kunstlyriklamauk


 
db

Sommerloch, bodenlos. Wenn etwas passiert, wird es unterschätzt und in "Netzwelt" verschoben. Die neue Variante des NSA-Virus ist wirklich und echt krasse Scheiße. Wir werden noch mehr davon hören. Ist aber auch zu geil: Die da für unsere Sicherheit® sorgen, basteln Malware und sorgen dafür, dass alle großen Hard- und Softwarehersteller angreifbar bleiben. Doppelt lustig. Aber wichtig ist ja jetzt "Ehe für alle". Mein Toaster heiratet meine Sonnenbrille.

Unter allem komplett Irrelevanten dieser Tage ist eine Jubelarie über das JK Rowling und sein Potterding besonders widerlich. "Verdient" habe sie "Millionen", schleimt der "Stern". Nein, es sind hunderte, und die eher mit Gewalt abkassiert. Für den Erfolg verklagt sie auch gern persönlich alles, was sie auf ihrem Weg zur ersten Milliarde bedroht. Es ist doch "ihr Harry". Gern redet sie "unter Tränen". Glaube ich sofort, Die Alte lacht sich in Scheiben. Grausames Schicksal!

Ich wiederhole mich also, wusste ich doch schon vor ziemlich genau zehn Jahren:

Potter senkt die Steuern

Eine einzigartige Karriere geht zu Ende: Zehn Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes kommt in Kürze der letzte Band über den talentfreien größten Zauberer aller Zeiten heraus. Gleichzeitig kommt die Verfilmung des faschistoiden Gothicschinkens “Der Orden des Phönix” in die Kinos. Es ist also bald überstanden.

Im Film wie in den Büchern entwickelte sich Harry ähnlich wie seine Autorin: Er wurde immer spießiger, unsympathischer, verkniffener. Es fehlt ihm zusehends an Kreativität, Mut und Verstand, aber er ist eben wer, darum bleibt er auch wer. Was als kitschige Geschichte mit Liebe zum Detail entstanden war, geriet immer tiefer in den Strudel von Schacher, Depression und Darmkrankheit, so dass die Bezeichnung “Kinderbuch” schon längst nur noch Marketing ist, genau wie die ganzen überflüssigen Tässchen, Schulranzen, Bleistifte, T-Shirts, Kappen und was sich sonst noch so verhökern lässt.

Schon bei der Kinopremiere des ersten Bandes fiel den Lesern auf: Der Typ hat nichts mit dem Harry aus dem Buch zu tun. Der war nämlich eine Art Punk unter der Treppe, und geboten wurde ein Streber mit Attitüde. Daniel Radcliffe wird inzwischen zurechtgebürstet wie ein Schleimer von der Schülerunion, und man wartet nur darauf, dass er du-weißt-schon-wem mit dem Anwalt droht. Mal sehen, wie’s ausgeht. Wahrscheinlich werden auch die letzten Sympathieträger noch entlassen, und Harry besiegt nach einer Orgie blutrünstiger Qualen, die er lieber erträgt, als aufzubegehren, seinen Peiniger mit einem neuen Zauberspruch: “Steuern runter!”

Apropos: Sloterdijk ist siebzig; aber man kann ja nicht in jeder Gülle schwimmen.

 
vg

"Der Gedanke kommt vor dem Wort, das Wort kommt vor der Tat", sagten Bundesinnenminister Thomas de Maizière, BKA-Chef Holger Münch und Bundesjustizminister Heiko Maas unisono. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, und deshalb muss hart und konsequent gegen Hasskriminalität vorgegangen werden. Diese beginne nicht erst mit dem Mord an Andersdenkenden, sondern beim Hass selbst. Wer Hassgedanken pflegt, lässt ihnen oft freien Lauf. Dies gefährdet und bedroht nicht nur Einzelpersonen oder Gruppen, die verhetzt werden, sondern die Sicherheit aller.

Hass ist der größte Feind der Meinungsfreiheit und nicht durch das Grundgesetz geschützt. "Wir haben Null Toleranz für Hassverbrecher", betonte de Maizière. "Die Gesetzeslage ist dank meiner Initiative eindeutig", ergänzte Maas, "wir werden jeden verfolgen, der andere verfolgt, sei es durch Werke oder Worte." Münch machte deutlich, dass BKA und Polizei den Auftrag von Regierung und Parlament vernommen haben und mit vollem Einsatz ausführen werden. "Wir zögern nicht und wir schrecken nicht zurück", erklärte er, beklagte aber, dass die Strafen für Hasskriminalität möglicherweise nicht hart genug seien.

