die Autokraten aller Färbung tun alles, um die Menschen davon abzuhalten, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. "Eigen", das sei das Eigentum, bläuen sie uns ein. "Gleichheit ist der Feind der Freiheit" steht auf den Ketten, die sie uns anlegen, um ihnen zu dienen.

Wer seinen eigenen Willen hat, sieht aber, dass das für alle anderen auch gilt, und dass nur Gleiche unter Gleichen je frei sein können. Wo es Arm und Reich gibt, wird das nichts werden. Warum lassen wir uns dann immer wieder unterdrücken, zwingen und unsere Zeit stehlen? Die Welt gehört nicht den Profiteuren und die Früchte der Arbeit von Milliarden schon gar nicht. Was ist daran so schwer zu verstehen?

Gleichberechtigung ist kein Diskriminierungsverbot von Grünen Betschwestern, sondern die Souveränität, über sein Leben selbst zu bestimmen, unter Gleichen, dort, wo sie leben. Das ist Kommunismus, nicht die zentrale Gewaltherrschaft einer Partei. Keine Herren, keine Sklaven! Die anderen kämpfen gerade um den Platz an der Peitsche. Wenn wir sie machen lassen, dürfen wir uns nicht wundern, dass es wieder knallt und wir wieder bluten.

 
Oder: Wie unfassbar zerfickt muss ein Hirn sein, um sich so etwas auszudenken? Habt ihr auch immer gedacht, die Propaganda in der DDR sei der Gipfel der Blödheit? Weit gefehlt!

te

Quelle: INSM. Nein, das ist kein Fake. No Shit, Sherlock.

 
br

Quelle: Jahresbericht 2012 der "Altantik-Brücke".

Herr Schäuble, Minister für alles und derzeit Allesminister der Finanzen, als ehemaliger Innenminister darauf programmiert, die sinnlose und verfassungswidrige Aufrüstung der Geheimdienste voranzutreiben, mag es nicht, wenn man diese Dienste zu kontrollieren versucht. Deren "Handlungsfreiheit" sei gefährdet. Handlungsfreiheit! Er meint die "Dienste" von BND über VS bis hin zum BKA, das ebenfalls gerade mehr Handlungsfreiheit® bekommt. Oops, das ist ja schon wieder verfassungswidrig!

Die Nachfolger der Nazis werden alle Nase lang ein bisschen reingewaschen, vor allem aber die aktuelle Besetzung mit aller Macht nicht kontrolliert. Weil das aber offenbar nicht reicht, wischen sie sich dort mit dem Grundgesetz den Hintern, und weil das nicht reicht, machen diejenigen, die das verhindern sollen, gleich mit. Die Parlamente sind Gesetzgeber und Kontrolleure der Geheimdienste. Als Letztere tun sie nichts und als erstere machen sie denen Gesetze, die nicht verfassungskonform sind. Sie wollen diesen Staat im Staate.

Selbstverständlich haben die Amerikaner gewusst, was sie da gezüchtet haben, und sie haben eine Menge von ihnen gelernt. Den flexiblen und phantasievollen Einsatz der Folter etwa. Dass ein Feindleben nichts wert ist zum Beispiel. Dass eine Weltmacht keine Skrupel gebrauchen kann. Der Kalte Krieg mag dazu einiges beigetragen haben, aber erst danach haben sie so richtig losgelegt. Jetzt brauchen sie das, was Adolf auch hatte, eine geheime Staatspolizei. Die Five Eyes sind da schon ziemlich weit, da kann sich Deutschland nicht lumpen lassen, schließlich ist die GeStaPo unser Ricola.

