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sn

Vor Jahren haben einige hier gesagt, es sei wichtig, sich gelegentlich zu wiederholen. Das einmal Gesagte verliert nicht an Gültigkeit, wird aber ggf. vergessen, und es gibt immer Menschen, zumal jüngere, die es nicht gelesen haben.
Das Ganze ist ein Art Verlegerarbeit. Ich habe mir heute angeschaut, was ich in den vergangengen zehn Jahren so zum Frühlingsanfang gepostet habe. Eine recht interessante Mischung:

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Das beginnt immer mit der irrwitzigen Ankündigung, es schaffe Arbeitsplätze, wenn man Arbeitslosigkeit anders verwalte. Dann kommt grundsätzlich ein Vorschlag, wie man denen, die nichts haben, noch etwas wegnimmt. Schließlich werden alle, die eh schon den Kürzeren gezogen haben, gedemütigt und für alle wirtschaftlichen Probleme des aktuellen Jahrzehnts verantwortlich gemacht.

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Am liebsten würde man Arbeitnehmerrechte ganz abschaffen. Dazu ist nicht nur die ‘Gesetzgebung’ aus der Feder des VW-Managers Hartz hoch willkommen, mit der man Arbeitslose in prekäre Arbeitsverhältnisse treibt. Wie sollen wir im globalen Wettbewerb bestehen, wenn wir Gewerkschaften zulassen?

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Eine Airline, die kuschelweiche fliegende Gefängnisse baut, um die “Schüblinge” weich auf den Boden von Elend und Verfolgung zu verfrachten, ist das, was vom Humanismus übrig bleibt, wenn die Marktwirtschaft zuschlägt. Man fragt sich da tatsächlich: Ist der Schlagstock, der die Nase des Opfers zertrümmert, nicht wenigstens ehrlich?

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Das unerträgliche Wiederkäuen kuhjournalistischer Stupiditäten wie die Behauptung aufwendiger Recherche will niemand mehr hören. Jörges mag beim “Stern” eine Qualitätsoffensive erkennen wollen, die das Niveau der Hitlertagebücher überbietet. Daraus sollte er freilich nicht die Lizenz zum Steinewerfen ableiten.

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Wenn nun Fukushima ein Anlass war, die AKWs hierzulande mit anderen Augen zu sehen, sollte dieser GAU der Lobbyisten erst recht ein Anlass sein, endlich Gesetze gegen Korruption zu verabschieden. Aber wer sperrt sich schon gern selbst ein?

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Sie zieht es vor, sinnlose Eingriffe in die Freiheitsrechte vorzunehmen, wenn es dem Empörungs-Management dient. Diese Strategie hat noch jede Diktatur gewählt, um einen Fuß in die Tür zu den Bürgerrechten zu bekommen. Was hier “verboten” wird, ist nicht das Verbrechen, sondern die Freiheit, die auch das Verbrechen ermöglicht.

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Allein Deutschland hat bislang etwa 36 Milliarden Euro in das Wohlergehen der Afghanen investiert. Einige danken es uns, indem sie in die europäischen Sozialsysteme einwandern®. Aufgrund der demogeographischen Lage führt ihr Weg häufig über Griechenland, wo wir derzeit äußerst wenig Verständnis aufbringen für die Anspruchshaltung® von Wirtschaftsflüchtlingen. Da wundern sie sich darüber, dass sie eher von privaten Organisationen der Volkshygiene betreut werden als dass sie Hilfe von der Polizei erwarten dürfen. Die Hoffnung auf letztere belegt im übrigen eine grobe Unkenntnis der europäischen Kultur und damit wiederum bereits einen erkennbaren Unwillen zur Integration. Das wird man doch wohl einmal sagen dürfen.

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“Hilfe” und “Rettung” sind die Titel für die Prügelei um die letzten Plätze auf dem Floß, dessen Passagiere sich am Ende gegenseitig fressen werden. Das ist der “Linksruck”, das bedeutet “Sozialdemokratisierung”. Die Frage an die Hinterbliebenen ist offen: Wohin treibt es uns?