Mehr Freiheit für alle

Maas machte deutlich, dass dies Sache des Gesetzgebers sei, man aber "jederzeit nachjustieren" könne. In Vorbereitung sind weitere Verbesserungen der Sicherheitslage durch Früherkennung von Meinungsverbrechen. "Man muss nicht immer darauf warten, bis jemand mit dem Tode bedroht wird", betonte de Maizière, "oder schlimmer noch, bis jemand solche Aufforderungen in die grausame Tat umsetzt." Als sehr erfolgversprechend haben sich Versuche mit Algorithmen erwiesen, die Hass auch in solchen Fällen erkennen, in denen noch keine strafbaren Äußerungen wie Beleidigung, Nötigung oder Volksverhetzung vorliegen.

Das Ziel dieser Früherkennung ist ein früheres und schnelleres Eingreifen. Sobald ein möglicher Hasstäter identifiziert ist, soll er zur Kasse gebeten werden. Dies sei für alle Beteiligten ein Fortschritt, so die Sicherheitsbehörden. Nur wo Taten verhindert würden, würden Opfer effektiv geschützt, und auch die Täter kommen häufiger mit einer Verwarnung davon, wo sie bei späterem Eingreifen eine Haftstrafe erwarten würde. So können Strafen erzieherisch wirken. Die Sozialen Netzwerke müssten die Gedanken ihrer Nutzer wahrnehmen und konstruktiv begleiten. "Freiheit für alle, nicht nur für Hasstäter", so das Motto der Aktion.

 
bb

Angela Merkel will also nicht die oben Genannte sein, oha. Das müssen russische Hacker gewesen sein. Warum? Weil es zuallererst ein Trojanischen Pferd ist. Mit einer vorgeblichen Meldung, die wie so oft keine ist, werden Messages verklappt, Anweisungen, wie man zu denken habe. Hätte jemand geschrieben, Angela Merkel wolle nicht erste Drachenhüterin am Hofe Arthurs sein, wäre das aufgefallen. Nicht so bei diesem anderen Tinnef.

Fangen wir mal mit der tauben Stelle ein, auf die sie seit siebzig Jahren einschlagen. Immer wieder dieselbe Stelle. Wer nicht irre wurde, hat dort Hornhaut. Freie Welt®. Ein Vehikel des Kalten Krieges. Hier frei, dort unfrei. Dort Kommunismus, hier Steaks und tolle Autos. Freie Welt. Damit kommen sie uns 2017 immer noch. Gehört eigentlich Saudi-Arabien schon dazu? Ist ja immerhin kein Kommunismus.

Wer nicht fragt ...

Okay, dann die "Führerin", eigentlich Führer. Kommen wir irgendwie nicht von los. Der Führer und Reichskanzler wurde bekanntlich ersetzt durch den President of the JU ES. Der war nicht mehr Führer von "morgen die ganze", dafür aber immerhin von "freie" Welt. Mächtig mächtig, den nehmen wir. Und natürlich die Steaks und die Autos. Janz kolossal! Demokratie ist, wenn die Welt einen Führer hat. Kennen wir, ist gebongt.

So, die Kanzlerin der Deutschen verzichtet also auf den Status. Frage wäre, wenn man sich überhaupt noch irgendetwas fragt, wie man eigentlich zu dem Titel kommt. Muss man etwas dafür können? Oder tun? Sein vielleicht? Kann man den kaufen? Kriegt man den verliehen? Braucht man einen Schein? Come on, das ist nur Journaille hier, die fragen nie was. Not their Job. Erinnert mich immer öfter an das tote Tier auf der Landstraße, über das jemand den Mittelstreifen lackiert hat. Wird sich gedacht haben: "Ich bin Mittelstreifenmaler, kein Tierbeseitiger!" und wäre auch ein guter Journalist.

