journalismus


 
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Der Kampf um die Deutungshoheit hat mit der Jagd nach angeblichen "Fake News" die letzte Stufe erreicht: Die Manager des Narrativs versuchen, ihre schlicht absurde Weltsicht den Massen aufzuzwingen, während sie sich gleichzeitig als Instanz inszenieren, die neutral, objektiv und kritisch sei. Was sie dabei produzieren, ist so lächerlich, dass es die Erzählung "des Kaisers neue Kleider" locker in den Schatten stellt. Zwei aktuelle Beispiele:

Tina Hassel, eine der höchst dotierten "Journalistinnen" in Deutschland, wie ihresgleichen selbstverständlich Mitglied im Verein Atlantik-Brücke e.V., sollte doch eigentlich Englisch können und keine Schwierigkeiten damit haben, einen einzigen Satz korrekt zu übersetzen. Ihre Karriere folgte dem üblichen Muster; sie war wie viele Kollegen (u.a. Zamperoni und Kleber) zunächst US-Korrespondentin, um dann Chefredakteurin zu werden.

2 + 2 = 5

Der Satz, den sie ins Gegenteil übersetzt hat, ist nicht schwer zu verstehen. Wie kommt es dann, dass eine ehemalige US-Korrespondentin ihn so falsch übersetzt? Wie kommt es zudem, dass sie offenbar keinerlei Kenntnisse der aktuellen Entwicklung in den USA hat, denn auch das ist ja Voraussetzung für diese Fehlleistung? Nun, es ist nicht endgültig zu klären, aber ganz offenbar sieht Frau Hassel die Welt so, dass das passt. Gegen diesen Filter versagt jede Realitätsprüfung. Ausgrechent Hassel ist die Erklärbärin der Tagesschau zu Donald Trump.

Auf der anderen Seite grassieren derzeit sogenannte "Faktenchecks", die derselben Propaganda dienen. Michael Lüders haben sie derzeit besonders auf dem Kieker, weil dessen Analysen zu Syrien so gar nicht ins Konzept der Atlantiker passen. Die FAZ veröffentlicht ein überspezifisches Dementi* zu einem Satz von Lüders, und schon rollen die publizistischen Panzer, bis der Boulevard ihn endgültig abknallt und mit dem ganzen Schmutz der vermeintlichen Defintionsmacht bewirft.

Der ehemalige Journalismus befindet sich längst in einem Teufelskreis. Die aus einem immer engeren Kreis rekrutierten Bosse des Betriebs lassen ihr Weltbild verbreiten, das nun einmal nicht dem der Restbevölkerung entspricht. Diese erkennt zunehmend, dass sie einseitig informiert wird und bedient sich anderer Quellen. Diese Quellen wiederum werden aus derselben ideologischen Verblendung heraus zurückgewiesen und angegriffen, und zwar weiterhin mit dem Anspruch von Objektivität, der dabei zwangsläufig mit Füßen getreten wird.

Wir sind die Wahrheit

Am Ende werden alle Quellen, die nicht dem eigenen Weltbild entsprechen, niedergemacht, als "Fake News", "Verschwörungstheorie" oder gar "Hassbotschaften". Der Furor des ehemaligen Journalismus, der sich dabei zum Werkzeug politischer Kumpane macht, geht so weit, dass jeder Gegner um jeden Preis pathologisiert oder kriminalisiert wird. Wer nicht folgt, ist ein Verbrecher, der auch Hasskommentare und Drohbriefe schreibt. Dieser Feind muss verfolgt und bestraft werden. Wohlgemerkt ist das die unmittelbare Folge des Handelns derer, die sich ernsthaft als "kritische Journalisten" bezeichnen.

Diese Farce findet obendrein statt in einer Medienwelt, die zunehmend von der schieren Aufmerksamkeitsökonomie bestimmt wird. Die Alternative zu den Propagandisten ist leider eben nicht "das Netz", in dem sich Millionen tummeln, die leider auch nicht gelernt haben, das Hirn einzuschalten, ehe sie in die Tasten hauen. Es stellt sich die Frage, wie Information und Kritik überhaupt noch organisiert werden können. Bei aller Schadenfreude über das Scheitern der Talkshows bräuchten wir drigend Alternativen.

*Überspezifisches Dementi: Um von einer Sache abzulenken, wird ein kleiner Teil der Sache geleugnet.
Beispiel:
"Dort fahren Panzer auf."
Dementi: "Kein einziger Schuss wurde dort von einem Panzer abgegeben."
Damit ist dann eben nicht widerlegt, dass Panzer auffuhren.
Noch ein Beispiel hier.
Die FAZ schließt im Beispiel oben aus einem irrelevanten Detail, das nicht ganz korrekt wiedergegeben wurde, dass der ganze Bericht eine Falschmeldung sei.

 
autos

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Wer noch nicht genug hat vom Ostereier suchen, kann ja mal in den Verlagsmedien blättern und einen Bericht über die Hintergründe der Schlachtplatte Nahost suchen. Geld, Gas, Geschäfte? Ach was, es geht doch um Demokratie! Die Endlösung ohne Assad® wird angestrebt, jetzt noch offizieller und noch blöder. Zuerst sollten wir aber dem Iwan, Verzeihung, Vlad, in den Arsch treten, das ist nämlich die Grundvoraussetzung dafür.