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Das bürgerlich-gemütliche Geschwalle, das manche nur mehr ablassen, nachdem sie sich die Hörner jugendlicher Attitüde abgestoßen haben, zeichnet sich nicht durch eine 'falsche Gesinnung' aus, sondern durch Langweiligkeit.

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Die Marktmacht in Kombination mit Eingriffen in die Freiheit der Rede ist schädlicher als staatliche Zensur. Kein Grund nachzudenken, Facebook ist nämlich cool und gratis!

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Selbstverständlich haben die Amerikaner gewusst, was sie da gezüchtet haben, und sie haben eine Menge von ihnen gelernt. Den flexiblen und phantasievollen Einsatz der Folter etwa. Dass ein Feindleben nichts wert ist zum Beispiel. Dass eine Weltmacht keine Skrupel gebrauchen kann. Die Five Eyes sind da schon ziemlich weit, da kann sich Deutschland nicht lumpen lassen, schließlich ist die GeStaPo unser Ricola.

 
Es ist Herbst; Zeit wieder ein wenig zurück zu schauen und in eine kleine Bettelei zu münden. Feynsinn ist beinahe unbemerkt ins zwölfte Jahr gegangen, da tragische Umstände keine Geburtstagsfeier zuließen. Am 26.09. wurde das Blog elf, am Morgen darauf ist Uena gestorben, meine liebe Frau, die ich in den zweieinhalb Jahren davor betreut und gepflegt habe. Die staatliche Unterstützung häuslicher Pflege ist ne dolle Sache, zuletzt gab es immerhin 65 Cent/Stunde bei einem 24/7-Job. Wir haben doch den besten Sozialstaat der Welt!

Immerhin haben mich die paar Moppen, ein bisschen Substanz, Hilfe von Freunden und einige Dollar für ein paar Texte mäßig über Wasser gehalten. Inzwischen kommt noch weniger rein, ich brauche also Anfang nächsten Jahres dringend einen Job. Bis dahin und ggf. darüber hinaus muss ich mich mit Kleingeld und Spenden durchschlagen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle, die Feynsinn schon unterstützt haben und ein kleines Zaunpfählchen für solche, die es auch erwägen. Spenden Sie jetzt, denn schon morgen kann Hillary dem Iwan zeigen, wie ein toughes Weib der Welt den Frieden® bringt.

Update: Fast vergessen, der Putin des Tages with no comment.

Viele hier kennen sie noch als Kommentatorin. Nach zweieinhalb Jahren Kampf hat sie es am Dienstag Morgen geschafft.
Sie war die "für mich Maßgebliche" aka fmM, mein Mensch, meine Partnerin, meine Liebe, meine beste Freundin und schärfste Kritikerin. Sie lebte in meiner Welt.
Erst der Tod hat uns geschieden. Vermutlich eine unerhört schöne Erfahrung, die ich irgendwann so sehen kann. Fürs erste bin ich fassungslos.

 
lw

Broken Hartz ... irre witzig, oder? Hahahaha. Der Dezember steht vor der Tür und damit das Ende meiner friedlichen Kooperation mit dem Vorhof der Hartzhölle aka "Arbeitsagentur". Eine Erfahrung, die man mal machen kann. Das ganze System ist blödsinnig, eigentlich glaubt niemand daran, dass es etwas taugt, man macht auf beiden Seiten des Schreibtischs gute Miene zu dem Quatsch, folgt dem Ritual und lässt sich leben, wenn man klug ist.

Das Sachbearbeiter tut seine Pflicht und druckt Papiere aus wie "Vermittlungsvorschläge", die qua Gesetz keine Vorschläge sind, sondern Befehle und zur "Vermittlung" vollkommen untauglich. Das Kunde tut seine Pflicht und simuliert "Bewerbungen", die keine sind, weil es den Job nicht will und ihn ohnehin nicht kriegt. Dafür gibt es für beide Seiten am Ende des Monats ein Schmerzensgeld. Für die eine allerdings nur zwölf Monate lang.

