kollateralschaden


 
Hier und bei allen, die ihren Verstand nicht im Club der Hurras abgegeben haben. Pantoufle bringt es schmallippig auf den Punkt. Von mir dazu nur einen Satz:
Der Funktionär heißt Funktionär, weil er funktioniert.

 

Ich habe mir neulich einen Unterhaltungsfilm angeschaut. Der Titel ist "The Man From U.N.C.L.E.", deutsch "Codename U.N.C.L.E.". Die Handlung ist eine Art billiger James-Bond-Imitation, die Anlehnung an die Original-Serie auch nur in dem Sinne gelungen, dass sie eben an 'Handlung' übrig lässt, was vom klassischen James Bond bleibt, wenn James Bond fehlt. Der Film soll die Optik der 60er/70er Jahre umsetzen und schießt dabei derart übers Ziel hinaus, dass Leni Riefenstahl feucht würde.

Die Bilder sind schlicht perfekt. So perfekt, dass es schon auffällt, wenn ein Stuhl nicht rechtwinklig zu den anderen Möbeln plaziert ist. Alles ist aufeinander abgestimmt; Farbe und Muster von Tapeten, Kleider, Frisuren, Schmuck, Accessoires. Selbst das Wasser, in dem ein Auto versinkt, harmoniert mit der Farbe des Kleides der Darstellerin. Alles ist geputzt, makellos. Keine Flecken, kein Stäubchen. Auch die Szene, in der eine Offroad-Fahrt stattfindet, zeigt vollendete Einstellungen, hier von den Sprenkeln im Gesicht des Darstellers, und obwohl es regnet, scheint die Sonne.

Alles bestens

Dieser Terror totaler Schönheit wird nur durchbrochen vom bösen Nazi, der alt und vernarbt über die Leinwand marodieren muss. Dieses Detail ist wie der finale Axthieb in den Schädel, um unmissverständlich zu klären, dass es sich bei all dem um brutal perfekten Kitsch handelt, der über jeden Verdacht eines Augenzwinkerns erhaben ist. Es gibt keine Ironie, nur Plattitüden und Zitate, die ohne jede Distanz die Produkte der Industrie aka "Stars" abfeiern. Es tut weh, hinzuschauen. Man sucht verzweifelt irgend etwas Natürliches, Schmutziges, Ungewolltes. Es ist aber nicht da.

Als ich "Grand Budapest Hotel" gesehen hatte, hielt ich die Akribie der Inszenierung für liebevoll, einfach tolle Bilder (die eine originelle Handlung untermalten, jedenfalls im Rahmen eines Unterhaltungsfilms). Vielleicht stimmt das sogar, aber diese visuelle Vergewaltigung eines Streifens lässt mich inzwischen daran zweifeln. Kann ein solches Stilelement, dass tendenziell alles Fehlerhafte ausmerzt, etwas anderes sein als totalitäre Ästhetik?

Ästhetischer Terror

Zugerichtet, produziert, passend gemacht, harmonisch abgestimmt, schön, perfekt sind alle Objekte, einschließlich der stoffwechselnden Staffage, früher auch als "Menschen" bekannt. Das heißt folgerichtig, dass jeder Ton, der nicht passt, jede störende Farbnuance, jede Ecke oder Rundung, jeder Makel, alles, das nicht als dazugehörend identifiziert wurde, ausgemerzt worden sein muss. Es ist nicht die Lust am Leiden anderer, die der Quotennazi verkörpern muss, sondern die 'Logik' eines gnadenlosen Designs, die hier den Faschismus feiert.

Als der Nazi versehentlich in seinem elektrischen Stuhl verbrennt, veranlasst das den Hauptdarsteller zu der lakonischen Bemerkung: "Zu dumm! Ich hab mein Jackett darinnen gelassen.". Auch das ist keine Ironie. Zwar ist es nur der personifizierte Unmensch, dessen Wert gegen den des chicen Sakkos vernachlässigenswert ist, es fehlt aber jeder Anker für die Vermutung, dass anderes Hässliche oder eben nicht Perfekte mehr Gnade erführe. Fürs Wachstum ist es freilich das Beste: Was kann man nicht alles kaufen, um sich zu verschönern! Die Alternative nämlich ist das Verschwinden aus jeder Szene, die Wertlosigkeit als Opfer der ästhetischen Selektion.

 
lt

Reingefallen, mal wieder. Fehleingeschätzt, wie alte Männer das so zu tun pflegen. Ihr wisst schon, die Jungs, die immer noch alles taxieren, was nicht bei drei auf dem Baum ist und für die es zwei Definitionen von "alt" gibt: Erstens Frauen, die nicht mindestens zehn Jahre jünger sind und Zweitens können wir ein anderes Mal besprechen. Eigentlich wusste ich das ja und hatte bereits vor Jahren gesagt, das sei das letzte Mal, aber ich bin ja fit. Wer vierstellige Kilometerzahlen pro Jahr und zehn Prozent Steigung zum Frühstück frisst, kann ja wohl ein paar Treppen hoch und runter laufen.