Pipelines? Korruption? Knallharte Kapitalinteressen? Das ist unendlich unverständlich, das kann man dem Leser nicht zumuten. Ich weiß, das ist nicht neu, aber man muss sich ja wenigstens selbst auf dem Laufenden halten, wenn man nicht mitverblöden soll. Lesen Sie jetzt, was wir wissen®, schunkeln Sie mit und merken Sie sich gut, was wir nicht wissen®, denn das geht Sie nichts an.

Im Westen nichts Neues

Im heldenhaften Kampf gegen FuckFake News geht der Mainstream an den Rand des Bewusstseins, wie immer von der falschen Seite aus. RT (deutsch) ist ein Sender, der auch ohne den Anspruch zurecht kommt, ausgewogen zu berichten. Wenn aber ausgerechnet der die ARD bis auf die Knochen blamiert, hören und lesen wir davon ...

Auf die Farbe kommt es an. Die Weißhelme® zum Beispiel. Erinnert sich noch wer an die "Blauhelme"? Die hatten sogar ein echtes Mandat, nämlich von der UNO, und mussten damit dem einen oder anderen Massaker® tatenlos zuschauen, so dass nur noch ein Angriffskrieg rückwirkend Auschwitz verhindern konnte. Die "Farbenrevolutionen" überspringen wir und kommen direkt zu den Helmen, die im Dienste eines britischen Milliardärs die offiziellen Non-Fake-News in Szene setzen. Jetzt weiß, jetzt noch unschuldiger - die reine Wahrheit, präsentiert von Henkel.

Derweil rollt uns der unsägliche Klüngel der Atlantiker mit dem türkischen Diktator vor die Füße. Entgegen seiner Ankündigung wird er für die Nibelungentreue seiner Nützlichsten Idiotin und zur Feier seiner selbst demnächst Deniz Yücel freilassen lassen. Dann ist alles wieder gut. Es werden Autobahnen entstehen, die auch in Deutschland Arbeitsplätze sichern. Es ist ja doch nicht alles schlecht.

 
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Die hier nicht genannte 'Zeitung' titelte einst über Saddam Hussein: "Was plant der Irre jetzt?". Wenn der Boulevard zu sich selbst kommt, gebiert er treffliche Satire. Ein Irrer, der plant, ist paradox. Planung verlangt Rationalität, Ordnung, bestenfalls Vernunft; den "Irren" hingegen definiert das Gegenteil. Die Montagsausgabe aka "ehemaliges Nachrichtenmagazin" titelte damals: "Saddam=Hitler", was ebenfalls die Antwort auf alle Fragen war, die offenbar niemand stellen wollte - weil einfach einfach einfach ist, und so soll's der Leser mögen.

Inzwischen ist Donald Trump der Idiot der Familie, dem die Verlagsmedien täglich Schwachsinn, Unberechenbarkeit und verheerende psychische Gesundheit attestieren. Das passt halt auch auf alles, was einer tut, den man nicht will, zumal wenn es nicht einmal völlig abwegig ist. Allein: Auch das knebelt alle Fragen und löst nicht minder psychotisches Propagandagebrabbel aus, wenn es opportun erscheint, den Irren zu loben. So geschehen aktuell durch Merkel, von der Leyen und Co. Bomben auf Syrien? Ja fein gemacht! Die völkerrechtswidrige Reaktion auf einen lauen Verdacht, früher als "Kriegsverbrechen" bekannt, findet großen Gefallen.

Befehl ist Befehl

Da lässt sich die Parodie eines Nachrichtenmagazins nicht lange lumpen und stellt sinnfreie Fragen in den luftleeren Raum: was er denn wohl so beabsichtige, der apokalyptische Freiheitskiller, an dessen Verstand der Verlag ausdrücklich zweifelt? Wie ist wohl dessen Syrienstrategie und wie wiederum schlägt diese sich im Befehl zum Bombardement nieder? Gute Fragen, hätten diese Simulanten eines Restjournalismus sich und ihre Leser nur je mit den Hintergründen beschäftigt.

Von Geostrategie will ich hier gar nicht anfangen - wer wann warum im Nahem Osten wie gehandelt hat, was das mit Öl, Gas und Geld zu tun hat - man wüsste ja gar nicht, wo man anfangen soll. Ich beschränke mich also auf die schon extrem vereinfachende Frage, warum Trump handelt wie Trump. Da ist es wahrlich nicht scher zu erkennen und psychologisch völlig eindeutig, dass Mr. President einem klinischen Narzissmus verfallen ist, dessen Symptome einem sprichwörtlich um die Ohren fliegen. Mr. President ist Commander in Chief, und der befiehlt Bombenangriffe. Trump hat bislang nichts anderes getan als zu befehlen, weil er sich für den Alleinherrscher von Great Amorica hält.