Hartz funktioniert

Was danach kommt, wissen wir alle. Ich selbst habe es als Begleitung bei einigen Besuchen im "Job Center" erlebt. Das braucht kein Mensch. "Hartz 4" funktioniert. Die einen werden schikaniert und gezwungen, ihres spärlichen Vermögens und ihrer Bürgerrechte beraubt, die anderen verzichten auf die Sicherung ihres Existenzminimums. Zu letzteren gehöre auch ich. Ich werde dann nur noch "selbständig" sein, und sollte mich die Künstlersozialkasse aufnehmen, könnte ich so gerade eben über die Runden kommen. Als kleiner Selbständiger killt einen sonst nämlich zuerst die Krankenversicherung.

Man lebt ansonsten ziemlich von der Hand in den Mund. Ein paar Seminare hier, ein Text dort, ein Zubrot woanders. In diesem Jahr waren die Spenden fürs Blog nicht zahlreich, aber großzügig. Danke dafür! Ich bemühe mich zwar stets, mich in den Kommentaren mit allen zu zanken, deren Äußerungen mir kritikwürdig erscheinen, meine sture Leserschaft lässt sich davon aber partout nicht vergraulen. Danke auch dafür. So weit die Vorrede für den dezenten Hinweis, dass eure Spenden nie so wertvoll waren wie heute.

Ich werde übrigens trotzdem auch künftig weder Amazon-Links plazieren noch Pillepalle nutzen. Auch wird es hier keine Ads oder sonstiges Generve geben. Das ist einfach keine Gegenleistung für Glaubwürdigkeit, die ist teurer. Was ich allerdings einführen werde, ist erweiterter Katzencontent. Warum, das habe ich vergessen; vermutlich waren es diese Stimmen, die mir das befohlen haben. Die meinten jüngst, man solle das nicht so furchtbar wichtig nehmen mit der Menschheit, es bleibe noch viel Schöneres, wenn die sich zum finalen Abgang entschlossen habe. Dann zeigten sie mir diesen Leierschwanz (Klick aufs Bild führt zu Youtube). Ich glaube, sie haben recht.

 
cm

Ich habe mit wachsendem Unmut die letzte Diskussion hier mäßig durchgestanden, und wenn manche hier wüssten, was ich so denke, wären sie sehr glücklich über meine höfliche Wortwahl. Was mir ungeheuer auf den Sack geht, ist Ignoranz gegenüber bereits formulierten Statements und dem Stand der Diskussion. Man muss hier nicht alles gelesen haben, aber sich bitte einmal darüber orientieren, wo man ist.

Nun gibt es auch solche, die haben es etwas schwer mit dem Nachvollziehen anderer Meinungen, aber spätestens, wenn es an der Logik hapert, ist es nicht mehr angezeigt, andere zu belehren. Zum Thema "Korruption" hatte ich das nicht zum ersten Mal, dass argumentiert wurde, 3+3 könne nicht 6 sein, weil 1+5 ja schon 6 sind. Konkret muss ich mir immer wieder anhören, Korruption könne nicht charakteristisch für Kapitalismus sein oder es könne keine spezifisch kapitalistische Korruption geben, weil es auch jenseits desselben welche gebe.

Das Zebra, ein Tiger mit Hufen

Kapitalismus fördert Hierarchien, die besonders korruptionsanfällig sind. Gibt es auch Hierarchien jenseits des Kapitalismus? Ja. Ist das ein Gegenargument? The fuck, no! Es gibt extreme Armut und extremen Reichtum im Kapitalismus. So extrem wie in keinem anderen System. Das macht Korruption nachgerade zur Selbstverständlichkeit. Aber selbst wenn es woanders auch solche Extreme gibt, ist das ein Gegenargument? Nein.