Was sind wir doch bescheiden. Weltmeister reicht uns. Wir scheißen die Welt zu, frei oder nicht, mit Waffen und anderen Waren. Wir nehmen jede Währung, frei oder unfrei, gern auch Schuldscheine. Wer heute nicht bezahlen kann, zahlt halt morgen. Oder übermorgen, mit den üblichen Aufschlägen: Häfen, Flughäfen, Inseln; wir nehmen alles. Wir führen keine Welt, wir führen Buch. Frau Merkel ist unsere gute Mutti. Wer brav ist, hat nichts zu fürchten. Wer nicht, den holt die Schwarze Null. Der muss dann schon mal ohne Essen ins Bett. Mehr Führung braucht es für uns nicht.

 
rl

Meine Tochter schaut Rülpsfilme. Die Bilder blieben mir erspart, aber ich hörte immer wieder minutenlanges Gerülpse. Es handelte sich dabei um die Serie "The Walking Dead", in der es ganz zeitgemäß um Zombieapokalypse geht. Meine Liebste Uena (die übrigens gern Geräuschespiele spielte) hatte vor einiger Zeit darauf aufmerksam gemacht, dass, wo früher Serien wie Star Strek eine glorreiche Zukunft illustrierten, heute Endzeit und eben Zombieapokalypse herrschen.

Unterhaltung, Film und Kunst scheinen gleichermaßen die Zukunft verloren zu haben oder zumindest aufgegeben. Sie löst sich nicht einmal auf in ungewinnbare Kämpfe gegen die zurückschlagende Natur oder losgelassene Technik; sie stürzt ins Bodenlose, Hoffnungslose, in ewige Verdammnis. Die Hölle auf Erden. Wie bereits erwähnt, ist das keine Nische, sondern der große Trend.

Gegen die Kapitulation

Auf der anderen Seite steht der ewige Widersacher der Kunst: verblödender Kitsch, der die Sinne benebelt und mithilfe dummer Klischees so etwas wie Zufriedenheit produziert. Es gibt Gut und Böse, Liebe und Hass; das Gute gewinnt und am Ende lockt der nächste heroische Kampf oder die Romanze ist perfekt. Kurzum war lange Zeit gute Laune in Film und Literatur ein deutliches Anzeichen für Kitsch. Erst die Kunst hielt aus, was das Leben ausmacht: Niederlagen, Schmerz, Elend und Tod, und zwar ohne jeden falschen Trost.

Es stellt sich daher die Frage, ob es in diesen Zeiten quasi kritisch ist, eine Perspektive in der Kunst zu entwickeln, die anders wäre als niederschmetternd. Kann es Kunst sein, muss Kunst vielleicht sogar danach trachten, eine lebenswerte Zukunft zu entwerfen? Schreit die lustvolle Liaison mit dem Untergang, die Kapitulation vor dem Elend, nach Widerstand - und zwar einem, der Zukunft als gute und schöne denkbar macht? Vielleicht ist diese Zeit eine Provokation, neue Narrative zu finden, Geschichten zu erzählen, die Hoffnung nähren, indem sie dem Zeitgeist trotzen. Etwas besseres als den wandelnden Tod wird man doch irgendwo finden?

 
xx

Die Lahmarschigkeit der hiesigen Medien lässt sich kaum mit den Klimawandel erklären. Einfach die Redaktionsräume ins Erdgeschoss (Altbau) verlegen, und schon wären die Temperaturen auch ohne Klimaanlage so, dass ein Gehirn arbeiten kann. Okay, das ist keine hinreichende Bedingung.

Es macht schon lange keinen Spaß mehr. Wer Feynsinn noch aus den Tagen seiner Weltherrschaft kennt, als ein paar launig dahergebloggte Zeilen reichten, um Präsidenten zu stürzen, weiß, dass hier einmal täglich Kommentare zu lesen waren über alles, was da draußen passierte und berichtet wurde. Nun, inzwischen ist egal, was passiert, man weiß schon vorher, was berichtet werden wird. Vermutlich haben sie die Artikelchen schon auf Halde liegen und ziehen sie morgens nur noch raus. Lediglich Namen und Datum werden geändert.

Nichts Böses im Guten

Schulter an Schulter mit ihren kondebilen politischen Klappbetten kippen sie so etwas hier aus: Da wird die tapfere Frau May zitiert, wie sie Tag für Tag für die Sicherheit der Briten kämpfe, während der Linksradikale Corbyn sie lieber alle sterben ließe. Die FAZ lässt dabei den einzig spannenden Part lieber weg, dass May nämlich Corbyn implizit vorwarf, Terrorismus zu entschuldigen.