Was der Leser wissen muss

Das muss man dann irgendwie erklären, den Menschen richtig vermitteln, wissens' schon. Das Volk muss wissen, wieso man gegen Terroristen, die den Geheimdiensten allesamt bekannt sind, Milliarden Unbekannte überwachen muss. Wieso man für Frieden und Menschenrechte dauernd Kriege führen muss. Dazu haben wir unsere Jungen Atlantiker, die auch ein bisschen Herrschaft sein wollen und dafür ihr herzlichstes Lächeln aufsetzen, wenn das Herrchen spricht. Ich schrieb es hier bereits:

"Die schreibenden Adabeis tummeln sich überdies in NATO-Clubs wie der Atlantik-Brücke, dort zum Beispiel Kai Diekman, Tina Hassel, Claus Kleber, Ingo Zamperoni, Stefan Kornelius und ein ganzer Haufen von USA-Korrespondent/innen und für Außenpolitik zuständige Journalisten. Die Mischung macht's: Der eine war sowohl Geschäftsführer der INSM als auch 'Fachjournalist', der nächste "moderiert" bei der Atlantikbrücke, noch ein anderer - Kai Diekmann - ist vom "Young Leader" zum Vorstandsmitglied der Brücke avanciert und ist Chef der Bildzeitung."

Das war vor zwei Jahren, da war Zamperoni noch Korrespondent in den USA. Jetzt ist er zurück und Chef der Tagesthemen. Glückwunsch! Nicht nur die unabhängige Presse® ist durchseucht mit den Vereinsmitgliedern; mit Kleber und Zamperoni sind jetzt beide Anchormen der Öffentlich-Rechtlichen aus dem Stall, in dem Geopolitik koordiniert wird. Die Militarisierung der Innen- und Außenpolitik wird flankiert durch die der Redaktionen. Alles auf Kurs. Die Parallelgesellschaft der Kriegstreiber in faschistischer Tradition wäre alarmierend, wäre sie nur eine Randerscheinung. Dummerweise besorgt sie das Geschäft auf ganzer Linie.

 
cl

Aus gutem Grund zitiere ich nicht einmal den Namen des gehetzten Druckwerks, dessen Webauftritt ich noch viel weniger verlinkte. Ich kann es leider aber nicht vermeiden, dass mir dessen Großbuchstaben aus der Auslage entgegenspringen, um auf dem kurzen Weg durch den Sehnerv Anschläge auf meinen Schädelschwamm zu verüben. Heute las der Ärmste daher etwas von „unseren Stränden“, die von „Terror“ bedroht seien.

Eine durchsichtige Übung mit dem Ziel, gewisses Volk in Alarmstimmung zu halten. Ich weiß bis heute nicht, was man mitbringen muss, um dergleichen freiwillig zu konsumieren und noch weniger, was es braucht, dafür Kleingeld rauszurücken. Zu meiner Zeit habe ich die aufs Nötigste reduzierte Erfahrung mit echten Arbeitern in deren Habitat gemacht, die mich mit all ihrer Existenz befremdeten. Fette alte Kerle mit schlechten Zähnen, die mir anvertrauten, was sie mit der jungen Frau auf Seite drei so alles täten. Ich kann mich in diesen Geisteszustand nicht versetzen.

Sie sind überall!

Aus der Vogelperspektive, nur einen sprichwörtlichen Augenblick wagend, stelle ich mir hingegen Fragen. „Unsere Strände“; das wird wohl Mallorca sein, aber auch der Lido, Rimini, Kreta, West-Sinai, Long Beach und Key West. Längst ist es eine Binsenweisheit, dass die Krauts als Crowds zurückkamen, das MG gegen die Goldkarte getauscht haben und die Panzer gegen Billigflieger und Bumsbomber. Wir verteidigen unsere Freiheit überall, wo Sand auf Salzwasser trifft, mit Handtüchern, weißen Socken und schlechten Manieren. Das mit dem Hindukusch war nur ein kleiner Exkurs mit anderen Mitteln.

Jetzt sind also unsere vom Mund abgesparten und bereits von unserem Geld bezahlten® Teilzeitkolonien bedroht, und zwar – so nehme ich stark an - von ischlamischtische Terrorischte. Nirgends ist man mehr sicher vor denen, nicht einmal in ihrer Heimat! Sie haben doch schon in New York, Paris und Brüssel nach getaner Untat ihre Personalausweise auf die Asche gelegt und ihre Laptops akkurat am dem Tatort jeweils nächstgelegenen amtlichen Mülleimer abgelegt. Das hat doch längst gereicht, um die angestrebte Schreckenswirkung zu erzielen (Hysterie, Überwachung, Talkshows).