Kapitalismus ist das einzige globale System, und in dem ist Macht verflüssigt. Natürlich kann mir eine Frau Sex anbieten, damit ich ihren Mann kille oder für sie eine Kuh stehle. Das ist auch Korruption. Das Potential aber, sämtliche Systeme zu korrumpieren, und zwar ohne dass noch das Mittel dazu (Geld) verschwunden geht, gibt es nur im Kapitalismus. Ich mag an dieser Stelle nicht die Diskussion über theoretisch andere Modelle von Geldwirtschaft führen, denn die sind m.E. erstens auch nur noch als Kapitalismus denkbar, und zweitens gibt es nicht ganz zufällig kein anderes (mehr).

Gerade in dem Zusammenhang, in dem ich das Problem Korruption häufig nenne, nämlich als Gegenkraft zu allen guten Wünschen und Vorstellungen, die innerhalb des Kapitalismus ansetzen, hier vor allem Keynesianische, ist das doch offensichtlich. Kapitalismus ist zu korrupt, um Mehrheiten unter den Entscheidern zu finden, die ihn begrenzen. Warum entscheiden immer wieder Funktionäre gegen ihre 'Basis' und die Programme, für die sie gewählt wurden? Weil sie die Wahl haben, sich mit der kapitalistischen Elite anzulegen oder von ihr zu profitieren und sich im Glanz der Macht zu sonnen.

Korruption als System

"Korruption" kommt übrigens von "Bestechung". Jemand wird bezahlt, um dafür etwas zu tun. Das nennt sich heute auch "Lohn". Das Beste aber ist, dass diese Art der Korruption auf jeder denkbaren Ebene abläuft und schon in den Köpfen verankert ist. Als "fairer Wettbewerb" zwischen Monopolbildung und Preisabsprache. Als Stöckchen vor dem Kopf, dem Traum vom Lottogewinn; die Zustimmung zur Ungleichheit ausgerechnet bei den Ausgebeuteten, das ist die finale Korruption, für die man so ein System erst mal erfinden müsste. Korrupter geht nicht. Es sei als Ergänzung noch erwähnt, dass sich die Staaten als oberster Eigentumsschützer noch Geheimdienste und Militär halten, um "Handelswege zu sichern", denn Macht im Kapitalismus kennt keine Grenzen.

Hinzu kommt, dass ich in den Diskussionen hier seit Jahren betone, ein nichtkapitalistisches System müsste auf allen Ebenen die Möglichkeit von Korruption eingrenzen. Daran erkennt der Halbgescheite, dass ich nie behauptet habe, es gebe nur im Kapitalismus Korruption. Es ist allein daher schon befremdlich, mir das zu unterstellen. Der Clou hier ist, dass es im Kapitalismus schlicht paradox ist, Korruption bekämpfen zu wollen. Da lacht Herr Sisyphos.

So viel dazu. Ich hatte überdies angekündigt, die Nutzungsbedingungen hier einmal zu diskutieren und nachzufragen, ob die unverständlich sind. Siehe auch die FAQ. Das will ich an dieser Stelle dann direkt tun. Wie gesagt geht es mir darum, miteinander zu diskutieren und nicht aneinander vorbei. Das ist manchmal schwieriger als man sich das so vorstellt. Grundsätzlich erwarte ich also, dass man nicht in die Tasten haut, weil man ein Stichwort aufgeschnappt hat und sich mitteilen will, sondern erst liest, dann versteht und dann antwortet. Danke dafür.

 
frdw

Die Zeiten sind hart, und oft tut es mir leid, dass ich nicht umhin komme, das hier auch noch zu betonen. Obendrein bin ich aus privaten Gründen nicht so schrecklich unterhaltsam in den letzten eineinhalb Jahren. Hier ist Leben in jeder Hinsicht auf Notstrom, davor scheut die Muse wie das Reh vor dem Investor. Oder so. Sorry for that.