Womit wir beim wirklich ernsthaften Problem sind, dass keiner der Hanswurste beim Namen nennt, obwohl der Kaiser nicht nur nackt ist, sondern soeben den Splint aus der Granate gezogen hat. Es gibt nur eine Ebene, auf der Trump beinahe handeln kann wie es ihm gefällt, nämlich im Krieg. Das ist das einzig geile Spielzeug, das man ihm nur nehmen kann, indem man ihn des Amtes entmündigt. Ausgerechnet jetzt aber gehen die atlantischen Rektalsonden hin und bestärken den potentiellen Amokläufer. Das wäre doch mal ein Thema gewesen, und es hätte sogar halbwegs ins Narrativ gepasst. Aber das ist Deutschland hier. Wenn der Führer befiehlt, dann folgen wir, denn das haben sie uns nie abgewöhnt, im Gegenteil. Nur dass "Reich" heute "Demokratie" heißt und "Freie Welt".

 
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Die Welt wird mit Waffen regulär geflutet. Russland exportiert fast jede vierte davon und liegt damit ganz weit vorn. Machthaber Putin dürfte egal sein, was mit diesen Waffen geschieht und ob China ein neues Imperium aufbauen will. Hauptsache der Rubel rollt. Derweil exportieren selbst die USA nur jede dritte Waffe und dabei pro Exportland weit weniger als Putin.

So wäre es vielleicht konsequenter gewesen und übrigens was die reinen Fakten anbetrifft (sofern die Quelle richtig liegt) völlig korrekt. Einzig die Darstellung ist der NATO-Propaganda angepasst. Tatsächlich ist der Tenor in deutschen Medien (u.a. Spiegel und Zeit), "die USA und Russland" exportierten "56 Prozent" der weltweit gehandelten Waffen. Im Kleingedruckten steht dann, dass die Amerikaner für 33% und die Russen für 23% davon verantwortlich sind. Das ist knapp die Hälfte mehr bei den Amis, die daher unangefochten mit großem Abstand an der Spitze liegen. Wie wäre wohl der Wortlaut bei einem umgekehrten Verhältnis gewesen?

Ebenso in der "Zeit" wird behauptet, "Experten" machten Russland für einen Putsch in Montenegro verantwortlich. Das wiederum ist so gut wie gelogen, denn es bedeutet ja nichts anderes, als dass irgendwer das eben in die Welt gesetzt hat, ohne jeden Nachweis. Was an den Experten expertisch ist, interessiert mich da schon nicht mehr, denn dieser Status hat ebenfalls weder Hand noch Fuß. Scheißwetter heute an der Ruhr übrigens. Putin wird auch dafür verantwortlich sein, bis zum Beweis des Gegenteils, den dann wieder diese Putinversteher veröffentlichen können.

Ehrenwort!

Die andere Gurke des Monats ist der ewige Chulz, dessen Antlitz meiner Gastritis noch immer täglich Vorschub leistet. Faktenautonomie war bei sozialdemokratischen Apparatschiks wie der Wunderwaffe von Würselen schon immer gut aufgehoben. Was lese ich heute? Der Kaisersoze hat einen Blüm gefrühstückt und "verspricht stabile Renten". Wat dat denn? Vermutlich nur das Gewand für dieselben Fakten in klarer Sprache: Solange uns Chulz droht, wird es keine Rentenerhöhung mehr geben.

Auch schön die Taktik der neoliberalen Kerntruppe mit ihrem Ämterkarussell, das den Agenda-Chef zum Grüßaugust, den geborenen Steigbügelhalter zum Außenmini und eben Chulz zur zentralen Drohung gemacht hat: Nachdem sie den Lohnabhängigen das letzte Hemd genommen haben, erwägt der Held der Sozialen Gerechtigkeit® vielleicht eines Tages einen Ärmel davon zurückzugeben. Er "verspricht Korrekturen an der Agenda 2010", lese ich. Selbst wer nur Sozialdemokrat ist, müsste aber eine Kehrtwende fordern, und "versprechen" ist erfahrungsgemäß bei dieser Charge das Gegenteil von halten.

Fast ein Drittel der jüngst befragten Wähler haben sich als Vollidioten geoutet, die sich zum hunderten Mal vereimern lassen wollen. Das dürfte die Sorte Medienkonsumenten sein, an die sich die Kreativabteilungen der Faktenbewerter deutscher Verlagshäuser wenden. Was sagt ihr? Ich sei selbst ein Idiot, das noch zu lesen? Pah! Ich war gestern in Schweden. Ich weiß, wovon ich rede!

 
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Schon wieder Fake News®? Ich wurde gescholten, weil dieses Thema hier zu dominant sei, aber ich halte das in mehrfacher Hinsicht für einen Irrtum. Erstens ist das ein Label, hinter sich dem größtenteils olle Kamellen verstecken. Zweitens geht es im Rahmen der Zensurversuche um eine Säule des sich wieder formierenden Faschismus'. Drittens geht es um die Fähigkeit, überhaupt noch zu kommunizieren. Heute mögen wir noch lachen über "alternative Fakten", aber das ist bereits fehl am Platze.