Tatsächlich hat Corbyn nicht nur ausgesprochen, was jeder wissen kann, dessen Hirn nicht mit Atlantikwasser gewaschen wurde, dass nämlich die Kriege (Irak, Libyen) unter britischer Beteiligung solchen Terrorismus erst hervorgerufen haben. Selbst die eigenen Geheimdienste wussten und wissen das. Sie wissen auch, dass Attentäter sich gern filmen lassen, ehe sie sich in die Luft sprengen. Frau May und ihresgleichen antworten darauf mit mehr Krieg und mehr Kameras und erhalten dafür die ungeteilte Zustimmung der patriotischen Presse.

Man könnte all das stattdessen auch öffentlich diskutieren, bestünden Meinungsvielfalt® und Pluralismus® nicht bloß noch in unterschiedlichen Kürzeln unter der Abschrift der Agenturmeldung. Leider sind auch Plausibilität und Schlüssigkeit keine Kriterien mehr, auf die die Märkte® reagieren. Die knallharte Konkurrenz um die schnellste Abschrift lässt dergleichen gar nicht mehr zu.

Zusammenfassung: Merkel hat recht. Weiter so! Putin ist schuld.

 
xx

Chuulz! Allüberall in den Vorstandsspitzen sah ich soziale Gerechtigkeit® sitzen. Beginnen wir mit etwas Tröstlichem: Wie erwartet, war der "Schulz Hype" ein mediales Strohfeuer, eine plumpe Kampagne, der nur eingefleischte Spezialdemokraten auf den Leim gehen konnten. Was der Messias wirklich will, unendlich verständlich jetzt aus Ihrer Gebetsmühle: "So viel Markt wie möglich".

Die Parteilinke Nahles [Lacher vom Band] hat zwar nicht gesagt, ein Grundeinkommen halte die Menschen von dem Wunsch ab, schlecht bezahlte Arbeiten zu tun - diese krasse Falschmeldung des Kuhjournalismus (DLF), die zunächst fleißig abgeschrieben wurde (wozu auch den O-Ton lesen?) kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sie es dennoch meinte. Ganz große Akrobatik. Was sie 'alternativ' vorschlägt, ist ein bürokratischer Rohrkrepierer, der wie immer diejenigen begünstigt, die es nicht wirklich brauchen. Dass Nahles "kein Geld vom Staat" wolle, ist der nächste obszöne Witz.

Immer mehr Faulpelze

Es kann nie genug Zwang, Schikane, Quälerei geben, um Arbeitslose für die Sünde ihrer Existenz büßen zu lassen. Dafür sorgen traditionell ebenfalls 'Sozialdemokraten', nämlich in der Sklavenzentrale der 'Agentur', aktuell Detlef Scheele. Lest das; die Inquisition geht weiter. Pünktlich springt auch der Kriminelle Hartz wieder mit tollen neuen Ideen aus dem Busch. Morgen auch Frankreich und übermorgen die ganze Welt.

Die Grundidiotie der Sozen ist bekanntermaßen das Zwangsverhalten, Kapitalismus um jeden Preis zu verteidigen und in diesem Rahmen die Liebe zu den Menschen zu propagieren. Die Basisblödheit ihres Neoliberalismus ist wiederum die, Arbeitslosigkeit auf die Motivation und das Verhalten von Arbeitslosen zurückzuführen. Das eine folgt logisch aus dem anderen und ist eben die gängige Form des Narrativs, sprich "Eigenverantwortung" aka selber Schulz schuld. Schuldige wiederum müssen bestraft werden - zumindest die mit dem selbst verschuldet geringen Einkommen.

 
xx

Aus der Reihe "Gedenktage, an denen man durchfeiern muss", entdeckte ich just den "Weltfondstag" am 19.April. Noch einer an diesem historisch so erbaulichen Terminstrang, direkt vor Adolf, der Queen und Lenin. Ich persönlich hätte ihn ja auf den 3. Februar gelegt, aber wer fragt schon wen, der sich auskennt?

Das Leben der Investoren ist ungemein hart und voll großer Aufgaben. Wussten Sie, liebe Zuschauer und Landsleute der besten Demokratie, die man ... wussten Sie, dass Diesel durchaus Gutes tut? Zum Beispiel sorgt er dafür, dass die Investoren in unsere Städte kommen und - investieren! Machen wir ihren Kutschen Platz wie es sich gehört und lassen wir uns nicht in Neidkampagnen® verstricken!