Immerhin, ich muss feiern, da hilft ja nix. Immerhin, das zehnte Jahr ist auch rum, und Kummer oder Jammern hin oder her, es ist noch immer nicht genug. Ich bin recht froh, dass ich Ende 2013 einen guten Dreh gefunden habe, mich nicht weiter unter Druck zu setzen, sodass mir das Blog inzwischen wieder guttut. Kann ich gut gebrauchen, und es ist kein großes Geheimnis, dass das an euch liegt. Die inzwischen gängige Bezeichnung "Opener" für meine Texte sagt da alles.

Those were the Days

Alle Jahre wieder ein Blick zurück. Das mache ich natürlich aus meiner Sicht, wie auch sonst. Vor zehn Jahren habe ich begonnen, die alte Idee eines politischen Tagebuchs umzusetzen, die recht bald zu einer Vernetzung mit 'linksliberalen' Bloggern geführt hat. Ich bin noch immer links und liberal (das kommt für mich von „Toleranz“), aber in den Jahren wieder bei Marx, einem anarchistischen Fundus mit radikaldemokratischem Einschlag und jenseits der parlamentarischen Demokratie gelandet. Andere trampeln auf der Stelle oder haben sich nach rechts in die transatlantische Gemütlichkeit verabschiedet. Farewell!

Was hatten wir nicht alles: Kommentarschlachten mit und ohne Trolle, Wahlaufrufe, Linksrutsche, Albereien, Stalker, Spender, Präsidentenrücktritte, beleidigte Journalisten, Kongresse, Relaunches, Duelle, Todesfälle, Blogschließungen, Drohungen, Blues, Pausen, Aufstieg und Abstieg, Kritiker, Anhänger, Neider, Gitarren, Bilder, Preise und die Diele des Grauens – um nur das Wichtigste in einer ausgeklügelten Reihenfolge zu nennen.

Eine große Zukunft

Auch nach zehn Jahren gibt es noch Ideen, die nicht zur Sprache kamen und Möglichkeiten, die nicht genutzt wurden. Die Friedhofsbank, auf der man wartet, bis man dran ist, steht woanders. Der Mensch lebt auch in einer Zukunft, die nach ihm kommt. Schmeichler haben mich mit Ossietzky und Tucholsky verglichen. Ich Pfau hab' mir einen drauf gehobelt, bis ich bemerkte, dass man mir wohl nur ein gewaltsames Ende wünschte. Die Einladung zum Suizid muss ich aber ebenso zurückweisen wie ein Ende als Märtyrer.

Neben dem ganzen Konfettiregen, der in den Kommentaren gleich über mir niedergehen wird, bin ich nach wie vor dankbar für Anregungen. Vielleicht mache ich ja sogar ein Fashion-und Beautyblog aus Feynsinn. Kommt, ihr wollt es doch auch!

p.s.: Bei der Gelegenheit einen besonderen Dank an meine edlen Spender und der dezente Hinweis auf die geänderte Kontoverbindung.

 
1Bei tagesschau.de heißt es, der “Neonazi-Flügel” habe Voigt zum Erfolg verholfen. Das ist ja ein lustiger Vogel, dachte ich, der aus einem einzigen Flügel besteht. Es ist aber auch wirklich nicht leicht, die Rechtsaußen der Rechtsaußen passend zu betiteln. Die TAZ nennt sie daher schlicht “Rechte Rechte”, die ZEIT aber hat hier ganz klar die Nase vorn mit dem schnörkellosen Begriff “Hitleristen”. Daß ein -ismus gemeinhin auf eine Theorie verweist, ist so weit in Ordnung, die “Theorie” dieser Charge bescheidet sich in Attitüde, Uniform und Stechschritt, und ein Buch kennen sie auch. Wie viele der ABC-Schützen von der Standspur der Reichsautobahn mögen wohl “Mein Kampf” als Kopfkissen benutzen? 2009