Ich gestehe: Ich habe schon wieder jemandem beim Umzug geholfen. Alles richtig gemacht und wegen ewig Rücken wirklich in jeder Höhe alles fein aus den Beinen gehoben. Ich hatte seit dreißig Jahren, wenn überhaupt jemals, nicht mehr einen solchen Muskelkater. In den Beinen. Ich. Scheiße, ich bin wirklich zu alt für so etwas. Seid so gut und erinnert mich gelegentlich daran.

Alles so schön bunt

Ich frage mich manchmal, ob diese Form der Verblödung unvermeidlich ist und selbst unsereiner am Ende noch eingefangen wird von der Bilderproduktion, die einem ständig vorgaukelt, man müsste und wäre. Jung, dynamisch, bescheuert. Der Kollateralschaden, den schon das frühe Wirtschaftswunder® derbe ausgelebt hat, die Lüge von der ewigen Party, unendlichem Komfort, Lust ohne Reue, weiß und weich zugleich. Das Lenorgewissen strahlt, und Mutti greift zu, weil alles gut ist. Ein Glasreiniger warb vor Jahrzehnten mit dem Spruch "Mit Super Salmiak", um nach der Grünen® Gehirnreinigung mit der Riesenwaschkraft den Slogan "Ohne Salmiak!" der nächsten Generation um die doofen Ohren zu hauen.

Ich bin so frei, Dingscafé ist dabei, ich will so bleiben wie ich bin, da weiß man, was man hat, Blabla muss mit, Tilly spült ihre Hände in Quietschsauber, während Villarriba schon wieder Ex und Hopp sexy mini top hop, aber hallo Herr Kaiser! Der freundliche Tankwart empfiehlt wie immer Egal, Hauptsache den Schwanz versichert - Sicherheit mit Dividende! Noch nicht genug? Dann hört euch doch das Gewäsch der Kapitalsauger von Banken und Versicherungen an, denen offenbar keine Slogans mehr einfallen und die deshalb das wehrlose RTL-Opfer minutenlang vollschwallen. Tenor: Du Bank, du, sag' mir doch mal, warum ich dir ganz dolle vertrauen darf, du, und wie supi du mein Partner bist und dich um mich kümmerst und gäähn ..., da lobt man sich am Ende noch die Ficksimulationen der Stinkstofflabore, in denen bis zur Unkenntlichkeit entkleidetes abgemagertes Jungvolk die hervorstehenden Beckenknochen ineinander verhakt, dass es knirscht. Sexy!

So ist das Leben

Wir nehmen das alles hin. Nicht nur das, allen ist bekannt, dass die offizielle Lügenindustrie ganz selbstverständlich die Nachrichtenproduktion finanziert. Kein Verlag, der nicht am Tropf der Werbung hängt. Kein Problem, oder? Tatsächlich haben diese Medien allein deshalb schon den Titel "Lügenpresse" verdient, weil es ihr Job ist: Lügen über Waren zu verbreiten. Lügen, die mit jedem denkbaren Aufwand so gesponnen werden, dass sie wirken, dass niemand merkt, wie alle betrogen werden. Die Zitate da oben kullern mir am Band aus dem Kopf, ich habe hunderte, wenn nicht tausende Slogans verinnerlicht. Ist das kein Schaden? Muss ich das hinnehmen? Ich will jemanden verklagen!

Gegen diesen Clusterfuck ist eine Gemüsezwiebel Kernobst. Lügen finanzieren die gängige Erzählung, die als Wahrheit gehandelt wieder aufgenommen wird. Dabei kommt alles zur Sprache, wird jede Intimsphäre einmal mit dem Bagger durchgewalkt, nur nicht das Eine: Die Notwendigkeit, der die Lügen entspringen, seien sie als "Werbung" oder "redaktioneller Anteil" oder gar nicht mehr deklariert. Im Gegenteil ist es sogar gelungen, nachdem ganz selbstverständlich die politischen Wahrheiten direkt von der Lügenindustrie vorformuliert werden, den Deppen, an die sie adressiert sind, unbemerkt die Eselsmütze aufzusetzen.

Die große Psychose wurde erfolgreich so kalibriert, dass sämtliche Probanden sich nach dem Schleudergang und dem anschließenden All-You-Can-Eat am Halluzinogenbuffet für total souverän halten. "Werbung? Davon lasse ich mich nicht beeinflussen!". Findet mir zwei Menschen, die sich anders einschätzen. Ergo: Werbung findet gar nicht statt, hat keinen Effekt, schadet niemandem. So muss man das sehen. So ist die Welt halt. So dumm sind die Menschen nämlich nicht. Die wissen doch, dass das ein klitzekleines bisschen geflunkert ist, und solange es nicht wehtut, ist es doch okay, oder?

p.s.: Das Ganze gibt's auch in der Kurzversion. Die gefällt mir eigentlich noch besser.

 
riv

Wirklichkeit kann witzig sein. Okay, meist ist sie ein wenig deprimierend, zuerst für diejenigen, die relativ einsam sind vor der Höhle der Verblödeten, dann für die anderen, wenn sie sie eben aufgeweckt und ins Licht gezerrt werden. Wenn man aber weit genug zurück tritt und sich das Ganze von außen anschaut, ist es schon komisch, so wie ein Irrenwitz, in dem die Bekloppten Wörtern immer die falsche Bedeutung zuordnen.