Unsere Investoren, die scheuen Trughirsche, sie tun so viel Gutes! Vergessen sie holländische Outlet Center. Bleiben Sie diesseits der Grenze am Niederrhein und tun Sie eine Reise nach Meerbusch, wo sie wohnen, die Herren Millionäre, ach was, Milliardäre. Dort gibt es Designermode aus der Kleiderkammer. Nichts wie hin, ordentlich einpacken und eingeloggt bei Ebay!

Meer oder weniger

"Meerbusch" steht da übrigens für Noobs, die den Unterschied zwischen Büderich und Lank-Latum nicht kennen. Versuchen Sie auch besser nicht, bei Flicks auf einen Kaffee reinzuschauen. Bestenfalls werden Sie gekauft; es sollen aber auf dem riesigen Grundstück auch immer mal wieder frische Grabungen beobachtet werden. Die Familie gilt als [tragen Sie hier bitte eine sensationell klingende Spekulation ein]. Wie dem auch sei; ich bin dort geboren, man hat mir aber alle meine Erinnerungen daran genommen. Die schrecken vor nichts zurück.

Bei der Durchfahrt durch das Adamantium der Recherchekunst aka "Rheinische Post" stieß ich übrigens auf Journalismus Industrie vier Punkt zwei. Wer nicht genug kriegen kann von den schon ungemein beliebten "Klickstrecken", die noch immer der Gottheit "Parameter Klick" huldigen, von der selbst diejenigen, die damit um Budgets pitchen, wissen, dass das kompletter Blödsinn ist [Augenblick, Luftholen ...] wer das also so geil findet, dass er dafür auf Sex und Käsekuchen verzichtet, der darf sich jetzt freuen über die großgeniale Superidee der Kreativabteilung Attacke '98: Die - tadaa! - Infostrecke:

Abspannend

Jede
Seite
ein
Wort
über
irrelevanten
Scheiß.
Sauspannend!

Zum Schluss noch ein bisschen Politiksimulation. Der Herr Macron, nichtwahr, Investmentbanker und derjenige, der an vorderster Hinterzimmerfront für den neoliberalen Salto Mortale von "Wir schröpfen die Reichen, ach doch nicht, nehmen wir lieber wieder die Armen!" - Hollande verantwortlich war, der Herr ging also just in Opposition zu sich selbst, um endlich das zu verwirklichen, was er schon seit Jahren im Ausnahmezustand durchprügeln lässt. So einer heißt hier "linksliberal".

Vermutlich, weil er nicht nur am rechten Fuß einen Schuh trägt. Nun ja, fair is foul und so weiter, die FDP schließt sich der Zombieapokalypse an und knabbert grunzend an den Grünen. Wer den Unterschied findet, darf ihn behalten; so tief kann ich eh nicht gucken. Was soll's auch: Faschist, Terrorist, Erpresser - Hauptsache demokratisch gewählt!

 
xx

Ich fahre ein 20 Jahre altes Auto, das noch sehr gut in Schuss ist. Was macht man als Zeitgenosse – ahnend, dass der Besitzer dieses Schmuckstücks kein Reicher ist, wenn man jenem ob grobem Ungeschicks die Motorhaube zerbeult? Richtig: Gas geben, abhauen, ich scheiß‘ auf dich! Schließlich ist man nicht versichert, um einen Fall mit solchem Plebs abzuwickeln und sich dafür die Prämien erhöhen zu lassen. Doch, ich habe mich geärgert und wusste erst gar nicht, worüber am meisten. Dann aber befahl ich mir zu atmen und soufflierte mir, das sei kein Beinbruch und es könne schlimmer kommen.

Okay, meine Waschmaschine hatte schon eine ganze Weile Geräusche gemacht, als führen mit Stahlhelmen und Eisernen Kreuzen drapierte Termiten auf Motorrädern, deren Bereifung aus Kreissägeblättern besteht, Achten in das Metallgehäuse. Was das Gerät durch den Abwasserschlauch in die Badewanne entließ, sah denn auch so aus, als schaufelte wer fröhlich einen repräsentativen Abrieb aus allen Bestandteilen der Maschine in die Pumpe hinein. Gestern blieb die Trommel endgültig stehen.