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Wenn das kleine Fräulein Hegemann von Kotze und Fotze schwadroniert und es sich dann herausstellt, daß es nicht ihre Kotze war und auch nicht ihre Fotze, die sie literarisch, in Buchstaben also, verkaufte, sondern sie mietnomadenhaft weiter vermietete, dann nennt das Fäuleton sie “talentiert”. Wenn sie weiterhin sich selbst als nicht gegeben, nicht einmal übergeben betrachtet, ist sie in der Tat auf der geistigen Höhe des Betriebs. Was Helene nicht in der Birne hat, ist das Zeug zum Bestseller.
Die Verwertungskette ist es, so lernen wir, die das Qualitätsprodukt ausmacht, ganz unabhängig von Inhalt und Urheber. Oder soll man vielleicht Blogtexte kaufen, von einem Verbrecher womöglich, um literarische Wohlstandskinder zu enterben? Wollen wir, daß die deutsche Literatur in die Schweiz auswandert? Kann die Schweiz das wollen?

Sie ist erst siebzehn. Der Markt braucht Siebzehnjährige, die nicht nur selbst breitbeinig die Phantasien anderer plakatieren, sondern jede Form brutaler Vergewaltigung, Vernichtung und Selbstzerstörung anpreisen. Wie gut, wenn es eine erledigt, der es dabei gut geht. 2010

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Die autonome Halblinke nahm die Gesamtsituation zum Anlass wütender Proteste in der Bartrandzone. Bartrand erfreute sich alsbald enormer Verbreitung. Sogar der ehemals real existierende Osten stimmte mit ein, sodass sich die Szene kurzfristig radikalisierte. Ein Paket wurde geschnürt und die Autoren in der irrigen Ansicht verhaftet, es handele sich dabei um eine Paketbombe. Tatsächlich entpuppte sich der vor Somalia in eine falsche Flagge eingewickelte Karton als Gesamtpaket, welches an die Gesamtsituation adressiert war. Es beinhaltete nur Altkleider, was beim Abhören einschlägiger Telefonate freilich missverstanden worden war. Nach eingehender Befragung durch als Dienstleister deklarierte Dienste wurden die Überreste auf freien Fuß gesetzt. Der Chefredakteur untersagte ausdrücklich die als spekulativ geltende Aussage des Oppositionsentführers, der Tod sei ein Dienstleister aus Deutschland. 2011

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Wie weiterhin von niemandem berichtet wird, der hier zitiert werden möchte, beruft sich der oberste Bundeslandser Generalentwicklungsmarschall Niebel auf Ermittlungszwecke, die mit dem Transport des Teppichs unmittelbar verbunden gewesen seien. Es handele sich um jenen Teppich, unter den die Vorgänge der sogenannten “Fahndung” nach den sogenannten “Dönermördern” gekehrt worden seien. Diese habe der Verfassungsschutz bei den Kollegen der international bekannten Geheimagenten des BND verklappt. BND-Chef Schindler wiederum gab an, er sei von einem paschtunischen Teppichhändler derart eingewickelt worden, dass er sich erst im Flugzeug aus dem unfreiwillig erworbenen Knüpfwerk habe befreien können. 2012

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Nachdem der SPD-Chef Gabriel für den Durchmarsch des ESM gesorgt hatte, hat er sich bekanntermaßen dafür ausgesprochen, dagegen zu sein und verhindern zu wollen, dass seine Unterstützung Merkels zu den gewünschten Resultaten führt. Nunmehr hat er sich die Meinung dreier großer Männer zueigen gemacht, die noch einen Schritt weiter gehen wollen. Gabriel weiß zwar nicht, in welche Richtung, ist aber entschieden dafür. Aus gut informierten Kreisen heißt es, er arbeite bereits an einem vehementen Widerspruch zu seiner aktuellen Meinung. 2012

 
lampe

Die Tage werden wieder länger; war auch bitter nötig. Feiert was auch immer, macht euch keinen blöden Stress und umgebt euch mit Leuten, die ihr mögt. Oder dann halt nächstes Jahr ;-)
Ich habe zur Feier des Tages meine Stehlampe angeknipst. Der Schirm erinnert mich an lecker, er hängt übrigens an Slotblechen. An ihren Lampen sollt ihr sie erkennen.
Also: Lasst den Baum brennen, meine Lieben!