Fefe verlinkt einen Arikel der Irish Times, in dem die jüngsten Erfolge 'linker' politischer Kräfte wie Syriza, Podemos und Corbyn als Folge des Zusammenbruchs einer konstruierten Wirklichkeit erklärt wird. Da lacht der Zyniker. Die neoliberale Ideologie, ihr Zwiesprech, ihre Schleifen der ewig gleichen Lügen, sie taugen nicht mehr. Das hat seine Logik.

Ganz richtig wird dort erwähnt, dass in Südeuropa, insbesondere Griechenland, die Austeritätspolitik, das Plündern des Staates zugunsten der Profite, einfach sichtbare Fakten geschaffen hat, die sich nicht mehr ohne massiven Einsatz von Drogen in die Erzählung von der segensreichen Marktwirtschaft zwingen lassen. Aber das ist nur ein Symptom. Aus dem Süden des Südens wird sie nämlich derzeit schlicht überrannt, da rutschen sogar Seehofer die einstudierten Phrasen in die hängenden Schultern.

Da sind wir

Das Vielzweckwerkzeug barbarischer Kriege, menschenverachtenden Waffenhandels, der Zerstörung der Menschenrechte im Namen des perfiden Kampfes gegen den Terror, die ganzen Strategien zur Sicherung von Rohstoffen und Handelswegen, fällt sprichwörtlich auf die Mitverursacher zurück. Schwimmend, zu Fuß, zur Not auf allen Vieren, und unaufhaltsam. Die Standardreaktion darauf - Sprüche aus dem Stahlhelm und das Anzünden von Asylbewerberheimen durch Verfassungsschützer und deren Freunde - erweist als nicht ausreichend. Es kommen trotzdem immer mehr. So ist das halt bei einer Völkerwanderung.

Derweil hat sich der Hauptverursacher bereit erklärt, auch 10.000 Flüchtlinge aufzunehmen. Das nenne ich großzügig, nachdem Afghanistan (30 Millionen), Irak (30 Millionen), Libyen (6 Millionen), Syrien (21 Millionen) direkt und die umliegenden Staaten mittelbar destabilisiert wurden. Wie war das noch? Da gab es Terroristen, die wären sonst hierher gekommen. Da könnten die Falschen das gute Öl an sich reißen. Womöglich würde gar einer eine Gaspipeline in die falsche Richtung bauen. Hat eigentlich schon jemand Ukrainer an der Grenze gesichtet?

Jaja, so was kommt von so was, und kaum kommt es raus, springt der linke Spinner aus dem Karton. Eine andere Reaktion der Reaktion war nicht zu erwarten, denn die Mittelschichtshündchen, die den Hoffunk besorgen, werden die Letzten sein, die ihren Meinungsbaukasten von Realitäten erschüttern lassen. Flüchtlinge? Man muss nur diese Schlepperbanden bekämpfen. An allem anderen ist Putin schuld.

Überall Realos

Der eingangs verlinkte Artikel würdigt im Übrigen die neoliberale Wende der "Sozialdemokraten" (u.a. Blair und Clinton) als wichtigen Schritt in Richtung Realitätsverlust. Das ist korrekt, und es gibt eine Ergänzung dazu, die ich für sehr wichtig halte: Epikur weist auf den fragmentierten Widerstand hin, der keiner ist, weil er den Gegner aus den Augen verloren hat.

Das ist die Geschichte der "Grünen", einer Vereinigung von Bewegungen, die im Ursprung noch wussten, dass ihr Widerstand - gegen Atomkraft, Umweltzerstörung, Unterdrückung, Krieg und Machtkonzentration - einen Fluchtpunkt hatte, nämlich das Kapital. Als Fischer sich zum Führer ausrufen ließ und Auschwitz in Serbien bekämpfte, waren die kommunistischen und marxistischen Wurzeln der Partei bereits verödet, die Basisdemokratie windschnittig zurecht gebügelt und die Ideale der Gründungszeit in die Ausschüsse verwiesen. Dies geschah ebenso im Namen einer "Realpolitik" wie die Entsorgung des letzten sozialen Gedankens auf dem Grund der Agenda 2010.