Wir müssen reden

Frühling, wir müssen über Timing reden! Ehe du mir als Wiederschlechtmachung für das Wetter noch die Bude abfackelst oder mein Fahrrad zerhäckselst, schlage ich vor, wir vertagen die nächsten derartigen Ereignisse, ja? Danke! Ich will mich auch gar nicht beschweren; das Eine oder andere haben wir ja immerhin schon überstanden.

Neulich etwa, als meine Tochter nach einer Zeitspanne, die unter der Rubrik „Scheißtag“ firmiert, mich abends anrief, während sie durch die Landeshauptstadt irrte. Es war ein beinahe normaler Tag, das heißt, dass sämtliche Bahnen nach einem ‚Fahrplan‘ umher zockelten, der durch äußerste Spontanität zu erfreuen wusste. Zudem waren allerdings alle Autobahnen gesperrt und die halbe Stadt wegen einer Bombenentschärfung evakuiert.

So nicht!

Sie berichtete telefonisch von einem großen Polizeiaufgebot und kommentierte entnervt: „Jetzt ist hier auch noch eine Riesenschlägerei“. Ich hörte, wie sie mit einem Tonfall der Art : „ … oder soll ich dich an den Eiern aufhängen?" einen Beamten fragte, ob der sie wohl durchließe, und er ließ sie selbstverständlich gewähren. Nicht zuletzt aus Gründen publizistischer Qualität rief sie eine halbe Stunde später abermals an, um sich zu korrigieren: „Das war keine Schlägerei, das war ein Axtmörder“.

Wir kamen schnell überein, dass der Mann Glück gehabt hatte, ihr nicht in dieser Stimmung im dunklen Bahnhof zu begegnen. Es war gleichermaßen unser Glück, denn Notwehr hin oder her, unsere Reaktion auf solche Mitmenschen verursacht immer wieder erhebliche Scherereien. Da ist es doch besser, man geht sich gleich aus dem Weg.

Das Jahr fängt also alles in allem ein wenig besser an als das letzte endete, Verluste an Leib und Leben sind keine weiteren zu vermelden. Ich möchte bei dieser Gelegenheit daher ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass ich hier nicht nur Pessimismus verbreite. Bei entsprechenden Vorwürfen werde ich künftig auf diese Sternstunde der ZEN-Kunst hinweisen.

 
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Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber, Cyber.

Reiten wir gegen Bagdad, gegen Tripolis und Damaskus! Der Türke steht auch schon wieder vor Wien. Was dem Muselmann die die 72 Weiber beim finalen Priapismus, sind uns die 72 Cyber® im Weißbuch, die dem deutschen Vorwärtsverteidiger der Brute Force One den Weg ins Paradies weisen. Pizza und Kartoffelchips bis zum Jüngsten Tag, und die Musikauswahl ist ein weiterer Vorgeschmack. Das neue Technofieber heißt Marschmusik. Neben dem traditionellen Rummtata nach Art "Wir folgen blind und treu bis in den Tod unserem König" paukt und trompetet es heuer "Cyber Cyber".

Drohnen-Uschi ist schier aus dem Häuschen angesichts ihrer pausbäckigen Lausejungs, ganz rosig noch in Adoleszenz und Killing Spree. Jetzt sind sie Kamerraaden, die 260 Pioniere; bald sollen es 800 sein, an einem Ort, an dem sogar die Maler "das Regiment führen". Hier bin ich Männlein, hier darf ich's sein. "Kammerraaden" hallt es allüberall durch die Zeilen, nix gegendersternte *_innen, und wenn doch wer aus versehen in Weibkontakt kommt, tut er's im familienfreundlichen Unternehmen Bundeswehr®. Gebt her eure Söhne!

Das "Kommando Cyber- und Informationsraum" ist die Speerspitze der Strategie des 21. Jahrhunderts: Nicht nur verteidigen wir unsere Freiheit® überall auf der Welt, wir tun dies endlich auch wieder "offensiv". Der neueste Sprech ist "Offensivverteidigung", und zwar vom Boden des Vaterlands bis zu den Stränden Neuseelands, vom Eisernen Kern des Planeten bis zum Kreuz des Südens. Da staunt der Patriot, wird ihm doch bis heute selbst die kurze musikalische Reise zu Etsch und Belt untersagt. Endlich wieder Freiheit in Verantwortung®!