Schon lange analysieren wir Neusprech und Zwiesprech als Methoden realer Politik. Nehmen wir doch gleich mal das semantische Schicksal der "Alternative" auf: Es präsentiert sich die Konsequenz aus dem neoliberalen reaktionären Block, die all das noch steigert, was die anderen anbieten, als "Alternative" (für Deutschland). Die Menschenschinder des Westens nennen Folter seit Langem "alternative Befragung", und jetzt kommt der Trumpismus halt mit "alternativen Fakten". Die Todesstrafe wird demnach "alternative Altersvorsorge" heißen und auf denselben alternativen Menschenrechten beruhen wie der andere Mist.

Wer spricht da?

Ein anderes oft genanntes Beispiel: "Rebellen". Das sind Terroristen, Islamisten, brutale Mörder, wenn sie von den USA bezahlt oder von der NATO bewaffnet werden und solange sie tun, was in deren Interessen liegt. So weit, so banal. Warum aber wird die Frage nirgends diskutiert, wie so ein Begriff konkret in Medienbeiträge einzieht? Wer entscheidet das? Wer schreibt es? Was sind die Kriterien? Gibt es eine Art Befehlsstruktur oder wird das diskutiert? Stellen sich die Produzenten überhaupt je solche Fragen?

Eine weitere Baustelle sind die Quellen von Nachrichten. Warum werden sie selten konkret benannt? Wer prüft sie wie? Wie werden sie bewertet? Die Antworten auf diese Fragen gehören in jeden ernst zu nehmenden Bericht. Fehlen sie, ist der Bericht allein deshalb schon manipulativ. Niemand muss eine Quelle gefährden, aber solche Gefahr besteht extrem selten. Wenn es hingegen der Regelfall ist, dass Quellen ungenannt bleiben, wird nicht berichtet, sondern kolportiert. Dies ist die Atmosphäre, in der die (Suche nach der) Wahrheit zu Grabe getragen und Propaganda zum Standard wurde.

Verdunkeln, vertuschen, verwirren

Besonders fatal wirkt sich in diesem Kontext der Einfluss von Geheimdiensten aus. Diese sind keine seriösen Quellen, sondern zwielichtige Banden, die routiniert Kapitalverbrechen begehen und alles vertuschen, was sie eigentlich aufklären sollen. Dabei sind sie völlig unkontrollierbar, siehe "Paginierung". Man lässt ihnen die billigsten Manipulationen durchgehen, um ihnen Verdunkelung so leicht wie möglich zu machen. Ausgerechnet diese 'Quellen' werden zunehmend zitiert.

In einem Rahmen, in dem Aufmerksamkeit - und damit Umsatz - erregende Ereignisse im Mittelpunkt stehen, schlägt das System einen Salto, wo nicht einmal mehr klar wird, ob bzw. wann und wo jene Geheimdienste die Ereignisse erst herbeiführen, die sie dann bewerten, um gleich auch Maßnahmen zu forcieren, die ihnen mehr und mehr Macht einräumen, je öfter sie "versagen", also Straftaten aktiv befördern und begehen. Was diese Einrichtungen anbetrifft, wird es nur ein Mittel geben: Sie müssen geschlossen werden, indem man ihnen die Tür einrennt.

Gegen die Erosion von Wirklichkeit, Fake News, Lügen, Propaganda und Manipulation hilft derweil nur Offenheit, wie eingangs geschildert. Nur wenn alles berichtet wird - die Beweggründe der Autoren, ihre Abhängigkeiten, ihre Quellen, Bezüge und Hintergründe, taugt etwas als Bericht. Ein Kommentar muss mindestens ebenso offen sein und Zusammenhänge aufgreifen, in denen die Fakten und Annahmen Sinn ergeben. Alles andere ist Blabla, in dem sich immer diejenigen durchsetzen, die den buntesten Ballon aufblasen oder die Macht haben, ihren Stuss als Endlosschleife zu wiederholen.

 

db

Neues vom Gegenteiltag, die heißesten Fake News vom Postfakten, Fakten, Faktenschredder. Man kommt nicht recht hinterher, wie sich die Journaille von einer Jauchegrube zur Scheißeschleuder entwickelt, um sich mit der ganzen Wucht ihrer eingeborenen Seriosität® über den Gestank zu beschweren. Fürwahr amüsant, wenn der designierte US-Präsident keilt: "Das sind dieselben Leute, die behauptet haben, Saddam habe Massenvernichtungswaffen" und die CIA meint. Der Präsident, den alle für doof halten sollen, traut seinem eigenen Geheimdienst nicht.

Weniger amüsant, wenn die Verlagsmedien dem am Boden liegenden Pressekodex so entschieden durchs Gesicht stiefeln, dass nur mehr eine blutige Masse übrig bleibt. Probleme mit Lügen? Hey, das ist gar nicht so schwierig - sucht man halt nach der Wahrheit! Eigens dazu und als Vorsichtsmaßnahme gegen furchtbare Blamagen gab es einmal sehr konkrete Regeln, die eine Lügenpresse verhindern wollten. Zetbe: Mindestens zwei unabhängige Quellen haben - und gefälligst benennen. Nein, ein Geheimdienst, der keinerlei Belege für seine in die Strategie passenden Behauptungen bringt, ist keine zwei Quellen. Er ist nicht einmal eine.