Die Getretenen haben stillgehalten, die Gemobbten sind draußen geblieben, die Unterdrückten sind in die Depression geflohen. Die Korrupten haben das Ruder übernommen, in den Gewerkschaften, der parlamentarischen 'Linken' und überall, wo eben Funktionäre sitzen. Sie haben sich eingeigelt in ihrer rosa Gagawelt und von dort die gültige Wahrheit® verkündet. Das hat erstaunlich lange funktioniert. Bis gestern. Was jetzt kommt? Eine Ahnung hätte ich, aber ich möchte mir nicht dauernd vorwerfen lassen, zu demoralisieren. Begrüßen wir es doch einfach:
Willkommen in der Wirklichkeit!

 
gar

Sozialdemokraten können einen in den Wahnsinn treiben mit ihrem Glauben an einen 'Willen', ihre Konzepte unter dem Banner "Man müsste nur ...", ihrer Ignoranz gegen Mächte und Zwänge, die eben alles das verhindern, was in ihrem Kosmos der gute Wille will und vernünftigerweise getan werden müsste. Wir hatten das immer wieder hier, sei es als Kritik gegen die Flying Flassbecks oder gar Heinz-Josef Bontrup, der es besser weiß und dennoch Lösungen vorschlägt, denen entscheidende Interessen und Prinzipien entgegenstehen.

Ich will hier heute aber einmal auf die andere Seite der Sache eingehen, nämlich auf jenen Willen, die Sphäre der Eigenschaften von Menschen, das vorgeblich Gute® oder auch nur Vernünftige, das zu aktivieren wäre, um die Welt zu retten. Es sei sogar so weit eingeschränkt, dass die Frage ausgeklammert wird, ob das selbst im besten Fall zu relevanten Veränderungen führen kann. Dann bleibt immer noch die Frage, wie sich so etwas wie Charakter überhaupt bildet.

Keine Wahl

Ich will diese Frage bei aller Verzweiflung über die ungünstigen Bedingungen gar nicht abwerten, im Gegenteil: Es ist nämlich gar keine gute Idee, dies der Bertelsmann-Stiftung (vulgo: den Schulen) oder den Esos zu überlassen. Was aber kann man tun, um die permanente Überforderung eines respektablen Charakters gegen die Reize einer asozialen Restpersönlichkeit in glänzender Hülle schmackhaft zu machen?

Ein bisschen konkreter: Ich bin Vater zweier Töchter und habe versucht, ihnen zu erzählen, was so ungefähr richtig und falsch ist, gut und gar nicht gut, wahr und falsch. Ich habe sogar versucht, ihnen das halbwegs passabel vorzuleben. Ich fürchte aber, das war gänzlich verschwendet, denn egal, was unsere Generation noch an Illusionen und Idealen, Korruption und Egoismus tradiert hat, es lässt der nächsten keine andere Wahl. Sie können es mit Charakter versuchen und schon früh die Früchte der Depression ernten oder mit Karriere und eben später davon kosten.

Persönlichkeit? Wat dat denn?

Verständlich, dass Sozialdemokraten aller Fraktionen immer noch nach dem Willy schreien, dass sie große Persönlichkeiten suchen, denen sie große Eigenschaften andichten können, auf dass wir ihnen nacheifern. Was wir haben, ist Merkel. Es sind Gabriel, Özdemir, Gauck. Anne Will. Jauch. Dagi Bee und Doggy Dog Kitty Cat. Was wir haben, ist die Entscheidung zwischen Pest und Cholera, Krebs und Aids, in den Geschmacksrichtungen Erdbeere, Vanille, Traumschaum-Motoröl und Leckerlecker-DDT.

Vereinzelt, berieselt, bespaßelt und verhätschelt, belogen und auf stählerne Ellbogen trainiert, kennen schon zwei Generationen keinen Zweck mehr, zu dem man einen Ballast wie Ehrlichkeit, Treue, Zuverlässigkeit oder Zivilcourage bräuchte. Dafür kennen sie für jede Eigenschaft, die es vorzutäuschen oder anzuheucheln gilt, tausend schauspielerische Tricks. Wo ist da Raum für eine 'Individualität', die nicht industriell produziert wäre, für 'Charakter' und am Ende 'guten Willen'? Die böse Zunge kann sich hier schließlich doch nicht ganz beherrschen und fragt, in welchem Verhältnis der Wille zum Besseren also zum Zwang der Verwertung steht.

 
chain

Ich lache hart und weine laut. Jemand hat die ersten vier Folgen der Fantasy-Serie "Game of Thrones" noch vor dem Serienstart der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die also lustig heruntergeladen werden können, während die Zuschauer von HBO (US-Pay-TV-Sender) noch drauf warten müssen. Jetzt geht natürlich ein "Haltet-den-Dieb!"-Spielchen los auf der Suche nach der Person (mutmaßlich wahrscheinlich ein Journalist), die so frei war.