Uschi kann ihnen nur die Tür zeigen, von ihrem Verstand haben sie sich ganz alleine befreit. Da sind die Prioritäten eindeutig festgelegt: Wir brauchen keine Genies, nur ein paar Hundert willige Scriptkiddies, die sich durchklicken und pünktlich zum Rapport anchwabbeln. Wer C&P im Rahmen geordneten Codes drauf hat und sich dennoch für die blaue Pille entscheidet, hat das Zeug zum Cybergeneral. Dass ihm die Tablette keine ewige Dauerlatte beschert, sondern nur heiligen Stumpfsinn, ist zu verschmerzen: Sexy mini flower pop-op Cyber; alles ist in Cyber-Cyber.

 
xx

Waren das noch Zeiten, als es relevant erschien, Wahlen zu kommentieren. Schon vorher konnte man prognostizieren, so tun, als gebe es Optionen, sogenannte "Wahlaussagen" bewerten. Am Wahltag war so zu tun, als sei es spannend, um danach die Wahl selbst zu besprechen und Koalitionen durchzudeklinieren. Arbeit ohne Ende.

Was wird derzeit nicht alles gewählt. Die Einen haben Angst vor dem Wilders-Westen, die Anderen glotzen auf den deutschen Westen und den frischen Wind aus dem Darm der AfD. NRW wählt, und die chancenlosen Schwarzgelben versprechen das Ende des Rauchverbots in Kneipen. Tatsächlich ist das ein Landesgesetz, von dem wir wissen, dass es das Werk der Grünen Gesundheitsnazis und ihrer Spezialdemokratie ist. War da sonst noch was? G12 vielleicht. Gegender an den Unis. Superbilanz! Die Grünen kriegen dafür offenbar die Quittung, obwohl keiner weiß, warum ihre Exwähler wohin jetzt überlaufen, wo doch die Piraten auch noch absaufen.

Ein Supertyp

Alle zur AfD? Und wissen deren Kandidaten überhaupt, was ein Landtag ist? Oder deren Wähler so, wofür eine Landesregierung zuständig ist? Die Lindners und die Konservativen, von denen sie sich wedeln lassen wollen, haben immerhin einen Punkt. Ist das ein Grund, wen zu wählen? Dolles Symbol: Freiheit statt Zwangsaskese. Wären da bloß nicht A und B. A, dass die Pappnasen nur mit der AfD regieren könnten oder mit der SPD. B, dass in den kommenden fünf Jahren noch andere Entscheidungen getroffen werden müssen, und wessen Freiheit die neoliberale Phalanx von Grün bis AfD da verteidigt, ist kein Geheimnis.

Bleibt noch C, das "Abschneiden". Das "der Rechten" zum Beispiel. Werden die wirklich abgeschnippelt? Verschwinden die, wenn sie verlieren? Sind deren Wähler mehr oder weniger Nazis, wenn sie ihr Kreuzchen bei Adenauers machen oder nicht? Ist Geert Wilders kein Idiot, wenn er eine Wahl gewinnt oder Rutte etwas anderes als ein neoliberaler Geisterfahrer, weil er Cheftürken rauswirft? Ist der holländische Joschka wirklich ein Jessias? Vor allem aber: Wen zur stinkenden Hölle interessieren Personen, wenn am Ende immer und immer wieder derselbe Dung in denselben Himmel mieft?

Ist wirklich diese Löhrmann schuld, wenn die Oliven die Wahl verlieren? Okay, jemand, der nicht hässlich und öde ist, kriegt bessere Noten bei der Vereinigten Gala aka "Journaille", aber ist das die Lösung? Schöne Männer und Frauen, die sich perfekt präsentieren? Wenn sie schon bewertet werden wie Showstars, sollten sie auch gecastet werden wie bei Germany's next Toppolitician. Hat nur Vorteile: Hohe Wahlbeteiligung, gute Stimmung und weniger kackbraune Spuckefäden. Am Ende kann man sich ja wie immer darauf einigen, dass Steuern und Sozialleistungen gesenkt werden. Nehmen wir doch eh hin, und die Nation kann endlich wieder stolz sein, weil wir von echt geilen Schnitten regiert werden.

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