 
nineWenn man alt wird, spielt der Geburtstag keine so große Rolle mehr. Ich habe in meinen jungen Jahren, als und weil ich es mir nicht leisten konnte, jedes Jahr eine Flasche ordentlichen Champagner geschlürft. Albern. Wenn man merkt, dass das gar nicht kult ist und man eben nicht über Berge und Geröllhalden klettern muss, um an das edle Artefakt zu kommen, sondern es für dreißig Tacken im Supermarkt kriegt, verliert es seinen Witz.

Wenn ich ihn aber ganz vergesse, gar nicht merke, dass Feynsinn Jahrestag hat, dann lässt das doch tiefer blicken. Auf das Blog und das Jahr 2014. Letzteres bereichert mich um die unkuschelige Erfahrung, dass ein Kampf ums Überleben alles andere sehr sehr klein macht. Für das Blog hieß dies, dass es nach der Krise zur Jahreswende, die noch im Zeichen dieser Frage stand, nicht mehr wichtig war, ob und wieviel ich schreibe. Wenn ich dazu komme und die Muße habe, tue ich's halt.

Um das Jahr rund zu machen, werde ich bald auch arbeitslos sein, was in meinem Alter einen langen Urlaub erwarten lässt. Als Erzieherin bin ich derart überqualifiziert, dass ich mich nur ohne Zeugnisse bewerben könnte; für alles andere bin ich zu alt. Blöd, denn der Halbtagsjob war prima, da ich dort sozialversichert war. Tja, man kann nicht alles haben.

On the Road

Ich will aber gar nicht jammern. Das Problemchen haben andere auch, und es gibt wie gesagt welche, gegen die das Ganze von weitem aussieht wie Ameisen. Zurück also zum Blog: Es wird auch zehn werden, ich will mir ja nicht Inkonsequenz nachsagen lassen, Weicheitum oder Schattenparkerei. Es finden auch hier und rundherum Trennungen statt. Wie ich neulich schon sagte, müsste ich die Blogroll rasieren, hätte ich dort nur noch Auftritte verzeichnet, die ich überzeugend finde. Ich versuche mit der Zeit tiefer zu graben und weiter zu denken, wo andere lieber mit dem Aufsitzmäher über ihren Englischen Rasen fahren und die Oberfläche polieren.

Wer die letzten Jahre nicht sediert zugebracht hat und immer noch glaubt, das System könne von innen reformiert werden, durch Wahlen und gute Argumente, muss einen Trick kennen, der mir verborgen bleibt. Appelle an Vernunft oder Autoritäten, Aufrufe an Politiker etwa - meint ihr das ernst? Nennen wir es "kognitive Selbstbeherrschung", um friedlich zu bleiben oder übersetzen wir uns den Begriff "bürgerliches Subjekt" noch einmal wörtlich. Nicht mein Ding.

Es juckt mir ein wenig in den Fingern, Zeitgenossen beim Namen zu nennen, zumal solche, die sich einmal "linksliberal" nannten und inzwischen zu Trommelschlägern der NATO-Gehirnwaschanlange geworden sind. Lassen wir das. Ich weigere mich immer noch zu akzeptieren, dass das Sein das Bewusstsein derart bestimmen muss. Dass sich das wenigstens anders denken lässt, dafür schreibe ich hier.

 
Ich habe hier mal ein paar Sachen gesammelt und hätte gern noch ein paar Fragen, die euch hier fehlen sowie ggf. Korrekturvorschläge.

Warum wird mein Kommentar nicht freigeschaltet ?