"Game of Thrones" ist ein Fantasy-Epos, von dem bisher fünf Bände erschienen sind; am Ende sollen es sieben werden. Der Autor, George R. R. Martin. lässt sich gern Jahre Zeit dafür. Der erste Band erschien 1996, der letzte 2011, danach hat der Meister sich der Fernsehserie gewidmet. Nach vier Jahren des Wartens bekommt er von seinen Fans oft zu hören, er möge sich doch der Arbeit am sechsten Band widmen. Denen hat Martin zuletzt mit einem entschiedenen "Fuck you!" geantwortet.

Fuck the Fans

Wenn man eine gewisse Größe erreicht, kann man sich das leisten. Die Prioritäten verschieben sich. Es muss geerntet werden, auch wenn die Frucht noch nicht ganz reif ist. Das Tolle an einer gewissen Größenordnung ist, dass man von oben bestimmt. Es ist nicht mehr nötig, Rücksicht zu nehmen ausgerechnet auf diejenigen, von deren Gunst man lebt. Eine Geschichte, so erzählt, dass sie sich optimal verwerten lässt und das Glück, entsprechende Verwerter zu finden, machen aus dem Geschichtenerzähler einen reichen mächtigen Mann.

Er hat die Rechte. Punkt. (Das erinnert mich an dieser Stelle stark an die Meinung Kai Biermanns zu Movie2k.to.) Der Rechteinhaber bestimmt , was wann wie gelesen und geschaut wird, das unterscheidet ihn vom Geschichtenerzähler, der froh sein kann, wenn die anderen für ihn Nüsse sammeln, auf dass er mit speisen darf. Dazwischen ist das Kapital, das scheue unsichtbare Wesen.

Erhatdierechtepunkt bedeutet natürlich, dass er sich reichlich bedient an Vorläufern aus Märchen, anderen Fantasystories und der einen oder anderen Familiensaga. Aber es werden keine Geschichten mehr erzählt, um zu unterhalten und Gemeinschaft zu bilden. Es wird Schöpfungstiefe ausgelotet, produziert und aufgelegt, verlegt, beworben, verkauft und geschützt, als Produkt und Marke. Auch hier - wie schon an anderer Stelle bemerkt - ist der Produktionsprozess von jedem Blick auf soziale Beziehungen befreit.

Geben, nehmen, hängen

Es ist keine Beziehung, und durch diesen Schnitt wird gleichzeitig das Produktionsverhältnis unsichtbar. An die Stelle der Beziehung vom Erzähler zum Zuhörer tritt die des Anbieters zum Abnehmer, wobei der Anbieter das Monopol hat auf seine Geschichte. Was bleibt, ist der Herr, der den Pöbel im Griff hat. "Fickt euch!" ist die Formel für die Ansprüche derjenigen, die ihn durch ihre Arbeit zu dem gemacht haben, als das er sich heute empfinden darf.

Warte, "ihre Arbeit"? War das nicht seine Arbeit, für die er darum allein alle Rechte hat? Ja, so sollen wir es sehen, mit "Punkt". Weil wir von Halbhirnen belehrt werden, die nicht begreifen, dass nur Geld gegen Geld und Arbeit gegen Arbeit aufgerechnet werden kann. In jedem Dollar, den Herr Martin sich angeeignet hat, steckt die Arbeit seiner Kunden, dem "Fickt euch!"- Pöbel. Das ist jetzt alles seins. Punkt. Doch jetzt haben sie ihn bestohlen, sein Werk dem Pöbel zugänglich gemacht, der dafür keine Gegenleistung erbringt. Haltet die Diebe - und vergesst nicht, sie auch zu hängen!

 
flug

"Hängt das Schwein auf" las ich schon gestern und mich überkam spontan tiefes Mitgefühl mit denen, die schon immer die Todesstrafe für Selbstmordattentäter gefordert haben. Nein, das ist kein Witz. Der Ruf nach härteren Strafen® ist Teil eines Rituals, das mit Sinn und Verstand nichts anfangen kann. Affekt ist gefragt, wogegen ich nicht einmal allzu große Rede halten könnte, wäre es nicht exakt der Affekt, der übermüdeten Kindern den Schlaf raubt. Es kann nie genug sein, nie laut und groß genug, und wenn man die Müllmedien machen lässt, geht das eben wochenlang so und bis zur rasenden Barbarei.

Was die Hetzzeitung hetzt, mag noch immer das strahlende Vorbild sein für den Rest der verseuchten Landschaft, aber in einem sind sie sich längst einig, still und ohne den zartesten Stimulus einer verantwortlichen Synapse: Alles muss raus! Schnellschnell Meldung, Kommentar, Sen-sa-tion. Das ist eben Journalismus 2.0: Wer heute ein Geschäft verpasst, macht es morgen schon gar nicht mehr. It's all about the money.