Magische Hacker

Das weiß sogar der dumpfe Drumpf, der trampelige Trump, und hat auch noch entwaffnende Argumente dafür. Was er nicht sagte, aber die ganzen Deppen von der Straße unausgesprochen einfordern, ist dass die Meldungen und Meinungen wenigstens der einfachsten Plausibilitätsprüfung standhalten. Die Russen, nein Putin, bestimmt alles. Wenn er will, das Trump Präsident wird, dann macht er das. Er hat dazu magische Häcker, die die Welt häcken. Wohlgemerkt: Das sind alles Putins Russen. Andere können gar nicht häcken.

Die sind aber auch zu raffiniert und verschicken Phishing-Mails, diese Russen. Da stehen so raffinierte Sachen drin wie, dass man Millionen erbt, das Bankkonto gepfändet wird oder eine voll geile Schnecke sich in einen verliebt hat. Klickt man drauf, ist man geliefert, vor allem, wenn man auf Verlangen seine Passwörter eingibt. Sowas kann nur der Putinrusse; das hat die CIA herausgefunden. Ihr haltet das für einen albernen Scherz? Nein, das ist die Wahrheit der Verlagsmedien. Alles andere ist Fake®.

Wir werden alle ...

Das sind die großen dämlichen Lügen der Presse, die nicht danach benannt werden will. Kommen wir mal zu einer kleinen klügeren. Die ist viel schwieriger zu entlarven und recht dezent formuliert. Eine "Studie" hat herausgefunden, dass "Populismus die größte globale Gefahr" ist. Wer es ein wenig mit der Wissenschaft hat, fragt hier nach einer Definition von "Populismus", die valide Aussagen zulässt, zumal in Hinblick auf quantifizierbare Größen von "Gefahr". Man sieht: Um zu erkennen, was das für ein Blödsinn ist, muss man schon ein bisschen was gelesen haben.

Nun ist "Populismus" ohnehin das Produkt einer Kampagne, was alle zumindest ahnen, die neuerdings mit der Vokabel vollgedröhnt werden. Das ist dann schon nicht mehr verdächtig, das ist dann schon entlarvend, denn das Wiederholen unplausibler oder undefinierter Inhalte erkennt jeder Depp als Propaganda. Mal schauen, wann Putin als Mastermind aller Populisten entlarvt wird. Nächste Station: Wer sagt das überhaupt, von wem ist die "Studie"? Von einer "Risikomanagementberatung Control Risks".

Whois

Ich habe ein wenig recherchiert und keine genaue Vorstellung von dieser global operierenden Firma, die "darauf spezialisiert ist Organisationen zu helfen, politische, Integritäts- und Sicherheitsrisiken in komplexen und feindlichen Umgebungen zu managen". ("specialising in helping organisations manage political, integrity and security risks in complex and hostile environments"). Das kann vieles bedeuten. Auffallend ist, dass Wikipedia den Laden unreflektiert zitiert (und nicht einmal die Grammatik anpasst) und denselben abstrakten Sermon ablässt wie die Firma selbst. Außerdem werden dort ohne erkennbaren Zusammenhang weitere Unternehmen (u.a. Pinkerton) verlinkt, die eine gewisse politische Richtung erahnen lassen.

Ich muss mir das also alles zusammenreimen: Mag da wohl eine Bude für strategische Kriegsvorbereitungen das Feindbild des Freien Westens® aktualisieren und seine guten Beziehungen zur Presse nutzen, die gern solche "Kreise" zitiert? Das ist bestimmt schon wieder eine Verschwörungstheorie. Man hätte aber auch zu gern erfahren, wie diese Quelle eigentlich einzuschätzen ist, wer das ist, was deren Blabla zur "Studie" macht und was jemand dazu sagt, der sich damit auskennt. Aber das "muss der Leser nicht erfahren", gelle?

 
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Draußen in der Wildbahn der freidrehenden Verlagsangestellten wäre diese Überschrift nichts Besonderes. Sie ist vollkommen bescheuert, ja, aber das fällt dort schon recht lange niemandem mehr auf. Bemerkenswert, dass an der Filterkuppel journalistischer Adabeis unbemerkt abprallt, wenn die Kundschaft nicht mehr nur anders interpretiert, sondern die vermeintliche Logik rundheraus ablehnt.

Der Betrieb lässt sich nicht von ein paar kleinen Publizisten mit Niveau beinflussen, zu denen ich mich durchaus zähle, das ist mir klar. Unter der Stahlkuppel sind sie immun gegen Kritik, nicht zuletzt weil sie sich einem andauernden Shitstorm ausgesetzt fühlen von Seiten unreflektierter dummer Nörgler, die von dunklen Mächten (Putin) gelenkt werden. Das ist nicht nur dumm oder psychisch zerrüttet, das entspricht auch an der Oberfläche einer messbaren Wirklichkeit.