Immerhin sind wir jetzt gewarnt. Dank knallharter Recherche weiß der Leser seit heute: Er ist nicht paranoid, er wird verfolgt. Wohin er auch flüchtet, der Flüchtling ist schon da und gleich hinter ihm sein Bruder, der Bombenleger. Seien Sie also auf der Hut vor dem Personal, halten Sie Ausschau nach vagabundierenden Ausweispapieren und Laptops auf Papierkörben. An weiteren Anweisungen arbeiten bereits fieberhaft ihre Koksexperten von der Red.®.

 
tz

Hiermit erkläre ich die drölften Touretteweltmeisterschaften für eröffnet. Ist es nicht herrlich, wie es jetzt aus allen hervorbricht wie Galle auf dem Weg ans Licht? Frau Pandora hat ihre Dose für die Ferien dem Böhmermann geliehen, wie es scheint. Kaum scheißt der auf den Respekt vor dem Sultan, suhlen sich die Schweine aller Höfe wonnig darin. Hoho, "Drecksau" traut sich der Lucke was und zeigt's dem Kerl, der die Wellen schlug, aus denen dieses Würstchen einen Zipfel herausragen lassen möchte. Nicht mal dazu aber reicht es. Kindergarten.

Nein, das kann er auch nicht, der Querflötist des Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Das klingt irrsinnig schwul, aber schwul kann er auch nicht, dazu bräuchte es nämlich einen Schwanz. "Lucke!" Das ist die Beleidigung, die ich mir wirklich nicht gefallen ließe. Bei mir geht eine Menge, nix gegen "Tucke" oder "Mothafucke", aber sage nicht "Lucke" zu mir, sonst gibt's was auf den Hassmagneten, den deine Fresse zu nennen eine brutale Beschönigung wäre. Lucke, das ist die Maßeinheit für kniefällige Frömmigkeit in der Kirche der Kapitalisten der letzten Tage, ein Indikator für neoliberale Verrohung, die Vehemenz, mit der die letzten tröstlichen Bemühungen um Menschlichkeit zu Pulver vermarktet werden.

Impressive! Excelent! Headshot!

Dieses Lucke bittet also um Aufmerksamkeit, indem es sich aufplustert und Worte in den Wind piepst, die es für stark und männlich hält. Sind sie aber nicht, per se nicht, und wären sie es, bei ihm erschienen sie dennoch verbraucht, schwächlich und sowieso gelogen. Wie kommen wir jetzt nur hierher? Nun, irgendwer muss doch den Deckel auf die blöde Büchse kriegen, und da bietet es sich an, wenn es jemand versucht, dem auch die verfickteste Hurenscheiße so vertraut ist, dass er sich nicht beeindrucken lässt von Hutzelmännchen und Geifergnomen, die einen neuen Modus gefunden haben: Jetzt noch lauter und noch schriller nichts sagen. Sie wollen damit nur von allem ablenken, das auch nur den Hauch der Relevanz schnuppert.

Welche Blase wird gerade mit fauliger Luft betankt, um bald zu platzen und die nächste 'Krise' auszulösen? Wo fahren gerade die Flugzeugträger auf? Was hecken die Faschisten aus, um die Opfer des Krieges noch mehr zu peinigen? Welche Parolen werden wir als nächste hören, um auf die nächste Minderheit loszugehen? Das wüsste ich gern mal, ihr Lucken! Eines erfahre ich immerhin, womit wir wieder die wirklich wahre Welt betreten: Unser neuer Hurensohn aus der Region heißt al Sisi. Herr Gabriel, den ich nicht virtuell beleidigen kann, weil ich es ernst meinen müsste, nennt ihn einen "beeindruckenden Präsidenten". Zahlende Staatsgäste dürfen bei Sisi sogar Jehova"Menschenrechte" sagen, ohne dass es ihnen ergeht wie den Einheimischen. Er hat nicht einmal geklagt. Beeindruckend!

Nächste Seite »