Boom

Wenn ich also lese - ein beliebiges Beispiel - "Die Ratlosigkeit nach der Katastrophe", ist das genau so Machwerk wie ein "Das ist das Schwein und das seine Schweinefamilie". Es hat keine "Katastrophe" stattgefunden, sondern ein Verkehrsunfall. Niemand ist "ratlos", aber das klingt so schön verzweifelt und passt ins Corporate Design des Verlags, dessen Printausgabe "Ausgeliefert" titelt und den Grusel der Stunde zu nutzen weiß. Gerade haben sie sich noch das ehedem Selbstverständliche als gloriosen Qualitätsanspruch selbstbescheinigt, da reißen sie es mit dem Hintern wieder um. Wer am Wühltisch zögert, geht eben leer aus. Höhere Anforderungen stellen nur "organisiert auftretende, anonyme" Konterrevolutionäre.

Es gibt nichts zu berichten, gar nichts. Es ist eben nicht geklärt, was passiert ist. Guter Journalismus, der leider nicht auf die Verwertungskette zu bringen ist, hätte sich die Weisheit zu eigen gemacht: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten". Ganz im Gegenteil ist aber der Mix aus Leichengeruch, Explosionsstaub und Ungewissheit der optimale Nährboden für jede Art Schauergeschichte und Betroffenheitslyrik. Angesichts des Booms, den das auslöst, sollte man darüber reden dürfen, ob so ein Knall nicht eine Wohltat ist, etwas ungemein Soziales. Wir reden hier schließlich von Arbeitsplätzen!

Für jeden etwas

Wer es lesen will, erfährt also, was das Pilotenschwein geträumt hat, warum der schon immer eine Sau war und man nur den gesunden Volkskörper hätte fragen müssen, wie man solche ausmerzt. Wer es nicht ganz so hart mag, kriegt auf dem anderen Kanal die bemüht kultivierte Version der Denunziation geboten. Auch da war noch nichts bewiesen, aber wir sind ja nicht vor Gericht. Medien Suchen nicht die Wahrheit und können sie eh nicht rechtzeitig finden. Da setzt dann halt ihre Kreativität ein.

Die Resteverwerter kommen ebenfalls auf ihre Kosten, sei es der politische Weihrauchschwenker oder der Longtail, der mit einsetzender Ebbe leisere Töne anschlägt und übergangslos die Heuchelarbeit einleitet. Da muss eine chice Location her, na klar: Der Kölner Dom, weil wir es uns wert sind. Ein bisschen sparsam ist das eher, wir haben reichlich luxuriöse Fußballstadien, in denen auch multimedial mehr geht. Vielleicht beim nächsten Mal. In der Zwischenzeit werden ein paar Gurken sauer eingelegt; ein bisschen transatlantische Handelspolitik, ein paar geostrategische Wühlarbeiten, solche Dinge eben, für die sich niemand interessiert. Irrelevantes Zeug halt.

 
spaghett

Seit Oktober gibt es in diesem Blog die Kategorie "Kollateralschaden". Sie begann mit dem einen Satz: "Es ist einfach nicht mehr finanzierbar, sich für eine Lüge zu schämen". Das ist ein eher unbedeutendes Beispiel für all das, was man hinnimmt, wenn man sich marktkonform verhält - wozu der Kapitalismus seine Probanden schlicht zwingt. Solche Erscheinungen sind zwar im Grunde banal im Angesicht von Kriegen und Hunger, aber sie sind eben Erscheinung desselben Phänomens. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Lüge in der Bewerbung und der, die zum Marschbefehl führt.

Eher lose Fäden lege ich also hier aus. Wer es aber wissen will, kann erkennen, woher sie kommen und wohin sie führen. Heute fallen mir einige Ereignisse auf, die helfen, bestimmte Zusammenhänge zu beleuchten. Das beginnt mit dem, was heute zwischen "Zensur" und "Lügenpresse" mit den falschen Vorwürfen in die richtige Richtung weist. Beginnen wir mit der Presse, die es gar nicht nötig hat zu lügen, wenn sie gleich die Wahrheit machen kann:

Erpresse

Die politische Nötigung, welche die Bildzeitung für ihre Aufgabe hält und sie veranlasst, gleich dem gesamten Bundestag eine vorformulierte Meinung aufzuzwingen, ist atemberaubend. Dieter Janecek hat auf Twitter veröffentlicht, wie ihm angedroht wird, am Nasenring um den Kiosk geführt zu werden, wenn er sich der Europolitik des Springer-Verlags nicht anschließt oder auch nur dazu schweigt. Konkret sollen sich die Abgeordneten vor dem Hetzblatt rechtfertigen, wenn sie weiteren Krediten für Griechenland zustimmen. Merke: "Erpressung" kommt von "Presse".

Ein einziger Schaden, dessen Nutzen sich mir immer weniger erschließt, ist inzwischen Facebook, das seine Nutzer immer krasser entmündigt, enteignet und sich herausnimmt, völlig willkürlich Inhalte zu bestimmen. Jetzt hat es "Die Partei" erwischt, deren Account wegen eines Witzes gesperrt wurde. Das beste an der Aktion ist, dass kein Mensch nachvollziehen kann, was Facebook daran auszusetzen hatte. Die Marktmacht in Kombination mit Eingriffen in die Freiheit der Rede ist schädlicher als staatliche Zensur. Kein Grund nachzudenken, Facebook ist nämlich cool und gratis!