Alle doof außer wir

Es sind längst Massen, die nicht mehr zuhören und nichts mehr glauben, aber leider keinen Schimmer haben, warum das alles so ist; warum sie die Welt nicht verstehen und die Erklärungen der Gatekeeper als Lügen zurückweisen. Sie haben sehr wohl Ahnungen, ein gewisses Gespür, wenn sie wieder und wieder für blöd verkauft werden, wenn ihnen der nächste Erklärbar aufgebunden wird und die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Es fällt halt auf, wenn die Stichwörter sich plötzlich ändern und von ihnen verlangt wird, dass sie gefälligst einzustimmen haben in jedes neue Mantra, weil sie sonst Verschwörungstheoretiker und Putintrolle seien.

Was macht eigentlich Al Kaida? Verschwunden? Den Platz nahm der IS ein. Aus Terroristen werden Rebellen und umgekehrt. Der Krieg gegen den Diktator wird zum Krieg gegen den Terror, wird zum Krieg gegen den Diktator. Islamismus ist böse, es sei denn der aus Saudi-Arabien. Der ist gut, es sei denn, er wird vom IS verbreitet. Aleppo ist schrecklich, Mossul wird befreit. Putin ist ein böser Alleinherrscher, Erdogan unser Partner. Die Guten heißen "Präsident", die bösen "Machthaber". Wie aus dem einen der andere wird - man weiß es nicht.

Verbotene Hohlfrucht

Jetzt haben die Kampagneros "Populisten" entdeckt. Seit Trump sind sie überall, die "(rechten) Populisten". Darunter fallen wieder einmal alle, die nicht dazugehören sollen, aber dasselbe tun wie die anderen. Nicht Demagogie ist das Problem, nur die falsche Demagogie. "Populismus" ist böse, weil die Populisten böse sind. Die neuerliche Kampagne gegen Unbekannt rennt dabei wie immer voll gegen die Wand. Dem Volk wird angekreidet, dass seine Emotionen wahrgenommen werden. "Ihr dürft niemandem zustimmen, der euch zustimmt", ist die Botschaft, ihr habt gefälligst diejenigen zu wählen, die euch komplett ignorieren, denn die sind seriös.

Jetzt erfahren die Menschen also, dass sie Populisten auf den Leim gegangen sind. Schon wieder zu blöd! Überall werden Warnschilder aufgehängt - den dürft ihr nicht wählen, die sind sind gefährlich und das dürft ihr nicht tun! Grandiose Idee. Der Brexit, Trumps Wahlsieg und die Zustimmung zu den Banden von Honks, mit denen das Establishment nicht spielt, sind Trotzreaktionen. Jetzt müssen die vom System Angepissten also nur noch hingucken, wo die Etiketten kleben, und schon werden sie zugreifen. Wer sind da jetzt eigentlich die dümmsten Idioten?

 
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Es ist immer dasselbe. Wer nach Meldungen oder Berichten zu dem oben genannten Herrn sucht, wird nur bei den üblichen Verdächtigen fündig: Neues Deutschland, Junge Welt und heute das OXI-Blog. Zuletzt hatte ich in den Kommentaren danach gefragt, ob wer Jeremy Corbyn kennt, und als man den Mann wirklich nicht mehr ignorieren konnte, ließ sich auch die deutsche Verlagspresse dazu herab, seinen Namen zu erwähnen. Selbstverständlich fanden sie den Mann furchtbar, denn seine Positionen waren links von der Linie, an der entlang SPD und Grüne den Stechschritt üben.

Syriza, Podemos, Corbyn, Sanders - wenn welche auch nur altbacken sozialdemokratisch oder vorsichtig sozialistisch daher kommen, werden sie so lange es geht ignoriert, dann diffamiert und schließlich korrumpiert. Am schlimmsten dürften zweifellos solche Bewegungen und Kandidaten sein, die von vornherein versuchen, ihre eigene Macht effektiv zu begrenzen. Mélenchons Ticket ist eine Art imperatives Mandat, hat er sein Programm doch von seinen Unterstützern erarbeiten lassen. Seine Prioritätenliste ist keine der Sachzwänge, nicht seine persönliche und keine einer Parteiagenda, sondern eine derjenigen, die er zu vertreten sich anschickt.

Da war doch was ...

Ja richtig, das hatten wir auch schon, die Trennung von Amt und Mandat, die befristete Wahrnehmung solcher Aufgaben, Gehaltsobergrenzen, Primat der Basis, den ganzen schönen Zierrat, der verhindern sollte, was die Grünen als Musterbeispiel eines schlimmsten Falls inzwischen geworden sind. Es würde sich lohnen, allein anhand der Entwicklung dieser Partei in den 25 Jahren von 1980 bis 2005 das Wirken des Narrativs, der Institutionen und ihrer Anpassungsmechanismen zu erläutern.