Weil du die Nutzungsbedingungen nicht gelesen hast, sonst wüsstest du das. Dort steht:

"Erstkommentare schalte ich nur noch frei, wenn ich den Eindruck habe, es mit einer Person zu tun zu haben, die liest, versteht und dann freundlich antwortet. Manchmal ist ein Kommentar einfach zu kurz, um diesen Eindruck zu erwecken. Dann kommt er nicht durch. Ich habe zu oft die Erfahrung gemacht, dass ein anderes Vorgehen Ärger und Arbeit beschert. Und ja: Ich selektiere immer noch. Was ich für Schwachsinn halte, schalte ich auch nicht frei. Wir hätten alle keine Freude mit Diskussionen darüber. Es kann auch sein, daß mal jemand im Spamfilter hängen bleibt."

Das bedeutet, dass ich jeden neuen Kommentator erst einmal freischalten muss. Dazu muss ich seinen Kommentar erst einmal lesen, und das kann schon mal dauern, bis ich dazu komme. Mancher, der bereits freigeschaltet ist, schreibt vielleicht seine Mailadresse falsch, dann kommt er auch nicht durch, weil die Maschine ihn nicht kennt. Wer nach zwei Minuten schon "Zensur" schreit, wird hier niemals kommentieren dürfen.

Darf ich deinen Artikel übernehmen?

Grundsätzlich nein, auch das steht im Manual. Gib mir einen wirklich guten Grund, warum ein Auszug mit Link nicht reicht. Einen wirklich guten!

Was ist mit Copyright?

Aha, immer noch nicht das Manual gelesen. Meine Texte, meine Texte. Ohne Nachfrage geht gar nix. Die Bilder sind in der Regel auch von mir oder gemeinfrei. Himmel, ich zitiere schon wieder Pausenlos das Manual!!1!

Kann ich etwas spenden? Wenn ja, wie?

Sidebar rechts, da ist 'da Button'; einfach draufklicken. Er beißt nicht und bucht auch nicht automatisch ab.

Kann man das nicht viel einfacher sagen?

Kann sein, aber ich vielleicht nicht. Kann auch sein, dass man es nicht kann. Du verstehst etwas nicht? Frage einfach nach. Es kann dir allerdings passieren, dass du auf bereits erledigte Diskussionen hingewiesen wirst. Manches setze ich freilich voraus, in einem Fußballforum wird auch nicht erklärt, was ein Tor ist.

Kannst du das alles besser, oder woher nimmst du das Recht zur Kritik?

Ja, kann ich. Nein, muss ich nicht. Als der Typ am Riesenrad kritisiert hat, dass da ein paar Haltebolzen fehlten, wurde er vor die Tür gesetzt, denn er hatte noch nie einen Haltebolzen geschmiedet, der Penner.

Warum schreibst du nicht über Thema xyz? Das wäre viel wichtiger als das, worüber du schreibst!

Weil ich das anders sehe. Eröffne en Blog und schreib's selbst!

Warum bist du so unfreundlich?

Bin ich das? Wird oft so aufgefasst, ist aber nicht so gemeint. Wenn ich jemanden persönlich anranze, erkennt man das meist an der Ankündigung, ihn zu sperren. Alles andere ist Streit, das heißt, dass ich entschieden anderer Ansicht bin oder Argumente schlecht finde. Tatsächlich ist meine Reaktion auch von menschlichen Befindlichkeiten geprägt. Das sagt nichts über dich. Ich habe hier schon Leute angerempelt, die mir sehr sympathisch sind und andere sehr freundlich behandelt, die ich nicht leiden kann. Kommt alles vor. Im Zweifelsfall gilt: Du bist nicht gemeint, nur dein Kommentar.

Warum respektierst du nicht meine Meinungsfreiheit?

Weil du die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit nicht von einem Recht unterscheiden kannst, deinen Stuss in meinem Blog zu veröffentlichen. Es gibt in der Nachbarschaft reichlich Blogs mit freier Fahrt für freie Trolle. Tob' dich da aus und bestell' nen Gruß!

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