Der beste Koch

Die Meldung des Tages für mich ist aber das Problem der Versorgung mit Lebensmitteln auf dem Land. Nein, nicht in der Sahelzone - in Deutschland! Noch sind das keine katastrophalen Zustände, aber dahinter steckt mehr als ein logistisches Problem.

Man muss sich deutlich machen, dass ein wichtiger Grund für den Erhalt des politischen Systems in niedrigen Lebensmittelpreisen besteht - sofern man sich nicht gesund ernähren will oder muss. Die Industrie und der Handel haben längst ein System erschaffen, das durch Dumpinglöhne, Konzentration und Druck auf die Lieferanten dafür sorgt, dass Armut nicht zu Hunger führt. Dieses System greift aber nicht überall, und Gnade uns das Nudelmonster, wenn sich daran etwas ändert! Der irrsinnige Reichtum und die unglaubliche Effizienz haben nicht einmal dazu geführt, dass man sich auf die Versorgung mit Lebensmitteln verlassen kann. Wir sollten Schuldige suchen und sie dafür bestrafen!

 
eurfasc

Die europäische Union sollte eine Vereinigung werden, die aus politischer Sicht Krieg unmöglich macht. Natürlich war sie von Anfang an eine wirtschaftlich begründete Verbindung, aber es wurden auch große Hoffnungen in eine politische Vereinigung gesetzt.

Am Anfang war das alles andere als selbstverständlich, denn Europa hatte gerade zwei Weltkriege ausgefochten. Auch gingen die Friedenspläne natürlich zu Lasten der Beziehungen zwischen Ost- und Westeuropa, die nur noch durch den engmaschigen Eisernen Vorhang stattfanden. Vor allem die Sowjetunion, heute Russland, avancierte zum Feind.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bemühte sich die EU, eingebunden in die NATO, alle möglichen Staaten Osteuropas wirtschaftlich und strategisch einzubinden. Russland gehörte freilich nicht dazu. Tatsächlich ist die Entwicklung Europas durch diverse Verknüpfungen, u.a. militärischer Art, so vorangeschritten, dass Kriege zwischen den einzelnen Ländern beinahe ausgeschlossen sind. Beinahe, denn es gibt Bruchstellen, u.a. die herzliche Animosität zwischen den NATO-'Partnern' Griechenland und Türkei sowie deren Dauerfehde um Zypern.

Völkerfreundschaft

Um die Vereinigung Europas noch enger zu gestalten, so die offizielle Darstellung, wurde 2001 eine für viele Länder gemeinsame Währung eingeführt. Einige Staaten zogen nicht mit, unter anderem das nie ganz integrierte Großbritannien, eine weitere Bruchstelle. Eine gemeinsame Währung, die eine gemeinsame Wirtschaftspolitik voraussetzt, sollte eine große gesamteuropäische Freundschaft begründen. Doch, an dieser Stelle darf gelacht werden.

Bekanntermaßen ist es die mit Abstand größte Volkswirtschaft der Eurozone, die so fest im Glauben an den ihr heiligen Wettbewerb steht, dass sie die gemeinsame Währung dazu genutzt hat, die Partner gnadenlos an die Wand zu konkurrieren. Die vereinbarte Inflationsrate wurde Jahr um Jahr unterschritten, ein groß angelegtes Lohndumping machte den abonnierten Exportweltmeister zum Albtraum der Europartner. "Death or Debt" hießen die Alternativen für unsere Freunde, Tod oder Schulden, also haben sich die weniger konkurrenzfähigen Länder bis Oberkante Unterlippe verschuldet.

Nicht ganz zufällig geschah dies im Gefolge der Weltwirtschaftskrise und der "Bankenrettung" und führte zur totalen Abhängigkeit Südeuropas von jenen 'Partnern', die es immer tiefer ins Elend stürzen. Keine Arbeit, keine Hoffnung, keine Zukunft, kurz: "Austerität" heißt das Rezept, das die reichen Euroländer und ihre Banken vor allem Griechenland verordnet haben.

Privat statt Staat

Hinter den Kulissen werden derweil Verträge ausgehandelt, die nationale Verfassungen, den EU-Vertrag und alles, was noch halbwegs rechtlich haltbar ist, aushebeln. Im Zusammenhang ist vor allem die Absicht zu erwähnen, dass künftig jedwede Privatisierung für die Ewigkeit gelten soll, Verstaatlichungen also strikt verboten werden sollen. Zwar behauptet die Bundesregierung hier (3.) das Gegenteil, zumindest aber dürften derartige Entscheidungen so hohen Schadenersatz nach sich ziehen, dass es sich die ewig klammen Kommunen wohl kaum leisten können, Privatisierungen rückgängig zu machen.