Wenn man sich anschaut, wie eine ganze Partei die Perspektive wechselt vom engagierten Bürger hin zum Funktionär, von Pazifisten, die die Abschaffung der NATO auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges forderten, hin zu Bellizisten, die Wirtschaftkriege befürworten; von ökologisch-bäuerlichen Naturschützern zu Förderern einer Umweltindustrie; von Kommunisten und Sozialisten zu dogmatischen Kapitalisten, kommen einem je nach Charakter die Tränen oder die letzten drei Mahlzeiten hoch.

Ich frage mich daher, warum die Hofschranzen der Sozialen Marktwirtschaft® jedesmal so einen Aufriss machen, wenn es der nächste Kandidat versucht oder die nächste Bewegung. Das habt ihr doch noch immer gefressen mit euren Seilschaften und Klubs, dem Zuckerbrot und der Peitsche eurer medialen Machtmaschine. Habt ihr immer noch Angst? Oder wird dieses Ritual aus Gründen des Timings durchlaufen, damit in den Phasen der Ignoranz und der Diffamierung schon mal fleißig Kompromat gesammelt werden kann und gut vernetzte 'Unterstützer' aufgebaut werden? Ich frag' ja nur. Das ist noch keine Theorie!

 
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Die politisch-medialen Funktionäre des Freien Westens verbreiten aktuell die Verschwörungstheorie, sogenannte "Fake News" machten die schöne Freiheit kaputt. Verrückte, Putin und die AfD sind schuld. Allein die Vorstellung, ein paar Randgruppen könnten einen um Wahrheit bemühten Diskurs der breiten Mehrheit zerstören, ist schon der Aufnahme in die ICD wert. Die Diagnose ist aber schlimmer, denn die Verlagsmedien und die mit ihnen korrespondierenden neoliberalen Politfunktionäre haben schlicht den Anschluss an die Realität verloren.

Bei denen ist dauerhaft Gegenteiltag (bei Unkenntnis des Begriffs bitte das nächst verfügbare Kindergartenkind fragen). Fangen wir mal bei der Unvermeidlichen an - da habe ich neulich noch gedacht: wie behämmert muss man sein, um so etwas zu behaupten:

"Während für Journalisten bestimmte Regeln der Sorgfaltspflicht gelten würden, nutzten die Menschen inzwischen aber andere und viel weniger kontrollierte Medien zur Meinungsfindung, sagte sie im Bundestag."

Sekundensorgfalt

Das ist nicht nur gelogen, es ist extrem dumm gelogen, und wenigstens ein Mal muss ich nicht fragen, ob es Lüge oder Dummheit ist, denn es ist eben beides. Was sind das für "Regeln der Sorgfaltspflicht"? Die müsste man doch benennen können. Sind das die Regeln, nach denen die eifrigsten Propagandisten und die bestvernetzten Parteigänger sich mit einem Preis behängen lassen unter dem Motto "sich mit keiner - auch noch so guten - Sache gemein zu machen"? Ist es der Boulevard, der seit Jahrzehnten bis zur Selbstkarikatur hetzt, verleumdet und die gröbsten Klischees des Narrativs besorgt? Ist es das ungeprüfte Abschreiben jeder Meldung, die sich irgendwie als "Nachricht" verhökern lässt?

Wie bestellt kommt da ein schönes Beispiel um die Ecke: Ganze zwei Tweets braucht es, um die versammelte US-Verlagsmischpoke behaupten zu lassen, CNN habe 30 Minuten Porn gesendet (via fefe). Ein Sprecher von CNN selbst hat dabei vom Kabelprovider, der angeblich die Verantwortung dafür trüge, eine Erklärung verlangt. Wohlgemerkt: Der Mann von CNN prüft nicht einmal im eigenen Sender, ob es sich um mehr als ein Gerücht handelt. Das sind die Standards. So sieht deren "Sorgfalt" aus. In Deutschland ist es dasselbe, wir hatten hier Beispiele dafür im dreistellligen Bereich.

Damit einher geht die unerträgliche Parteilichkeit, die Verengung des Meinungsspektrums auf die Wahrnehmung einer (teils nur vermeintlich) gehobenen Mittelschicht, die sich in inzestuösen Zirkeln ihren Tunnelblick so lange als Weitsicht bestätigen lässt, bis sie alles andere als Angriff auf das Abendland betrachtet. Sie sind die, die dazugehören, die anderen sind falsch. Sie sind die Guten®, die anderen sind böse. Wer nicht für sie ist, ist gegen sie. Wer auch nur wen nicht böse findet, den sie böse finden, ist selbst böse. Beispiel? Bitteschön:

Wir sind die Guten

"Frau Wagenknecht: Ich habe Ihrer Rede auch diesmal aufmerksam zugehört und bin erstaunt: Während überall in der Welt der Schrecken über den Ausgang der Wahl in den Vereinigten Staaten immer noch groß ist, bekommen wir mit Donald Trump jetzt offenbar einen Präsidenten, dem Sie etwas abgewinnen können." (Thomas Oppermann).