Wir haben also einige wenige Profiteure der Währungsunion, die anderen werden zum großen Ausverkauf gezwungen. Der bringt sie aber ja keinen Meter weiter, im Gegenteil macht sie das in der Folge noch ärmer. Welche Möglichkeiten haben diese Staaten aber, die Situation zu ändern? Im Grunde nur eine: Sie müssen aus dem Euro aussteigen, um wieder solide wirtschaften zu können, sie müssen einen kompletten Schuldenschnitt vornehmen, ihren Bankrott erklären und deutlich machen, dass die Kreditgeber sich verzockt haben. Kein Geld mehr von uns, wir haben ein Volk zu ernähren!

Bis zu dem Tag, an dem es ein Land wagt, die neue Alternativlosigkeit zu verkünden, muss es aber zwangsläufig weiter Schulden machen. So ist also Griechenland derzeit gezwungen, Geld anzunehmen, von dem es weiß, dass es nie zurückgezahlt werden kann. Wollen die Griechen also irgendwie eine Wende schaffen, so werden sie buchstäblich zur Untreue und zum Kreditbetrug gezwungen. Das kann eigentlich niemanden wundern, denn das ist die logische Folge der von der Troika verordneten Konkursverschleppung.

Die Betrüger

Was dann? Müssen sich die Gläubiger das Geld dann nicht holen? Die Schulden eintreiben? Güter beschlagnahmen? Und wie setzt man das durch, wenn nicht militärisch? Und was ist mit den anderen Ländern, die in einer ähnlichen Situation sind? Spanien und Portugal zum Beispiel? Das sind dann übrigens nur die Euroländer; es gibt ja durchaus noch andere, die auch solche Probleme haben. Oder die Alternative: der Schuldendienst wird gnadenlos von Regierungen exekutiert, denen die Währung wichtiger ist als das Volk. Werden sie das Programm so lange fortsetzen, bis überall die Barrikaden brennen?

Neulich hieß es, wer Kapitalismus mit Krieg assoziiert, sei linksradikal. Ob sich jemand findet, der die genannten Fragen im Rahmen der rechten Gesinnung beantwortet?

 
Die EU "verschärft" die Kontrollen an Flughäfen, heißt es. Ich weiß jetzt erst mal nicht, wie die EU das macht, wie also die ganze EU da am Flughafen zusammenkommt und Handgepäck kontrolliert, aber so ist das ja auch gar nicht gemeint. Wie das genau gemeint ist, weiß ich aber auch nicht, ich weiß nur, dass es einen Grund dafür gibt, den ich auch nicht verstehe, denn:

Jüngste Erkenntnisse haben gezeigt, dass Terroristen weiter versuchen, neue Verstecke für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zu entwickeln“.

So? Haben die jüngsten Erkenntnisse das? Wieso heißt es dann "weiter"? Weil die älteren Erkenntnisse zwar erkennen ließen, dass Terroristen versuchten, neue Verstecke für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zu entwickeln, es aber nicht sicher war, dass sie dies auch "weiter" täten, wenn es neuere Erkenntnisse gäbe? Das ist in etwa so als informierte man mich, „dass Einbrecher weiter versuchen, neue Ziele für Diebstähle zu finden“. Daraus ergäbe sich also, dass man Wohnungen noch sicherer sichern müsste? Oder sollen wir gleich die EU die Wohnungen kontrollieren lassen?

Kontrolle ist besser

Ist es darüber hinaus vielleicht so, dass generell "Erkenntnisse" gezeigt haben, dass Kriminelle stets weiter versuchen, neue Wege für unkonventionelle (was auch sonst, konventionell wäre ja nicht neu) Methoden zu entwickeln, die ihren verbrecherischen Absichten zugute kommen? Heißt dies also in der Konsequenz, dass permanent mehr und strengere Präventionsmittel in Anschlag gebracht werden müssten, Freiheit immer weiter eingeschränkt werden muss und jede neue Idee eines sich jenseits der Legalität bewegenden Mitbürgers diese Spirale weiter in Richtung Polizeistaat drehen muss?

"Nein" sagt ihr? Weil das nur für Terroristen gilt? Ist dann also jeder, der in ein Flugzeug steigt, ein Terrorist? Ach nein, ihr meint die Täter. Ähm, und welche Täter? Die Scharen von Flugzeugentführern, die in den vergangenen Jahren die Welt in Atem hielten? Ach nein, die gibt es ja gar nicht, weil wir so wachsam waren. Ach, und weil wir so wachsam waren, müssen wir jetzt also umso wachsamer sein? Nein? Doch? Ja wie denn jetzt?

p.s.: Ich hätte da jetzt noch ein Item für die Skala "Linksextremismus": Wer behauptet, die Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus seien eher geeignet, den Überwachungsstaat zu fördern als die Sicherheit der Bürger, ist sicher darauf aus, die Demokratie abzuschaffen.

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