Wagenknecht hatte nicht einmal Zustimmung zur Person oder zur Politik Donald Trumps ausgedrückt, sie hat ihn lediglich nicht als die totale Unperson dargestellt, als die er nach dem Willen der Atlantiker zu gelten hat und sich das Wahlverhalten der Amerikaner zu erklären versucht. Oppermann glaubt wirklich, "überall in der Welt" dächten alle wie er und seine Clique. Alle anderen sind böse oder verrückt. Er bemerkt nicht einmal, wie selbst das Personal, das diese Religion teilt, auf eine Handvoll Funktionäre schrumpft (Steinmeier Präsident, Schulz nach Berlin). Wir befinden uns im Karussell einer fortgeschrittenen Psychose.

Einen letzten noch, das ist alles aus der vergangenen Woche, und es spitzt sich zu. Alle verrückt, nur wir nicht! Das transatlantische Zentralorgan lässt Jeff Jarvis salbadern, bei dem man erstens noch hoffen darf, dass es dezent ironisch gemeint ist und zweitens annehmen muss, dass er keine Ahnung von den deutschen Verlagsmedien hat:

"Jetzt, wo Angela Merkel sich den Mantel der Verantwortung übergeworfen hat und noch einmal für ihr Amt als letzte zurechnungsfähige Anführerin Europas und der westlichen Welt antritt, ..."

So gefällt es ihnen: Alle verrückt, nur noch ein deutscher Führer, der uns retten kann und an unserem Wesen genesen. Wem noch nicht von dem klebrigen Pathos der Formulierung schlecht wird, dem mag die Nachricht den Rest geben. Das 'denken' sie wirklich. Es ist sinnlos, dagegen zu argumentieren. Dieses Weltbild ist geschlossen, der Schlüssel wurde weggeworfen und die Türen verrammelt.

 
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Ein paar Teeniespaten haben eine Zensursoftware gecodet, auf die sie ganz stolz sind. In "36 Stunden" ein bisschen was zusammengekleistert, das offenbar mit Positivlisten seriöser Quellen® arbeitet, um davon Abweichendes als Fake zu entlarven. Der Mainstream vom Mainstream wird also fortan Facebook als Schablone dienen, um alles andere auszuradieren. Das wird aber reichlich Gummi kosten.

Facebook hat Erfahrung mit Zensurinfrastruktur, wobei ich davon ausgehe, dass China wenigstens den adäquaten Aufwand betreibt, um die Wahrheit der Partei vor Abweichungen zu schützen. Naja, das ist halt China, das kann man nix machen, da muss man ja zensurieren, wenn es nicht ein anderer tun soll.

Schwarmwahrheit

Im Freien Westen® ist die Sache etwas komplizierter. Hier will Zuckerberg den Konsens der Denunzianten durchsetzen, die Wahrheit des Schwarms, kombiniert eben mit seriös® und irgendwelchen Algorithmen. Irgendwie muss man ja die ganzen Fehlinterpretationen in den Griff kriegen, sonst endet das noch in falsch verstandenem Pluralismus.

Herr Berger hat einmal recht, wenn er anmerkt, dass es die Massenmedien sind, die sich von den Fakten haben scheiden lassen. Als Übung empfehle ich eine intensivere Recherche zu Trump und seinem Team sowie deren Beziehung zum Ku Klux Klan. Was sowohl amerikanische Medien als auch ihre transatlantischen Abschreiberlinge dazu verbreitet haben, ist derart gewollt falsch, dass es ehrlichen Betrügern den Rouge ins Gesicht treibt. "Putin" werde ich hier gar nicht nicht sagen, aber vielleicht "Krieg gegen den Terror". Ach, ihr könnt doch alle selber lesen!

Linksfreier Raum

Im Gewändern wie "postfaktisch", "Hatespeech", "Fake" und "seriös" kommt sie daher, die neue Zensur. Sie wird scheitern, denn inzwischen bastelt sich genau deshalb jeder seine Privatwahrheit, weil alle inzwischen wissen, dass die offizielle Wahrheit keine ist. Glaubt wirklich irgendwer, wenn sie jetzt noch offizieller erzwungen wird, werden die Schäfchen wieder heimkehren? Wenn künftig Beiträge aus dem Netz gelöscht werden, die von einer Doktrin abweichen, wenn vor bestimmten Meinungen "gewarnt" wird, was wird daraus folgen? Dass die Menschen wieder glauben?

Nein, aber es taugt noch immer dazu, im nie geendeten Kalten Krieg den Nazis aus den Geheimdiensten ein Mittel an die Hand zu geben, ihre Gegner kaltzustellen. Berufsverbot gefällig? Wir schreiben das Jahr 2016. Du musst nicht gegen ein Gesetz verstoßen; es reicht, wenn dem rechten Untergrunddienst deine Meinung nicht passt. Man sieht an diesem Beispiel auch sehr schön, dass Faschisten wie Erdogan vor Linken geschützt werden, wenn deren Wahrheit den großen Führer erzürnen könnte.

"Pluralismus" wird überbewertet; und überhaupt ist er gewährleistet, indem ja immerhin von zwei Seiten des Ozeans dasselbe berichtet wird. Die Demokratie ist ebensowenig gefährdet. Hier kann jeder machen, was er will. Im Rahmen der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung®, versteht sich.

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